Doppelg├Ąnger Folge #148 vom 27. Mai 2022

­čôŽ Entlassungen | How To Earnings Sheet | ZipRecruiter | Earnings: Snowflake Splunk Zscaler Farfetch | Amazon

Best of schlechtesten Entlassungen. Was machen, wenn man gek├╝ndigt wird. Community Grill: ZipRecruiter in Gefahr bei so viel Layoffs? Pip hat f├╝r alle ein Earnings Master Sheet zum kopieren erstellt. Wir schauen uns die Earnings von Snowflake, Splunk ,Zscaler und Farfetch an. Markus fragt, warum das Family Office von Otto ein Shopping Center ├╝bernimmt. Amazon spart und Oalty liefert aus.

Philipp Gl├Âckler (https://twitter.com/gloeckler) und Philipp Kl├Âckner (https://twitter.com/pip_net) sprechen heute ├╝ber:

(00:00:00) Layoffs; who is next

(00:22:30) ZipRecruiter und Layoffs

(00:27:15) How to Income Statement verstehen

(00:35:00) Box Earnings

(00:43:40) Snowflake

(00:59:45) Splunk

(01:03:30) China

(01:06:00) Zscaler

(01:09:00) Farfetch

(01:11:00) AboutYou

(01:20:45) Amazon

Shownotes:

Checkout Buttons https://trends.builtwith.com/payment/checkout-buttons

Bolt Built $11 Billion Payment Business on Inflated Metrics and Eager Investors https://www.nytimes.com/2022/05/10/business/bolt-start-up-ryan-breslow-investors.html

Earnings Master Sheet https://docs.google.com/spreadsheets/d/1m3h9Xce3SRMaq20li2Qg4HuSZowwxQSd9FkQmeuI7Dw/edit#gid=65254119

Amazon: Monopol im Onlinehandel? https://www.ardmediathek.de/video/dokus-im-ersten/amazon-monopol-im-onlinehandel/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3JlcG9ydGFnZSBfIGRva3VtZW50YXRpb24gaW0gZXJzdGVuL2JmOGMzYWRiLTRiYzEtNDdjYi05ZGRlLWE0YmExNjFiMDAwYg

Defund Dictators https://defunddictators.org/#/portfolio?etfs=%7B%22etf%22:%22EEM%22,%22weight%22:0.5%7D&etfs=%7B%22etf%22:%22EMSG%22,%22weight%22:0.5%7D&methodology=HUMAN_RIGHTS_FOUNDATION

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Willkommen im Doppelg├Ąnger Tech Talk Podcast Folge 148 Ende Mai. Die gro├če Lay-Off Podcast Serie, wahrscheinlich f├╝r bis Ende des Jahres mindestens. Wir haben wieder eine ganze Reihe an Firmen, die diese Woche announced haben. Man kann lernen, wie man es nicht macht. Was ist so die schlechteste Art? Beim Schluss machen sagt man ja, WhatsApp sollte man nicht machen oder Sprachnachricht. Es gab mal bei Sex in the City eine Folge, da wurde per Post-it Schluss gemacht. Also stell dir vor, du wachst morgens auf und dann ist an deinem K├╝hlschrank nach zwei Jahren Beziehung so ein Post-it mit Sorry, ist einfach nichts f├╝r mich. Was kann man bei Lay-Offs wirklich schlimm machen? Einfach Access Key und Computer sofort sperren?
Ich glaube tats├Ąchlich, das mit dem Computer musst du schon relativ schnell machen, weil du ja sonst schon Gefahr hast, dass Daten verloren. Also schuldest du im Zweifel auch deinen Kunden. Das f├╝hlt sich subjektiv, glaube ich, unheimlich doof an, tats├Ąchlich, weil es nach sehr viel Vertrauensentzug sich anf├╝hlt. Trotzdem musst du das ja irgendwie schon machen. Das Schlechteste ist, Leute nacheinander in irgendeinen Raum in der HR zu rufen. Sozusagen, dass die anderen sich mehrere Stunden lang ├╝berlegen, ob sie auch noch dran sind oder nicht. Also du musst es, glaube ich, schon in einer Art Gruppenveranstaltung machen. Das hie├č zu Corona-Zeiten halt Zoom. Ich glaube nicht, dass es anders geht letztlich sinnvoll. Oder du kannst es in kleinen Gruppen machen, dass die Teamleute das erfahren. Wobei dann hast du immer das Problem, dass es sich eventuell durchspricht vorher oder so. Aber ich glaube, du musst es in Gruppen machen. Du musst es so schnell wie m├Âglich, also alle m├╝ssen so schnell wie m├Âglich auf dem gleichen Kenntnisstand sein. Und du musst danach vor allen Dingen nochmal eigentlich mit den Verbliebenen auch sprechen, wie es weitergeht. Und das w├Ąren so die einfachen Weisheiten. Und man darf sich nicht einbilden, dass es, selbst wenn du es perfekt machst, wird es immer noch schei├če sein. Und die Leute haben trotzdem das Recht, auch dich zu hassen und doof zu finden. Man darf sich nicht einbilden, dass man, wenn man alles richtig macht, dass es dann irgendwie soft oder smooth abgeht. Es ist immer eine Z├Ąsur im Leben von Menschen.
Es wird nie irgendwie super r├╝berkommen. Wir haben jetzt schon so ein paar gesehen. Das Paradebeispiel, wie man es wirklich, glaube ich, gut macht, ist von Airbnb vor zwei Jahren, als sie nach Corona in den ersten Wochen sich von 25 Prozent der Leute getrennt haben. Alle Side-Projects auch wirklich gut erkl├Ąrt von dem CEO mit, wir m├╝ssen jetzt Kosten sparen, wir machen kein Marketing mehr, wir machen alle Side-Projects weg.
Und sie haben sehr gute Severance-Packages, also Abf├Ąlle, glaube ich, auch bezahlt bei Airbnb. Also wirklich weit ├╝ber dem N├Âtigen.
Und auch so gut kommuniziert, dass es keine offenen Fragen mehr gab. Und auch noch mal die Mitarbeiter gesammelt f├╝r neue Jobs und so. Ich glaube, da haben alle danach einen guten Job bekommen wieder. Und keiner hat da wirklich schlecht dr├╝ber berichtet oder gesprochen. Dann gab es dieses ph├Ąnomenale Zoom-Video von dem Beta-CEO, der damit eigentlich bekannt wurde. Das war jetzt nicht so gut, so nach dem Motto, wenn du in diesem Call bist, bist du gefeuert. Jetzt diese Woche auch Klana wirklich auch schlimm kommuniziert mit dem Pre-Recorded-Video und keiner wusste genau, wie viel da ist. Bolt hier, das Payment.
Was hei├čt ein Pre-Recorded-Video? Das musst du erkl├Ąren.
Also eine Videobotschaft, die aufgenommen worden ist. Und das gab wohl...
Gehst du morgens in einen Posteingang oder wie?
Ja, sozusagen. Ich warte auf das leaked Video. Ich habe es noch nicht bekommen, aber es war wohl gar nicht... Also das Leadership-Team war sich nicht so schl├╝ssig, ob sie jetzt ein All-Hands machen oder nicht. Und dann irgendwann wurde es ein Video und man wusste nicht so ganz genau, wie viele es bekommen haben.
Das war nur der zweitgr├Â├čte Fehler, den Klana gemacht hat.
Wer war sein gr├Â├čter Fehler?
Dass sie nur 10% der Leute gefeuert haben bei ihren Zahlen. Das Hauptproblem ist, dass ich mir relativ sicher bin, dass Klana es noch mehrmals tun werden muss.
Bei Klana gab es auch so eine Managerin, die dar├╝ber gepostet hat. Die hat in der Vergangenheit immer sehr gepostet, wie super sie Klana findet und dass man da alles was macht. Und wurde zweimal promotet in den letzten zw├Âlf Monaten und dann so behandelt. Und man kann glaube ich als Mitarbeiterin, Mitarbeiter lernt man jetzt, dass es keine Familie ist, sondern halt ein Business und dass man vielleicht nicht so gewertsch├Ątzt wird, wie man manchmal gedacht hat.
Klana sind auch richtig viele Leute. Also die 10% entsprechen 700 Leuten. Das hei├čt, sie stellen ├╝ber 7000 ein. Viele Ex-Rocket-Leute, die ich kenne, sind bei Klana gelandet.
Ich habe mir die Liste angeguckt. Man kann auch so ein bisschen glaube ich analysieren, wie gut die Liste ist, also wie sie aufgebaut ist. Und wie gut dann die Firma vielleicht gemanagt ist. Also bei Klana war es relativ offensichtlich. Da hat man auch die verschiedenen Locations drin, die verschiedenen Jobtitles und so. Manche wollen einfach nur Namen und LinkedIn-Profile. Und was da krass war, war, dass echt alle fast jetzt einen Remote- oder einen Home-Office-Job haben m├Âchten. Das war echt, also da ist auch die Frage, sind das dann auch die ersten Leute, die du wieder entl├Ąsst? Also baust du die Kultur auf in der Firma und alle Leute, ist ein Remote-Job weniger wert?
Also es ist auf jeden Fall einfacher, jemanden zu feuern, den man nicht mehrmals die Woche sieht, oder?
Ja, das habe ich auch gedacht. Ja, es wird auf jeden Fall eine krasse Zeit f├╝r alle. Also mir ist es ja auch passiert, ich wurde ja bei Corona, Anfang Corona, entlassen. Und habe dann auch da viel gelernt, wie man es nicht macht. Also zu meinem Gl├╝ck hat die andere Seite einen schlechten Job gemacht. Ich war zweimal vor dem Arbeitsgericht und das m├Âchte ja eigentlich niemand. Also als F├╝hrungskraft oder CEO m├Âchte ich das vermeiden, vor das Gericht zu gehen. Sp├Ąter habe ich erfahren, dass sich eigentlich keiner in der Firma je getraut hat, so etwas zu machen. Aber ich glaube, da hast du keine andere Wahl. Also wenn du als Mitarbeiterin, Mitarbeiter das Gef├╝hl hast, du wirst unfair behandelt und es wird auch schlecht organisiert, was wir ja jetzt bei vielen Firmen gesehen haben, glaube ich, macht es schon Sinn, einen Anwalt einzusetzen und dagegen zu k├Ąmpfen.
Wahrscheinlich ja. Das ist ├╝brigens krass. Es gibt Leute, die bei diesen Firmen gearbeitet haben und getargetet werden von Anwaltskanzleien auf LinkedIn. Also es gibt, es scheint ein, zwei schlaue oder vielleicht auch mehr Anwaltskanzleien zu geben, die gezielt Angestellte von den Unternehmen, die viele DASen get├Ątigt haben, ansprechen. Mit sozusagen der M├Âglichkeit, dass man das Abfindungspaket verbessern k├Ânnte.
Ja, da kann ich mir auch vorstellen, dass da einiges drin ist. In meinem Fall war es so, wenn die einen guten Job gemacht h├Ątten, w├Ąre es wesentlich schneller und wesentlich g├╝nstiger gewesen.
Die Frage ist, wie lange das Targeting noch richtig ist. Ob man nicht eigentlich bald das gesamte LinkedIn anschreiben kann. Ja, das stimmt. Obwohl es betrifft ja haupts├Ąchlich, das war Quatsch, nehme ich zur├╝ck, es betrifft ja haupts├Ąchlich eigentlich schon Tech- und Wachstumsfirmen. Vor allem VC-finanzierte Firmen. Bei anderen ist es ja noch nicht ganz so ├╝bel.
Kleiner Tipp, was helfen kann, ist, hier und da mal ein Zwischenzeugnis zu haben. Vor allem vor Gericht wird ja eigentlich immer behauptet, dass das Gegen├╝ber, dass man nicht so viel gemacht hat oder nicht so wichtig ist. Das kann man mit einem Zwischenzeugnis ganz gut widerlegen. Sonst, wenn das erste Gespr├Ąch kommt, am besten nicht sagen, warten. Nicht sofort Ja sagen, nicht sofort Nein sagen, einfach die Informationen sammeln.
Nicht sofort einen Aufhebungsvertrag unterschreiben, meinst du?
Nicht sofort unterschreiben, einfach alle Sachen da machen, so ruhig wie m├Âglich bleiben. Vielleicht nochmal eine E-Mail nachschreiben mit irgendwie, was gesagt worden ist. Einfach und klar, wenn es kein Dokument irgendwie davon gab. Und ja, Ausdauer, ich glaube schon.
Das ist auch ganz sch├Ân gebrannt, das kennt du, du ├╝berlegst nur noch in Dokumentation und Beweissicherung.
Ja, aber wenn du, also, du w├╝nschst wirklich keinem vor Gericht, vor dem Arbeitsgericht zu sein, das ist schon stressig. Ich hatte den Vorteil, dass ich die Ausdauer hatte und irgendwie das auch noch ein drittes Mal gefeiert, also gefightet h├Ątte. Und, aber, also, es ist, keiner m├Âchte das machen. Das ist einfach...
Komisch, dass du seitdem keine Jobs mehr findest. Und jetzt zwangsweise Planer sein musst. Zwangspodcast. Weil dich niemals wieder jemand anstellen wird. Sp├Ątestens jetzt wird das keiner mehr machen. Genau, aber gut. Also, wenn dein super Beispiel Planer ist, w├Ąre meins auf jeden Fall Bolt Payments, die diesen One-Click-Checkout bauen. Da hatten wir schon zweimal dr├╝ber gerichtet und berichtet einmal war es, ist Fast, ein anderer Fast-Payment-Checkout-Player, der pleite gegangen. Da dachten wir, die sind unseri├Âs, aber da ist Bolt, glaube ich, gar nicht so weit von weg. Da fand ich lustig, stand, ich glaube, in der New York Times stand das, die wollten nicht best├Ątigen, wie viele Leute sie gehen haben lassen. Und ich habe es gerade getwittert. Dann rausgefunden hat man es am Ende, dass von ├╝ber 900 Leuten im Company Slack Channel nur noch 660 ├╝brig waren, einen Tag sp├Ąter. Sozusagen hast du geschaut, wie viele Leute aus dem Slack Channel verschwunden sind ├╝ber Nacht. Und davon ausgehend geht man davon jetzt aus, dass 27 Prozent bis zu einem Drittel der Mitarbeiter entlassen worden waren. Und auch insgesamt, das ist ja der Typ, der behauptet hatte, die Silicon Valley Mob-Bosses oder der Silicon Valley Mob aus VCs, die sich gegenseitig konflikten. Also die Stripe-Br├╝der, die Collison-Zwillinge, sind quasi die Gangster-Bosse des Silicon Valleys, weil sie von jedem noch so kleinen VC ein kleines Investment nehmen, einfach nur damit der kein anderes Payment-Startup mehr investieren kann, um sich selbst nicht zu konflikten. Dass er deswegen keinen Zugang zu Funding h├Ątte und hat trotzdem aber seine Unternehmensbewertung auf 11 Milliarden hochgejetzt zwischendurch. Schien schnell gewachsen zu sein, hat wie gesagt 900 Leute geheiert. Da habe ich mal geschaut, wie gro├č, weil ganz ehrlich, ich habe das noch nie gesehen. Ich habe mal bei Build-Width geschaut unter Checkout-Buttons. Da ist Bold immerhin an siebter Stelle. Von einer Million Websites ist das auf 360, also laut Build-Width-Data. Die sind jetzt nicht 100 Prozent korrekt, aber auch directionally korrekt sind die. Also das wird schon halbwegs so passen. Also das w├Ąren dann 0,3 Prozent, 0,04 Prozent der ein Millionen gr├Â├čten Webseiten benutzen Bold zum Vergleich. Stripe benutzt fast das Zehnfache. Und Stripe ist ja 95 Milliarden wert. Moment, nicht das Zehnfache, das Hundertfache. Weil Stripe hat fast drei Prozent Durchdringung in den Top einer Million Seiten, n├Ąmlich 28.000 Seiten, die Stripe-Payments haben. Das n├Ąchste w├Ąre Paypal mit 22.000 oder 2,2 Prozent. Amazon-Payments mit 1,3 Prozent. Klana mit 0,7 Prozent. Wenn man nach Build-Width-Checkout-Button sucht, kann man das finden. Wir packen es auch in die Show Notes. Und wie gesagt, Stripe ist 95 Milliarden wert. Der Typ hat aber knapp ├╝ber ein Hundertstel der Integration nur und ist ├╝ber zehn Prozent von Stripe wert. Also der muss schon sehr gut verkauft haben, um auf die Bewertung hochzukommen. Und dann hat die New York Times geschrieben, in etwas, was eher ein Hit Piece nennt, also ein Artikel sozusagen, um die Firma anzugreifen, dass sie unter anderem auch st├Ąndig Kunden als akquiriert und aktiviert gelistet haben, die sie bestenfalls geclosed hatten oder noch in Gespr├Ąchen waren, also wo die Integration teilweise auch nie stattgefunden hatte. Dass sie mit irgendwie Fraud Detection geworben haben, die noch nicht fertig war. Das war einer der Verkaufstricks, weil sie gesagt haben, ihr kriegt bei uns die Fraud Detection im Preis inklusive. Das ist eigentlich ganz schlau als Sales-Taktik, weil im schlimmsten Fall ein paar Fraud-Sachen mitzunehmen, solange du noch klein bist, ist g├╝nstiger als Sales teilweise. Das kann sinnvoll sein. Der Anti-Fraud sollen sie dann teilweise manuell gemacht haben. Und das Krasseste ist, das hast du vorhin geschickt, von Chris Becke, dass ein 50- oder jeder zweite Angestellte Geld aufgenommen, um in die Firma zu investieren. Sie haben ihren Angestellten erlaubt, zus├Ątzliche Aktienanteile an der Firma zu kaufen auf Kredit. Und von den Leuten haben sie jetzt ein Drittel entlassen, die sozusagen eventuell ihr Haus verpf├Ąndet haben, um noch Aktien an der Firma zu kaufen, an die sie so geglaubt haben. Das ist schon hart. Und er selbst ist ja als CEO zur├╝ckgetreten. Er stellt sich auch mal so lustig guhuha vor. Es k├Ânnte auch noch viel Material werden, gef├╝hlt. Er sagt, wir verstehen das alles nicht, das ist E-Commerce 3.0, was sie bauen. N├Ąmlich irgendwie dezentralisiert, Checkout-Buttons. Ich glaube, sinnvoll ist das schon, aber ich w├╝rde mich nicht wundern, wenn wir die auch verlieren, die Firma.
Das ist mir alles ein bisschen zu viel Yoga,
ein bisschen zu viel Barfu├č. Der Typ ist ein bisschen weird. Barfu├č ist der neue schwarze Rolli eigentlich, oder? Bei dem Newman ist doch immer Barfu├č rumgelaufen. Und bei Steve Jobs auch. Ach, vielleicht machen die es deswegen, weil Steve Jobs...
Da kommt auch der Rolli her.
Ja, genau. Okay, aufpassen bei Barfu├čgr├╝ndern.
Birkenstock geht noch, ne?
Den New York Times-Artikel packen wir auch mal in die Show-Notes. Der ist so sch├Ân. Es handelt sich hierbei nicht um Anlageberatung. Es handelt sich hierbei nicht um Anlageberatung. Keine Anlageberatung, keine Rechtsberatung, keine Steuerberatung und auch keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die Verantwortung f├╝r solche Trades liegt bei euch. Philip und Philipp haften nicht vor eure Verluste. Philipp und Philipp und Philipp k├Ânnen ihr Risiko... ...Position der H├ÂrerInnen nicht einsch├Ątzen. Ihr entscheidet selber, was ihr kauft und tragt daf├╝r auch die Verantwortung. Alles k├Ânnt ihr auch nochmal unter doppelg├Ąnger.eu-disclaimer nachlesen.
Und zum Schluss, Paypal hat sich auch f├╝r ein paar Leuten getrennt.
Genau, Paypal auch. Die ja angeblich auch im gesunden Wachstum begriffen sind. Ich wollte ja gegen Paypal wetten und es ist nicht so richtig aufgegangen, muss man sagen. Ich h├Ątte gedacht, die leiden st├Ąrker unter E-Commerce. Die haben aber relativ gute Zahlen gezeigt nochmal. Ich hoffe immer noch, dass es bei Firmen und Paypal nur um ein Quartal falsch lag. Timing ist halt super wichtig beim Shorten leider. Aber dass sie jetzt die Kosten... Also Q2 muss brutal schlecht aussehen, glaube ich. Beziehungsweise ist es nicht so einfach. Einerseits ist das Konsumklima nochmal deutlich schlechter in Q2 als im Q1. Und Q1 ist in Deutschland 15% gesunken zum Vorjahr. In UK 9% gesunken zum Vorjahr. Das hei├čt, es wird auf jeden Fall noch schlechter als ich dachte. Das wird es ja im Sinne von E-Commerce. Kann man auch vom Salesforce Shopping Index ganz gut nachvollziehen. Klima schlecht. Andererseits werden die Vergleichswerte vom Vorjahr nat├╝rlich... Das sieht man in der Salesforce Grafik auch ganz gut. Dass die Vergleichswerte ein bisschen einfacher werden. Weil das Q1 ist extrem gewachsen. Das Q2 letzten Jahres ist auch... Sekunde, kann ich gucken auf Twitter, wo ich das... Oder auf LinkedIn habe ich es auch gepostet. Also das Q1 letzten Jahres ist um 76% gestiegen. Dreiviertel ├╝ber Vorjahr. Da sind wir jetzt 15% runter sozusagen. Das ist brutal. Das ist eigentlich auch fast klar. Und das Q2 ist dann um noch 26% gestiegen. Das hei├čt, vielleicht werden wir keinen so starken Verlust zum Vorjahr haben. Aber es wird nat├╝rlich trotzdem ein sehr schlechtes Quartal. Und wie gesagt, das Klima ist noch schlechter. Ich habe dann gewitzelt. Es gab ja damals w├Ąhrend Corona... Wurde ja ├╝berlegt, ob man, ich glaube, von Raoul Rossmann, ob man eine Paketsteuer machen wollte, um die Innenstadt zu retten. Jetzt habe ich ├╝berlegt, ob, wenn es dem E-Commerce schlecht geht, ob man nicht eine Schaufenstersteuer einf├╝hren sollte, um den E-Commerce zu retten. Jetzt, wenn die ganzen Brick-and-Mortar-Gesch├Ąfte den Umsatz wegnehmen. Oder sich zur├╝ckholen, dem E-Commerce.
Oder man l├Ąsst die Gesch├Ąfte einfach nur noch am Wochenende aufmachen.
Genau. Oder die m├╝ssen in der Woche zumachen.
Wie sieht es denn aus? Wir haben jetzt Layoffs bei Banking, Fintech-Themen und Fast-Commerce. Was kommt als n├Ąchstes?
Ich bin relativ bullish. Aber bei ganz jungen Travel-Startups, wenn da jemand sehr schnell gewachsen ist und sich ein bisschen ├╝berladen hat, aber nur ein Jahr Runway hat oder 18 Monate, da w├╝rde man vielleicht auch... Aber tendenziell wird Travel wahrscheinlich netto Einstellung sehen. Netto Neueinstellung. Also mehr Headcount. Ich glaube, Fintech wird einmal komplett durchrasiert. Bis auf wenige junge oder sehr solide Sachen. Der Revolut sagt, sie sind profitabel, sogar wenn ich mich nicht richtig erinnere. Oder Cashflow-Positiv. Ich wei├č nicht mehr, wie er es gesagt hat. Es gibt immer ein paar so die dazwischen. Das sind immer sehr absolute Statements, die nat├╝rlich in zwei von 100 F├Ąllen dann auch nicht stimmen. Aber ich glaube, Fintech wird netto im Durchschnitt rasiert. Ich glaube, Quick-Commerce wird weiter rasiert. Also wir haben jetzt... Getty hat 14 Prozent ├╝brigens.
Inklusive Fahrer.
Das hei├čt, sie m├╝ssen auch Logistik und Fahrer rausgeschmissen haben. Ein bisschen frech ├╝brigens, dass sie... Das kam glaube ich... Wann kam das raus? Am Dienstag oder so? Einen Tag nachdem wir aufgenommen haben. Am Mittwoch, ne? Ich wei├č nicht. Sie haben offiziell das bis mittags oder so noch dementiert. Und dann kam es aber nachmittags. Doch, und zwar haben die 14 Prozent... Also bei Gorillas kursiert ja die Zahl von 50 Prozent. Das ist aber in Anf├╝hrungsstrichen nur im Hauptquartier. Da hat aber wirklich jeder Zweite und 300 Leute insgesamt. Sagen wir mal, was schlimm genug ist. Bei Getty sind es in Anf├╝hrungsstrichen nur 14 Prozent. Das ist also gerechnet auf die ganze Arbeitnehmerschaft. Und 4.500 Leute. Das hei├čt, das dementieren sie glaube ich auch noch oder ├Ąu├čern sich nicht. Aber ich denke, da werden L├Ąnder zugemacht werden. Ich glaube, sie haben in Nord- und Mitteleuropa kein... und Westeuropa kein Product-Market-Fit. Eventuell Spanien im S├╝den von Europa so ein bisschen. Aber ich... Ja, wie gesagt, sie sagen es noch nicht ├Âffentlich, aber ich denke, die werden es zu machen. Angeblich haben die auch sehr harte Profitabilit├Ąts... Also der Markt munkelt immer, dass sie sehr harte Profitabilit├Ątsziele von ihren Investoren haben der letzten Runde. Das hei├čt, dass sie entweder Milestones erreichen m├╝ssen oder mehr oder weniger zwangsl├Ąufig, um das Geld ├╝berhaupt... des Geldes ├╝berhaupt habhaft zu werden, Leute entlassen werden m├╝ssen. Vielleicht auch noch weitere wei├č man nicht. Wobei ich glaube, da ist man schon eher relativ hart vorgegangen jetzt. Aber es gibt ja noch andere Player, die jetzt noch nicht das gemacht haben. Ich w├╝nsche es niemandem, aber ich kann mir vorstellen, dass es noch schwer wird. Ich glaube, viele, die gestartet sind, werden... vielleicht, also wei├č nicht, ob die ganzen ethnischen Foodplayer, also irgendwie asiatisches Essen, t├╝rkisches Essen oder andere orientalische Sachen... Das hab ich eh nicht verstanden, das Modell, ehrlich gesagt. Da w├╝rde mich wundern, wenn die jetzt noch ausreichendes Funding haben. Die haben alle viel Gl├╝ck gehabt, eine Business Angel-Runde zu machen am Anfang, aber ich bin mir nicht sicher, ob da noch mal viele institutionelle Investoren das Geld nachlegen werden. Bei den Apotheken, da hoffen schon noch viele auf das E-Rezept. Aber eigentlich denke ich, das ist auch eher ein Add-on f├╝r die QuickCommerce-Player, als dass es eigenst├Ąndiges Business ist. Plus, dass die wertvollsten Kunden, n├Ąmlich die, die dauerhaft regelm├Ą├čig Prescriptions, also Verschreibungen haben... Also, wenn du jetzt an QuickCommerce f├╝r Apotheken denkst, denkst du nat├╝rlich an, du holst dir mal schnell deine Augentropfen oder deine Kopfschmerztablette. Damit ist ja mal... Mit sogenannten OTC, Over-the-Counter-Medikamenten, also wo du keine Verschreibung f├╝r brauchst. Die sind relativ margenarm, kosten deswegen ja irgendwie eine Schachtel Paracetamol, kostet 1,20 oder so, glaube ich. Also damit ist in der Regel wenig Geld zu verdienen. Die liegen nat├╝rlich eher bei ├Ąlteren Menschen. Und ob die nur die Early Adopter sind, die sofort so was wie Made oder so umarmen, bin ich mir noch nicht ganz so sicher. Ansonsten, was gibt's noch f├╝r Branchen? D2C wird, glaube ich, auch so ein bisschen halb-halb sein. Und die, die es gut im Griff haben, kommen wahrscheinlich durch. Die, die sozusagen mit zu viel... die ├ťberkapazit├Ąt aufgebaut haben, m├╝ssen wahrscheinlich ein bisschen runterkatten. Ein paar von diesen Konsolidierungs-Plays werden schwerer. Andererseits wegen der Finanzierungsbedingungen, andererseits weil die Exit-Multi-Pills wegschmelzen.
Und damit wird's auch komplizierter. Kann man nicht fast sagen, dass alle Unicorns jetzt drastisch Leute reduzieren m├╝ssen? Das ist f├╝r alle die gleiche Aufgabe. Die m├╝ssen alle irgendwann die n├Ąchste Runde machen oder profitabel werden. Und sie m├╝ssen ja irgendwie gucken, dass sie die Runrate verl├Ąngern und besser darstellen. Profitabler sein, ein anderes Marktumfeld. Also man k├Ânnte auch fast die Unicorn-Liste Deutschlands oder Europas durchgehen und sagen, eigentlich muss dann mindestens jeder Zweite drastisch was ├Ąndern, ob er es wirklich muss oder nicht.
Aber um besser dazustehen. Ja, man m├╝sste es ein bisschen Modell f├╝r Modell sch├Ąmen. Ich glaube, Schaufelverk├Ąufer wie E-Commerce, die ganze Kategorie hat es auch schwer, weil der darunter liegende Markt... Also wenn du jetzt irgendwelche Services an H├Ąndler oder so D2C oder auch normale Fashion-Brands verkaufst, das wird schwerer, glaube ich. Also Flixbus so, w├╝rde ich sagen, wahrscheinlich eher nicht. Wenn die wieder gut reinkommen im Markt.
Und weil die selber ja gar nicht...
Gegen das 9-Euro-Ticket gerade. Ach so, darf ich da mit Flixbus fahren eigentlich? Bestimmt nicht. Das w├Ąre aber ein harter Schlag. Das ist ja richtig bl├Âd, wenn du ├╝berall im Regio kostenlos fahren kannst. Das w├Ąre ja mal doof hier f├╝r Flixbus.
Um da zu k├Ąmpfen, ist glaube ich immer schwierig.
Das ist ja sau unfair. Krass, dass ich da noch gar nicht dran gedacht habe. Es ist ja sau unfair, da nur eine Klasse der Bef├Ârderung zu bevorzugen.
Dann lass mal in den Community-Grill-Part gehen. Und zwar, wenn wir jetzt die n├Ąchsten Wochen jede Folge mit ein paar Layoffs anfangen und hier und da sehen, dass egal in welchem Job man dann doch nicht mehr so sicher ist und die Leute doch nicht mehr so gefragt werden. Ist da nicht eine Gefahr f├╝r SIP-Recruiter, dass es so viele Layoffs gibt, dass die Plattform einfach nicht mehr so gefragt wird? Also, dass auf einmal Leute kommen zu einem und sagen, ich w├╝rde gerne arbeiten.
Also jemand, der mit Jobmarkt Geld verdient, ist glaube ich immer zyklisch. Das hei├čt, das h├Ąngt eben an der konjunkturellen Lage. Und wenn Leute entlassen werden, braucht man das aktive Recruiting ein bisschen weniger. Und in Hochkonjunktur, wenn man Mitarbeiter mit Pr├Ąmien weglockt, so wie es die letzten drei Jahre waren, dann braucht man das mehr. Also diese Zyklik hast du schon. Das macht es jetzt erstmal nicht einfacher. Andererseits, sozusagen der gr├Â├čere darunter liegende Trend ist halt der demografische. Und die Jobl├╝cke wirst du halt weiterhin haben. Das hei├čt, ich denke jetzt nicht daran, dar├╝ber nach, deswegen SIP-Recruiter abzusto├čen oder so. Im Gegenteil. Warum glaube ich, dass es trotzdem eine gute Upside hat? A, wie gesagt, die traden auf zweieinhalb mal Gross Profit und 16 oder 18 mal Cashflow. Das hatte ich neulich mal ausgerechnet. Das halte ich f├╝r sehr g├╝nstig, da sie Cashflow-positiv sind. So g├╝nstig, dass man auch die Frage stellen kann, kauft sich da nicht irgendwann mal jemand ein? Kauft sich da ein PE ein? Kauft sich ein Recruit Holding mit Indeed oder Glassdoor das ein? Kauft sich ein Steps, also ich habe keine Information dazu, so ein Performer, aber kauft sich ein Stepstone das vielleicht dazu, die ja selber mal f├╝r deutlich mehr an die B├Ârse gehen wollten, als SIP-Recruiter noch kostet? Von daher glaube ich, ist das nach unten ganz gut abgesichert, weil sie profitabel sind, weil sie noch wachsen, langsam, aber sie wachsen noch. Und das andere ist eben diese riesige Demografische L├╝cke. Und es hat durchaus auch gewisse Vorteile f├╝r das Modell. SIP-Recruiter l├Ąsst sich nicht direkt pro Hire bezahlen, also pro Lange Einstellung, aber trotzdem ist es schon auch gut f├╝r das Modell, wenn wieder Leute den Job wechseln. Weil du hattest ja fast so eine Verstopfung des Marktes bisher, dass zwar der Demand, die Zahlungsbereitschaft der Employer, der Arbeitnehmer extrem hoch war, aber dass wirklich so wenig wechselwillige Arbeitnehmer am Markt waren, dass du trotzdem, egal wie viel du gezahlt hast, eventuell keine Leute bekommen hast. Und die Dienstleistung von SIP-Recruiter kann durchaus f├╝r den Arbeitnehmer noch mal besser aussehen, f├╝r den Arbeitgeber, Entschuldigung, also f├╝r den, der die Arbeitnehmer sucht, wenn man f├╝r sein Geld eben auch tats├Ąchlich dann ein paar Leute bekommt. Das k├Ânnte die Zahlungsbereitschaft sogar erh├Âhen. Vorher h├Ątte ich fast eher die Gefahr gehabt, dass Leute irgendwann aufgeben, ├╝berhaupt noch Stellen auszuschreiben, weil eh nichts kommt. Von daher bin ich relativ optimistisch. Aber die Grundaussage ist nat├╝rlich richtig, dass du in der Rezession, willst du jetzt eher nicht in der Jobb├Ârse investiert sein. Das war aber sozusagen die letzten 80 Jahre g├╝ltig. Ich glaube, durch diese demographische L├╝cke schl├Ągt das nicht ganz so sehr durch. Demographische L├╝cke meint, Deutschland gehen eine Million Leute in den Renten, es kommen nur 500.000 in den Arbeitsmarkt rein. So, wir brauchen Zuwanderung neuer Arbeitskr├Ąfte. Das sieht in anderen westlichen Demokratien ├Ąhnlich aus. Deswegen macht mir das keine Sorgen. Der Gedanke, die Frage sich zu stellen, ist aber vollkommen richtig. Und es wird tendenziell das Gesch├Ąft auch beeinflussen, k├Ânnte ich mir vorstellen. Meine langfristige Vision oder mein langfristiges Modell f├╝r Simple Gooder ver├Ąndert das eigentlich nicht. Ich finde die weiterhin mit zweieinhalb Mal Rohertrag unheimlich g├╝nstig bewertet. Was nicht hei├čt, dass sie weiter fallen. Also halbieren k├Ânnen sich, hartes Statement jetzt, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die sich halbieren. Das k├Ânnte jetzt altern wie Milch. Aber meiner Meinung nach gibt es eine nat├╝rliche Barriere.
Aber wenn du dir sicher bist...
Ja, ganz ehrlich, wenn ich f├╝r einmal Gross Profit eine Firma kaufen kann, das hat dann irgendwann einen No-Brainer. Aber man kann diese Zahlen ja auch alle nicht so einfach in die Zukunft fortschreiben. Von daher, mal schauen.
Dann lasst uns mal gemeinsam auf doppelg├Ąnger.io.scheat gehen und uns ein paar Zahlen angucken. Earnings. Wir haben zum Beispiel Box.
Genau. Ich habe Box mal genutzt, um... Wir hatten einen Wunsch aus der Community. Also wir hatten verschiedene W├╝nsche. Das eine war, um auch neue H├Ârer noch besser onzuboarden, mal wieder so ein paar Basics zu machen. Da ├╝berlegen wir uns gerade ein gutes Format, aber das wird es geben. Das sind ja immer mal so ein paar einfache Fragen, sodass sie nicht Stammh├Ârer nerven, aber dass man immer noch mal gut einsteigen kann. Und das andere ist, jemand hat gefragt, woher man die Sheets herbekommt oder wie man das gut ├╝bertragen kann. Und deswegen habe ich mal so eine Art Master-Sheet gemacht. Also die Beispiel-Company ist tats├Ąchlich Box. Die habe ich mal genommen, weil ich die heute eh machen wollte. Und das ist jetzt ein bisschen ausf├╝hrlicher als sonst. Da kann man eher mal, wenn einen etwas nicht interessiert, auch ein paar Zeilen l├Âschen drin. Aber es ist so ausf├╝hrlich wie es geht. Das Einzige, was jetzt nicht drin ist, ist Custom Account, was ich normalerweise noch mit z├Ąhle. Aber das liefert Box nicht, aber die Zahlen mache ich vielleicht noch dazu. Also was man machen kann, ist, man l├Âscht einfach alle Werte au├čer die berechneten, also die Formeln. Wie kann man das denn gut darstellen, was Input-Wert ist und was nicht? Muss ich mir mal ├╝berlegen. Hier sind jetzt Beispiel-Zahlen drin. Die kann man einfach l├Âschen. Dann gibt man von seiner Firma die Zahlen drin. Also das kann ich euch nicht abnehmen. Man kann die theoretisch ├╝ber die Yahoo-Finance-API erzielen. Es gibt eine Verkn├╝pfung von Yahoo-Finance mit Google Sheets. Ich selber mache das nicht, weil ich will die Daten aus dem Earnings-Statement der Company haben. Ich bin mir nicht hundert Prozent sicher. Bei Yahoo wei├č ich dann zum Beispiel nicht, ob das Gap oder Non-Gap ist, also ob es adjustiert wurde. Deswegen mache ich es selber. Also die Arbeit muss man schon machen, dass man sich viermal im Jahr f├╝r die Firma, die einen interessiert, die Daten ├╝bertr├Ągt. Ich habe die Felder gr├Â├čtenteils so benannt, wie sie auch im Income-Statement stehen. Das sollte nicht schwer sein. Eigentlich muss man nur Steuerung F machen, nach dem, was ich hier im Sheet stehen habe. Dann kann man auch die Stelle finden, an der das steht. Das f├Ąngt oben mit dem Revenue an. Dann werden die Kosten der Erstellung des Revenues abgezogen. Daraus ergibt sich der Rohe-Ertrag oder Gross Profit im Englischen. Dann werden die drei typischen Operating Expenses-Kategorien abgezogen, n├Ąmlich das sind Research & Development, Forschung & Entwicklung, also Sales & Marketing, das hei├čt Vertrieb im Deutschen und General & Admin, das sind die Gemeinkosten der Unternehmung. Danach ergibt sich, nachdem die Kosten des Revenues und diese drei operativen Ausgaben abgezogen sind, ergibt sich im Idealfall der operative Gewinn. Das ist ganz oft eben ein Verlust bei vielen Firmen, die noch schnell wachsen. Dann werden noch ein paar Finanzpositionen abgezogen und dann ergibt sich das sogenannte Net Income. Nach dem operativen Einkommen sind dann noch Finanz-Einnahmen und Ausgaben ber├╝cksichtigt. Dann wird es nochmal auf die einzelnen Aktien runtergerechnet und die Anzahl der Aktien sieht man. Die wiederum ist wichtig, um zu sehen, ob man verw├Ąssert wird. Also gibt eine Firma immer mehr Aktien heraus, also steigt die Anzahl der Shares, die insgesamt verf├╝gbar sind, dann wird man als Investor immer weiter verw├Ąssert. Im Fall von Box ist es zum Beispiel nicht so, das ist sogar umgekehrt, weil Box ein Aktienr├╝ckkaufsprogramm hat und sein Cashflow dazu nutzt, Aktien zur├╝ckzukaufen. Deswegen sinkt die Anzahl der verf├╝gbaren Shares. Damit geh├Ârt hier quasi mit einer Boxaktie jedes Quartal ein bisschen mehr. Dann findet man nochmal das Non-Gap Operating Income. Unterschied zwischen Gap, Non-Gap und Gap oder IFRS sind die tendenziell strengeren Buchhaltungsregeln, in denen alle ertragswirksamen Bestandteile abgebildet sind. Insbesondere die Stockoptions, die darf man beim Non-Gap Operating Income rauslassen. Das ist n├Ąher am Geld und wenn ich mit Aktien bezahle, ist es im Non-Gap nicht ber├╝cksichtigt. Deswegen gebe ich auch die Zahl der Share-Based Compensation nochmal extra an, damit man das erkennen kann. Der Operating Cashflow ist nicht aus Ertragssicht, sondern aus Einzahlungssicht, was beim Business ├╝brig bleibt. Der Unterschied zwischen Einzahlung und Ertr├Ągen ist, wenn ein Kunde im Voraus zahlt, habe ich noch keinen Ertrag gemacht oder nur ein Viertel des Ertrags im ersten Quartal, aber schon 100% der Einzahlung verbucht. Deswegen kann der Cashflow vom Income abweichen. Das erkl├Ąren wir immer mal nebenbei, was gute Gr├╝nde daf├╝r sind oder wann das auch auff├Ąllig ist. Dann gibt es noch den Free Cashflow. Da ist der Hauptunterschied, dass gewisse Finanzertr├Ąge und CapEx, also Ausgaben f├╝r Kapital, also Investitionsg├╝ter mit drin sind. Oder auch f├╝r Working Capital. Das ist neu, das machen wir sonst nicht, aber das werde ich jetzt mal ├╝berall mit einbauen. Das Cash at End of Period, also wie viel Cash-├äquivalente und kurzfristige Forderungen hat das Unternehmen noch zur Verf├╝gung? Also wie viele liquide Mittel, w├╝rde man im Deutschen sagen. Und wie weit w├╝rde man mit diesen liquiden Mitteln, also wie viele Quartale halten diese liquide Mittel auf der durchschnittlichen Burnrate der letzten vier Quartale? Also ich gewichte den Cashflow der letzten vier Quartale gleich, weil der Cashflow kann ├╝ber das Jahr mit Saison halt hier sehr stark schwanken, n├Ąmlich in durchschnittlichen der letzten vier Quartale und rechne damit aus, wie viele Quartale wird es diese Firma noch geben, wenn alles so einfach so weitergeht. Das ist ganz gut. Und vielleicht bauen wir irgendwann dann nochmal eine Liste von Firmen, wo da weniger als sechs Quartale ├╝brig bleiben oder weniger als acht. Genau, dann haben wir die NRA, das ist ausreichend erkl├Ąrt. Da gibt es einen Link im Sheet, wer das nochmal nachlesen will. Oder man kann die Folge 64 h├Âren, da wird das nochmal alles erkl├Ąrt. Die Magic Number gibt es auch in der Folge 64. Auch die Rule of Forty erkl├Ąren wir da, glaube ich. Dann noch Billings, ist sozusagen, wie viele Rechnungen habe ich dieses Quartal gestellt? Auch das kann wiederum vom Revenue und von den Einzahlungen abweichen. Die Third Revenue ist, wie viel Umsatz habe ich schon in Rechnung gestellt, den ich aber noch nicht realisieren darf, weil er erst in den n├Ąchsten Monaten passiert, also weil er erst in den n├Ąchsten Monaten realisiert wird. Und sogenannte Remaining Performance Obligations, das ist, wie viel Umsatz habe ich schon verkauft, den der Kunde noch nicht in Anspruch genommen hat, w├Ąre, glaube ich, die richtige Formulierung. So, und dann, was ich weiter unten noch mache, also wir befinden uns im doppelg├Ąnger.io-Sheet im zweiten Reiter, wo es SaaS Master, also dieses Sheet eignet sich vor allen Dingen f├╝r Software-Companies mit Einschr├Ąnkungen, aber auch f├╝r andere Firmen. Ich habe hier, auch weil Boxer sch├Ân ausweist, nochmal die Share-Based Compensation pro Ausgabenkategorie einzeln gemacht, was einem dann erlaubt, die nicht mit Aktien bezahlten Kosten nochmal einzeln zu betrachten. Der Vorteil ist, dass man da besser sieht, ob eine Company auf Sparkurs gibt. Da die H├Âhe der Share-Based Compensation, also der Aktienoptionen, die herausgegeben werden, auch vom Aktienkurs der Firma abh├Ąngt, ist sozusagen die Operating Expenses mit Abzug der Share-Based Compensation, zeigt eigentlich besser, wie viel Geh├Ąlter man, das zeigt eigentlich die Geh├Ąlter, die man wirklich bezahlt hat. Und da kann man sehr gut sehen, ob eine Firma ihre Kosten unter Kontrolle hat. Die Share-Based Compensation zu kontrollieren, ist ein bisschen schwieriger, aber zumindest die Geh├Ąlter, die man wirklich auszahlt, sollte man kontrollieren. Genau, das sind die wichtigsten Bereiche, die man da sehen kann. Und eigentlich kann man die in der Regel ganz gut f├╝llen. Die meisten Firmen geben alle Bestandteile, die hier sind, an, leider nicht alle. Also fangen wir jetzt mal mit Box an. Box ist ein Dokument-File-Storage in the Cloud.
Wie Dropbox, nur mit k├╝rzerer Domain.
Genau, und kann auch so DocuSign-Sachen sein. Also Document Management, w├╝rde man dazu sagen.
Wir hatten auch irgendwann mal so einen aktiven Investor drin, der sich nicht so ganz durchsetzen konnte.
Entweder war es Einhorn oder Eggman, ich wei├č gar nicht mehr wer. Die waren zuletzt nur noch sehr langsam gewachsen, knapp zweistellig, so mit 10-11%. Haben sich jetzt aber hochbeschleunigt ├╝ber die letzten drei Quartale auf 17,8%. Also wachsen wieder schneller. Das ist gut. Achso, das Quartalswachstum habe ich nicht drin im Sample. Das werde ich mal noch reinbauen. Genau, also jetzt sieht man, dass das Wachstum sich auf 17,8% beschleunigt hat. Das Quartalsweise-Wachstum geht jetzt aber wieder ein bisschen runter. Deswegen ist es eben doch wichtig, wobei das erste Quartal ist eher Saisonalit├Ąt. Nehme ich zur├╝ck. Aber deswegen ist es zum Beispiel wichtig, sich beides anzugucken. Das Year-on-Year-Wachstum ist deswegen die Standardkennzahl, weil es eben Saisonalit├Ąt normalisiert. Also wenn das Q1 immer schwach ist, dann w├Ąre das Year-on-Year-Wachstum eben trotzdem toll. Und das Quartal-zu-Quartal kann wiederum wichtig sein, um manchmal verdeckt das Year-on-Year-Wachstum, das man im Vergleich zum Vorquartal sogar schrumpft. Deswegen muss man da eben doch beides anschauen. Und was bei Box so spannend ist, also a, dass sie das Revenue beschleunigen, aber dass sie gleichzeitig auch effizient wachsen. Die Gross-Margin verbessert sich, n├Ąmlich die war so um die 70 immer historisch. Geht jetzt auf inzwischen 74 hoch. Das ist immer gut, weil es bleibt mehr Gross-Profit ├╝brig, weil die Kosten relativ stabil gehalten werden und sogar ein bisschen runtergehen, w├Ąhrend unser zweiter ausgebaut wird. Das ist ein sch├Âner Operating Leverage schon beim Rohertrag. Und dann ist jetzt au├čerdem noch so, dass die Operating Expenses, also Forschung, Entwicklung, Marketing und Gemeinkosten, auch langsamer wachsen als das Revenue. Und dadurch ergibt sich ein weiterer Operating Leverage. Also die Kosten wachsen langsamer als die Ums├Ątze. Damit steigt auch der operative Gewinn bei Box. Und es ergibt sich erstmals eine positive operative Marge nach Gap. Das ist sozusagen der strengste Standard, den es gibt. Wenn man danach profitabel ist, ist es schon mal gut. Doof ist halt, dass man in Anf├╝hrungszeichen nur 17,8% w├Ąchst. Das ist jetzt kein Hyperwachstum mehr logischerweise. Aber man ist nach dem strengsten Standard um 0,3% profitabel. Also von 300 Euro Umsatz bleibt 1 Dollar als Gewinn h├Ąngen. Und wenn man jetzt die laxeren Standards nimmt, also man schaut zum Beispiel der Operating Cashflow, ist halt im Q1, da ist er aber immer besonders hoch, sogar 45% des Umsatzes. Also es kann fast die H├Ąlfte des Umsatzes in Cash verwandelt werden, die auch wirklich ankommt. Die Non-Gap Operating Marge, also unter Auslassung der Stock-Based Compensation und Aktivierung von Softwareleistungen, ist immer eine 20% Marge. Damit w├Ąre man dann jetzt langsam im Rule of 40 Bereich. Normalerweise sind die Rule of 40 in Free Cashflow und dann w├Ąre man sogar bei 56%. Also obwohl man nur noch 17,8% w├Ąchst, hat Box eine relativ gute Rule of 40, weil der Cashflow so positiv ist. Das sieht jetzt im n├Ąchsten Quartal ein bisschen schlechter aus. Genau, die Frage ist jetzt eher, wie teuer ist das, wenn das so langsam nur noch w├Ąchst.
Meine Frage w├Ąre, warum sich ausgerechnet Box seit Anfang des Jahres positiv bewegt hat.
Sage ich dir gleich. Also sie kosten 5x Umsatz und nur noch 24x Earnings. Und Sekunde, die Earnings, da nehmen sie das EBIT da, aber der Cashflow ist ja, also sie sind 4 Milliarden wert, das ist 16x Operating Cashflow, finde ich eigentlich ganz g├╝nstig. Und es wird ja gerade noch alles besser. Also warum sind die relativ stabil? Weil, kann man sehr genau sagen, glaube ich, es liegt daran, dass sie in der vorherigen Zeit nicht mit hochgegangen sind, weil sie nicht schnell genug gewachsen sind. Was wir in den letzten zwei Jahren gesehen haben, ist, dass Firmen, die super schnell wachsen, wie Monday, wie Snowflake, wie Asana, dass die extrem hohe Bewertungen erfahren und einfach jeder hat Box links liegen. Wir haben schon zweimal ├╝ber Box geredet, glaube ich, da fand ich es nicht so mega geil. Und da ging es um WeTransfer teilweise auch so. Und dann habe ich Box als Vergleich rangezogen und meine, die wachsen auch schon langsam. Plus du hast Konkurrenz von Microsoft, dass die mit ihrem OneDrive eigentlich viele der Sachen einfach sehr, also du hast Adobe Suite und OneDrive, die viele der Sachen automatisch schon versuchen abzubilden, sodass du das eigentlich nicht mehr brauchst. Oder dein Apple, wie hei├čt dein Apple Drive? iDrive? iCloud, genau. Also es gibt schon in vielen Plattformen so L├Âsungen, sodass du Box nicht unbedingt brauchst. Es gibt trotzdem gr├Â├čere Firmen, die das einsetzen, weil es besonders sicher ist oder so weiter. Es gibt zum Beispiel viele Firmen, die aus Sicherheitsgr├╝nden Dropbox nicht nehmen und Box bevorzugen. Das sehe ich oft in Due Diligence Prozessen. Also warum sind die nicht abgekracht? Weil sie vor dem Weg nicht mit hochgegangen sind. Weil sie sind zu langsam gewachsen immer mit den 10%, die hier historisch waren, oder 11%. Jetzt beschleunigen sie sich aber und gehen Richtung Profitabilit├Ąt, also selbst nach Gap, was wie gesagt sehr streng ist eigentlich, sind sie jetzt erstmals ganz knapp profitabel. Positiven Free Cashflow haben sie schon seit neun Quartalen, im Schnitt zumindest. Und wie gesagt, nach Non-Gap sind sie eigentlich schon immer profitabel. Also sie diluten, also die Shares, die sie rausgeben, sind weniger als was sie an Gewinn machen und zur├╝ckkaufen. Dadurch ist man eben nach Gap positiv. Man hat au├čerdem sehr guten Cashflow gekauft, Aktien zur├╝ck. Und das stabilisiert jetzt den Kurs unheimlich gut. Also es w├Ąre eine gute krisenresistente Aktie gewesen, nur dass das in den vergangenen Jahren eben keiner haben wollte. Wenn es nur mit 10% w├Ąchst und gerade so profitabel ist oder mit der Gap-Profitabilit├Ąt k├Ąmpft, da fand es halt keiner sexy und wurde links liegen gelassen. Jetzt denkt jeder, 45% Free Cashflow und geht hoch auf 17,8% Wachstum und k├Ânnte sich fast sogar hochdrehen. Preis Earnings 25 ist, wenn die weiter mit 18% wachsen k├Ânnten, eigentlich ganz gut. Thema Umsatz muss man gar nicht drauf gucken, weil die einen positiven Cashflow haben. K├Ânnte sogar sein, dass sich irgendeine unprofitable Firma, die noch gut bewertet ist, das mal dazu kauft, um ihre eigene Lage zu verbessern. Wei├č man nicht.
Snowflake zum Beispiel. H├Ątte Anfang des Jahres tauschen sollen.
F├╝r mich ist Box eben schon eher nichts, weil ich doch lieber Wachstumskompanies mag. Aber es ist eigentlich ein solider Titel. Die werden keine Dividende zahlen, sondern immer weiter Shares zur├╝ckkaufen. Das machen sie ja schon. Im Vergleich zum Vorjahr wurdest du 10,5% negativ verw├Ąssert. Es gab letztes Q1 noch 162 Millionen Shares. Jetzt gibt es nur 145 Millionen Shares. Das hei├čt, wie gesagt, wenn dir ein Teil der Company geh├Ârt, geh├Ârt dir das eigentlich 10% mehr. Sp├Ątestens, wenn sie dann Gewinn machen, also ein positives Net Income haben, dann geh├Ârt dir auch immer mehr vom echten Net Income, was auch irgendwann ankommt. Aber der Cashflow pro Aktie ist jetzt schon deutlich positiv. Ich hoffe, das hat alles Sinn gemacht. Und wenn nicht, kann man es auf dem Sheet nachverfolgen. Wie nutzt man dieses Sheet jetzt selber? Man macht einfach rechte Taste, Duplicate oder Copy to new Sheet. Man muss Google Sheets benutzen logischerweise. Oder man kann es exportieren und in Excel packen. Dann tauscht man die Werte aus. Dann m├╝sste man das f├╝r jede andere Firma, zumindest f├╝r Softwarefirmen, auch gut hinkommen. Und wenn ich blo├č ein paar Zeilen l├Âsche, ein paar hinzuf├╝ge. Man muss nicht alle Zeilen ausf├╝llen. Ich habe jetzt hier das Maximum an Zahlen, die ich normalerweise betrachten w├╝rde, ausgef├╝llt.
Dann lass uns ein weiteres Tab gehen zu Snowflake.
Snowflake baut Data Warehouses, Data Lakes in the Cloud. War eine der Highflyer-Aktien des letzten Jahres. Gilt dauerhaft als brutal ├╝berbewertet. Bekannt daf├╝r, dass Warren Buffett nach Apple das zweite Tech Investment war. Oder sogar das erste SaaS Investment, Software Investment, was er hier gemacht hat. Weil sie einfach sauteuer an die B├Ârse gekommen sind, fast erzeitbar jetzt entwickelt. Ich glaube meine Position ist ungef├Ąhr die H├Ąlfte unter Wasser. Sekunde, ich gucke mal. Auf Twitter hat mir jemand vorgerufen, ich h├Ątte die f├╝r das Vierfache gekauft. Es kann sein, dass ich sie da immer noch gut gefunden habe. 46% bin ich unter Wasser.
Genau, also sie hat sich seit IPO halbiert.
Ja, ich habe sie ungef├Ąhr zum IPO-Kurs gekauft.
Das muss auch f├╝r Warren Buffett nicht so gut gelaufen sein. Oder ist er noch kurz vorher rein und hat deswegen gut verdient.
Es kann sein, dass er einen guten Deal bekommen hat. Der hat ja auch eine hohe Signalwirkung. Der wird nicht zum IPO-Kurs reingegangen sein, sondern schon deutlich vorher. Das Gute wiederum ist, dass Snowflake in diese Bewertungen mit einer hohen Geschwindigkeit reinw├Ąchst. Klar, wenn man es alles wei├č, h├Ątte man es vorher kaufen k├Ânnen, kommt es doppelt so g├╝nstig rein. Ich finde sie nat├╝rlich f├╝r die H├Ąlfte noch spannender, als ich sie f├╝r 100% gekauft habe. Keine Frage, ich w├╝rde sie wieder kaufen. Geschichte Snowflake quasi, sind immer mit ├╝ber 100% gewachsen. Auch im letzten Quartal noch mit 102%. Davor teilweise am H├Âhepunkt bis zu 116%, seit sie Public sind. Jetzt sind sie immerhin noch mal mit 84% gewachsen. Das ist schon mal eine kleine Verlangsamung. Ich glaube, f├╝r das Gesamtjahr haben sie sogar nur noch 66% gevorkastet. Das werden sie wahrscheinlich ├╝bertreffen. Aber es sind halt nicht mal die 100%. 84% sind ganz ordentlich. Schneller gewachsen ist aber der Gross Profit, n├Ąmlich mit 110%, also das, was ├╝brig bleibt. Warum ist relativ logisch, weil der Wareneinsatz ist nur mit 50% gestiegen. Der Umsatz war mit 84%, also auch da ein Leverage. Dadurch ist der Gross Profit, also was ├╝brig bleibt vom Umsatz, hat sich weiterhin verdoppelt. Das ist schon mal gut. Die Gross Margin ist mit 65% an einem vorl├Ąufigen H├Âhepunkt. Die wird wahrscheinlich weiter steigen, wenn sich diese Richtung hier weiter fortsetzt. Damit wird die Kampagne dann profitabler, was gut w├Ąre. Die operativen Ausgaben wurden nur um 37% gesteigert. Das ist sehr gut. Umsatz 84% gestiegen, OPEX aber nur um 37%. Die habe ich hier leider nicht ohne Sharebase-Kompensation. Aber muss ich noch mal nachbasteln irgendwann. Man hat weiterhin Marketing investiert. Das steigt am schnellsten mit 46%, aber die Gemeinkosten hat man noch mit 13% gesteigert. Research and Development 37%. Also auch hier wieder der sogenannte Operating Leverage. Mit mehr Umsatz entstehen nicht zwangsl├Ąufig mehr Kosten. Dadurch schr├Ąnkt sich der Gewinn im Vergleich zum Vergleichsvertrag schon mal ein. Nicht der Verlust schr├Ąnkt sich ein. Man macht 20 Millionen weniger Verlust. Man macht aber viel Verlust, n├Ąmlich 45% des Umsatzes noch. Aber man w├Ąchst noch 85%. Das kann man sagen. Selbst nach dem brutalsten Standard, also Gap, minus 45% Marge, 84% Wachstum ist ganz knapp raus aus der Rule of 40. Aber auch hier muss man dann schon bedenken, dass der Non-Gap-Free-Cashflow, da ist dann maximal viel rausadjustiert und Revenue vorgezogen. Der ist 43% im Plus. Also da bleiben 180 Millionen Cash ├╝brig dieses Quartal. Warum ist dann das andere so weit im Minus? Weil allein 160 Millionen an Share-Based Compensation rausgeballert werden in einem Quartal. Also hier wird man um 8% verw├Ąssert im Vergleich zum Vorjahr. Ich glaube, worauf sollte man achten? Rule of 40 ist dann ├╝ber 80, wenn man eben die adjustierten Werte nimmt. Die Marketingquote geht insgesamt runter. Jetzt aber gerade ein klein bisschen hoch wieder. Aber nicht doll, also liegt bei 58%. Das ist f├╝r das schnelle Wachstum, glaube ich, total okay. Und warum sollte Snowflake jetzt nicht? Es wird dann immer gesagt, die verbrennen zu viel Geld f├╝r Marketing, verbrennen insgesamt zu viel Geld, schmei├čen zu viele Aktienoptionen raus. Die Aktienoptionen betragen 34%. Das ist ein Drittel der operativen Ausgaben. Das ist der kleinste Wert in der Vergangenheit. Das geht runter. Das waren vorher immer ├╝ber 40. Das ist schon mal gut. Und was man aber beachten muss, ist, dass die Magic Number ist 0,76. Das ist sehr gesund von Snowflake. Die Effizienz des Marketings f├╝r einen Euro, den sie ausgeben, kriegen sie 0,67. F├╝r einen Dollar, den sie ausgeben, kriegen sie einen Dreiviertel Dollar an End-Year-Recovery-Revenue zur├╝ck. Und, und das ist eben das Gute an Snowflake, die Net-Revenue-Retention, also die Kosten, die Ausgabenerh├Âhung der Kunden mit Snowflake, ist bei 174%. Die war im absoluten H├Âhepunkt letztes Quartal mit 178. Jetzt sind wir noch 174. Also geht ganz leicht runter. Aber man muss sich mal bewusst machen, was das hei├čt. Wenn du jedes Jahr 74% mehr Geld ausgibst, hast du deine Rechnung mit Snowflake nach zwei Jahren verdreifacht. Also im ersten Jahr gibst du ein Euro mit Snowflake aus, im n├Ąchsten Jahr 1,75 Euro. Und wenn das nochmal mal 1,75 rechnet, dann bist du schon bei ziemlich genau 3 Euro. Das hei├čt, wenn ich heute mit dieser Marketing-Effizienz Geld akquiriere, da ist nat├╝rlich jetzt das Upselling mit drin theoretisch in der Magic Number. Das kann man nicht auseinanderrechnen. Das z├Ąhlt wiederum nur intern. Aber du wei├čt eigentlich, dass der Umsatz von heute in zwei Jahren dreimal so viel wert ist, wenn sich diese Net-Revenue-Retention fortsetzt. Warum ist die so hoch? Normalerweise ist eine gute Net-Revenue-Retention ├╝ber 125% oder ├╝ber 130%. Also dass der Kunde 30% mehr ausgibt im Vergleich zum Vorjahr oder die Kunden. Der ist bei Snowflake so hoch, weil sie kein SaaS-Modell sind. Also ich zahle nicht f├╝r irgendeine Subscription oder ein Paket, sondern sie sind ein Consumption-Based-Modell. Ich zahle sozusagen f├╝r gehostete Daten und Abfragen und Rechenzeit in der Cloud. Und es ist ja nun mal so, dass wenn ein Gorillas ist zum Beispiel, ich glaube Gorillas nur als Beispiel, also irgendeine schnell wachsende junge Company, ist Snowflake-Kunde. Und wenn die im ersten Jahr damit anfangen und sie verdoppeln die Anzahl der Filialen zum Beispiel oder die Anzahl der Kunden, kann ja auch ein ganz anderes Business sein, dann hast du automatisch mehr Daten, mehr Anfragen, die du machst. Du hast mehr Stakeholder, also mehr Data Analysts, mehr Marketer, die die Daten brauchen, mehr Leute im Finanzwesen, die die Daten brauchen. Das hei├čt, die Komplexit├Ąt der Daten erh├Âht sich einfach durch das Altern der Firma. Und dadurch m├╝ssen diese Consumption-Based-Fees eigentlich dauerhaft weiter hochgehen. Ich sage nicht, dass die ewig bei ├╝ber 170 bleiben. Das w├Ąre utopisch. Das ist zu gut. Aber das ist sozusagen das Geile an Snowflakes Gesch├Ąftsmodellen, warum sie meiner Meinung nach, und bei Munday war es ganz ├Ąhnlich, die hatten auch so eine fette Expansion, warum die mit Vollgas, und die m├╝ssen wir noch hart am Wind segeln, weil w├╝rdest du dir eben anschauen, wie sich diese Kundenkohorten entwickeln, dann w├╝rdest du dir links und rechts eine scheuern in zwei Jahren, wenn du nicht mehr Geld ausgegeben h├Ąttest, wenn du siehst, wie gro├č diese Kunden geworden sind, die du dieses Jahr akquiriert hast. Ja, das ist eine Zwischenfrage.
Ich glaube genau, dass das der Punkt ist, warum ich nicht an Snowflakes glaube. Und ich glaube, dass die NAA in den kommenden Quartalen immer weiter nach unten geht. Weil die Leute, also die sparen, also aktuell sehen wir jetzt Layoffs. An was spart die Firma noch? Marketing. Und das Dritte sind meines Erachtens Daten plus, in deinem Beispiel, haben wir letzte Folge, glaube ich, dar├╝ber gesprochen, werden wir sehen, dass Firmen sich auch zusammenlegen. Und ich glaube, es wird immer weniger. Ich glaube, f├╝r Snowflake wird es immer schlimmer. Und ich pers├Ânlich finde die Firma auch spannend, habe das Produkt auch mal genutzt vor Jahren, aber ich w├╝rde halt echt bei denen noch warten. Und ich glaube, dass die jetzt so im zweiten, dritten, also ja, in den n├Ąchsten zwei Quartalen eher Probleme bekommen. Und man dann sieht, okay, da wird auch gespart.
Ja, sind super wichtige Punkte, die du machst. Also ich w├╝rde dem fast uneingeschr├Ąnkt zustimmen. Das sind definitiv Dinge, die relevant sind. Und das ist mit Ansicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch der Grund, warum die NAA das erste Mal jetzt wieder ein bisschen runter geht, nachdem sie konsequent gestiegen ist. Ich glaube, Firmen werden datensparsamer werden. Sie werden fr├╝her mal Daten wegschmei├čen, um Geld zu sparen. Es werden weniger Menschen in der Lage sein, Abfragen zu machen. Die darunter liegende Wirtschaft w├Ąchst langsamer. Firmen werden konsolidiert. Alles total schl├╝ssig, wie du das machst, bin ich bei dir. Die Frage ist jetzt aber, glaubst du, dass deswegen die NAA unter 130, unter 150 oder unter 170 geht? Ich glaube, die wird unter 170 gehen. Ich glaube nicht, dass sie unter 150 gehen wird. Sozusagen, dass du 50 Prozent mehr Daten ger├Ątst, glaube ich schon.
Aber selbst wenn sie unter 150 ist, ist sie, also das Kleinste, was wir hier auf der Liste, auf dem Sheet haben, ist 158.
Genau. Also wo ist das? Das ist auch schon Bar Sana, glaube ich.
Nein, nein, das ist hier. Das ist der Q2 2021.
Ach so, du meinst bei Snowflake selber. Da ist der minimale Weg 158.
Und wir werden bei Snowflake jetzt wahrscheinlich sehen, dass es so gering ist, wie es maximal einmal war oder sogar drunter. Also meine Wette w├Ąre, dass sie...
Ich sehe 160.
Ich sage unter 185 in den n├Ąchsten drei Quartalen.
Unter 185?
Unter 158. Siehst du, der Typ mit den Zahlen drehen.
Ja, ne, aber dann sei auch bold. Die Frage ist, geht es unter 150?
Ja, unter 150. Das glaube ich nicht.
In den n├Ąchsten drei Quartalen. Aber es wird in die Richtung gehen. Das ist vollkommen richtig. Aber nochmal nur als Ma├čstab. Bei 130 bekommt David Sacks einen St├Ąnder. 130 ist ein absoluter SaaS-Topwert. Das ist der Zielwert, aber den schaffen ganz wenige. Ich glaube, dass sie nicht unter 150 gehen. Aber dann wird es problematisch, weil dann... Die Revenue-Entwicklung ist ja direkt an diese NRA, also die Expansion Rate des Revenues, gekoppelt. Das wirst du sofort auch topline sehen. Und das siehst du ja auch, dass von 102 im Vorgquartal das Wachstumnetz auf 84 runtergeht. Und sie selber vorkasten, wie gesagt, um die 65, 66. Das hei├čt, sie haben eigentlich schon 10, 20% weniger Revenue-Expansion da reingerechnet. Aber was nicht passieren wird, ist, dass jetzt die Digitalisierung aufgehalten wird und dass Daten verschwinden oder so. Oder es weniger Daten. Im Gegenteil. Es werden sicherlich auch mehr Zahlen gecruncht. Aber ich bin dabei. Alle Effekte, die du nennst, sind richtig. Und die muss man in Betracht ziehen. Und man darf auf keinen Fall mit dieser Traum-NRA weiterrechnen. Das w├Ąre stupide. Und deswegen ist dein Hinweis total gut.
Das Letzte, was mir in der Firma nicht gef├Ąllt, ist, dass das Management, vor allem der CEO, sich da einfach die Taschen so mega voll mitmacht. Aber das ist eher so Neid oder Greed oder was auch immer.
Aber ganz ehrlich, wenn du nicht in die Firmen investierst, die den reichsten Menschen geh├Âren, dann hast du viele gute Firmen verpasst. Der hat halt f├╝r seinen Investor eine 40-Milliarden-Firma geschaffen. Also aus echt wenig. Diese Super-Pays oder diese hohen Sal├Ąre-Gehalter entstehen ja haupts├Ąchlich durch, dass die Optionen bekommen. Und die hat er vielleicht mal vor drei Jahren bekommen, als Salesforce noch eine Private Company war und keine 5 Milliarden wert. Und jetzt ist die halt 10 Mal so viel wert. Dann ist dein Compensation-Package halt 10 Mal so viel wert. Das war ja beim Team-Viewer-Typen auch so der Fall zum Beispiel.
Und was ist dann passiert?
Ja, klar, beim Timing kann man da falsch liegen oder als CEO dann eben richtig. Aber man muss sich immer fragen, wie kommt dieses Geld zustande? Es ist nicht so wie bei Andrew Jassy, dass der w├Ąhrend Amazon sich nicht bewegt 212 Millionen sich genehmigen l├Ąsst von der Hauptversammlung. Sondern es ist eher, weil er performt hat, ist sein Aktienpaket so wertvoll geworden.
Auf der anderen Seite hat er ein IPO gemacht und seitdem alle, die damals beim IPO reingegangen sind, haben ihr Geld halbiert.
Ja, aber dein Gehalt kriegst du vor allen Dingen, also die Wertentwicklung der Optionen hast du bekommen f├╝r das, was du bis dahin gemacht hast. Klar, lass uns einen Tab weitergehen. Das muss man auch mal sagen, viele andere Tech-Stocks sind mehr unter Wasser. Also ich will jetzt nicht von relativer St├Ąrke reden, das w├Ąre ein bisschen ├╝bertrieben. Aber Snowflake ist nicht, daf├╝r dass sie eine der brutalsten und wertesten waren, sind sie, Sekunde, ja sie haben nicht zwei Drittel verloren, vom IPO nur die H├Ąlfte. Das ist kein tolles Ergebnis.
Und der CEO tr├Ągt noch Schuhe, von daher kann es nicht so schlecht sein.
Und ich bin mir 100% sicher, dass diese Firma in zehn Jahren noch existieren wird, im Vergleich zu vielen anderen. Das maximal schlechte Szenario ist jetzt, die Revenue Retention geht unter 150 runter, damit geht das Wachstum auch Richtung 40. Sie generieren aber trotzdem Cash, dann hast du im schlimmsten Fall, hast du das Problem, dass du halt irgendwie 8-9% verw├Ąssert wirst im Jahr. Das ist nicht geil, aber da verlierst du nicht die Firma und die geht nicht pleite. Die kann sich immerhin refinanzieren und zwar die kann einfach neue Aktien rausgeben und dann kann sie auf 34 mal Umsatz sich neues Geld holen. Deswegen geht die nicht pleite. Mit einem 34 fahren ist Innumsache, das ist ja das Problem, dass sie eben so hoch bewertet ist. Aber die kann sich immer wieder rekapitalisieren am Markt. Das ist mir ziemlich lieber als in irgend so eine DTC-Bumsbude oder Fake-Essen-Quatsch zu investieren, die durch das Geld durchbrennen und bei jedem verkauften Produkt irgendwie Geld verlieren.
Ich warte, bis sie sich nochmal halbiert und dann kaufe ich vielleicht.
Was man halt immer schauen muss, ist dieser Free Cash Flow, der entsteht, ob der eben nicht 100% von den Stock-Based Compensation kompensiert wird, im wahrsten Sinne des Wortes. Dann ist es wieder eine Bierdeckelrechnung oder wie wir es nennen wollten. Also hier ist es tats├Ąchlich so, dass die Stock-Based Compensation ist ungef├Ąhr 160 Millionen. Das Ergebnis ist minus 160. Also eigentlich w├Ąre man fast profitabel, also ohne Stock-Based Compensation, aber so sollte man es eben nicht rechnen, w├Ąre man profitabel nach Gap fast. Aber der gr├Â├čere Fehler w├Ąre es, jetzt hier das Geld nicht auszugeben. Wie gesagt, wenn du morgen drei Euro bekommst, also wenn du heute einen Euro ausgibst und sie bekommen, also so muss man es nochmal formulieren. Sie geben heute einen Euro f├╝r Marketing aus, sie kriegen 750, oder sie geben eine Million f├╝r Marketing aus, sie kriegen 750.000 in Jahr 1 zur├╝ck, sie kriegen 1,75 Millionen im Jahr 2 zur├╝ck und sie bekommen drei Millionen im Jahr 3 zur├╝ck. Du sagst mir, die sollen jetzt Geld sparen. Also hast du nicht gesagt, aber die Leute, die das kritisieren, sagen, ich soll das nicht machen. Ich kann insgesamt f├╝nf Euro f├╝r einen Euro tauschen innerhalb der n├Ąchsten drei Jahre. Und dann sagt mir jemand, die Firma verw├Ąssert so sehr ihre Aktion├Ąre. Ey, wenn die das doppelt so schnell machen k├Ânnen, d├╝rfen sie mich gerne doppelt so schnell auch nochmal verw├Ąssern. Aber das ist Free Money w├Ąre ├╝bertrieben. Aber ich glaube schon, ich glaube, dass die Firma sehr teuer ist, aber ich glaube auch, dass sie auf einem krass guten Trajectory f├Ąhrt.
Und Splunk, eins weiter in unserem Sheet.
Genau, Splunk macht Server Monitoring, wenn du nicht den Elastic Logstash Kibana nutzt, sondern irgendwie anders die Prozesse und Logfiles deines Servers crunchen willst, dann baut Splunk da was und befindet sich in so einer Transition vom Lizenzmodell zum Cloud SaaS Modell. Deswegen wird das immer einzeln ausgewiesen als Cloud Services License und Service Revenue. Das Service Revenue bleibt mehr oder weniger flat. Das kann man auch irgendwie, das hat eine Marge von, Sekunde, das hat eine Marge, aber keine gro├če, hat ungef├Ąhr 50% Marge des Service Revenue. Das Lizenz Revenue hat eine brutale Marge von 99%, weil die Software quasi nicht mehr gro├č weiterentwickelt wird, aber Lizenzgeb├╝hr und Einfall, die Gross Margin ist 63%. Die f├Ąllt nicht, die steigt, aber sie ist erst 63%, aber sie steigt immerhin weiter. Und der Cloud Umsatz, der steigt mit 66%. Das war besser als erwartet. Die Aktie hat, glaube ich, gut darauf reagiert. Die machen es, eine der wenigen Companies, die eine Milliarde Runrate nur mit dem Cloud Gesch├Ąft machen. Insgesamt machen sie fast drei Milliarden Umsatz, aber allein das Cloud Gesch├Ąft, und damit werden sie eigentlich bewertet, macht rund eine Milliarde. Und das w├Ąchst, wie gesagt, mit 66%, das ist ganz gut, aber die operative Marge nach Gap ist auch noch minus 43%. Aber auch hier, Free Cashflow nach Non-Gap ist 20% im Plus, also man generiert Geld, auch ├╝ber die letzten vier Monate, vier Quartale sind es 185 Millionen, die dabei abgefallen sind. Man wird negativ verw├Ąssert, also es werden Aktien zur├╝ckgekauft. Das hei├čt, theoretisch wirst du durch die Stock-Base-Compensation diluted, aber sie kaufen auch wieder Aktien zur├╝ck, deswegen sinkt die Anzahl der Aktien tats├Ąchlich. Und diese Transition scheint ihnen ganz gut zu gelingen eigentlich. Da ist jetzt eher die Frage, was ist einem das wert? Und eigentlich muss man, also ich w├╝rde es jetzt so modellieren, dass ich den Rest des Gesch├Ąfts mehr oder weniger mit sehr wenig Geld, ein, zwei Milliarden bewerte, und dann versuche nur, auf das Cloud-Revenue abzustellen. Die sind ├╝brigens schon 16,5 Milliarden, 17 Milliarden wert, oder Enterprise-Value ist 17 Milliarden. Sechsmal Umsatz, daf├╝r wachsen sie insgesamt, obwohl das Cloud-Revenue w├Ąchst ja mit 66. 16 mal Sales bei 66 Prozent kann man machen. Aber es ist relativ fair bewertet wahrscheinlich. Das Problem ist so ein bisschen, dass die Kunde, obwohl doch die Kosten erhalten sie jetzt relativ stabil, weil bisher war das Problem, dass mit dem Umstieg die Kosten auch sehr stark mitgestiegen sind. Die haben sie jetzt aber besser im Griff inzwischen. Das hei├čt, da wird sich auch ein Operating Leverage ergeben bald. Und dann sollte auch die operative Marge wieder deutlich besser werden. Eigentlich ganz gut. Ich w├╝rde es nicht in die Top, am unteren Ende der Top 20, w├╝rde ich es gleich sehen so. Der Top 20 SaaS-Stocks. Auch definitiv eine Firma, die ├╝berleben wird. Wie gesagt, die ganzen Legacy-Produkte haben sehr, sehr gute Margen. Und das Cloud-Business w├Ąchst eigentlich. F├╝r sich genommen w├Ąre es eines der schnellsten wachsenden Cloud-Businesses. Und auf einer Milliarde Run-Rate. Da gibt es nicht so viele Companies. Gibt es jemand, der das kaufen k├Ânnte? Server Observability? Eigentlich nicht wirklich.
Die gro├čen haben es doch alle, oder? AWS, Google, Microsoft.
Ja, genau. Kein ├ťbernahmekandidat, glaube ich.
Auf unserer Liste haben wir hier so ein paar chinesische E-Commerce-Player. Sollen wir die noch besprechen oder streichen wir die von der Liste?
Ich w├╝rde derzeit nicht in China investieren, ehrlich gesagt. Die E-Commerce-Titel Alibaba und JD und so weiter, wo ich glaube, Pindudu kommt heute erst, haben eher entt├Ąuschend abgeliefert. Ansatzen finde ich albern. Mein Gef├╝hl ist, dass das in zwei, drei Jahren genauso endet wie Russland. Das ist ein bisschen wie mit der Patek Philippe-Uhr. Du besitzt diese Aktien nicht, sondern du bewahrst sie nur f├╝r die Kommunistische Partei von China. Und ob die dauerhaft handelbar sein w├╝rden, sehe ich noch nicht. Der Sanktionskrieg mit China wird wahrscheinlich nicht so hart sein. Aber wer Risiko liebt, kriegt da super g├╝nstige E-Commerce- und Software-Titel. Aber in Russland sieht es ja gerade ganz gut, wie cool das sein kann, wenn du deine Aktien nicht mehr handeln kannst und Tinkoff 99 Prozent des Wertes verloren hat und du nicht wei├čt, ob du die Aktie jemals wieder einl├Âsen kannst. Und dein CEO sich in London versteckt, weil er auf der Todesliste von Putin steht. Und einer deren n├Ąchsten f├╝nf Oligarchen wird die mysteri├Âse Weise dieses Jahr starten. Ich w├╝rde sagen, wir sparen uns die Zeit. Wir k├Ânnen China-Seelsorge-Corner im Discord machen. Dann k├Ânnen sich die China-Afficionados und weiblichen Fans da selber gern dar├╝ber unterhalten, was ihre Kommunistischen Aktien machen.
Dann Setscaler.
Setscaler hat gut, glaube ich. Achso, ich bin noch schuldig geblieben. Snowflake wurde insgesamt eher schlecht aufgenommen vom Markt, weil das Ergebnis dann eben doch noch nicht so gut war, was untergeblieben ist und weil der Ausblick auf das Wachstum eben nicht so grandios war. Setscaler ist eine Security-Company. Die haben ihren Umsatz um sehr genau 62,6 Prozent auf dem Niveau der Vorquartale gesteigert. Also wachsen auch sehr schnell 62 Prozent noch. Sie haben eine sehr gute Rohmarge, 77,7 Prozent. Die operativen Kosten, die haben ein verschobenes Gesch├Ąft, wachsen allerdings auch noch sehr schnell. Deswegen bleibt die operative Marge bei minus 30 Prozent noch. Ein bisschen enger wird sie, aber nicht wirklich schnell. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie sogar auseinandergegangen. Also verbrennen sie relativ gesehen mehr Geld. Auch hier ist aber der Operating Cashflow positiv, sogar brutal. Also 76 Prozent dieses Umsatzes, von diesem Quartal zumindest, wurden in Cash umgewandelt. Nach Non-Gap ist man ungef├Ąhr 10 Prozent im Plus. Zusammen mit dem Wachstum ergibt sich dann auch eine sehr gute Rule of Forty von ├╝ber 80. Wenn man jetzt tats├Ąchlich den Cashflow nehmen w├╝rde, sogar 140. Aber der Cashflow schwankt halt immer auch sehr stark. Das ist schon eigentlich sehr gut. Ich w├╝rde vermuten, die traden darauf 30 mal Sales oder so. Das ist wahrscheinlich eher das Problem bei Set Scaler. Sekunde. Oh, 20 mal Sales nur. Genau, sehen wir da irgendwas Schlechtes? Magic Number ist 0,65. Nicht perfekt, aber so ungef├Ąhr in dem Bereich lagen sie immer. Die Marketingquote ist bei 67. Das ist hoch, macht bei dem Wachstum auch Sinn. Net Expansion ist 125 Prozent. Das ist nicht gro├čartig, aber eben ganz gut schon. Gewinn neue Kunden. Und da ist glaube ich der Vorteil, da k├Ânntest du jetzt auch sagen, da entsparen. Das ist wieder Software, da werden die Leute jetzt genauer drauf schauen. Und ich k├Ânnte mir vorstellen, dass Security der Bereich ist, an dem man nicht gespart wird, ehrlich gesagt. Also du k├Ânntest, wenn du eine marktneutrale Rendite haben willst, k├Ânntest du sagen, du machst Security Long und andere SaaS-Titel Short. In der Hoffnung, dass wenn du recht hast und die Leute jetzt alle anfangen, an Software zu sparen, dann sollte das Segment es ein bisschen schwerer haben. Aber vielleicht ist Security das Segment, was am wenigsten davon betroffen ist, weil es wird jetzt niemand sagen, wir sparen jetzt mal hier die Security-L├Âsung ein, um Geld zu sparen. Das k├Ânnte im Nachhinein n├Ąmlich relativ dumm sein.
Genau, au├čer jede zweite Firma geht pleite.
Aber eigentlich sieht es alles gut aus. Du kannst auch an den Billings und Deferred Revenue schon ganz gut wieder absehen, dass auch die n├Ąchsten Quartiere, die geben dir so ein bisschen Aufschluss ├╝ber den zuk├╝nftigen Umsatz. Und das sieht so aus, als w├╝rde es auch da weiter hochgehen. Von daher finde ich SetScaler einer der Besseren. Mit CrowdStrike und SentinelOne eigentlich einer meiner und Paloalto Networks f├╝r die konservativeren Anlegerinnen. Auch sind es meine Lieblings-Security-Titel. Finde ich gut. Bin aufgeruht mit den Ergebnissen. Der Markt hat es, glaube ich, gut aufgenommen.
Und wie sieht es mit Farfetch aus?
Genau, Farfetch, k├Ânnen wir mal reinschauen. Das fandst du mal gut, ne? Warst du nicht so ein Farfetch-Fan?
Ja, ich habe so einen Modefreund, der mal zu mir meinte, Farfetch ist die Zukunft.
Was k├Ânnte denn das Problem von Farfetch gerade sein? China! Was k├Ânnte das zweite Problem von Farfetch sein? E-Commerce! Was k├Ânnte das dritte Problem von Farfetch sein? Keine Kohle mehr! Russland! Ja, stimmt. Also China, Russland weiterhin ein Problem logischerweise f├╝r Farfetch. Plus E-Commerce-Depression. Was hei├čt Depression? Also Bounceback oder wie auch immer, Ratchet, wie auch immer man das nennen m├Âchte. Das Zur├╝ckknallen von denen der Corona-Sonderkonjunktur. So oder so, man konnte das GMV, das ├╝ber die Plattformen verkaufte Apparel, na die Kleidung um 2% steigern nur immerhin. Aber wie gesagt, das ist ein relativer Gewinn von Marktanteil gegen├╝ber dem Gesamtmarkt h├Âchstwahrscheinlich. Selbst wenn man nur 2% steigt, der Gesamtmarkt ist zur├╝ckgegangen. Daraus hat man 6% mehr Umsatz gemacht, also sogar noch ein bisschen mehr Take Rate geholt, beziehungsweise hat man mehr Eigenumsatz gemacht, nee hat man nicht, also genau mehr Take Rate. Der Gross Profit, das ist relativ beeindruckend, stabil geblieben mit 45%. Also sie mussten nicht irgendwie mehr Rabatt rausgeben, sondern die Gross Profit Margin ist relativ stabil geblieben gegen├╝ber dem Vorjahr. In allen Segmenten auch. Das hat mich ├╝berrascht. Wir haben das gerade gut gesagt, schlecht lief vor allen Dingen ihre eigene Brand-Plattform. Die hatten ja mal Off-White gekauft und so ein paar eigene Labels gemacht. Und die laufen jetzt im Zweifel am schlechtesten. Die Digital-Plattform w├Ąchst eigentlich noch ganz gut. Die Zahlen wurden sehr, ich glaube sie sind 15% her, FTC, ja ist das k├╝rzer, Sekunde. Ja sind Pre-Market 6% im Plus immerhin. Die Zahlen werden relativ gut aufgenommen. Ich glaube man hat Schlimmeres erwartet ehrlich gesagt, wegen China und Russland und E-Commerce. Insgesamt hat Farfetch allein dieses Jahr 75% verloren, auf Sicht eines Jahres auch 4,5% also 80%. Das ist jetzt keine Aktie, der es besonders gut geht. Auch da muss man langsamer auf das Cash gucken ehrlich gesagt. Wobei das Q1 bei denen immer relativ Cash-intensiv ist, deswegen ist der Outflow jetzt ein bisschen h├Âher. Aber die sind noch nicht profitabel und verbrauchen noch ganz ordentlich Cash. Von daher schwer. Achso und dann habe ich noch einen Nachtrag zu Fashion, wo wir gerade dr├╝ber reden. Und zwar hatte ich aus eigener Dummheit bei About You letztes Mal die Pr├Ąsentation nicht gefunden. Deswegen habe ich nur aufgrund der Pressemitteilung hier rumpalabert. Nicht gefunden habe ich das, weil ich die ganze Zeit nach der Q1 Pr├Ąsentation gesucht habe. Und mich gewundert habe, warum es die nur vom letzten Jahr gibt. Aber About You hat ja ein verschobenes Gesch├Ąftsjahr. Und deswegen h├Ątte ich nach Q4 suchen m├╝ssen, weil sie sich gerade im Q4 befunden haben. Bis zum Februar wahrscheinlich. Und das Bild ├Ąndert sich jetzt eigentlich nicht so stark w├╝rde ich sagen. Also richtig bleibt, dass das TME, also das Software Revenue nicht mehr ganz so schnell w├Ąchst im Q4. Das wiederum liegt daran und das erkl├Ąrt aber die Pr├Ąsentation ein bisschen besser. Das liegt daran, dass es in dem TME Modell zwei Bestandteile gibt. Das eine ist die echte Scale Plattform. Also das ist sozusagen echtes SaaS Revenue. Und dann gibt es eben sozusagen Commerce Adjacent Services. Teilweise auch innerhalb der Gruppe. Und was man verstehen muss, ist, dass die ├Ąhnlich wie Snowflake ein Consumption Based oder Take Rate Based Business haben. Das hei├čt, die nehmen Teil des E-Commerce Volumens als Geb├╝hr. Es ist auch SaaS, aber nicht nur SaaS. Sondern es ist ein SaaS Business und oben drauf bekommst du Teile. Eine kleine Take Rate an dem ├╝ber die Plattform verkauften Volumen. Und die ist nat├╝rlich mit der E-Commerce Depression so ein bisschen runtergegangen bei den externen Partnern. Und das erleiden sie dann quasi auch als, nicht Verlust, aber als Umsatzr├╝ckgang. So wie Shop, kann man sehr gut mit Shopify vergleichen. Die haben ja die Subscription Revenue. Das hast du in Scale, aber du hast auch eben so eine Art Merchant Solutions, wo du halt am Umsatz beteiligt bist. Und das so wie das bei Shopify stagniert ist, w├Ąchst das auch hier langsamer. Es stagniert noch nicht, aber es w├Ąchst langsamer. Vor allen Dingen auch zum Vorquartal. Was wir gesagt haben ist trotzdem richtig, aber als Erkl├Ąrung sozusagen des Effekts dient das nochmal. Was man schon sagen muss ist, dass auf Gesamtjahressicht ist Scale halt, also Scale Segment 90% gewachsen und 38% Rohmarge. Das w├Ąre dann, oder Adjusted Ebitda ist das, nicht Rohmarge, Adjusted Ebitda Marge. Wenn du jetzt darauf basierende Rule of Forty rechnen w├╝rdest, w├Ąre das eben 128. Das w├Ąre der vorliegende Rule of Forty. Aber das letzte, das Q4 ist eben schon deutlich schlechter. Das hei├čt die Verlangsamung sehe ich trotzdem. Die k├Ânnte sich dann aber auch wieder aufl├Âsen, wenn E-Commerce so ein bisschen zur├╝ckbounced. Und das andere, was vielleicht noch ganz wichtig ist, die machen ja ├╝ber das Jahr irgendwie so 50 bis 80 Millionen, glaube ich, an negativen Ebit. Auch da gucke ich lieber mal, bevor ich Quatsch erz├Ąhle. Ebitda, letzte vier Quartale ist 95 Millionen sogar. Da muss man aber dazu sagen, das weisen sie auf Folie 8 oder 9, auf Folie 10 ganz gut aus. Das sind eigentlich 100 Millionen davon, also mehr als dieses negative Ebit, sind Investitionen in die Nordics und S├╝deuropa, also neue M├Ąrkte. Theoretisch w├Ąren sie also nicht nur in Deutschland, sondern auch in den bestehenden M├Ąrkten eigentlich relativ profitabel sogar. Und die Investitionen in die neuen M├Ąrkte, das sieht man wiederum in der Folie 9, die ich damals eben auch noch nicht kannte, als ich dar├╝ber gesprochen habe, entwickeln sich diese M├Ąrkte relativ gut f├╝r About You. Das hei├čt, es w├Ąre dumm, diese Investitionen nicht zu machen. Das wird jetzt an der B├Ârse gerade ├╝berhaupt nicht gutiert nat├╝rlich. Langfristig ist das, aber ich will es jetzt nicht mit Snowflake vergleichen, aber auch das ist wahrscheinlich kalkulierbares Revenue, was ├╝ber die n├Ąchsten 36 Monate reinkommt, was du vergleichsweise g├╝nstig einkaufen kannst. Gerade, und es w├Ąre dumm, diese Investitionen nicht zu machen. Von daher ist es wahrscheinlich richtig, dass About You da weiter investiert und deswegen auch Ebit negativ bleibt. Das Ebit ist aber eigentlich sehr klar an Investitionen in den neuen M├Ąrkten gebunden, w├Ąhrend man wiederum sagen kann, dass die Scale-Plattform eben brutal Ebit abwirft schon. Und da muss man eben schauen, wie skalierbar sie wirklich ist. Da w├╝rde ich trotzdem nicht ein Fragezeichen, aber sozusagen ein Beobachten Posted neben kleben, ob das jetzt eher Richtung 40 Prozent oder eher Richtung 80 Prozent geht vom Wachstum des Softwaregesch├Ąfts. Das ist aber auch so ein bisschen die Gefahr bei dem volumenbasierten Modell. Das hei├čt ja auch, du w├Ąchst dann eben nur so schnell wie die Kunden. Es sei denn, du gewinnst immer wieder Kunden dazu. Dann kann es fast exponentiell ein bisschen werden, weil du dann mit den Kunden w├Ąchst und mit den Neukunden, mit den neuen Sign-Ups f├╝r die Plattform oder den neuen Onboardings auf der Plattform. Aber das muss man sich eben sehr genau angucken. Aber die zwei Punkte wollte ich noch mal machen.
Und wenn wir schon bei About You und damit bei Otto sind, eine Frage von Markus. Der hat herausgefunden oder gelesen, dass das Family Office von Otto gemeinsam mit Oaktree wohl die deutsche Euro-Shop AG kauft oder ├╝bernimmt. Also Brick and Mortar, Verkaufsfl├Ąchen, Shopping Center. Warum machen die das? Siehst du da irgendein strategisches Rational? By the dip oder glauben die, dass E-Commerce jetzt vorbei ist und wir alle wieder in Shopping Malls gehen? Oder machen sie Coworking Spaces daraus, Hotels, Urban Farming?
Also die deutsche Euro-Shop ist eine mittelgro├če Mall-Betreiberin. Hat in Hamburg, glaube ich, in Norderstedt oder Bildstedt, bei Berlin das A10-Center in Wildau, ich glaube insgesamt 20 Objekte. Ich glaube nicht, dass das hei├čt, dass Otto jetzt massiv an die Renaissance der Mall oder das Einkaufszentrum glaubt, denke ich. Aber es ist schon so, dass man auch in schrumpfenden Businesses Geld verdienen kann. Und gerade wenn ein Market in decline ist, also wenn er nicht mehr gro├č w├Ąchst, dann kommt es eben noch mehr zu Konstruktion. Ich glaube, Alexander Otto hatte schon, das ist der, der die ECE, also die Mall-Sparte der Otto-Familie verantwortet, hatte schon 20% an der Euro-Shop. Und die wollen es jetzt erh├Âhen quasi, zahlen daf├╝r eine Pr├Ąmie. Es gibt durchaus Leute, die sagen, die Pr├Ąmie ist nicht gro├č genug. Also die deutsche Euro-Shop wurde in den letzten zwei Jahren ├╝ber Corona sehr verpr├╝gelt. Letztlich kaufen die die jetzt f├╝r unter dem Kurs von vor zwei, drei Jahren. Also das ist ganz gut. Die Frage ist, was sind jetzt die Skalen-Vorteile, wenn du mehrere Malls hast? Du kannst mit den Expansionsb├╝ros der Retailer nat├╝rlich sagen, hast mehr Marktmacht, kannst effizienter verhandeln. Ob es gro├če andere Vorteile gibt, glaube ich, ehrlich gesagt eher nicht. Aber Konsolidierung ist sozusagen auch in sterbenden Industrien oder in Industrien, die stagnieren oder im leichten R├╝ckgang sind, nicht besonders. Ich w├╝rde nicht sagen, dass da jemand an den Turnaround bei Malls glaubt oder nochmal ein ganz neues Konzept f├╝r diese Malls im Kopf h├Ątte. Und die sind tendenziell auch eher auf der gr├╝nen Wiese, als dass sie, Sekunde mal, die sind jetzt auch nicht Innenstadt-lastig, dass du sagst, du baust da jetzt eine stehende Welle rein oder was auch immer. Die sch├Ânen Beispiele sind so. Also Hamburg ist zum Beispiel Ph├Ânix Center, wei├č nicht, ob du das kennst, irgendwo im S├╝den. Bildst├Ądt Center, genau, und Herold Center in Norderstedt. Dann irgendwas in Wolfsburg, City Galerie, Rathaus Center, Dessau, Altmarktgalerie, glaube ich, in Dresden, genau. Das w├Ąre relativ zentral. Ich glaube, dass die einfach unterbewertet war, weil da vielleicht eine ├ťbertreibung nach unten stattgefunden hat, dass alle Malls wirklich so brutal aufgegeben haben, dass man gesagt hat, man kann die jetzt gut einsammeln und konsolidieren. Die Rendite ist ja relativ prognostizierbar. Du kannst irgendwie, letztlich ist es ja ein Immobilienplay. Du wei├čt, wie viel Geld da reinkommt, sofern die K├╝ndigung nicht noch mehr, vielleicht merken sie selber in den ECE-Centern, dass jetzt auch wieder Gesch├Ąfte zur├╝ckkommen oder neue Konzepte da reingehen. Ich glaube nicht, dass es zwangsl├Ąufig hei├čt, dass man an eine Renaissance der Mall glaubt, das w├╝rde mich wundern, sondern eher, dass es ein relativ k├╝hl durchgerechnetes Finanzgesch├Ąft ist, dass man den niedrigen Kurs nutzt, das jetzt relativ g├╝nstig einzusammeln und damit gr├Â├čer zu werden, damit effizienter, m├Ąchtiger. Wenn man organisch nicht mehr wachsen kann, also dass die Malls jetzt ihren Umsatz j├Ąhrlich noch um 5% steigern, das glaube ich sehr unwahrscheinlich. Aber wenn man es eben aus dem organischen Wachstum nicht mehr hinbekommt, dann kann man es eben ├╝ber Zuk├Ąufe machen und dann w├Ąchst die ECE oder das Mall-Portfolio der Otto-Gruppe dann eben doch weiter. So w├╝rde ich es einordnen, aber ich bin kein Experte f├╝r Commercial Real Estate.
Amazon scheint sich jetzt auch fit zu machen, dass sie ein bisschen Geld sparen und vielleicht das Overhiring und Overspending reduzieren.
Ja, da wurde diese Woche bekannt, dass sie ├ťberkapazit├Ąten, nicht nur sozusagen, dass die die Kosten belasten, sondern dass sie jetzt auch bereit sind, die abzubauen. Die Information hat, glaube ich, als erster berichtet, dass sie in den USA, wir haben dar├╝ber vorher schon mal gesagt, dass da in der N├Ąhe von Schwerin zwei Logistik-Center und wahrscheinlich nicht mehr, oder Fulfillment-Center nicht mehr er├Âffnet werden von Amazon. Insgesamt geht es um 14 US-Locations, die jetzt nicht weiterverfolgt werden und sie vermieten teilweise schon fertig gebaute Fulfillment-Center an andere oder nehmen Untermieter auf f├╝r eine beschr├Ąnkte Zeit. Fairerweise muss man sagen, dass das insgesamt nur 10% der neuen Fl├Ąche ist und damit wahrscheinlich weniger als 2% der gesamten Fl├Ąche, die Amazon bewohnt. Und die Strategie von Amazon war mehr und mehr nicht mehr gro├če Logistik-Zentren zu bauen, sondern kleine Fulfillment-Zentren, die sozusagen immer n├Ąher an den Konsumenten rangehen, um die Lieferzeiten zu verk├╝rzen. Wenn man auf seine Pakete schaut, das sind oft drei Namen von Verteilerzentrum, Logistikzentrum und dem letzten, wie hei├čt das, Distributionszentrum, also das k├Ânnte zum Beispiel ein Flexlager sein oder so drauf. Und dann siehst du eigentlich, dass das immer n├Ąher deinem tats├Ąchlichen Wohnort kommt. Am Anfang ist es immer noch vielleicht Duisburg, Bad Hersfeld oder irgendwo in Polen, aber es kommt dann immer n├Ąher deinem wirklichen Standort. Und das machen sie in den USA genauso und da haben sie jetzt von der dreistelligen Anzahl, die sie gebaut haben in den letzten zwei Jahren, 14 erstmal wieder auf Eis gelegt. Das ist nicht gro├č, aber das zeigt, dass sie jetzt auch nicht sagen, wir leisten uns da die ├ťberkapazit├Ąt, sondern versuchen das ein bisschen einzuschr├Ąnken. Und vor allen Dingen bauen sie halt keine neue jetzt erstmal eine Zeit lang.
Stefan Wenzel hat gerade getwittert, dass es Marktmachtmonopol, Amazon-Doku oder Reportage auf ARD es gibt. Setze ich mal in die Show Notes und schaue sie mir heute Abend an. Was haben wir sonst noch? Oatly macht jetzt Lieferservice. Muss ich jetzt nicht mehr in unser Hausinterne Groupchat reinschreiben, dass ich keine Milch mehr habe, sondern kann jetzt per Oatly mir schnell hier meine Hafermilch bringen lassen?
Ihr habt eine WhatsApp-Gruppe im Haus? Krass, was ist denn das f├╝r eine Kommune? Also als wir letzte Woche am Dienstag dar├╝ber berichtet haben, dass B&M jetzt Kim Kardashian als Hail Mary Pass untervertragen hat, dachte ich das w├Ąre schon ziemlich wack, aber Oatly hat stolz eine Pressemitteilung rausgegeben. Diese Woche, wo du dich echt gefragt hast, was die geraucht haben, Oatly launches one hour delivery in Los Angeles and New York City. Partnering with Reef Kitchens, also ist immerhin nur eine Partnerschaft. Oatly expands to a new distribution channel to ensure that no oatmilk craving in Americas two largest city is left unsatisfied.
Das verstehe ich nicht.
Das klingt nach was, wo man entweder geraucht haben muss oder so kreativ sein muss wie du, um das zu verstehen.
Also eine Stunde bringt halt auch nichts. Der normale Vorgang eines Cappuccinos machen ist ja, du machst den Siebtr├Ąger an, dann erw├Ąrmt die und in der Zeit checkst du, ob du noch alles hast. Die m├╝ssen das schon in 15 Minuten machen oder?
In New York und Los Angeles gibt es ja alles Services daf├╝r. Das ist wirklich, als wenn jemand sagt, was war die Rohmarge bei Oatly? Neuneinhalb oder? B&M war neun. Wir haben nur noch 10% Grossmargin. Gibt es irgendwo ein Business, was Geld noch schneller verbrennt als unseres? Let's go quick commerce. Das scheint die Strategie dahinter zu sein. Also A, wie gesagt, ein Oatly bestellen kann ich mir auch jetzt schon bei einem Gorillas Go Puff oder was auch immer in den USA. DoorDash, Uber Eats, ScrapHub, Postmates. Gibt so viele M├Âglichkeiten. Das einzige, was eventuell sinnvoll erscheinen k├Ânnte, ist, das k├Ânnte nat├╝rlich die Rettung f├╝r ihre Rohmarge sein. Wenn sie wirklich damit ein D2C Business aufbauen k├Ânnen, dann haben sie endlich mehr Marge, weil sie die Handelsmarge mitnehmen. Dann w├Ąre es spannend, aber daf├╝r sind die Warnk├Ârbe bei Milchprodukten. In dem Sortiment befindet sich Frozen Novelty Bars, Eislutscher, dann Eisbecher. Das macht Sinn. Die kosten 7, 8 Dollar, in den USA wahrscheinlich eher 12. Und nat├╝rlich ansonsten die Milch, die Barista Edition und so weiter.
Richtig krass w├Ąre es nur, wenn sie die anderen Partnerschaften beenden w├╝rden und sagen, Oatly gibt es nur noch ├╝ber Oatly.
Aber bei Eis w├╝rde ich fast sagen, Eis hat eine gute Rohmarge. Eis kriegst du wahrscheinlich, wenn du es selber auslieferst, mit 50% Rohmarge ausgeliefert. Und wenn sie die Handelsmarge ├╝berall rausnehmen, dann kommen sie auch wieder auf 50%. Aber die Warnk├Ârbe sind halt so klein, dass du damit mit einem Partner kannst du es vielleicht irgendwie bauen. Aber klingt auch eher verzweifelt. Ich glaube ein D2C Channel zu haben ist schon gut, aber das Problem ist f├╝r fucking Milchprodukte ist es halt echt kompliziert ein erfolgreiches D2C Modell zu bauen. Es sei denn du w├╝rdest die irgendwie in Galloneimern rauskahnen, sodass du mindestens 20, 30 Dollar hast. Aber selbst das w├╝rde knapp werden. Obwohl, das k├Ânnte funktionieren. Wenn du der Produzent bist, h├Ąttest du eine Rohmarge theoretisch drauf. Vielleicht wollen sie auch nur Druck aus├╝ben auf die H├Ąndler, damit die ihn endlich nicht weiter ausquetschen. Aber Oatly ist eher Sekunde, das gab es hier schon auf dem Friedhof. Oatly hat noch sieben Quartale, wenn es gut geht.
Jetzt wahrscheinlich ein Quartal weniger.
Ja vielleicht mit der Partnerschaft, vielleicht hat es gar nicht so hohe CapEx, dass sie da gar nicht so viel bezahlen f├╝r. Der Gamechanger wird es aus meiner Meinung nach nicht, dass es jetzt der Heilsbringer wird f├╝r Oatly. Aber mal sehen, wer m├╝sste jetzt als n├Ąchstes, m├╝sste die Honest Company mit einem neuen Modell rauskommen, um das Schicksal zu kernen.
Und zum Schluss, du hast noch eine Seite gefunden, Defund Dictators, was macht man da?
Das hat mir jemand vom Oslo Freedom Forum, in Norwegen gab es so eine Veranstaltung unter dem Thema Freiheitsrechte. Das w├Ąre mir zu fr├╝h nach der OMR gewesen, ansonsten klang das super spannend. Und da wurde eine Webseite gezeigt, die hei├čt defunddictators.org, k├Ânnen wir auch in die Shownotes packen, wo man sich anschauen kann, wenn du einen ETF hast, wie viel Prozent deines Emerging Market ETFs liegen eigentlich in vollkommen autorit├Ąren Staaten. Also sagen wir bei dem iShares MSCI Emerging Markets ist zum Beispiel 29% China, 3% Russland, 4% in Saudi, Katar und Emiraten, dann gibt es noch Thailand 2%. Und das ist schade, also einerseits ist das glaube ich gut, Transparenz immer gut, die Daten scheinen vern├╝nftig zu sein, das einzige Traurige ist, dass sie wirklich nur welche nehmen, die auch einen hohen Anteil an solchen Staaten haben. In den USA befinden sich in der Auswahl fast nur Emerging Markets ETFs, da ist es aber eben auch besonders pr├Ąvalent, dass die da Exposure haben zu den Schurkenstaaten oder autorit├Ąren Staaten. Es w├Ąre nat├╝rlich noch wertvoller und spannender, wenn sie wenigstens die Top 20 der g├Ąngigsten ETFs aufnehmen und auch den, selbst wenn es da nur 3% sind oder so, m├Âchte ich das ja vielleicht trotzdem wissen. In den Emerging Markets ETFs ist es aber schon so, dass die H├Ąlfte eigentlich immer in autorit├Ąren Staaten liegt. Fand ich aber eine gute Idee, das so transparent zu machen. Es gibt ja immer diese Standardstrategie, mach den MSCI World ACWI oder den MSCI World Core und dann hinzulegst du Emerging Markets, weil die unterrepr├Ąsentiert sind. Da muss einem aber schon klar sein, dass Emerging Markets eigentlich immer 20% Brick hei├čt. Also Brasilien ist Proforma Demokratia, da muss man sich halt auch fragen, wie lange das noch so ist. China, Russland und so weiter, ob man das wirklich m├Âchte, wenn man da einen Emerging Market ETF macht. Das ist nat├╝rlich auch schade, weil da sind nat├╝rlich auch sehr schnell wachsende L├Ąnder darunter. Also in den Emerging Markets ist nat├╝rlich auch Indonesien, Malaysia, Thailand, wie gesagt, eigentlich auch schnell wachsend, Vietnam, aber Vietnam so halb kommunistisch, Thailand mit einem bekloppten K├Ânig, Philippinen, auch nicht ganz sauber, kompetitiv, autorit├Ąr. Kann man mal schnell checken, wie gesagt, es funktioniert eigentlich nur bei Emerging Markets ETFs. Cooler w├Ąre es, wenn sie die popul├Ąrsten ETFs mit aufnehmen, dass man auch sehen kann. Und wenn man sagt, die sind 100% sauber, ist das ja auch schon ein gutes Signal, dann kann man besser schlafen.
Wei├čt du schon, was f├╝r Earnings n├Ąchste Woche noch kommen? Ich habe gerade bei Earnings Whispers geguckt, da ist noch nichts. In unserem Channel auch noch nicht. Wird jetzt nicht mehr so viel, oder?
Ich glaube, wir k├Ânnen mal wieder vern├╝nftige Sachen machen. Also wir holen noch ein paar nach, so C3EI oder so m├╝sste noch, fehlt mir noch pers├Ânlich gerade. Gucken noch ein paar an und ansonsten k├Ânnen wir wieder sch├Ân viele neue Fragen machen und unsere Basics und mal schauen.
Top, also wenn ihr Fragen habt, schreibt uns gerne eine Mail an podcast.doppelg├Ąnger.io.
N├Ąchste Woche gibt es noch ein paar neue Dokutipps vielleicht auch.
Bin gespannt, habt ein sch├Ânes Wochenende, bis dann.
Bis dann, ciao, ciao.