Doppelg├Ąnger Folge #123 vom 2. M├Ąrz 2022

Big Tech Krisen PR | ­čĺĄ ZipRecruiter Zoom Zalando | HelloFresh Salesforce & SEA Ltd.

Wie verh├Ąlt sich Big Tech in der aktuellen Lage? Wird es ÔÇ×walk outsÔÇť bei Google geben? Wie sprechen kurz ├╝ber Boeing und lenken und mit Earnings ab: Zoom, Zalando, HelloFresh, Salesforce, ZipRecruiter & Sea.

Philipp Gl├Âckler (https://twitter.com/gloeckler) und Philipp Kl├Âckner (https://twitter.com/pip_net) sprechen heute ├╝ber:

(00:25:00) Unternehmen die sich ein bisschen richtig verhalten

(00:37:45) Assent eingefroren und Sanktionen explained

(01:01:00) Boeing

(01:07:15) zoom

(01:15:30) Zalando

(01:20:00) Hellofresh

(01:24:30) Live earnings: Salesforce

(01:27:30) Zip recruiter

(01:35:20) SEA

Shownotes:

Unterkunft f├╝r Menschen aus der Ukraine https://elinor.network/gastfreundschaft-ukraine/

Oeconomia https://www.imdb.com/title/tt11664272/

Nationalhymne: https://www.medienwerkstatt-online.de/lws_wissen/vorlagen/showcard.php?id=12256&edit=0

Doppelg├Ąnger Tech Talk Podcast

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Herzlich willkommen zum Doppelg├Ąnger-TikTok-Podcast Folge 123. Es ist die kleine Podcast-Mahnwache mit Bildungscharakter, die wir heute machen. Es gibt keinen R├╝stungsaktien-Special, f├╝r die sich das gew├╝nscht haben. Die m├╝ssen wir entt├Ąuschen. Wenn ihr kein gewissen Dividenden wollt, kauft euch Facebook-Aktien, die ├╝brigens genau das gleiche Price-Earnings-Multiple wie Rheinmetall haben auf 2021 Gewalts. Wir machen heute ein paar H├Ârerfragen. Wir versuchen ein paar Earnings zu machen. Es kommen ein paar spannende rein, es sind ein paar spannende passiert. Und wir gehen einfach durch diese schwere Zeit zusammen mit euch, oder?
Ja, wir haben ja auch die Frage bekommen, warum wir keinen Wein mehr trinken. Und haben uns jetzt entschieden, uns wieder mindestens dienstagsabends zu betrinken. Vielleicht fangen wir auch irgendwann freitags mittags an zu trinken.
Wir betrinken uns in Moderation. Prost dazu.
Prost.
Was hast du f├╝r einen vern├╝nftigen Wein? Ich nicht.
Doch, ich habe einen sch├Ânen Rotwein aus Italien von einem H├Ârer geschenkt bekommen. Zu dem H├Ârer komme ich gleich nochmal. Zu dem Wein nicht, damit wollen wir euch nicht langweilen.
Rotwein vertrage ich nicht mehr so gut. Ich werde alt, glaube ich. Ich glaube, ich habe eine Histamin-Allergie.
Achso, war das der Grund, warum du letzte Folge nicht so fit warst?
Da hatte ich keinen Rotwein. Da hatte ich Whiskey Sour, Dark & Stormy.
Du warst am Sonntag in Berlin am Demo machen. 100.000, 200.000, 500.000. Wie viel wart ihr?
Da beginnen die Faken hier schon. Es war eine sechsstellige Anzahl, glaube ich. Also ich war vor, wann war das, vor drei Jahren oder vier Jahren? Die Zeit vergeht so schnell, wenn man alt wird. Bei unteilbar waren es eine Viertelmillion, glaube ich. Und das war aus der Luft mehr oder weniger best├Ątigt. Ich glaube, es war ein bisschen weniger als das. Ich w├╝rde es zwischen 150.000 und 200.000 sch├Ątzen. Aber es sind trotzdem unheimlich viele. Ich glaube, eine halbe Million, das geht ehrlich gesagt. Auf der gesamten Stra├če um die Siegess├Ąule Brandenburger Tor geht das nicht. Dann m├╝sstest du vom Alex bis zum Ernst-Reuter-Platz die Stra├če voll machen, glaube ich. Dann w├╝rdest du eine halbe Million unterbekommen. Aber es waren viele und es war super. Ich glaube auch, dass es nicht unwichtig ist, da hinzugehen. Ich glaube, es ist wichtig, dass die Leute, die ihre Stadt verteidigen oder ihr Land, sehen, dass sie auf der richtigen Seite der Geschichte stehen. Ich finde es wichtig, dass die Leute, die nicht wissen, warum sie ├╝berhaupt da hingehen k├Ąmpfen, auch verstehen, dass sie nicht auf der richtigen Seite stehen. Das ist ein Weg, das auszudr├╝cken, glaube ich. Und es kostet auch gar nichts, das zu machen. Es war sch├Ânes Wetter au├čerdem.
Glaubst du, dass irgendjemand in Russland diese Bilder gesehen hat?
Irgendjemand schon. Sicherlich nicht genug Leute, aber irgendjemand schon, glaube ich. Vermutlich die, die es auch so wissen. Aber ich glaube nicht, dass es gleichg├╝ltig ist.
Mein Mut schwankt so ein bisschen. Von heute Abend, als ich eine Nachricht bekommen habe, dass Putin bereit ist f├╝r Gespr├Ąche oder gesagt hat, was er gerne haben w├╝rde. Und dann wenige Minuten danach hast du mir einen Link geschickt mit irgendeiner Bombenexplosion. Und dann war ich wieder down. Ich bin kurz davor...
Das war h├Âchstwahrscheinlich eine Aerosolbombe. Oder wie hei├čt das? Thermobaric-Bombe auf Englisch. Das ist etwas, was man einsetzt, wenn man die Geb├Ąude nicht kaputt machen m├Âchte, aber die Leute tot machen. Wenn ihr das heute mit euren Kindern h├Ârt, dann macht es vielleicht auch aus. Oder h├Ârt es heute auch nicht. Aber das ist eine Bombe, die man wirft, die innerhalb von 50 Meter in dem Umkreis erstickt einfach jeder oder verbrennt sofort. Weil es zu einer Explosion f├╝hrt, die der Luft den gesamten Sauerstoff entzieht und so eine Art Sauerstoffsaugunterdruck erzeugt, die die Lunge von jedem Menschen entweder zum Bersten oder Kollabieren bringt, je nachdem, wie nah man dran ist. Und die gebannt ist nach dem Genfer Abkommen.
Mein gr├Â├čtes Learning von dieser Woche durch dich ist...
Jetzt bin ich gespannt.
Google und YouTube, beziehungsweise YouTube und Google sind die zweit und dritt meistbesuchte Webseite in Russland. Ich habe immer gedacht, die w├Ąren da gar nicht. Ich bin eigentlich bis vor letzter Woche davon ausgegangen, dass das alles in Yandex-Hand ist und Google und YouTube eigentlich ├╝berhaupt keine Relevanz dort haben. Aber so scheint es anders. Und jetzt zur├╝ck zu unserem H├Ârer, den ich die Woche getroffen habe oder letzte Woche und der mir den Bein geschenkt hat. Der macht viel mit Aktien und hat erz├Ąhlt, dass sein gro├čes Ziel ist, dass er irgendwann mal seinen Kindern sein Portfolio zeigen kann und sagen kann, hier ist nichts dabei, das ich irgendwie verstecken muss an Aktien. Eigentlich seit gestern, seitdem du mir die Augen ge├Âffnet hast, sehe ich Google genauso kritisch wie Facebook und denke, man kann es eigentlich nicht mehr mit gutem Gewissen drin haben.
Ja, das ist... Siehst du was anders? Ich habe auf jeden Fall gerade ein sehr konkretes Problem mit Google, das ich auch auf verschiedensten sozialen Netzwerken ge├Ąu├čert habe. Ich meine, ich w├╝rde die Aktie eh nicht besitzen, aber rein finanziell war das in der Vergangenheit ein gutes Investment und wird es, glaube ich, auch bleiben. Was gerade passiert, finde ich... Ich glaube, momentan reagiert Google nicht richtig. Also wie gesagt, YouTube ist die zweitgr├Â├čte Webseite laut SimilarWeb. Google, sagst du, ist die drittgr├Â├čte? Ja. Instagram ist auch noch in den Top Ten. Der Rest ist dann eben Yandex, VK, also Kontakte. Das ist das Facebook von Russland.
Es gab von einem ehemaligen Yandex-Mitarbeiter den Aufruf, dass man auf der Yandex-Seite nicht sehen kann, dass Krieg ist und dass man das ├Ąndern m├╝sste und wenn das nicht passiert, dass man halt auch schuld daran ist.
Ein Ex-Mitarbeiter oder Ex-Head of News oder so? Genau. Ja, das fand ich einen guten Aufruf, dass man Leuten mal sagt,
dass sie sich nicht damit gemein machen k├Ânnen. Das Gleiche sehe ich auch. Also das Gleiche sehe ich bei YouTube und bei Google auch. Wenn du die Adresse Nummer eins bist in einem Land,
in dem andere News geschaltet werden, dann... Ich habe auch mal getwittert, man sollte wirklich mal, sagen wir es so, sich von Google das Wort Ukraine auf Russisch ├╝bersetzen lassen und dann bei Yandex.ru reinhacken. Und schauen, um einfach mal zu verstehen, wie ein russischer Mensch die Welt und das Internet sieht. Da ist halt die Oberh├Ąlfte der Website einfach komplett reserviert f├╝r Ukraine.ru, was letztlich Fake News vom russischen Staat sind. Also nicht die offizielle Seite vermeintlich der Ukraine, sondern da werden halt Fake News verbreitet, die der Pr├Ąsident Zelenskyy Kiev schon l├Ąngst verlassen h├Ątte. Und sonst was f├╝r ein M├╝ll. Das ist ja immer die ganze Oberh├Ąlfte und dann kommt irgendwie bestenfalls noch Wikipedia oder nicht mal das, glaube ich. Irgendwie leben wir halt wirklich in einer anderen Realit├Ąt. Das zu ├Ąndern ist halt schwer, weil die Medien komplett zensiert und verkr├╝ppelt sind ├╝ber die letzten Jahre. Also du gehst ja in den Gras, es gibt kaum noch kritische Presse. Und ├Ąndern k├Ânnte das vielleicht Big Tech?
Das ist halt die Frage. Ich gehe davon aus, dass in den kommenden Tagen Google Mitarbeiter Walksout machen. Ich gehe davon aus, dass die ersten Advertisers sagen,
sie schalten jetzt nicht mehr Werbung.
Warum machen sie das denn jetzt nicht? Falls es irgendjemand von Airbnb h├Ârt. Ich w├╝rde es gerne mal verstehen. Genau, wieso schaltet ihr Werbung jetzt auf YouTube? Ich glaube, es ist eine Frage, die wir uns immer wieder stellen m├╝ssen. Wenn du in dieser Propagandamaschine arbeitest oder das machst und das nutzt, dann face it, am Ende ist das doch genau das gleiche wie eine R├╝stungsindustrieaktie zu haben.
Ja, so weit w├╝rde ich vielleicht nicht gehen. Aber ich kann mal vorlesen, was Kent Walker ist, der Policy Overmod President Global Affairs hei├čt das bei Google. Der pimmelt sonst vom Gerichtshof ab und sorgt daf├╝r, dass es immer wieder die Berufung gegen die Wettbewerbsverfahren gibt. Heute hat er geschrieben, wie Google der ├ťberschrift Helping Ukraine, dann erz├Ąhlen sie, dass sie irgendwie 5 Millionen, die sie von ihren eigenen Mitarbeitern mit eingesammelt haben, unter anderem dahin schicken, dass sie SOS-Alerts in der Ukraine in die Suche und Maps einbauen, dass sie die Sachen sicherer machen, Promoting Information, Qualit├Ąt, bla, bla. Und der letzte Absatz ist Operating our Service in Russia. Und da sagen sie, we are committed to complying with all sanctions requirements, also sie verpflichten sich mit allen Sanktionen mitzugehen, als wenn das nicht eine Selbstverst├Ąndlichkeit w├Ąre. Das ist schon mal eins der Probleme, die ich habe, dass sie jedes Mal so tun, als wenn, complying with the law, das ist, als wenn ich sage, ich klaue heute Abend kein Auto und bringe niemanden um. Das ist eine gro├čartige Zusammenarbeit mit meinen Authorities hier in Deutschland. Wie auch immer. Und der letzte Absatz ist, we will continue to monitor the situation and take additional actions as needed and rejoin the international community in expressing sincere hope for the return of a peaceful and sovereign Ukraine. Also sie sind sich offenbar sehr wohlbewusst, dass sie in Zukunft in der Tat noch mal in die Krise gerichtet werden k├Ânnen. Aber ich wei├č ja nicht, wann, wenn nicht jetzt, w├╝rde es die denn geben? Worauf fucking wartet man denn noch? Also nat├╝rlich haben sie Angst. Also fakt ist, wenn Google jetzt irgendwas macht,
sind sie innerhalb von 24 Stunden gesperrt in ganz Russland.
Aber sie werden dann not evil. W├Ąre vielleicht gar nicht so schlecht. Genau. Die Frage ist, auf was f├╝r eine Zukunft hoffst du denn in Russland? Ich w├╝rde jetzt immer sagen, immerhin sind wir noch eine der M├Âglichkeiten, ├╝berhaupt Informationen zu finden, wenn man sich M├╝he gibt und so weiter. Sie haben ja immer diesen faulen Deal, dass du sagst, wir lassen uns ein bisschen zensieren. Daf├╝r d├╝rfen wir aber online bleiben und auch Geld einsammeln normalerweise. Aber ich wei├č nicht, ob vielleicht nicht die Zeit ist, jetzt mal zu sagen, dann m├╝ssen wir halt abschalten. Aber daf├╝r senden wir mal einfach den Russen, die wir erreichen, eine Message und zwar die Wahrheit. Und wenn man wegen jedem fucking Schei├č einen Walkout macht, wenn irgendwie die Avocado-California-Roll in der Kantine zu warm ist oder in der dritten Toilette die Sandelholzkerze alle, dann vielleicht ist das mal ein Grund, einen Walkout zu machen. Fakt ist, drei Viertel der Telefone in Russland sind Android-Telefone. Ich w├Ąre ├╝berrascht, wenn Google dann nicht eine Security-Message draufschicken kann. Mit dem gleichen Mechanismus, wie du neue Updates ank├╝ndigst. Sie k├Ânnen es ├╝ber Maps machen. Dass irgendwelche Leute anfangen, Google Maps zu hacken, indem sie Reviews schreiben in Restaurants, in der Hoffnung, dass irgendwelche Russen das sehen. Das ist toll, ich finde das gut. Das sollte man gerne large-scale nutzen. Aber es zeigt nur, dass man Maps hacken muss, weil Google selbst nicht die Eier hat, das selber zu machen und ihre Tools zu nutzen, um das zu tun, was gerade am wichtigsten w├Ąre, n├Ąmlich das russische Volk gegen seinen vollkommen bekloppten Pr├Ąsidenten zu mobilisieren. Und einer der Gr├╝nde, warum Google keinen Bock darauf hat, und Facebook und alle, ist, weil sie damit eingestehen w├╝rden, wie verdammt m├Ąchtig sie w├Ąren. Das Schlimmste, was Google hier passieren k├Ânnte, aus ihrer Sicht, ist wahrscheinlich, dass sie beweisen, dass sie einen Pr├Ąsidenten st├╝rzen k├Ânnen. Weil dann kommt als n├Ąchstes irgendein Demokrat um die Ecke und sagt, wir m├╝ssen Google regulieren. Oder ein Republikaner. Und deswegen tun sie so, als w├Ąren sie machtlos und k├Ânnten nichts tun. Und machen alles, was von ihnen verlangt wird, gerade so. Aber proaktiv irgendwas, um die Situation zu verbessern, null.
Wenn man das jetzt vergleicht mit Spotify und Joe Rogan, ist das ja eigentlich ein kompletter Joke. Also diese ganzen Unternehmen, diese ganzen Tech-Unternehmen, sind f├╝r mich Medienh├Ąuser und sind verantwortlich f├╝r die Sachen, die da passieren. Und das muss sich auch ├Ąndern und muss auch geregelt werden. Es kann nicht sein, dass verschiedene Kan├Ąle, dass die erste Sache, die sie machen, ist, dass sie den Leuten die Werbeeinnahmen wegnehmen, anstatt die Dinger irgendwie komplett dicht zu machen. Ja und da ist es mal total wichtig, auf die Timeline zu schauen.
Also lasst uns mal zu Meta switchen. Oder wie Pr├Ąsident Putin zu seinem besten Freund Mark sagt, Mieta. Was die halt machen, ist, dass sie die ganzen Daten, die sie in den Medien ver├Âffentlichen, was die halt machen, ist, dass sie eine halbe Stunde, Entschuldigung, einen halben Tag, bevor die offiziellen Sanktionen der EU raus sind, unterwerfen sie sich freiwillig und machen einen riesen PR-Stunt daraus. Du hattest, wann war das vorgestern, glaube ich? Da wurde erstmals bekannt, also da wurde klar, dass jetzt der Swift-Ban kommt und dass Russland aus der Swift rausgeschmissen wird. Und das hie├č eigentlich, da muss jedes Unternehmen eigentlich wissen, es wird jetzt einigerma├čen unm├Âglich noch irgendwelche Zahlungen aus dem Ausland kommen. Was macht Facebook? Schmei├čt sich hinter den Zug und sagt, wir werden nie wieder Geld aus dem Ausland f├╝r russische Propaganda nehmen. Wir stellen das jetzt ein. Bis zur n├Ąchsten Wahl. 2022, kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, ist Facebook bereit, endlich zu sagen, wir nehmen kein russisches Geld mehr f├╝r Propaganda und um unsere Gesellschaft zu entzweien. Herzlichen Gl├╝ckwunsch. Und machen daraus noch einen PR-Stunt und wollen noch Applaus daf├╝r. W├Ąhrend sie genau wissen, dass sechs Stunden sp├Ąter das EU-Parlament beschlie├čt, du darfst gar kein Geld mehr von Russen nehmen. So, einen Tag sp├Ąter passiert das Gleiche. Abends tritt Ursula von der Leyen wieder vor die Presse und sagt, sie bannen jetzt Staatspropaganda von Russland in Europa. Was macht Facebook sechs Stunden fr├╝her, die nat├╝rlich, das muss man dazu wissen, also wir k├Ânnen das nicht mit Sicherheit wissen, aber nach allem, was ich verstehe von Lobbyismus und wie Europa und Br├╝ssel funktioniert, fragt jemand vorher, wenn wir solche Bans machen, hey Google, Facebook, k├Ânnt ihr das ├╝berhaupt durchsetzen? Wie viel Zeit braucht ihr? Wie schnell geht das? Das hei├čt, Facebook wusste mit hoher, h├Âchster Wahrscheinlichkeit, dass das abends rauskommt. Was machen sie? Noch vormittags hauen sie den Pressemitteilungen raus. Wir schmei├čen RT, also Russia Today, den Staatstv-Sender und Sputnik, den Staatspressedienst, von unseren EU-Plattformen raus. Und nicht nur, dass sie einfach nur wieder die Legislation, der sie sich eh unterwerfen m├╝ssen, frontrunnen und sagen, wir machen das jetzt freiwillig, obwohl ab heute Nachmittag w├Ąre es nicht mehr freiwillig, sondern wir w├Ąren einfach verpflichtet dazu. Sondern was sie auch machen, ist, dass sie einfach im fucking Rest der Welt nat├╝rlich weiterhin russische Propaganda nicht nur tragen auf ihrer Plattform, sondern auch aktiv mitverbreiten durch ihre Algorithmen, die dazu geeignet sind, sowas noch weiter zu tragen. Und die richtige Pressemitteilung, die Facebook und Roku und Netflix raussenden m├╝ssen, ist, ab heute senden wir nur noch im Rest der Welt russische Propaganda. Und au├čerhalb der EU nicht, weil wir verpflichtet worden sind, das nicht mehr zu tun. Und irgendeine Art von Freiwilligkeit, also den Anschein einer Freiwilligkeit zu erwecken, ist so infam und moralisch bankrott, dass ich es ekelhaft finde, wenn dann Nick Kleck, das ist quasi der Gerhard Schr├Âder, von UK, der war Vizeministerpr├Ąsident in UK und ist dann Public Policy Schurte bei Facebook geworden. Und geht dann raus und l├Ąsst sich daf├╝r feiern, dass sie jetzt freiwillig diese ganzen Dinge tun, wo er 100% wei├č, ab Nachmittag d├╝rfen sie das eh nicht. Und dann sagt du, wir nehmen jetzt kein Geld mehr aus Russland an, wenn du genau wei├čt, dass niemand aus Russland Geld verdienen kann. Und dann ist das so, dass du dich dann auch nicht mehr in die Ruhe bringen musst, weil du wei├čt, wir nehmen jetzt kein Geld mehr aus Russland an, wenn du genau wei├čt, dass niemand aus der Welt, au├čer China, Geld von Russland abnimmt in 6 Stunden, weil es dann einfach verboten ist. Das ist so peinlich, wie kann man sich nicht sch├Ąmen? Und wie kann man f├╝r so einen Drecksladen arbeiten, frage ich mich. Wenn morgen eine taktische Atomwaffe auf Kiew oder noch eine thermobare Bombe geschmissen werden oder 20 davon, und du h├Ąttest das verhindern k├Ânnen und stattdessen arbeitest du f├╝r einen dieser Kackbuten, um die Klickrate auf irgendwelche Ads zu erh├Âhen. Ey, what the fuck?
Ja, zur├╝ck zu YouTube. Also wenn ich da jetzt RT eingebe und auf Suche klicke, dann kommt da, dieser Kanal ist in deinem Land nicht verf├╝gbar.
Ja, musst du einen VPN nutzen und auf UK stellen, dann kannst du wieder gucken. Oder auf Russland.
Oder auf Ukraine. In der EU kann ich es nicht sehen und in Amerika kann ich es nicht angucken.
Und w├Ąhrend wir das besprechen, zerbomben die Russen gerade den letzten Fernsehturm in Kiew, sodass keiner mehr die echten News gucken kann.
Na gut, erst einmal haben sie ja daneben geschossen.
Ja, gerade brennt er wieder. Und auch das ist Taktik. Die TV-Sender kaputt machen, sodass nur noch russische Propaganda empfangen wird. Wenn sie russische Propaganda senden ├╝bers Fernsehnetz.
Also mein Lichtblick der ganzen Sache war dieses Hacker-Team da, Anonymous, die es geschafft haben, russisches Fernsehen zu hacken und die richtigen Bilder reinzutun. Da gibt es nat├╝rlich immer die Frage, was ist Fake News, was ist Real. Es gibt ja auch die Geschichte, dass sie das Boot von Putin gehackt haben und es umbenannt haben und irgendwo zur H├╝lle geschickt. Und alles, was da passiert ist, ist, dass es eine der ersten Kriege ist,
wo es einen signifikanten Anteil an Information Warfare gibt. Die Wahrheit stirbt immer zuerst und all diese Plattit├╝den. Aber ich glaube, Information Warfare ist besonders wichtig. Offensichtlich macht die Ukraine eine deutlich bessere PR als Russland, was nat├╝rlich auch einfacher ist. So wie Putin sich nach au├čen darstellt. Schlechter geht es ja auch nicht. Aber das machen sie schon echt gut. Ich glaube, das hilft bei der Unterst├╝tzung. Das hilft, dass Menschen ihre Regierung dr├╝cken. Und du musst davon ausgehen, dass ein Teil des Anonymous-Kollektiv auch in Russland sitzt. Und Russland hat sicherlich einige der besten Hacker der Welt. Aber da die sich in der Regel staatenungebunden f├╝hlen, ist es ein bisschen schwierig, dass sie sich da auch in Russland befinden. Zumindest die, die nicht f├╝r Russland arbeiten. Kann es von ausgehen, dass ein paar davon wahrscheinlich selber in Russland sitzen. Und wo wir gerade bei Facebook waren, die haben ja auch passenderweise ihren Community Standards Report rausgebracht. Da haben sie die am meisten angeschauten Seiten, da wollen sie super transparent sein, und haben gesagt, auf Platz 8 ist 3AM-Sort, The Dodo, Led Bible Australia, News, do you remember when, woman working, think red. Und die am meisten besuchte Seite mit der h├Âchsten Reichweite von 121,8 Millionen Viewers m├Âchte uns Facebook in dem Transparenz-Report nicht sagen, sondern hat nur einen Verweis, dass die entfernt wurde. Das ist ihnen offenbar so peinlich, was die Seite mit der gr├Â├čten Reichweite auf Facebook war, das hie├č, in ihrem Report, der eigentlich genau dazu ist, diese Transparenz zu schaffen, nicht machen wollte. Wie k├Ânnte man das wohl rausfinden, welche Seite es war?
Ich habe auf Twitter mal eine Seite gefunden, die hie├č Facebooks Top 10. Die haben wir auch schon mal im Podcast besprochen. Da war so ziemlich viel rechte Suppe mit drin.
Beispielsweise war Breitbart. Die existieren ja alle noch. Es muss was anderes sein. Das w├Ąre zu einfach. Breitbart oder Daily Storm.
Aber die mussten doch auch unter den Top 10 sein. Anscheinend nicht.
Es gibt auf Twitter einen Nutzer, der sich relativ sicher ist. Es gibt diesen Account, Top 10 Facebook, den du gerade erw├Ąhnt hast. Da stehen immer die Seiten. Es ist ja im Q4 gewesen. Die eine, die da drin stand, die es nicht mehr gibt, ist ThatAintRight. Was wiederum eine lustige Quiz-Seite war, die Menschen Fragen gestellt hat, was ist dein Lieblingstier und wer war Pr├Ąsident, als du geboren wurdest, um ihnen die Passw├Ârter zu klauen. Oder die Passwortfragen antworten. Das war eine Seite, die es geschafft hat, bevor sie abgeschaltet werden konnte, weil h├Âchstwahrscheinlich muss das diese Seite gewesen sein. Das ist die einzige, die zu den von au├čen einsehbaren Daten fehlt. Der man sich offensichtlich zu Recht jetzt ordentlich sch├Ąmt. Und sie deswegen da nicht zeigt. Zum Gl├╝ck kann diese Transparenz dann doch irgendwie extern geschaffen werden. Falls das stimmt. F├╝r mich scheint das sehr plausibel, ehrlich gesagt. Aber das ist wahrscheinlich die Seite, die ich ins Facebook nicht sagen m├Âchte. Eine Seite, die Facebooks Advertising-M├Âglichkeiten nutzt, mit lustigen Quiz die Passwortfragen von Menschen auszuspionieren. Und sich dann in deren Accounts einzuloggen. Sehr gut. Ich habe noch zwei Russland-Fragen.
Leg los. Gibt es schon VCs, die sich jetzt ge├Ąu├čert haben, dass sie ein paar LPs rausgeworfen haben? Du kannst mir doch nicht erz├Ąhlen, dass die amerikanische und die europ├Ąische VC-Landschaft nicht irgendwie das eine oder andere Geld aus Russland hat. Ich glaube, du w├Ąrst bei der Russland-Seite.
Bei den LPs hast du ja so ein AML, Anti-Money Laundering und Know Your Customer Prozess. Da w├╝rdest du eh schon relativ vorsichtig sein. Aber doch, ich gehe davon aus, dass ein paar von denen zumindest... Es gibt ja auch ein paar wirklich regierungskritische Russen im Ausland. Aber ja, w├╝rde ich davon ausgehen, dass es die rausgeschmissen werden. Glaube ich nicht. Hast du keine Handhabe daf├╝r. Also kannst du dir nicht das Geld zur├╝ckgeben. Also, ich glaube, du kannst dir nicht das Geld zur├╝ckgeben. Aber ich glaube, du kannst dir nicht das Geld zur├╝ckgeben. Also kannst du dir nicht das Geld zur├╝ckgeben. Es sei denn, du hast einen sehr guten Vertrag, wo du dir das reserviert hast. Das hielt ich f├╝r neu.
Und dann, andere Frage. Sollen wir in den kommenden Wochen nach Neuseeland auswandern? Oder wie stellen wir sicher, dass wir den Podcast immer ohne Unterbrechung aufnehmen k├Ânnen? Also unser Producer ist ja jetzt schon weg. Deswegen kam die Folge sieben Stunden zu sp├Ąt. Der ist schon gefl├╝chtet in ein Schwellenland.
In ein neutrales Schwellenland. Ja, Neuseeland gilt als, da ziehen ja Peter Thiel und Sam Altman und diese ganzen Silicon Valley Prepper hin, weil es als relativ safe sustaining gilt. Also es gilt als gesichert, dass Neuseeland sich ganz gut mit eigenen Ressourcen versorgen kann, sehr neutral weit abgelegen ist und selbst im Fall eines Atomkriegs noch einigerma├čen sicher w├Ąre. Wobei ich das in Frage stellen will. Warum?
Ich glaube, du brauchst nur 10% der russischen, oder der gesamten Atombomben um den ganzen Planeten einzulebenen.
Und willst du dann in fucking Neuseeland leben? Dann k├Ânnen wir anfangen hier Fallout 4 zu spielen und zu ├╝ben. Wie das so w├Ąre, da habe ich keinen Bock drauf. Mein Nachbar macht nachts schon so ein bisschen mit.
Mein Nachbar macht nachts schon auf und tr├Ąumt, dass er auf dem Hausdach sitzt, mit so einem kleinen Gewehrchen, w├Ąhrend ein Panzer durchs Nachbarhaus rollt.
Ja, also die Dachgeschosse verlieren gerade ein bisschen den Preis, habe ich das Gef├╝hl. Alles wie es gibt. Das kommt ja alles von oben. Also es ist nicht, dass man nicht dar├╝ber nachdenkt. Ich bin auch mit Freunden und Bekannten. Aber ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, einfach irgendwo hinzufliegen und da zu leben, weil irgend so ein Irrer glaubt, er muss Europa mobben. Das ist nicht ganz ausgereift und alles sind mal so 51, 49 Sachen. Aber ich glaube, ich bin zu freiheitsliebend. Das ist nicht mein Ding, glaube ich. Sich irgendwie mal f├╝r eine Woche verpissen, wenn es einen konkreten Grund gibt. Also A k├Ânnen wir nicht alle nach Neuseeland emigrieren. Und ich habe auch keinen Bock, dass blo├č weil ich ein bisschen Geld habe, mir das leisten kann. Das w├Ąre dann auch kein gl├╝ckliches Leben f├╝r mich oder kein erf├╝lltes Leben. Von daher, ich w├╝rde in so einer Welt, in der das n├Âtig w├Ąre, um zu ├╝berleben, glaube ich nicht leben wollen. Ich sorge aber daf├╝r, dass hier reichlich leere Flaschen stehen und k├Ânnte eine kleine Molotow-Cocktailfabrik aufmachen. Deswegen trinken wir nur Wein und keinen harten Alkohol her, weil man wei├č ja nicht, wof├╝r man den noch brauchen k├Ânnte. Ansonsten, wir erw├Ąhnen auch mal, es gibt ja auch kleine Lichtblicke und Unternehmen, die sich redlich verhalten haben. Elon Musk hat ausnahmsweise mal delivered, dann muss man auch mal den Respekt zollen. Wir schalten Starlink f├╝r Ukraine frei, fand ich PR-Stunt-Charakter, weil ohne die Terminals kann man da nicht viel machen. Die kam aber, glaube ich, 36 Stunden sp├Ąter tats├Ąchlich an. Ich glaube, das hat wahrscheinlich geholfen, deswegen ist das zu bef├╝rworten, finde ich gut. Das ist, glaube ich, wichtig, dass du irgendwie Kommunikation hast. Ich hatte es anf├Ąnglich zumindest skeptisch be├Ąugt, weil er Thema Beatmungsger├Ąte, Tauchermissionen, Thailand und so weiter, da auch schon mal weniger glaubw├╝rdig agiert hat in der Vergangenheit. Aber das, was er jetzt gemacht hat, scheint n├╝tzlich zu sein. Ich wei├č nicht, meiner Meinung nach braucht das nicht so viel PR. Wobei, andererseits doch, ich bin geneigt zu sagen, bei Google und Facebook w├╝rde ich sagen, wenn ihr helfen wollt, helft halt, aber halt auf die Fresse. Wenn ihr glaubt, ihr macht das richtig, dann macht das, aber macht nicht eine fucking PR-Show draus. Bei Elon Musk w├╝rde ich fast sagen, im Gegensatz zu Nick Clegg und Kent Walker, hat der immerhin so viele Follower, dass es vielleicht wirklich hilft, noch mehr Aufmerksamkeit auf das Problem zu ziehen. Von daher w├╝rde ich es ihm vielleicht sogar nicht ├╝bernehmen, dass er auch ein bisschen PR damit macht, weil es vielleicht hilft zu verstehen. Ich glaube, Amerika ist gef├╝hlt noch sehr weit weg von der Ukraine und versteht nicht, also uns ist das nah, weil f├╝r mich ist Lemberg n├Ąher als Freiburg, wenn ich mich nicht irre, Freiburg und Breisgau. Aber von daher w├╝rde ich sagen, das braucht ja auch ├ľffentlichkeit.
Ja, Elon hat wahrscheinlich auch gesehen, wie nah seine Fabrik in Berlin da ist.
Ja, die w├Ąre dann vielleicht auch dran. Twitch und Onlyfans sagen, sie blocken User, die Wahrheit ist, die User d├╝rften kein Geld mehr auszahlen an die User, weil sie in Russland sind. Albern. Disney zieht seine Filme aus den Kinos zur├╝ck. Ich w├╝rde gerne mal sehen, wie Disney das Geld aus den Kinos einsammeln wollte, das ist auch Bullshit. Netflix sagt, sie weigern sich Propaganda zu sein. Also sie werden ab heute, dem 1. M├Ąrz, wir nehmen Dienstagabend auf, verpflichtet russische Propaganda mit aufzunehmen, sowie auch Roku ins Programm. Dem haben sie sich widersetzt. Fairerweise muss man sagen, Netflix ist vollkommen klar, dass sie die n├Ąchsten drei Jahre wahrscheinlich keine Mitgliedsgelder einsammeln k├Ânnen, oder zumindest bis die Sanktionen geliftet werden, keine Mitgliedsgelder einsammeln k├Ânnen. Was ich gut finde, ist Airbnb, obwohl es nat├╝rlich ein Konkurrent ist, eines der Unternehmen, wo ich dran beteiligt bin, aber das spielt ├╝berhaupt keine Rolle in der Situation, hat Airbnb sich verpflichtet bis zu 100.000 Fl├╝chtlinge aufzunehmen oder versuchen Kapazit├Ąt zu schaffen f├╝r bis zu 100.000 Fl├╝chtlinge, die gerade ├╝ber Polen, Rum├Ąnien und so weiter aus der Ukraine fliehen. Das kann man nur uneingeschr├Ąnkt gut hei├čen. Flixbus schickt Busse an die polnisch-ukrainische Grenze, holt die Menschen von dort ab, finde ich gro├čartig. Toll, wenn man die Mittel hat, das zu tun. Die Bahn hat das gleiche, hat die Z├╝ge Geb├╝hren freigestellt oder Entgelt frei. Total sinnvoll. Es gibt viele Unternehmen, die sinnvoll richtig reagiert haben und meiner Meinung nach nicht gef├╝hlt das ├╝berm├Ą├čig ausgeschlachtet haben. Vor allen Dingen haben sie mehr als das Allern├Âtigste getan, sondern wirklich sehr fr├╝h daran gedacht, wie man mit ihren Ressourcen helfen kann. Aus meiner Sicht ist das ein deutlicher Unterschied zu dem, was Facebook und Google gemacht haben, die eine alberne PR-Show daraus machen, dass sie das Mindeste machen, zu dem sie verpflichtet wurden und ansonsten ihre Security-Standards ein bisschen erh├Âhen und ein bisschen Geld verdienen. Geld und Prayers senden, das finde ich relativ unversch├Ąmt.
Es gab ein Bild, das ich noch gesehen habe, wobei ich auch nicht wei├č, ob das real ist, dass wohl Apple Pay und Google Pay in Russland nicht mehr funktioniert bzw. nicht mehr an der Metro funktioniert.
Was an den Zahlungsdienstleistern dahinter liegt, liegt nicht an, das ist auch nicht die Entscheidung.
Das war auf jeden Fall ein Bild, was mir im Kopf geblieben ist. Aber klar, das sind nat├╝rlich Zahlungsdienstleister. Sind da jetzt ├╝berhaupt alle betroffen oder gibt es da die eine oder andere Bank, die immer noch ein bisschen was machen darf?
Leider kam jetzt gerade vor 30 Minuten die Meldung, dass die Spare-Bank, die wichtigste Bank aus meiner Sicht, ausgenommen wurde aus den Sanktionen.
Warum ist das die wichtigste Bank?
Das ist mehr oder weniger die Staatsbank, die gr├Â├čte Bank nach meinem Verst├Ąndnis und ein Gro├čteil der gr├Â├čten L├Ąnder, die es schaffen wird, einen Teil der Industrie oder der ├ľkonomie in Russland am Leben zu halten, wenn sie selber weniger betroffen ist. Dadurch entsch├Ąrft man definitiv die Sanktionen und ich wei├č nicht, ob das gut ist. Als letztes zu Big Tech. Nat├╝rlich wollen die gerne neutral sein und nat├╝rlich k├Ânnen die immer argumentieren, wenn wir nicht mehr da sind, gibt es gar keine Informationen mehr in den L├Ąndern, wobei das zu einfach ist. Aber in einer Welt, wo die Schweiz, Finnland und Schweden ihren Neutralit├Ątsstandard aufgeben, wei├č ich nicht, ob Big Tech sagen m├╝ssen, wir sind die neue Schweiz. Es geht hier auch nicht um Politik oder so. Und apropos, wenn du sagst, es geht nicht um Politik, als das fucking Leistungsschutzrecht in Deutschland kam, da hatte Google sehr wohl Platz auf der Staatsseite, um jedem Bundesb├╝rger zu schreiben, was ihre Position zum Leistungsschutzrecht war. Es ist nicht so, dass die unpolitisch werden immer. Sondern wenn sie in einem Interesse sind, dann haben sie wohl Platz in einer Demokratie, wo sie wissen, sie haben nichts zu bef├╝rchten daf├╝r, ihren eigenen Ad-Space oder ihren Screen-Read-Estate zu nutzen. Und es ist schon traurig, wenn L├Ąnder ihre Neutralit├Ąt aufgeben, aber Big Tech nicht schafft, sich durchzuringen, die richtige Sache zu tun, um Menschenleben zu retten. Und ich frage mich wirklich, was man glaubt, damit zu bewahren oder welche Zukunft sie sich w├╝nschen, damit zu erhalten.
Krass, ich sehe gerade ein Tweet, ist wahrscheinlich auch Resultat von der ganzen Swift-Sache, aber Apple has stopped all sales at Russian online store. And Russian developers will be suspended, also by default. There will be no way to get their money in or out.
Ja, das haben viele sich gew├╝nscht, den App-Store zum Beispiel abzuschalten, auch so ein bisschen als Signal einfach. Aber auch das ist halt, ja, wir k├Ânnen kein Geld mehr von den Leuten nehmen, also sagen wir, wir nehmen kein Geld mehr von den Leuten. Wo ist die News? Es ist letztlich auch nur die Realit├Ąt anerkennen und kein proaktives Handeln. Und ganz ehrlich, Facebook h├Ątte irgendwie nach dem Sturm aufs Kapitol, nach der ganzen Trump-Sache, nach Cambridge Analytica, es gab 10.000 Punkte richtig abzubiegen f├╝r Facebook. Das h├Ątte alles, was man jetzt als irgendwie Einsicht verkauft h├Ątte, man locker vor 5 Jahren verstehen k├Ânnen. Es ist einfach doppelmoralisch jetzt so zu tun, als w├╝rde man auch nur ann├Ąhernd versuchen, das Richtige zu tun. Man macht barely gerade mal, was gesetzlich von einem verlangt wird und verkauft die dummen Journalisten teilweise, fallen sie noch drauf rein und tun so, als w├Ąre es eine freiwillige Ma├čnahme, die die Gafas machen, um die Welt zu retten. Wenn sie das wahrscheinliche Gegenteil tun und ein Gro├čteil des Problems sind. Ansonsten eine andere kreative Idee neben dem Google Maps Hack ist noch Tindern f├╝r die Freiheit. Es gibt viele User, die ihre Tinder-Location auf irgendwie Moskau oder so umgestellt haben, auf m├Âglichst viele Matches hoffen und dann einfach den Leuten ├╝ber den Kanal sozusagen eins zu eins versuchen News zu geben. Auch lustig, aber traurig ist halt, warum m├╝ssen wir das alles hacken, warum musst du das Crowdstormen, wenn es ein Fingerschnipp w├Ąre. Und ich meine, dadurch werden die Plattformen fr├╝her oder sp├Ąter trotzdem gebannt. Google Maps wird innerhalb von 48 Stunden wahrscheinlich noch neue Reviews entweder ausblenden oder blockieren. Und das gleiche wird Tinder wahrscheinlich machen f├╝r Location-├änderungen, weil sie mit Russland kooperieren wollen. Und wenn du eh wei├čt, dass Rostkommnadzor, der Regulator in Russland, fr├╝her oder sp├Ąter in den n├Ąchsten Tagen wirst du eh dran sein, ist nur noch eine Frage der Zeit. Dann kannst du doch wenigstens die Zeit nutzen und auch einmal das Richtige tun. Und einfach jedem Android-Nutzer, jedem Gmail-Nutzer, jedem Maps-Nutzer, jedem Tinder-Nutzer, jedem Apple-Nutzer erkl├Ąren, wo man News bekommt.
Ja, oder einfach die fucking Startseite ├Ąndern. Ja, oder einfach die fucking Startseite ├Ąndern.
Das sie nicht mal erfahren, wer gestorben ist an der Front, welche 5.000 Russen-Soldaten gestorben sind, von denen ihre M├╝tter noch nicht mal wissen, dass sie gestorben sind, die nicht mal wussten, wohin sie fahren, sondern dachten, sie fahren in irgendeine Truppen├╝bung oder so. Whatever.
Ja, sollen wir noch einen Schluck trinken und dann einfach ein bisschen Earnings und ein bisschen h├Âhere Fragen machen?
Mein Lieblingsspruch, um noch ein bisschen positiv das Thema zu beenden, mein Lieblingsspruch diese Woche war, wenn das alles vorbei ist, will die Ukraine nicht mehr der NATO beitreten, sondern die NATO will der Ukraine beitreten. Das fand ich, ich verstehe, dass es ein bisschen idealistisch ist, aber ich fand es lustig. Ist schon ein Badass-Frog, finde ich. Aber ich glaube, Putin hat sich einfach krass versch├Ątzt, weil nat├╝rlich k├Ąmpft jemand, der sein Land und seine Freiheit verteidigt, einfach mit viel mehr Moral als jemand, der nicht mal wei├č, warum er da hingefahren wird im Truppentransporter und noch nie ein Gewehr in der Hand gehabt hat und dachte, er konnte seinen Grundwehrdienst nach Hause.
Ja, aber trotzdem, die Bilder, die ich heute gesehen habe, ich habe einfach Angst, dass heute Abend das Ding so zerbombt wird, dass das morgen noch tougher wird, alles zu konsumieren und zu sehen. Und ich kann mir nicht vorstellen, wie die Leute da aktuell durch welche H├Âlle die gehen. Ich bin kurz davor zu versuchen, den Mediokonsum krass einzuschr├Ąnken, weil mich das so krass runterzieht. Und das ist einfach direkt um die Ecke.
Und das Mindeste, was man tun kann, es gibt Webseiten, also man rechnet damit, dass eine sechsstellige Anzahl Fl├╝chtlinge wahrscheinlich in den n├Ąchsten Tagen, es f├Ąngt schon an gerade, auch Deutschland erreichen wird. Entweder ├╝ber airbnb.org oder das Illinois Network, das packen wir vielleicht in die Shownotes, kann man, viele von uns haben wahrscheinlich G├Ąstezimmer, G├Ąstecouchen, Kellerwohnungen, Ferienwohnungen, Einigerwohnungen, Wohnmobile, Ferienwohnungen, die man den Menschen, deren Familien fehlt dergrad, versuchen alles richtig zu tun, dass dieser Irre nicht gewinnt. Also ich habe das selber gemacht, ich habe es geteilt, ich f├Ąnde es total cool, wenn wir es anders machen, wenn man es nicht machen kann, ist es auch okay, vielleicht kann man dann Geld spenden oder irgendwie humanit├Ąre Hilfe leisten, Leute von der Grenze abholen, am Bahnhof Leuten helfen, ich wei├č nicht. Aber ich glaube, das ist das Mindeste, was man tun kann, wenn man ├╝berlegt, auf wie viel die Leute gerade verzichten.
Was w├╝rdest du denn jetzt machen, wenn du so ein russischer Big Boss w├Ąrst und alle deine Assets eingefroren w├Ąren?
Gute Frage, also das Gute ist, bis vor kurzem h├Ątte jeder wahrscheinlich gesagt, keine Angst, mein Geld ist in der Schweiz. Die hat in einem historisch meiner Meinung nach einmaligen Schritt, ich glaube, das ist nicht mal zur Nazi-Zeit passiert, wenn ich mich nicht irre, eben ihren Neutralit├Ąt aufgegeben und sich den Sanktionen ├╝berwiegend angeschlossen.
Gut, sie haben aber gesagt, ihr habt jetzt einen Tag Zeit, um euer Geld wegzukriegen.
Ja, genau, es gab auch lustige Instagram-Memes ├╝ber Anw├Ąlte und deutsche Banker, die gerade extra Schichten schieben, um das Geld irgendwo auf die Caymans zu bringen oder so. Es wird auf jeden Fall unbequemer, schwerer, das ist schon mal gut. Es gibt ja, diese Sanktionen waren ja dreistufig. Das Erste war das Einfrieren der Ausland-Assets. Das war, glaube ich, ├╝berwiegend, um die Oligarchen, die im Ausland leben, mit ihren Milliardenverm├Âgen, die sie irgendwie aus der Erde gezogen haben in Russland, zu treffen. Das macht es auf jeden Fall deutlich schwerer f├╝r die, wenn ihre schwarzen Kredikaten nicht mehr funktionieren, wenn man eventuell ihre Schiffe, Flugzeuge an den Anker legt. Das ist schlau, das war aber nicht mehr angemessen dem, was dann in den ersten Kriegstagen passiert ist. Deswegen hat man dann diesen Swift-Ban gemacht. Swift ist letztlich ein Kommunikationssystem zwischen Banken, was einfach durch eine Bank, wir Tech-Menschen w├╝rden sagen, es ist eine Art Protokoll oder API, also eher ein Protokoll als ein API, also standardisierter Austauschmechanismus, womit man Geld transferieren kann, was fr├╝her deutlich schwerer war. Wenn du da jemanden rausschmei├čt, dann hat das schon relativ schwerwiegende Konsequenzen f├╝r das Land, was da ausgeschlossen ist. Und das Dritte war, und das ist schon so ein bisschen Russland zur├╝ck ins Mittelalter, Bomben mit finanziellen Mitteln, war halt das, ich glaube, es wurde beschrieben als das Neutralisieren der W├Ąhrungsreserven von Russland. Und das ist schon ein sehr erheblicher Schritt, weil das letztlich, positiv formuliert, das Einfrieren, man k├Ânnte auch sagen, vor├╝bergehende Entwerten des Geldes der Russen ist. Man muss sich vorstellen, Russland hat sich sehr gut auf den Krieg vorbereitet. Also sie haben 630 bis 640 Milliarden an Devisenreserven, also Guthaben angeh├Ąuft. Russland ist sehr wenig verschuldet, weil sie auch anscheinend sehr gut wussten, dass weitere Sanktionen auf sie zukommen k├Ânnten. Und seit dem 2014, dem Ukraine-Krieg, hat man sich da schon stark drauf vorbereitet. Und was man verstehen muss, also was hei├čt das eigentlich, diese Reserven zu neutralisieren, oder wie Ursula gesagt hat. Also diese W├Ąhrungsreserven, sozusagen das Verm├Âgen Russlands, ist nur zu einem kleinen Teil Verm├Âgen im Sinne von Gold. Ich glaube 140 Milliarden oder so davon sind wirklich physisches Gold. Das kann Ihnen niemand nehmen, das liegt irgendwo bei Putin im Keller. Das w├╝rde wiederum jetzt gerade niemand annehmen von Russland au├čer China. Aber ansonsten, ├╝ber das Geld k├Ânnen sie sich verf├╝gen. Das Problem mit W├Ąhrungsreserven ist, dazu muss man ein bisschen verstehen, wir k├Ânnen halt ein bisschen Geldtheorie machen, wenn ich das hinbekomme. Aber du kannst kein ausl├Ąndisches Geld besitzen, also doch, du kannst das in Bargeld nehmen. Bargeld ist sogenanntes Zentralbankgeld. Das hei├čt, ich k├Ânnte mir diese 630 Milliarden mit einem 60 Kilometer langen LKW-Konvoi irgendwie abholen bei der EZB oder in London oder in Fort Knox oder bei der Fed. Aber so ist nat├╝rlich nicht was passiert, sondern du hast ein Guthaben bei einer Zentralbank in einem anderen Land. Das hei├čt zum Beispiel, du verkaufst regelm├Ą├čig ├ľl nach Europa und dann sammelt sich irgendwann ein Euro-Guthaben bei der EZB an, weil das ├ľl in Euro verkauft wird letztlich und dadurch baust du diese Geldreserven auf. Und das Problem ist, dass Geld eben, das ist was jeder Krypto-Dude dir nach 3 Bier auf der Party erz├Ąhlt ist, dass dieses Geld ja letztlich wehrlos ist, weil es nur ein Zahlungsversprechen der Zentralbank ist. Also wenn du einen 100 Euro Schein in der Hand h├Ąltst, dann der ist nichts wert, theoretisch. Das Einzige ist, wenn wir alle daran glauben, dass du damit zu jeder Landesbank oder Zentralbank gehen kannst und dass die dir daf├╝r f├╝r 100 Euro Gold geben. Das ist eigentlich woran du glauben musst oder irgendwas anderes was Geld wert ist. Und letztlich so wie diese Geldscheine sind, genauso die Guthaben, die Russland im Ausland hat, waren teilweise Zentralbankangeld, teilweise Giral-Geld. Also Giral-Geld ist Fiat-Money, was man fast unbegrenzt schaffen kann. Und da man das schaffen kann und da es relativ elektronisch ist, also Giral, Giro hei├čt Kreislauf oder Kreis und Giral-Geld ist einfach Geld, was im Umlauf geschaffen wird. Kannst du das einfach einfrieren, indem du sagst, dieses Geld gibt es jetzt nicht mehr. Weil es gab es ja genau genommen auch vorher nicht, sondern es war nur ein Guthaben, was auf irgendeinem Konto stand. Man kann einfach sagen, dieses Guthaben gibt es jetzt leider nicht mehr, liebes Russland. Und deswegen kann man zwei, drei, diese 140 Milliarden Gold sind halt safe, da kommen wir nicht ran. 13 Prozent, rund 80 Milliarden sind in Yuan-Ren-Mimbi, also sind in China, da kommen wir auch nicht ran. Aber der gesamte Rest ist in Euro und US-Dollar und da k├Ânnen wir einfach sagen, wir haben vergessen, dass es die gibt. Das ist vielleicht euer Geld, aber ihr kriegt es ja nicht. Also es liegt halt bei unserer Zentralbank oder Au├čenwirtschaftsbank oder was auch immer. Und deswegen k├Ânnt ihr es leider nicht haben. Und ihr k├Ânnt es auch nicht abholen, weil es das gar nicht gibt. Und weil wir die Beziehung gestoppt haben, ist es halt weg. Das ist auch, glaube ich, unprecedented, also noch nie passiert bisher. Und es bringt hunderte von Problemen mit sich, n├Ąmlich dass zum Beispiel dadurch, dass Russland keinen Zugang zu diesem Geld hat, nicht mehr den eigenen Bankensektor monetarisieren kann. Also das hei├čt, die russischen Banken, die jetzt nat├╝rlich auch abgeschlossen sind vom Wirtschaftskreislauf, bis auf die, die wir nicht davon ausgeschlossen haben leider, kriegen nat├╝rlich erhebliche Geldprobleme. Das w├╝rde Russland normalerweise mit staatlichem Geld wahrscheinlich ausgleichen. Das wird aber deutlich schwerer, wenn man eben nicht mehr so viel davon hat und auch ein bisschen haushalten muss jetzt damit. Das macht es schwerer. Zum Giral-Geld. Erkl├Ąren wir es oder machen wir es? Da gibt es einen guten Film zu, der hei├čt, obwohl ob der gut ist, wei├č ich nicht. Aber es gibt einen Film, der das erkl├Ąrt. Der hei├čt ├ľkonomia. Das ist eine Doku, die gibt es, glaube ich, f├╝r 3,99 auf Amazon. Die ist ein bisschen tendenzi├Âs. Also sie ist wachstumsfeindlich, wof├╝r es gute Gr├╝nde gibt sicherlich. Das macht es alles sehr tendenzi├Âs und plakativ, w├╝rde ich sagen. Aber es erkl├Ąrt ganz gut eigentlich, wie Geld entsteht. Einfach gesagt, es ist so, dass die Zentralbank eines Landes oder in dem Fall der Eurozone hat ein gewisses Geldschaffungsmonopol. Das hei├čt, die kann Geld drucken. Auch das ist letztlich nur Geld auf einem Konto erschaffen im Moment oder Wertpapiere kaufen. Das wiederum kann sie an die Gesch├Ąftsbanken herausgeben und die k├Ânnen damit fast unbegrenzt neues Geld drucken. Das einzige ist, dass du so eine Art Reservesatz hast. Du musst nur 1 Prozent, ich wei├č nicht, ob es den noch gibt, aber als ich das mal gelernt habe, war es noch 2 Prozent. Ich glaube, der letzte Reservesatz war 1 Prozent. Das hei├čt, einfach gesagt, wenn Philipp Gl├Âckler mit einem 100 Euro Schein, das ist wiederum, man muss sich vorstellen, es gibt zwei Geldkreisl├Ąufe. Es gibt Zentralbankgeld und Giral-Geld, also Gesch├Ąftsbankengeld. Das Gesch├Ąftsbankengeld wandert haupts├Ąchlich zwischen Unternehmen, Menschen und den Gesch├Ąftsbanken hin und her. Das Zentralbankgeld ist einerseits das Bargeld und das Geld, was Banken bei der Zentralbank in den sogenannten Sichteinlagen haben. Das ist so etwas wie eine Reserve, die man hinterlegt. Wenn du jetzt mit 100 Euro zu deiner Haspa gehst in Hamburg, du zahlst das ein, dann hast du eine Forderung, oder die Haspa hat eine Verbindlichkeit gegen dich und gleichzeitig hat sie 100 Euro auf dem Konto als Bargeld. Was sie jetzt aber machen kann, ist, wenn du 100 Euro gegeben hast, dann kommt jetzt der N├Ąchste hin, zum Beispiel ich, und sagt, ich m├Âchte mir einen neuen Fiat Punto kaufen, der kostet 10.000 Euro, ich brauche einen Kredit daf├╝r. Dann sagt die Haspa, Philipp, hier hast du einen Kredit, sie schreibt meinem Konto 10.000 Euro, also sie gibt mir nicht 10.000 Euro bar raus, sondern schreibt meinem Konto 10.000 Euro gut, hat in ihrer Bilanz gleichzeitig eine Forderung gegen mich und hat ihre Bilanz damit verl├Ąngert und ist einfach 10.000 Euro aus dem Nichts geschaffen. Ich ├╝berweise das dann wieder meinem H├Ąndler, das hei├čt, es bleibt Giral-Geld, es wird niemals ausgezahlt, aber so entsteht quasi Geldsch├Âpfung. Wenn man ansetzen kann Geldsch├Âpfung googlen, dann kann man es nochmal genauer verstehen. Aber letztlich ist es relativ einfach und so wie Geld geschafft. Und deswegen kannst du Geld genauso wie du es schaffst, wenn du einfach sagst, wir glauben nicht mehr daran, dass es dir geh├Ârt oder wir zahlen es dir nicht aus oder es ist elektronisch und wir geben es dir nicht mehr, kannst du au├čer wirklich Goldreserven halt jedes Geld auch wieder entwerten, was relativ neu war und ein brutaler Schlag. Und der nat├╝rlich jetzt brutal die, das muss man sagen, das ist letztlich eine Ma├čnahme, die Zivilisten gr├Â├čtenteils betrifft. Das nervt sicherlich Putin, das nervt sicherlich die Oligarchen, das nervt aber vor allem auch Zivilisten, weil was nat├╝rlich, also wie gesagt, du wurdest da mit ├Âkonomisch monet├Ąr letztlich ins Mittelalter gebombt, es kommt sofort zur Inflation, das haben wir gesehen, der Rubel hat irgendwie zwischen 25 und 40 Prozent verloren. Das hat er durch Putins Politik die letzten Jahre aber regelm├Ą├čig schon immer wieder. Was macht man? Also dadurch kommt es zur Kapitalflucht, die Leute wollen so schnell wie m├Âglich den Rubel in andere W├Ąhrungen, also sie wollen lieber feste Dollar oder sowas daf├╝r haben. Also W├Ąhrungskurse funktionieren letztlich wie jeder Markt. Wenn ich mit Rubel Dollar kaufe, kaufen will, steigt der Dollar im Wert und der Rubel verliert im Wert. Andersrum, wenn du mit Dollars Rubels kaufen w├╝rdest, w├╝rden die Rubeln in der Nachfrage steigen, weil das Angebot Nachfrage ist. Aber wenn jetzt ganz viele Leute zum Beispiel eine Fremdw├Ąhrung tauschen wollen, weil sie nicht mehr an den Rubel glauben, dann verf├Ąllt der Kurs weiter. Die Leute stehen an Bankautomaten, weil sie nat├╝rlich auch wissen, dass, also das ist ein sogenannter Bankenrun, weil die genau wissen, dass die Banken eben nicht das ganze Bargeld oder Zentralbankgeld haben, was sie mal dort eingezahlt haben, sondern dass sie damit viel Kredit und Geld gesch├Âpft haben. Das hei├čt, die Leute holen ihr Geld ab. Russland versucht das zu begrenzen, indem sie, man erh├Âht dann den Zins ganz stark. Das hei├čt, um die Inflation auszugleichen, sagt man, ja, das Geld verliert gerade ganz stark an Wert, aber wir geben dir 20% Zinsen. Das hei├čt, du willst es trotzdem behalten. Macht man aber eigentlich nicht, weil man wei├č, es wird weiter Geld verlieren. Dann kommt man in so eine Spirale, wo man immer mehr Zinsen zahlen muss. Das wird dann aber irgendwann unwirksam und quasi ist der Rubel nicht mehr konvertierbar gerade, also nicht mehr frei konvertierbar. Das gibt eigentlich keine sinnvollen, wenn du jetzt an eine Wechselstube gehst, irgendwo steht da ├╝berall Null dran, weil sie es gar nicht wechseln d├╝rfen und dadurch ist es irgendwie eh im freien Fall. Das d├Ąmmt man dann ein, wie gesagt, indem man die Zinsen erh├Âht, indem man Kapitalverkehrskontrollen einf├╝hrt. Also du darfst gerade Russland nicht mit mehr als 10.000 Dollar verlassen, ├Ąh in Rubel, oder auch nicht mit Fremdw├Ąhrung verlassen. Es gibt ein Wechselverbot, also du darfst Rubel nicht in Fremdw├Ąhrung tauschen gerade. Gleichzeitig werden die Unternehmen aber verpflichtet, Fremdw├Ąhrung in Rubel zu tauschen. Wenn ein Unternehmen jetzt doch irgendwo Dollars oder Euros bekommt, zum Beispiel die Sperrbank, weil sie irgendwie Gas abwickelt oder so, dann sind sie aufgerufen, das mit mindestens 80% in Rubel zu konvertieren und in Rubel zu st├╝tzen, dadurch, dass sie mit dem Westgeld, Westgeld in Anf├╝hrungsstrichen, Rubel kaufen und so weiter. Dann, das ist sozusagen der Zwangsumtausch f├╝r die Exporteure. Dann hast du wahrscheinlich mitbekommen, dass die russische B├Ârse gestern und vorgestern und wahrscheinlich auch heute, wenn man das h├Ârt, wieder zu sein wird. Das ist so ein bisschen Schr├Âdingers B├Ârse. Jeder wei├č, die Aktien w├╝rden sich halbieren, wenn wir aufmachen, deswegen machen wir die B├Ârse einfach nicht auf. Trotzdem, ein paar der Aktien werden ja au├čerhalb von Moskau gehandelt und da siehst du, dass die Kurse schon einbrechen. Problem ist, dass wenn Ausl├Ąnder jetzt ihre Aktien verkaufen, dann bekommen sie zun├Ąchst Rubel daf├╝r und also der, der es kauft, bezahlt wahrscheinlich in Rubel an der Moskauer B├Ârse und dann wollen sie aber sofort nat├╝rlich Westgeld daf├╝r haben. Das w├╝rde wieder dazu f├╝hren, dass sie Rubel verkaufen und den Kurs weiter sozusagen einbrechen lassen, weil sie das Geld, was sie f├╝r ihre Aktien bekommen, sofort in harte W├Ąhrungen umtauschen w├╝rden. Das ist einer der Gr├╝nde, warum man die B├Ârse nicht zumacht. Einerseits, weil man die Unternehmen nicht st├╝rzen sehen will, aber auch, weil man nicht will, dass die Leute, die Aktien verkaufen, das sofort wieder in Dollar umtauschen und dann den Rubel weiter machen. Genau, ansonsten, das trifft nat├╝rlich schon auch die Auslandsrussen, deren Karten jetzt nicht mehr gehen. Die k├Ânnen dann irgendwie auf Debitkarten oder so um. Also die m├╝ssen nur einen Kumpel finden, der eine Goldbahn auf eine Revolut-Karte einzahlt und dann geht es vielleicht wieder, je nachdem wie hart das KYC ist, aber das kriegt man bestimmt irgendwie gel├Âst.
Daf├╝r gibt es ja auch immer noch Krypto.
Ja, Krypto ist ganz spannend. Die gro├čen B├Ârsen weigern sich so ein bisschen, richtig hart KYC zu machen und zum Beispiel Einzahlungen aus Russland zu blockieren. Das ist auch geil, das ist komplett gegen das Prinzip von Krypto. Wir k├Ânnen es doch nicht an die Gesetze halten. Das ist nicht, wof├╝r wir Krypto hier aufgebaut haben.
Werden da ein paar CEOs ins Gef├Ąngnis gehen?
Ich glaube, dann w├╝rden sie einknicken, aber wenn sie es nicht machen, sollten sie es nicht machen. Es kann nicht sein, dass Krypto der Safehaven f├╝r irgendwelche Kriegsverbrecher wird oder Leute, die die unterst├╝tzen. Das ist meine Meinung. Kann man anders sehen, wenn man total libert├Ąr ist und sagt, jeder hat das Recht Geld zu haben, egal was er verbrochen hat, aber ich sehe das nicht so.
Und du bist ja auch unser Flightradar Experte. Gab es jetzt irgendwelche interessanten Fl├╝ge in der letzten Zeit? So vor allem vielleicht aus der Schweiz raus in irgendeinen anderen Safehaven?
Meinst du, das mitnehmen im Flugzeug das Gold oder was? Es gibt so Russian Oligarch Jets und so Accounts, die sonst die Promi Jets verfolgen. Die verfolgen jetzt die Oligarch Jets. Interessanterweise sind die gr├Â├čten Teile in Luxemburg und Deutschland zugelassen, die Jets. Man guckt jetzt ganz, da passiert jetzt viel so ├Âffentliches Blaming, sowohl der Jets als auch es gibt, ich glaube in New York Times oder so wurde gezeigt, wo die um Central Park herum eigentlich ihre Apartments haben und so. Kompliziert, aber ja. Um das monet├Ąre noch abzuschlie├čen, was Russland nat├╝rlich noch machen kann, ist mit China handeln. Wobei auch da das Problem ist, dass wenn der Rubel weiter f├Ąllt, dann kriegst du immer weniger Reis oder Chips f├╝r dein Geld. Das hei├čt auch selbst der Handel mit China wird unattraktiver, obwohl die wahrscheinlich eine der letzten Nationen sind, die weiter mit ihnen handeln. Das ist vielleicht noch wichtig. Ich habe ehrlich gesagt diese Woche so halb moralisch und halb wirtschaftlichen Gr├╝nden meine letzten China Aktien verkauft. Ich hatte noch eine kleine Position in Tencent, die ich f├╝r ein hervorragendes Unternehmen halte, aber einerseits glaube ich, w├Ąre Putin das jetzt relativ einfach gelungen alles und w├Ąre die Ukraine jetzt schon eingenommen, dann h├Ątten wir sp├Ątestens n├Ąchste Woche, glaube ich, eine Invasion von China in Taiwan. Es gibt viele Leute, die davon ausgehen, dass China sich im Sicherheitsrat enth├Ąlt seiner Stimme zu intervenieren gegen Russland, weil sie wissen, dass Russland sich enthalten wird, wenn China Taiwan Hubs nimmt demn├Ąchst. Ich glaube nicht, dass wir in der Lage sind die gleichen Sanktionen gegen China zu, einfach weil wir zu viel Handelsbeziehungen mit China haben, es nicht so einfach die gleichen Sanktionen auch zu erlegen, aber es w├╝rde sicherlich den chinesischen Unternehmen erstmal schaden. Allein, dass China jetzt dieses Verhalten Russlands duldet, reicht mir schon, dass ich gerade eigentlich keine China Aktien besitzen m├Âchte. Ich verurteile niemanden, der es anders sieht, aber ich hatte einfach keinen Bock gerade. Es ist auch einfach in dem ganzen Sektor zu viel Unsicherheit. Wir haben das immer relativ klar gesagt, was da die politischen Risiken sowohl in Russland als auch in China sind, die werden jetzt sehr manifest gerade. Was man zum Beispiel auch gesehen hat, es gibt ja diese beliebte Momentum Aktie Tinkoff oder TCS Group, das war so ein Neobroker, Neobank aus Russland, in dem viele Fonds drin waren, die unter unseren H├Ârern bestimmt auch sehr beliebt sind. Da hat man sehr gut gesehen, da gab es so ein Video von einem Bankautomaten von Tinkoff, der da belagert wurde, aber das trifft jeden anderen Bankautomaten aus, aber die sehen jetzt im Nachhinein nat├╝rlich auch nicht mehr so gut aus und die Fonds leiden entsprechend mit. Genau, weil ich nur Transparenz habe, ich habe tats├Ąchlich Sipri-Cuda nochmal aufgestockt und Samsara gekauft, die sehr gut nachgelassen haben und die inzwischen, seit ich gekauft habe, 18% hoch sind.
Samsara, die hattest du doch auch wieder verkauft, oder?
Jetzt habe ich sie auf jeden Fall wieder. Ich habe China komplett abgesto├čen, habe jetzt echt ein bisschen viel Sipri-Cuda, Esclosure und ein bisschen Samsara, aber das ist auch alles gerade nicht so wichtig.
Sehr gut, bei Sipri-Cuda werden wir gleich die Earnings noch anschauen.
Ja genau, also schon mal vorab, ich kaufe Sipri-Cuda nicht um die Earnings zu traden, sondern weil ich es langfristig f├╝r ein gutes Investment halte und das ist mir heute auch relativ egal. Es handelt sich hierbei nicht um Anlageberatung, keine spezifischen Kauf- und Anlageempfehlungen, keine Anlageberatung, keine Rechtsberatung, keine Steuerberatung und auch keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die Verantwortung f├╝r solche Trades liegt bei euch. Pipp und Philipp haften nicht vor eure Verluste. Philipp und Philipp und Philipp k├Ânnen die Risikodisposition der H├ÂrerInnen nicht einsch├Ątzen. Ihr entscheidet selber, was ihr kauft und tragt daf├╝r auch die Verantwortung. Alles k├Ânnt ihr auch nochmal unter doppelg├Ąnger.eu slash disclaimer nachlesen. Was ├╝brigens spannend ist, sch├Ątze mal was das Milit├Ąrbudget von Russland ist, gemessen am Bruttosozialprodukt. Also wir reden ja in Deutschland gerade das auf 2% zu erh├Âhen, das hast du bestimmt mitbekommen. Sch├Ątze mal was in Russland ist der Wert? 30. Oh, Gl├╝ck. Da kann ich viel Ideen. 27. Also man geht davon aus, dass das sogar noch zu klein ist, aber es sind mindestens 27% die f├╝r R├╝stungsausgaben in Russland ausgegeben werden. Vom Haushalt her, worauf verzichtet Google und Facebook eigentlich, wenn sie Russland dicht machen m├╝ssten oder von reguliert oder zensiert werden. Russland ist halt 3% der Weltwirtschaft, wovon man sofort die H├Ąlfte abziehen kann, weil es der Ressourcensektor ist, also ├ľl, Rohstoff und so weiter. Das hei├čt von der Kaufkraft her und vom Werbemarkt her ist es wahrscheinlich weniger als 1%, um die man da so hart k├Ąmpft.
Aber Google w├╝rde schon leiden, wenn auf einmal sie keine Android-Telefone dort mehr verkaufen d├╝rften.
Ja, da kriegen sie bl├Âd, Android ist letztlich umsonst, also die verkaufen sie ja nicht selber. Ich glaube, vielleicht bildet man sich ein, dass es gut ist, wenn die ├╝berhaupt Access zu den Informationen haben, aber ich wei├č nicht, ob das gerade eine gute Abw├Ągung ist. Wie auch immer, wenn ich irgendwas falsch erkl├Ąrt habe, dann kommt auf die Discord-Community in unseren Channel MonitoreVWL und da k├Ânnen alle Volksw├╝rde mich gern berechtigen. Ich habe dort zwei Semester. Sch├Âne Gr├╝├če an Professor Armin Rohde. Das ist was ├╝brig geblieben ist davon. Wir verlinken vielleicht die Doku ├ľkonomia, die ist sehr tendenzi├Âs, ein bisschen ideologisch, aber sowohl Postwachstums├Âkonomie kann man sich schon mal auch mit besch├Ąftigen. Und es zeigt auch ein bisschen, wie vertrauensbasiert, vorsichtig gesagt, unser Geldsystem ist. Ein bisschen absurd auch. Aber das Gute ist, dadurch kann man eben einfach Leuten ihre Assets einfrieren oder sagen, wir glauben nicht mehr, dass du Geld bei uns hast. ├ťbrigens haben wir vergessen. So, jetzt haben wir schon rum.
Sollen wir die ganzen H├Ârerfragen noch machen oder einfach?
Klar, wir machen halt so lange wie es braucht. Ich gehe vor dem 2E nicht ins Bett und gucke, da sitzt ein ganzer Berg, was CNN. Da kann ich auch mit dir hier sitzen und Wein trinken.
Ja, Prost.
Und Twitter. Ich wei├č noch nicht, ob es gut oder schlecht ist. Ich glaube, f├╝r Moral der Involvierten ist es vielleicht sogar gut, dass es Twitter gibt. F├╝r die Zuschauer interessiert es mich, bin mir noch nicht so sicher. Ich wei├č nicht, ob man es merkt, aber die Mental Health ist schon sehr angegriffen.
Was ich bei Twitter jetzt so krass finde, ist, wie unpassend die Werbung einfach ist. Also wie sie einfach jetzt, man scrollt da durch und sieht irgendwie alles, liest alles, liest alles und dann kommt auf einmal irgendeine Werbung und du denkst dir, Alter, das passt jetzt echt hier nicht rein.
Lad jetzt Kings of War Game runter und baller deinen Nachbarn ab.
Ja, also echt krass. Also ich bin kurz davor, einfach alles zu l├Âschen.
Gl├╝cklose Default-Reaktion auf jegliche Stresssituation ist, ich l├Âsche erstmal alle. Du bist so ein Typ, Hand vor die Augen, ich sehe dich nicht, also passiert mir nichts.
Oder Neuseeland, im Gegensatz zu dir habe ich ├╝berhaupt kein Problem abzuhauen.
Ja, dann kannst du aus, du kannst mit einer K├╝nstlichen Intelligenz dann zusammensenden, die mich, du, guck mal, wir haben 123 Folgen heute, da kannst du bestimmt eine K├╝nstliche Intelligenz draus bauen, die genauso redet wie ich, nur noch schlauer ist.
Ja, ich habe Heiko schon gefragt, der macht das aber erst auf Englisch, es dauert aber auch in Neuseeland, da fange ich einfach morgens an zu trinken, wenn wir telefonieren, das geht schon.
Apropos 123 Folgen, ich h├Ątte gedacht, es freut mich mehr.
Ja, blablabla, schei├čegal, Zahlen erreicht, machen wir weiter.
Februar war ein guter, Februar war kein guter Monat. Also, ja, Februar war kein guter Monat.
Von Zahlen schon, sonst nicht. Aber jetzt, gehen wir mal zu, wir verraten jetzt die Namen der H├Ârer nicht mehr, weil die Fragen sind glaube ich ein bisschen vorher reingekommen und deswegen umso umpassender, aber einer unserer Superh├Ârer, w├╝rde ich den jetzt nennen, hat gefragt, ob es sein kann, dass wegen der Netflix Doku Absturz jetzt auf einmal die Boeing Aktie nach oben geht, weil Netflix scheint von hier ├╝ber die 737 zu gehen oder 737 Max und 787 und irgendwie ist der Aktienkurs wohl positiv gegangen. Oder wussten alle Aktion├Ąre, das ist jetzt kracht und dass die auch so vielleicht da Profit draus schlagen k├Ânnten.
Also ich w├╝rde den H├Ârer allein deswegen schon nicht nennen, weil er Boeing falsch geschrieben hat oder hast du das falsch ├╝bertragen?
Ne, ne, ne, ich habe das nicht gemacht, das warst du.
Ne, dann war es Copy-Paste, wie auch immer. Also es gibt eine Netflix Doku, wo dieses 737 Max Problem so ein bisschen aufgearbeitet wird. Also ich habe damals tats├Ąchlich, habe ich glaube ich schon auch mal erz├Ąhlt, versucht zu ├╝berlegen, wie man das nutzen kann, irgendwie mit Shortgesch├Ąften oder so.
Also damals, als der erste Absturz war?
Ja genau, ne als der zweite war. Der erste kann ja mal passieren, aber zweimal so eine Maschine, damit hat sich sofort die Wahrscheinlichkeit, also die statistische Wahrscheinlichkeit hat sich sofort verzehnfacht oder so damit, dass innerhalb von so kurzer Zeit zwei der 737 Max runtergekommen sind. Und ich habe relativ schnell f├╝r mich entschlossen, dass es keinen Sinn macht Boeing zu shorten, weil, also es gibt quasi ein Duopol bei Passagiermaschinen. Also es gibt auch irgendwie so kleine Buden, Donier, Embraer oder was ist diese Dash 8, diese Propellerboxer, die ja in Berlin immer geflogen ist? Der Haviland glaube ich. Es gibt so ein paar kleinere Marken, aber letztlich ist der Flugzeugmarkt Airbus versus Boeing. Die sind die zwei gro├čen und die haben alle eigentlich Auftragsb├╝cher so auf sieben bis acht Jahre voll geschrieben, wenn ich mich nicht h├Âre. Und das hei├čt, kurzfristige Sachen treffen die eigentlich relativ wenig, weil die k├Ânnen eh, also das Revenue w├╝rde fr├╝hestens in zehn Jahren beeinflusst werden, weil die B├╝cher alle voll sind. Es hei├čt, sie m├╝ssen eine ganze Serie einstellen, so das w├Ąre ein Problem, wenn sie einen gewissen Flugzeugtyp gar nicht mehr verkaufen d├╝rfen. Aber prinzipiell muss man immer damit rechnen, dass die die Auftragsb├╝cher voll haben und so oder so durchproduzieren und so kurzfristige Sachen, die gar nicht so sehr schocken. Deswegen habe ich mich dann entschlossen, stattdessen Norwegian Airline zu, ach, ich muss mal gucken, wie die inzwischen eigentlich laufen. Ich habe dann n├Ąmlich Norwegian All-Line geschortet, weil die einfach die waren, die die meisten 737 operieren und vorbestellt hatten. Und ich mir relativ sicher war, dass da niemand einsteigt in so ein Ding wieder. Und die sowieso angeschlagen waren, auch geil, die sind bei 1 Euro. Sekunde vor f├╝nf Jahren, ah unfassbar, wei├čt du, wo die mal waren?
War 40.
Oh Gott, w├Ąre ich da l├Ąnger dran geblieben. 800.
800, okay.
Norwegian Airshuttle, aber im Moment passiert ist das so, also der Absturz war schon vorher, da waren sie glaube ich bei so 180. Unfassbar, h├Ątte ich mal l├Ąnger dran bleiben sollen. Das w├Ąre echt Betting on Zero gewesen, die sind nur noch 1 Euro wert.
Das war wahrscheinlich der einzige Short, der jemals bei dir funktioniert hat.
Das war auf jeden Fall der, der am besten funktioniert hat. Und obwohl ich schon viel zu fr├╝h ausgestiegen bin, sehe ich gerade. Aber die waren angeschlagen und wenn du dann auch schon zugezogen hast, dass sie entweder die Flugzeuge nicht ausgeliefert bekommen oder niemand mehr da einsteigen will, dann war es relativ klar, wie auch immer. Deswegen w├╝rde ich nicht davon ausgehen, dass diese Absturz-Doku Boeing sehr stark die Rev trifft und hinzu kommt, dass Boeing eben nicht nur ein Flugzeug, so wie auch Airbus nicht nur ein Flugzeugkonzern ist, sondern auch ein R├╝stungskonzern. Das hei├čt, die bauen auch Raketen, Drohnen und so weiter. Und das habe ich mir sagen lassen, ist was, was wieder im Aufwind befindlich ist. Und von daher w├╝rde ich nicht davon ausgehen, dass das sehr stark den Kurs beeinflussen wird. Aber ich muss mir die Doku mal anschauen. Aber ich habe ein bisschen Angst, dass man da noch nicht mehr fliegen will. Aber ich will eigentlich eh nicht fliegen. Zu viel. Aber ich fliege bald weg.
Echt? Wohin? Neuseeland?
Das sage ich nicht. Nee, aber in der W├╝ste. Ich sende dann aus der W├╝ste. Und ich wette jetzt schon, dass es in der W├╝ste mehr besseren 4G-Empfang gibt als in Brandenburg.
W├╝ste? In welcher W├╝ste? Ich glaube, in Dubai ist man auch sehr sicher.
Ich fand Dubai, Alter. Wie geschmacklos ist das denn? Entschuldigung, da sind ganz viele H├Ârer gerade in Dubai, glaube ich. Aber ich bin nicht so fasziniert von Dubai. Warst du mal in Dubai? Ja. Genau dein Ding, ne?
Das w├╝rde ich jetzt nicht so sagen.
Boah, das ist so kulturlos.
Das stimmt. Also es ist auf jeden Fall kulturlos.
Ja geil.
Also jetzt vor allem auch wahrscheinlich die falsche Geschichte. Aber ich war dort mal vor ein paar Jahren auf dem Geburtstag und dann noch so ein bisschen Sonne tanken. Und da habe ich mich mit einer Person unterhalten, dieÔÇŽ
Ah, war das der, den ich kennengelernt habe?
Ja, genau.
Sch├Âne Gr├╝├če. H├Ârt er zu?
Ja, der wohnt jetzt in Berlin. Und denkt wahrscheinlich gerade wieder zur├╝ck zu ziehen, weil er in Dubai vielleicht sicherer ist. Aber nein, Spa├č beiseite, der hat irgendwann mal mit jemand anders Wein getrunken und dann haben die sich ├╝ber uns unterhalten. Also der meinte, mein neuer Lieblingspodcast, der Doppelg├Ąnger.
Ja, das ist richtig.
Aber gut, auf jeden Fall war ich in Dubai und dann habe ich mich mit jemanden unterhalten und dann hat der erz├Ąhlt, dass er so die absolute, also dass er die, was Gutes f├╝r die Menschheit tut und so und so weiter. Und einen Tag sp├Ąter habe ich dann meinen Kumpel gefragt, was macht der Typ denn? Und ja, dann hat sich herausgestellt, dass der auch eher so Business macht, das man nicht machen m├Âchte. Also ├Ąhnlich so wie wenn man jetzt in der R├╝stungsindustrie irgendwas macht.
Jetzt kannst du es doch nicht so h├Ąngen lassen. Was war es denn jetzt?
Ja, der war halt Waffenh├Ąndler. Und generell, ich glaube Dubai, ja, ich w├╝rde da jetzt nicht unbedingt hinfliegen. Aber gut, das muss jeder selbst wissen.
Aber das ist eine taffe Frage. Du k├Ânntest w├Ąhlen zwischen in Hamburg deinen Block verteidigen oder Dubai.
Neuseeland. Also in Neuseeland.
Nee, die Wahl gibt es nicht. Das w├Ąre ja noch zu einfach f├╝r dich.
Aber in Dubai k├Ânnte ich den Podcast wahrscheinlich nicht mehr aufnehmen.
Obwohl, wieso?
Je nachdem, was wir erz├Ąhlen.
Achso. Ja, ein Mikrofon kriegst du noch rein, glaube ich. Die Influencer kommen da ja auch alle rein.
Ja, m├╝ssen wir immer Dubai-Werbung machen. Aber ja, ich bin f├╝r Neuseeland. Ich glaube, Neuseeland ist nicht schlecht. Da war ich auch schon mal. Das war ganz sch├Ân.
Wo warst du da? Was kann man da machen? Da besichtigen alle diese Herr-der-Ringe-Dinge. Das ist die einzige Attraktion. Dann gehst du wieder rein.
Ja, ich war fr├╝her da. Da kann man auch gut mal Bungee springen. Da kannst du halt alles machen. Du kannst das ganze Jahr durch Sport machen, weil die Temperatur immer angenehm ist. Ja, naturell ist das ganz sch├Ân. Aber klar, du bist halt weg. Weit, weit weg. Aber es gibt Zoom. Und Zoom hat Earnings gehabt am Montag. Wie ist es gelaufen? Ich habe es mir ja nicht angeschaut.
Das ist eine ├ťberleitung. Zoom hat erst viel verloren, dann nicht mehr so viel. Oh, heute 7,5%. Achso, die kam gestern. Sind heute 7% im Minus. Haben zu Recht ein bisschen verloren. Wir schauen mal rein. Die sind im doppelg├Ąnger.io-Sheet drin. ZM ganz hinten.
Wir haben Zoom-Peak gesagt, da war die fast f├╝nfmal oder viermal so viel wert.
Ja, das war wahrscheinlich richtig.
Unser bester Peak ever. Ja, also Peak-Zoom.
Ich finde Beyond Meat und Fastly auch ganz gut, ehrlich gesagt. Das habe ich vergessen vorzubereiten. BigCommerce hat glaube ich auch reported. Das war eine der ersten Folge. Wei├čt du noch BigCommerce? Da habe ich es dir gesagt, es ist eine Online-Shop-Agentur ohne SaaS oder mit wenig SaaS-Besitz. Die sind richtig sch├Ân runtergekommen seitdem. Sieht aus wie so eine Rutsche. Echt? Also Zoom macht 1,07 Milliarden Umsatz im Q4. Das ist immerhin 21% mehr als vorher. Also man w├Ąchst noch, das ist gut. Das ist nur noch 2% mehr als im Vorquartal, also im Q3. Die Zahl wird immer kleiner, also der Anstieg zum Vorquartal. Die Growth Margin weitet sich aus. Also man macht 76% Growth Margin. Das war im Vorjahr nur 70%. Das ist eine erhebliche Ausweitung, was ein bisschen daf├╝r sprechen k├Ânnte, dass das mehr aus Preiserh├Âhung als aus Kundenwachstum kommt. Weil wenn du einem Kunden den Preis erh├Âhst, also du hast einen Corporate Client und sagst, das kostet jetzt mehr irgendwie mit deinen Seeds, dann wird das Produkt ja nicht mehr genutzt und die Cox in diesem Fall, also der Cost of Revenue, die dazu f├╝hren, dass der Gross Profit steigt oder sinkt, sind ja haupts├Ąchlich die Web RTC und Netzwerkkosten, die du hast in der Cloud. Und wenn die Gross Margin steigt, kann es nur zwei Gr├╝nde haben, n├Ąmlich, dass die Cloud billiger geworden ist f├╝r Zoom. Das glaube ich eher nicht. So schnell sind sie n├Ąmlich nicht mehr gewachsen, um da gute Economies auf Scale zu haben. Das hei├čt, wahrscheinlich haben sie die Preise erh├Âht und die Kosten bleiben einigerma├čen gleich in der Cloud, zumal die Cloud Anbieter sich alle bek├Ąmpfen. Das w├Ąre so ein Dekador vielleicht, aber kann ich mich irren. Die Operational Expenses, die man vom Gross Profit dann abzieht, sind immer nur um 57% gestiegen, also schneller als das Revenue und das ist, glaube ich, auch schon das Hauptproblem. Also gut f├╝r Zoom ist, dass sie noch weiter, aber auch nur in sehr kleinen Schritten wachsen und ich glaube, auch das wird sich dem Nullwachstum ann├Ąhern. Das Problem ist, dass die Kosten einfach weiter steigen, also insbesondere R&D, Marketing und die Gemeinkosten. Gemeinkosten sind nur noch 20% hoch, also das ist in line mit Revenue letztlich, aber Marketing hat man 50% mehr ausgegeben, wenn ich es richtig sehe, und R&D hat man verdoppelt. Also entweder baut man etwas ganz Gro├čem oder ich wei├č es nicht, aber dadurch, dass die Kosten jetzt so hoch gehen bei einigerma├čen gleichen Ums├Ątzen, ja doch einigerma├čen gleich kann man sagen, also zum Vorjahr 20% oder so, also im Vorquartal nur 2%, ist nat├╝rlich der Effekt, dass das Operating Income schrumpft und das ist 2% kleiner als im Vorjahr, obwohl man mehr Umsatz gemacht hat. Also du hast eben kein Operating Leverage jetzt, sondern eine Margin Crunch, also die Marge sinkt so ein bisschen zusammen, also sie sind noch profitabel, Revenue pro User steigt, Magic Number ist nur noch bei 0,28, das spricht nicht daf├╝r, dass sie noch effizient neue Kunden gewinnen k├Ânnen. Die Rule of Forty ist jetzt noch bei knapp 40, mehr getrieben von der Profitabilit├Ąt als vom Wachstum und wenn man jetzt, also und dann wichtig, die Anzahl der Kunden mit mehr als 10 Pl├Ątzen ist von 512.000 Nutzern auf 509,8, also 510.000 Nutzer zur├╝ckgegangen das erste Mal. Das ist das erste Mal in der Geschichte, dass sie weniger Nutzer haben und sie haben bekannt gegeben, dass sie aufh├Âren diese Zahl zu reporten, weil die jetzt zu schlecht wird. Stattdessen fokussiert man sich auf Nutzer mit mehr als 100.000 Umsatz, also Enterprise Kunden auf Deutsch gesagt, die wachsen weiter mit 66%. Die Net Dollar Expansion ist relativ stabil bei 130, erstmals 129 diesmal, das geht zwar ein bisschen runter, aber jetzt noch nicht ganz schlimm. Da muss man jetzt schauen, ob sie es schaffen aus den Enterprise Kunden einfach mal mehr Geld rauszuholen. Das muss jetzt die Strategie sein. Ich glaube man erkennt das so ein bisschen an den Gross Margin. Wie gesagt beim Fu├čvolk, bei den kleinen Kunden schauen sie eher zu versuchen Cashflow vorzuziehen, indem man sagt, ihr spart 30%, wie ihr jetzt schon zahlt. Das sorgt daf├╝r, dass der Cashflow, die Kunde, achso da war so ein doofer Steuereffekt drin. Also es sieht so aus, als wenn jetzt diese Billings oder Collections, die ich mal berechnet habe, sehr stark runter gehen und das jetzt wirklich deutlich ├╝ber dem Peak ist. Das ist aber leider getr├╝bt von so einem steuerlichen Sondereffekt, das hei├čt diese sch├Âne Zahl, die mal super spannend war, die ich berechnet habe, also entweder muss ich die jetzt nochmal komplett nachadjustieren f├╝r die letzten 5, 6 Quartale, worauf ich keine Lust habe, oder sie verliert jetzt erstmal einen Teil der Aussagekraft. Man kann jetzt nicht mehr so einfach sagen, die sind da ├╝ber den Berg und jetzt geht es nur noch abw├Ąrts, aber ich glaube schon, dass man eher Stagnation sehen w├╝rde. Trotzdem ist Zoom profitabel und man muss halt schauen, wie viel sie jetzt wachsen k├Ânnen. Der Forecast war, die Kunden, sehr pessimistisch und das ist glaube ich der Hauptgrund auch, warum die Aktie verloren hat. Der Outlook sagt, f├╝r das erste Quartal 2023, die haben ein verschobenes Gesch├Ąftsjahr, also f├╝r die ist das erste Quartal 2023, bricht gerade an, geht man von 1,07 Milliarden bis 1,075 Milliarden, das w├Ąre letztlich Nullwachstum im Vergleich zum Q4 aus. Klar, dass da keine Freudenspr├╝nge einsetzen bei den Analysten und im Moment sieht man nicht, wo das Wachstum herkommen soll bei Zoom. Wie gesagt, das haben wir ja mal gesagt, das konnte man gut vorher erkennen oder scheinbar gut vorher erkennen und das war es auch schon. Was w├╝rdest du tun, du bist Eric Yuan, hei├čt er Eric Yuan, was w├╝rdest du tun mit Zoom? Ich komme gleich wieder, Merchan, kaufen, taken private.
Keine Ahnung, einfach weitermachen. Die Firma ist ja gut aufgesetzt, ich meine, am Ende ist das Produkt top, einfach weitermachen, ein bisschen versuchen innovativ zu sein, ein paar andere Sachen zu f├Ârdern, was sie hier machen mit dem SDK und allem, also ich glaube, die sind schon auf einem guten Weg, die haben halt diesen Mega Boost nicht mehr.
Die Frage ist halt trotzdem, was entwickeln die gerade, also im Vergleich zum Vorjahr habe ich gesagt verdoppelt, im Vergleich zum Vorvorjahr haben die die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen fast versechsfacht, das ist halt echt schon krass. Aber na gut, sie sind noch sehr stark gewachsen in der Zeit. Achso, das muss man fairerweise noch sagen, ich habe jetzt gesagt 21% Wachstum nur noch, nach vorher 35 und 54% Wachstum, aber das Q4 2021 war auch das absolute Maximalwachstumsrekordquartal, das war das, wo sie 370% gewachsen sind, also das sind so die schwersten Vergleichszahlen, die man sich vorstellen kann nat├╝rlich f├╝r Zoom, sozusagen darauf ├╝berhaupt nochmal 20% draufzuhauen, das ist schon gut. Wobei, wenn man davon ausgeht, dass das Subscription Revenue ist, das ist ja nicht so wie E-Commerce, da muss man ja die Leute nicht wieder reinholen, die Leute telefonieren nat├╝rlich schon weiter, naja 20%, 20%. Ich h├Âre mal auf rumzun├Ârgeln.
Wie sieht es denn bei unseren deutschen Kollegen aus, was hast du dir da gerade reingezogen, das hat ein schei├č Ger├Ąusch.
Ja voll bescheuert, ich habe einen Pfefferminztrops genommen, jetzt schmeckt der Wein, kacke f├Ąllt mir gerade ein auf meinen Hals, man h├Ârt so ein bisschen, dass meine Stimme nachkippt, deswegen dachte ich, nehme ich so ein Pfefferminzding, dann zeige ich mir den Geschmack, total versaut, der Wein schmeckt nicht mehr.
Du Vogel, das ist halt voll auf der Aufnahme drauf, aber gut.
Das ist authentisch, heute ist die kleine Mahnwache, da wird nichts rausgeschnitten, wenn ich in meiner Dropsdose fummle, dann ist es halt drin.
Sehr gut, wie sieht es mit unseren deutschen Kollegen aus, Zalando und HelloFresh?
Also die Kurzversion ist, also der Markt war heute insgesamt relativ negativ, was deutsche Aktien angeht, aber Zalando hat, eine Sekunde, ich schaue mal, ob sich das ge├Ąndert hat, weil sie haben zwischenzeitlich eher ├╝berdurchschnittlich verloren, mit 7% glaube ich, 9,6% inzwischen. Begr├╝ndet ist das wie folgt, also meine Begr├╝ndung daf├╝r w├Ąre wie folgt, also es ist so, dass sie beim GmV, also dem Au├čenumsatz auf der Plattform, sind sie im Q4 immerhin noch um 24% gewachsen. Das ist angesichts der extrem schweren Vorjahresvergleiche gar nicht so schlecht, w├╝rde ich sagen. Im Gesamtjahr ist das GmV um 34% gewachsen, jetzt noch 24%, das hei├čt man sieht es, es verflacht sich jetzt zum Ende hin. Und der eigene Revenue, also was man auch sagen muss, beim Revenue haben sie die 10 Milliarden Marke geknackt das erste Mal, das ist nat├╝rlich auch gut. Das Deutschlandgesch├Ąft hat eine sehr gute EBIT-Marge mit 8,7%, international verliert man wieder Geld, nachdem man kurz positiv war im letzten Jahr. Und das Hauptproblem, denke ich, ist, dass sie auch so ein bisschen, also eben kein Operating Leverage, sondern einen Margin Crunch gerade haben. Sie haben 24% mehr GmV gemacht, aber nur 20% mehr Revenue, also die Take Rate ist letztlich gesunken. Der Gross Profit ist runtergegangen, und zwar um 1,5% Punkte von zuvor. Das war im letzten Jahr noch 44%, jetzt sind es nur noch 42,5%, das hei├čt man musste entweder mehr rabattieren oder wegschmei├čen. Die Fulfillment Kosten sind tendenziell hochgegangen, nur 1,7% Punkte von 22,9% auf 24,6% des Umsatzes. Ich w├╝rde vermuten, also Sie sagen, das sind Convenience Investments, ich w├╝rde sagen, das sind Lohnsteigerungen, die du in dem Bereich hast, das einfach Logistik mehr kostet. Und ich glaube sowieso, dass man sich gerade all diese Modelle mal durchrechnen muss, wie die noch funktionieren k├Ânnen oder wie viel Kosten man auf die Kunden umlegen muss, wenn man das bei 20% mehr L├Âhnen in dem Bereich, die glaube ich kommen werden ├╝ber die n├Ąchsten 2-3 Jahre, weiter betreiben m├Âchte. Also es ist nicht verwunderlich, dass da jetzt die Fulfillment Kosten hochgehen, prozentual. Das dr├╝ckt aber auf die EBIT-Marge. Bei den Marketingkosten haben Sie sogar eingespart, um das einzufangen, n├Ąmlich auch genau 1,7% Punkte. Die Marketingquote ist von 11,1 auf 9,4 runtergegangen. Das ist daf├╝r, dass du eigentlich eine Situation hast, in der es schwer war zu wachsen, gut, dass Sie die Marketingquote senken konnten. Und so haben Sie es immerhin geschafft, noch ein adjustiertes EBIT von 5,8% des Umsatzes zu erwirtschaften. Das war im letzten Jahr noch 7,4. Also man hat 1,6% Punkte EBIT-Marge aufgeben m├╝ssen, durch Effekte, die haupts├Ąchlich im Cost of Sales oder COGS und Fulfillment lagen. Und ja, das wird glaube ich schwerer im E-Commerce. Ich finde die 20% nicht schlecht. Ich glaube, was auch da so ein bisschen geschockt hat, war der relativ konservative Ausblick. Genau, der Outlook f├╝r 2022 war n├Ąmlich, dass der Umsatz von 12 bis 19% nur noch w├Ąchst. Und das sagt zwei Dinge. Also A, es ist sehr vage. 12 bis 19% ist eine relativ breite Spanne. Das macht in der derzeitigen Unsicherheit auch vielleicht Sinn. Und ich meine, das untere Ende davon, 12% Wachstum, w├Ąre dann eben auch sehr entt├Ąuschend. Also die EBIT-Marge m├Âchte man relativ hoch halten. Aber ja, ich glaube, das war, was jetzt daf├╝r sorgt, dass man da erstmal sehr vorsichtig ist. W├╝rden Sie da jetzt im oberen Ende, also wieder Richtung 20, Richtung 19, 20 landen, dann w├Ąre das sicherlich eine positive ├ťberraschung, die sehr positiv aufgenommen w├╝rde. Ich w├╝rde Ihnen auch eher unterstellen, dass Sie zu konservativ sch├Ątzen als zu aggressiv. Aber 12 bis 19% ist halt eine sehr weite Spanne und wie gesagt, das untere Ende, 12% w├Ąre schon sehr unangenehm. Wenn Sie nur da dann, dann w├╝rdest du das Wachstumsmaltepil nochmal anpassen m├╝ssen und es w├╝rde ein bisschen runtergehen. Soweit zu Zalando. Wie gesagt, ich finde es keine total schlechte Zahlen, aber es sind einfach f├╝r E-Commerce eine schwere Zeit. So, dann hatten wir HelloFresh mit Same Same But Different. Also die haben, sagen, also sie, fangen wir oben an, sie wachsen Active Customers um 36,5%. Also HelloFresh gewinnt weiterhin Kunden und 36,5 im Vergleich zum Vorjahr ist auch nicht wenig. Und auch die k├Ąmpfen gegen extrem harte Vergleichsquartale. Wir reden ├╝ber Q4 2020, absoluter H├Âhepunkt der Pandemie. Was jetzt erstmals passiert ist, dass die Average Order Rate per Customer wieder runtergeht. Das war vorher immer das, was uns Konfidenz gegeben hat, dass es eigentlich gut steht um das Modell, dass die Leute tendenziell mehr bestellen. Das hei├čt auch, dass es keine Silent Sherring gibt, dass zu viele Leute pausieren oder so. Aber jetzt ist es schon so, dass der Durchschnittskunde weniger bestellt hat im Q4. Das k├Ânnte so ein bisschen am Quick-Commerce-Boom liegen, dass Leute dann doch eher nochmal selber kochen mit schnell bestellten Zutaten und nicht mehr so angewiesen sind auf die Pakete. Dass viele Leute erstmals wieder im Urlaub waren vielleicht auch und dann w├╝rdest du die Box ja de-abonnieren oder wie hei├čt das, abbestellen. Das k├Ânnte alles dazu gef├╝hrt haben. Der Order Value ist hochgegangen. Also sie haben die Preiserh├Âhung, glaube ich, ganz gut auf den Average Order Value. Umlegen k├Ânnen. Group Revenue ist 42,5% hoch. Im Gesamtjahr war es 60% mehr. Im Q4 eben nur noch 42%. Also auch das verlangsamt sich ein bisschen. Und das Wichtigste ist halt, und das, was jetzt auch ein bisschen traurig war, dass die Contribution Margin, also das, was ├╝brig bleibt einfach an dem Paket, von knapp 31% letztes Jahr auf nur noch 25% runtergegangen ist. Also auch da Margin Compression. Sie nennen das irgendwie Temporary Reduced Quote. Also sie wollen, angeblich ist es Preisdruck durch Konkurrenz und Price Inflation for Ingredients. Und das nennen, also sie sagen, es ist Temporary. Da w├Ąre ich mir nicht so sicher. Also weder der Konkurrenzdruck noch die Preisinflation bei Roherzeugnissen w├╝rde sich kurzfristig oder mittelfristig verbessern, glaube ich. Von daher glaube ich, dass sich der Ausblick da nicht deutlich aufkl├Ąrt. Und w├╝rde eher davon ausgehen, dass man bei einer, also entweder muss man die Preise weitergeben, das ist halt gerade schwer, wenn es Alternativen gibt. Ansonsten muss man davon ausgehen, dass man bei 25% glaube ich Contribution Margin bleibt. Marketing hat man leicht erh├Âht, aber nicht deutlich. Man gibt nat├╝rlich ein bisschen mehr aus als zu Kurvezeiten, wo man eigentlich eher ├╝berlastet war in dem Fulfillment. Aber es ist jetzt noch nicht super angestiegen. EBITDA Margen. Also die EBITDA Marge wurde komprimiert von 15,7%. Also es ist ein adjustiertes EBITDA. Das war im Q4 letzten Jahres in diesem Rekordquartal bei 15,7% und ist jetzt nur noch bei 8,3%. Also auch da werden die Margen heftig zusammengedr├╝ckt, w├╝rde ich sagen. Und der Outlook f├╝r n├Ąchstes Jahr sagt dann eben nur noch 20 bis 26%. Und auch da, das ist sicherlich realistisch und vorsichtig. Aber klar, das war jetzt keine riesige Entt├Ąuschung. Ich gucke mal kurz, was HFG gemacht hat. Aber Zerlande war knapp minus 10%. Das ist schon viel, fand ich. Das h├Ątte man auch antizipieren k├Ânnen. Da muss man jetzt nicht so ├╝berrascht sein. HelloFresh ist minus 8% heute oder minus 7%. Also das ist jetzt nicht so, dass da die Investoren vom Glauben abfallen. Aber man hat die Erwartungen nochmal ein bisschen angepasst. Aber das ist, glaube ich, realistisch, dass es nicht so weitergehen k├Ânnte. Was halt sehr unsch├Ân ist, ist, dass sie ja schon noch wachsen, aber die Margen komprimiert werden. Also du w├╝rdest dir erwarten, dass je gr├Â├čer du wirst, dass du da Economies of Scale hast, dass sich Full Filming sich besser rentiert und so weiter. Aber stattdessen, durch Inflation vermutlich Supply Chain und so weiter, ist es so, dass die Margen trotz einer h├Âheren Skala, also dass man gr├Â├čer wird, schlechter werden. Einerseits, weil man um Kunden k├Ąmpft, andererseits, weil die L├Âhne und Ingredients, besonders Zutaten, sozusagen im Preis steigen. Und da ist die Frage, wie gut kann man das weitergeben an die Kunden oder muss man damit rechnen, dass die Margen sich noch weiter verschlechtern.
Dann lasst uns mal ein Live-Earnings machen und auf Salesforce gucken.
Okay. Salesforce hat das Revenue auf 7,3 Milliarden im Q4 gestiegen. Das ist ein Anstieg von 25,9%. Aber das ist f├╝r Salesforce ganz gut. 25,9 Sekunde. Ja. Und ├╝ber zwei Jahre sind es immerhin 23% im Schnitt. Das geht wiederum ein bisschen runter jetzt langsam. Also sie n├Ąhern sich wieder dem alten so zwischen 20 und 22% Wachstum an. Ansonsten Gross Margin ganz leicht runtergegangen. Die Margen haben sich verschlechtert. Ich w├Ąre ehrlich gesagt ├╝berrascht, wenn die zu gut reagieren. Operating Margin ist negativ, minus 2,4%. Non-Gap, also ohne Stock-Base-Compensation und so weiter, sind es immerhin 15% positive Operating Margen. Aber auch das ist eine Verschlechterung. Das vierte Quartal ist immer nicht so gut, aber im Vorquartal waren es immer noch 17,5%, jetzt sind es nur noch 15%. Und wenn wir sicherheitshalber noch mal auf den Cashflow schauen, auch der ist in Anf├╝hrungsstrichen nur 2 Milliarden. Na gut, das ist ganz vern├╝nftig, aber liegt unterm Vorjahr auch. Ich finde die Zahl nicht so gut, ehrlich gesagt. Rule of Forty ist knapp noch bei 40%. Also sag mal, Sekunde, ich gucke mal kurz, wie die reagieren. Ich w├╝rde sagen, nicht eine Mega-Entt├Ąuschung, aber ich w├Ąre jetzt ├╝berrascht, jetzt sind es nur noch plus 4%. Da m├╝ssen die Leute ja schon mit schlechten Ergebnissen gerechnet haben. Also ich finde die jetzt nicht gut. Cashflow ist gut, Wachstum geht runter. Also der Cashflow ist gut, kann man sagen, aber der hat sich gerade nicht deutlich gesteigert, trotz 26% mehr Umsatz. Ich sage ja, Microsoft und Salesforce sind super Basis-Tech-Investments, bin ich prinzipiell auch noch der Meinung, dass Salesforce jetzt ein bisschen auf Beobachtung stellen gerade. Da drehen sich gerade ein paar Sachen in die falsche Richtung. Das sieht man an der Rule of Forty, man sieht es auch am Cashflow, am Non-Gap-Income. H├Ątte ich mir sch├Âner gew├╝nscht. Bin froh, dass die jetzt gerade selber nicht habe. Aber ich meine, obwohl die Achse, was hei├čt das? Die Achse geht jetzt 4% plus noch. Ich w├╝rde mal sagen, das dreht sich noch weiter nach unten. Ich w├╝rde die jetzt nicht feiern gerade. Erstaunlich, m├╝sste man sich den Earnings Call mal anh├Âren in Ruhe, wo der Kostendruck daherkommt, oder warum die Margen jetzt schmelzen. Gut ist, dass das Wachstum noch intakt ist, muss man auch mal sagen. Die eigentliche Sales Cloud w├Ąchst nur noch mit 17%, aber das ist auch besser als in den Vorquartalen. Service Cloud geht ein bisschen runter. Was sch├Ân w├Ąchst, ist die Data Cloud, also Tableau und MuleSoft, die beiden Akquisitionen. Das sieht ganz gut aus.
Und du hast eben im Podcast gesagt, du hast Zip nachgekauft. Wie sind da die Earnings?
Du kannst mir gleich sagen, wie froh ich bin. Ich gucke mal, eine Sekunde. Also der Umsatz ist nicht ganz so hoch, wie ich mir gew├╝nscht h├Ątte. Ich glaube, ich hatte mal sehr optimistisch 230 geforecastet. Es sind jetzt nur 220 Millionen geworden. Das ist zum Vorjahr immerhin aber noch 92,5%. Das hei├čt, sie machen jetzt, in den beiden Vorquartalen haben sie knapp ├╝ber 100% gemacht. Jetzt sind es nur noch 92,5%. Das hatten wir so angedeutet, als wir die Glassdoor-Indeed-Zahlen gesehen haben, dass es wahrscheinlich auch hier zu einer bisschen Verlangsamung kommt, dass man nicht mehr dreistellig bleiben kann. Das ist jetzt genauso eingetreten. 220 Millionen ist gut. Vorquartal war 212, 217. Also das ist auch nicht mehr so ein gro├čer Anstieg zum Vorquartal. Aber jetzt, um das n├Ąchste Quartal zu wachsen, das wird nochmal einfach. Das Quartal danach wird richtig schwer. Cross-Margin hat sich ausgeweitet auf 91%. Das ist nat├╝rlich extrem gut. Das ist halt, als w├╝rdest du Software machen, als w├╝rdest du richtig gute Software machen. ZipRecruiter ist ein Marktplatz f├╝r Jobanzeigen letztlich oder f├╝r Hiring. 91% ist eine verdammt gute Cross-Margin. Da geht jetzt ein relativ hoher Sales- und Marketingblock von weg. Das haben wir im letzten Podcast mal erkl├Ąrt, dass man bei ZipRecruiter gut auch sagen k├Ânnte, Sales und Marketing geh├Ârt fast in den Cost of Revenue. Am Ende ist das Produkt, was ZipRecruiter schafft, Sichtbarkeit f├╝r die Jobanzeigen ihrer Kunden. Ob man das Marketing jetzt sozusagen als Erstellung der Leistung einordnet oder als Marketingaufwendung f├╝r die Marke ZipRecruiter ist, das m├╝sst ihr am Ende KPMG oder EY sagen. Aber dadurch ist die Cross-Margin jetzt so gro├č. Erstmal auf jeden Fall, weil sie nat├╝rlich nur minimale Kosten haben, um die Jobanzeigen oder das Portal zu erstellen. Und die Marketingaufwendungen sind dann aber 55% des Umsatzes, also relativ hoch. Steigen aber, Sekunde, doch steigen schneller als der Umsatz auch. Das war noch weniger vor einem Jahr. R&D investieren sie weiter. Gemeinkosten verdoppeln sich. Das macht auch Sinn, so wie sie gerade wachsen. Operating Margin ist ein bisschen runter gegangen zum Vorjahr, weil sie so stark weiter investieren. Die war noch bei 26,6%. Vor einem Jahr jetzt ist es noch 11,6%. Aber der Operating Cashflow ist mit 54 Millionen. Das ist ein Viertel von dem Umsatz. Das ist ein saftiger Cashflow schon f├╝r eine relativ junge Firma. Der war im Vorjahr nur bei Prozentual ein bisschen h├Âher sogar, aber nur bei 31 Millionen. Also ein Viertel des Umsatzes wird in Cash verwandelt. Das ist sehr gut und sie wachsen mit 92%. Daraus ergibt sich eine sehr brutale Rule of Forty von 117%. Die ist schon ein bisschen kleiner als im Vorquartal, aber die kann auch nicht ewig ├╝ber 100 bleiben. Man wird jetzt sehen, dass sich das Wachstum von ZipRecruiter schon senkt. Meine Hoffnung ist, dass sie noch m├Âglichst lange ├╝ber 30% beim Wachstum bleiben und dass der Operating Cashflow bei mindestens 25% bleibt. Dann w├Ąre ich sehr zufrieden. Das ist mehr wie meine Investmenthypothese. Ich glaube, das geht. So viel R├╝ckenwind, wie der Jobmarkt gerade hat. Sie sind sehr fair bewertet. Ich gucke mal kurz. Zuletzt waren es, glaube ich, sechsmal Umsatz. Oh, plus 16,5% nachb├Ârslich. Wer h├Ątte denn das ahnen k├Ânnen?
Nein, nicht so krass. Bei mir ist es plus 8%. Oh, plus 16. Krass. Ich habe ein Pult to Refresh gemacht, jetzt plus 18. Was ist denn hier los?
Das Orakel von Ostfork, oh Mann. Jetzt ist es wieder plus 13.
Jetzt ist es 14.
Du musst schon einen Kaufmanagement, das sind 13. Ich sehe die gleichen Zahlen wie du. Also Price Sales Multiple ist nur 13,5. Achso, genau, die haben wir ein bisschen verloren, seit wir das mal besprochen haben. Jetzt wird es 3,5. Ich will jetzt nichts falsch sagen. Aber ich finde, sie sind g├╝nstig bewertet, einfach nur weil sie eben keine Software, kein SaaS Business sind, sondern in Anf├╝hrungsstrichen nur ein Marktplatz. Sie haben eine Gross Margin wie ein SaaS Business. Sie haben Marketingausgaben wie ein Hubspot, also wie ein Marketing-heavy SaaS Business. Ich halte es f├╝r eine gute Aktie, auch wenn ich mir vollkommen bewusst bin, dass dieses Wachstum verlangsamen muss. Und man kann sie nicht verdoppeln im Jobmarkt, so einfach ist das auch nicht. Aber das war so ein bisschen mein Make-it-or-break-it-Moment, so wie ich ├╝berkonfident in der Vergangenheit mich bei Zypric Gute reingelehnt habe. Solange es jetzt zweistellig oben bleibt, finde ich es ganz gut. Aber die Zahlen, ich h├Ątte fast noch ein bisschen mehr Revenue gedacht, ehrlich gesagt. Aber daf├╝r sehen die anderen Zahlen alle gut aus. Ein kleiner Lichtblick, aber ich w├╝rde es tauschen, alles gegen, nein, du wei├čt.
Ich sehe hier bei uns in der Discord-Community, hat jemand geschrieben, dass der Ausblick ein bisschen mau ist.
Was ├╝brigens problematisch ist, um das auch zu sagen, die Anzahl der aktiven Kunden ist von 170.000 auf 147.000 runtergegangen. Das ist nicht super cool. Also Revenue sieht gut aus, aber sie haben deutlich Kunden verloren. Ich vermute, das ist im SMB-Segment. Vielleicht kleine Businesses, die out of business gegangen sind oder die einfach aufgegeben haben, gemerkt haben, selbst mit Zypric Gute finden sie keine Arbeitskr├Ąfte. Sondern die Zahl von 170.000 spricht eher daf├╝r, dass sie schon auch ein sehr, sehr gro├čes SMB-Segment haben, also Enterprise Kunden. Also ich glaube, ein Stepstone, ich kenne die Zahl nicht, aber die haben, glaube ich, keine 150.000 Kunden zum Beispiel. Das hei├čt, bei 170.000 Kunden w├╝rde ich davon ausgehen, dass viele SMBs, also kleine, mittlere Unternehmen da drin sind. Von daher kann es dazu viel churnen auch mal kommen. Wenn sich das weiter verfestigt, w├Ąre es nat├╝rlich doof. Wo finde ich denn Outlook? Nicht im Shareholder. Da war der Sekunde. Ach, da fand ich schon Outlook. Sie erwarten 2017 bis 2023. Der Mittelpunkt w├Ąre wieder 2022. Das w├Ąre zum Vorquartal eine schwarze Null. Das kann nat├╝rlich sein. Das klingt wenig, weil es zum Vorquartal nicht viel ist. Das w├Ąre aber zum Vergleichsquartal im Vorjahr immer noch mal 75% Wachstum. Nat├╝rlich hofft man, dass die jetzt nicht dauerhaft seitw├Ąrts gehen. Aber mit 75% w├Ąre ich zufrieden. Es w├Ąre nat├╝rlich sch├Ân und cool, wenn die Quarter und Quarter wachsen und jetzt nicht bei 22 bleiben. Ich hoffe, dass sie das auch leicht f├╝r die ├╝bertreffen. Aber der Outlook ist nicht perfekt. Aber der Jobmarkt ist da schwer vorauszusehen. Prinzipiell bleibt der gro├če R├╝ckenwind der demografischen L├╝cke. Von daher w├╝rde ich bei Zyprikoda noch langfristig bullish bleiben. Aber wie gesagt, die werden definitiv runterkommen auf mittelfristig. Im n├Ąchsten Jahr werden sie schon deutlich unter 50% Wachstum sein. Das muss einem klar sein. Wahrscheinlich werden sie aber trotzdem vern├╝nftig Cash generieren, einfach weil die Not im Jobsektor so gro├č ist. Und sie im Moment eine relativ gute L├Âsung zusammen mit Indeed im US-Markt daf├╝r zu haben scheinen. Gut, dass das gut gegangen ist. W├Ąre bl├Âd gewesen, h├Ątte ich meinen Podcast jetzt einstellen m├╝ssen, h├Ątte ich das nicht getroffen. Aber mit 16,5 bin ich zufrieden. Der Sekunde, wo stehen Sie jetzt? 14. Ja, es geht in die richtige Richtung. Vielleicht kann sich Jan sein Urlaub verl├Ąngern.
Wie sieht es aus mit SEA Group? Die hatten ja Earnings am Montag, glaube ich.
Ach genau, die habe ich auch vorbereitet.
Zum einen E-Commerce, zum anderen haben die Probleme in Indien. Da wird das eine Game nicht mehr zugelassen.
Wie hei├čt das? Bla Bla Fire? Ich wei├č es nicht. Sie wachsen erstaunlicherweise. Ich war ├╝berrascht. Immer noch mit 105 beim Gesamtrevenue. Also SEA Limited ist ein Holding in S├╝dostasien, die ein E-Commerce-Gesch├Ąft namens Shopee hat, was der gr├Â├čte Konkurrent von Lazada, das E-Commerce-Gesch├Ąft von Alibaba in S├╝dostasien, also Thailand, Indonesien, Malaysia, Philippinen, Vietnam, vielleicht Singapur ist. Dieses E-Commerce-Gesch├Ąft w├Ąchst immer noch mit 89% nach der Hyperkonjunktur letzten Jahres. Man muss dazu auch sagen, dass teilweise in S├╝dostasien noch fortlaufend Lockdowns waren. Die haben es auch ein bisschen einfacher, das zu halten. Die sind da sehr vorsichtig. Insgesamt w├Ąchst das Revenue um 105%. Ach so, ich wollte die Sparten noch erkl├Ąren. E-Commerce, Shopee ist eine Sparte. Dann gibt es Garena, das Digital Entertainment nennen sie. Das ist letztlich Gaming-Business. Das ist nochmal mit 104% gewachsen. Dann machen sie Sales of Goods, also Eigengesch├Ąft. Sie haben eine Fintech-Sparte, die sehr dynamisch w├Ąchst. Hat sich verachtfacht zum Vorjahr, aber sie ist auf einem sehr kleinen Niveau noch. Macht jetzt 5, 6, 7% des Umsatzes, aber w├Ąchst sehr dynamisch. Cross-Margin gestiegen von vorher 34% auf 40,7%. Sehr gut. Problematisch ist, dass man sieht, dass bei den Bookings, also das aufgeladene Geld im Spiel, im Gaming-Bereich, du sagst richtig, Indien hat das verboten, China hat es reguliert, der Gaming-Sektor k├Ânnte in komplette Stagnation fallen bei SEA. Das ist die Cash-Cow historisch gewesen. Die haben ordentlich E-Bit abgeliefert und damit das E-Commerce querfinanziert. E-Commerce w├Ąchst weiterhin dynamisch. 89% ist nicht von schlechten Eltern. Die Fintech-Fantasie dahinter ist gut, aber Asien ist auch sehr umk├Ąmpft, was Wallets und so angeht. Die Operating-Margin hat sich verbessert, aber das Adjusted E-Bit ist auf minus 15% gefallen. Ich wei├č gar nicht, was der Sondereffekt ist gerade. Auf Gap-Basis sieht es eigentlich noch ganz gut aus. Das ist gut. Das Adjusted E-Bit hat sich stark verschlechtert. M├╝sste man mal gucken, was das ist. Habe ich jetzt auf sich schnell nicht rausgefunden. M├╝sste man mal reingucken. Das sieht mir nach einem steuerlichen... Nee, das w├Ąre ja drau├čen bei E-Bit. Warum haben die auf einmal so viel Geld gebraucht? Aber die Operating-Margin nach Gap entwickelt sich, eigentlich positiv. Hat leicht negativ reagiert, glaube ich. Haupts├Ąchlich auch da wegen des schlechten Ausblicks. Relativ konservativ f├╝r n├Ąchstes Jahr. Hochs 13% Unterwasser heute. Wer hat das k├╝rzlich verkauft? Mercado Libre auch schon wieder ein bisschen zugekommen. Wie auch immer. Das hei├čt, wenn das Gaming-Gesch├Ąft nicht mehr w├Ąchst, dann ist es nur noch halb so gutes Business. Das war ein wichtiger Bestandteil. E-Commerce l├Ąuft so. Und nat├╝rlich ist es ein bisschen problematisch, dass sie einfach sehr teuer sind. An der Firma habe ich ├╝berhaupt keinen Zweifel. Die und Lazada werden sich den Markt letztlich teilen. Sie machen 8,3 Milliarden Revenue und sind 76 Milliarden wert. 9 Mal Sales ist schon echt viel f├╝r den Marktplatz. Sie wachsen noch fast dreistellig. Das hei├čt, sie sind auf einem guten Weg, da reinzuwachsen. Aber es ist auch nicht ganz einfach. Schwer zu sagen. Wenn man sich die Bookings anschaut in der Gaming-Sparte, sieht das echt sehr stagnierend aus. Wenn nicht sogar schrumpfend. Und das war halt ein wichtiger Bestandteil. Andererseits, die Fintech-Sparte w├Ąchst echt brutal. Es ist ein bisschen wie Mercado Libre mit Pago. Ich glaube, als langfristiges Bett auf die Region ist es immer noch gut. Ich glaube, es ist sicherlich zu teuer, als dass sich Amazon so etwas kauft. Ehrlich gesagt, bei 9 Mal Umsatz. Ich glaube, wie gesagt, sie sind zusammen mit Lazada. Alibaba m├Âchte Lazada ├╝brigens an die B├Ârse bringen. Also aus Alibaba. Vielleicht so ein bisschen um Regulierung. Dass die L├Ąnder nicht irgendwann sagen, ihr seid chinesisch. Das k├Ânnte ja sinnvoll erscheinen. Also theoretisch musst du in der Region S├╝dostasien sein. Vielleicht willst du gerade nicht in China sein, aber Vietnam, Philippinen, Indonesien m├Âchtest du eigentlich sein. Und ich glaube, sie ist ein gutes Wetter drauf. Die hat leider mal sehr teuer bewertet war zuletzt.
Ist ja auch schon eine ganze Strecke runtergekommen in den letzten Monaten.
Genau. Also sie sind schon gut runtergekommen. Sie wachsen noch schnell im E-Commerce. Also besser als gedacht, h├Ątte ich ehrlich gesagt. Von daher w├╝rde ich die jetzt noch haben, w├╝rde ich die jetzt nicht wegschmei├čen. Heute haben sie noch mal korrigiert, dann erst recht nicht.
Dann diese Woche zwei Earnings sehe ich. Samsara, Snowflake. Beides Aktien, die du hast. Samsara meintest du, hast du gerade gekauft wieder. Was erwartest du?
Haben wir die schon im Sheet? IoT ist das K├╝rzel. Sekunde. Haben wir nicht mehr im Sheet. Tr├Ąulose Tomate. Ich erwarte Gutes nat├╝rlich. Aber da sie nicht mehr im Sheet sind, will ich sie jetzt noch nicht konkret vorkasten. Muss ich noch aus dem anderen Sheet mal ├╝bertragen. Snowflake wissen wir, was das Problem ist. Extrem hohe Wachstumserwartung. Wenn sie die treffen, ist alles gut. Wenn nicht, k├Ânnen sie locker mal 20 Prozent an dem Tag verlieren. Wir k├Ânnen noch ganz kurz. Klana hat uns heute die 2021er Zahlen geschenkt. Das war wie immer bei Klana ein Meisterst├╝ck im PowerPoint-Yoga. Habe ich getwittert und auf LinkedIn geteilt. Ist immer schwer, so etwas zu erkl├Ąren, diese Tricks auf der Audio-Ebene. Ansonsten ganz grob, Klana hat das DMV, also den Au├čenumsatz, der mit Klana gemacht wurde, ├╝ber die Payment-Methode Klana, um 42 Prozent gesteigert. Ihren eigenen Anteil davon mit 35 Prozent gesteigert immerhin. Aber einfach unheimlich viel Verluste ausgebaut, um das zu erreichen. Also ganz kurz, Operating Result nennen die, die haben eine ganz komische Einordnung von Operating Income. Aber sie nennen das, was wir normalerweise Operating Income nennen, nennen sie Operating Result. Das ist im Vorjahr, waren das Januar bis Dezember, oder wir k├Ânnen ja sogar nur das zweite, ach nee, das macht keinen Unterschied. Also im Vorjahr, Januar bis Dezember, haben sie minus 1,6 Milliarden, das sind schwedische Kronen, kann man durch 10 rechnen, hat man minus 160 Millionen Euro Rundverlust gemacht. Und das jetzt auf minus 6,6 Milliarden, also 660 Millionen Euro, was sind das, vervierfacht worden, um 35 Prozent mehr Nettoinkommen zu schaffen. Das ist schon sehr teuer erkauft. Und ich glaube ehrlich gesagt, dass wir, also cool, dass sie noch 40 Prozent wachsen, das ist nice, aber ich glaube, dass Klana die 46 Milliarden, also die letzte Bewertung, nicht mehr sieht. Die B├Ârse wird es daf├╝r eh gerade nicht kaufen. Und selbst private wird es, glaube ich, schwer. Also die Fonds wollen das nat├╝rlich nicht runtermarken, ihr Investment, aber ich glaube, die Firma ist gerade nicht 50 Milliarden wert, die Firma hat nicht gut abgeliefert. Klana, das ganze Deck ├╝berzeugt mich nicht, da wird irgendwie mit Downloadzahlen, App-Downloads oder so, der Case gemacht, da w├╝rde ja jeder, der ein bisschen informiert ist, lieber die Transactions, Monthly Active Users und sowas sehen. Das zeugt alles nicht so. Ist immer noch so ein bisschen fake it till you make it, finde ich, bei Klana. Also man w├Ąchst so durch zu hohen Kosten, wie gesagt, um jetzt das letzte Wachstum rauszuholen, hat man nochmal deutlich den Burden erh├Âht. In einem Umfeld, wo es nicht so einfach ist, nochmal neues Geld zu bekommen, zumindest nicht zu der 50 Milliarden Bewertung, die jetzt 46 Milliarden Bewertung, wird ein spannendes Jahr, vorsichtig formuliert.
Wieso publizieren die ├╝berhaupt solche Zahlen, wenn die nicht an der B├Ârse sind?
Entweder um sich selber darauf vorzubereiten oder um die B├Ârse darauf vorzubereiten oder weil sie sind ein AB, also Aktien Bullets, oder wie das hei├čt, also Schwedische AG, vielleicht m├╝ssen sie es sogar, ich wei├č es nicht, ehrlich gesagt. Aber, wei├č ich, kann ich dir ehrlich gesagt nicht sagen. Aber sie machen es.
Ich glaube, der stabile Podcast ist vorbei. Zwei Stunden im Kasten.
Wir sind durch. Wir haben ja zwei Stunden geschafft.
Wie sieht es am Freitag aus? Ist das Kriegsspiel vorbei?
Ich wollte gerade sagen, wir sind auf jeden Fall noch da am Freitag. Wir h├Âren uns am Wochenende wieder. Machen wir einfach mal.
Wir haben auf jeden Fall einen riesigen Backlog von H├Ârerfragen.
Wir haben gute H├Ârerfragen. Wir haben noch so viele gute H├Ârerfragen. Wir haben auch ein paar, vielleicht machen wir mal Set Scaler nochmal oder Fiverr haben sich viele gew├╝nscht. Das k├Ânnen wir noch so ein bisschen nacharbeiten, jetzt wo die Earnings ein bisschen weniger werden. Vielleicht haben wir auch schon ein bisschen bessere. Mal schauen.
Vielleicht machen wir auch Daydrinking. Also ich w├╝rde dann Freitag Mittag w├╝rde ich dann auf Gin Tonic gehen. Rotwein macht mich zu m├╝de.
Ich w├╝rde sagen, wir schlie├čen mit der Nationalhymne der Ukraine. Wir packen einen Link in die Shownotes. Man muss sich echt mal den Text dazu durchlesen. Der ist relativ ergreifend, wenn man ├╝berlegt, was da gerade abgeht. Wir k├Ânnen den Text auch in die Shownotes packen. Wir sehen uns auf jeden Fall wieder am n├Ąchsten Wochenende und denk an die Leute, die da gerade nicht f├╝r die Freiheit, nicht f├╝r uns, sondern einfach gegen das B├Âse k├Ąmpfen. Bis zum Wochenende. Ich freue mich auf dich, Philipp, und auf unsere Zuh├Ârer. Peace. Peace, peace. Untertitel von Stephanie Geiges Untertitel von Stephanie Geiges