Doppelg├Ąnger Folge #34 vom 21. Februar 2021

Facebook vs. ­č玭čç║ | Palantir | Fastly | Shopify | Taboola SPAC | iPhone Kaufkraft

Philipp und Pip starten, indem sie noch einmal erkl├Ąren warum WhatsApp eigentlich der spannendste Teil des Facebook Universum ist. Beim Thema Facebook geht es nat├╝rlich auch um Australien und News. Zudem erkl├Ąren die beiden warum die Apple die 1 Milliarde reichsten Nutzer der Welt verwaltet und wieviel diese Wert sind. Im Earnings Review gibt es diese Woche Fastly, Palantir, Shopify und Twilio.

Kapitelmarken:

00:07:10 Porsche Abspaltung von VW

00:16:40 WhatsApp, Facebook und Australien

00:32:22 Smartphones und die Wohlstandsverteilung

00:40:31 Gr├╝nden und ESOPs

00:52:38 Shopify Earnings

01:03:43 Baozun: Shopify Konkurrent aus China

01:07:31 Taboola SPAC

01:13:54 Palantir

01:22:24 Fastly

01:29:36 Twilio

01:31:37 Teilverk├Ąufe und Mental Accounting

01:34:02 Agora Zahlen

01:42:30 Die Earnings dieser Woche

01:46:00 Gesetzliche Rente mit Aktienfonds

Shownotes:

Facebooks falsche Daten: https://techcrunch.com/2021/02/18/facebook-knew-for-years-ad-reach-estimates-were-based-on-wrong-data-but-blocked-fixes-over-revenue-impact-per-court-filing/

Chang Shortseller Bericht: https://www.reuters.com/article/usa-stocks-ehang-holdings/chinese-drone-makers-stock-plunges-on-negative-short-seller-report-idUSL1N2KM2NI> quote here

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Diese ganzen abnormen Wachstumsraten, die wir gesehen haben, werden alle brutal einbrechen.
Die Welt nicht retten, das macht nur E-Commerce angenehmer.
Ansonsten gibt es einen gro├čen Fehler bei Teilverkaufen. Moin moin Herr Gl├Âckler. Und? Besitzt du schon Krypto? Bitcoin?
Krypto? F├Ąllt das doch. Das f├Ąllt doch jetzt bestimmt bald wieder, oder nicht?
Wieso soll es bei 57.000? Es ist Sonntagnachmittag, wir sind bei 57.000.
Aber es liegt doch nur daran, dass die Leute nicht traden k├Ânnen, also Aktien kaufen k├Ânnen und verkaufen k├Ânnen aktuell, oder? Also ├╝bers Wochenende.
Das war eine Handelsstrategie, die ich mir mal ├╝berlegt habe. Ob man immer Freitagabend kaufen sollte und Montag wieder raus. Hast du wirklich nicht? Er hat ja schon drei Bitcoins, ich habe jetzt nochmal einen kleinen Basket aus verschiedenen Kryptos dazu gekauft.
Okay, dann erkl├Ąr mir mal, du bist ja so ein Value-Investor. Wieso? Das ist doch nur Fear of Missing Out.
Also ich kann jetzt die genaue Summe nicht sagen, weil sonst rechnen nat├╝rlich Leute aus. Also ich w├╝rde gerne sagen, es ist ein kleiner Prozentsatz des verf├╝gbaren Verm├Âgens. Aber ich kann nicht sagen wie viel, weil sonst kannst du ja genau hochrechnen, weil es ein diskreter Wert ist bei Bitcoin. Aber auf jeden Fall ist es nicht so viel. Aber was glaube ich relativ klar ist, ist, dass wir durch dieses ganze Gelddrucken gerade in der Inflation landen. Und ob Bitcoin jetzt der perfekte Inflationsschutz ist, da bin ich mir nicht mal sicher. Was ich mir aber gut vorstellen kann, ist, dass wenn die Auswirkungen der Inflation sp├╝rbar werden f├╝r die Bev├Âlkerung, dass das nochmal das Vertrauen in Geld und in Banken, Zentralbanken, das Bankensystem, schlimmstenfalls Politik, weiter zumindest schw├Ąchen wird. Und dass das dann zum Anlass genommen wird, so Revanche-K├Ąufe von Bitcoin zu nehmen. Weil man merkt, was passieren wird, ist, dein Geld wird ein Wert, deine Miete wird teurer, die Lebensmittel werden teurer und irgendjemand muss dann die Schuld haben daran. Und der Krise k├Ânnen wir sie nicht geben so richtig. Und dann werden die Banken und die Politik schuld sein. Und dann m├╝sste das Krypto treiben. Plus, du hast das Potenzial, dass weitere Firmen das noch machen, was ich aber gar nicht einkalkuliere unbedingt. Wobei am Dienstag Reported Square, da k├Ânnte wieder so eine theoretische ├ťberraschung kommen von Jack Dorsey. Mal sehen. Aber ich habe es ein bisschen mehr diversifiziert in Krypto. Es ist weit unter 10% meines Verm├Âgens trotzdem, aber ich glaube, es ist nicht ganz doof. Und ich fand, das Argument, was Scott Galloway gesagt hat, auch gar nicht so doof. Einfach damit du dich nicht so furchtbar ├Ąrgerst, wenn es dann doch fliegt. Selbst wenn du nur 0,1 Bitcoin kaufst oder so, oder 0,01, dann hast du trotzdem das Gef├╝hl, du bist irgendwie dabei.
Ich habe vor sehr langer Zeit mal f├╝r 30 Euro, glaube ich, einen Bruchteil eines Bitcoins gekauft. Ich m├╝sste mal gucken, wo das Ding liegt.
Das kommt drauf an, vor wie langer Zeit das war.
Ja, ich glaube, damals war das vielleicht auf 200 oder so. W├Ąre es f├╝r dich nicht sinnvoller, deinen Vermieter anzurufen und zu fragen, ob du ihm nicht die Wohnung abkaufen kannst?
Das k├Ânnte, also ich glaube, bei so einem richtigen Crash w├╝rden auch Immobilienpreise kurzfristig leiden. Aber langfristig ist es gut. Ich habe diese Woche viel dar├╝ber geredet mit Freunden, wie man eventuell sein Geld vor einem Crash oder einer Inflation retten k├Ânnte.
Na komm, dann hau mal raus. Wir vergessen alles, was wir hier auf der Liste haben.
Das machen wir mal, wenn wir schon ein bisschen mehr haben.
Morgen ist vielleicht zu sp├Ąt. N├Ąchste Woche ist vielleicht zu sp├Ąt. Also, was hast du dir gemerkt?
Ich w├╝rde vor allem diversifizieren, also auf mehrere Sachen setzen. Also vielleicht ein bisschen Immo, viel Aktien.
Wieso viel Aktien? Also Immo verstehe ich.
Weil es Essen sind und weil sie produktiv sind.
Immobilien verstehe ich. Wieso Aktien?
Weil sie produktiv sind, also sie erwirtschaften Gewinner in normalen Zeiten.
Bei den Multiples, die du aktuell in deinen Lieblingsaktien hast.
Ja, das dauert dann ein paar Jahrzehnte, bis die da ankommen. Aber was ist die Alternative? Die Diskussion kommt ja aus einer Alternativlosigkeit. Also, da musst du ├╝berlegen, was ist das kleinere ├ťbel? Und Aktien und Immobilien sind bestimmt das kleinere ├ťbel. Ich bin bei Wald gelandet, aber das kauft der deutsche Adel oder die Family Office ja auch schon en masse weg. Ich glaube, der Waldpreis hat sich in zehn Jahren mehr als verdoppelt. Ansonsten finde ich Land und Wald und sowas auch ganz spannend. Und irgendwie so, keine Ahnung, einen einstelligen Wert in Kryptos zu haben, finde ich auch nicht. Gold finde ich total doof. Irgendwie das macht nichts, das tut nichts. Und es ist nicht so, dass ich an dem Geld so furchtbar h├Ąnge.
Du hast schon schlechte Laune, wenn es mal runter geht.
Ja, aber das ist ja nicht so, dass ich an dem Geld h├Ąnge, sondern an der Performance. Also f├╝r mich ist das nur ein Ma├č meiner Performance oder meiner Outperformance des Marktes.
Du willst so was echt haben und wenn es dann runter geht, hast du das Gef├╝hl...
Ich habe weniger Recht. Du hast weniger Recht. Aber zum Beispiel, wenn der Markt f├╝nf Prozent runter geht und ich bin nur zwei Prozent im Minus, dann ist es ein guter Teil. Dann freue ich mich auch. Wenn es morgen wieder hoch geht, ja, also es geht wirklich um die relative Outperformance. Es ist nicht so, dass ich furchtbar an dem Geld klebe. Deswegen macht Gold f├╝r mich ├╝berhaupt keinen Sinn. Habe ich halt das Gold hier, hilft ja auch nichts.
Sollen wir uns nicht ein St├╝ck Wald zwischen Hamburg und Berlin kaufen? K├Ânnen wir da irgendwann uns treffen f├╝r die Aufnahme?
Ludwigslust. Wir kaufen das Schloss Ludwigslust.
Na, du ├╝bertreibst wieder.
Na gut, wir m├╝ssen noch ein paar Podcasts machen.
Um das Schloss zu kaufen, brauchen wir ja Werbung. Ich habe mich gefragt, ob du Werbung machen k├Ânntest, f├╝r was, was du nicht gut findest. Also stell dir vor, ein Produkt, das du nicht kaufen w├╝rdest, das du nicht nutzen w├╝rdest, aber es w├╝rde dir erm├Âglichen, einmal in der Woche drei Quadratmeter Wald in Ludwigslust zu kaufen.
Ah, guter Zirkus schl├Ągt, wenn man daf├╝r damit was Gutes tut. Ich k├Ânnte es, glaube ich, wenn ich wei├č, dass es f├╝r jemand anderen gut passt.
Also wenn du sozusagen siehst, dass ich daf├╝r nicht sozial Geld bekomme und es mir helfen w├╝rde oder wie?
Oder wenn das Produkt gut w├Ąre. Wenn das Produkt jemand anderen gut ist. Es gibt ja schon Dinge, die f├╝r mich komplett sinnlos sind, aber f├╝r andere wertvoll. Das w├╝rde Sinn machen.
Also Porsche.
Porsche. Hast du ausnahmsweise die Wirtschaftspresse gelesen oder wie kommst du auf Porsche?
Nee, ist ja f├╝r dich sinnlos, weil du nicht Auto fahren magst, aber f├╝r andere Leute haben wir ja Spa├č dabei.
Stimmt. Ich w├╝rde E-Auto vielleicht, aber ich bin ja auch kein Fan von Autos. Ich finde Autos ja relativ ├╝berfl├╝ssig. Auf dem Land vielleicht.
Wir m├╝ssen ja irgendwie in den Wald nach Ludwigslust kommen.
Also mein Gedankengang war gerade, Verbrenner macht ├╝berhaupt keinen Sinn. E-Porsche okay, aber eigentlich Autos, wenn du E-Autos hast, dann ist ja eher ein Service das Auto. Und vor allem, wenn es selbstfahrend ist. I don't know. Ich finde Autos schon schwer.
Okay, ich werde jetzt nicht alle Produkte durchgehen. Man sieht, wir sind schwer vermarktbar. Dann zweite Frage. Mal angenommen, du hast eine Firma mit so 10 bis 500 Mitarbeiterinnen.
Achso, aber Porsche wird jetzt von VW abgespalten. Hast du das gelesen?
Ja, findest du das gut oder schlecht?
Wird diskutiert. Find ich gut. Macht total viel Sinn. Also ich glaube, Porsche wird allein fast so viel wert sein wie der ganze. Also wenn das zu der voraussichtlichen Bewertung an den Markt kommt, wird das ein substanzieller Bestandteil der VW Bewertung sein. Wenn nicht, die vielleicht sogar ├╝bertreffen langfristig. Einfach weil dadurch, dass du diese ganzen Marken in einem riesen Kn├Ąuel bei Porsche vereinheitlichst, gibt es so einen Holding-Malus oder wie auch immer man das nennen m├Âchte. Oder Holding-Abschlag. Und wenn du die ganzen Marken da wieder rausdr├Âseln w├╝rdest, die ganzen Bugatti, Audi, Porsche, was wei├č ich, Skoda, Seat, w├Ąren die Summe der Teile auf jeden Fall mehr wert. Und ich denke in dem Fall das zwei-, dreifache sogar. Porsche ist ja ein ganz anderes Image, ganz andere Marge als der Konzern. Da auf einer gemeinsamen Basis zu bauen, du w├╝rdest den Cayenne ja nicht kaufen. Oder du kaufst den ja nicht, weil der auf der gleichen Basis wie der Touareg gebaut wird oder irgend so ein Quatsch. Da sehe ich ├╝berhaupt nicht die Synergien. Macht gar keinen Sinn. Also finde ich total schlau das abzuspalten.
Ja und es w├Ąre auch super f├╝r Apple, weil sie h├Ątten endlich einen Autokonzern, mit dem sie dann zusammenarbeiten k├Ânnten.
W├╝rde es passen? K├Ânnte man schauen.
Also Elektro-Porsche mit einer Apple-Software? Ja, warum nicht? So, zweite Frage. Mal angenommen, du hast zehn oder so, also eine Firma. Ich wei├č, du wagst keine Firmen, also auf jeden Fall nicht selbst. Aber du h├Ąttest so zehn bis 500 Mitarbeiter. Was w├Ąre deine Regel, und Corona w├Ąre jetzt vorbei und die kommen so in deine B├╝ros oder auch nicht, arbeiten von zu Hause. Was w├Ąre deine Regel f├╝r Online-Bestellungen? D├╝rften alle Mitarbeiterinnen alle Pakete ins B├╝ro schicken und wie w├╝rdest du es managen?
Ich kann das sehr gut nachempfinden, weil ich lange Zeit im Dachgeschoss zu schnell unf├Ąhig war, unzustellbar oder wie man es nennen m├Âchte. Deswegen war das f├╝r mich mal einer der Gr├╝nde, ├╝berhaupt f├╝r andere Firmen zu arbeiten, dass ich meine Pakete empfangen konnte, wenn ich da eine halbwegs regelm├Ą├čige Adresse hatte. Ich finde das schon, du musst nat├╝rlich Office-Managerinnen damit besch├Ąftigen, aber das stiftet Sinn, macht Sinn. Kann man bei gro├čen Firmen das nicht sogar in einem gro├čen Container alles liefern? Muss man ├╝berhaupt nur kleine Pakete liefern? Es w├Ąre schlau, das zu konsolidieren. Also wenn das aus ├Ąhnlichen Verteilzentren kommt, k├Ânnte man im gro├čen Sack auch die Sachen bringen. Aber dann sieht jeder, was der andere bestellt hat, das ist in der Firma vielleicht auch nicht so gut.
Ja, du m├Âchtest ja, dass dannÔÇŽ Aber was spricht der Gr├╝nden? Naja, wenn du im kleineren Team bist und die ganze Zeit die Pakete reinkommen und du nicht eine Office-Managerin oder einen Office-Manager hast, der irgendwie die Sachen entgegen nimmt, hast du ja immer St├Ârungen. Und du versuchst ja eigentlich, dass alle so ungest├Ârt wie m├Âglich arbeiten k├Ânnen.
Wei├č nicht. Also ich bin jetzt davon ausgegangen, dass es einen Office-Manager oder Office-Managerin gibt.
Ja, und die macht wahrscheinlich dann, eine Person macht dann wahrscheinlich einen halben Tag nichts anderes, au├čer Pakete entgegenzunehmen und die zu verteilen.
Ja, aber es kommen ja so drei, vier Paketboten am Tag maximal.
Ja, f├╝r dich alleine.
Und es ist ja nichtÔÇŽ Die kommen ja alleÔÇŽ DHL kommt nur einmal, UPS, DPD kommt nur einmal, Hermes kommt nur einmal, Amazon kommt eventuell mehrmals. Aber das finde ich vertretbar. Und es ist ja auch nicht so superproduktiv, wenn alle im Kerker vier Stunden durcharbeiten. Du musst ja eh Pausen haben, eh Unterbrechungen. Ich glaube nicht so sehr an dieses Superfokus, f├╝nf Stunden durcharbeiten, dann mal kurz auf Toilette und weiter.
Wie machst du denn die Podcast-Vorbereitung?
Das mache ich relativ am St├╝ck, wobei ich habe zwischendurch was gegessen.
Und hattest du irgendeinen Rabbit Hole, wo du kurz mal eine Viertelstunde, eine halbe Stunde abgetaucht bist diesmal?
Tats├Ąchlich, ich habe sogar ├╝berlegt, das zu teilen, aber es war dann zu kompliziert und ich habe mir st├Ąndig selber widersprochen bei der Deutung. Es ging um einen Chart, dass dieÔÇŽ ich versuche das kurz zu fassen, damit es nicht zu weit abscheut. Also da wurde die Aktienmarkt-Performance mit der durchschnittlichen Kreditaufnahme f├╝r Margin Trades verglichen. Also das ist wundersch├Ân invers, also je mehr die Leute auf Pump kaufen, das korreliert erstmal mit dem Anstieg der Aktien. Und dann am H├Âhepunkt der Kreditaufnahme kommt immer die Krise. Und die Frage war dann, ob da Kurs und Correlation verwechselt werden. Das hei├čt, nat├╝rlich, wenn die Krise kommt, implodieren die Margen, weil sp├Ątestens nach 10, 15, 20% Kursverlust sind die malÔÇŽ also ist das Margenvolumen aufgeraucht in der Regel. Du hast ja gehebelt gekauft, in der Regel 10-facher, 5-facher Hebel. Das hei├čt, es ist vollkommen klar, dass diese Schulden dann abgebaut werden ├╝ber den Notverkauf der Aktien. Da sah es aber so aus, als wenn es ganz kurz vorher passiert, das w├Ąre dann mega spannend, weil dann k├Ânntest du einfach schauen, wann die Margen abgewandelt werden. Aber es war dann zeitlich anscheinend falsch dargestellt. Und das andere ist, es hat keinen Aussagecharakter, weil es sieht halt wie perfekt invers korreliert aus. Also du siehst immer den Peak zur gleichen Zeit, aber das scheint eher eben so ein funktionaler Zusammenhang. Das einzige, was man ableiten kann, ist, dass es immer vor den Krisen zu einem besonders starken Anstieg kam. Und den siehst du jetzt gerade auch wieder. Also wir sind jetzt an einem Maximum, der sozusagen Aktien auf Pump kaufen ist gerade an einem Maximum und das ist sehr schnell entstanden durch sehr steilen Anstieg in vergangener Zeit. Teilweise durch GME, also GameStop. Das ist die Frage, ob man das deuten k├Ânnte. Aber wenn das richtig w├Ąre, dann dauert es keine zwei Monate mehr.
Und das bedeutet dann tats├Ąchlich, dass Leute sich ├╝ber ihre Kreditkarten oder irgendwie anders 1000, 10.000 Euro Dollar leihen und damit Aktien kaufen?
Ne, nicht ├╝ber Kreditkarten. Das bieten die Broker in den USA relativ out of the box so an. Also du kannst einfach sagen, du m├Âchtest dir auf Pump kaufen und dann brauchst du nur ein F├╝nftel des Geldes. Und die werben sogar mit den Bedingungen. Also die Interactive Broker sagt irgendwie, bei uns kriegst du den g├╝nstigsten Zinssatz f├╝r Margengesch├Ąfte. Relativ g├Ąngig in den USA.
Und gibt es da irgendwie einen Cap?
Ja, du musst halt in der Regel 20% vorhalten. In der Krise kann das halt brutal werden, weil die Aktien auch mehr als 20% an einem Tag fallen k├Ânnen. Also wenn du ├╝ber Nacht 20% verlierst, dann w├Ąrst du sogar im Minus halt. Das ist halt das Problem. Ansonsten macht die Bank immer einen Notverkauf, wenn du bei minus 15% liegst oder so. Und das war die andere Sache, die ich ├╝berlegt habe. Ob die Dynamik nicht ist, dass wenn das Margenexposure der Trader so hoch ist, das sind 400 Milliarden oder so, die jetzt netto als gepumptes Geld am Aktienmarkt sind, ist das nicht der Grund, warum der Crash dann nicht nur eine kleine Korrektur wird, sondern ein Crash. Weil je mehr Marge du hast, desto mehr werden dann aus einer kleinen Korrektur wird dann ein Notverkauf und aus einem Notverkauf wird ein Ketteneffekt. Und dass deswegen vielleicht das absolute Margenexposure der Gesamtanlegerschaft dann vielleicht auch indikativ ist f├╝r eine drohende Krise. Weil es auch einen kleinen Kursabfall stark beschleunigen kann. Also ab 15% hast du fast einen Selffulfilling Prophecy Effekt oder so einen Ketteneffekt. Chain Reaction.
Und was ist ├╝berhaupt mit den ETFs dann? M├╝ssen die dann auch die Aktien schnell verkaufen? Aber wenn alles f├Ąllt, k├Ânnen sie ja gar nichts verkaufen. Die verkaufen dann nur, wenn eine Aktie, also wenn jetzt zum Beispiel ein Automobilkonzern morgen crashed, weil es doch kein IT-Unternehmen mehr ist, m├╝ssen dann die ETFsÔÇŽ Also kurz, wir sehen uns und Pippa hat sich fast sein Getr├Ąnk aufs Keyboard gespuckt. Also nochmal, wenn ein Automobilkonzern jetzt auf einmal nicht mehr Technologieunternehmen ist und die Aktie crashed auf einmal 50%, m├╝ssen doch bestimmt viele Leute oder viele ETFs und so diese Aktien wieder verkaufen.
Ja, die m├╝ssen nur umschichten eigentlich. Die m├╝ssen dann ja nur umsch├╝ttigen. Ansonsten muss der ETF erst verkaufen, wenn Leute Geld aus dem ETF abziehen. Das passiert dann am H├Âhepunkt der Panik nat├╝rlich auch. Das w├Ąre gef├Ąhrlich. Weil ├╝brigens spannend ist, es gibt Hedgefonds, die beobachten, wann die gro├čen ETFs ihr Verm├Âgen umstrukturieren. Also du kannst, im Kleinen w├Ąre das, du schaust, wann ein Broker alle Sparpl├Ąne ausf├╝hrt. Sagen wir, du bist bei Robinhood und hast einen Sparplan auf, keine Ahnung, Shopify und die laufen immer zum ersten oder letzten oder Mitte des Monats. Dann k├Ânntest du sagen, du guckst mal auf den Markt, wann es so aussieht, als werden die ausgef├╝hrt und kaufst mal ganz kurz vorher die Aktien und dann wirst du eine Minimirage machen. Und das gleiche kannst du aber auch bei den gro├čen ETF-Anbietern eigentlich machen, dass du versuchst, rauszufinden, wann die ihre, also die m├╝ssen das ja zu einer gewissen Zeit am Tag oder Monat umstellen und dann kannst du versuchen, das zu Frontrun, scheinend gemacht zu werden.
Kann ich mir vorstellen, dass du das als Online-Marketer spannend findest, finde ich uninteressant.
Okay, na gut. Du bist auch schwer zu begeistern.
Lass uns direkt mal mit einer Frage anfangen. Fabian hat uns gefragt, warum WhatsApp das interessanteste Produkt von Facebook ist. Wir haben das wohl ein paar Mal schon gesagt und er w├╝rde gerne verstehen, warum.
Das kannst du auch erkl├Ąren.
Ich habe gesagt, meine Stichpunkte w├Ąren A, keine Werbung, B, generationen├╝bergreifend und C, jeder sollte sich selbst mal seine Screen-Time anschauen, wie viel Zeit er auf WhatsApp verbringt.
Schon eine sehr gute Erkl├Ąrung. Also andersrum, ich glaube, Facebook ist, also erregt l├Ąngst nicht mehr so viel Engagement wie die anderen Produkte. Du hast Stagnationen in den Nutzerzahlen mehr und mehr und das ist vollkommen ausmonetarisiert aus meiner Sicht. Also ich finde es schwer, da noch mehr Geld mitzumachen pro Nutzer oder pro Session. Instagram w├Ąchst noch ein bisschen, hat glaube ich den h├Âchsten Konkurrenzdruck. Also das ist immer das, was am ehesten verliert, wenn jetzt TikTok hochkommt oder Clubhouse hochkommt, dann fehlt diese Zeit am ehesten bei Instagram. Also das ist so ein bisschen die erste Verteidigungslinie. Hat daf├╝r aber noch ein bisschen Monetarisierungspotential, wenn man es besser mit E-Commerce verkn├╝pft, glaube ich. Das macht es ein bisschen spannender. Und es w├Ąre noch spannend theoretisch, wenn du als Plattform st├Ąrker am Influencer-Game teilnimmst. Im Moment ist es ja so, dass Instagram vor allen Dingen anderen Leuten erlaubt, Geld zu machen. Ich glaube, wenn man das noch unterbinden k├Ânnte, aber dann ist die Gefahr nat├╝rlich, dass die Influencer sich erst recht nah an eine Plattform suchen. Also es sind beide so in einem Hold-up. Also die Influencer sind auf die Reichweite auf Instagram angewiesen und das Geld und Facebook w├╝rde gerne daran mitverdienen, hat aber auch Angst, dass die Influencer weggehen, weil das w├Ąre dann ganz sicher der Tod von denen. Trotzdem wird Instagram aber schon viel genutzt, glaube ich, einfach um deine Audience auch auf andere Plattformen zu verteilen. Also ganz klares Beispiel, glaube ich, Onlyfans, dass du sozusagen f├Ąngst auf Instagram an und schiebst Leute mehr und mehr auf Onlyfans r├╝ber, aber auch Clubhouse, Podcasts oder so weiter. Ich benutze Instagram fast nur noch irgendwie, um andere Kan├Ąle zu promoten, w├╝rde ich sagen. Das liegt vielleicht auch daran, dass wir so wenig Instagramable Moments haben im Moment, weil wir alle nicht mehr in Machu Picchu und Vomtasch Mahal sind gerade. Und WhatsApp, wie du gesagt hast, sehr richtig, hohe Penetrationen aller Bev├Âlkerungsschichten, multigenerational. Unsere Eltern, Gro├čeltern sind drauf, jeder vom Kindesalter an. Also du hast gesagt, es ist keine Werbung, hei├čt aber auch hohes Monetarisierungspotenzial noch. Hat Potenzial, die Super-App zu werden, wo ich mich immer frage, warum das nicht passiert oder so langsam passiert. Also so eine Killer-App mit allem M├Âglichen. Hat das h├Âchste Engagement, t├Ąglich mehrmals lange Overall-Screen-Time. Und was ich aber bedenklich finde, ist, warum verpasst Facebook Payment noch total? Also eigentlich m├╝sst du WhatsApp viel, viel schneller zur Super-App machen und viel, viel schneller Payment, weil das ist der einzige Markt, wo Facebook ├╝berhaupt keinen Fu├č drin hat, sei denn ich ├╝bersehe was Payment.
Haben sie nicht irgendwie so eine Krypto-Sache?
Ja, Libra, das hei├čt jetzt irgendwie anders, glaube ich. Vielleicht ist die Uhr auch mit einem Payment-Gedanken versehen. Aber das Spannende an Payment ist ja nicht nur die Geb├╝hr, sondern auch die Daten, die du bekommst. Und das w├Ąre f├╝r Facebook halt super spannend zu sehen, was du mit deinem WhatsApp bezahlt hast, weil das m├Âchtest du, genau die Daten m├Âchtest du nat├╝rlich im Advertiser verkaufen. Gerade wenn du so Gaming oder so, kann ich mir gut vorstellen, dass Leute das ├╝ber WhatsApp bezahlen w├╝rden, aber auch so kleine K├Ąufe irgendwie im t├Ąglichen.
Vor allem als Querkonkurrent, wenn du dir ├╝berlegst, wie viel auch kleine Unternehmer, kleine L├Ąden viel mit WhatsApp, mit Kunden korrespondieren und jetzt vor allem in der Corona-Zeit w├Ąre es halt auch perfekt gewesen, dar├╝ber zu zahlen.
Ja, genau. Aber auf jeden Fall, es hat die tiefste Verbreitung, glaube ich, und das h├Âchste Potenzial. Und Facebook ist mehr oder weniger walking dead, sehr stagnierend. Instagram, ja, so irgendwo dazwischen.
Und wenn du jetzt f├╝r Facebook arbeiten w├╝rdest und in Australien, h├Ąttest du das jetzt auch alles so geregelt?
Also zun├Ąchst w├╝rde ich nicht in die Situation kommen, glaube ich.
Kannst du nochmal ganz kurz erkl├Ąren, was da passiert ist?
Australien hat eine sehr konzentrierte Medienlandschaft, das hei├čt es geh├Ârt vier davon, einfach Rupert Murdoch. Und so wie in anderen L├Ąndern auch, haben die Publisher oder Verleger sehr stark gelobbied, dass ein Gesetz erlassen wird, das daf├╝r sorgt, dass die gro├čen Plattformen ihre Ums├Ątze ein bisschen teilen m├╝ssen mit den Content Provider. Also hat man ein Gesetz erstellt, w├╝rde ich fast sagen, das zielgerichtet Plattformen ab einer gewissen Gr├Â├če, n├Ąmlich so, dass es nur Facebook und Google betrifft, Geld bezahlen m├╝ssen, wenn sie auf Inhalte verlinken, mehr oder weniger. So eine Art Leistungsschutzrecht oder Copyright, Ancillary Copyright, wie auch immer man das nennen m├Âchte. Dann daraufhin haben Google und Facebook gedroht, dann k├Ânnen wir ja nicht weiter unsere Dienste anbieten. So funktioniert das nicht. Also wir k├Ânnen uns das nicht leisten, in Anf├╝hrungsstrichen, was nat├╝rlich Quatsch ist. Und es wurde aber trotzdem weitergetrieben. Google hat sich jetzt in letzter Minute geeinigt, da hatten wir ja dr├╝ber geredet, dass der Bluff wahrscheinlich ein bisschen haltlos war, also dass beides hinein f├╝r Google nicht spannend sein k├Ânnen, sowohl den Markt zu verlieren, als auch sozusagen Chaos anzurichten, indem sie einen Service einstellen und damit aber vollkommen klar ist, dass sie reguliert werden m├╝ssen, weil sie zu wichtig sind. Deswegen war anzunehmen, dass sie sich in letzter Minute einigen und die haben jetzt die Publisher in ihr Showcase-Programm eingeladen, das ist ein spezielles News-Produkt, wo sie dann mehr oder weniger fair ihre Einnahmen mit denen teilen. Microsoft, lustigerweise, hat das sehr stark unterst├╝tzt oder sagt, das ist genau richtig, was Australien macht, was nat├╝rlich Sinn macht, weil es trifft Google viel mehr, als es sie mit der kleinen Suchmaschine treffen w├╝rde, die im Moment quasi davon ausgenommen ist, wegen der Schirngr├Â├če. Deswegen, da war nichts anderes zu erwarten, als dass Microsoft oder vielleicht auch Apple sagen, das ist genau der richtige Weg.
Was ist aktuell der Marktanteil von Bing? Ist das unter 5%?
Ja, unter 5. Also in den USA ein bisschen mehr, glaube ich. In Australien habe ich nicht im Kopf, aber unter 10 mit Sicherheit. Genau.
Das ganze Thema verstehe ich bei Google. Also Google zieht sich ja den ganzen Content so, das verstehe ich. Aber bei Facebook habe ich es nicht so ganz verstanden.
Ja, also was du sagst, bei Facebook sind es nur 4% der Inhalte, die aus Newsmedien oder aus Publishing-Media kommen.
Aber das ist doch haupts├Ąchlich ein Artikel, den du teilst, weil du drin vorkommst.
Zum Beispiel, genau. Und das ist tats├Ąchlich gar nicht so wichtig, aber es geht so ein bisschen dabei auch um die nachtr├Ągliche Besteuerung dieser Konzerne, glaube ich. Und das ist, glaube ich, auch schon die Hauptkritik an dem Ganzen. Also ich finde den Status Quo einfach zu akzeptieren, ehrlich gesagt auch doof, weil die Wertsch├Âpfung ist nicht fair verteilt. Gerade zwischen News- und Content-Produzenten bei Facebook ist es nicht ganz so einfach. Vielleicht w├Ąre es ehrlicher gewesen, einfach eine Digitalsteuer einzuf├╝hren und das dann umzuverteilen ├╝ber den Staat an die Medien. Das ist ja auch nicht wundersch├Ân, aber vielleicht w├Ąre das ehrlicher, als jetzt zwei Konzerne zu besteuern und ein kompliziertes, relativ untaugliches, schwer interpretierbares Gesetz zu erlassen. Das ist schon relativ flaut, das Gesetz, oder nicht perfekt. Deswegen w├Ąre eine direkte Besteuerung vielleicht auch von Digitalgewinn, oder eine progressive Steuerung von Digitalgewinn, also je gr├Â├čer du bist, desto mehr musst du zahlen, w├Ąre wahrscheinlich die bessere L├Âsung gewesen. Facebook hat so reagiert, dass sie dann tats├Ąchlich gesagt hat, dann bannen wir halt Medieninhalte oder News-Inhalte von unserer Plattform und haben aus Versehen angeblich, so auch die Webseiten von Katastrophenschutz, Polizeiwachen, Feuerwehr, alles wor├╝ber der Staat im Notfall die Bev├Âlkerung, sagen wir das ist ein Buschbrand oder ein Metoid schl├Ągt ein, oder ein Blizzard kommt. Dann haben sie die Bev├Âlkerung von den ├Âffentlichen Katastrophenschutzbeh├Ârden abgeschlossen damit, indem sie deren Inhalte nicht gel├Âscht haben, aber zumindest unsichtbar gemacht haben. Das kann man sagen, ist entweder ein dummer Fehler gewesen oder auch ein sehr bockiges Kind oder Droh-Szenario. Ich wei├č nicht, ob das schlau ist, dann so zu eskalieren. Das zeigt jetzt nicht, dass du in good faith verhandelst, wenn du dann so ├╝berziehst deine Reaktion. Nicht ganz klar, wie das weitergehen wird. Eigentlich kann Facebook dabei nur verlieren. Warum die das dann doch so ernst nehmen, obwohl Australien ein kleiner Markt ist, das kann nat├╝rlich eine Pr├Ązedenz f├╝r andere gro├če englischsprachige M├Ąrkte werden. Da entwickeln nat├╝rlich andere Staaten dann Begehrlichkeiten, dass sie, wenn das halbwegs funktioniert, dann sagen, dann k├Ânnen wir das in der EU aber auch, oder k├Ânnen wir das in Brasilien aber auch. Das ist nat├╝rlich die gro├če Gefahr. Deswegen m├╝ssen die das schon irgendwie torpedieren und Ad absurdum f├╝hren, einfach damit es untauglich wirkt. Weil die gro├če Gefahr ist, dass irgendwo auf der Welt jemand das ganz gut findet. Und ich meine, der australische Staat macht das einzig Richtige. Der sagt, wir sind der Souver├Ąn und we do not respond to threats. Ich glaube, als Staat darf man auch nichts anderes sagen. Aber was ja schon so ist, je weiter wir fortschreiten in der Zeit, desto weniger Macht haben einzelne Staaten auch gegen die Gemeinschaft der GAFA-Unternehmen oder auch gegen einzelne GAFA-Unternehmen. In Australien ist es halt so, dass die Presse insgesamt, dadurch, dass sie so konzentriert ist, relativ viel Macht auf den Staat aus├╝ben kann. Das ist jetzt nicht in jedem Land so. Es gibt auch L├Ąnder, wo die Pr├Ąsidenten vielleicht sehr stark darauf angewiesen sind, dass Facebook und Google ihnen wohlgesonnen ist.
Stell dir vor, Indien w├╝rde das machen.
Ja, Indien oder hier Brasilien auch. Die werden ja durch Facebook fast in den Thron gehoben, die Populisten. Von daher ist es nicht so einfach. Ich glaube, Facebook ist aber auch gar nicht so ungl├╝cklich dar├╝ber, weil das wiederum begreift eine andere News, die kaum Reichweite findet. N├Ąmlich, dass es gibt so einen Prozess seit 2018, so einen Master, wer ist das? Class Action Suit, also eine Sammelklage gegen Facebook, wo sich ein kleiner Unternehmer beschwert hat, dass die sogenannte Potential Reach Metric, die im Facebook Ad Manager angezeigt wird, also wie viele Leute du erreichen kannst, dass die nicht ganz korrekt sei. Oder sogar, wie sagt man, missirref├╝hrend ist. Und der Prozess geht schon seit zwei Jahren, aber der Richter hat jetzt erstmals angeordnet, dass die Dokumente teilweise unredacted werden, also dass das Ausgeschw├Ąrzte weggemacht wird. Das ist so wie in dem Verfahren damals bei Google auch. Du bekommst erstmals selbst als Zeuge irgendwelche Seiten, die komplett schwarz sind oder ein Drittel schwarz sind, angeblich um die Trade Secrets, also die Gesch├Ąftsgeheimnisse der Firmen zu bewahren oder auch teilweise pers├Ânliche Informationen ├╝ber den Mitarbeiter. Und da hat der Richter jetzt aber diese Confidentiality Circles ein bisschen aufgel├Âst oder sozusagen die Redaktion r├╝ckg├Ąngig gemacht und die Schwerzungen. Und dabei ist jetzt sichtbar geworden, dass verschiedene Facebook-Mitarbeiter quasi das innerhalb von Facebook aufgezeigt haben. Also der Produktmanager, der daran gearbeitet hat, hat wortw├Ârtlich gesagt, dass die Estimation deeply wrong ist, also wirklich komplett daneben. Unter anderem ├╝brigens, weil so Duplikataccounts, Fakeaccounts, ├ťberdeckung zwischen Instagram, Facebook und so weiter alles nicht eingerechnet wurden.
Ich hab gedacht, sowas gibt's nur im Dating.
Genau. Und dann f├╝hrt das dazu, dass unter anderem Du, wenn Du ein Bundesstaat targettest, dass die Estimation gr├Â├čer ist als die Population dieses Bundesstaates. Also wo Du dann siehst, dass Dir das Tool eigentlich nicht funktionieren kann. Und in diesen E-Mails ist aber sichtbar geworden, dass nachdem verschiedene Mitarbeiter bei Facebook das sozusagen aufgebracht haben, das Thema, dass das wahrscheinlich sozusagen eine sehr schlechte Estimation ist, die sie da abgeben und das wirklich wild ├╝bersch├Ątzen, hat Sheryl Sandberg wohl pers├Ânlich gesagt, also und Facebook sagt dann irgendwie, das hei├čt halt nur irgendwie Potential Reach Estimator, also regt Euch mal nicht so auf. Das ist halt ein Tool, was irgendwie das Potential err├Ąt oder sch├Ątzt und es gibt auch eine Beschreibung, wie das gemacht wird im Help Center und so weiter. Was aber dann ungl├╝cklich ist, dass Sheryl Sandberg wohl in einem Meeting gesagt hat, dass das definitiv nicht ge├Ąndert werden kann, weil es einen Significant Revenue Impact h├Ątte. Also es h├Ątte einen signifikanten, signifikante Auswirkungen auf den Umsatz, wenn man das korrigieren w├╝rde. Was dann die eigentlich, die vorherige Aussage, n├Ąmlich, dass das jetzt nicht so wild ist, dann komplett konterkariert. Und Facebook selber hat sich auch so eingelassen, das ist, die nennen das arguably the single most important number in our Ads Creation Interface. Also es ist die entscheidende Nummer in dem Interface, wo Du die Anzeigen erstellst, im Ad Manager.
Also wahrscheinlich so wichtig wie auf Booking.com, dass da nur noch ein Bett verf├╝gbar ist.
Ja, also die sagt Dir halt, wenn Du sagst, ich will nur Frauen zwischen 24 und 35 in Georgia erreichen, dann sagt die halt, wie viel Nutzer Du erreichen willst. Und es gibt schon, ich sage nicht, dass es eine gute Technik ist oder schlau, aber es gibt Leute, die entscheiden danach, wie viel Geld sie bereit sind auszugeben, um mehr Leute zu erreichen. Und wie gesagt, sie sagen ja selber, dass das, sie glauben, dass wir einer, und Facebook testet so etwas ja auch sehr gut durch, also die werden schon wissen oder haben es vielleicht sogar getestet, wie, was der Einfluss darauf ist, diese Zahl richtig oder falsch anzugeben. Und das sieht jetzt schon sehr, wie sagt man das vorsichtig, also irref├╝hrend aus und ja, vielleicht nicht betr├╝gerisch, aber irref├╝hrend, wenn Du da, obwohl Du wei├čt, dass die Zahlen nicht richtig sind, aber das einfach nur, weil es mehr Geld bringt oder weil es die Bottomline von Facebook besch├Ądigen w├╝rde, dieses Feature nicht fixt, obwohl selbst die Mitarbeiter sagen, dass es Schwachsinn ist. Da sahen sie jetzt nicht gut aus in den E-Mails, aber das kriegt gerade nicht genug ├ľffentlichkeit, dadurch, dass der Australian Issue das so ein bisschen ├╝berlappt. Aber wir packen mal einen Link in die Shownotes f├╝r die Leute, die das interessiert. Und das ist ja auch im Tick, also ich glaube, jemand, der t├Ąglich mit Facebook arbeitet, im Adstool und nicht komplett bekloppt ist, dem ist das schon aufgefallen, dass irgendwie Du in Deutschland theoretisch 60 Millionen Leute targetest, obwohl irgendwie mit Kindern, Rentnern, was wei├č ich, Leuten, die kein Telefon haben, die gar nicht da drin sein k├Ânnen. Aber vielleicht ist das Hintergrund trotzdem ganz spannend. Und das ist nicht das erste Mal, dass Facebook das passiert. Sie mussten schon in einem anderen Prozess 2016 setteln, also sich einigen. Da ging es um inflated Video Views. Also, dass Du jedes Mal, wenn Du ├╝ber ein Video r├╝berspulst in der Timeline, dass das als Video View gesehen wird oder als Reach, was ja auch nicht das ist, was der Advertiser sich vorstellt. Wenn Du sagst, Du hast da eine Million Video Views mitbekommen, dann w├╝rdest Du die Leute fragen, hei├čt das, das Video wurde eine Million Mal abgespielt oder das Autoplay Feature ist beim Durchscrollen eine Million Mal angegangen, w├╝rden die meisten Leute glaube ich nicht verstehen, wie diese Zahl zustande kommt.
Ja, spannend. Ich bin mal gespannt, was dazu f├╝hren muss, dass die Aktie von Facebook ein bisschen nach unten korrigiert wird.
Ja, das ist halt so wie mit Philip Morris oder so. Also das ist halt blo├č, weil es auf was absolut Sch├Ądlichen beruht, ist es halt kein schlechtes Businessmodell oder andersrum sogar. Es ist ein besonders gutes dadurch, ein besonders resilientes, bis es irgendwann reguliert wird.
J├Ârn hat uns gefragt, ob wir mal einen Faktencheck machen k├Ânnten, ob wirklich die 500 Millionen reichsten Menschen ein iPhone haben. Also jetzt, ich gucke Dich jetzt an, Du hast jetzt ein iPhone, Du bist einer der reichsten Menschen, die ich kenne, also scheint richtig zu sein.
Das habe ich mir aber erst vor kurzem gekauft, ja. Aber ich hatte ja ganz fr├╝her schon mal eins. Also die Aussage ist nat├╝rlich wie jede Pauschalierung per se erstmal falsch, aber indikativ oder grob richtig ist es glaube ich trotzdem. Also das Narrativ ist in dem Fall haupts├Ąchlich, dass Android zwar deutlich mehr Handys betreibt oder die Installbase von Android viel gr├Â├čer ist als die von iPhones, aber die Kaufkraft der iPhone Nutzer ist eben sehr gro├č. Und unter anderem sagt man eben so, manche Leute sagen eine Milliarde, ich w├╝rde sagen eher 500 Millionen der reichsten Leute haben ein iPhone. Das kann man schon rationalisieren. Also Apple selber sagt, sie haben eine Milliarde aktive iPhones und 1,65 aktive Ger├Ąte. Also wenn jemand zum Beispiel ein iPhone und ein iPad hat. Oder so? Ja, das ist ganz lustig, wenn man es mit dem Revenue vergleicht, dann hei├čt das, dass Apple pro Nutzer eigentlich 250 Euro im Jahr Umsatz macht. Das ist ja schon noch Potenzial glaube ich. F├╝r Dein neues Mauspad zum Beispiel oder Touchpad zum Beispiel, das Du Dir gerade gekauft hast.
Also ich w├Ąre sehr reich, wenn ich anstatt alle Apple Produkte einfach eine Apple Aktie gekauft h├Ątte.
Genau, ja sehr guter Vergleich.
Also das w├Ąre sozusagen, eigentlich m├╝ssten die mit jedem Produkt auch gleich eine Aktie verkaufen.
Ja, das ist wie der t├Ągliche Starbucks Kaffee, den Du machst. Kennst Du das? Diese Investorenlegende? Also das wird immer so in diesen...
Legendenstatus hast nur Du, erkl├Ąr mal.
Ja, dass Du halt sagst, wenn Du jeden Tag Deine Starbucks Latte in ETF legst, dann wirst Du irgendwie Million├Ąr mit 65 oder so. Also Kaffee selber machen und naja. Aber bei Apple ist es tats├Ąchlich ein gutes Beispiel. Sch├Ątz mal wie viele Smartphones insgesamt auf der Welt, also wir haben 8 Milliarden Menschen, falls das nicht bekannt ist. Oder 7,8 oder so. Wie viele davon haben ein Smartphone?
F├╝nf.
Ja, f├╝nf haben keins. Kann man sich nicht vorstellen, oder? Also man geh├Ârt nat├╝rlich Kinder dazu und gerade in der entwickelnden Welt sind die meisten Leute sehr jung auch. Aber tats├Ąchlich gibt es nur drei Millionen Smartphone Nutzer.
Aber hat Facebook nicht zwei Milliarden Nutzer?
Ja, nutzt halt fast jeder. Und es sind halt die Fakenutzer. Siehst Du? Genau, es gibt nur drei Milliarden und 50% der Weltbev├Âlkerung verdienen auch nur ├╝ber 200 Euro im Monat. Das vergisst man auch immer schnell. Das hei├čt f├╝r die kommen Telefone und schon gar nicht iPhones ├╝berhaupt in Frage. Die m├╝sste man schon mal abziehen. Und dann um das ein bisschen zu validieren, warum diese Pauschalierung zumindest in die richtige Richtung geht. Den gr├Â├čten Marktanteil hat das iPhone immer in den reichsten L├Ąndern. Also Japan, die Nordics, Kanada, UK, Australien, USA. Das sind die L├Ąnder, wo die meisten iPhone Nutzer sind. Sch├Ątz mal wie viel Prozent, Deutschland Android oder iPhone Country? Sch├Ątz mal wie viel Prozent iPhones in Deutschland von Smartphones? 40. Ja, so in einem Dreh. Weniger als 50, aber schon noch relativ gro├č. Genau, und dann gibt es so verschiedene Studien, womit man das validiert. Also es gibt eine IBM-Studie, die sagt am Black Friday haben die iOS-Sales dreimal so viel Anteil gehabt wie Android-Ger├Ąte. Also das hei├čt, dass Android ein Viertel des Umsatzes nur ausmacht. Woran liegt das? Die iOS-Leute sind besonders tech-heavy und online-affin in der Regel. Sie haben eine h├Âhere Conversion-Rate, weil sie irgendwie souver├Ąner im Umgang mit dem Internet sind. Sie haben h├Âheren Average-Order-Value, weil sie teurere Produkte neigen zu kaufen.
Also du meinst, wenn Leute ├╝ber den Browser oder ├╝ber eine App was kaufen?
Mhm.
Also generell bei In-App-Purchasing hast du das ja auch. Also es gibt ja viele Apps, die eigentlich monetarisieren, haupts├Ąchlich ├╝ber iOS.
Genau.
Zur├╝ck zum Dating. Es gab mal eine bekannte Pers├Ânlichkeit im Dating-Markt, die meinte, wir kaufen die Damen ├╝ber Android g├╝nstig ein und verdienen ├╝ber die M├Ąnner auf dem iPhone.
Das macht Sinn, nach meiner Erfahrung. Und funktioniert die Offline-Welt nicht genauso?
Ja. Also du meinst deine Bar, die du in Berlin betreibst.
Ja, genau. Und die gelten dann, glaube ich, auch als relativ preisinsensitiv. Deswegen gibt es ja teilweise die Preisdiskriminierung, dass Apple-Nutzer teure Preise bekommen f├╝r manche Produkte.
Habt ihr das bei Idealo fr├╝her auch gemacht, bei Flugreisen?
Nee, im Gegenteil. Das ist das Gute. Der Vergleichslayer macht sowas transparent, weil wir sozusagen die Information nicht weiterreichen w├╝rden an den Advertiser. Das hei├čt, der muss einen Gemeinpreis angeben. Es ist nicht so, dass sich nicht Einzelne w├╝nschen w├╝rden, dass man es anders macht. Aber die h├Ątten dann eher eine Convenience-Fee oder so sp├Ąter f├╝r reiche Leute. Und iPhone-Nutzer verdienen im Durchschnitt auch 50% mehr. Also wenn du aufs Durchschnittsjahreseinkommen in den USA oder Deutschland schaust, iPhone-Nutzer gegen Android-Nutzer, bist du so bei 40 bis 50% mehr Umsatz. Ich hab mal in eine vertraute E-Commerce-Seite geschaut. Da war es so, dass die Conversion-Rate von iOS-Nutzern, das sind dann die mobilen Devices von Apple, 0,7% war. Die von Android sind nur 0,3. Kaufen also nur halb so viel oder pro Session nur halb so oft. Windows-Nutzer 1,3, also doppelt so hoch wie iOS. Und Macintosh, also Macs, 2,7%. Also das ist jeweils doppelt so hohe Conversion-Rate, sowohl auf Desktop als auch auf Mobil-Device. Und in dem Fall hat Apple 70% aller Bestellungen ausgemacht. Und die dann noch mit einem h├Âheren Order-Value. Also Fazit w├╝rde ich sagen, nicht alle reichen Menschen haben iPhone. Klar gibt es Leute, die das einfach aus ├ťberzeugung oder so sich f├╝r Android entscheiden. Aber ich w├╝rde schon sagen, dass Apple-User so 70, 80% des sogenannten Discretionary-Spendings kontrollieren, also des verf├╝gbaren Einkommens. Und dieser Einkommensunterschied von 50% ist insofern wichtig, weil du musst ja dann noch alles abziehen, was Miete, Waren des t├Ąglichen Bedarfs sind. Und das, was wirklich dar├╝ber hinaus als Impultshopping ausgegeben werden kann, das ist dann wahrscheinlich eher 80, 100% h├Âher beim Apple-Nutzer. Und deswegen ist die Aussage, dass es eine Pauschalierung ist und nicht exklusiv richtig. Aber tendenziell w├╝rde jeder, wenn du dich entscheiden w├╝rdest als Shop, ob du deine Android- oder deine Apple-Nutzer aufgeben m├Âchtest, w├╝rdest du immer die Android-Leute ├╝ber die Klingel springen lassen.
Und wenn du jetzt einen Pitch von einem Startup vorliegen hast und die sagen, sie entwickeln eine iOS und eine Android-App, w├╝rdest du ihnen sagen, macht erstmal nur iOS?
Ich glaube, das ist bei Netzwerken kompliziert, weil da brauchst du ja ein schnelles Userwachstum und sich dann diesem Anteil zu berauben. Das hat man ja bei Clubhouse gesehen, zu wie viel Ver├Ąrgerung das auch f├╝hrt, dass Android-Nutzer das erstmal nicht nutzen konnten. Ich glaube, das ist ein hohes Risiko, schon den Weg zu gehen bei Netzwerken, weil die Netzwerkeffekte dadurch deutlich schwerer entstehen, wenn du irgendwie 70% der Bev├Âlkerung ausschlie├čt oder 80%. Halt ich f├╝r kompliziert. Deswegen w├╝rde ich schon versuchen, beides zu entwickeln. Gleichzeitig. Wenn es irgendwie m├Âglich ist.
Ich w├╝rde empfehlen, nur eins zu machen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die App nicht funktioniert, ist eh ultra hoch. Dann faile lieber auf iOS g├╝nstiger, anstatt beides am Anfang auszuprobieren.
Das kommt halt auf das Produkt an. Wenn du einen Fotofilter machst, klar, dann kannst du das auf iOS testen. Wenn du ein Social Network machst, finde ich das sehr kompliziert.
Ich w├╝rde auch kein Social Network machen. Aber gut. Eigentlich ganz guter ├ťbergang zum Gr├╝nden. Wir haben n├Ąmlich eine anonyme Anfrage bekommen. Und zwar jemand, der die aus der Uni raus ist, nun fertig auf dem Arbeitsmarkt, hat ein Angebot. Das Angebot sieht folgenderma├čen aus. Zwei erfolgreiche Unternehmer geben dieser Person die M├Âglichkeit, das n├Ąchste gro├če Ding zu machen. Investieren 100.000 Euro und w├╝rden der Person als Gr├╝nderin 10% geben und 3000 Euro brutto im Monat. Nun ist die Frage, ist das ein guter Deal? Ist das ein schlechter Deal? Was sagst du, Pipp? W├╝rdest du es machen? Wenn du damals das Jobinterview bei Idealo nicht geschafft h├Ąttest, dir ├╝berlegt h├Ąttest, okay, ich hab jetzt hier die M├Âglichkeit von zwei Unternehmern zu lernen.
Ich h├Ątte mir das gar nicht zugetraut. Aber du bist doch Serial Entrepreneur. Sag doch mal, was du dazu denkst.
Ich w├╝rde es nicht machen. Und warum? Ich finde es interessant zu sehen, dass es diese Modelle immer noch gibt. Wenn diese beiden Angels oder Investoren jetzt 90% haben, aber erwarten, dass das einer irgendwie voll durchzieht, f├╝r 10% wird der... Das gro├če an dem Ding ist ja, er muss ein gutes Produkt bauen, er muss wahrscheinlich mehrmals Fundraising machen und ich glaube, die Luft ist relativ schnell zu Ende. Wenn die beiden das Thema nicht mehr hei├č finden nach sechs Monaten, 24 Monaten, dann wird der das auch nicht alleine weiterf├╝hren k├Ânnen, weil der Cap Table halt so aufgeteilt ist. Und meine Empfehlung w├Ąre es nicht zu machen, weil es langfristig, selbst wenn es klappt, auf f├╝nf oder zehn Jahre nicht der beste Deal f├╝r die Person ist. Und ich glaube, dass es sich nicht lohnt, die jungen Leute so zu machen. Au├čer, also Rocket hat es ja so fr├╝her immer die ganze Zeit gemacht.
Moment, aber da war das Seedfunding nicht 100%.
Genau, also wenn das Seedfunding so hoch ist, wenn da irgendwie 500 oder 5 Millionen reingehen und sie sagen so, hier ihr seid irgendwie die drei, die Boyband, die das jetzt macht, das w├╝rde ich schon eher machen.
Das ist glaube ich der gro├če Unterschied. Also die ganz schnelle Antwort auf die Frage w├Ąre, wenn du 10%, also die stecken 100.000 rein f├╝r 90%, du kriegst 10, dann bist du den Leuten halt 11.000 Euro wert. Wenn du glaubst, das ist dein Beitrag, fein. Dann kannst du danach entscheiden, ob das jetzt Sinn macht, das weiter zu machen. Weil das, letztlich wird da dein Beitrag bewertet und der wird in dem Modell nach der Fundinglogik mit 11.000 Euro bewertet. Daf├╝r w├╝rde ich jetzt nicht arbeiten gehen, dann w├╝rde ich sagen, dann race dir lieber die 100.000 von Freunden oder fang kleiner an oder was wei├č ich. Von daher glaube ich das nicht. Was spricht dagegen? Du kannst immer sagen, wenn die Idee von denen kommt und super gut ist und sie wirklich viel supporten w├╝rden in den ersten Monaten, dann k├Ânnte das Sinn machen.
Aber dann w├╝rden sie dir doch direkt mit den gro├čen Hunden bellen. Also wenn die Idee, wenn sie richtig gut sind und richtig gro├č, dann w├╝rden sie doch auch aufsetzen, also w├╝rden sie sofort richtig gro├č aufsetzen.
Ja, du w├╝rdest wahrscheinlich keinen Newbie auf deine beste Idee setzen, das ist ein guter Punkt. Und was ich auch immer kompliziert finde, ist, wenn die Leute dann sagen, daf├╝r profitierst du von unserem Netzwerk. Das finde ich immer ganz kompliziert. Es gibt kein Netzwerk. Also wenn die Idee, oder wenn es nicht funktioniert, werden die nicht ihre besten Freunde da reinquatschen und wenn es funktioniert, wird es eh jeden interessieren.
Wenn es funktioniert, ├╝bernehmen sie es sowieso.
Also die Probleme sind, du hast ein Motivationsproblem beim Founder durch die Inzentivierung, du hast weitere Verw├Ąsserungen sp├Ąter. Ich glaube, dass es mit dem Modell ├╝berhaupt nicht finanzierungsf├Ąhig ist. Also die n├Ąchste Runde wird kein VC machen lassen.
Du erkl├Ąrst es immer so gut. Ich denke das gleiche, aber ich kann es nicht so gut erkl├Ąren. Ich brauche noch 50 Folgen.
Ja, du hast viele Sachen davon tats├Ąchlich schon angesprochen. Du hast ja auch genug Erfahrung da. Also die Nachfolgefinanzierungsf├Ąhigkeit ist da ├╝berhaupt nicht gegeben. Nach meiner Erfahrung w├╝rde der n├Ąchste VC sagen, wir m├╝ssen jetzt einen Weg finden, wie wir dem Founder irgendwie 20% ESOPs westen ├╝ber die n├Ąchsten vier Jahre. Ansonsten wie soll das weitergehen? Der haut uns ganz sicher ab. Ich w├╝rde Geld nicht in so eine Company stecken. Ich hatte genau so einen Fall lustigerweise diese Woche, aber da war die Verteilung eher andersrum und das dann viel, viel ges├╝nder, glaube ich.
Also dass der Gr├╝nder sehr viel hatte, aber der Investor immer noch zu viel oder wie?
Nee, der Investor hatte da eher so ganz niedrig zweistellig daf├╝r, dass er Idee und Support und so macht. Und da hatten die Gr├╝nder aber dann irgendwie 90, 80% und dann kann das schon eher gehen. Ich glaube, was immer gut ist, wenn man sich mal in so eine Situation trotzdem rein man├Âvriert hat, was ja passiert kann und was ich vielen Gr├╝ndern auch sage ist, ich glaube, du kannst eigentlich keine falschen Vertr├Ąge. Also wenn du nicht komplett auf den Kopf gefallen bist oder unf├Ąhig bist, kannst du gar keine falschen Vertr├Ąge unterschreiben, weil du kannst dich jeden Tag wieder neu an den Tisch setzen und sagen, ich bin nicht mehr gl├╝cklich, ich m├Âchte einen anderen Vertrag. Ich m├Âchte ESOPs dazu haben.
Ja, von au├čen ist das so leicht gesagt.
Ja, aber ich kenne viele Leute, die das gemacht haben, unter anderem auch aus so Rocket-Vertr├Ągen, die halt, die waren nicht inzentiviert, weil sie schon auf vier, f├╝nf Prozent drunter waren oder auf hohe einstellige Prozentzahlungen. Dann sagst du halt hin, stellst dich vor deinen Board oder deinen Investoren und sagst, ich m├Âchte es nicht mehr weitermachen, es sei denn, wir finden wieder einen Weg, wie sich das f├╝r mich lohnen kann langfristig. Ja. In jedermanns Interesse.
Manchmal denke ich zur├╝ck und denke, das h├Ątte ich machen sollen.
Ja, also ich kann nur jeden dazu, sozusagen, wenn du nicht gl├╝cklich bist mit deinem Deal, du kannst den jeden Tag ├Ąndern. Du sitzt jeden Morgen an einem Verhandlungstisch, der ein Schreibtisch ist und kannst sagen, das passt nicht mehr und wir m├╝ssen einen neuen Weg finden.
Genau, kannst du auch mit einem Arbeitsvertrag machen.
Ja, genau. Und das hat halt auch nichts mit Erpressen oder so zu tun, sondern es ist ja ein Weg der Wertsch├Ątzung. Zum Beispiel, ich habe das bei Rocket oder insgesamt versuche ich das mit Kunden immer genauso Hand zu haben, dass ich sage, ich m├Âchte so wenig Vertragswerk wie m├Âglich, sondern die wichtigste Bedingung ist mir, dass ich jeden Tag aufh├Âren kann und dass ihr jeden Tag k├╝ndigen k├Ânnt. Das hat mir ein Leben lang eine sehr gute Behandlung gew├Ąhrleistet.
Genau, das war auch das erste, was du gesagt hast, als wir mit dem Podcast angefangen haben und finde ich auch super.
Genau, also wenn der Podcast mir keinen Spa├č macht, k├Ânnen wir morgen aufh├Âren. Damit wei├č ich, du wirst mich vern├╝nftig behandeln, jede Folge. Und andersrum, sozusagen, musst du dir auch von mir nicht alles gefallen lassen. Und ich glaube, das erh├Ąlt einfach ein respektvolles Miteinander, wenn man wei├č, man muss sich jeden Tag neu heiraten. Und ich lade eigentlich alle Leute mal ein, solche Vertr├Ąge mit mir zu machen. Ich hatte mal so einen Vertrag, der war zum Beispiel performanceabh├Ąngig. Und prinzipiell habe ich ├╝berhaupt kein Problem damit, mich an Performance messen zu lassen. Aber das ist immer dann problematisch, wenn es dann nicht mehr in deiner eigenen Hand liegt. Also sagen wir, auf einmal wird das Marketingbudget halbiert, dann ist es nat├╝rlich schwer, irgendwelche Performanceziele zu erreichen. Oder es kommen drei Konkurrenten in den Markt oder es werden drei M├Ąrkte geschlossen, dann funktionieren die ganzen Performanceziele nicht mehr. Und in dem Fall ist es viel besser zu sagen, solange du noch glaubst, du willst die n├Ąchsten vier Jahre mit mir arbeiten, weste ich meine Shares oder bekomme meine Anteile. Und wenn wir halt glauben, du bist nicht mehr happy, weil in dem Fall war es so, dass der Kunde 100% happy war, aber ich hatte trotzdem kein Geld bekommen, weil die Performance nicht gegriffen hat. Und das ist ja total bescheuert. Also sag lieber, wir einigen uns, wir wollen das drei Jahre machen, solange wir sehen, das geht f├╝r beide vorw├Ąrts. Du hast ja die gleichen Incentives, wenn du auf Basis von Anteilen arbeitest. Und genauso kann das ein Gr├╝nder machen. Und ich glaube, wie ich das Problem jetzt l├Âsen w├╝rde, ist, dass ich sage, ich erwarte, dass ich halt bei 30, 40% mindestens lande. Ich glaube, mehr ist als f├╝r einen Rookie dann auch schwer, wenn du wirklich von der Uni gerade kommst. Ich glaube, wenn du aus einer Unternehmensberatung oder so kommst, dann kannst du sagen, ich erwarte hoch zweistellig. Wenn du wirklich von der Uni kommst, ist es glaube ich 30, 40% fair. Und man kann ja sagen, das muss dann aber gewestet, das sollte man eh immer machen, aber auch der Gr├╝nder muss das westen ├╝ber vier Jahre. Das hei├čt, wenn er ein Jahr gute Arbeit macht, geh├Âren ihm 10% erstmal. Und wenn er drei Jahre gute Arbeit macht, geh├Âren ihm aber auch 30%. Das kann man super einfach so umsetzen. Und so sind die Interessen dann glaube ich besser aligned. Aber es gibt glaube ich tausend Modelle, wie man das auch sonst noch machen kann.
Genau, konkret bei dem Thema sehe ich noch eine Gefahr. Und zwar bei der Zusammenarbeit zu dritt, in dem sich zwei Leute sehr gut kennen. Weil du da immer so einen Kr├Ąftevergleich hast. Also ich glaube, es ist immer schwierig. Beispielsweise der Podcast zwischen uns funktioniert glaube ich auch sehr gut, weil wir beide, also wir sind zwei Leute. Es gibt so, es ist 50-50, es gibt irgendwie keine Side-Contracts, nichts. Und das erm├Âglicht eine leichte Zusammenarbeit. Wenn wir das jetzt zu dritt machen w├╝rden, in irgendeinem Verh├Ąltnis mit irgendeiner Person, die entweder mit dir schon 10 Jahre Gesch├Ąfte gemacht hat oder mit mir, w├Ąre es ein Ungleichgewicht. Vor allem zu einem Zeitpunkt, in dem es dann nicht mehr so gut l├Ąuft.
Das passiert schon, aber du musst ja trotzdem davon ausgehen, also das, was ich vorgeschlagen habe, basiert ja darauf, dass du dich aufgrund der Leistung sch├Ątzt. Und auch wenn wir beide uns jetzt irgendwie n├Ąher w├Ąren und der Dritte nicht, dann w├╝rden wir uns ja trotzdem das eigene Fleisch schneiden, wenn wir jemanden rausschmei├čen, der gut ist. Also es sollte eigentlich, und wenn zwei Leute sich gegen dich verschw├Âren und dich rausschmei├čen, obwohl du gut bist, also dann sind die eh doof erst mal, entscheiden gegen ihr besseres Wissen. Und wenn es andersrum ist, n├Ąmlich es gibt ja auch Leute, die beschweren sich, dass sie nach einem Jahr rausgeflogen sind und nur ganz wenig ESOPs behalten haben oder so. Aber sorry, wenn du wegen mangelhafter Performance rausfliegst und nach deinem Elite-Studium an der WHU so einen Vertrag unterschreibst und den dann nicht verstehst, w├╝rde ich auch sagen, vielleicht solltest du deine Studiegeb├╝hren von deinen Eltern wiedergeben lassen oder so. Oder andersrum. Weil dann sollst du so einen Vertrag nicht unterschreiben. Liest du alle deine Vertr├Ąge immer richtig? Ne, ich habe ja gerade gesagt, ich versuche so wenig Vertr├Ąge wie m├Âglich zu machen, sondern so eine Konstrukte, die darauf basieren, dass man, wenn alles gut l├Ąuft, einfach gewisse Bedingungen eintreten. Und wenn nicht, finde ich es auch okay, dann gibt es den Leuten auch einen Cliff, also dass sie sagen k├Ânnen, wenn es in den ersten sechs Monaten nicht funktioniert hat, dann k├Ânnen sie mich rausschmei├čen und zahlen vielleicht nur ein Penalty, also als h├Ątten sie einen kleinen Tagessatz bezahlt, damit sie es nicht opportunistisch ausnutzen. Aber selbst das w├╝rden sie nicht machen, wenn sie an die Leistung glauben. Es hat ├╝brigens jemand gefragt, auch eine H├Ârerfrage, was eigentlich im Falle eines Specks mit ESOPs passiert. Und zwar die normale Bedingung bei ESOPs sind ja das im Falle eines sogenannten Exit Events, dann steht da meistens IPO oder mehr als 50% der Anteile wechseln die H├Ąnde, also irgendwie ein Trade Sale an den Strategen oder so. Dann tritt die ESOP-Klausel ein und deine Anteile werden gewandelt zu dem Preis minus dem Strike Price, dem Execution Price. Und weil ich mir nicht 100% sicher war, habe ich einen Bekannten, den Samuel bei V14 in Berlin, das ist eine Kanzlei, die viele Venture Deals betreut, gefragt, sich als Zahler. Aber es ist tats├Ąchlich so, wie ich dachte, n├Ąmlich weil innerhalb dieses Speck-Konstrukts auch zwischendurch 50% der Anteile, also wenn diese Firma in den Mantel reinschl├╝pft, wechseln auf dem Papier 50% der Anteile den Besitzer. Das hei├čt auch im Fall eines Specks bekommen die Mitarbeiter in aller Regel, also es ist keine Rechtsauskunft und wer das rechtssicher haben will, der sollte zu einer Kanzlei, zum Beispiel V14 gehen und sich beraten lassen. So viel zu, wir haben keine Side Deals hier. Genau, ich bekomme nichts daf├╝r, auch nicht mal Dienstleistung. Aber ich habe in der Vergangenheit mit denen gearbeitet und war immer sehr zufrieden.
Gut, das hei├čt also, wenn **** jetzt einen Speck macht, dann Chi-Ching f├╝r dich.
Das kommt auf die weiteren Konditionen an. Okay, sollen wir das rausschneiden? Ja, genau.
Spotify Earnings, wie sieht's aus?
Du hast ein Versprecher gemacht, hast du gemerkt, ne? Spotify. Ja, aber wir reden ├╝ber Shopify.
Ich hab mich extra drauf konzentriert.
So klassisch lassen wir drin.
Shopify Earnings, wie sieht's aus?
Gut sieht's aus. Haben den Umsatz erneut fast verdoppelt, plus 94%.
Aber ist verdoppelt wirklich gut?
Ja, die Frage ist, also die Merchant Solutions, also das, was die H├Ąndler anbieten, neben dem Subscription-Modell, ist sogar 117% gestiegen sogar. Was w├╝rdest du denn gut finden? Und realistisch.
Wie hat Amazon GmbH erh├Âht in Eintippments letztes Jahr?
Wenn du es mit Marketplace vergleichst, ich glaube so 55 oder 50. Du stellst Fragen, jetzt muss ich wieder nachgucken. Sekunde, das dauert aber nicht lange, bis ich so sortiert bin. 56,6, nah dran.
Ja, ich h├Ątte irgendwie gedacht, da geht mehr. Also wenn man sich ├╝berlegt, die Aktie hat sich ja vervierfacht, verf├╝nffacht.
Ja, das ist ein guter Punkt. In dem letzten Jahr? Ja, genau. 62%, also verdreieinhalbfacht.
Ich finde es super, also ich finde Shopify eine tolle Firma, aber ich h├Ątte irgendwie gedacht, dass die wesentlich mehr umsetzen. Also als Corona-Gewinner h├Ątte ich gedacht, sind die noch st├Ąrker.
Was sch├Ątzt du denn, wie viel sie im Vergleich zu Amazon umsetzen? Also der Au├čenumsatz? GmV alle Produkte, sozusagen alle Shopping-Produkte? Ein Drittel? Ja, also je nachdem, wie man in Amazon GmV berechnet, sind sie so bei 25% auf jeden Fall, sehr konservativ gerechnet. K├Ânnten auch nur 20 sein, aber wahrscheinlich so 25% haben sie.
Sie haben halt Marken, also da sind wahrscheinlich bessere Margen drauf, h├Âhere Average Order Values, w├╝rde ich jetzt sagen.
Bei Amazon meinst du?
Nee, eher bei Shopify.
Ich glaube so 10, ja, schwer. Der Markt war nat├╝rlich, weil du sagst, sie sind zu stark gelaufen vorher, ich glaube das ist auch ein bisschen ein Problem, weil sie haben leicht verloren oder leicht nachgegeben, obwohl die Zahlen eigentlich super waren. Sie haben dich schwer getan, sozusagen einen Jahresausblick zu geben auf das neue Jahr. Ich glaube, weil wenn du ├╝berlegst, diese Zahlen werden ja immer erhoben im Vergleich zum gleichen Quartal letztes Jahr. Also wir vergleichen jetzt das Weihnachtsquartal 2020 mit Weihnachtsquartal 2019. Das n├Ąchste Jahr wird jetzt das erste Mal mit dem Corona-High vergleichen. Das hei├čt, diese ganzen abnormen Wachstumsraten, die wir gesehen haben, werden alle brutal einbrechen. Weil dieser E-Commerce-Sprung, den wir gesehen haben, den gibt es ja kein zweites Mal. Und es wird auch nicht dauerhaftes Wachstum, sondern es ist so eine Sprungmarke. Und danach k├Ânnte es theoretisch wieder so ein Backlash geben, dass du ein St├╝ck zur├╝ck gehst sogar. Das werden wir bei einigen Firmen bestimmt sehen. Ich glaube nicht bei Shopify. Aber auf jeden Fall werden die n├Ąchsten Earnings wahrscheinlich eher so 30, 40 Prozent vielleicht im Plus sein. Und ich glaube, entweder haben sie es mit Absicht nicht gesagt, weil das eben so entt├Ąuschend klingt, aber das ist, glaube ich, die Wahrheit. Du kannst es nicht nochmal verdoppeln. Vollkommen unm├Âglich. W├╝rde ich auch on record als Wette so sagen. Also die H├Ąlfte dieser Verdoppelung ist halt Corona-Effekt. Und die andere H├Ąlfte ist, Shopify ist gro├čartige Exekution, auch gar keine Frage. Also ich will das nicht schm├Ąlern, aber diesen Corona-Effekt, das ist ein Einmaleffekt, den kannst du nicht wiederholen. Und deswegen w├Ąren die Zahlen f├╝r Q2, n├Ąmlich das erste Mal, wo du Halb-Corona mit Corona vergleichst, wird dann schon nicht mehr so gut aussehen. Und Q2 k├Ânnte teilweise wirklich traurig aussehen f├╝r einzelne Firmen. Oder sogar negativ, wenn du nicht sehr gutes organisches Wachstum hattest, was nicht auf Corona basiert. Von daher waren sie da verhalten und der Markt mochte das auch nicht so richtig.
Ja, mach doch mal eine Prediction. Was glaubst du, wie viel Umsatz die dieses Jahr machen?
Also sie haben 120 letztes Jahr gemacht. Ich glaube, dass sie keine 50 Prozent drauflegen, ehrlich gesagt. Ich w├╝rde so um die 50 Prozent sch├Ątzen. Das w├╝rde hei├čen, die H├Ąlfte ist Corona-Effekt, die H├Ąlfte ist organisches Wachstum. Dann w├╝rden sie bei 180 landen.
Ich h├Ątte so 150 gesagt, 150 bis 180. Aber auf der anderen Seite, wenn die jetzt ein paar gro├če Marken reinkriegen, die sie noch nicht hatten.
Aber ├╝berleg doch mal, was das hei├čt. Du musst 60 Milliarden mehr Umsatz machen. Wo willst du die auch ├╝berhaupt noch herholen? Da muss schon viel E-Commerce-Flow werden noch.
Aber hol dir zwei, drei, vier Marken, die jetzt Direct-to-Consumer machen, also gro├če, die sonst einen gro├čen E-Commerce-Shop-Anbieter gehabt h├Ątten und jetzt r├╝bergehen. Und sie bauen dieses Plus. Also Shopify Plus wird auf jeden Fall ausgebaut. Und dar├╝ber k├Ânnen sie es schon hinbekommen.
Ja, die wachsen dann wiederum nicht so schnell. Kannst du so Neukunden wachsen? Ja, kann schon sein. Und die Bewertung, also die sind damit 60 Mal Umsatz bewertet. Das w├Ąre dann nur auf 2021er Zahlen zwar nur einmal GmV die Bewertung. Das w├Ąre wiederum gar nicht so schlecht. Aber es ist 60 Mal der Innenumsatz von Shopify. Wenn du Amazon auf der gleichen Logik bewerten w├╝rdest, w├Ąre allein das Third-Party-Gesch├Ąft von Amazon 5 Billionen, also 5000 Milliarden wert.
Seit du mir erkl├Ąrst, wie wertvoll Amazon ist, bewegt sich die Aktie nur nach unten.
Seitw├Ąrts, nicht nach unten. Aber das ist schon ein bisschen komisch. Amazon hat ├╝brigens Sales gekauft. Was ist das? S-E-L-Z. Ein australisches Start-Up, was auch so E-Commerce-Solutions f├╝r jedermann macht, wo du vom Yoga-Kurs ├╝ber physische G├╝ter alles M├Âgliche verkaufen kannst. Scheint aber ein Acquihire zu sein, weil Sales die Sign-Ups f├╝r neue Kunden sofort eingestellt hat nach der Akquisition.
Aber wieso kaufen die sowas? Also wie viele Leute waren da an Bord?
Ich glaube, weil sie das Team und die Solution haben wollten. Also ansonsten w├╝rdest du die Neukunden-Sign-Up ja nicht blockieren, wenn du weiter wachsen wolltest mit dem Unternehmen.
Ich habe gedacht, dass die mehr und mehr auf Marktplatz wollen und gar nicht mehr irgendwie. Also macht das damit Sinn?
Naja, um kleine H├Ąndler zu akquirieren. Also was sie schon noch brauchen ist sowas, wie kann ich mit Amazon verkaufen, ohne auf Amazon verkaufen. Und es gab ja mal diese Amazon-Webstores. Ich sch├Ątze, Sales wird sowas. Also Verkauf mit Amazon, aber nicht auf Amazon. Also du kriegst wahrscheinlich, hat Amazon Leute gefragt, die bei Shopify Kunden sind, was der gr├Â├čte Grund war, warum ihr nicht auf Amazon seid. Und die haben gesagt, A die Konditionen, B, dass ich nicht mit meiner eigenen Marke auftreten kann. Und das wird Sales, glaube ich. Spannend. Wei├čt du, wer noch online geht? Familie Albrecht. Ah ja, spannend.
Feinkost Aldi.
Wollen wir eine Wette machen? Wann sie zur├╝ckziehen, meinst du?
Wann sie launchen und wann sie wieder zu machen?
Ja, obwohl in China und Amerika machen die das, die wissen schon ungef├Ąhr, wie das geht. Also ganz so schlimm ist es nicht. Was w├Ąre deine Wette?
Meine Wette ist, ich glaube, es wird sehr teuer. Ich glaube, es wird sehr teuer f├╝r die. Und ich glaube, ich w├╝rde tendieren, dass es ├Ąhnlich ist, wie wenn Automobilkonzerne Mobilit├Ątsplattformen bauen wollen.
Ja, und wenn du so ein Family Office bist, siehst du halt nur die Kosten. Also du kriegst ja keine Bewertungen, die dir sagen, okay.
Du kriegst ja in dem Modell sowieso, die werden immer vergleichen. Ja, ihr macht weniger Umsatz als der Aldi hier um die Ecke. Ihr macht weniger. Also so bis du mal in der Gr├Â├če bist, dass es irgendwie respektiert wird.
Ja, du hast diese Nord-S├╝d-Dichotomie noch bei Aldi, die problematisch ist. Das machen sie jetzt als Joint Venture wohl, aber du hast die M├Ąrkte, kein Aldi-Markt kann sich leisten, irgendwie Click & Collect oder sowas zus├Ątzlich zu machen. Das ist viel zu durchgetrimmt. Das hei├čt, keiner hat Bock von den Filialleitern und Regionalleitern, dass dann eine Kassiererin jetzt Pakete aus dem Lager holen muss oder sowas. Das ist ├╝berhaupt nicht vorgesehen in dem Modell. Es ist auch gar nicht genug Lagerraum f├╝r sowas da. Das ist alles so eng getaktet oder auch r├Ąumlich so eng, dass ich glaube, du hast da nicht mal eine Fl├Ąche, um ein Quadratmeter Kundenpakete abzulagern. Das ist einfach nicht da. Dazu ist es alles zu effizient.
Spannend. Das war meine gr├Â├čte ├ťberraschung eigentlich letzte Woche in den News.
Du kriegst den Benefit der Bewertung halt nicht. Also bei jedem anderen Retailer w├╝rdest du sagen, je mehr Online-Umsatz machen, desto besser werden wir bewertet. Unser Aktienkurs verf├Ąllt langsamer. Aber das ist bei einem Family Office halt letztlich nicht der Fall. Das musst du schon sehr aus ├ťberzeugung machen. Ich w├╝rde fast glauben, es wird, zumindest in Deutschland, sehe ich es eigentlich nicht. Das ganze Konzept beruht viel zu sehr auf das, was du selber abholst.
Ich bin gespannt, wen die jetzt alle hibern. Man wird ja jetzt sehen, wer da alles dabei ist. Kann man auf jeden Fall bestimmt ein paar ganz gute Geh├Ąlter in den n├Ąchsten zwei, drei, vier Jahren verdienen.
Meinst du? Obwohl die zahlen gar nicht so schlecht, glaube ich.
Aber wenn wir schon ├╝ber Lebensmittel gehen, willst du ein kurzes Statement machen, was bei einem deiner Investments jetzt los ist? Es scheint irgendwie schlechte Presse langsam zu geben.
Ich kann nicht f├╝r die Investments sprechen. Aber du kannst gerne elaborieren, was du andeuten m├Âchtest.
Ich habe gelesen, dass irgendwelche Fahrer nicht zufrieden sind mit irgendwelchen Auslieferungen oder Klamotten oder sowas.
Das hat zu Winterzeiten, glaube ich, alle Lieferdienste betroffen. Nach allem, was ich wei├č und wie ich die Firma kennengelernt habe, wird es diese Firma am allerwenigsten betreffen. Das glaube ich auch. Alles andere w├╝rde mich sehr wundern. Das ist bestimmt ein Los-Los f├╝r die Branche. Aber wenn das irgendwie kompliziert werden sollte oder irgendein Problem im Nachgang noch bringt, was ich nicht glaube. Aber wenn, w├╝rde die Firma am wenigsten darunter leiden, glaube ich. Weil sie insgesamt gesehen die nach meiner Erfahrung besten Arbeitsbedingungen bietet. Deswegen w├╝rde ich mich wundern, wenn das ausgerechnet die jetzt negativ betreffen sollte.
Das glaube ich auch. Ich glaube, das Einzige, was ein Problem sein k├Ânnte, aber das ist auch f├╝r die komplette Branche, ist nicht genug Fahrr├Ąder zu bekommen.
Deswegen glaube ich, dass Swapfeeds so krass davon profitieren. Auch die werden Probleme haben. Ja, so Hardware aus China zu bekommen, ist unheimlich schwer gerade. Ich glaube, die Shippingpreise sind gerade brutal hoch. Luftfracht sowieso, aber auch selbst Expedited Shipping. Super krass. Apropos China, dort hat der E-Commerce das erste Mal 50 Prozent ├╝berschritten. Was absolut krass ist.
Wie viel Prozent ist es bei uns?
Ich w├╝rde sch├Ątzen niedrig zweistellig.
Okay, also du hast keine Ahnung. Was bist du denn f├╝r ein E-Commerce Berater?
Ich glaube, ich liege damit weniger als f├╝nf Prozent falsch.
Ja, aber f├╝nf Prozent.
Soll ich live Fact-Checken? Mach mal Fact-Check hier. Du kannst noch die h├Âheren Fragen zu Shopify und Bosun vorlesen.
Du solltest die Zahlen vergleichen zwischen Shopify und dem Konkurrenten aus China, Bosun. Ich bin nicht so wirklich. Hat Christian gefragt bei uns im Clubhouse Talk. Dar├╝ber ├╝ber Clubhouse m├╝ssen wir auch nochmal sprechen. Hast du dir Bosun angeguckt? Guckst du dir das live an?
Der E-Commerce Anteil ist am station├Ąren Einzelhandel so zw├Âlf Prozent. Da ist jetzt aber nat├╝rlich wieder alles nicht drin. Das ist immer das Doofe bei den ganzen Studien in Deutschland. Sekunde. Ja, 18 Prozent. Deutlich ├╝ber zehn. Ja, ich war schon in der richtigen ÔÇŽ
Ja, Pip hatte wie immer recht.
Bin ich davon. Uns immer gerne korrigieren auf Twitter. Bosun, genau, da hat jemand gefragt, warum man nicht das kaufen w├╝rde. Ist ja das gleiche Modell in China und viel g├╝nstiger bewertet, was auch vollkommen richtig ist. Die haben n├Ąmlich nur ein ÔÇŽ deren Earnings Multiple ist halb so gro├č wie das Sales Multiple von Shopify. Aber das ist auch relativ klar, warum. Die sind ├Ąhnlich, also beide sind profitabel, auch Shopify ist schon profitabel. Aber Bosun w├Ąchst einfach nur mit 20 Prozent im Moment. Oder auch die letzten vier Quartale habe ich mir angeschaut. Die sind alle so zwischen 18 und 26 Prozent. Und wenn du jetzt ├╝berlegst, dass es auch in China Corona gab, aber weil der E-Commerce Anteil da eben schon so hoch ist, das hat man auch bei Alibaba gesehen, da war der Corona-Effekt nicht so stark. Deswegen, die konnten jetzt nicht in dem Ma├če davon profitieren wie Shopify. Und weil der Markt eben vor allen Dingen schnelles Wachstum sch├Ątzt gerade und Shopify auch irgendwie das sch├Ânere Stereotyping macht, ist Shopify halt so deutlich st├Ąrker bewertet. Ob das jetzt korrekt ist, ist eine andere Frage. Und dass Bosun nat├╝rlich in China diesen China-Abschlag von wahrscheinlich mindestens 50 Prozent hat aufgrund der politischen Unsicherheit, weil die Ergebnisse theoretisch ÔÇŽ also das h├Ârt sich mal sehr nach einem Pauschalurteil an, wenn wir es sagen, aber es gibt ausreichend viele F├Ąlle, um das zumindest als Risiko zu erw├Ąhnen, dass der Aktion├Ąrschutz nicht so ausgepr├Ągt ist, wenn man chinesische Aktien au├čerhalb von China kauft, vor allen Dingen. Ansonsten die Earnings, also die Gewinne entwickeln sich sehr gut bei Bosun und ich w├╝rde auch sagen, die hat einen Discount die Aktie. In einem Crashmarkt w├╝rde sie besser performen als Shopify wahrscheinlich, aber ich kann relativ genau sagen, warum die eben jetzt mit einem Discount getradet wird. Langsames Wachstum und der China-Discount. Ansonsten ist das eine relativ fair ÔÇŽ also 30 Mal Earnings ist jetzt relativ fair f├╝r E-Commerce mit profitablen 20 Prozent Wachstum. Kann man schon machen.
Sehr gut. Ich glaube, bevor wir weiter abtauchen in die anderen Earnings, Zeit f├╝r deinen Disclaimer.
Also immer, wenn wir uns hier zu Unternehmen oder gerade ├Âffentlich gelisteten Unternehmen, die an der B├Ârse sind, ├Ąu├čern, geben wir keinerlei Investmentberatung. Ihr solltet nicht handeln aufgrund dessen, was ihr hier h├Ârt, sondern euch selber ein Urteil bilden. Wir kennen euer Risikoprofil nicht und es ist keine Anlageberatung und wir k├Ânnen unm├Âglich haften f├╝r irgendwelche Handlungen, die ihr aufgrund des Hiergeh├Ârten t├Ątigt. Wir k├Ânnen nicht mehr darauf garantieren, dass alle Informationen 100 Prozent richtig sind. Trotzdem geben wir uns M├╝he, unsere Ideen und Gedanken zu Unternehmen zu teilen. Und den vollen Disclaimer k├Ânnt ihr unter doppelg├Ąnger.io slash Disclaimer nochmal nachlesen.
Das hat sich so motiviert angeh├Ârt von dir. Ich glaube, wir brauchen das jetzt extern einspielen lassen.
Wir spielen deinen einfach von der letzten Folge nochmal ein.
Tabula. Was ist das denn? Oder Tabula. Die machen einen Speck, steht hier.
Wei├čt du wirklich nicht, was Tabula ist?
Du hast es mir glaube ich schon mal erkl├Ąrt, oder?
Das sind diese Anzeigen, die auf Verlagsseiten oft oder auf Newsmedien oft unten stehen, wo so ein passender Artikel dann, wie diese dicke Frau 40 Kilo abgenommen hat, irgendein Potenzmittel.
Die Anzeigen, f├╝r die es diese Adblocker gibt, richtig?
Auch, ja. Also es ist kontextuelle Werbung letztlich. Es zeigt ├Ąhnliche Artikel an, um das Engagement auf der Seite zu erh├Âhen, aber auch um Werbung zu platzieren und es aber nicht wie Werbung aussehen zu lassen. Und die sollen jetzt per Speck an die B├Ârse geholt werden oder es wird diskutiert? Ich bin relativ skeptisch bei Tabula. Tabula kann man eigentlich nicht erw├Ąhnen, ohne auch Outbrain zu erw├Ąhnen. Das ist so der andere gro├če Konkurrent, der fast genauso gro├č ist, aber ein bisschen kleiner, aber auch sehr relevant. Die bauen beide ein mehr oder weniger identisches Produkt, n├Ąmlich diese Recommendation Engine f├╝r Content und Werbung.
Hast du da schon mal was gesehen, dass da richtig Umsatz dr├╝ber kam?
Ich glaube, f├╝r Publisher ist das ein relevanter Block von Ums├Ątzen schon, w├╝rde ich sagen. Also ich kann es nicht belegen, aber ich bin mir sicher, dass es so ist. So viel kann ich sagen. Das ist aber auch so ein bisschen das Problem, dass die Hauptkundschaft damit ja schon eher ein kompliziertes Gesch├Ąftsmodell hat. Und ich w├╝rde auch behaupten, dass Leute diese Werbung weniger und weniger m├Âgen, seit sie merken, dass es Werbung ist oft und auch nicht immer nur seri├Âse Werbung. Von daher glaube ich, dass es schon eins der Probleme ist, dass der Markt vielleicht nicht der florierendste ist, in dem sie sich bewegen. Dennoch haben die halt sehr stark von Corona profitiert, weil der Online-Konsum ja gestiegen ist im letzten Jahr. Das hei├čt, obwohl sich Tabula und Outbrain vor allen Dingen seitw├Ąrts bewegt haben die letzten f├╝nf Jahre, hat Corona jetzt nochmal so einen Boom gemacht. Aus zwei Gr├╝nden. A, weil der Online-Konsum gestiegen ist und B, durch den E-Commerce-Boom, den wir jetzt schon ein paar Mal besprochen haben, von dem ja alle Werbe-Netzwerke, also davon profitiert Google, davon profitiert Pinterest, Snap, Facebook, aber nat├╝rlich auch Anbieter wie Tabula und Outbrain. Insbesondere, du kannst ja auch Retargeting und sowas einbuchen und das Retargeting-Umsatz h├Ąngt haupts├Ąchlich vom gesamten E-Commerce-Volumen ab, logischerweise. Das bleibt eigentlich gleich effizient, egal bei welchem Volumen. Das hei├čt, wenn die Shops, wenn Zalando 40% mehr verkauft, dann steigt wahrscheinlich auch das Tabula-Budget um 40%. Wenn die Conversion im Shop sogar steigt, dann sogar noch h├Âher und so weiter und so fort. Und das ist aber, glaube ich, halt ein Einmaleffekt. Also das f├╝hlt sich jetzt, das sieht jetzt aus wie ein Trend. Also wenn du schlau bist, verkaufst du das den Spec-Investoren jetzt als Trend. Die haben jetzt, obwohl alles gegen sie spielt, Publishing, Privacy und so weiter, kannst du jetzt einmal so tun, als w├Ąre das ein Riesentrend, der sich da aufdr├╝ckt. Der Markt ist zur├╝ck zum Wachstum und versuchst damit einmal an die B├Ârse zu schleudern. Also ich habe mir verschiedene Sachen angeschaut. Also die ├╝blichen Tools, die wir benutzen, SimilarTech und BuildWith, das sieht alles so nicht aus, als wenn die gerade im Wachstum sind, sondern die haben einfach von diesem Corona-Volumeneffekt profitiert und vom E-Commerce-Boom. Es gibt nicht, also die Anzahl der Webseiten, die das einsetzen, steigt nicht. Im Zweifel sind sie auf den allermeisten Verlagsseiten schon vertreten, die sind aber selber nicht im Boom begriffen. Und plus, ich w├╝rde sagen, die Tools wurden ja urspr├╝nglich mal entwickelt, auch um so ein bisschen die Ad-Blindness, also das Nutzerwerbung mehr und mehr ignorieren, zu bek├Ąmpfen, weil es sehr sch├Ân in den Content reinschmilzt, so, oder schwer, einfach verwechselbar ist. Und gleichzeitig entwickelt sich jetzt aber die, also wenn du diese Formate siehst und die erkennst dann irgendwann intuitiv und die, also du klickst dann einfach nicht mehr rauf. Das hei├čt, mich w├╝rde es nicht wundern, wenn der Revenue pro Fl├Ąche da langfristig auch wieder sinkt, weil die Leute mehr und mehr das als Werbung erkennen und dann auch davon genervt sind. Und die User Experience bei den Zeitungen sinkt dadurch weiter, das hei├čt, ihre Kunden kriegen immer weniger Kunden und eigentlich ist so eine Spirale. Und eigentlich wollte ich sagen, du kannst dir eigentlich Criteo anschauen, dann siehst du, wohin sich die Aktie bewegen wird, falls sie online geht. Und dann ist mir aufgefallen, dass Criteo sich verdoppelt hat im letzten Jahr und damit h├Ątte ich ja mal erwischt, wie gerechnet. Und zwar aber, ich glaube, aus dem gleichen Grund, n├Ąmlich auch, weil die, die sagen jetzt zwar so, sozusagen Privacy ist gar nicht so schlimm, wir haben eine L├Âsung gefunden, wie wir auch in dem Markt wachsen k├Ânnen. Aber ich glaube, die profitieren von genau dem gleichen Ding, n├Ąmlich dem E-Commerce-Boom. Und deswegen glaubt die B├Ârse jetzt, Criteo l├Ąuft wieder wie Schmidts Katze und der Kurs zieht an, weil sie glauben, Trendwende bei Criteo erreicht. Und ich glaube, nach Corona wird, also nat├╝rlich werden die ein bisschen das Corona-Effekt dann auch behalten k├Ânnen, aber dass Criteo weiter w├Ąchst in einer Welt, wo Privacy, also wo die Advertiser schlauer werden und die Privacy strikter, da kann Retail-Targeting eigentlich nicht das florierende Modell sein. Auch wenn man die ganzen Privacy-Sachen irgendwie mit schlauer Technik so ein bisschen ├╝berkommen kann, aber mich w├╝rde es sehr wundern, wenn das dauerhaft so bleibt. Und deswegen bin ich auch skeptisch bei Tabula und Outbrain. Wie gesagt.
Glaubst du, dass einige von den Publisher weniger Banner einbauen werden, weil sie alles mit Abos machen?
Ja, also die Modelle funktionieren ja nur beschr├Ąnkt, aber wenn Subscription funktioniert, dann w├╝rdest du tendenziell immer weniger Werbung sehen wollen. Also ich w├╝rde jetzt nicht akzeptieren, dass ich bezahle und noch Tabula sehe.
Genau, das ├╝berrascht mich eigentlich immer noch. Also auch bei, dass man halt, ja f├╝r ein paar, ich w├╝rde eigentlich manchmal sogar bei dem ein oder anderen Magazin noch mehr zahlen, um dann wirklich keinen Banner zu haben, weil das st├Ârt mich eigentlich am meisten beim Lesen.
Ja, bin ich bei dir. Und das ist eben auch das Problem, weil die User Experience wird dadurch nicht besser. Insgesamt wollen Nutzer das, glaube ich, nicht. Ist vielleicht nicht schlechter als bisherige Werbung, aber du wirst auch da eine Erm├╝dung haben bei den Nutzern. Die Objekte, auf denen das l├Ąuft, kriegen gerade nicht mehr Traffic oder bekommen nur einmalig jetzt durch Corona ein bisschen mehr Traffic, aber das ist eben die Zeitung, die am Kiosk nicht mehr verkauft werden, die werden dann eben, also die Besucher finden vielleicht online statt. Aber langfristig bin ich da eher skeptisch.
Dann lass uns bei skeptisch bleiben. Palantir hatte Earnings und am Freitag durften die Mitarbeiterinnen alle ihre Aktien verkaufen, oder?
Genau, da ist die sogenannte Lock-Up-Period abgelaufen. Das durfte ich diese Woche schon mal in dem Ohne Aktien wird schwer Podcast von OMR und Trade Republic kurz behandeln. Setting the Stage ist so ein bisschen, nachdem ich bei dem IPO ja sehr skeptisch war, hat sich die Aktie aber trotzdem vervierfacht auf im H├Âhepunkt irgendwie 40 Dollar.
Hattest du nicht so eine sch├Âne Aussage, dass wenn die ├╝ber 10 Dollar geht, dann w├╝rdest du den Glauben verlieren oder so?
Ja, 10 vielleicht nicht, das war der IPO Preis, aber ich dachte, dass sie davon nicht noch weiter steigen kann. Da habe ich mich geirrt, ja. Wobei man muss sagen, der Weg von 20 auf 40 ist unter anderem durch die Wall-Street-Bets-Bewegung gekommen, weil die Palantir meiner Meinung nach zurecht auch sehr stark von Short-Sellern betroffen war und damit die Wall-Street-Bets-Leute es auch versucht haben hochzutreiben und es immerhin auf 40 Dollar geschafft haben. Und dann letzte Woche im Vorfeld der Earnings kam es aber schon zu relativ starken Abverk├Ąufen aus zwei Gr├╝nden. Ich glaube, weil die Short-Seller sich weiter eingedeckt haben, aber sozusagen weitere Shorts gekauft haben, nicht eingedeckt, sondern sich weitere Shorts gekauft haben. Weil man, glaube ich, mit keinen guten Zahlen gerechnet hat und weil man wei├č, dass am Freitag erstmals 80 Prozent der alten Investoren h├Ątten verkaufen d├╝rfen. Peter Thiel, der Founder, und Alex Karp, der CEO, haben auch im Vorfeld schon teilweise als Insider-Aktien verkauft, aber jetzt d├╝rfen alle verkaufen. Und die Zahlen waren so lala, w├╝rde ich sagen. Palantir hat in den letzten Wochen immer versucht, damit zu gl├Ąnzen, dass sie hier immer neuen Kunden announced haben. Das ist so eine Company, die so wenig Kunden hat, dass sie f├╝r jeden Kunden eine Pressemitteilung rausgibt, dass sie jetzt mit Rio Tinto arbeiten und dass sie irgendeine Vertriebspartnerschaft mit IBM haben. Und die Zahlen waren, sie haben 47 Prozent mehr Umsatz gemacht, das ist nicht total schlecht. Haben im Gesamtjahr 1,1 Milliarden Umsatz gemacht, damit die Erwartungen leicht ├╝bertroffen. Und der Umsatz pro Kunde ist 41 Prozent hoch. Der durchschnittliche Kunde macht 7,9 Millionen Umsatz im Jahr. Also Palantir macht Big Data f├╝r Regierungsbeh├Ârden und sehr gro├če, beh├Ąbige Konzerne, w├╝rde ich sagen.
A.V. Ja, eigentlich f├╝r keinen, der gerne m├Âchte, dass es eine Pressemitteilung dar├╝ber gibt.
B.V. Kann man auch so sagen, ja. Und vor allem f├╝r Leute, die es nicht selber schaffen, Talent auf der Seite zu akquirieren. Also jede, in Anf├╝hrungszeichen, vern├╝nftige Firma w├╝rde sich eine Business Intelligence Abteilung aufbauen und irgendwie 20 Analysten und 20 Programmierer heiern. Und Palantir macht das halt f├╝r alle, die das nicht selber hinbekommen. Und programmiert dann Schnittstellen zu deren Daten, Silos oder erhebt erstmal die Daten teilweise auch. Und ist dann sehr auch mit dieser Implementierung und dem Aufsetzen des ganzen Systems besch├Ąftigt. Bewertet wird es im Moment, als w├╝rden sie eine Software verkaufen, die man einmal einsetzt und dann 20 Jahre lang nutzt. Das Gesch├Ąftsmodell ist aber eher, wir sind so eine Mischung aus IT-Beratung, Systemhaus, Entwickleragentur und BI-Produkt, was wir au├čerdem noch verkaufen. Diesen 1,1 Milliarden Umsatz stehen allein 1,25 Milliarden Stock-based Compensations gegen├╝ber. Also sie m├╝ssen immer noch 1,2 Milliarden an Aktien, an ihre Mitarbeiter auszahlen. Unter anderem das Management daf├╝r, dass sie da arbeiten wollen. Und dadurch kommt es dazu, dass sie bei 1,1 Milliarden Umsatz ├╝ber einen Milliarden Verlust gemacht haben. Also die Kosten sind ├╝ber 2 Milliarden, der Umsatz ist 1 Milliarde. Klingt noch nicht wie ein super spannendes Geld. Das wird man jetzt irgendwann hoffentlich das erste Mal sehen, wie das Ganze aussieht, wenn diese Stock-based Compensation ein bisschen niedriger ist. Ohne die w├╝rden sie ganz knapp im Plus sein, muss man fairerweise auch sagen. Also w├╝rden sie einen kleinen Gewinn machen, aber dann wachsen sie eben auch nicht so super schnell. Die Zahlen waren insofern entt├Ąuschend, dass man mit einem kleinen Profit das erste Mal gerechnet hatte. Es gab stattdessen aber einen kleinen Verlust und man ist im Q4 auch nur noch 40% gewachsen. Was ich ganz spannend fand, Sie haben bekannt gegeben, dass die Top 20 Kunden im Schnitt 33 Millionen Umsatz machen. Wenn man das jetzt umrechnet, 20 mal 33 sind?
660.
660 Millionen und das ist n├Ąmlich zwei Drittel des Gesamtumsatzes. Das muss man in dem Fall ein bisschen selbst zusammenrechnen. Aber die Top 20 Kunden machen allein zwei Drittel des Umsatzes aus. Das hei├čt, das ist schon ein hohes Klumpenrisiko.
Aber das ist doch noch in Ordnung, oder? Es gibt doch andere Firmen, da macht irgendwie ein Kunde oder drei Kunden ein Drittel aus.
Ja, in dem Fall ist es ja so, wenn dir da mal eine Regierung nicht gewogen ist, dann hast du vielleicht schon eher ein Problem, dass da ein paar Vertr├Ąge verloren gehen. Ich finde es ein relativ hohes Klumpenrisiko. Und was dann auch spannend ist, Sie haben getrennt ausgewiesen, wie die Ums├Ątze mit Regierungen sich entwickeln und die in der Privatwirtschaft. Also Sie haben zwei Produkte. Das eine ist Gotham, das ist sozusagen alles, was so Polizeiarbeit, taktische Einsatzplanung oder eher f├╝r Regierungen ist. Und das andere ist Foundry, das ist letztlich eine Data Analytics Suite f├╝r die Privatwirtschaft. Und w├Ąhrend die Regierungsums├Ątze 85% gestiegen sind, haben sich die f├╝r die Privatwirtschaft, die nur ein Drittel der Ums├Ątze ausmacht, nur um 4% bewegt. Das hei├čt, das ist ja irgendwie nicht mehr die Inflation oder so. Das hei├čt, eigentlich ist da kompletter Stillstand. Und ich w├╝rde behaupten, das hat einfach ├╝berhaupt keinen Product-Market-Fit. Wenn Sie da die Ums├Ątze nicht mal um 4% steigern k├Ânnen hier und hier, kannst du eigentlich sagen, dass das Produkt gescheitert ist. Also selbst das schlechteste Software-Produkt w├Ąchst da irgendwie mit 10, 20%. Das finde ich schon ziemlich erf├Ąhlt. Mein Eindruck ist auch, dass, also ich habe jetzt selber noch nicht damit gearbeitet, aber was ich so sehe, ist, dass Foundry jetzt nicht deutlich besser ist als ein vern├╝nftiges Data Warehouse mit einem guten Looker- oder Clickview-View obendrauf. Vielleicht ganz h├╝bsch und die Pr├Ąsentationen sind immer sch├Ân gemacht, aber ich w├Ąre ├╝berrascht, wenn das jetzt wirklich, und daf├╝r ist es halt auch vor allem viel zu teuer. Also das ist nat├╝rlich, sozusagen, dieses Narrativ, dass das der Goldstandard in Big Data Analytics w├Ąre, kommt ja immer auch daher, dass es ein bisschen teurer ist als normale L├Âsungen. Von daher bleibe ich da weiterhin skeptisch. Also vor allen Dingen wegen der Bewertung. Und die brauchen halt immer diese Forward Deployment Engineers, die quasi beim Kunden arbeiten, um diese Software ├╝berhaupt einsetzbar zu machen. Oder sozusagen, um sie mit den Kundendaten zu verkn├╝pfen. Das Problem liegt gar nicht auf der Seite der Software, sondern des Kundens in der Regel. Und diese Engineers verdienen halt 200.000 US-Dollar plus ESOPs, was in der Regel nochmal ein Drittel ist des Gehalts. Und auf das Modell kriegst du keine 100% Marge rauf. Also niemand wird verstehen, warum der Entwickler jetzt 500.000 im Jahr kostet, wenn du die Kosten durchrei├čt plus einen Mark ab. Das hei├čt, dieses Agenturgesch├Ąft und Anpassungsgesch├Ąft wird immer relativ uninteressant sein. Und das ansonsten skalierbare SaaS-Revenue, das ist eigentlich zu klein und w├Ąchst zu langsam. Von daher bin ich weiterhin skeptisch.
Genau, also wahrscheinlich wird die Aktie jetzt irgendwann zu 80 kommen.
Ich hab die Bull-Story noch nicht geh├Ârt. Also ich verstehe das ganz ehrlich nicht. Also ich wei├č nicht, was daran geht. Ich glaube, dass die Kunden unheimlich lange dabei bleiben. Also wenn so ein Staat sich einmal entschieden hat, das einzusetzen, dann der Schmerz, dann auf ein anderes System umzusteigen, ist bestimmt riesig. Aber warum das jetzt langfristig? Von einer sehr gro├čen Unsicherheitslage kann ein Palantir nat├╝rlich stark profitieren. Covid h├Ątte ein Treiber sein k├Ânnen, war anscheinend aber nicht so ein gro├čer Umsatztreiber, wie ich gedacht h├Ątte. Von daher bleibe ich da eher verhalten skeptisch und finde die weiterhin ├╝berbewertet.
Findest du denn Fastly spannender? Also machen wir was ganz anderes?
Im Vergleich zu Palantir auf jeden Fall. Also Fastly ist im, wei├čt du das noch?
Cloud, ich w├╝rde sagen, die machen das gleiche wie Cloudflare. Genau.
Oder Crowdstrike. Crowdstrike macht eher so, noch mehr Security, aber mit Cloudflare kann man sie sehr gut vergleichen. Das ist fast ├╝berlappend. Die machen bei der Edge Computing, das hei├čt, sie sorgen daf├╝r, dass wenn wir eine Webseite besuchen, dass die Bilder, Videos, Ressourcen, JavaScript-Libraries und so weiter, so nah wie m├Âglich am Nutzer gelagert werden von der Topografie oder wie man das nennen m├Âchte. Also dass wirklich im sogenannten Content Delivery Network alle Inhalte n├Ąher am Nutzer sind, sodass dann Webseiten schneller laden, Videos schneller spielen, Bilder schneller geladen werden und so weiter. Und dabei machen sie gleichzeitig die Webseiten auch so Bulletproof sicher. Also sie verteidigen die gegen DDoS-Angriffe oder zu viel Traffic, Bot-Traffic und so weiter. In dem Ohne-Aktien-Podcast, habe ich gesagt, sind so ein bisschen die Schaufelverk├Ąufer im Internet-Boom und also bieten letztlich Infrastruktur f├╝rs Internet an. Fastly hat diese Woche reported Cloudflare, die Woche davor. Fastly hat so rund 40, 45 Prozent Wachstum. Also im letzten Quartal noch 40 Prozent Wachstum gezeigt auf 83 Millionen. Da fand ich ein paar Sachen bedenklich. Also um das vorweg zu sagen, ich habe eine Position in Cloudflare oder das ist eine meiner drei Lieblingsaktien sogar im SaaS-Bereich und finde die spannender als Fastly. Deswegen nutze ich die jetzt hier als Vergleich oder als Benchmark. Und dann die Sachen, die ich komisch finde bei Fastly sind, also sie w├Ąchst mit 40 Prozent. Das ist okay, aber sie ist auch noch nicht profitabel, aber auch nicht weit davon weg. Das kann schon irgendwie passen. Sie ist jetzt nicht mehr richtig gut in der Ruler 40 drin, aber auch nicht total weit drau├čen. Das hei├čt, das kann auch okay sein. Was ich dann eher problematisch finde, ist eine der wichtigsten Kennzahlen ist ja immer diese Dollar-based Revenue Expansion. Also wie viel mehr Umsatz machen die mit bestehenden Kunden. Die sieht sehr gut aus bei Fastly. War im Vorquartal bei 147, jetzt bei 143. Also der Kunde gibt im Schnitt 43 Prozent mehr aus als im Vorjahr. Die Gesamt-NRR, also die Net Revenue Retention, ist aber nur bei 115 Prozent. Was ist der Unterschied? DB-NRR ist, was ich mit bestehenden Kunden mehr verdiene dieses Jahr und Net Revenue ist, wie viel des Revenues ich insgesamt erhalten konnte, j├Ąhrlich. Und 115 hei├čt, ich bin insgesamt gewachsen, aber wenn du wei├čt, dass die Kunden um 143 Prozent gewachsen sind und der Gesamtumsatz um 115 pro Kunde, dann hei├čt das einerseits, dass viele Kunden gechurnt sind und dass die neuen Kunden wahrscheinlich weniger Umsatz machen. So w├╝rde ich diese Zahlen zumindest lesen.
War nicht TikTok einer der gro├čen Kunden?
Ja, genau. Die sind angeblich noch Kunde zumindest. Man wei├č nicht, wie viel die noch Fastly nutzen, ob im gleichen Umfang, aber es war eine der Bef├╝rchtungen, ├╝ber die wir in Q2 mal gesprochen haben. Oder nach Q2. Also ich glaube, in der Diskrepanz zwischen diesen beiden Zahlen, also um es klarer zu machen, im Q1 war die NRR und DB-NRR noch fast gleich bei 130 und 133 und jetzt fallen die immer weiter auseinander. Das hei├čt, die bestehenden Kunden wachsen schnell in der Account Size, aber es kann trotzdem nicht genauso viel Umsatz erhalten werden. Und das andere, was ich problematisch finde, ist das Kundenwachstum, n├Ąmlich Cloudflare hat so rund 2000 Kunden und im Q4 konnten zum Vorquartal nur 2047 auf 2084 sind 37 Kunden, also sie haben im ganzen Quartal nur 37 Kunden gewonnen und nur neun Enterprise Customers, das sind glaube ich alle ├╝ber 100.000 Umsatz. Wenn man das jetzt mit den Marketingkosten vergleicht, die 35 Millionen sind, wo man sich eh fragen muss, es gibt keine Konferenzen mehr, solche Produkte ├╝ber das Internet zu vertreiben, ist dann nicht ganz einfach. Wie kannst du es schaffen, mit 35 Millionen Euro Marketingbudget nur 37 neue Kunden zu gewinnen? Also nat├╝rlich ist die Wahrheit dahinter, sie haben auch ein paar verloren und dann mehr als 37 gewonnen, aber netto haben sie 37 Kunden gewonnen, das hei├čt pro neun Kunden geben sie gerade eine Million im Marketing aus. Das ist schon, finde ich, kompliziert. Und da sieht, um das vorwegzunehmen, die Zahlen von Cloudflare auch deutlich besser aus zum Beispiel. Und der andere wichtige Wert noch, die Gross Margin, also die Bruttomarge, ist so um die 60% bei Fastly, das ist f├╝r Software gar nicht so gut. Also auch da der Cloudflare Vergleichswert ist zwischen 75 und 77% Bruttomarge, also deutlich h├Âher. Cloudflare w├Ąchst mit 50%, also 10% schneller im Q4. Und was die auch geschafft haben, ist sie haben ihre Kundenanzahl von 100.000 auf 111.000, also ├╝ber 10.000 Kunden gesteigert und haben dabei beim Marketing Sekunde 63, also sie haben nicht ganz doppelt so viel f├╝r Marketing ausgeben, aber statt 30 Kunden haben sie 10.000 neue Kunden gewonnen. Die sind alle ein bisschen kleiner als die von Fastly, muss man auch sagen, also der durchschnittliche Kunde gibt bei Cloudflare weniger Geld aus, aber im Vorquartal haben sie nur 5.000 Kunden gewonnen, das hei├čt sie haben ihre Neukunden eigentlich verdoppelt, das war das erfolgreichste Quartal bei der Neukundenerquise, was unter anderem daran liegt, dass Cloudflare mit einer absolut beeindruckenden Geschwindigkeit neue Features und neue Produkte shipped, was wirklich f├╝r eine Unternehmung der Gr├Â├če, glaube ich, au├čergew├Âhnlich ist. Genau, also Cloudflare w├Ąchst schneller, gewinnt mehr Kunden, hat eine ├Ąhnliche, die DBNDR ist bei 119, also ein bisschen kleiner, aber w├Ąchst daf├╝r deutlich schneller bei den Kunden und auch den Gro├čkunden. Von daher bin ich weiterhin, Cloudflare ist aber daf├╝r auch mit 60 mal Umsatz, statt nur mit 40 bewertet wie Fastly, also ich w├╝rde sagen, letztlich sind beide Aktien irgendwo fair oder voll bewertet, von daher ist es, ich mag Cloudflare lieber, sozusagen sehe die ihre Bewertung schneller einholen als Fastly, aber es sind jetzt auch beides nicht ganz schlimme Aktien.
Ist das so eine Aktie, die im Crash fallen kann?
Ja, die ganzen SaaS Aktien m├╝ssen alle fallen, die sind alle mit 60 mal Umsatz bewertet, das ist schwer einzuholen. Also die w├╝rden gleicherma├čen negativ betroffen sein, w├╝rde ich behaupten. Sind beide gleicherma├čen ├╝berbewertet gerade und wie gesagt, die eine w├Ąchst schneller und ist deshalb mit 60 mal, also beide sind so ann├Ąhernd profitabel oder kurz vorm Break-even, aber die eine w├Ąchst halt schneller und kriegt daf├╝r ein 60er-Sales-Multipill, die andere hat ein bisschen schlechtere Unit Economics und kriegt das wieder. Und kriegt deswegen nur ein 40er-Sales-Multipill und ich finde es in beiden F├Ąllen aber fair bewertet, also ich will nicht sagen Fastly ist ein schei├č Business und Cloudflare ein gutes, sondern das eine w├Ąchst schneller, das andere ist immer noch ein spannendes Softwareprodukt und beide sind voll bewertet.
Wie sieht es bei Twilio aus? Die haben doch auch Earnings gefeiert letzte Woche.
Ja, Twilio ist ja mein Nemesis, wo ich mich nie traue einzusteigen, weil es so hoch bewertet ist und sie immer weiter wandern einfach und sich immer wieder jedes Jahr verdreifachen oder so. Twilio hat sogar einen ├ťberraschungsgewinn das erste Mal gemacht, damit hat der Markt nicht gerechnet, dementsprechend ist die Aktie auf 10% gesprungen, obwohl sie das ganze Jahr schon gut l├Ąuft. Twilio hat auch einen Neukundenrekord, mehr Neukunden akquiriert als in jedem Quartal zuvor, ist super diversifiziert, da war auch immer die Kritik, die machen zu viel Umsatz, insbesondere mit WhatsApp und Facebook. Das ist inzwischen auf 5% runter, das ist immer noch ein Klumpenrisiko f├╝r den gro├čen Kunden, weil Facebook einfach sagen k├Ânnte, wir machen das selber. Aber sie arbeiten an dieser Metrik offenbar oder diversifizieren das Kundenportfolio immer weiter und die Dollar-based Net Expansion ist bei 137%, was dann auch wieder ein sehr, sehr guter Wert ist. Also der durchschnittliche Kunde gibt jedes Jahr 37% mehr mit Twilio aus. Wie gesagt, das tr├Ągt zu einem erheblichen Teil zu den 55% Revenue Increase bei, den Twilio gezeigt hat. Ich ├Ąrgere mich immer, dass ich nicht fr├╝her und ├╝berhaupt nicht eingestiegen bin, aber glaube ich von der Performance und der Zuverl├Ąssigkeit, dass sie die Ergebnisse ├╝bertreffen, eine der besseren Aktien, aber hat unheimlich gro├čes R├╝ckschlagpotenzial nat├╝rlich dadurch auch. Ich gucke mal kurz nach der Bewertung, m├╝sste auch so bei 60 oder sogar ein bisschen dr├╝ber liegen, Sekunde. Es ist 70 Milliarden wert und das ist, oh 40 mal z├Ąhlt es nur. Aber achso, die wachsen auch nicht mehr ganz so schnell, die wachsen nur noch in Anf├╝hrungsstrichen mit 65%. Daf├╝r ist 40 mal z├Ąhlt es fast wieder fair dann. Also fair ist im Rahmen der normalen ├ťbertreibung bewertet.
Henning hat uns Wein geschickt, vielen Dank daf├╝r und auch eine Frage und zwar, wie wir zu Teilverk├Ąufen stehen. Ich habe mir so gemerkt, dass jedes Mal, wenn Pip was verkauft hat, hat er sich danach ge├Ąrgert. ├ärgerst du dich weniger, wenn du Teilverk├Ąufe machst?
In der Regel mache ich ja sogar Teilverk├Ąufe und damit ist eigentlich fast schon alles gesagt. Genau so ist es. Also ich glaube, er meint, so eine typische Strategie ist, insbesondere wenn sich eine Aktie sehr schnell verdoppelt hat oder so, dass man dann sagt, ich nehme jetzt einfach mal die H├Ąlfte mit. Also ich verkaufe die H├Ąlfte und dann habe ich mein Geld wieder im Trocknen und kann mit dem Rest immer noch weiterspielen. Das stimmt insofern nicht, dass man die 100%, die man rausgenommen hat, nochmal versteuern muss. Da gehen 25% von ab, das hei├čt man nimmt nur 75% vom Tisch eigentlich. Aber man k├Ânnte auch warten, bis die Aktie 150% zulegt und dann stimmt die Rechnung wieder. Das Problem ist da, also das kann trotzdem eine gute Strategie sein. Also es kommt vor allen Dingen, und deswegen sagen wir das bei dem Disclaimer immer, es kommt auf das Risikoprofil an. Wenn dein Ziel ist kein Geld zu verlieren, dann ist das vielleicht ein guter Weg dein Sicherheitsbed├╝rfnis zu befriedigen. Und vielleicht hilft dir das dann mit dem Rest des Geldes besonders langfristig investiert zu bleiben, wenn du deinen Einsatz einmal runterholst.
Was machst du dann? Also jetzt mal angenommen, Agora hat sich verdoppelt. Wir haben beide am Anfang da was davon gekauft. So jetzt verkaufen wir die H├Ąlfte und kaufen uns davon Bitcoin. Ein Bruchteil eines Bitcoins.
Zum Beispiel, ja. Aber wir haben ja gesagt, wir m├╝ssen da drin bleiben. Die ├änderung m├╝ssen wir noch machen, n├Ąmlich dass Agora am Montag nach der B├Ârse, glaube ich, after the bell, reported. Und ich halte es f├╝r fast, also sie sind gut zur├╝ckgekommen diese Woche jetzt schon, also nicht so gut gelaufen. Mehr die letzte Woche. Aber dass sie positiv ├╝berraschen mit Zahlen, da w├Ąre ich eher skeptisch. Aber wir halten das eher als Langfristinvestment, deswegen ist uns das relativ egal. Aber Clubhouse ist ja auch viel in Medien. Deine Lieblings-Apps und dein Lieblingsunternehmen hat jetzt t├Ąglich schlechte Presse auch.
Ich w├╝rde mich davon distanzieren. Wir haben ein bisschen Hype ausgel├Âst, aber suchen ja schon das n├Ąchste spannende Thema. Aber was war da deine Lieblingspresse? Wir springen jetzt von einem Thema zum anderen.
Wir machen den Teil verkauft gleich noch. Aber ganz kurz zu Agora. Also die liefern Zahlen am Montagabend, obwohl wir haben gesagt, wir sollen nicht verkaufen. Wir halten einfach, also wir raten niemandem was, aber wir halten es langfristig. Und vor den Zahlen rumtraden macht auch gar keinen Sinn. Wer da jetzt irgendwie 100% gemacht hat, der kann nat├╝rlich sein Schaf ins Trocken holen. Aber um auf die Frage zur├╝ckzukommen, davon rechnen wir, raten wir eigentlich ab. Also Teil verkaufen, lassen wir uns nochmal drauf zur├╝ck. Also Sicherheitsbed├╝rfnis. Wenn dir das unheimlich wichtig ist, keinen Minus zu machen, dann kannst du das schon so machen und mit dem Rest des Geldes umso freier rumspielen oder umso langfristiger drinbleiben. Ansonsten gibt es einen gro├čen Fehler bei Teilverk├Ąufen. N├Ąmlich wenn du das machst, macht man das ja in der Regel dort, wo man viel Gewinn gemacht hat. So ist die Frage glaube ich auch gestellt. Und das f├╝hrt strategisch dazu, dass du immer deine am besten laufenden Aktien verkaufst und deine maximal schlechten Aktien besonders lange beh├Ąltst. Weil du verkaufst ja nie die, die nicht laufen, weil du denkst, die m├╝ssen ja noch anspringen, die behalte ich mal. Und die Twilios, die Shopifys, die Teslas, die durch die Decke gegangen sind, die verkaufst du dann immer wieder, um Gewinne mitzunehmen. Und dadurch beschneidest du aber eigentlich deine Gewinner und beh├Ąltst die Kellerkinder. Was f├╝r die Rendite total dumm ist. Du m├╝sstest eigentlich das Gegenteil tun. Du musst dich zwingen, Dinge, die nicht angesprungen sind, ganz egal, ob du immer noch davon ├╝berzeugt bist, wenn der Markt das nicht sieht, es ist schei├čegal. Der Markt liebt die Aktien nicht, ist Quatsch weiter darauf zu wetten. Also eigentlich ist das Schlauere, die Gewinner so lange wie m├Âglich zu halten. Das ist auch, womit man langfristig die gr├Â├čten Rendite macht. Da ergibt sich halt das Problem dann dadurch, dass die deine Portfoliostruktur komplett kaputt machen. Also irgendwann, zum Beispiel dieser HelloFreshCall, der sich verX-facht hat, das waren irgendwann 20% meines Portfolios. Und das will ich eigentlich nat├╝rlich nicht haben. Aber, also das ist ja ein gutes Beispiel, habe ich das letzte Mal erz├Ąhlt eigentlich mit dem HelloFreshCall. Der h├Ątte sich ver60-facht, glaube ich, ne, ver30-facht. Als HelloFresh unter 10 stand und alle meinten, die haben ein Problem mit der Churn und was wei├č ich, hatte ich einen HelloFreshCall gekauft, der nur darauf gewettet hat, dass er ├╝ber 14, dass HelloFresh irgendwann 14 nochmal schafft. Weil ich dachte, so schlecht sieht das nicht aus. Und vor allen Dingen, weil man in den Zahlen eigentlich gesehen hat, dass das rein rechnerisch nicht die Wahrheit sein kann, weil der durchschnittliche Kunde mehr als, also die Lieferungen pro Kunden waren positiv. Das hei├čt, selbst wenn es eine Churn gab, dann hat im Schnitt der Kunde immer noch mehr bestellt. Also habe ich einen Call gekauft, der darauf gewettet hat, dass HelloFresh 14 ├╝bersteigt. Und den habe ich zum Beispiel mehrmals dann halbiert, also immer wieder ein Teil verkauft. Und HelloFresh steht heute bei 72. Das hei├čt, dieser Call w├Ąre 72 minus 14 60 Euro wert. Ich habe den f├╝r 2 Euro gekauft damals. Das hei├čt, der h├Ątte sich ver30-facht. Ich habe diese 30x aber nicht realisiert, weil ich immer wieder diese Zwischenverk├Ąufe gemacht habe. Also das zeigt relativ klar, wie sehr man sich ins, also gut, ich habe Geld rausgenommen, das habe ich halt jetzt. Also ich habe Geld, wenn nicht, dann h├Ątte ich immer noch Papier. Aber das war der gr├Â├čte Reddite-Killer. Wenn nicht, h├Ątte ich die 3x letztes Jahr easy geschafft, h├Ątte ich einfach nur daran festgehalten. Anderes Beispiel und das ist vielleicht sogar noch anekdotisch interessanter. Einen gewissen Teil meines bescheidenen Verm├Âgens habe ich ja durch E-Sups an Delivery Hero, die ich ├╝ber verschiedenste Transaktionen, weil ich mal bei Foodpanda Berater war und so weiter, bekommen habe. Und h├Ątte ich die einfach nur behalten seit damals, w├╝rde ich fast genauso damit liegen, wie mit meiner ganzen schlauen Hin- und Herwirtschafterei hier in meinem Depot. Weil Delivery Hero, ich meine, das h├Ątte man jetzt nicht voraussehen k├Ânnen, dass Corona kommt und das Business so sehr anschiebt. Aber damals dachte ich halt, auf keinen Fall will ich 100% meines Geldes nur in Delivery Hero haben. Deswegen verkaufe ich meinen Teil und diversifiziere das hier alles und was wei├č ich. Aber h├Ątte ich einfach nur die Aktien, das behalten, w├╝rde ich heute mindestens genauso gut landen. Es gibt so Tools, mit denen man nachmessen kann, wie h├Ątte man, wenn man einfach nicht verkauft h├Ątte, weitergelegen.
Ja gut, das ist die Beschreibung zum traurig sein.
Genau, man muss ja fairerweise auch sagen, das, was ich damit dann gekauft habe, hat ja in aller Regel auch Rendite gemacht. Von daher ist es nicht so 100%. Aber ich w├╝rde eigentlich von Teilverk├Ąufen ab. Also wenn du langfristig investiert werden willst und ansonsten sollte man eh nicht mit Aktien handeln, dann w├╝rde ich insbesondere die Gewinner laufen lassen. Das andere ist, als wenn du sagst, du hast ein Kind, das ist vielleicht ein dummes Beispiel, aber du hast Kinder und manche sind besonders schlau und du verbringst aber alle Zeit mit den d├╝mmsten Kindern. Das ist vielleicht ein schlechtes Beispiel, weil es nicht vergleichbar ist. Du investierst in zehn Unternehmen, okay, ich nehme das zur├╝ck. Du investierst in zehn Startups und du verbringst dann aber nicht nur die gleiche Zeit mit allen, sondern du verbringst sogar besonders viel Zeit mit denen, die am schlechtesten laufen. Statt die Performance der zu steigern, die eh schon sehr gut laufen und am Ende irgendwie eine 10-20-fache Rendite haben werden.
Welche Aktie hast du denn am l├Ąngsten gehalten, obwohl sie sich nicht bewegt hat? Oder hast du immer noch irgendeine bei dir da rumliegen?
Also Amazon ist gerade sehr lange, also A, halte ich die sehr lange und B, ist die jetzt gerade wirklich sehr lange seitw├Ąrts schon. Lass mal gucken, am l├Ąngsten ohne sie, ich glaube Twitter sogar. Twitter hat zum Beispiel lange gebraucht und ist jetzt aber auch verdoppelt durch den letzten Anstieg. Aber ich w├╝rde nicht sagen, dass es richtig war. Ich h├Ątte mit dem gleichen Geld in der Zwischenzeit schlaue Sachen machen k├Ânnen.
Ja, aber du bist einer der wenigen Leute, die, wenn sie traden, damit manchmal Geld verdienen.
Prinzipiell ist Traden auch nicht schlau. Bei jeder Transaktion zahlst du ja Geb├╝hren und je mehr du tradest, deswegen sind Frauen noch die besseren Anleger, weil die weniger traden. Die behalten die Aktien einfach langfristig und das ist, was langfristig auch die gr├Â├čte Rendite bringt. Und deswegen w├╝rde ich eben von diesen Teilverk├Ąufen eher abraten, sondern lange drin bleiben, laufen lassen. Dadurch steigt der Anteil der Gewinner in deinem Portfolio immer weiter, was sich falsch anf├╝hlt. Das Wichtige beim, wenn du eine gute Strategie bauen willst, musst du dir eigentlich ein paar Regeln setzen. Also meine Regeln w├Ąren zum Beispiel nie verkaufen. Das Zweite w├ĄreÔÇŽ
W├╝rdest du jetzt auch nicht verkaufen, wenn du jetzt auf einmal morgen fr├╝h merkst, oh oh, ich glaube jetztÔÇŽ
Dann liegst du ja immer falsch. Dann handelst du intuitiv aufgrund eines Gef├╝hls schon falsch. Eine meiner Regeln w├Ąre, so wenig wie m├Âglich verkaufen, nicht rebalancieren das Depot, also nicht den Anteil der Verlierer k├╝nstlich steigern, indem ich ausgerechnet Gewinner verkaufe. Und das Dritte ist, h├Âr endlich mit Tesla-Schorten auf. Das w├Ąren meine drei Regeln. Und theoretisch musst du dir die ├╝ber den Schreibtisch h├Ąngen und dich nur daran halten, weil das hindert daran, dass du intuitiv und zu emotional getrieben handelst, weil das ist, wo du Geld verdienst. Durch hin und her handeln und durch emotional handeln. H├Ątte ich einfach nur diese Strategie verfolgt, h├Ątte ich wahrscheinlich nochmal 100% mehr gemacht.
Nur 100% mehr?
Aber wenn du ein hohes Sicherheitsbed├╝rfnis hast, dann f├╝hlt sich das vielleicht manchmal richtigÔÇŽ Also der Schwabe w├╝rde sagen, ist noch niemand von Gewinnmitnahmen arm geworden. Das ist auch wahr. Du hast dein Geld halt zur├╝ck. Und du hast trotzdem ja ein paar Aktien, mit denen du weiter spielen kannst. Aber das ist vielleicht, das ist ein bisschen wie wenn du ins Casino gehst und duÔÇŽ
Willst direkt even rauskommen oder wie?
Nee, aber du hast einen Jackpot am ersten Automaten und dann sagst du halt so, die 1000 Dollar, die ich mir genommen habe oder 100 Dollar, stecke ich mir jetzt in die linke Tasche und mit dem aus der rechten Tasche habe ich halt einen sch├Ânen Abend. Dann kannst du entweder mehr gewinnen oder das auch wieder verspielen, aber du hast halt nichts verloren. Wie w├╝rdest du denn ins Casino gehen? Ich sehe das als Unterhaltung an. Also das kostet Geld. Wenn ich irgendwie gut essen gehe, kostet das auch 200 Euro. Und wenn ich im Casino 200 Euro verliere am Abend, dann ist es halt auch Unterhaltung gewesen. Ich glaube das einzige was du nicht machen solltest ist am Tisch nachladen, Kreditkarte mitnehmen. Das finde ich auch gruselig, wenn ich das beobachte. Also ich bin gar nicht oft, ich war mein ganzes Leben vielleicht vier, f├╝nf Mal im Casino. Aber das glaube ich, woran man Leute erkennt, die es nicht im Griff haben, dass wenn die am Tisch mit der Kreditkarte nachladen. Weil eigentlich solltest du mit so viel Geld reingeben, wie du an dem Abend vorhattest. Und wenn das weg ist, gehst du dann auch nach Hause.
M├Âchtest du zu Agora noch was nachladen?
Es gibt ganz viele Earnings diese Woche, das wollte ich eigentlich nur mal sagen. Also Agora ist am Montagabend dran. BigCommerce, da war ich ja auch skeptisch, die haben sich ├╝brigens auch nur seitw├Ąrts bewegt seit IPO. Sind auch mit 33 mal, 35 mal Sales bewertet, bei nur 40 Prozent Wachstum und minus 24 Prozent Marge. Die haben ihre Zahlen verschoben auf Dienstag glaube ich, wegen Schnee. Wegen Schn├Ą├č. Da bin ich gespannt, wie die Schnee adjustierten Zahlen dann werden am Dienstag. W├Ąre ich auch skeptisch. Salesforce und Nvidia reporten n├Ąchste Woche. M├╝sste eigentlich beides sehr solide sein. Die gro├če Gefahr ist, wenn die verkacken, dann ist Lawine, w├╝rde ich behaupten. Also ich bin mir relativ sicher, dass die solide reporten wir immer. Nicht weder nach oben noch nach unten krass ├╝berraschen. Aber umso gr├Â├čer ist das Risiko, wenn sie stark negativ ├╝berraschen w├╝rden. Gerade bei Salesforce. Jumia, die E-Commerce Plattform aus Afrika wird reporten. Etsy. Und dann Plug Power und Beyond Meat. Das sind ja zwei meiner Hedges, die beide sehr gut laufen im Moment. Also an den Tagen, wo die B├Ârse ein bisschen korrigiert hat letzte Woche, haben die sch├Ân mein Portfolio abgefangen. Also meine Short oder Hedge Strategie ist ja, dass ich Beyond Meat deswegen, also weil ich glaube, das ist ein margenarmes Business und es bewertet als k├Ânnten die ein Drittel des Fleischmarktes erobern mit hohen Margen. Tats├Ąchlich wird jeder Discounter, jeder Edeka seine eigene Fake Meat Marke haben und f├╝r Beyond Meat wird nichts. Also es ist dann halt so wie ein Hohmann oder so, dass eins von zehn Burger Patty Marken im Supermarkt ist. Und aber mit Sicherheit nicht die g├╝nstigste und auch nicht die h├Âchstmargigste. Von daher halte ich die brutal ├╝berbewertet. So gut ich es auch finde, dass wir Fleisch ersetzen. Also ich habe gar nichts gegen das Produkt. Im Gegenteil, es ist ein bisschen wie bei Tesla. Aber ich glaube, es ist vollkommen absurd bewertet. Und ich glaube, die haben gutes R├╝ckschlagpotenzial und deswegen versuche ich mich auch gegen die Bubble damit zu versichern. Das andere ist Plug Power, was eine Wasserstoffaktie ist, wo die Unterstellung letztlich die gleiche ist. Also die sind auch mit einem 40-fachen Sales Multiple oder 30-fach Sales oder sowas bewertet f├╝r Wasserstoff. Also ich wei├č, dass das eine Zukunftstechnologie ist und wenn die Politik dem gewogen bleibt, dann kann das auch ein Riesenmarkt werden. Aber ich meine, das sind Brennstoffzellen und Wasserstoffproduktion. Das ist keine Raketentechnologie, selbst wenn man das irgendwie fortschrittlich macht. Und das haben wir alles in der Solarbranche einmal gesehen, wie das endet. Also wo werden die Dinger am Ende hergestellt werden und wo wollen die Technologien? China. China. China wird es mit Sicherheit nicht hochmarschig herstellen oder sozusagen die Margen in Europa auf jeden Fall unter Druck setzen. Von daher bin ich bei Wasserstoff, auch wenn ich das wieder f├╝r den Wandel und den Climate Change unheimlich wichtig finde, glaube ich nicht, dass das die Bewertung rechtfertigt. Und ich will nicht sagen, ich hoffe darauf schlechte Zahlen. Also ich hoffe, dass die Ums├Ątze steigen, aber dass die bei der Bewertung Realit├Ąt einkehrt. Und ich lehne mich mal aus dem Fenster. Und wenn die, die sind auch oft mit Margin gekauft, Plug Power und Beyond Meat, das k├Ânnte, ich lehne mich ein bisschen aus dem Fenster, das k├Ânnte, also wenn einer der Gro├čen, die ich eigentlich f├╝r solide halte, verkackt oder die anderen sehr deutlich, dann k├Ânnte es eine turbulente Woche werden. Mal sehen. Ich freue mich, wenn es keine wird und wir einfach wie jede Woche 20 Prozent mehr verdienen.
Mann ey, was f├╝r eine Welt. Wir hatten auf Clubhouse am Mittwoch noch eine Frage und zwar, dass die FDP eine gesetzliche Rente zum Teil auf Aktien basiert haben m├Âchte. Hast du dich damit auseinandergesetzt oder sollen wir das n├Ąchste Woche besprechen?
Also wenn sowas, also ich h├Ątte es eher von Friedrich Merz erwartet, aber ich meine es kommt aus einer ├Ąhnlichen Ecke. Also prinzipiell ist das, glaube ich, gut. Ich glaube der Vorschlag ist, dass man zwei Prozent des Bruttogehalts statt in die remmten Umlage in einen souver├Ąnen Aktienfonds, also ich wei├č nicht, ob es ein Staatsfonds ist oder ob man sich einen ausw├Ąhlen kann, aber mehr oder weniger in Aktien investiert. Also es ist eine Mischung zwischen Norwegen, wo die Staatsfinanzierung oder Altersvorsorge mit einem souver├Ąnen Fund gemacht wird und dem 401k in den USA, so w├╝rde ich es beschreiben. Und ich glaube, das ist schon gut. Also wenn du ├╝ber die Erh├Âhung der Aktienquote eine Altersvorsorge machst, ist das besser.
Und dann ist da so Thuji und Lufthansa drin oder wie?
Ja, das ist halt super wichtig, wie man das dann strukturiert. Aber es ist wahrscheinlich schlauer und zukunftsf├Ąhiger als die Umlage. Im Moment ist es so, dass jetzt unsere, was wir jetzt in die Rente einzahlen, kriegen halt direkt unsere Eltern. Und da die Eltern mehr werden und wir nicht, wird das nicht dauerhaft funktionieren. Der Staat schie├čt jetzt schon ein Drittel zur Rentenversicherung hinzu, weil es jetzt schon nicht funktioniert. Von daher m├╝ssen wir einen Wandel so oder so schaffen. Und dass die Leute mehr am Kapital partizipieren, macht ja auch Sinn. Wir wollen ja alle eine h├Âhere Aktienquote. Das ist der einzige Weg, wie sozusagen der Durchschnittsb├╝rger mehr am Wachstum partizipieren kann, weil im Moment macht er das nicht, im Schnitt zumindest. Und das, was man jetzt auch verhindern muss, ist, dass A, dass das jetzt nicht so ein Riesler-Rente-Modell wieder wird. Das hei├čt, wo ich nur in Fonds mit zwei Prozent, f├╝nf Prozent Ausgabeaufschlag und zwei Prozent Managementgeb├╝hr investieren soll. Wo dann am Ende die Vertriebler am meisten dran verdienen. Das sollte halt entweder tats├Ąchlich in MSCI World gehen, um eben maximal gestreut zu sein. Oder vielleicht doch Eurozone oder DAX, weil das ist, woran man ja letztlich auch mitgewirkt hat als Arbeitender. Dann sollte man vielleicht ja auch an dem Wirtschaftsraum, an dem Wachstum partizipieren. Da hat man ja die Leistung erbracht. Aber ich finde, f├╝r beide Modelle gibt es gute Gr├╝nde. Wobei es macht Sinn, das auf DAX und Eurostock zu nehmen, weil man sagt, man f├Ârdert dann mit dem Kapital den eigenen Wirtschaftsraum. Vielleicht ist das dann doch besser. Und was man auch wissen muss, das treibt nat├╝rlich weiter auch das Verm├Âgen der Reichen. Das Bruttolohnaufkommen in Deutschland ist so ungef├Ąhr anderthalb Billionen, glaube ich, also 1500 Milliarden, also was wir alle verdienen. Davon zwei Prozent w├Ąren 30 Milliarden. Die stehen dann als Zusatznachfrage am Aktienmarktschlange. Und das treibt nat├╝rlich sofort erstmal weiter die Aktienkurse. Das hei├čt, ich w├╝rde es sofort wollen, dass der Staat in die Arbeitslosenversicherung, in den Aktienmarkt gepr├╝gelt wird. Wenn du Aktien hast, super. Das ist eine Nachfrage, die aus dem Nichts kommt. Von daher muss man ganz genau ├╝berlegen, w├╝rde man dann nicht vielleicht auch in dem Zug vielleicht eine Verm├Âgensabgabe, also das habe ich ├╝brigens so viel ├╝berlegt, ob man nicht das ganze Geld, was wir jetzt seit Corona am Aktienmarkt verdient haben, ist ja schon ein bisschen kompliziert. Also da eine einmal Abgabe drauf zu machen, hielt ich f├╝r gar nicht so doof, wenn die irgendwie in einem vertretbaren Rahmen ist. Und du musst ja diesen Systemwandel in der Rente einmal finanzieren. Also wenn du jetzt die zwei Prozent wegnimmst, die fehlen dann ja wieder irgendwo auch. Also die zahlt dann erstmal der Staat und der Staat muss dann wieder Steuern zahlen. Die Unternehmenssteuern werden gerade nicht riesig sein und da wir alle in Kurzarbeit sind, auch das Steueraufkommen insgesamt ist gerade gering f├╝r den Staat. Wir k├Ânnen wieder einfach Geld drucken nat├╝rlich, das funktioniert immer. Ansonsten f├Ąnde ich es ganz gut, so ein bisschen die gro├čen Verm├Âgen an dem Systemwechsel da zu beteiligen, weil die haben einfach, also wer hat nicht im letzten Jahr irgendwie 20, 30 Prozent Rendite gemacht, wenn er irgendwie in Immobilien oder Aktien drin war oder Krypto. Von daher w├╝rde ich freiwillig zehn Prozent meiner Rendite im Jahr 2020 abgeben, wenn daf├╝r dann ein langfristig nachhaltigeres System der Altersversorge, das nah am Kapital ist, also an Assets, an Aktien, breit gestreut, dass es nicht zu viele Mittelsm├Ąnner gibt, die daran versuchen zu verdienen an der Kette. F├Ąnde ich eine gute L├Âsung, da jetzt den Wandel zu machen. Weil das Geld ist gerade g├╝nstig, der Staat kann sich verschulden, du kannst aber auch irgendwie Steuern erheben oder Abgaben erheben einmal auf, ich glaube jeder der sich mal sein Depot angeschaut hat, versteht, dass es vollkommen ungerecht ist, dass man in so einem Jahr so viel Geld verdient. Ob das wirklich Geld ist, ist noch die Frage, letztlich wurde so viel Geld gedruckt, dass wenn du nicht 20, 30 Prozent gemacht hast, dann hast du real wahrscheinlich Geld verloren, in den USA ist die Geldmenge um 50 Prozent gewachsen, das hei├čt damit muss man es erstmal in Verbindung setzen, aber ich f├Ąnde es nicht absurd einen Teil der Kapitalgewinne da einzuziehen. Sozialist Philipp Kl├Âckner. Ich freue mich schon auf die E-Mails und App-Rezensionen.
Der soziale Pipp, immer am Ende der Podcast-Folge. Aber bevor wir aufh├Âren, wollte ich dir noch ├╝ber Olive erz├Ąhlen. Kannst du dich noch an Jett.com erinnern?
Jett.com, ja, ja klar, das hat Walmart gekauft.
Und kannst du dich noch an diapers.com erinnern?
Der gleiche Gr├╝nder? Nee. Hat Amazon gekauft.
Doch, das sind mehr oder weniger, also es sind zwei, drei Leute und einer davon, also der war ganz am Anfang bei diapers.com, war ja noch nicht der Founder, aber ein wichtiger Mitarbeiter. Dann bei Jett.com war der Co-Founder, das war so ein Marktplatz, der nach einem halben Jahr nach Launch f├╝r drei Milliarden an Walmart gegangen ist. Und die waren jetzt so vier, f├╝nf Jahre noch vertraglich gebunden, haben bei Walmart eigentlich Jett.com wieder platt gemacht und alles auf Walmart.com gemacht, also E-Commerce-Strategie, w├╝rde ich sagen. Und einer davon, Nate Faust, der macht jetzt Olive, Shop Olive. Und ich finde die Idee ganz gut und bin mal gespannt, was du so dagegen h├Ąltst. Also ich wei├č nicht, ob esÔÇŽ
Erkl├Ąr doch den H├Ârern vielleicht mal, was Shop Olive macht.
Genau, also in der Clubhouse-Session hatte ich mal erw├Ąhnt, dass ich gerne so ein Gorillasystem f├╝r Mode h├Ątte. Also jemand kommt vorbei, bringt mir Klamotten, ich probiere sie an und jemand holt die wieder ab und ich behalte das, was ich gut finde. Habe vor allem keinen Karton und nicht unwesentlich viel Interaktion mit Lieferanten und vor allem auch keine Retour-Zeit, die ich irgendwie vergeuden muss, also Paket irgendwo abgeben. Die machen es jetzt so, dass sie Partnerschaften mit 100 Brands haben, man kann sich alles zusammen bestellen und dann kommen sie mit einer Kiste vorbei und man kann wieder alles in diese Kiste tun und dann geht es in die Retour zur├╝ck.
Das ist der Wocheneinkauf f├╝r Mode.
Sozusagen. Und ich finde es umgesetzt finde ich es jetzt nicht so wahnsinnig gut, weil sie, ich glaube sie holen sich die Affiliate-Provisionen von den ganzen Brands und versuchen dabei das zu machen. Aber generell, also ich h├Ątte es gerne noch einfacher, ich h├Ątte gerne einfach nur eine Adresse, habe sogar schon mal ├╝berlegt, ob ich mir sowas selbst mit den Jungs, die uns einen Wein annehmen machen, also falls ihr uns Wein schicken wollt in den Show Notes, dass ich halt dort alles hinschicke und die bringen mir dann irgendwann alle Pakete. Einfach um Zeit zu sparen. Dann den Punkt, dass man die ganzen Kartons nicht hat, finde ich auch gut, aber sie haben es halt umgesetzt mitÔÇŽ
Also es ist so eine Textilbox, ne, man kriegt einmal die Woche oder wann immer man will so eine Textilbox mit verschiedenen Sachen drin, die man dann anprobieren kann und da legt man sie wieder rein und geht zur├╝ck ohne Verpackung oder mit wenig Verpackung.
Das Spannende an der ganzen Sache ist, das sind jetzt 13 Leute oder so, die sind eigentlich alle von Jet oder Walmart oder Amazon, also die haben so ihre ganzen Leute, mit denen sie gerne gearbeitet haben, haben sie um sich gescharrt und haben wahrscheinlich das Thema auch, also der Gr├╝nder war vorher f├╝r Supply Chain bei Walmart zust├Ąndig. Und so Innovationsthemen, ich glaube, der hat sich ganz genau angeguckt, was er jetzt bei Walmart nicht mehr macht und was er selbst macht. Also ich glaube, das Ding wird jetzt hei├č gehandelt und ich h├Ątte fast gedacht, dass es f├╝r Shopify zum Beispiel interessant w├Ąre, das zu kaufen.
Ich finde es immer ein bisschen unfair, dass MVP, also es ist ein MVP, oder? Kann man das sagen? Ich finde es ein bisschen unfair, das zu bewerten, weil was es im Moment ist, das hast du ja erw├Ąhnt mit dem Affiliate-Modell, wenn ich das richtig verstehe, oder die sagen selber, we unbox, recycle and consolidate all of your orders. Das ist dann ja doch wieder Bullshit. Das hei├čt, den Karton gibt es weiter, nur du siehst ihn nicht mehr, was nat├╝rlich sch├Ân ist, aber sozusagen nachhaltig ist das noch nicht. Karton wird einfach woanders weggeschmissen und woanders recycelt. Das hei├čt, wenn du auch vorher schon vern├╝nftig recycelt hast, dann ist das Modell rein nachhaltig, ├╝berhaupt nicht besser. Plus, wenn das jetzt dazu f├╝hrt, also ich kann mir schon vorstellen, dass ich da mehr Dinge bestelle oder mir zum Anschauen hole bei dem Modell. Und bei dem Shop entsteht dadurch trotzdem mehrere Touren Handling und damit auch eventuell viele Sachen. Also sagen wir, wenn ich jetzt einen billigen Shirt bestelle, dann wird es in der Regel halt weggeschmissen, wenn ich es zur├╝ckschicke, weil es einfach nicht wert ist, das nochmal einzupacken, nochmal zu handeln. Das hei├čt, also das ist nicht bei jedem Artikel so, aber bei manchen.
Das wird die Welt nicht retten. Es macht nur E-Commerce angenehmer. Man k├Ânnte jetzt behaupten, sollte E-Commerce noch angenehmer sein, dann wird die Welt noch dreckiger.
Ja, dann gut. Und deswegen ist es f├╝r Shopify spannend, weil wenn das alles aus einem Fulfillment Center k├Ąme, dann kannst du n├Ąmlich zumindest einmal Kartons, also es w├Ąre trotzdem noch ein Plastiksackraum, aber es w├Ąre nicht mehr im Karton und dann k├Ânntest du den Karton tats├Ąchlich sparen. Also sagen wir, du hast, so wie bei Amazon oder Shopify, ein gro├čes Fulfillment Center und wenn idealerweise die Artikel alle in einem sind oder zwischen den Fulfillment Centers ohne Boxen hin und her transportiert werden k├Ânnen, dann k├Ânntest du tats├Ąchlich eine Box ohne Umverpackung in dem Fulfillment Center packen und mir zuschicken. Das f├Ąnde ich schon relativ nachhaltig. Dann hast du aber immer noch das Problem, dass du eventuell mehr bestellst. Das ist unheimlich aufwendig, das wieder neu zu verpacken, eventuell zu reinigen, irgendwie sowas. Ich wei├č nicht, ist da nicht besser, es im Laden anzuprobieren und gezielt aus, ich glaube, dass es eine Kundschaft daf├╝r gibt. Ob es die Welt wirklich besser macht, da bin ich mir noch nicht so sicher.
Ist auf jeden Fall bequem und macht das Leben angenehmer. Storytelling ist nat├╝rlich ein bisschen anders. Vor allem Amazon m├╝sste das halt auch machen, weil die meisten bestellen, was ist 30 Prozent des E-Commerce, 50 Prozent des E-Commerce in Amerika ist Amazon. Und die m├╝ssten ja eigentlich den Service machen, dass du einfach alles in deine Amazon-Kiste irgendwie bringst und dann kommt der Amazon-Lieferant, der dir auch noch die Lebensmittel vorbeibringt.
Das f├Ąnde ich auch gut. Also wenn es so eine Amazon-Box g├Ąbe, wo einfach meine verschiedenen Orders konsolidiert werden, das f├Ąnde ich tats├Ąchlich gut. Und wo dann die Retouren auch einfacher wird, das w├Ąre cool. Das finde ich schon wertvoll. Es muss aber einen Weg geben, dass dadurch nicht zu mehr Retouren kommen. Das muss schon gehen. Sag mal, hast du eigentlich die Kongressanh├Ârung, hattest du Zeit, die Kongressanh├Ârung zu h├Âren?
Nee, ich habe nur kurz was gesehen auf Twitter.
Ich habe auch nur Ausschnitte. Also was ich gesehen habe ist, dass der Rory Kitty, Keith Gill oder wie der hei├čt, dass der auf jeden Fall die beste Figur abgegeben hat von allen.
Also Moment, das ist der junge Typ, der das alles angefangen hat.
Genau, der das angesto├čen hat, der den Research gemacht hat, der selber die Position hatte, aus deren 46 Millionen gewonnen sind. Der hat sich extrem gut geschlagen, fand ich.
Meinst du, der hatte Berater dabei, dass er das extrem gut macht?
Ich glaube, der ist schon relativ schlau, ehrlich gesagt. Ich glaube, der braucht gar nicht so viel Berater. Sie hat sich sicherlich einen Anwalt genommen trotzdem. Man hat so ein paar Formulierungen gemerkt, dass er sehr darauf achtet, was er sagt. Er war auf jeden Fall deutlich besser, als der Kollege Vlad von Robin Hood sich eingelassen. Der wiederum hat das Gef├╝hl, zumindest unter Eid, l├╝gt da nicht mehr so viel. Das ist ja wiederum das Lustige, dass wenn du wei├čt, du musst in einer Woche vom Kongress vereidigt die Wahrheit sagen, dass du dann eine Woche vorher in den Medien noch das Gegenteil erz├Ąhlst, das zeugt dann auch wieder nicht so viel Intelligenz. Wenn du wei├čt, es kommt in einer Woche alles raus, weil du dann nicht l├╝gen kannst, du traust dich, unter Eid nicht mehr zu l├╝gen, dann brauchst du ja auch nicht vorher l├╝gen, weil du wei├čt, es kommt eh alles raus. Vorm Kongress hat er mich dann genau gesagt, es gab genau dieses Liquidit├Ątsproblem, was wir beschrieben haben. Robin Hood w├Ąre pleite gewesen, h├Ątten sie die Notfinanzierung nicht bekommen, sie mussten den Handel einstellen, damit sie nicht noch weiter in die Schulden rutschen da intraday. Und, was aber eine spannende Information war, die haben 30 Millionen Kunden inzwischen, hat er irgendwie gesagt, was hei├čt, dass sie sie in zwei Monaten verdoppelt haben. Unter anderem durch GameStop. Es ist jetzt die Frage, wie wertvoll diese Kunden sind, wie viel Geld die nicht sofort verloren haben bei der ganzen Aktion. Aber f├╝r das Kundenwachstum von Robin Hood muss das brutal gewesen sein, der ganze Kram. Aber so happy sieht er damit insgesamt nicht aus. Und mein Gesamteindruck von dem Meeting war auch eher, dass nicht ganz klar ist, wer da wen vorgef├╝hrt hat. Es war auch schon irgendwie eine Freakshow der Absurdit├Ąt, dass allein die Figuren, die da beteiligt waren, sehr komisch.
Und glaubst du noch, dieses Jahr IPO oder kein IPO f├╝r Robin Hood?
Ich stehe doch stur zu meinen Predictions und glaube, dass das nicht mehr passieren wird dieses Jahr. Wobei vom Kundenwachstum war ich tats├Ąchlich ├╝berrascht. Und das andere, weil wir vorhin so allgemein unser China-Vorurteil wiederholt haben, es gibt zumindest einen Short-Seller-Bericht gegen E-Hang, das war so das Volokopter von China, so eine Flugdrohne. Da hat Wolfpack Research einen relativ starken Angriff gegen die Aktien. Die Short-Seller, die haben alle so einen komischen Namen, so Muddy Waters und Wolfpack und Hindenburg, was wei├č ich. Die haben 60 Prozent an einem Tag verloren nach dem Bericht. Also weil ich glaube, bei China, wenn da ein Short-Seller und viele Short-Seller konzentrieren, also Muddy Waters war sehr China-fokussiert, lange Zeit zum Beispiel. 60 Prozent.
Gibt es schon Shorts auf Agora?
Einen Short-Seller, der das covert? Ne, ich glaube noch nicht. Aber das kann sich ├Ąndern nach den n├Ąchsten Zahlen.
Soll das unser erster Doppelg├Ąnger-Short-Report werden?
Willst du jetzt die Aktien, die du erst hochgepumpt hast, runterreden oder was? N├Â. N├Ąchste Woche wissen wir mehr, was Agora angeht. Also mein Tipp ist, die werden solide wachsen, aber das, was sie jetzt an Bewertung aufgebaut haben durch diesen Increase, den wir ├╝ber die letzten Wochen gesehen haben und durch die Clubhouse-Mania, das wird schwer zu halten sein. Also da wird ein bisschen Realit├Ąt eingef├╝hrt.
Ich glaube, dass die wahrscheinlich bessere Zahlen reporten werden, als wir denken, weil halt irgendwas in China auch mega abgeht, von dem wir halt gar nichts wissen.
Aber wie viel Millionen Umsatz m├╝sste Clubhouse denn mit denen machen? Ich meine, Clubhouse hat ja nur in Anf├╝hrungsstrichen 100 Millionen geraced. Also wenn die alles, was sie bisher bekommen haben von, das ist ja eine sehr einfache Rechnung, die wir machen k├Ânnen. Das kriege ich raus. Die haben insgesamt 110 Millionen geraced, oder? Einmal 10, einmal 100 auf 101 Milliarden. Ja. So. Agora ist mit 10 Milliarden bewertet und der Umsatz bisher war 119 Millionen. Also wenn Clubhouse all sein Geld in einem, verstehst du, wo ich hin will, ne? Also man muss schon hoffen, dass Agora f├╝r mehr als nur Clubhouse attraktiv ist als L├Âsung, das glaube ich aber auch. Und im Q1 werden die ganzen Datingb├Ârsen und so, die das benutzen, nochmal florieren, von daher.
Genau, die ganzen Datingb├Ârsen, die jetzt in den letzten Monaten.
Ich komme mal wieder auf dieses Thema eigentlich. Bitte? Muss ich mir Sorgen machen? Soll ich mal mit deiner Frau reden?
Nee, ist gut. Aber die ganzen, die mussten ja jetzt alle nochmal digitalisieren oder sich Corona fit machen, das haben die alles mit Agora und Twilio und so gemacht.
Dass man da so Livechats macht und so.
Genau, Livechat, Video und so weiter. So und zum Abschluss verrate ich jetzt noch, wie wir aufgenommen haben. Wir haben ja unseren Clubhouse Session am Mittwoch aufgenommen und zwar mit Clubrecorder. Das ist ein Engl├Ąnder aus Belgien, der f├╝r 16 Dollar mitgeh├Ârt hat und alles aufgezeichnet hat. Erstaunlich gute Qualit├Ąt, muss man sagen.
16 Dollar hast du daf├╝r bezahlt?
16 Dollar. Und ich meinte so, wie hast du es gemacht? Er so, ja, du hast wahrscheinlich ein Icon gesehen mit einem Mikrofon, das war ich. Der hat mir auch auf Twitter geschrieben, sag mal, wann ist es zu Ende? So um 10. Das habe ich aber erst danach gesehen. Wir haben ja anderthalb Stunden aufgenommen. Ja, davon leben kann man noch nicht, solange er es selber machen muss, oder? Nee, aber du kannst es schon, also wenn du mehr Arbeit reinsteckst, k├Ânntest du es schon selbst machen, aber die werden das auch irgendwann selbst anbieten. Und du hattest doch irgendwie was gefunden?
Ja, die 16 Dollar h├Ątte ich mir vor allen Dingen sparen k├Ânnen, weil es sich rausgestellt hat, es gibt einen Service, der jeden einzelnen Clubhouse Room, den es jemals gab, komplett mitgezeichnet hat und ins Internet schreibt. Hast du uns da gefunden? Das kann man noch nicht so gut durchsuchen, leider. Es ist im Moment nur so ein chronologisches Feed, aber es l├Ąsst darauf schlie├čen, dass er oder sie das alles irgendwann mal abgespeichert hat. Und wenn der das hat, dann hat es auch mit Sicherheit zumindest der chinesische Sicherheitsdienst, vor allen Dingen, ja, kompliziert. Der hat es vor allen Dingen gemacht, ohne im Raum zu sein, also der war wahrscheinlich nie wirklich in einem der R├Ąume, sondern muss irgendwie direkt aus dem Protokoll rausgezogen oder aus der Open API oder so rausgezogen haben, so wie es aussieht.
Ich bin mal gespannt, der Security-Typ, der eingestellt worden ist von Zoom, der geht wahrscheinlich jetzt, wird announced, dass er n├Ąchstes Jahr bei Clubhouse ist. Ich kann mir schon tats├Ąchlich vorstellen, dass die irgend so ein Hier jetzt raus hauen m├╝ssen. Aber was hei├čt es dann jetzt f├╝r uns, wenn die Sachen alle aufgenommen sind? Sollen wir uns Mittwochabend da um 21 Uhr nochmal treffen?
Ja, man geht halt einfach davon aus, dass das der ├Âffentliche Raum ist.
Top, ich freue mich. Bis n├Ąchste Woche.
Bis n├Ąchste Woche. Oder bis Mittwoch. Bis Montag Mittwoch. Bis dann, ciao, ciao.