Doppelg├Ąnger Folge #11 vom 13. September 2020

The Social Dilemma | Anker IPO | Thrasio | Amazon, Apple vs. Nokia in 2000 | Peloton | Kassenzone wird 300 ­čą│

Philipp Gl├Âckler und Philipp Kl├Âckner (aka. Pip) finden raus, wer abh├Ąngiger von Social Media ist und wie man sich dagegen wehrt. Eine Top Netflix und eine super Podcast Empfehlung. Ist das IPO von Anker oder Auto1 spannender? Warum BigCommerce eben kein Shopify ist und die Pros und Cons von Peloton nach hervorragenden Zahlen.

Kapitelmarken:

00:01:27 Domain Trust bei Links in LinkedIn Posts

00:07:49 Mr. SPACs: Chamath Palihapitiya

00:11:01 SimilarWeb

00:18:34 Social Media Nutzung und The Social Dilemma

00:40:08 TikTok und Trump

00:44:20 Anker IPO

00:49:38 Kann im Amazon ├ľkosystem eine Brand entstehen

00:54:54 Thrasio

01:02:50 Amazon, Apple vs. Nokia in 2000

01:07:00 Snowflake

01:14:04 Auto1

01:21:00 BigCommerce

01:24:50 Peloton

Wir gratulieren Alexander Graf zu Folge 300 des Kassenzone Podcasts. Tarek M├╝ller interviewt Alexander Graf: https://open.spotify.com/episode/2Nfydb6byqtdNuZmIkF5gf?si=ZwSJfcjcSyWxgqHNYyQi5Q

All-In E7: CaliforniaÔÇÖs collapse, how SPACs are opening the markets for growth stocks & more (ab 46:00) https://thisweekinstartups.com/all-in-e7-californias-collapse-how-spacs-are-opening-the-markets-for-growth-stocks-more/

Ab 00:33 zeigt Kevin Rose Tim Ferriss sein geordnetes iPhone in The Random Show ÔÇö Zen, Investing, Mike Tyson, Artificial Intelligence, and the WorldÔÇÖs Best Beers (#453) https://tim.blog/2020/08/20/the-random-show-zen-investing-and-more/

Netflix Dokumentation: The Social Dilemma https://www.netflix.com/de/title/81254224

Astrid Kramer https://www.astrid-kramer.com/

Andr├ę Morys https://www.konversionskraft.de/andre-morys

ZDF Doku: Amazon z├Ąhlt zu den gr├Â├čten Corona-Krisen-Gewinnern, erreicht immer mehr Kunden. Das Unt ernehmen ist auch als riesiger Datenkrake aktiv. Mit dem Ziel, Kunden v├Âllig auszuleuchten. https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-datenkrake-amazon-100.html

Are you coming to bed? https://www.flickr.com/photos/26353267@N03/3148631983

Danke f├╝r deine Zeit:

Podcast SEO Brainstroming Call mit J├Ârg Wukonig https://www.linkedin.com/in/wukonig-seo-graz/

Danke f├╝rs Teilen:

Gian Marc Visintin: Props an @gloeckler und @pip_net f├╝r den @Doppelgaengerio Tech Talk Podcast. Informativ und super am├╝sant. L├Ąsst das morgendliche Kinderwagenschieben zum Highlight des Tages werden ­čśâ https://twitter.com/giemmevi/status/1304318326232014848

Joerg Bollow: Liebe Netzgemeinde! Ich m├Âchte Euch heute einen Podcast empfehlen, dem ich seit einiger Zeit folge. Die Empfehlung bekam ich seinerzeit vom wunderbaren Max. In Doppelg├Ąnger.io gibt es jede Woche eine geballte Ladung TECH TALK von Philipp Kloeckner und Philipp Gloeckler auf die Ohren. Feinsinniges, TECH orientiertes Doppelpass-Spiel, messerscharfe pr├Ązise Analysen und Entertainment at it┬┤s best. #doppelgaenger #podcast #digital P.S. ├ťberall wo es gute Podcasts gibt! https://www.linkedin.com/posts/bollow_latest-news-activity-6709399498168246272-QAO_

Julian Kleinknecht: ­čÄÖ´ŞĆ Absolute Podcast-Empfehlung: Doppelg├Ąnger Tech Talk Podcast mit Philipp Kloeckner und Philipp Gloeckler. 30 % Comedy, 70 % Insights zu E-Commerce, Tech und dem Aktienmarkt. Stimmt nat├╝rlich nicht, aber ist wirklich sehr informativ und auch sehr lustig. Bei anderen Podcasts habe ich nach 30 Minuten auch genug, aber hier h├Âre ich den beiden auch schon mal 2 Stunden am Telefon zu. In Folge 10 gings unter anderem um Shopify und deren Chancen, Amazon Paroli zu bieten. https://www.linkedin.com/posts/jkleinknecht_absolute-podcast-empfehlung-doppelg%C3%A4nger-podcast-activity-6709352944086646784-L_Gc

Julian Grunewald: The VC firm Bessemer Venture Partners published its original investor memos for companies such as Shopify, Pinterest, LinkedIn, Fiverr, Yelp, or Twilio Inc. Considering how strongly the Bessemer Cloud Index (Link in the comments) has outperformed relevant benchmark indices over the last 7 years (almost 3-4X compared to the NASDAQ), it is even more exciting to read how BVP assessed the big winners back then. I became aware of the Cloud Index through Philipp Kloeckner (Co-host) new Doppelg├Ąnger Tech Talk Podcast. Everyone who is interested in tech topics should have a look here. https://www.linkedin.com/posts/grunewaldjulian_memos-activity-6709750630640078848-SR1G

Michael Janssen: Es ist wieder Wochenende. Das hei├čt: Es sind nur die coolen Kids auf LinkedIn. ­čśüInspiriert wurde ich zu dieser Frage durch den kurzen Schlagabtausch zu schlecht formulierten OKRs im Podcast von Philipp Kloeckner und Philipp Gloeckler (btw: Pr├Ądikat h├Ârenswert!). Und nun suche ich Ressourcen zum Thema: ­čĹë Wie formuliere ich richtig bei OKRs? ­čĹë Was macht gute OKRs aus? ­čĹë Was gibt es bei OKRs zu beachten? Vielleicht hast du einen Tipp, wo ich was zum lesen oder anschauen finde? Oder eine sonstige Ressource. Alles ist erlaubt. Ôťö´ŞĆ Ich freue mich auf deinen Input!Ôťö´ŞĆ https://www.linkedin.com/posts/michael-janssen-a5340213_es-ist-wieder-wochenende-das-hei%C3%9Ft-es-sind-activity-6710612336702431232-G-Ip

Marco Alberti: Spannende OKR Diskussion im aktuellen Doppelg├Ąnger Tech Talk Podcast! Philipp Kloeckner sag gerne Bescheid, wenn Du Lust hast Dein Set mal im Podcast zu diskutieren ­čĄôDie meisten Punkte von Philipp Gloeckler w├╝rde ich so unterstreichen ­čĄč. Auch der restliche Podcast hat bis zum Ende echt Spa├č gemacht! F├╝r alle, die den Doppelg├Ąnger Tech Talk Podcast noch nicht kennen eine klare Empfehlung.https://www.linkedin.com/posts/activity-6710513026333716480-Sv3W

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Willkommen bei dem doppelg├Ąnger podcast. Werter gl├╝ckler wissen diese woche gang guten morgen pip.
Es ist es ist 9 Uhr abends aber der podcast kommt montags morgens deswegen guten morgen ich erz├Ąhle dir erstmal von meinem sonntag morgen ich war heute morgen br├Âtchen holen kurz vor 8. Warte an der schlange. Und das l├Ąuft so eine um die 60. Jahre alte dame an mir vorbei mit so zwei kleinen rentner hunden ich gehe einen schritt zur├╝ck weil ich mir nie sicher bin ob diese kleinen biester bei├čen. Die frau l├Ąuft weiter stell dir vor du hast 200 meter weiter und da steht an der seite an der wand fast gelehnt ein e-scooter die hunde laufen vorbei. Und die frau dreht sich kurz um und wirft diesen scooter um und diese schlange an der b├Ąckerei guckt sich alle nur an. Ich habe immer gedacht das sind die jungen betrunkenen kids die die dinger umwerfen aber nicht die rentner unserer stadt. Und damit hat mein sonntag angefangen woche war auch sehr gut ich habe mich ein bisschen sorgen um dich gemacht weil du montag irgendwie nicht so wirklich deinen reach bekommen hast. Auf linkedin.
Ja aber daf├╝r habe ich was spannendes gelernt und zwar scheint linkedin ein konzept so ├Ąhnlich wie der domain trust bei yahoo oder google zu haben. Und zwar dass post die unbekannte neue wenig vertrauensw├╝rdige domains wie unsere enthalten. Automatisch beim reach sehr sehr stark gebremst werden also ich habe das erste mal nicht den direkt link zu spotify oder podigy oder apple gepostet sondern. Ich habe den link zur doppelg├Ąnger io domain in mein monat monatliches posting integriert. Man hat gemerkt dass das nicht mal zehn prozent wahrscheinlich weniger als ein prozent des normalen der normalen reichweite bekommen hat. Erst dachte ich so ich habe hier einen fehler gemacht und nur mit freunden teilen oder nur mit einem menschen teilen oder privat gepostet oder so aber es war der ├Âffentlichkeit gewidmet. Und dann dachte ich die einzige und ich habe dann noch geschaut hast du irgendwelche worte verwendet die eventuell auf einer blacklist sein k├Ânnten oder so aber das passt da auch nicht das hei├čt es muss an der domain liegen. Und dann haben wir im verlauf um das sozusagen nochmal zu vertestieren haben wir im verlauf der woche noch einen treuen h├Ârer gefragt ob der das auch mal f├╝r uns testen kann bei dem ist das gleiche ph├Ąnomen aufgetreten. Das hei├čt also einerseits wir wissen ja aus diesen ganzen Studien dass wenn man links inkludiert in die LinkedIn Post dann f├╝hrt es generell zu weniger Engagement oder weniger Reichweite. Was vielleicht daran liegt dass die das Machine Learning lernt dass die Leute dann die Plattform verlassen und eventuell erst sp├Ąter oder gar nicht wiederkommen zu LinkedIn. Das w├Ąre immer ein logischer Schluss wenn man auf Verweil dauernd der App optimiert dass man dann sagt links die den User wegtragen die w├╝rde man denen w├╝rde man weniger Reichweite geben aber dann scheint es innerhalb des Fakts ob es ein link ist oder nicht eben noch eine Unterscheidung zu geben und wenn LinkedIn diese Domain oder den Host neben noch nie gesehen hat. Dann scheinen sie dem besonders wenig was Sinn macht im Sinne von Antis BAM also dass ja jetzt nicht Leute irgendwie das Feed vollknallen mit irgendwelchen Dodgy Domains oder gerade registrierten Domains. Die Frage ist wie lange es braucht bis die bis LinkedIn der Domain dann irgendwann doch vertraut. Das frage ich mich ob man wie heilt man das und was ich mich auch frage ob vielleicht davon nicht diese Statistik sehr stark beeinflusst ist dass links so toxisch sind in Post und dass die Leute dann anfangen die in die Kommentare zu posten und so weiter. Vielleicht wenn das sozusagen mit dem durchschnittlichen Post erhoben wurde dann k├Ânnte es sein dass es nur durch diese jungen Domain links also zu den noch nicht vertrauensw├╝rdigen Dom├Ąnen so verf├Ąlscht wurde dass wenn ich zum Beispiel einen Guardian oder Business Insider inkludiere die Reichweite vielleicht gar nicht so stark gebremst wird. Weil das kann ich zum Beispiel bei wenn ich vertrauensw├╝rdige Links poste vielleicht ist ein bisschen weniger Reichweite als wenn ich jetzt nur einen Post mache aber das scheint jetzt nicht so stark die Reichweite auszubremsen. Aber wie gesagt bei den bei dieser frischen Domain relativ frischen Domain hat man ganz stark gesehen dass LinkedIn fast ├╝berhaupt nicht bereit ist der irgendwelche Reichweite zu geben. Das hei├čt wenn ihr die letzte Episode verpasst habt dann ist LinkedIn wahrscheinlich schuld. Und dann noch was anderes spannendes ├╝brigens ├╝ber LinkedIn was mir letzte Woche aufgefallen ist. Viele Experten haben jetzt entdeckt dass ein kleiner Hack um Spam bei LinkedIn zu erkennen und zwar f├╝gen sie ihrem Namen ein Emoji ganz am Anfang hinzu. Also die packen da die klassische Rakete Flipchart, Chart nach oben, Podcast Mikrofon was auch immer vor ihrem Namen zu. Weil man dann sieht wenn man eine automatisierte Massenmail bekommt von LinkedIn dann w├╝rde der Spammer nat├╝rlich dieses Zeichen den Emoji, das Emoji immer mit ├╝bernehmen in die Anrede. Da steht dann also dann Hallo Rakete Claudia. Und daran kann man dann besser die Massenmailings erkennen. Und deswegen wird es jetzt propagiert als geile Best Practice um die Mailbox aufzur├Ąumen bei LinkedIn. Wobei es halt insofern Quatsch ist dass A ich w├╝rde ja um keinen Preis der Welt ein Emoji meinem Namen hinzuf├╝gen weil es eins der st├Ąrksten Signale daf├╝r ist dass man irgend so ein Krypto Spacko oder Coach Depp oder was auch immer ist.
Sagt der Typ der sich Pip nennt.
Was haben Emojis mit dem Spiel also A nenne ich mich auf LinkedIn nicht Pip. Ja wie auch immer. Also ich glaube das ist ein eher negatives Signaling sich ein Emoji in den Namen oder ├╝berhaupt ins Link Profil zu machen. Das kriegt man eigentlich nur bei IHK Kursen oder irgendwelchen schlechten Coaches beigebracht. Und bei mir w├╝rde es eine 95 prozentige Ablehnungsrate bedingen es sei denn ich kenne die Personen schon und dann bringt es nur einen bl├Âden Spruch von mir. Und das andere ist dass wenn du nicht in der Lage bist automatisiert automatisierte Mails zu erkennen ohne die Anrede zu bewerten dann sollte man vielleicht auch zur├╝ck zu wer kennt wen gehen und die Zeit nicht auf LinkedIn verbringen.
Ich habe gute Nachrichten f├╝r dich auf LinkedIn du kannst deinen Familiennamen wieder aus deiner ├ťberschrift nehmen.
Weil der Christian das gefixt hat f├╝r uns.
Genau also wir k├Ânnen eigentlich sagen dass wir der erste Podcast sind der tats├Ąchlich LinkedIn repariert hat auf jeden Fall in Deutschland. Und angeblich m├╝ssen wir.
Das ist eine gro├če Aufgabe glaube ich.
Auf jeden Fall Umlaute funktionieren jetzt wieder das bedeutet du kannst in deiner ├ťberschrift oder was ist das wie hei├čt das Ding Untertitel was auch immer kannst du jetzt deinen Nachnamen rausnehmen. Ich w├╝rde deinen Nachnamen noch ein bisschen drin bleiben bis wir ungef├Ąhr gleich viele LinkedIn Kontakte haben.
Wollte ich gerade sagen. Also das war ja schon mal heile und ist danach wieder kaputt gegangen. Deswegen vertraue ich diesem fix noch nicht 100 Prozent und behalte sicherheitshalber als Fallback die alternative Schreibweise in meiner Tagline drin. Aber sch├Ân das gefixt ist trotzdem. Vielen Dank.
So meine beiden Fragen an dich. Ich fange mit einer Frage an. Erste Frage Wie spricht man den Namen oder den Nachnamen von Schema aus und warum ist er Mr. Spex.
Palliapatia. So weit ich wei├č.
Und wieso ist er Mr. Spex?
Das haben wir bestimmt in der letzten Folge mit besprochen oder in den zweieinhalb Stunden.
Ich bin kurz eingeschlafen.
Achso genau. Da ist der Name n├Ąmlich sogar zweimal gefallen. Einmal. Auf jeden Fall beim Thema Spex, weil er mindestens drei n├Ąmlich IPO ABC sind die Bloomberg K├╝rzel Spex selber aufgelegt hat und ein gro├čer Bef├╝rworter dieser dieser Vehikel ist und die gerade sehr stark pusht.
Ja und der hat der macht ja einen Podcast gemeinsam mit seinen anderen Homies All in und die haben glaube ich letzte Woche eine neue Folge gemacht Episode sieben und da hat er irgendwie rausgehauen, dass er eigentlich jeder jedem Startup, das f├╝nf Jahre alt ist und 50 Millionen Umsatz macht, sollte ein IPO machen. Fand ich zwar schon ziemlich Bubble m├Ą├čig.
Ja, ich glaube. Da stecken noch ein paar Pr├Ąmissen hinter, die er nicht genannt hat, n├Ąmlich wahrscheinlich muss es eine Software Company sein. Wahrscheinlich muss sie mit annual recurring revenue arbeiten, also einem SaaS Modell oder Subscription Modell. Sicherlich erwartet er bei den 50 Millionen Umsatz auch ein idealerweise dreistelliges, eventuell hoch zweistelliges Wachstum. Dann ist das wahrscheinlich geeignet, dann w├╝rde es viele Spex geben, die sich gern um diese Firma oder den indirekten IPO k├╝mmern w├╝rden. Das kann ich mir gut vorstellen.
Und meine zweite Frage ist ├╝ber Similar Web. Wie machen die ├╝berhaupt mittlerweile ihre Traffic Prognosen und kann man der ganzen Sache ├╝berhaupt glauben bei so viel Mobile Traffic?
Vielleicht solltest du zuvor A Similar Web erkl├Ąren, was das ist und was das macht, was man machen kann, wie man es nutzt und dann wie du, was du glaubst, woher die Daten kommen. Und dann berichtige ich das.
Okay, in der Zwischenzeit googelt Pip ein bisschen und checkt, ob alles richtig ist. Also ich kenne Similar Web einfach.
Ja, sag nochmal, wie das hei├čt.
Similar. Heute ist Pip der Schuldirektor, der jedes Wort von mir korrigiert. Welche Episode machen wir heute?
Ich meine nur, weil ich doch googeln muss. Verd├Ąmpfen willst du doch nicht.
Okay.
Du erwartest Revanche f├╝rs letzte Mal, deswegen hast du Angst. Du sitzt zu Hause so mit angezogenen Schultern, weil du Angst hast f├╝r die Revanche, f├╝r deine Erfrorung zum letzten Mal.
Ich war letztes Mal eigentlich haupts├Ąchlich geschlafen. Also 11 Uhr war definitiv zu sp├Ąt f├╝r mich, um aufzunehmen. Ich kann mich an die H├Ąlfte nicht mehr erinnern, was wir da gesagt haben. Aber nochmal Similar Web. Man kann auf Similar Web gehen und sieht, also auf jeden Fall, wenn man keinen Profi-Account hat, sieht man die Traffic-Zahlen von den verschiedenen Webseiten, wo die Traffic herkommt und so weiter. Fr├╝her hatte ich das Gef├╝hl, die Zahlen waren ziemlich akkurat. Mittlerweile habe ich das Gef├╝hl, nicht mehr. Und wo sie die Zahlen bekommen, ich w├╝rde jetzt sagen, vielleicht so ├Ąhnlich wie das fr├╝her mit Alexa war, ├╝ber einen Browser-Plugin. Und dann irgendwie hochgerechnet. So, jetzt der Profi.
Genau, ist schon nah dran. Also genau, Similar Web ist ein Outside-In-Web-Traffic-Analyse-Tool, w├╝rde man wahrscheinlich sagen. Also man kann das, was man bei sich selber im Analytics sieht, mit etwas weniger Detailgrad f├╝r dritte Webseiten sehen. Oder ein Competitive Intelligence Tool ist es eigentlich. Und zwar, die Daten werden, da hast du eigentlich recht, also ein Gro├čteil der Daten kommt aus Browser-Plugins. Das ber├╝hmteste, also das sind Plugins, die f├╝r die Nutzer in der Regel kostenlos sind. Also irgendwelche Shopping-Coupons, Plugins oder das bekannteste wahrscheinlich ist Awesome Screenshot, was mal ein sehr einfaches Tool war, um schnell Screenshots von Webseiten zu machen. Es war relativ verbreitet. Und das hat aber sozusagen den Web-Traffic mitgesnifft und an dritte, unter anderem Similar Web verkauft. Und wenn man da eine Verbreitung von ├╝ber mehrere Plugins von irgendwie vielleicht bis zu 5% des Gesamt-Traffics des Webs bekommt, dann kann man das ganz gut hochrechnen auf die Grundgesamtheit der Nutzer. Au├čerdem gibt es Leute, die tats├Ąchlich ihre eigene Website verifizieren bei Similar Web. Das hei├čt, da gibt es so einen kleinen Button, Verify your Website. Und dann kannst du das mit deinem eigenen Google Analytics Account verkn├╝pfen. Was dazu f├╝hrt, dass einerseits Dritte deine genauen Traffic-Daten sehen k├Ânnen und andererseits Similar Web den Sch├Ątzungsfehler sozusagen mit Machine Learning so ein bisschen korrigieren kann. Und das dann wieder auf die Gesamtheit der Webseiten im Modell f├╝r den n├Ąchsten Monat ber├╝cksichtigen kann. Und da Google oder der Chrome Store regelm├Ą├čig versucht, diese Websites oder diese Plugins, die zu sehr an den Nutzerdaten schn├╝ffeln, auszuschlie├čen, weil sozusagen Google gern die Exklusivit├Ąt f├╝r das Schn├╝ffeln an den Daten im Browser haben m├Âchte, war das so ein bisschen ein Wettrennen. Und meines Wissens nach kauft Similar Web inzwischen die Daten haupts├Ąchlich bei ISPs, also Internet Service Providern, zu. Das hei├čt, und das beantwortet so ein bisschen die Mobile-Frage auch, weil sowohl vielleicht ein T-Online als auch ein Vodafone oder ein Comcast oder was auch immer, wo immer man sein Internet Cable oder Mobile- oder DSL-Vertrag hat, die verkaufen diese Daten auch anonymisiert weiter, hoffentlich anonymisiert, in Europa wahrscheinlich auf jeden Fall anonymisiert. Und dann kannst du Similar Web sich kaufen. Das ist nat├╝rlich relativ teuer, aber damit kriegt man schon eine sehr, sehr gute Stichprobe, wenn man davon ausgeht, dass ein einzelner ISP zweistellige Anteile am Gesamt-Traffic in einem Land haben kann. Dann kann man das damit ganz gut hochrechnen, wahrscheinlich. Wie gesagt, es kostet viel Geld, es tut es aber auch relativ teuer. Ich habe tats├Ąchlich so einen Pro-Account, der hat so viel, kostet ungef├Ąhr so viel wie ein neuer Kleinwagen, aber liefert auch wirklich gute Insights, also man sieht den Traffic, die Traffic-Quellen, man kann das vergleichen mit Competitor, mit Wettbewerbern, man kann irgendwie die Top 100 Landing-Pages sehen, die Top 100 SEO-Keywords, Paid-Keywords, die Webseiten, wo der Display-Traffic eingekauft wird und so weiter. Es ist keine Werbung f├╝r das Tool, aber um das zu erkl├Ąren, warum das so teuer ist, weil es eben einzigartige Outside-In-Daten ├╝ber dritte Webseiten erlangt. Wie kommst du auf diese Frage?
Hat mir jemand zugefl├╝stert. Ich bekomme jetzt mittlerweile direkte Nachrichten f├╝r Fragen f├╝r Pipp. Wenn du Pipp challengen m├Âchtest, stell ihm diese Frage.
Und die dachten so, dass sie das aus dem Kalten nicht hinbekommen. Das kann doch lustig werden, die n├Ąchsten Folgen. Dann gib mal Gas. Ja, ganz spannend.
Man muss sich ja ein bisschen bei Laune halten.
Aber ich wurde in den letzten 30 Tagen tats├Ąchlich zweimal gefragt, ob ich w├╝sste, woher die Daten kommen, weil es anscheinend, also entweder muss das irgendwie bei UMR oder was wei├č ich, ├Âffentlich geworden sein, weil eigentlich ist das seit zwei, drei Jahren schon so, dass die ISP-Daten dazukaufen. Also fr├╝her haben sie ein bisschen mehr auf die Browser-Plugins sich verlassen und wenig ISP-Daten hinzukauft. Ich glaube, inzwischen sind es gr├Â├čtenteils ISP-Daten oder vielleicht sogar kompromittierte Telefone. Das kann auch immer sein, dass jemand sozusagen wirklich, also ich will das ├╝berhaupt nicht den Vorwerfen oder unterstellen, aber das w├Ąre auch eine Option, dass man tats├Ąchlich sozusagen Zombie-Telefone besitzt, wo der Nutzer gar nicht wei├č, dass er getrackt wird, weil irgendeine App da drauf ist. Ist eigentlich, aber dachte ich, nicht so ein gro├čes Geheimnis, woher die Daten kommen. Ich w├╝rde die, weil du die Zuverl├Ąssigkeit ein bisschen in Frage gestellt hast, ich beschreibe das immer, dass sie relativ korrekt sind. Das hei├čt, wenn ich zwei Webseiten in dem gleichen Land, in der gleichen Industrie miteinander vergleiche, was der normale Use-Case w├Ąre, wenn man eine Due Diligence mache oder eine Outside-Innen-Analyse, dann ist das selten falsch. Ob die absoluten Zahlen jetzt richtig sind, die sind directionally correct, w├╝rde ich sagen, also in der richtigen Liga oder im richtigen Ballpark-Bereich, aber auf jeden Fall ist, wenn eine Webseite hier doppelt so viel Traffic hat wie die zweite, dann stimmt zumindest das Verh├Ąltnis darunter unter denen relativ gut. Also ich w├╝rde sagen, die Daten sind auf jeden Fall das Beste, was du Outside-Innen bekommen kannst, ohne jetzt sozusagen Daten zu klauen oder jemanden zu bestechen in der Firma. Und grunds├Ątzlich auch korrekt. Man muss halt nur wissen, dass die Desktop-Daten zumindest in der Vergangenheit immer genauer waren als die Mobile-Daten und dass vor allem das App-Daten nicht da drin sind. Also wenn ich mir ein Unternehmen, sagen wir mal so etwas wie Gorillas, anschaue, was haupts├Ąchlich in der App l├Ąuft, dann sind die Daten nicht ausschlaggebend ├╝ber das User-Wachstum oder so weiter. Dann muss ich eher schauen, ob ich einen Sensor Tower oder App-Andy anschaue oder im App-Store selber die Installs ├╝berpr├╝fe.
Ja, aber wenn die die Daten von den Telefon-Providern bekommen, dann kriegen die ja haupts├Ąchlich die Daten von den richtig gro├čen Apps wahrscheinlich. Oder?
Ich glaube, sie haben sogar inzwischen auch ein eigenes App-Modul, aber das ist noch lange nicht so gut wie App-Andy.
Verstanden. Ich habe ein kleines Experiment gemacht die letzten Wochen, wie du wahrscheinlich mitbekommen hast. Ich bin nicht mehr so viel auf Twitter, nicht mehr so viel auf LinkedIn und noch weniger auf Facebook und Instagram. Hast du es gemerkt?
Das ist eine super Voraussetzung f├╝r einen Tech-Podcast. Genius.
Ich meine, du bist derjenige mit der Social-Follower-Chip. Was ich da raus Twitter, das interessiert doch keinen mehr.
Ja, ich habe das so ein bisschen gemerkt, aber ich dachte, du bist einfach noch fauler geworden. Aber was sind deine Learnings? Sag erstmal, wie kamst du darauf und was hast du dabei gelernt?
Also, ich habe abends ein Podcast-Video gesehen von Kevin Rose und Tim Ferriss. Und manchmal kann ich das konsumieren, manchmal nicht. Auf jeden Fall, was ich sehr interessant fand, war, als Kevin Rose, das war mal so ein Gr├╝nder, in jungen Jahren hat er dick.com gegr├╝ndet, hat eigentlich den Facebook-Like-Button damit erfunden und war dann ein sehr erfolgreicher Angel-Investor, w├╝rde ich sagen. Und der hat dann seinem Freund Tim sein iPhone gezeigt und wie er sein iPhone umstrukturiert hat, beziehungsweise die Icons umstrukturiert hat. Der hat also alle Social-Apps rausgeworfen und dann hat er den Screen so aufgebaut, dass er nur noch Ordner hat auf der ersten Seite und dass man gar nicht mehr so durch das Telefon swipen kann. Und ich pers├Ânlich, ich war glaube ich schon immer telefons├╝chtig, selbst als es noch keine Smartphones gab. Also, selbst mit so einem alten Knochen habe ich den immer wieder aus der Hosentasche genommen und habe drauf geguckt, ob irgendjemand mir eine SMS geschrieben hat oder so. UndÔÇŽ
Was war dein erstes Handy, wenn ich fragen darf?
Irgendein No-Name-Klapptelefon. Aber das war noch vor den Nokia-Knochen und irgendwas No-Name-m├Ą├čiges, was dann schnell gegen ein Nokia eingetauscht worden ist.
Ich hatte auch ein Klapptelefon zuerst, aber das, wie hei├čt das, Motorola Star Trek 130 aus dieser, das war damals mega cool, das hatten die immer in den US-Serien, dass du so aufklappst und dann die Antenne so ein bisschen rausziehst.
Ja, sowas hatte ich auch, aber als No-Name. Das gab es irgendwie mit dem Telefon oder mit der SIM-Karte dazu oder sowas.
Wie hie├č denn die Serie? Mit Don Johnson, wo der das immer hatte. Nash Bridges, genau. Der hatte immer so eins. Der ist mal Cabrio gefahren, hat so ein geiles Klapptelefon in dem gehabt. So eins hatte ich auch.
Ja, auf jeden Fall habe ich schon immer so eine komische Beziehung mit Telefonen gehabt und in den letzten Jahren ist es echt nicht besser geworden. Ich habe ab und zu mal so Experimente gemacht. Ich habe mal ein, ich habe mal am Wochenende ein Nokia genutzt und w├Ąhrend der Woche dann ein Smartphone. Ich habe mal einen ganzen Monat ein Dumpfone sozusagen genutzt und dann manchmal mit dem iPad das Sharing-Auto ge├Âffnet, wenn ich unbedingt ein Auto gebraucht habe. Und jetzt habe ich das ausprobiert, was Kevin Rose da vorgeschlagen hat. Also alle Social-Apps runter und versucht dieses Swipen und Pull-to-Refresh aus den anderen Apps rauszunehmen. Was passiert ist, ich nutze mein Telefon viel weniger. Ich nutze es leider immer noch zu oft. Also ich mache jetzt manchmal Pull-to-Refresh bei E-Mails, was ├╝berhaupt keinen Sinn macht. Und ich kriege nat├╝rlich viel weniger mit. Also ich kriege bei LinkedIn und so.
Und du kriegst eh schon wenig mit.
Ja, im Vergleich zu dir, bekomme ich sowieso echt weniger mit. Aber es ist ganz angenehm. Ich gehe jetzt, also jetzt zum Beispiel am Freitag hast du ja, am Donnerstag haben wir kurz gesprochen und ich habe so gedacht, cool, f├╝r den Podcast ist alles gesetzt. Wir haben alle Themen durch. Dann am Freitag war ich halt echt bis um zw├Âlf oder so oder um elf nicht auf LinkedIn und nicht auf Twitter und sehe dann, wie du morgens irgendwie, freitags morgens schreibst, ja, hat doch irgendjemand irgendwelche Fragen f├╝r den Podcast? Und dann verlinkst du uns drin und es explodiert nur. Also keine Ahnung, du hast irgendwie 40 Kommentare auf dem Ding bekommen. Und ich habe mir nur gedacht, ja, eigentlich ganz gut, dass ich das jetzt nicht auf dem Telefon habe, sonst h├Ątte ich das jetzt irgendwie den ganzen Tag mit mir mitgenommen und die ganze Zeit dr├╝ber nachgedacht.
Aber das ist ja okay, wenn du es dann einfach stattdessen, dann bist du auch entschuldigt, wenn du es stattdessen dann zumindest ab und an auf dem Laptop konsumierst, deinen Tweet-Deck oder LinkedIn, dann halte ich das sogar f├╝r sehr gesund, das nicht auf dem Handy zu machen. Weil das wenigste ist ja so zeitkritisch, au├čer dass angeblich bei LinkedIn man immer ganz schnell antworten soll, aber dazu w├╝rde ich dich gar nicht verpflichten.
Ja, aber du kriegst trotzdem, man hat das Gef├╝hl, man kriegt irgendwie nicht mehr wirklich viel mit und man hat auch das Gef├╝hl, dass die Produkte nicht daf├╝r ausgemacht sind, dass man dann nur einmal am Tag reinguckt.
Aber ist es jetzt besser als, du hattest mich in der zweiten oder dritten Episode gefragt, ob ich noch Grayscale mache, also den Graustufenmodus auf dem Android, den ich das eine Zeit lang mal probiert hatte. W├╝rdest du sagen, das ist besser oder effektiver als der Grayscale-Modus?
Ja, weil man kann immer noch Fotos machen, man kann immer noch irgendwie Fotos angucken und man kommt halt nicht mehr, also wo ich weg von m├Âchte, ist, dass man sobald man eine Sekunde Langeweile hat, und das mag manchmal nur sein, wenn man am Zebrastreifen wartet, dass man dann das Handy rauszieht.
Am Zebrastreifen musst du nicht warten ├╝brigens. Ach so, du meinst als Autofahrer bestimmt. Aber als Autofahrer darfst du auch kein Handy benutzen. So oder so ist die Geschichte. Na gut, erz├Ąhl weiter.
Okay, an der Ampel. Auf jeden Fall, generell kennt das bestimmt jeder, dass du heutzutage in jeder freien Sekunde dein Handy aus der Tasche nimmst und irgendwas checkst, was komplett irrelevant ist. Und dann mit Kindern und so ist es halt noch mal krasser. Also wenn du auf den Spielplatz gehst, je nachdem, auf welchem Spielplatz du siehst, kannst du wahrscheinlich absch├Ątzen, wie so das Gehaltsgef├╝ge ist, alleine nur mit dem Blick, wie die Leute mit dem Handy agieren. Also A, mit dem Kind agieren und B, mit dem Handy agieren. Und ich m├Âchte einfach das Ding so wenig wie m├Âglich nutzen. Und das war jetzt der erste Schritt. Erkl├Ąr mal deine Vorurteile zu dem Gehaltsgef├╝ge.
Also wie benutzt der Taxifahrer das Handy? Also wie ver├Ąndert, also wie benutzt der Taxifahrer sein Handy anders als der CEO?
Ich glaube, es gibt so zwei Arten von Welten. Die Leute, die die ganze Zeit auf das Ding gucken, mittlerweile, und die Leute, die es punktuell rausnehmen.
Und wer sind die reicheren?
Ich glaube, dass es ├Ąhnlich so ist wie mit Fernsehen gucken. Dass sich eigentlich, also mit Privatfernsehen gucken w├╝rde ich das jetzt nennen, dass die gebildeten Leute weniger konsumieren als die ungebildeten.
Da bin ich mir nicht so sicher, ehrlich gesagt. Ob Gehalt da der gro├če Differenziator ist, wei├č ich nicht. Es gibt schon auch so Business Casper, die ihr Handy nicht loslassen k├Ânnen. Und dann gibt es aber auch, in Anf├╝hrungsstrichen, einfache Leute, die einen guten halben Tag ganz ohne Handy leben k├Ânnen. Apropos Grayscale-Modus. Android hat jetzt automatisch ├╝brigens ausgerollt. Ich wei├č nicht, ob das schon auf allen Android-Handys ist. Google rollt ja auf dem Pixel immer zuerst die Features auf, um seine eigene Hardware so ein bisschen attraktiver erscheinen zu lassen. Und zwar lernt dein Android jetzt, wann du typischerweise zu Bett gehst oder zu Bett gehen solltest und aufwachst. Und bei mir ist es zum Beispiel so, dass es von 23 bis 7 Uhr automatisch in den Graustufen-Modus schaltet. Und dann macht auf einmal Instagram und so was gar keinen Spa├č mehr. Und das macht das Handy deutlich unattraktiver. Und du siehst diese roten und gr├╝nen Bommels nicht mehr an den Apps. Finde ich eigentlich ganz gut. Und ich glaube, das ist kein Zufall, dass sie das gerade diese Woche ausgerollt haben. Weil, kennst du die Netflix-Dokumentation The Social Dilemma?
Yes, gerade angeguckt.
Hast du schon durchgeschaut?
Ja, ich wollte ja mein Thema schon letzte Woche bringen. Und du hast schlauerweise gesagt, wir sollten warten. Und ich habe es mir am Samstagabend, nee, am Freitagabend angeguckt und habe auch noch am n├Ąchsten Tag einen Kumpel getroffen, der sie auch geguckt hat. Bin also bestens vorbereitet. Wie fandest du es und hast du jetzt alle deine Social Accounts gel├Âscht?
Nee, ich l├Âsche nat├╝rlich nicht meine Social Accounts. Ich bilde mir mal ein, ich bin der m├╝ndige Nutzer und mir passiert das alles nicht. Aber, also kurze Intro zu der Dokumentation. Es hei├čt The Social Dilemma, Dilemma auf Deutsch, l├Ąuft auf Netflix. Oder www.thesocialdilemma.com oder wir verlinken das auch in Show Notes nat├╝rlich. Und wurde gemacht von Tristan Harris. Der hat fr├╝her mal bei Google als ethisch inspirierter Designer oder Advokat f├╝r ethisches Design gearbeitet und dann aber relativ schnell gemerkt, dass das innerhalb von Google nicht m├Âglich ist. Hat da einmal so eine Brandschrift, so Tobi McGuire-m├Ą├čig geschrieben, wir sollten das alles anders machen. Das fanden alle gut, aber dann hat sich nichts ge├Ąndert. Dem folge ich schon seit ein paar Jahren. Und ├╝ber den bin ich damals ├╝brigens auch auf den Grayscale-Modus gekommen. Das war der, also ein Interview mit dem war der Grund, warum ich das erste Mal diesen Graustufen-Modus verwendet habe. Also der sagt quasi, dass diese Apps alle unser Brain und unser Gehirn so ein bisschen hacken, um unsere Aufmerksamkeit so lang wie m├Âglich zu bekommen. Und in dieser Dokumentation beschreibt er und verschiedene Leute, die wirklich aus dem Valley kommen, bei Facebook, Google, Uber gearbeitet haben, wie das funktioniert. Parallel l├Ąuft immer so ein Real-Life-Stream, um das wirklich auch jemandem, der noch nicht so viel Ahnung davon hat, verst├Ąndlich zu machen. Ich glaube, jeder von uns kann dabei noch was lernen. Ich glaube, gerade f├╝r Leute, die nicht jeden Tag mit sozialen Medien arbeiten oder nicht professionell damit arbeiten, ist es fast etwas, was man sehen muss. Ich w├╝rde das eigentlich sozusagen allen Eltern und Kindern und Familienmitgliedern zeigen. W├╝rde ich tats├Ąchlich uneingeschr├Ąnkt empfehlen. Da kommt ├╝brigens auch dieser Chamath Palihapathia zu Wort, der fr├╝her ja auch im Facebook-Growth-Team war und ist sowas gr├Â├čtes. Also diese Engagement- und Attention-Algorithmen mitverantwortet hat und dann vom Saulus zu Paulus geworden ist und sich zusammen mit John Parker, der einer der ersten Investoren war, sehr stark dagegen ausspricht. Also viele authentische Silicon Valley-Stimmen, sehr kritisch, sehr transparent, wie das funktioniert, muss man gesehen haben, w├╝rde ich mich zu hinrei├čen lassen. Hast du eigentlich, m├Âchtest du noch was dazu sagen? Ansonsten hast du eigentlich irgendwelche Regeln, die du selbst auferlegst bei Social Media noch? Also bevor du jetzt diese Askese angefangen hast?
Also erstmal nochmal zu der Doku, wirklich schauen und wenn man danach was ├Ąndert, schreibt uns gerne, was ihr ge├Ąndert habt. Ich hatte zwei Punkte bei der Sache. Und zwar habe ich mich danach gefragt, ob vielleicht Stanford der Grund ist, warum wir Europ├Ąer keine Social Networks bauen k├Ânnen, weil ich das Gef├╝hl habe, dass wir uns in Europa nicht so wirklich damit auseinandersetzen, was so die Leute richtig triggert. Und das war ja schon so ein bisschen so, ja, Kunst oder Wissenschaft. Also das fand ich schon ein bisschen krass. Ich fand auch, wie sich die erste halbe Stunde ist so ein bisschen so, ja, okay. Oder die erste Stunde, ja, okay. Und dann die letzte halbe Stunde geht richtig rund, ohne jetzt zu viel zu spoilern. Aber es lohnt sich auf jeden Fall, das durchzuziehen.
Aber es gibt ja schon so auf Konferenzen so Vortr├Ąge ├╝ber Neuromarketing und so auch in Europa. Ich glaube, was fehlt, ist so ein bisschen die Systematik. Also es ist in Europa, da sucht immer mal jemand zehn Beispiele raus. Aber die komplette Verkn├╝pfung, welches Urmuster angesprochen wird mit welchem Bedienungspattern, wie gesagt, ohne zu viel zu spoilern. Ich glaube, so diese Systematik dahinter wird, oder habe ich zumindest, also es gibt sehr gute Vortr├Ąge von Andre Morris, von Astrid Kramer dar├╝ber, die das sozusagen in Punkten behandeln. Aber so die starke Systematik dahinter, die ist in diesem Stanford-Kurs, glaube ich, deutlich besser r├╝bergebracht. Aber was hattest du denn vor? Oder was w├╝rdest du denn jemandem raten an Social Media Selbstrestriktion, bevor du jetzt dieses Experiment gemacht hast?
Also ich habe verschiedene Sachen ausgebaut. Was mir am meisten hilft, ist die Apps auf dem Telefon zu l├Âschen. Also das ist amÔÇŽ
Aber hast du jetzt kein LinkedIn, kein Twitter mehr?
Auf dem Telefon nicht, nee. Also Facebook hat, das ist f├╝r mich so das gr├Â├čte Learning aus den ersten Folgen dieses Podcasts, ist, dass du echt noch viel auf Facebook rummachst. Das hat f├╝r mich schon sehr lange ├╝berhaupt keine Relevanz mehr gehabt. Vor allem, weil ich das Gef├╝hl habe, dass da die gleichen Leute sind, mit denen man auch auf LinkedIn und auf Twitter spricht. Und dann bei Twitter und ja, LinkedIn ist mittlerweile mein Facebook geworden so. Also die Sachen, die ich fr├╝her vor vielleicht sieben Jahren oder so auf Facebook gepostet habe, die poste ich jetzt auf LinkedIn. Und da ist wirklich das, ja, hilft mir am meisten, das Ding nicht auf dem Telefon zu haben. Und es ist ein bisschen, also im Browser ist es ein bisschen schwieriger, sich anzumelden. Und man ist nicht immer da. Und dann diese ganzen Constraints, die das Telefon gibt. Auf dem iPhone kannst du ja so sagen, okay, diese App nur 15 Minuten oder sowas. Das ist so ein bisschen wie das Snooze-Button. Also es hilft nicht wirklich. Ja, den Grayscale, den du gemacht hast, den finde ich auch irgendwie ein bisschen l├Ącherlich. Ich w├╝rde tats├Ąchlich dazu pl├Ądieren, entweder die Apps zu l├Âschen oder das Telefon zu Hause zu lassen, wenn man mal weggeht.
Aber dann postest du was auf LinkedIn und 48 Stunden sp├Ąter schaust du mal wieder nach, was damit passiert ist.
Das ist doch mega geil.
Ja, aber da geht ja schon Reichweite durch verloren. Also das kann man schon, also sozusagen das Ping-Pong der Antworten, das erzeugt ja schon auch Reichweite und deine eigene Interaktion mit dem Content.
Ja, das stimmt schon. Aber wenn du jetzt zum Beispiel Montagmorgen guckst, also die Folge ist jetzt fertig, dann posten wir das am Montagmorgen. Dann kannst du da entweder, bist du dann irgendwie noch so auf Stand-by f├╝r die n├Ąchsten vier Stunden, indem du dann auf alles irgendwie nochmal eingehst oder du konzentrierst dich halt auf irgendwas anderes.
Das ist Dienst einer Community, den ich gerne mache.
Ja, ich meine, du solltest es ja auch machen. Es ist ja gut f├╝r unseren Podcast, es ist gut f├╝r unsere Zahlen. Ich w├╝rde mir halt w├╝nschen, wenn du morgen auch mal wirklich ein Selfie-Video machen w├╝rdest. Auf LinkedIn. Auf keinen Fall.
Ich habe tats├Ąchlich zwei Regeln, die ich haupts├Ąchlich auf Facebook brauche. Also ich glaube, Twitter ist relativ ungef├Ąhrlich. Also Twitter ist inzwischen mein Haupt-Newsfeed. Ich w├╝rde Facebook damit verteidigen, dass es immer noch Newsfeed-Charakter f├╝r mich hat und gut kuratiert ist und es ein bisschen besser schafft. Also es ist ein bisschen weniger chronologisch als Twitter, deswegen nutze ich es noch. Aber du hast recht, dass auch bei mir Facebook sich mehr und mehr zu LinkedIn verlagert. Aber auf Facebook, da ist es wirklich so, dass ich mir zwei Regeln auferlegen musste, an die ich mich gr├Â├čtenteils schaffe zu halten. Die erste ist, dass je direkter ich das Gef├╝hl versp├╝re, ich muss auf irgendwas antworten, also wenn so eine Minirage entsteht oder fast der Zwang, mich zu ├Ąu├čern zu was, dass ich dann versuche, so drei Sekunden nachzudenken und ├╝berlege, macht das wirklich Sinn, kann das die Welt irgendwie besser machen, wenn ich das schreibe? Oder ist das nicht eigentlich eben genau Polarisierung und der inverse Feedback-Cycle, auf den ich gerade sehr bereinigt bin? Also man hat ja oft so den Drang, dass man sagt, es gibt dieses geile Comic, wo die Frau den Mann im Arbeitszimmer fragt, ob er ins Bett kommt, und er sagt, ich kann nicht, jemand hat Unrecht im Internet, also ich bin ja zwei Stunden besch├Ąftigt mit Diskutieren. Es erz├Ąhlt nicht ganz so lustig, glaube ich. Aber vielleicht finde ich ihn auch, ich finde ihn sehr lustig. Und auf jeden Fall f├╝hlt man sich dann verleidet und will sagen, wie dumm seid ihr, oder ihr liegt total falsch, oder ihr seid rechte Idioten oder progressive Spackos, aber was auch immer. Und da versuche ich, also wenn ich merke, dass das mit mir passiert, dass ich dann intuitiv sofort antworten will, dann kommt Regel zwei n├Ąmlich, dass ich mir ├╝berlege, ob diese Antwort, wenn ich eine abgebe, irgendwas Gutes bewirken kann, oder ob ich nicht eigentlich nur Engagement erzeuge und damit diesen polarisierenden Post nur noch mehr Reichweite verschaffe. Weil ich glaube, das ist eigentlich das Wichtige, was man verstehen muss, ist, dass du diesen inversen Feedback-Cycle hast, das je dramatischer, und das kannst du auf die Boulevardpresse beziehen, das kannst du auf Trump beziehen, das kannst du auf Social Media beziehen, auf politische Debatten auf Twitter, dass sozusagen die Emp├Ârung ├╝ber Sachen, die man nicht unwidersprochen lassen will, ist Teil des Konzepts, diese Sachen weiter zu verbreiten. Also jemand l├╝gt offensichtlich, jemand sagt was Provozierendes, jemand sagt was Polarisierendes. Der Fakt, dass wir uns gezwungen f├╝hlen, darauf zu reagieren und dem zu widersprechen, sorgt nur daf├╝r, dass das noch weiter verbreitet wird. Und das versuche ich quasi aktiv zu unterbinden, dass ich nicht darauf reinfalle, indem ich mich ├╝ber Dinge, die geschaffen sind, um sich zu emp├Âren, mitemp├Âre, und denen dadurch, durch meine Interaktion, mehr Reichweite gebe. Das ist eigentlich die einzige Regel.
Und wie viel Prozent deiner News holst du dir aus den Feeds?
Der News, es kommt darauf an, was du mit Feeds meinst. Ich w├╝rde tippen, also totales Bauchgef├╝hl, 70% Twitter, 15% Facebook, 10% LinkedIn, 5% Google Discover, vielleicht ein bisschen mehr Google Discover, das es aber nur digital ist. Und tats├Ąchlich nicht digitale Medien konsumiere ich nicht so viele. Ich glaube, das meiste ist tats├Ąchlich noch Twitter und Finanz-Apps, die mir sozusagen personalisierte Nachrichten zuschicken.
Ich gehe jetzt noch einen Schritt weiter zur├╝ck und gehe jetzt auf Wochenzeitungen. Zum einen habe ich ja eine unheimlich gute Newsquelle, das bist du, und unser Trello-Feed, und dann versuche ich jetzt, weniger mich von den ad hoc twitterm├Ą├čigen Nachrichten inspirieren zu lassen. Sondern halt mehr mit einer Zeitung hinzusetzen, von einem Journalisten, der dann die Woche f├╝r mich zusammengefasst hat. Oder das Thema irgendwie gr├Â├čer gefasst hat. Mal gucken, wie weit ich damit komme.
Das ist bequem f├╝r dich auf jeden Fall.
Ich habe das Gef├╝hl, es ist angenehmer.
Apropos Feed, es gibt News von TikTok, beziehungsweise m├╝ssen die ├╝bermorgen, beziehungsweise wenn ihr das h├Ârt, wahrscheinlich morgen, also am Dienstag, l├Ąuft ja die Deadline ab, die Trump gesetzt hat, zum Verkauf. Und es sieht nicht so aus, als wenn es verkauft werden k├Ânnte. Ich glaube, wie vor zwei Wochen oder so schon mal behauptet, unter anderem, weil China den Export von Algorithmen gebannt hat. Das hei├čt, dass das TikTok-Newsfeed unter keinen Umst├Ąnden mitverkauft werden k├Ânnte. Damit ist TikTok quasi nutzlos. Also man kann die 100 Millionen US-Nutzer kaufen, aber die w├╝rden dann ein deutlich schlechteres Produkt finden. Und plus, es kommt hinzu, dass Trump ja da seinen Share haben will. Das hei├čt, dass man das auch noch bezahlen muss. Das macht es auf jeden Fall nicht einen spannenden Deal. Und offensichtlich ist die chinesische Regierung fein damit, lieber auf das US-Gesch├Ąft zu verzichten, als da irgendwelche Almosen anzunehmen, um das US-Gesch├Ąft zu ver├Ąu├čern. Was spieltheoretisch gar nicht so dumm ist, weil ByteDance, also die Mutter-Company von TikTok, geh├Ârt eh zu relevanten Teilen auch US-VCs. Da ist Sequoia drin, GGV, KKR, Private Equity oder Growth Fund, Tiger Global, Goldman Sachs, Morgan Stanley. Also wirtschaftlich trifft es gar nicht nur Chinesen. Und der einzige Nachteil f├╝r China ist letztlich, dass sie nicht weiter diesen Zugriff auf die Daten der US-Nutzer haben. Das war nat├╝rlich ein spannendes Asset. Aber das nehmen sie anscheinend gerne in Kauf. Trump kann eigentlich nichts machen. Also wenn er weiter eskaliert, gibt es immer die Gefahr, dass China den Handelskrieg dann auch mal eskaliert. Und sagt, wir bannen jetzt Apple aus China. Dann gibt es ein Riesenproblem f├╝r die Welt. Also wenn Apple jetzt, also wenn iPhones in China oder der App Store oder was auch immer blockiert werden w├╝rde oder iPhones verboten werden und Apple jedes Gesch├Ąft untersagt wird, dann w├╝rde der Kurs von Apple wahrscheinlich 20 Prozent einbrechen. Da Apple als wertvollste Firma der Welt sozusagen ├╝ber die Welt indexiert ist in fast allen gro├čen Indizes und ETFs, w├╝rde es wahrscheinlich die n├Ąchste Krise ausl├Âsen. Dann h├Ątte Trump vor der Wahl, kann er nicht mehr sagen, er hat den Aktienmarkt getrieben, sondern hat eine Krise mitverantwortet. Das hei├čt, er hat sich mal wieder in einen Krieg hinein man├Âvriert, den er nicht gewinnen kann, ohne vorbereitet zu sein. Das hei├čt, entweder lassen die USA jetzt die Klage von China oder die USA die Klage von China. Entweder lassen die USA jetzt die Klage von TikTok zu und das Ganze wird hinter die Wahl verschoben. Oder, also ich glaube nicht, dass jetzt TikTok da einem Fire Sale zustimmt und das Ding f├╝r 10 Milliarden an Microsoft, Walmart oder Oracle verschenkt. Ich denke, sie werden sich vielleicht, ja, wei├č nicht, kurzfristig zur├╝ckziehen w├Ąre nat├╝rlich schon doof, aber vielleicht, es kommt ein bisschen darauf an, was mit dem Einspruch gegen die Verf├╝gung passiert, ob die sozusagen noch vor dem 15. wirksam werden kann oder was das Gericht da entscheidet.
Ja, wir werden es in der Woche erfahren. Ich bin gespannt, was passiert. Es ist alles m├Âglich. Ich w├╝rde mir w├╝nschen, dass Trump einfach die App aus dem App Store rausnehmen l├Ąsst. Wird nat├╝rlich nicht passieren, aber w├Ąre auf jeden Fall witzig.
Ja, es ist aber auch dann, dann freut sich, wei├čt du noch, in welcher Folge habe ich das gesagt? Am Ende geht es einfach kaputt und Mark Zuckerberg ist der Profitierende. Wer auf jeden Fall schon gewonnen hat, ist Facebook. Weil, dass der Konkurrent jetzt nochmal mit dem gleichen Momentum wiederkommt, ist unwahrscheinlich. Selbst wenn TikTok irgendwie theoretisch die USA weiter betreiben d├╝rfte, dann wird es nicht mit dem gleichen Wachstum sein wie bisher. Naja.
Lass uns ├╝ber Ladeger├Ąte sprechen. Hast du ein Anker-Produkt zu Hause?
Ich glaube tats├Ąchlich, also keins, das mit Anker gebrandet wird. Du? Ja klar.
Einfach ein Ladekabel, nat├╝rlich. Also Ladekabel und hier Stecker, weil das Ding so schnell aufl├Ądt und g├╝nstiger ist, glaube ich, als die Originale.
Und wie bist du auf Anker aufmerksam geworden?
Irgendjemand hat gesagt, da gibt es die besten Ger├Ąte und ich habe sie ├╝ber Amazon gekauft und habe tats├Ąchlich als unwissender Kunde damals gedacht, es h├Ârt sich nach einem deutschen Namen an. Es ist bestimmt ein deutsches Unternehmen, das ausschlie├člich ├╝ber Amazon verkauft. War ein bisschen falsch. Es ist ein ehemaliger Google-Mitarbeiter, der das Ding 2011 mit seinem Geld und dem Geld von seiner Mutter gegr├╝ndet hat. Und ja, jetzt am Montag letzte Woche ist er an die B├Ârse gegangen, am 7. September und ich meine, ungerechnet ist das Ding irgendwie ├╝ber 7 Milliarden wert. Ist das richtig?
Und das mit gerade mal einer Milliarde Umsatz. Also die bauen... Hast du noch weitere?
Hau raus, hau raus. Ich trinke ein bisschen Wein.
So viel mehr wei├č ich auch nicht. Aber wei├čt du, woher der Name Anker kommt eigentlich? Ich w├╝rde das schon interessieren. Ne, so weit ist die Recherche noch nicht gegangen. Ja genau, die sind daf├╝r bekannt, dass sie... bekannt vor allen Dingen, weil sie ausschlie├člich bis vor kurzem ├╝ber Amazon verkauft haben. Angefangen mit Ladeger├Ąten und Powerbanks. Inzwischen bauen sie so ein bisschen Miniprojektoren und Auto-Equipment, also auch haupts├Ąchlich Ladeger├Ąte und Adapter f├╝rs Auto. Was ich wirklich krass finde, ist, dass eine Hardware-Firma... Also die Frage kam, glaube ich, auch von dem LinkedIn-Nutzer, dass wir uns das mal anschauen sollten, das Anker-IPO. Weil normalerweise h├Ątte ich mich damit wenig besch├Ąftigt, weil ich finde eigentlich alle Modelle, die nicht eins der folgenden drei Kriterien erf├╝llen, relativ langweilig. N├Ąmlich, dass sie entweder Daten, mit Daten arbeiten m├╝ssen, zweitens irgendwas mit k├╝nstlicher Intelligenz oder Machine Learning machen und drittens auf irgendeine Art Netzwerkeffekte haben. Wenn irgendwas alle drei Haken checkt, finde ich das extrem spannend. Ich erwarte, dass mindestens eine Sache davon erf├╝llt ist. Wenn gar nichts davon erf├╝llt ist, dann finde ich es eigentlich langweilig und deswegen finde ich es eigentlich krass, dass die Firma mit dem Achtfachen des Umsatzes bewertet wird. Also besser als in Amazon selber, die ein deutlich besseres Gesch├Ąftsmittel haben. Aber letztlich bauen die in Shenzhen, dem Manufacturing-Powerhouse von China, relativ generische Produkte. Das w├╝rde mich mal interessieren, siehst du da irgendeine produktm├Ą├čige Differenzierung? Ist das zweimal besser als was man sonst... Ich meine, das besser ist als jetzt irgendeine Powerbank, die du auf einem Wochenmarkt kaufst, ist mir auch klar. Aber setzt sich das wirklich ab, dass das sp├╝rbar innovativer ist?
Es ist schon eine gute Qualit├Ąt. Also auf jeden Fall besser als das, was du von so No-Name-Sachen, wenn du sie g├╝nstig kaufst, erwartest. Und ich habe auch gedacht, dass es eigentlich... Also eigentlich verkaufen die halt nur Sachen, die auch ein Amazon Basic verkaufen k├Ânnte. Und dann habe ich irgendwo gelesen, oh, die haben 1000 Patente. Also vielleicht machen die die Produkte halt doch irgendwie ein bisschen besser.
Und laden die schneller als das Apple-Ladeger├Ąt? Yes.
Wirklich?
Ja. Aber dann vermarkten die das schlecht. Weil irgendwie ist es zu mir noch nicht durchgedrungen. Also was ich ja spannend finde, ist, dass sie sich tats├Ąchlich Anchor Innovations Limited nennen an der B├Ârse. Und innovativ finde ich das jetzt wirklich noch nicht. Also ein irgendwie Wireless Charger und eine Powerbank mit hoher Kapazit├Ąt, die du aber dann doch an jedem Flughafen abgenommen bekommst in der Regel, fand ich jetzt noch nicht. Also ich finde es immer noch ein relativ boring Hardware-Business.
Ja, wahrscheinlich haben wir nicht genug recherchiert. Vielleicht kann uns ja irgendjemand mal heute, morgen, ├╝bermorgen auf Twitter oder LinkedIn schreiben, was wir ├╝bersehen haben. Ich finde es bemerkenswert, dass halt der Typ das mit seinem Geld und dem Geld seiner Mutter irgendwie so aufgezogen hat.
Ja, es ist Bootstrap. Also daf├╝r allen Respekt in neun Jahren aus 100.000 Dollar eine Milliarde Umsatz zu machen. Und das ist ein bisschen auch dem Amazon-├ľkosystem gedankt sicherlich, dass man da so schnell skalieren kann. Davor habe ich Respekt. Aber das ist ja auch, also die verkaufen inzwischen auch irgendwie im Tesco und Mediamarkt und Walmart. Aber trotzdem, ich glaube halt null daran, dass innerhalb des Amazon-├ľkosystems wirkliche neue Brands entstehen. Ich glaube, dass das Konzept Brand f├╝r Amazon ├╝berhaupt keinen Sinn macht. Also dass das sozusagen verlorene Marge ist, weil die erh├Âht den Produktnutzen nur subjektiv f├╝r den Nutzer. Also dass mit TV-Werbung irgendwelche Produkte mit Brands aufgeladen werden. Und dann ist der Kunde bereit, daf├╝r mehr zu zahlen und empfindet vielleicht sogar mehr Nutzen. Aber tats├Ąchlich ist der Nutzen nicht da. Und f├╝r Amazon kann es eigentlich nur hei├čen, das Produkt wird teurer verkauft, als es sein muss. Und ich glaube, Amazon will eigentlich, dass wir alle Amazon Prime Video schauen, damit wir nicht Fernsehen schauen, damit die TV-Branding-Budgets als Performance-Budgets zu Amazon Media kommen. Amazon Media ist in zehn Jahren zusammen mit AWS der gr├Â├čte Profitbringer f├╝r AWS und wird allein so viel Umsatz machen wie Google heute, glaube ich, mit Performance-Advertising f├╝r Produkte. Und das dann, wenn man so wenig differenziert ist und Amazon jetzt, ich wei├č nicht, ob Anker in eigenen Fabriken produzieren l├Ąsst oder als Auftrag, aber wie du selber sagst, eine Powerbank oder ein Ladekabel oder selbst wenn es ein Wireless-Charger ist oder ein Mini-Projektor, das kann Amazon Basics halt genauso gut machen. Und da gibt es halt keine sogenannten Modes, also Gr├Ąben, die dir helfen, diesen Markt zu verteidigen. Da kann jeden Tag jemand sein, der mal wirklich, jemand ├╝ber Kickstarter kommt, der wirklich innovativ ist. Vielleicht, wenn die USPC-Kabel jetzt doch zum Standard werden, dann hat sich ein Gro├čteil des Marktes sowieso so ein bisschen erledigt. Ich sehe ├╝berhaupt nicht, wie das so hoch bewertet sein sollte.
Ich h├Ątte eine Frage zu Amazon. Und zwar, wenn jetzt Amazon die Marken alle kaputt macht, was ich so ein bisschen nachvollstehen kann. Aber wenn Amazon, wenn der Werbekanal von Amazon so stark w├Ąchst, also Amazon Media Group oder Amazon Medien, wie auch immer, f├╝r die w├Ąre es doch gut, wenn es Marken gibt, weil die spenden ja am meisten.
Ja, aber das Ding ist, Procter & Gamble, also gute Frage, ja, vollkommen richtig. Aber die CPG, FMCG-Konzerne m├╝ssen ja trotzdem, also du hast weniger Attention-Budget, aber je mehr Umsatz zu Amazon r├╝bergeht, desto mehr musst du halt dort dann wieder f├╝r Placements und Abverkauf bezahlen. Also du investierst wahrscheinlich weniger darin, die Marke aufzubauen, sondern mehr darin, bei Amazon sozusagen als die erste Butter oder die erste W├Ąschebleiche oder das erste ├ľkowaschmittel gelistet zu sein. Und daf├╝r wirst du halt bezahlen m├╝ssen. Das, glaube ich, steht so fest wie das Arm in der Kirche. Und ich glaube, dass Amazons gro├čer Plan ist, eben nicht in Healthcare und Education zu gehen, sondern wenn es zwei M├Ąrkte gibt, die gro├č genug und naheliegend genug sind f├╝r Amazon und sozusagen gut positioniert sind, schon, dann ist das Werbung und Logistik. Und die M├Ąrkte sind mindestens genauso spannend wie Healthcare und Education. Ja.
Also ist das Armband einfach nur ein Ablenkungsman├Âver?
Das Armband ist spannend, um zu wissen, wo du sonst einkaufst. Ich sehe nicht, dass sie damit in den wirklichen, also da ist Health der Vorf... also es geht um, du meinst das Amazon Halo Band, was wir letzte Woche gesprochen haben. Ich glaube, da ist Health die Begr├╝ndung oder die Ablenkung, um mehr Daten zu sammeln. Da gab es auch letzte Woche eine gute Toku ├╝ber Amazon und Datensammeln auf dem ZDF oder so, glaube ich, sogar in der Reportage. Ist bestimmt noch in der Mediathek. Ich glaube, das Armband ist eher sozusagen eine Health-Ausrede, um Daten zu sammeln und weniger der echte Eintritt in den Gesundheitsmarkt. Viel spannender an dem Armband ist nicht, dass sie deinen Blutdruck messen oder deinen Puls, das ist der Mehrwert, den sie dir bieten. Die Daten, die sie sammeln, ist, glaube ich, weniger dein Puls, sondern mehr, in welcher Drogerie du einkaufst oder wie lange du dich da aufh├Ąltst oder in welchen Offline-L├Ąden du besuchst. Das macht ja einen Riesenunterschied, ob ich im Lidl oder im Eskada einkaufe.
Apropos Puls und Online-Shoppen. Mein Preuninger-Paket ist immer noch nicht angekommen. Ich habe diese Woche auch keine E-Mail bekommen, wie es weitergeht. Falls das irgendjemand von den Transformationsberatern von Preuninger h├Ârt, bitte nochmal nachschauen.
K├Ânnen wir schon verraten, was deine Freundin bekommt oder wei├č sie es auch noch nicht? H├Ârt deine Freundin den Podcast eigentlich?
Nat├╝rlich nicht.
Oh Gott. Ich glaube, noch ganz kurz zum Anker-B├Ârsengang. Warum sammeln die jetzt ├╝berhaupt ÔÇô ich glaube, letzte Woche sind drei oder vier Chinesen wieder Milliard├Ąre geworden, allein durch Tech-IPOs, ├╝brigens, glaube ich. Warum sammeln die ├╝berhaupt Geld ein? Weil die haben, glaube ich, 2-3 Milliarden damit eingesammelt. Ich k├Ânnte mir vorstellen, dass wenn die aus der eigenen Produktpalette und Innovationspipeline, auch wenn die Patente haben, nicht mehr schnell genug wachsen, dass sie eventuell auch anfangen, andere Produzenten und H├Ąndler aufzukaufen und so ein bisschen in so ein Thresho-Modell reingehen. Das hatten wir mal kurz angerissen in einem der letzten Podcasts. Thresho, Theodor Heinrich, Richard Anton Siegfried, .idaotto. Thresho kauft systematisch in so einer Private-Equity-Logik Amazon-H├Ąndler ein, hat daf├╝r viel Geld geraised, wahrscheinlich sogar bevor sie den ersten H├Ąndler gekauft haben, mit einer h├Âheren Bewertung. Also ich sch├Ątze mal, einen Amazon-H├Ąndler kriegt man f├╝r 18 Monate Umsatz eingekauft, vielleicht 24. Und was die quasi machen, die kaufen den Pfannenwender-H├Ąndler und den Lockenstab-H├Ąndler und so weiter. Leute mit propriet├Ąren Produkten mit einer guten Marge und einer guten Bewertung auf Amazon ein- und professionalisieren das Business. Was insofern Sinn macht, dass die allermeisten, also mit wenigen Ausnahmen, wie einem Anker oder einem KW-Commerce, die allermeisten Amazon-H├Ąndler sind wahrscheinlich noch nicht in jeder Funktion zumindest professionalisiert. Das hei├čt, wenn man gewisse Prozesse da reinbringt, kann man das wahrscheinlich noch besser machen. Also man stellt sich vor, man kauft 10 verschiedene H├Ąndler, die komplett verschiedene Produkte vertreiben, aber erfolgreich ├╝ber Amazon. Also das Einfachste, was man sich da vorstellen kann. Oder wir k├Ânnen ja mal durch die gesamte Wertsch├Âpfungskette gehen. Du kannst, wenn sie ├Ąhnliche Produkte verkaufen, kannst du im Einkauf schon sparen, also in den Verhandlungen mit dem Produzenten. Du kannst auf jeden Fall einen Qualit├Ątssicherungsmitarbeiter in Shenzhen dir leisten, w├Ąhrend f├╝r den Einzelh├Ąndler das wahrscheinlich schwer ist, die Qualit├Ąt der Ware vor Ort beim Produzenten immer wieder zu testen. Wenn du in so einem H├Ąndlerverbund bist, dann ist es viel einfacher zu amortisieren, dort jemand vor Ort zu haben, der die Qualit├Ąt und die Produktion ├╝berwacht. Du kannst ja in Logistik sparen, wann immer du Container quasi randvoll machen kannst, egal ob das Luftfracht ist oder Seefracht oder Schiene. Je voller du einen Container machen kannst, desto g├╝nstiger sind die relativen Logistik- oder Transportkosten der Produkte. Du kannst dann eine zentrale Amazon SEO und Advertisingagentur bauen, die die Learnings dieser H├Ąndler inkorporiert und dann sozusagen zu optimalem Know-how-Austausch beitr├Ągt zwischen den H├Ąndlern. Und du kannst nat├╝rlich auch die ganz klassischen Synergieeffekte, du kannst die Buchhaltung teilen, die Human Resources, die Rechtsabteilung, die Aufnahme der Fotos, also die Produktbild- und Content-Erstellung, die Pr├Ąsentation des Contents. Das hei├čt, wahrscheinlich kann man in jeder der Wertsch├Âpfungsstufen da typische Synergieeffekte hebeln. Was krass ist, dass man daf├╝r wirklich ein so viel besseres Multiple gibt als im Einkauf, also letztlich ist das Kapitalmarkt-Abitrage. Und was ich mich auch frage, ist, das Problem ist ja, dass viele der kleineren Amazon-H├Ąndler so ein bisschen von der systematischen Selbstausbeutung des Gr├╝nders leben. Also, dass der eben nachts die Kundenanfragen noch selber beantwortet, dass der die Bilder von den Produkten selber macht, vielleicht auch mal nach China zur Qualit├Ątskontrolle selber fliegt. Und sozusagen, da muss man schon sehr effiziente Prozesse dann in der Zentrale haben, damit man diese, weil die Selbstausbeutung kannst du nicht kaufen, wenn der Typ in einem halben Jahr raus sein m├Âchte aus der Firma, die er verkauft hat. Dann fallen halt ganz viele Sachen weg, die gar nicht so einfach in Prozesse zu ├╝berf├╝hren sind, glaube ich. Bin gespannt, wie das l├Ąuft. Aber das k├Ânnte vielleicht der n├Ąchste Plan sein, den Anker macht, weil wenn Anker das nicht macht, wird Thresho wahrscheinlich relativ schnell im Segment von Ankerlanden. Und dann passiert es sozusagen in die andere Richtung, dass die mit effizienten Prozessen, vielleicht eigener Produktinnovation, sich sehr nah in das, ich meine, ich meine, diese Powerbanks und so sind ja auch ein gro├čer Markt. Das k├Ânnte gut sein, dass die
sonst in die Richtung gehen. Ja, ich fand aber Thresho schon spektakul├Ąr, wie die das gemacht haben. Also zum einen, die sind ja jetzt im Juni zum Unicorn geworden und haben irgendwie eine Presse rausgehauen, dass die das schnellste Unicorn irgendwie aus Amerika sind. Die haben ├╝ber 50 Businesses gekauft irgendwie. Und die haben dann 6.000 Produkte jetzt auf Amazon, sind irgendwie einer der Top 25 Verk├Ąufer auf Amazon. Und die beiden Gr├╝nder haben auch schon irgendwie, ich w├╝rde sagen, beide so 5 bis 10 Startups hinter sich und machen das halt schon wie aus dem Bilderbuch. Sagen irgendwie, wir sind immer profitabel, wir machen halt eine Runde nach dem n├Ąchsten, kaufen das Ding irgendwie in 45 Tagen oder sowas. Und ich kann mir schon vorstellen, dass der ein oder andere, der jetzt irgendwie drei Jahre da auf Amazon rumgehustelt hat, auch mal froh ist, ein bisschen eine Pause zu haben.
Und dann stehen auch unheimlich viele Klone gerade, also die das genau gleich probieren, weil das Modell halt auch wenig differenziert ist. Also letztlich kannst du jeden Ex-Roland-Berger-McKinsey-BCG-Consultant darauf setzen, also da die Synergien rauszuarbeiten, deren Gesch├Ąftsmodell irgendwie innerhalb von einer Woche oder zwei Wochen zu verstehen, das k├Ânnen die ja wirklich gut. Und sozusagen, das ist jetzt auch nicht ├╝berm├Ą├čig komplex, denke ich, beziehungsweise wenn du drei, vier, f├╝nf kaufst, dann kriegst du ja auch die Learnings von allen H├Ąndlern mit und kannst dir ein gutes Knowledge dadurch bilden. Das hei├čt, die Frage ist, ist dann am Ende Gr├Â├če relevant? Aber dann, wenn du jetzt sagst, du bist jetzt der 25 gr├Â├čte Amazon-H├Ąndler, dann bist du halt immer noch der, der am Ende den Gro├čteil der Marge ja doch an Amazon abgibt. Also was wir das letzte Mal ├╝brigens nicht erw├Ąhnt haben, bei der Digitalsteuer ist, da hatten wir wahrscheinlich auch zu Recht auf Google rumgehackt, aber sozusagen nur der Fairness halber kann man sagen, dass sowohl Amazon in den entsprechenden L├Ąndern als auch Apple und Facebook, nehme ich an, bei Facebook bin ich nicht sicher, da wei├č ich nicht, aber bei Amazon und Apple im Appstore wei├č ich, dass also Amazon gibt diese Digitalsteuer als quasi Umsatzanteil oder ja als Vieh auf den Umsatz der Marktplatzh├Ąndler weiter, also da, wo sie auch bei ihnen anf├Ąllt, und Apple im Appstore, also die verhalten sich da letztlich genauso wie Google, mit Ausnahme von diesem T├╝rkei-Fall, auf den wir jetzt nicht nochmal eingehen wollen, aber das kann man gut im letzten Podcast nochmal anh├Âren.
Wenn wir schon ├╝ber den letzten Podcast reden, du hast ja relativ am Anfang mich so ein bisschen ├╝berrascht, dass du schon die Softbank-News hattest von Mr. Sun, der mit seinen Optionsscheinen irgendwie da rumgehandhabt hat, und ich hab mich gefragt, ob es jetzt wirklich alles am Crashen sein wird, und hab dann, ich meine also, ich bin ja nicht so ein Aktienfreak wie du, hab dann einfach ├╝berlegt, ok, ich schau mir mal Nokia an, hab mir die Nokia-Aktie angeguckt, so um 2000, 2001, und das, ja, verl├Ąuft so, dass wenn man sich irgendwie Ende 98 anguckt, dann ist die Aktie so auf 12 Euro, April 2000 ist, glaube ich, der Peak auf 62,50 Euro, und dann im Oktober 2000 auf einmal nur noch auf 38, dann im Dezember geht's wieder hoch auf 56, und dann geht's richtig runter, oder so M├Ąrz 2001, Mai 2001 so um die 30, September 2001 15. Meine Frage an dich ist jetzt, werden wir mit Amazon, Apple und Tester irgendwie jetzt vielleicht was ├ähnliches erleben?
Da h├Ąttest du genauso gut ├╝brigens auch noch besser sogar Softbank anschauen k├Ânnen. Die waren zu der Zeit, als Masayoshi-san drei Tage der reichste Mann der Welt war, sind die vom Pennystock 50 Cent auf ├╝ber 50 Euro um das Hundertfache gestiegen, und heute sind sie gerade wieder so viel wert wie an dem h├Âchsten Tag in 2000. Aber die Frage war, um das gleich zu sagen, du kannst nicht Amazon, Apple und Tesla in einem Atemzug erw├Ąhnen, das ist an der Dreistigkeit ja nicht zu ├╝bertreffen. Die Frage war, wie weit ist, ob jetzt wieder so ein Absturz kommt?
Ja, also bei Tesla bin ich mir relativ sicher, was du sagen wirst, seitdem ich dich auf Twitter verfolge, sagst du, shortest du Tesla, ich glaube, das ist nochmal so eine Folge, die wir wahrscheinlich irgendwann um 23 Uhr aufnehmen werden, dann kann ich mich hinlegen, du erz├Ąhlst und dann posten wir das am n├Ąchsten Morgen.
Ja, ich schaue das nicht mehr, sonst w├Ąre ich ja pleite inzwischen.
Aber Amazon und Apple, sind die vergleichbar mit Nokia?
Ich glaube nicht, also prinzipiell sind alle Aktien extrem ambitioniert bewertet gerade, also teuer oder auch ├╝berbewertet, oder wie immer man das nennen m├Âchte. Ich glaube, von denen, sozusagen, oder von den Tech-Aktien, w├╝rden bei einem drohenden Absturz Amazon und Apple eher wenig verlieren. Also, was ich bei Amazon ganz spannend finde, ist, dass die bei der Corona-Panik im M├Ąrz ├╝berhaupt verloren haben. Also, h├Ątte man das besser voraussehen k├Ânnen, h├Ątte einem ja klar sein m├╝ssen, dass Amazon, sofern sie irgendwie den Gesch├Ąftsbetrieb aufrechterhalten k├Ânnen, davon absolut profitieren. Aber das war halt, das ist ja auch der Ausdruck der Panik, dass Leute eben in Panik alles verkaufen, aber da hatten Amazon 30 Prozent verloren und da habe ich zum Beispiel Amazon nachgekauft. Also, was soll passieren, damit Amazon 30 Prozent an Wert verliert? Da m├╝sstest du irgendwie entweder ein Drittel der reichsten Bev├Âlkerung der Welt umbringen oder, ich wei├č nicht, aber das ist immer nicht gerechtfertigt f├╝r dich. Was hei├čt immer, aber? Da sehe ich nicht, dass Amazon jetzt kurzfristig selbst bei einem Absturz so viel verlieren k├Ânnte. Das hei├čt, die haben, glaube ich, ein Floor. Bei einem Absturz k├Ânnen immer 50 Prozent nochmal wegfallen, im schlimmsten Fall. Ich glaube, der gr├Â├čte Absturz ├╝berhaupt war bei der Weltwirtschaftskrise 1929. Da waren es tats├Ąchlich 80, 90 Prozent. Ich glaube, zu neuer Marktzeit, die 2000er-Krise, das waren eher so 50, 60 auch. Aber das kann man ja auch wieder einholen. Ich sehe jetzt, Apple oder Amazon sehe ich da jetzt weniger in Gefahr als einen Tesla vielleicht oder ein paar gewisse Softwareaktien, ├╝ber die wir vielleicht sp├Ąter noch reden.
Und Snowflake?
Wie kommst du jetzt auf Snowflake? Aus dem Nichts?
Software und overhyped. Overhyped? Ich erz├Ąhle dir kurz meine Geschichte zu Snowflake. Also, ich habe 2017 Snowflake kennengelernt mit einem Entwickler, der meinte, hey, lass uns das ausprobieren, das damit das Data Warehouse bauen. Dann haben die im Januar 2018 eine Investitionsrunde gemacht und da waren die 1,5 Milliarden wert. Jetzt sollen sie an die B├Ârse gehen mit irgendwie 23 Milliarden Bewertung. Und der Investor, der immer bei Tech Investments dabei ist, unser Freund Warren Buffett ist auch dabei.
Ja, das ist weird.
Das ist doch mega weird.
Man geht davon aus, dass es seine zwei Driege, also seine Nachfolger, die j├╝ngeren Investoren bei Berkshire Hathaway, seiner Investment Holding, zu verantworten haben. Warum man da jetzt, also das ist ein 80er Sales Multiple, also nicht auf Gewinn, auf Umsatz, 80 mal den Umsatz. Das ist selbst f├╝r heutige Verh├Ąltnisse sehr ambitioniert, also teuer, um es mit anderen Worten zu sagen. Die Firma w├Ąchst noch mit 150 Prozent, was durchaus viel ist, also sie haben ihren Umsatz fast verdreifacht im letzten Jahr. Aber wenn man das mit anderen, also es gibt keine Frage dar├╝ber, dass der Markt teuer ist oder dass Aktien teuer sind, dass Software-Aktien besonders teuer sind. Aber wenn man das dann wieder vergleicht, dann sind halt manche doch teurer als andere. Und wenn man das mit einem Shopify oder so vergleicht, dann ist das hier eher noch besonders teuer und das Wachstum wird jetzt nicht mehr steigen. Da gibt es keinen Grund, warum das steigen sollte. Ich glaube, dass viele auf eine ├ťbernahme spekulieren. Also Salesforce hat in der vorletzten Runde oder in der letzten Runde investiert. Microsoft, also Snowflake ist ein Data Warehouse Provider, also die bauen das Data Warehouse, also das zentrale Datenspeicher- und Organisationssystem einer Unternehmung, auf der dann BI-Prozesse laufen, Analysen laufen, die Individualisierung und Segmentierung von Kunden und so weiter. Das haben die in die Cloud getan, wachsen damit sehr stark, machen aber auch in Anf├╝hrungsstrichen nur eine Viertel Milliarde Umsatz, sind aber mit 24 Milliarden bewertet, was wirklich sehr, sehr, sehr, sehr teuer ist. Warum jetzt sozusagen das ausgerechnet das erste Software-Investment von Warren Buffett wird? Das passt nicht so 100 Prozent zu Value Investing. Ich glaube, dass man entweder fast Sicherheit hat, dass ein Microsoft, ein Salesforce oder ein ServiceNow das bald kaufen muss, weil es passt einfach sehr gut sozusagen in die Enterprise-Suites der Unternehmen. Wobei das dann eben auch schwer ist. Wobei die k├Ânnen nat├╝rlich die Sales sehr stark boosten, weil sie das bestehende Produkt, was ganz gut ist, sofort an ein paar Millionen Kunden durchverkaufen k├Ânnen oder ein paar 100.000 Corporate Kunden durchverkaufen k├Ânnen. Das k├Ânnte die Bewertung dann im Nachhinein ex post dann wieder gut erscheinen lassen, weil wenn ich den Umsatz jetzt, sagen wir mal, ich biete das jetzt allen Salesforce Kunden als Modul an, dann kann ich den Umsatz vielleicht auch nochmal verdreivierfachen kurzfristig. Dann macht das vielleicht Sinn. Ja, passt, ist wirklich passend zu Warren Buffett. Trotzdem nicht. Ja.
Ich habe eine unsinnige Idee, also macht wahrscheinlich wirklich ├╝berhaupt keinen Unsinn, also keinen Sinn, aber die einzige Tech-Unternehmen, das doch keinen Cloud-Service wirklich hat und keinen Data Warehouse Service, ist doch Apple.
Ja, und, ja.
K├Ânnten die, wer, also.
Aber haben die Firmenkunden, die sind, also die, ich w├╝rde eher sagen, wenn dann Oracle und IBM, zu denen w├╝rde es auch noch passen. Also ich glaube, das ist so das Cluster, Microsoft, Salesforce, ServiceNow, Oracle, vielleicht IBM. Das sind so die typischen Interessenten. Apple hat ja jetzt keine Kunden, die sich f├╝r B2B Data Warehouse Software interessieren w├╝rden. Deswegen passt das nicht so gut. Aber die anderen f├╝nf, f├╝r die, und ich meine, da kannst du davon ausgehen, dass es eine, also w├╝rde jetzt eine Investmentbank da rumgehen, w├╝rde es auf jeden Fall eine kompetitive Runde werden. Da w├╝rde jeder gerne ein Gebot abgeben. Trotzdem sind sie den Weg des IPOs gegangen, weil das einfach gerade opportun ist, weil nie waren Aktien h├Âher bewertet. Wenn du irgendwas hast, du hast ja ganz am Anfang des Podcasts dieses Beispiel gebracht mit, von Shamat Paliyapati, dass du sagen solltest, alles was 50 Millionen Umsatz macht, muss an die B├Ârse. Die machen 250 Millionen Umsatz. Also sollten sie an die B├Ârse. Bei den jetzigen Bewertungen w├Ąrst du dumm, wenn du es nicht machst.
So, wir haben jetzt viermal Aktien und f├╝nfmal B├Ârse gesagt. Vielleicht solltest du kurz deinen Disclaimer droppen.
So zwischendurch? Ja. Gerne. Also wir geben keine Anlageberatung. Unsere ├äu├čerungen sind niemals die Aufforderung oder Beratung zum Kauf oder Verkauf von Aktien. Wir kennen eure Risikoneigung, nicht eure finanzielle Disposition. Und niemals sollte man Entscheidungen, also Investmententscheidungen aufgrund der hier geh├Ârten Informationen treffen. Und das alles kann man nochmal unter doppelg├Ąnger.io.com.au, slash Disclaimer, en Detail nachlesen. Da steht unter anderem auch, in welchen Aktien wir eventuell selber Positionen halten. Auch das ist nicht als Beratung zu verstehen, sondern als Disclaimer, wo wir eventuell Interessenkonflikte haben. Da hat uns ein netter H├Ârer, der Thomas, sch├Âne Gr├╝├če, nochmal daran erinnert, dass wir das vielleicht erw├Ąhnen sollten, wenn wir sozusagen selber Aktien halten. Ich versuche mich daran zu halten. ├ťber Amazon haben wir geredet, da habe ich Aktien, das kann ich schon verraten.
Dann w├╝rde ich dich fragen, ob du bei Auto einsmal gearbeitet hast oder die mal beraten hast.
Autoh├Ąndlerqualit├Ąten habe ich nicht so, bef├╝rchte ich.
Aber ist das nicht diese Geschichte von diesen zwei Typen, die bei Rocket waren und irgendwie parallel zwei Startups gegr├╝ndet haben, um Olli Sammer mit dem einen irgendwie abzulenken und sich dann auf Auto eins zu konzentrieren? Habe ich das richtig in Erinnerung?
Das wei├č ich nicht, das muss ich gleich mal erz├Ąhlen, aber nur sozusagen damit die H├Ârer sich nicht erschrecken. Man muss vielleicht mal dazu sagen, dass der Herr Gl├Âckler jegliche Menschen als Typen bezeichnet. Also es ist nicht ver├Ąchtlich gemeint, falls sich jemand jemals dadurch angegriffen f├╝hlen sollte, sondern bei dir sind alles Typen eigentlich, oder?
Ja, m├Ąnnlich, weiblich, alles.
Nicht despektierlich gemeint. Aber dann erz├Ąhl mal, da wei├čt du vielleicht mehr als ich.
Also ich habe das so, also ich kenne diese jungen Menschen nicht. Ich habe nur irgendwann mal geh├Ârt oder gelesen, dass die bei Rocket waren und wohl auch relativ nah an Oliver Sam war und dass die sich fr├╝h entschieden haben, Auto eins zu machen oder dieses Modell. Und parallel aber immer Oliver erz├Ąhlt haben, dass sie was anderes machen und dass sie halt dann anfangs, weil sie ihn nicht dabei haben wollten oder sowas. Und dann haben die anfangs sozusagen, ist ja schon schwierig genug ein Ding vern├╝nftig zu machen und sich darauf zu konzentrieren, aber die haben wohl mit zwei Sachen angefangen und das eine war nur so eine Ablenkung.
Das w├Ąre viel Aufwand betrieben auf jeden Fall. Kannte ich auf jeden Fall nicht, ist doch interessant, was du alles wei├čt.
Ja, also liebe H├Ârer, falls das richtig ist, sagt mal bitte, falls das falsch ist, bitte auch, vielleicht verwechsel ich das auch mit irgendeinem anderen Startup.
Ja, nur weil es falsch ist, nur wenn es falsch ist. Wir wollen gar nicht so viel Boulevard haben eigentlich, oder? Nein. Wir reden ├╝ber Unternehmen und Ideen, nicht ├╝ber Menschen. Genau, du fragst bestimmt, weil die auch ein IPO anstreben gerade.
Genau, also schreibst du das dann in einen Disclaimer, dass du dort Aktien hast?
Ich habe da bei Auto1 keine Aktien. Ich habe tats├Ąchlich relativ, sozusagen was ich mit Auto1 verbinde, ist, dass ich, glaube ich, mehrmals Leute eingestellt habe von denen, weil die eine hohe Employee Churn haben. Also sie haben relativ regelm├Ą├čig Personal verloren. Aus welchen Gr├╝nden auch immer. Und teilweise Gutes, was wir Eingestellten ausgebildet haben danach. Wie auch immer, um das kurz zu machen, mich reizt es nicht, Aktien an einem Autoh├Ąndler zu haben eigentlich. Also es sind hocheffiziente Autoh├Ąndler, glaube ich, die in 30 L├Ąndern aktiv sind. Ich glaube, so eine halbe Million Autos im Jahr verschieben. Also schon auf hohen Skalen oder hohen Volumina arbeiten, was nat├╝rlich Effizienzgewinne mit sich bringt. Und ich glaube, bisher gab es den einen Automarkt in Europa nicht, sondern es war halt fragmentiert. Das hei├čt, es waren ganz viele lokale M├Ąrkte, weil durch den Mangel, also durch das Abhandensein des Internets fehlte die Kommunikation und Transparenz bei den Preisen. Und durch die erforderliche Logistik, also dass es nicht trivial ist oder nicht g├╝nstig ist, ein Auto von A nach B zu fahren, also sagen wir mal von Hamburg nach Salamanca in Spanien, dadurch gab es in Europa halt gro├če Preisunterschiede. Und ich glaube, was Auto1 macht, ist also A, dass sie sozusagen alle Prozesse in diesem Gesch├Ąft sehr viel effizienter und schlauer managen, als es der Wald- und Wiesenautoh├Ąndler macht. Das kreiert Wert, auch wenn es sozusagen jetzt nicht atemberaubend ist, aber das kann man sicherlich deutlich besser machen, als der durchschnittliche Autoh├Ąndler das macht. Und gleichzeitig k├Ânnen sie halt als Arbitrageur dann, wenn sie die Volumina, die sie erreichen, gro├č genug sind, einerseits die Logistik deutlich billiger abbilden, als der durchschnittliche Autoh├Ąndler das kann und dann die Preisunterschiede aktiv nutzen, indem sie, sagen wir mal in Marokko sind 20 Jahre alte Mercedes Kombi besonders beliebt, dann k├Ânnen sie die halt irgendwo in Deutschland oder in der Schweiz vielleicht besonders g├╝nstig einkaufen und dorthin verschiffen ├╝ber Gibraltar fahren und das ist wahrscheinlich sehr eintr├Ąglich. F├╝r mich ist das jetzt kein Software, also ein digital enabled Business und ich bin mir 100% sicher, dass die das besser machen als jeder Autoh├Ąndler. Und es gab, also es gibt auch so schon Auktionen irgendwie Mannheim Auto Options in England und so weiter, aber ich glaube die sind die Einzigen, die wirklich komplett vom Einkauf der Autos ├╝ber wir kaufen dein Auto, ├╝ber die Logistik, ├╝ber den Verkauf oder die Verkaufs-Auktions-Plattform integriert sind. Ich glaube das ist spannend diese ganze Wertsch├Âpfungskette abzubilden, aber ich meine du kannst niemanden ver├╝beln, dass er jetzt gerade zu der Zeit an die B├Ârse geht, also wie gesagt die Bewertungen, die gerade bezahlt werden, vor einem Jahr oder vor zwei Jahren ist Softbank da mit einer halben Milliarde auf einer drei Milliarden Bewertung eingestiegen, macht wahrscheinlich schon Sinn, das jetzt an die B├Ârse zu bringen, wenn die Story stimmt. Ich glaube sie fangen gerade an so eine eigene Retail-Marke zu machen, also dass sie die Autos auch auf eigenen Namen an Endkunden verkaufen. Bisher haben sie die an andere Autoh├Ąndler versteigert, sozusagen die angekauften Autos und damit eine Marge gemacht. Jetzt scheinen sie zu versuchen, sozusagen den H├Ąndlern Konkurrenz zu machen und die besten Autos selber zu verkaufen mit der Marke Auto Hero. Gibt es hier in Spandau in Berlin einen Shop, glaube ich, habe ich gesehen. Ja, wahrscheinlich, also ich glaube ein solides Business. Ich bin mir 100% sicher, dass das Team das deutlich besser kann als jeder Autoh├Ąndler in Deutschland oder Europa. Wei├č nicht, ob ich es jetzt spannend genug finde. Wahrscheinlich w├╝rde es mit so einer Bewertung an die B├Ârse gehen, dass ich es dann wahrscheinlich nicht mehr spannend f├Ąnde.
Und BigCommerce hat Zahlen rausgebracht. Du hattest mal wieder recht, oder?
Ja, die hatten wir in Folge 6 besprochen. Also BigCommerce ist ein Shop-System, eher im Enterprise-Segment, also relativ gro├če Kunden, bisschen mehr Individualisierung. Und ich hatte damals moniert, dass die beim IPO eine, also immer wieder mit Shopify in den Eintopf geworfen wurden, auch eine ├Ąhnliche Bewertung gesucht haben. Und jetzt hat sich eben herausgestellt, dass sie nur mit 33% wachsen, in Anf├╝hrungsstrichen nur. Aber das ist definitiv, also Shopify verdoppelt sich im Moment. Die wachsen mit 33% und verlieren dabei 26% Marge beim Umsatz und sind trotzdem, nachdem sie sich jetzt schon halbiert haben nach den Earnings, noch mit 40x Sales bewertet, was ich immer noch f├╝r zu hoch halte. Also es ist ganz sicher kein Shopify. Es erf├╝llt diese Rule of 40 nicht. Also die Summe aus Wachstum und Marge ist nicht h├Âher als 40. Ist eher so im Bereich von einem Palantir eigentlich, ja nicht ganz so unprofitabel, aber w├Ąchst relativ langsam. Aber ja, was kann man dar├╝ber sagen. Gut vielleicht f├╝r den Herrn Graf von Spiker, dass selbst das Business noch 40% Sales Multiple sieht in Public Markets. Dann sollte Spiker nochmal ein deutlich h├Âheres Multiple eines Tages vielleicht erreichen k├Ânnen. Da gab es einen sehr guten Podcast diese Woche ├╝brigens, den wir unbedingt bewerben sollten. Also f├╝r die Tristan Harris Doku auf Netflix muss man sehen. Aber was man auch w├Ąrmstens empfehlen kann, ist die 300. Folge von Kassenzone, wo Tarek M├╝ller, der CEO und Gesch├Ąftsf├╝hrer von About You, den Alexander Graf von Spiker interviewen konnte. Und die haben zwei Stunden zehn Interview gemacht, was ich als Herausforderung sehe. Aber wir sind jetzt schon wieder bei 90 Minuten, das hei├čt, das sollten wir easy schaffen. Genau, es war ein sehr kurzweiliges Interview und auch wieder ein gutes Beispiel f├╝r, also der Podcast war zwei Stunden lang und ich fand den nicht eine Sekunde irgendwie langweilig oder ich tat mir nicht um die Zeit leid. Sehr spannend, um die Person Alexander Graf kennenzulernen, aber auch viele gute Fachfragen zur E-Commerce-Beratung, E-Tribes, zu About You, ein bisschen wie zur Genese von About You, zu Spiker, zu wie man Rinder aufzieht. Dar├╝ber habe ich viel gelernt im Podcast. Hast du ihn auch geh├Ârt? Ich kann ihn sehr empfehlen.
Ja, ich fand vor allem den Anfang interessant und Tarek hat das echt gut gemacht, was halt auch sch├Ân ist, die Story zwischen Alex und Tarek, wie die sich bei Otto kennengelernt haben und halt die letzten Jahre sehr, sehr viel gemeinsam machen. Und ja, es kam so ein bisschen, vielleicht haben wir auch irgendwann mal so ein sch├Ânes Hin und Her, als ob wir uns wirklich kennen w├╝rden. Vielleicht brauchen wir daf├╝r noch irgendwie 290 Folgen, aber der Austausch war echt gelungen. Also Podcast-Empfehlung der Woche.
Absolut, Kassenzone 300 zur Folge, gibt's auf Soundcloud, Spotify und Apple Podcast, sehr zu empfehlen.
Eben hast du den Fahrradladen noch kurz erw├Ąhnt hier, Fitness-Fahrr├Ąder, die gehen auch an der B├Ârse immer noch ab. Was ist denn da los?
Da muss ich wieder ein Disclaimer machen, Peloton habe ich selber, bin ich Aktion├Ąr. Die haben Zahlen reported, letzte Woche, glaube ich, sind wegen, trotz Corona nochmal um 172% im Umsatz gewachsen. Also nicht ganz verdreifacht, werden im aktuellen Fiskaljahr, also es weicht vom Kalenderjahr ab bei denen, wahrscheinlich 3,5 Milliarden Umsatz machen. Haben eine Million zahlende Nutzer inzwischen im Subscription-Produkt. Also Peloton macht Cardio-Bikes, w├╝rde man am ehesten sagen, Cardio-Trainer, was sagt man dazu? Spinning-Bikes, wie hei├čt denn das?
Spinning-Bikes, das ist, glaube ich, richtig.
Genau, also ein digitales Spinning-Bike, wo man so Live-Kurse mit einem Instruktor und anderen Mitspielern sieht. Und die schaffen es, ein 2.500 Euro Spinning-Bike mit einer 500 Euro im Jahr Subscription zu verkaufen und haben dieses Hardware-Modell quasi umgedreht und daraus ein Subscription-Modell gemacht. Und das hat unheimlich viel R├╝ckenwind bekommen durch Covid, das Thema, weil Leute sich nicht mehr trauen oder lange Zeit nicht getraut haben, in die Fitnessstudios zu gehen, in den USA wahrscheinlich immer noch nicht trauen, haben sich immer mehr Leute so ein Cardio-Bike von Peloton nach Hause bestellt. Jetzt geht es in zwei neue Richtungen. Das eine ist, das Produkt wird jetzt das erste Mal wirklich internationalisiert. Am Hackerschen Markt hat gerade so ein Flagship-Store aufgemacht hier in Berlin, wo man die Besichtigen ausprobieren kann. Und gleichzeitig wird ein teureres Bike, das sogenannte Bike Plus, aufgelegt. Das nochmal, eigentlich hat es nur einen gr├Â├čeren Bildschirm, den man seitlich verdrehen kann, damit man auch noch andere Workouts machen kann. Aber das ist letztlich, ja, gleich die Fahrrad, aber es ist teurer. Was ich prinzipiell eine schlaue Strategie finde, ist, also was eigentlich jedes Business probieren sollte, ist einmal, ob es Bedarf f├╝r ein Premium-Produkt gibt, weil es eine vielleicht kleine, aber vollkommen irrationale Fraktion der Audience gibt, die immer das Beste will. Das hei├čt, in dem Fall, der CEO will nicht auf dem gleichen Fahrrad trainieren wie sein F├Ârdner. Und deswegen macht es bei, sowohl bei Softwareprodukten, als auch bei Serviceprodukten, als auch bei Hardwareprodukten, oft Sinn, ein minimal differenziertes, also wenn man es gr├Â├čer differenzieren kann, ist nat├╝rlich auch toll, aber auf jeden Fall ein differenziertes Premium-Produkt zu bauen, weil es Leute gibt, die eben vollkommen irrational bereit sind, 50 Prozent mehr zu zahlen, nur damit sie eben in dem Gold-Tier sind oder im Premium-User-Pool oder irgendeine exklusive Funktion haben. Das hei├čt, das ist, glaube ich, schlau, dieses Bike, plus auch wenn es vom Produkt her gar nicht so spannend ist. Und ihr zweites Produkt, das sie schon haben, ist die Treadmill, also Tretm├╝hle, Laufband. Das Laufband, da gehen sie Downmarket, das hei├čt, das hat bisher 4.500 Dollar gekostet, da machen sie jetzt eine g├╝nstigere Variante, weil 4.500 Dollar offensichtlich was ist, was sich nicht jeder leisten kann oder was ein bisschen prohibitiv ist f├╝r einen gro├čen Teil der Bev├Âlkerung. Und da bauen sie jetzt eine g├╝nstigere Variante des Laufbands, das sie haben. Und eigentlich wartet der ganze Markt darauf, dass sie eine Rudermaschine bauen, wobei Laufband und Cardio-Bike eben f├╝r den Durchschnittssportler noch zug├Ąnglicher sind als Rudern. Rudern wollen vielleicht dann doch nicht so viele. Aber also da gibt es wahrscheinlich noch gen├╝gend Markt, sowohl international als auch von den verschiedenen Sportger├Ąten. Vielleicht werden sie irgendwann nochmal so ein Mirror bauen, also ein Spiegel, der das Krafttraining ├╝berwachen kann oder einen kompletten Krafttrainer mit so einer Bank, wo man Seilz├╝ge hat, um Gewichttraining zu machen. Man sieht, ich kenne mich super aus damit. Das ist die Fantasie dahinter. Wenn man jetzt sozusagen den Bern-Case, warum das vielleicht dar├╝ber bewertet ist, erw├Ąhnen sollte. Also, es ist ein 25-Milliarden-Wert bei einer Million User. Wenn man das umrechnen w├╝rde, ist gerade jeder Nutzer mit 24.000 Dollar bewertet. Das bringt der wahrscheinlich nicht mehr rein, aber die Firma w├Ąchst ja auch schnell, es kommen neue Nutzer dazu. Was man sich aber immer klar machen muss, ist, dass von den 3,5 Milliarden Umsatz nur 500 Milliarden Subscription Umsatz ist. Das ist so ein bisschen wie ein Apple, weil 3 Milliarden sind eigentlich die verkauften Fahrr├Ąder und das ist letztlich ein Hardwaregesch├Ąft. Da gibt es eine Marge drauf, also die verdienen Geld. Aber jedes Mal, um eine Subscription zu verkaufen, m├╝ssen sie ein 2.500 Euro Fahrrad oder ein Laufband verkaufen und das macht das Modell eben nicht so skalierbar wie ein echtes Software-Modell. Daf├╝r passt die Bewertung mal fast schon wieder, weil sozusagen diese 500 Millionen, also kannst du ja ausrechnen, eine Million Nutzer mal 39 Dollar im Monat sind ungef├Ąhr 500 Dollar im Jahr. Dann bist du bei 500 Millionen recurring revenue und die Bewertung ist 25 Milliarden. Das hei├čt, sie sind dann bei 50x, also bei einer 50-fachen Sales Multiple, das ist in dem Bereich von Software-Companies, wachsen aber auch, wie gesagt, mit 170 Prozent. Unter der Grundannahme der derzeitigen ├ťberpreisung ist das dann fast schon wieder rational. Aber sie m├╝ssen halt, also was man nicht vergessen darf, ist jedes Mal, um einmal diese Software, diese Subscription zu verkaufen, m├╝ssen sie ein 2.500 Euro Bike bauen und es ist eine Angst immer, dass es irgendwann vielleicht gar nicht genug Supply gibt. Also man muss erstmal 500, eine Million neue Bikes bauen n├Ąchstes Jahr. Das ist vielleicht gar nicht so einfach. Dann w├╝rde es sicherlich mehr Konkurrenz geben in dem Bereich in Zukunft. Also dass entweder hochspezialisierte Firmen, die schon eine gute Sportmarke haben, in den gleichen Bereich gehen oder Leute, die schon die Audience besitzen. Also sowas wie ein Strava oder Runtastic oder so, also die schon eine sportlich aktive Audience haben, k├Ânnten nat├╝rlich auch ├╝berlegen, ├Ąhnliche Produkte zu bauen, um ihre bestehende Audience besser zu monetarisieren.
Ja krass, h├Ątte nicht gedacht, dass du die Aktie hast.
Warum nicht? Habe ich auch in der Covid-Krise nachgekauft, weil ich nicht verstanden habe, warum die ausgerechnet die verlieren sollten, da habe ich mich gefreut, dass sie auch so relativ g├╝nstig geworden sind.
Ich habe dich einfach abgestempelt als unsportlichen Typ und h├Ątte nicht gedacht.
Bin ich auch. Das stimmt ja trotzdem. Aber ich glaube daran, dass die noch ein paar Millionen Nutzer finden k├Ânnen, die eines dieser Ger├Ąte nutzen wollen und dass das Trainieren in ├Âffentlichen Studios ├╝ber die n├Ąchsten Monate mehr oder weniger verp├Ânt bleibt. Das glaube ich. Und im Moment sind sie halt fast nur in den USA, also obwohl es Leute gibt, die sich das sozusagen ├╝ber Umwege nach Deutschland shippen lassen, um ├╝berhaupt da ranzukommen, weil es bisher nicht vertrieben wurde. Und was ich immer einen guten Indikator finde, ich schaue immer auf Craigslist und auf Ebay Kleinanzeigen, ob Leute die Dinger bereit sind zu verkaufen und ich finde kein Verkaufsangebot, also dass jemals ein Peloton Bike loswerden will. Das hei├čt, deren Retention muss sehr hoch sein bzw. Churn relativ klein, weil wenig Menschen bereit sind, das Ding abzugeben. Und das Gute ist, selbst wenn sie es verkaufen, selbst wenn sie es abgeben, dann schlie├čt ja ein anderer Nutzer die Subscription ab. Also selbst wenn sie die Hardware verkaufen, dann schlie├čt jemand anders die Subscription ab, um damit da drauf trainieren zu k├Ânnen. Das hei├čt, f├╝r das Subscription Revenue ist es vollkommen egal, ob die Dinger den Benutzer wechseln. Ich mache das nur, um zu schauen, ob die Leute prinzipiell mit dem Produkt zufrieden sind.
Haben wir noch irgendwas? M├╝ssen wir noch irgendwas diesen sch├Ânen Sonntagabend besprechen oder verschieben wir alle anderen Themen und alle Fragen auf n├Ąchste Woche?
Wir k├Ânnen gern mal unter zwei Stunden bleiben und den Rest, wenn du drauf verzichten kannst, ich immer gern.
Top, dann w├╝rde ich an dieser Stelle schon mal Danke sagen an alle, die unseren Podcast letzte Woche geteilt haben und Fragen eingeschickt haben und ich freue mich, wenn wir n├Ąchste Woche Sonntag wieder telefonieren.
Ich mich auch, bis dann, ciao, ciao. Ciao.