Doppelgänger Folge #161 vom 13. Juli 2022

ūüóāÔłŹ Uber Files Explained | Google ūüíĒ Aufspaltung? | Klarna $6.65 Mrd. ‚¨áÔłŹ Down-Round | ūü§Ě Verdeckter Lobbyismus

Pip nimmt uns mit in ein Rabbit Hole das sich von einem Überblick der Uber Files zu einem Vertiefungskurs in Lobbyismus in Deutschland entwickelt. Wir beleuchten außerdem den aktuellen Stand der endlosen Elon-Kauft-Twitter-Akte und schauen kurz auf Klarna und WeFox.

Philipp Gl√∂ckler (https://twitter.com/gloeckler) und Philipp Kl√∂ckner (https://twitter.com/pip_net) sprechen heute √ľber:

(00:02:15) Twitter x Elon

(00:16:00) Uber Files, Lobbyismus

(01:09:20) Google AdTech Unit

(01:15:50) Konsumenten sparen bei non-essentials

(01:19:20) WeFox

Shownotes:

Praktikant in M√ľnchen: https://www.linkedin.com/in/florian-grewe-0b4724219/

Wie Chamath Palihapitiya 10% der Golden State Warriors kaufte: https://twitter.com/chamath/status/1351377380678332416

UBERFILES

  1. Prof. Dr. Justus Haucap (DICE Consult) zu den Uber Files Vorw√ľrfen: https://twitter.com/haucap/status/1546731143445090304
  2. Oli Samwer vs. Miele auf der CDU #Cnight 2014: https://www.youtube.com/watch?v=i5c3tnCBj8Q
  3. Sponsoren/Partner einer typsischen CDU #Cnight: https://archiv.cdu.de/cnight-2014 https://archiv.cdu.de/cnight-2017

Disclaimer von: https://www.twitch.tv/jastarcon?referrer=raid

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Willkommen im Doppelgänger Tech Talk Podcast, Folge 161, Anfang, Mitte Juli 2022. Pip, ich fange mit einer einfachen Frage an. Was ist der Unterschied zwischen einem Influencer und einem Lobbyisten?
Das ist eine sehr gute Frage. Dass die Target Audience des Lobbyisten oder der Lobbyistin Personen mit politischer Macht sind oder die die öffentliche Meinung stark beeinflussen. Also es können auch Redakteure sein.
Und Influencer m√ľssen ja jetzt immer Werbung oben dr√ľber schreiben oder sagen. Ist das bei Lobbyisten auch so?
Das ist, glaube ich, offensichtlich, dass die irgendjemandem vertrauen. Also ich will nicht... Nee, eigentlich muss man sagen, das m√ľsste viel transparenter sein. F√ľr diejenigen, die angesprochen werden, ist es, glaube ich, einigerma√üen transparent und offensichtlich. Das Problem ist, dass es f√ľr die restliche √Ėffentlichkeit und die B√ľrger nicht transparent ist, was da passiert, ganz oft zumindest.
Wir haben heute eine ganze Menge News von Elon zu Überfalls. Du musst mir ein bisschen erklären, wie dieses ganze Lobbyistenspiel funktioniert.
Wir haben heute einfach zehn Jahre Internetgeschichte f√ľr Leute, die unterm Stein gelebt haben. Die letzten zehn Jahre habe ich beschlossen, bei der Recherche zur Sendung heute bin ich auf viele lustige Anekdoten aus den letzten zehn Jahren gesto√üen.
Du siehst so aus, als ob du heute √ľberhaupt nicht drau√üen gewesen w√§rst.
Ich war heute tatsächlich... Nee, wie soll ich schon draußen gewesen sein? Ich sitze hier seit morgens und bereite den Podcast vor und habe gestern schon angefangen sogar.
Also Geschichten aus dem Rapid Hole k√∂nnte man die Folge auch nennen. Dann lass mal durchstarten. Du hattest Twitter-Aktien, hast vielleicht noch ein paar gedacht, die Transaktion geht durch. Ich meinte von Anfang an, ich glaube das funktioniert nicht so ganz. Jetzt, nat√ľrlich wieder kurz nachdem wir am Freitag aufgenommen haben, hat Elon mit seinen Anw√§lten verk√ľndet, Twitter, ich bin doch nicht dabei. Und eigentlich alles auf die Bots geschoben, oder? Oder dass es nicht genug Informationen √ľber die Bots gibt und dass sie nicht genug Infos geliefert haben?
In meinem Hauptdepot habe ich keine Twitter-Position mehr inzwischen, sondern die musste ich aus Liquidit√§tsgr√ľnden aufl√∂sen, das war opportun, das damit zu tun. Ich habe aber noch in meinem Long-Short-Mini-Depot oder Portfolio eine kleine Position, wo ich immer noch Twitter-Long bin. Nat√ľrlich sieht das gerade jetzt nicht besser aus dadurch.
Disclaimer, es handelt sich hierbei nicht um Anlageberatung. Man sollte aufgrund des Geh√∂rten keine Kauf- und Verkaufsentscheidungen zu Aktien und anderen Wertpapieren treffen. Die beiden Podcast-Hos k√∂nnen die Risikodisposition der H√∂rerInnen nicht einsch√§tzen. Es besteht zudem immer das Risiko eines Totalverlusts. Ihr solltet stets euren eigenen Research machen, um selbstst√§ndig Entscheidungen zu treffen. Solltet ihr dennoch aufgrund der Informationen im Podcast handeln, handelt ihr auf eigenem Risiko und wir k√∂nnen unm√∂glich f√ľr etw√§ge Verluste haften. Alles k√∂nnt ihr auch nochmal auf doppelg√§nger.io-disclaimer nachlesen.
Twitter hat ja darauf auch geantwortet, beziehungsweise Twitter-Bot, dass sie durchaus der Meinung sind, dass er sich an seinen Teil der Vereinbarung halten m√ľsste. Inwiefern, ich wei√ü nicht so richtig, wer ihn da ber√§t, dass er glaubt, dass er durch diese Botsache da rauskommt. Was er unterschrieben hat, ist ein Definite Acquisition Agreement, was nach meinem Verst√§ndnis und der vieler anderen Leute hei√üt, dass man die Company so wie gesehen kaufen m√∂chte. Und eine Etwaigi Due Diligence, wo sowas auffallen w√ľrde, h√§tte man zuvor machen m√ľssen. Das ist nach meinem Verst√§ndnis so, als wenn du zum Gebrauchtwarenh√§ndler gehst und sagst, ich kaufe das Auto wie gesehen. Und dann kannst du nicht hinterher sagen, die √Ėlwanne war defekt. Oder sowas. Oder ich wusste nicht, dass da irgendwie Ameisen im Kofferraum sind. Von daher gehe ich davon aus, dass es noch eine Chance gibt, dass der Deal weiter passiert. Der Markt glaubt, dass ich w√ľrde sagen so 50-50. Der Kurs ist irgendwie ein Drittel, glaube ich, unterm theoretischen √úbernahmepreis. Der tats√§chliche Wert von Twitter w√§re sicherlich noch weiter runter, gerade nach dem letzten Tech-Absturz. Von daher w√ľrde ich sagen, 50-50 ist der Markt. Was man schon sagen kann, ist, dass meiner Meinung nach Elon Musk der Verlierer ist. Im Moment sind beide. Es ist eine Los-Los-Situation. W√ľrde Twitter noch verkauft werden, w√§re Twitter ein Gewinner. Sicherlich, dass sie den Preis erl√∂sen k√∂nnen. In jedem Szenario h√§tte Elon Musk, glaube ich, aber verloren. Weil er der ganzen Welt gezeigt hat, dass er als Gesch√§ftsmann nicht ernst zu nehmen ist. Er ist ein toller Vision√§r, Vordenker. Er war auch schon ein Firmenlenker. Das hat er auch vielfach bewiesen, dass er governance-m√§√üig nicht auf dem Laufenden ist. Es gibt schon positive Aspekte, sicherlich. Aber ich glaube, es ist meiner hanseatischen Instinkte, sagen wir eher, dass es jemand ist, mit dem ich nie wieder Gesch√§fte machen w√ľrde. Das sollte auch jeder andere CEO der Welt eigentlich verstanden haben. Ich glaube, f√ľr die Twitter-Mitarbeiter ist es ein Riesenproblem. Es sind Leute gek√ľndigt. Twitter ist, glaube ich, upside down. Da scheint kein Stein auf dem anderen zu liegen. Es war sicherlich nicht gut f√ľr Twitter jetzt die Phase, das letzte Vierteljahr oder zwei Monate, oder wie lange es war. F√§nde ich schon krass, wie viel Schaden eine Einzelperson anrichten kann. Was ja auch noch albern ist, ist zu sagen, ich wusste nicht mit denen... Er hat ja immer gesagt, die Bots sind seine These, was er zuerst fixen will an Twitter. Wenn es nur ein 5%-Bot-Problem g√§be, dann h√§tte er nicht gesagt, hier, das ist das Problem, was ich zuerst l√∂sen w√ľrde. Dann h√§tte er gesagt, ganz ehrlich, Twitter hat weniger Bots als jedes andere Netzwerk. Warum soll ich jetzt die Bots fixen? Er muss schon eine gewisse Awareness daf√ľr gehabt haben, dass das ein Problem ist. Sp√§testens vor Gericht sollte sich das herausstellen, dass jemand mal die Frage stellt. Apropos, ich glaube, die beste Rettung f√ľr Twitter w√§re das Verfahren, live zu streamen √ľber Twitter, vom Delaware Call. Das andere ist, dass er es von Anfang an erst an Ernsthaftigkeit vermissen lassen hat. Er hat schon dieses Agreement mit feuchter Tinte unterschrieben, aber gleichzeitig denkt er sich einen Spa√üpreis, sozusagen 54, 20, weil da 42 drinsteckt, oder 24, dann zu beanspruchen, ich wurde hier nicht ernst genommen oder ich wurde verarscht, finde ich einigerma√üen albern. Ich glaube, dass man einem 300-fachen Milliard√§r die Gesch√§ftst√ľchtigkeit zurechnen kann, so eine Entscheidung zu treffen, auch wenn es um 40 Milliarden geht. Und sollte das nicht durchgehen, sollte er es wirklich nicht kaufen m√ľssen, was ich nicht glaube, ich glaube, wahrscheinlich ist es der Fall, dass er es kaufen muss oder eine deutlich √ľber eine Milliarde liegende Abfindung zahlen muss, dann frage ich mich, ob er f√ľr die 8 Milliarden, die er inzwischen erl√∂st hat durch Aktienverk√§ufe bei Tesla, ob er die wieder zur√ľck investiert in Tesla. Weil die hat er angeblich nur f√ľr Twitter verkauft. Und ich frage mich, ob er dann in sein eigenes Unternehmen die 8 Milliarden wieder reinstecken w√ľrde. Oder ob es dann eben doch, ich bin jetzt kein Fan der Hypothese, dass er das nur gemacht hat, um Twitter-Aktien zu verkaufen. Ich glaube, dann muss es schon evil genius sein, um dir sowas auszudenken. Das ist mir ein bisschen zu sophisticated. Aber ich bin mir relativ sicher, dass er das Geld nicht zur√ľck in seine eigene Company stecken kann. Und ob es jetzt gewollt ist oder nicht, es war wahrscheinlich ein eleganter Weg, ein paar Shares zu liquidieren.
Oder war es einfach nur eine Taktik, um den Preis nochmal zu dr√ľcken?
Das glaube ich nicht, dass das geht. Es gibt historisch, am besten covert das Thema Matt Levine von Bloomberg in seinem Newsletter, es gibt historisch wenig Pr√§zedenz, dass irgendjemand mal den Preis einer Akquisition, nachdem er unterschrieben hatte, dr√ľcken konnte. Da k√∂nnen Krisen kommen, sich die Welt √§ndern. Solange du nicht nachweisen kannst, dass du aktiv defraudet wurdest, glaube ich, wird es schwer.
Aber jetzt in der aktuellen Phase m√ľssen ja dann unheimlich viele Deals geplatzt sein. Stell dir vor, so eine M&A-Transaktion dauert ja ein bisschen. Stell dir vor, du kaufst irgendwie eine Private Company, die war 20 Milliarden wert und jetzt nach drei Monaten, also in dem Verkaufsprozess, halbiert sie sich auf einmal vom Wert. Gehst du dann immer noch auf den ersten Preis? Stell dir vor, du wolltest Clana kaufen. √úber die sprechen wir nachher auch nochmal kurz.
Das kommt drauf an. Wenn du in der Verhandlungsphase bist und w√§hrenddessen passiert 9-11. Da gab es ganz viele Leute, die beim Notar sa√üen und in der letzten Sekunde das Papier vom Tisch gezogen haben. So unterm F√ľller weggezogen in den Vertrag. Weil sie sagen, wir machen das doch nicht oder einfach nicht unterschrieben haben. Aber wenn du, und ich glaube selbst bei einem Termsheet oder Letter of Intent, kommst du ja zur Not unter einer Strafzahlung, zum Beispiel diese einen Milliarden noch aus einem Deal. Aber wenn du so ein wirkliches Acquisition Agreement hast, ich glaube nicht, dass du da ohne weiteres, ich bin ja kein Jurist, aber nach meinem Verst√§ndnis w√ľsste ich nicht, wie er jetzt wegen der Bots, ich glaube die Bots sind eher so etwas, womit er versucht PR-technisch sein Gesicht zu warnen, dass er nicht als vollkommen volatil gilt. Sondern dass er zumindest einen Grund h√§tte gegen√ľber der √Ėffentlichkeit, das zu bezweifeln. Aber dass ihn das rechtlich wirklich sch√ľtzt, glaube ich √ľberhaupt nicht. Und ich glaube, wer am meisten Angst vor dem Gerichtsverfahren hat, ist weder Elon Musk noch Parag Agarwal oder das Twitter-Bot, sondern Mark Zuckerberg. Weil wenn die Frage aufkommt, wie viele Bots sind eigentlich normal und wie viele Bots haben andere Netzwerke, dann hat Facebook, glaube ich, ein gro√ües Problem.
Es gibt nur eine zweite Person. Kannst du dir vorstellen, wer?
Wenn es um Bots geht? Trump?
Er wird auch nicht mehr auf die Plattform kommen, wenn Elon nicht Bots ist.
Ich glaube, wenn Trump kandidiert wird, wird Twitter Trump wieder auf die Plattform lassen. Meinst du? Ich glaube, dass auch wenn die so ein bisschen linkslastig Demokraten, nicht Demokratie, sondern Demokraten lastig sind, zumindest w√§re es mein Verst√§ndnis von Demokratie, dass du einen Kandidaten, sofern er nicht neue Verst√∂√üe begeht, wieder auf die Plattform lassen musst. Ansonsten w√§re es wirklich unfair. Also ich w√§re sehr entt√§uscht vom, also ich w√ľrde Twitter eher kritisieren, wenn sie, so sehr ich mir w√ľnsche, dass Trump nicht wieder in die Macht kommt, aber dass wenn Trump gew√§hlt wird als Kandidat der Republikaner, dann hielte ich es f√ľr selbstverst√§ndlich, dass man f√ľr die Phase der Wahl ihn auf die Plattform wieder l√§sst und ihm auch seine alten Follower zur√ľckgibt, ehrlich gesagt. Ich glaube nicht, dass Twitter so boniert ist, dass sie das nicht zulassen. Das w√§re auch dumm. Dann machst du sofort eine M√§rtyrer aus ihm. Das w√§re nicht schlau. So undemokratisch sind die auch nicht, glaube ich.
Wenn ich der neue CEO von Twitter gewesen wäre, wäre ich ja so pisst, dass ich einfach Elon runtergeworfen hätte. Was hättest du als meinen Advisor gemacht? Hättest du gesagt, Philip lass ihn weiter drauf?
Die Frage ist, was ist der Vorteil? Der Nachteil w√§re, das sieht aus wie billige Rache, was nie ein guter Look ist, glaube ich. Ein weiterer Nachteil ist, er erh√∂ht das Risiko, dass er ein Konkurrenzprodukt baut. Das w√ľrde ich ihm zutrauen, dass er da eine Erfolgsgarantie h√§tte. Aber das Risiko muss man nicht von sich aus erh√∂hen. Ich sehe eigentlich keinen Vorteil, ihn davon runterzuschmei√üen, ehrlich gesagt. Au√üer Retaliation und das ist ein eher armes Motiv.
Aber ein richtiges Konkurrenzprodukt kann er doch jetzt eigentlich auch nicht mehr bauen, weil er alles gesehen hat. Er hat Zugang zu allem gehabt. Und jetzt einen Konkurrenten zu bauen?
Das ist die Frage, ob er sich irgendwas davon angeguckt hat. Das w√§re auch schlecht, der Stil. Du hast ja eine Sackgasse. Was ist der beste Weg f√ľr ihn? Was w√ľrdest du machen, wenn du Elon Musk w√§rst?
Ich w√ľrde gucken, dass ich mich so schnell wie m√∂glich mit denen einige.
Moment, die Einigung gibt es schon. Es bedarf da keiner Einigung. Die Einigung ist passiert bei 54-20. Ich f√§nde es entt√§uschend, wenn das Twitter-Board sagt, wir erlauben dir 10% der Leute. Entschuldigung, ich habe gerade einen Tweet. Ich habe Twitter nebenbei laufen, weil gerade so viel passiert. Sekunde, Gopar schmei√üt 10% raus. Okay, wir k√∂nnen es auch drin lassen. Ich war gerade abgelenkt, deswegen bin ich auf 10% geschwungen. Weil ich gelesen habe, dass Gopar weitere 10% der Mitarbeiter, fast 1500 Employees, raus schmei√üt. Damit haben wir auch unser Quick Delivery Update. Es w√§re entt√§uschend, wenn sie jetzt sagen, weil du uns gemobbt hast und dich versuchst, Shares rauszuwinden, geben wir dir jetzt 20% Discount auf den Twitter-Deal. Es gibt keine Grundlage daf√ľr. Ich w√ľrde um alles k√§mpfen. Das Twitter-Board, das mich als Shareholder vertritt. Ich erwarte von denen, dass sie darum k√§mpfen, den Originalpreis zu erl√∂sen. Das ist ihre Aufgabe als Twitter-Board.
Ja, aber so eine Milliarde oder anderthalb einfach so, wäre auch nicht schlecht.
Ich glaube, selbst wenn mit einer Milliarde Breakup-Fee, w√§re auch ein schlechtes Outcome. F√ľr Twitter viel Geld zwar, aber in der jetzigen Lage will jeder nat√ľrlich den urspr√ľnglichen Deal. Ich bin sehr gespannt, was eine m√∂gliche Begr√ľndung ist, warum man von diesem Deal zur√ľcktreten kann. Du m√ľsstest beweisen, dass dich jemand vors√§tzlich get√§uscht hat. Es ist ja was anderes, als wenn du ein Auto und eine Versicherung kaufst. Oder als wenn du als Kaufmann eine Firma kaufst. Dir wird eine ganz andere Art von M√ľndigkeit unterstellt. Als Konsument hast du ein hohes Schutzbed√ľrfnis, nach meinem Verst√§ndnis des Rechts zumindest. Dass du vor Betrug oder falschen Versprechungen viel st√§rker gesch√ľtzt bist. Aber wenn du als Kaufmann eine andere Firma kaufst und die nicht ausreichend pr√ľfst, wenn du dich nicht davon √ľberzeugst, dass die Accounts, wenn du auf irgendwelche √∂ffentlichen Zahlen vertraust, ich w√ľrde sagen, dann verdienst du nicht den Schutz, dass du dann sagen kannst, ich wurde hier get√§uscht. Das ist, als wenn mir jemand ein Geb√§ude verkauft, sagt, dass es voll vermietet. Und dann stellt sich raus, die H√§lfte der Mieter sind s√§umig oder so. Das ist meine Aufgabe, das zu pr√ľfen. Das passiert auch bei jedem. Ich bin ja ab und an dabei, wenn Unternehmen verkauft werden oder gekauft werden oder sich daran beteiligt wird. Jeder Deal, den ich bisher nur mittelbar verfolgen konnte, war scheinbar ein deutlich gr√∂√üeres Level an Due Diligence. Vielleicht hat man es auch noch nicht gesehen, was da in den Kulissen passiert ist. Aber wenn Elon Musk nur die Due Diligence gemacht h√§tte, die im normalen Gesch√§ftsverkehr passiert, wenn du 50 Millionen Unternehmen kaufst, kein 50 Milliarden Unternehmen, dann w√§re das aufgefallen. Da kann es immer mal kleine Fehler geben, aber nicht solche Fehler. Oder man hat richtig schlechte Berater. Aber auch das ist dann seine Schuld.
Meine Wette wäre ...
Man muss schon sagen, ich kann theoretisch nicht richtig liegen mit meinem, er kommt da nicht mehr raus, weil der Markt denkt ganz klar, mit einer √ľber 50% Wahrscheinlichkeit oder um die 50% Wahrscheinlichkeit kommt er raus. Ich wei√ü nur nicht, wo der Ausweg ist. Das fehlt mir zu sehen.
N√§chste Woche kommt der Wei√üe Ritter oder √ľbern√§chste Woche? Marc Benioff oder Jeff Bezos kommen an und kaufen das Ding mit einem Discount und vorher holt sich Twitter die Milliarde. Oder anderthalb.
Das ist auch kein gutes Auskommen. Ich will die vollen 54. Aber was man sagen muss, ist, dass diese Short-Wette, die damals platziert wurde, ich wei√ü nicht mehr, wer es war, aber zu sagen, die Wahrscheinlichkeit, dass der Deal passiert und es zu einem minimalen Pr√§mie kommt, ist kleiner, als dass der Deal abgesagt wird und es zu einem starken Drop kommt. Die war im Nachhinein nat√ľrlich jetzt eine sehr gute Wette. Vom Erwartungswert war das ein gutes Szenario.
Dann lass uns zu einem weiteren Hardcore-Gr√ľnder der amerikanischen Start-up-Szene gehen. Wahrscheinlich der gr√∂√üte Hardcore-Manager ever, Travis von Uber. Er ist nicht mehr CEO, er ist noch Gr√ľnder. Er ist Gr√ľnder und ihm geh√∂rt wahrscheinlich immer noch ein Gro√üteil der Firma. Er wurde ausgetauscht vor gef√ľhlt f√ľnf Jahren ungef√§hr, weil es wohl alles zu Hardcore war. Es gab irgendwie b√∂se Beschimpfungen, es gab Sachen wie Sexual Harassment oder E-Mails, in denen er gesagt hat, ich darf leider nicht, weil ich der Chef bin, aber ich habe viel Spa√ü. Es gab Verfolgungen von Journalisten, man hat sehr viel getrackt in der App. Und jetzt, Jahre sp√§ter, kommt auf einmal die Uber-Files. Ein ehemaliger Mitarbeiter hat sich als Whistleblower geoutet und es sind 120.000 confidential Documents an den Guardian gegangen. Das ist ganz sch√∂n viel Papier oder ganz sch√∂n viele E-Mails oder ganz sch√∂n viele was auch immer Nachrichten. Und der Whistleblower war jetzt nicht einfach ein Entwickler, der ein paar Daten r√ľbergeschoben hat, sondern Mark McGann. Und zwar war er von 2014 bis 2016 der most hated man bei der europ√§ischen und vor allem franz√∂sischen Taxi-Lobby. Und zwar Head of Public Policy f√ľr Europa, Middle East und Afrika. Und sp√§ter, nachdem er anderthalb Jahre echt viel beschimpft wurde, und anstatt, dass man die Direktion der Strategie √§ndert, hat man einfach mehr Security f√ľr ihn beauftragt, ist er dann nur noch Board Advisor geworden und hat sich dann irgendwann zur√ľckgezogen.
Er hat sich nicht nur zur√ľckgezogen, sondern er hat 2016 gek√ľndigt und Uber verklagt danach.
Ach, das wusste ich noch gar nicht. Jetzt w√ľrde ich dich in deinen Rapid Hole lassen, weil bis auf das Travis irgendwann gesagt hat, wir wollen mehr Violence, das w√ľrde uns helfen bei den Ausstreitungen zwischen den Taxifahrern und den Uber-Fahrern, habe ich nur noch gelesen, dass wohl Macron lieber mit Startups redet als unser aktueller Bundeskanzler Olaf Scholz.
Das musst du mir ganz am Ende nochmal erkl√§ren. Aber ich habe mich tats√§chlich gefragt, man muss ja schon hinterfragen, warum geht jemand, der das Ganze orchestriert und gesteuert hat, warum geht er am Ende an die √Ėffentlichkeit damit? Dieser Marc McGann, der war schon immer Lobbyist f√ľr die New York Stock Exchange, Euronext, fr√ľher hat bei verschiedenen gro√üen Kanzleien und Kommunikationsagenturen gearbeitet, sehr gut vernetzt hat, schon immer Tech-Konzern in Europa, also in Br√ľssel vertreten. Und der Grund, warum er jetzt an die √Ėffentlichkeit ist, ist a, weil er sagt, er hat PTSD, also ein posttraumatisches Stresssyndrom, davon getragen, weil er Ziel von Angriffen war, seine Freunde, Familie von Freunden und so weiter, da mit runter gelitten haben und dass er tiefe Wunden h√§tte. Und er hat wohl nach seinem Ausscheiden auch Uber sofort verklagt oder es rechtlich gegen das Unternehmen vorgegangen. Man hat sich dann irgendwie √§u√üergerichtlich geeinigt, dazu gibt es aber keine Details und die hat er auch nicht genannt. Vielleicht weil er sie nicht nennen darf auch, aber offenbar konnte er jetzt diese Files leaken. Hat das, wie du schon gesagt hast, an den britischen Guardian geleakt. Die arbeiten ja regelm√§√üig mit diesem ICIJ, International Consortium of Investigative Journalists, wo, glaube ich, so rund 200 Journalisten aus der ganzen Welt, aus 30 L√§ndern dazugeh√∂ren, mit 42 Medienpartnern. Das sind so die gro√üen Zeitschriften El Pais in Spanien, Le Monde in Frankreich, Indian Express in Indien. In Deutschland hat es haupts√§chlich die S√ľddeutsche gemacht und NDR und WDR, die sich damit besch√§ftigt haben. Das ist ein √§hnliches Konsortium wie Panama Papers oder Offshore Leaks gewesen. Das ist dieses lose Kollektiv, was dann immer zusammenarbeitet, wenn es viele Files zu durchsuchen gibt. Und so gab es dann auch in verschiedenen L√§ndern verschiedene Ver√∂ffentlichungen. Was dadurch rausgekommen ist, sind ganz verschiedene Sachen. Also A, was so der typische Modus operandi der Expansion bei Uber war. Uber geht in die M√§rkte, √∂ffnet, hirnt Leute. Ob es legal ist, ist erstmal sekund√§r. Wir m√ľssen gro√ü werden, wachsen, bevor jemand anders kommt. Also das √ľbliche Don't ask for allowance, ask for forgiveness later. Das beschreibt er in einem Interview mit dem Guardian als so der typische Weg, L√§nder zu starten. Er sagt auch, dass es f√ľr ihn noch nie so einfach war, an hochrangige Politiker inklusive Staatsoberh√∂rber, H√§upter heranzutreten. Beispiele, die jetzt √∂ffentlich geworden sind, sind Macron, also der franz√∂sische jetzige Staatspr√§sident. Eine niederl√§ndische EU-Kommissarin, Nelly Kroos, die so weit gegangen ist, dass sie als Uber in Br√ľssel war, eine Uber is welcome Kampagne auf Twitter, also sie hat den Hashtag Uber is welcome auf Twitter erfunden. Und Beh√∂rden, nicht bedroht, aber als Ubers offices durchsucht worden waren, hat sie versucht, Druck auf die Beh√∂rden auszu√ľben und sich gegen die Taxikartelle gewendet. Und in Deutschland war es haupts√§chlich von Otto Fricke von der FDP wohl orchestriert. Das ist √ľbrigens auch spannend bei dem Raiding der B√ľros. Es hat Uber wohl so einen sogenannten Kill Switch benutzt, ein Programm, was Casper und, ich wei√ü nicht mehr, wie der zweite hie√ü, womit man sofort die Datenverbindung zur Zentrale, also die internen Netzwerke, unterbinden kann und eventuell auch Daten l√∂schen, um das zu erlangende Beweismaterial zu minimieren.
Was die Manager dann sagen, sorry, wir k√∂nnen aktuell nicht ins Netzwerk, tut uns leid und in Amerika schlafen leider gerade alle. Ihr m√ľsst n√§chste Woche nochmal kommen.
Wir wissen nicht, wie viele Fahrten wir diesen Monat gemacht haben, deswegen wird es sehr schwer, eine eventuelle Schadensh√∂he zu ermitteln. Das ist schon krass, wenn du eine Firma so f√ľhrst, dass das zum Standardprozedere wird, dass du vorsiehst, dass die Daten automatisch gel√∂scht oder gekappt werden, um so einem Raid, wie sagt man, eine Durchsuchung vorzukommen.
Die hatten ja immer schon das Image, dass sie einst der Hardcore-Unternehmen sind, die irgendwie sehr blitzkriegm√§√üig operieren und keine Grenzen kennen. Es gibt da auch so einen sch√∂nen Chart, wie die gezeigt haben, dass sie in drei Jahren irgendwie in √ľber 80 St√§dte rausgegangen sind. Das ist eigentlich interessant, weil du siehst, sie waren sehr lange in San Francisco, ein Jahr haben sie da getestet, dann sind sie nach New York und dann haben sie auf einmal skaliert. Den Chart habe ich fr√ľher immer gezeigt, um Product Market Fit zu zeigen, als das Image von Uber noch ein bisschen besser war. Jetzt zeigt das halt einfach, wie du gesagt hast, man fragt sp√§ter nach Permission oder r√§umt alles im Nachhinein auf. Uber hat ein Statement gegeben, das war eher so nach dem Motto, hey, wir haben da reingestellt, um alles aufzur√§umen und das ist doch alles Old News.
Das muss man schon sagen, das beschreibt die Vorgänge 2014 bis 2017 ungefähr in der Zeit.
Also, sollen wir das Thema abschließen oder nimmst du uns noch ein bisschen in deine Vergangenheit mit?
Wir k√∂nnen ja mal anfangen mit dem, was in Deutschland passiert ist. Da gilt jetzt als erwiesen oder die Beschuldigung ist, aus den Dokumenten ist hervorgegangen, dass derjenige, der das haupts√§chlich getrieben hat f√ľr Uber, ein FDP-Funktion√§r namens Otto Fricke war. Irgendwo in Neuss ist, glaube ich, der Wahlkreis. Der war von 2005 bis 2013 Mitglied des Bundestages oder Abgeordneter und ist seit 2017 auch jetzt wieder im Bundestag. Aber in der Zwischenzeit war er eben mal nicht im Bundestag und hat direkt angefangen als Lobbyist zu arbeiten. Beziehungsweise ab 2014 hat er bei der Consulting Communications Firma CNC AG angefangen. Das steht f√ľr Communications Networking AG. Versucht mal nicht zu verschleiern, was das macht. Heute hei√üt die CACS CNC nach einer Fusion. Es gibt quasi spezialisierte Marketing- oder Kommunikationsagenturen, die sich auf politische Kommunikation spezialisieren. In dem Fall ist es so, dass in dem Global Advisory Board von CACS CNC sitzt neben Wolfgang Ischinger, dem Veranstalter der M√ľnchner Sicherheitskonferenz, der Zugang zu allerh√∂chsten Politikern hat, auch G√ľnther Oettinger, Lobby-G√ľnther, also der EU-Kommissar, der die meisten Treffen mit Wirtschaftsvertretern hatte w√§hrend seiner Zeit in Br√ľssel. Und Ministerpr√§sident von Baden-W√ľrttemberg war davor. Da gibt es eine sch√∂ne Episode von Shea Kr√∂mer mit Kurt Kr√∂mer, wo Oettinger zu Gast ist. Da wird man sich wundern, wie im w√∂rtlichen Sinne unversch√§mt der √ľber seine Lobby-T√§tigkeiten spricht. Er scheint es √ľberhaupt nicht als moralisch fragw√ľrdig zu empfinden, dass er das Ende seiner politischen Karriere sich sehr gut bezahlen l√§sst. Er ist unter anderem 2020 als Berater f√ľr Viktor Orb√°n t√§tig gewesen und f√ľr viele andere. Es ist ja immer nicht so transparent, dass man das ohne Weites herausfinden kann. Im Berliner Office von CNC-Keks, also dort, wo Otto Frickl 2014 besch√§ftigt war, arbeiten unter anderem Marion Horn, die ehemalige Chefredakteurin von Bild am Sonntag, Sigmar Mosdorf, ein SPD-Staatssekret√§r im Bundeswirtschaftsministerium, ehemaliger Udo von Kampen, der ehemalige ZDF-Studioleiter in Br√ľssel, Franz Solms-Laubach, ehemaliger Bild-Korrespondent, Weltredakteur, Joachim Pfeiffer, CDU bis 2021 Mitglied des Bundestages, Wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der CDU und CSU-Bundestagsfraktion zu der Zeit. Das ist das Berliner Office nicht einfach von irgendeiner Partei, sondern dieser Agentur. Das hei√üt, sie sind bestens tief hinein in √∂ffentliche Meinungen, Medien und den Bundestag selber oder die Parteien. Das ist aber nicht die einzige Agentur. Zu der Zeit sollen angeblich bis zu vier Lobbyagenturen allein f√ľr Deutschland besch√§ftigt haben, die den deutschen Markt bearbeitet haben. Und dieser Otto Frickl hat quasi sich zum Ziel gemacht, f√ľr Uber den n√∂tigen Zugang zur Politik zu schaffen. Was ist Ubers Ziel? Ganz einfach gesagt, dieses Modell ist ja in fast jedem Land der Welt unabh√§ngig gewesen, weil Taxi-Kartelle, Monopole, wie auch immer, gesch√ľtzt waren. Und es bedarf in der Regel Legalisierung, Gesetzes√§nderung, Deregulierung, um das Modell m√∂glich zu machen. Dementsprechend musste man auf die Politik zugehen.
Genau. Ziel war immer, ein illegales Business legal zu machen.
Genau. Man hat es gestartet in der Illegalit√§t und es ging dann darum, einerseits der Bev√∂lkerung klar zu machen, dass das hier gar nicht so schlimm ist und dass die Taxis doch die Abzocker sind. Und das Personenbef√∂rderungsgesetz in Deutschland oder was auch immer das lokale Gesetz war, was daf√ľr zust√§ndig war, derart zu liberalisieren, dass jeder Mensch mit dem Auto Fahrer werden k√∂nnte. Das w√§re das Traumszenario f√ľr Uber sicherlich gewesen, w√ľrde ich vermuten.
Ich f√ľhle mich als Deutscher relativ sicher. Ich meine in Deutschland im Vergleich zu Frankreich funktioniert Uber ja nicht wirklich. Also hier scheint die Lobbyarbeit nicht so viel geholfen zu haben.
Ich glaube es ist in Hamburg und Berlin auch unterschiedlich. Bei euch ist Uber nicht so erfolgreich, glaube ich. Vielleicht ist das irgendwie das Free Now oder wer ist das, mein Taxi, Lokalkoloriert, ich weiß es nicht.
Ich fahre immer Free Now.
Also es ist noch relativ reguliert hier in Deutschland. Auch das wird dann wiederum nach meinem pers√∂nlichen Eindruck umgangen, indem Mietwagenbetriebe irgendwelche Leute unter komischen Bedingungen besch√§ftigen. Ich will jetzt zu weit f√ľr das noch zu beleuchten, aber ich glaube nicht, dass das alles so abl√§uft, wie das vom Gesetz gerade gedacht ist. Uber hatte quasi zwei gro√üe Interessensgebiete. Das eine war Zugang zum Verkehrsministerium zu bekommen, das vermutlich zust√§ndig war, also zu Andreas Dobrindt und der Frank-Thelen-Freundin Dorothee B√§r. Dobrindt schien nicht so zug√§nglich zu sein wie Uber. Also es geht alles aus den Hinterlagen hervor. Man muss sich vorstellen, in diesen 124.000 Dokumenten befinden sich interne E-Mails, Textnachrichten und so weiter von Uber. Teilweise Pr√§sentationen, wo gezeigt wurde, welche Politiker wie offen f√ľr das Thema waren. Und Dobrindt schien nicht offen zu sein. Doro B√§r aber ist im Oktober 2015 nach Tagesschau-Angaben in Silicon Valley geflogen, besuchte da die Uber-Zentrale, wurde auf Anweisung der Uber-F√ľhrung umgarnt und besonders zuvorkommend behandelt. Und weitere f√ľnf Monate sp√§ter war sich bei Uber zumindest jemand sicher, dass sich die Aussicht deutlich verbessert h√§tte und sie in Aussicht gestellt h√§tte, dass man das Personenbef√∂rderungsgesetz schrittweise anpassen k√∂nnte demn√§chst. Sie hat sich selbst dazu aber nicht ge√§u√üert, also es ist weder dementiert noch best√§tigt bis jetzt. Und das andere, was man versucht hat, ist, wie ich am Anfang schon gesagt habe, die Ziele von Lobbyismus sind immer zweierlei. Einerseits direkt die Politik beeinflussen, aber nat√ľrlich auch die √∂ffentliche Meinung, weil das indirekt die Politik beeinflusst. Und so hat Uber sozusagen auch nach Informationen der Tagesschau die ganzen Links packen wir alle in die Shownotes. Diesmal sagen wir, was immer wir sagen, ist aus einer der Quellen, die ihr in den Shownotes findet. Und nat√ľrlich nicht unsere eigene Recherche, sondern das verdanken wir vielen Journalisten, die das m√ľhsam recherchiert haben und wir connecten hier nur so ein bisschen die Dots. Und um die √∂ffentliche Meinung ein bisschen in den Griff zu bekommen oder wohlwollend zu stimmen, hat man versucht, n√§her zu Medien aufgebaut und relativ schnell identifiziert, dass das in Deutschland am besten √ľber die Bild-Zeitung und so jemand wie Kai Diekmann, den damaligen Chefredakteur der Bild-Zeitung, gehen k√∂nnte. Zitat, wir brauchen jemanden wie Kai Diekmann, der T√ľren f√ľr uns √∂ffnet, schrieben die Uber-Manager damals in einer anderen Mail. Kai Diekmann ist der beste Weg, auch um zu Merkel zu kommen. Bei Springer gilt man als gut vernetzt, deswegen war man wohl der √úberzeugung, dass das ein guter Einfallsvektor w√§re, um zu politischer Macht oder Wohlwollen zu gelangen. Das hei√üt, man hat den Axel Springer Konzern identifiziert, der beteiligte sich Anfang 2016 dann mit einem kleinen Investment an Uber. Uber sagte, f√ľr uns ist der Wert dieses Investments, f√ľge ich hinzu, die Unterst√ľtzung und der Einfluss des Verlags in Berlin und Br√ľssel. Hier hielten damals die Uber-Manager fest laut Tagesschau. Springers Aufgabe war es, nach deren Einsch√§tzung offenbar Treffen mit Politikern zu arrangieren, sicherlich die √∂ffentliche Meinung zu steuern. Als Beispiel nannte Springer wohl den Weltwirtschafts-Summit, den sie selber veranstalten, von der Zeitung Welt. Und in dem Jahr 2016 hat Axel Springer auch die Investoren-Konferenz NOAH in Berlin im Tempodrom mitveranstaltet, wo 3000 Investoren und Startups in der Regel zusammenkommen. Wei√ü ich nicht, warst du mal auf einer NOAH-Jahre?
Ja doch, in London glaube ich.
In Dingsbums Gardens, ist so das Main-Event, w√ľrde ich sagen. Neben der Super-Return f√ľr LPs und VCs ist f√ľr VCs und Startups glaube ich, die NOAH eines der gro√üen Events. Und da hat man dann Springer als Co-Medienpartner, ich wei√ü nicht, ob sie Veranstalter waren oder Medienpartner oder was auch immer, aber es hie√ü Axel Springer NOAH nach meinem Verst√§ndnis. Unter anderem Diekmann, Kellenig und Dieter Zetsche, den Daimler-Chef damals, auf eine B√ľhne gebracht. Diekmann hat das Interview gemacht.
Aha, da war doch das große Announcement, wurde da nicht announced, dass sie 100.000 S-Klassen haben wollen?
S-Klassen? Kann sein.
Oder autonome S-Klassen sogar.
Bei S denke ich an was anderes bei der NOAH 2016, das war auch die NOAH, wo es ein kleines Skand√§lchen gab, n√§mlich dass auf der Party abends, mehr oder weniger unaufgefordert, das will niemand sagen, wie das wirklich war, aber eine dreistellige Anzahl Escorts angeblich erschienen ist auf der Party. Also man muss sich vorstellen, die NOAH war damals noch mehr als heute, aber heute ist es nicht so viel anders. Eine Konferenz, wo nat√ľrlich 90% der Besucher m√§nnlich waren und damit abends auf der Party, ich glaube es war im Spindler und Klatt damals, wenn ich mich nicht irre. Damit da nicht so wenig los ist, gibt es einerseits das Ger√ľcht oder dem Vernehmen nach, dass ein Springer weibliche Mitarbeiter ihn nahegelegt hat, dass man da auch noch einen Drink nehmen k√∂nnte heute Abend. Andererseits sind angeblich √ľber die damalige Paid Date App Ohlala eine dreistellige Anzahl, wie nennt man das, Sexarbeiterinnen oder Menschen, die Paid Dates anbieten, motiviert worden, da auch vorbeizuschauen, was dann weibliche Teilnehmer des Events, oder auch teilweise m√§nnliche Teilnehmer, als eher komisch wahrgenommen haben. Aber das nur als kleine Anekdote, damit das nicht vergessen wird.
Hast du da eine Quelle f√ľr mich?
Ne, da gibt es eine Quelle. Da habe ich eine Quelle auch in die Shownotes gepackt, sowas w√ľrde ich mir ja nicht ausdenken. Aber ich war da und kann auch bezeugen, dass ich einem √§hnlichen Eindruck unterlag, w√ľrde ich sagen.
Aber das war jetzt nicht diese Gr√ľnderveranstaltung, wo man Sushi von Menschen essen konnte, das war was anderes.
Ne, gibt es sowas auch in Berlin? Da war ich wiederum nicht zu Gast.
Schicke ich dir später den Artikel, wenn ich den noch finde.
Ah, spannend. Ich muss mit dem normalen P√∂bel Geld bezahlen. Also man hat gesagt, im Rahmen der NOAH k√∂nnen wir dir bestimmt Leute vorstellen, wahrscheinlich w√ľrde ich mir vorstellen, dass man das so machen w√ľrde. Und wen der jetzt getroffen hat, dadurch was da wirklich passiert ist, ist nat√ľrlich schwer nachzuvollziehen. Aber spannend ist, dass dann nicht mal ein Jahr sp√§ter, 2017, Kai Diekmann auf einmal seinen Posten niederlegt oder niederlegen musste als Bild-Chefredakteur und just darauf anfing als Berater bei Uber zu arbeiten im sogenannten Public Policy Advisory Board. Uber hat zum Spiegel damals gesagt, das ist jetzt nicht eine Lobby-Vertretung, sondern eher ein interner Feedback-Kanal. Also in diesem internen Feedback-Kanal, wo man sich Feedback geholt hat, nicht bei Kunden, nicht bei Taxifahrern, nicht bei irgendwelchen Tech-Leuten, sondern da sa√ü unter anderem Nelly Kroos, diese niederl√§ndische EU-Kommissarin f√ľr Digitales, ein Ex-US-Verkehrsminister, ein Mitglied der Saudi-Familie und eben Kai Diekmann. Da kann jetzt jeder sich selber √ľberlegen, ob das eher ein Feedback-Kanal oder doch eine Art Lobby-Gremium war. Heute macht Kai Diekmann ja mit Philipp Jessen, dem Ex-Stern-Redakteur, und Michael Mronz, der wiederum der Ex-Partner von Guido Westerwelle, ist Gott hab ihn selig, die Agentur Story Machine, die nicht viel √ľber Kunden redet, aber auch im weitesten Sinne der Kommunikationsbranche arbeitet, w√ľrde ich sagen. Die G√§ste scheinen immer noch bunt schillernd zu sein. Unter anderem ber√§t man, oder hat zu einem Zeitpunkt Ursula von der Leyen bei der Kommunikationsstrategie beraten. Ein Sprecher von Story Machine hat gesagt, dass ein Beratervertrag mit Ursula von der Leyen abgeschlossen wurde. Also wenn es daf√ľr Beratervertr√§ge g√§be, daf√ľr w√§re ich auch offen und ich mache das bestimmt g√ľnstiger als Kai Diekmann. Also wenn jemand einen Twitter-Account aufmachen will, das bieten wir ja auch als Serviceleistung an f√ľr weniger Geld. Aber wir haben nicht so gute Kontakte, muss man dazu sagen. Ger√ľchteweise sollen auch Veronika Ferris oder Carsten Maschmeyer versucht haben, ihr Image aufzubessern. Mit den Dienstleistungen wurde es leider nicht so richtig √ľberpr√ľfbar. Ob der Verschwiegenheit von Story Machine. Story Machine ist durch die Heinsberg-Studie zu zweifelhafter Ber√ľhmtheit gelangt, wo man Henrik Streeck dabei begleitet hat, festzustellen, dass man Corona l√∂ckern konnte, weil in Heinsberg das alles ganz gut lief mit der nat√ľrlichen Durchseuchung. Das ist dann nicht so gut gealtert und war auch ein bisschen komisch. Es ist bis heute nicht so richtig klar, wer das finanziert hat, diese Studie. Das klingt so ein bisschen wirtschaftsnah. Die SIGNA Holding geh√∂rt angeblich zu den Kunden, die wollten in Berlin-Neuk√∂lln oder Kreuzberg oder Neuk√∂lln auf jeden Fall das Karstadt am Hermannplatz kaufen. Da gab es schlechte Stimmung. Da hat Story Machine versucht, die Stimmung per Twitter und Online-Kommunikation zu verbessern. Hinter SIGNA steht, wie man wei√ü, Ren√© Benke, der wiederum scheint ein guter Freund des Hauses Axel Springer zu sein. Es gibt einen Springer-Manager im Aufsichtsrat von Galeria Karstadt Kaufhof, keine Ahnung, wie es gerade hei√üt und so weiter. Sie waren f√ľr Vonovia t√§tig, f√ľr BAT, also British American Tobacco, die Firma hinter Lucky Strike, Palmal. Als RWE den Hambacher Forst hat s√§ubern lassen, hat man versucht, die h√§sslichen Bilder von, das Gegenteil von Ren√©, die ausgetriebenen Baumhausbewohner, das hat man versucht einzufangen. Das Spannendste ist, dass 2019 als Rezo, der YouTuber, das Video gemacht hat, die Zerst√∂rung der CDU, haben gegen√ľber der Zeit, also die Informationen, die ich eben genannt habe, sind gr√∂√ütenteils von der Zeit recherchiert worden. Die Zeit ist der √úberzeugung, dass sie mehrere Anwesende getroffen hat, die von einem Meeting berichten, in dem nach der Zerst√∂rung der CDU, also diesem Rezo-Video, der Phil Yessen, einer der Gesch√§ftsf√ľhrer der Story Machine, beim CDU-Vorstand vorstellig wurde und die Dienstleistungen der Story Machine gepitcht haben und mit einem Vertrag nach Hause gegangen ist. Eine scheinbare Lobbyagentur, sondern hat damals die regierende Partei in Deutschland vertreten. Sie scheinen schon ganz gut vernetzt gewesen zu sein. Und was auch noch besonders war, oder wahrscheinlich nicht besonders in Deutschland, aber erw√§hnenswert, dass Uber unter anderem erwogen hat, private Direktive anzuheuern, um Verantwortliche im Taxidachverband zu beschatten und den Vorst√§nden dieser Branchenvereinigung der Taxiunternehmen zu diffamieren oder Dinge rauszufinden, die ehrenr√ľhrig sein k√∂nnten. Bei denen. Soweit Fragen?
Und welche anderen Lobby-Sachen hast du so aus den letzten zehn Jahren noch ausgepackt?
Wir bleiben bei Uber noch. Ich interessiere mich ja schon sehr f√ľr das Thema aus verschiedensten Gr√ľnden. Es gibt direktes Lobbying, das ist irgendwie, ich schicke jemandem, der Begriff Lobbying kommt, weil fr√ľher die Leute in der Lobby der Parlamente sa√üen und versucht haben, die Leute abzufangen und mit denen zu sprechen. Es gibt ja auch Lobbyismus zum Beispiel f√ľr den ADFC, der Verband der Fahrradfahrer ist letztlich auch eine Lobby-Vereinigung. Und nat√ľrlich gibt es einen Grund, wie sollen Politiker Gesetze machen, wenn sie nicht die Rollen, die Bed√ľrfnisse, die Ideen und Einw√§nde aller Stakeholder verstanden haben. Deswegen gibt es ja einen Grund f√ľr Lobbying. Ich treffe mich jetzt mit den Leuten, man schreibt das auf, macht das so transparent wie m√∂glich und dann ist klar, dass der politische Meinungsbildungsprozess stattgefunden hat. Das ist soweit auch okay. Aber dann gibt es eben so indirektes Lobbying und eine Art davon ist zum Beispiel auch, also neben dem, was in Frankreich passiert ist, dass man einfach viele Treffen gar nicht angemeldet hat. Ich wei√ü nicht, inwiefern das in Deutschland der Fall war, aber prinzipiell geh√∂rt es nicht nur zum guten Ton, sondern ich glaube, es ist auch eine Verpflichtung, solche Treffen anzumelden. Und dann gibt es aber eben auch verdecktes Lobbying und eine M√∂glichkeit zum Beispiel auch das Sponsoring von Wirtschaft. Also du versuchst die Wissenschaft zu beeinflussen, weil die am Ende Einfluss auf die Politik nimmt, weil die Politiker sich im besten Fall versuchen nach der Wissenschaft zu richten. Wenn die dann wiederum aber eventuell auch nicht unvoreingenommen ist, w√§re das nat√ľrlich problematisch. Da hat sich jetzt herausgestellt, dass Uber in Deutschland auf die Dienste von Professor Dr. Justus Haukapp zur√ľckgegriffen hat. Der wiederum war zw√∂lf Jahre Mitglied der Monopolkommission, von 2008 bis 2012 Vorsitzender derselben. Er ist Gr√ľndungsdirektor des DICE, das ist das D√ľsseldorf Institut f√ľr Competition Economics, also f√ľr Wettbewerbspolitik w√ľrde man wahrscheinlich sagen. Ein sehr renommierter Wettbewerbsforscher oder Wissenschaftler. Er hat inzwischen auch einen Podcast bei Gabor Steingart bei den Media Pioneers Feld und Haukapp. Er hat schon l√§nger einen, der bei Anruf Wettbewerb hei√üt, wo es um √§hnliche Themen geht. Er sitzt im Kuratorium der Fazitstiftung, das ist der Verwaltungsrat der FAZ Stiftung und in vielen anderen wissenschaftlichen Vereinigungen und Gremien. Dessen Firma, die DICE Consult, also die hei√üt scheinbar zuf√§llig, genauso wie das Institut an der Heinrich-Heine-Universit√§t in D√ľsseldorf, ist aber eine Privatwirtschaftliche GmbH, wor√ľber er Beratungsleistungen und so weiter abrechnen kann. Uwe hat eine Studie beauftragt bei der DICE Consult GmbH und der DIW Econ, das ist das gleiche nur am Institut der Deutschen Wirtschaft. Dort hat man quasi eine Studie beauftragt, um sich mal anzuschauen. Man kann nat√ľrlich wohl wissen, dass Herr Haukapp prinzipiell jemand ist, der f√ľr sehr freien Wettbewerb mit niedrigen Schranken und wenig Regulierung ist. Zumindest ist er in der Vergangenheit dadurch aufgefallen, dass er kein Regulierungsfanatiker ist. Das hei√üt, man konnte hoffen, dass er sich f√ľr eine Liberalisierung dieses Marktes aussprechen w√ľrde. W√ľrde er sich das genau anschauen, um ganz sicher zu gehen, dass das auch wahrscheinlich ist. Und seine Arbeit abgegolten ist, hat man glaube ich rund 40.000 Euro f√ľr diese Studie bezahlt, wenn ich es richtig verstanden habe. Zus√§tzlich ist problematisch, dass angeblich innerhalb dieser Vereinbarung auch von einem Newsartikel die Rede war, den er platzieren k√∂nnte, wo f√ľr weitere 4.000 Euro geflossen sind. Der ist am 6. Dezember 2014 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ver√∂ffentlicht worden. Besonders ist sicherlich noch, dass Uber sowohl bei der Studie als auch bei dem Artikel scheinbar das Recht hatte, das im letzten Moment zu √ľberpr√ľfen und Dinge zu ver√§ndern. Man behauptet nat√ľrlich, das w√§re nur insoweit passiert, wie das auch mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Studie vereinbar war. Aber es ist nat√ľrlich schon fraglich, wie viel Aussagekraft eine wissenschaftliche Studie hat, wenn ein privatwirtschaftliches Unternehmen, das sehr direkt von den Konsequenzen dieser Studie betroffen ist, in dem Ma√ü mitreden kann. Jetzt muss man dazu sagen, der Herr Haukapp hat sich inzwischen dazu ge√§u√üert auf Twitter. Ich verlese das mal einfach, so dass er auch zu Wort kommt. Ein paar Anmerkungen an eigener Sache beziehungsweise Uber-Files. Es ist richtig, dass ich an der Stellung an einer Studie im Auftrag von Uber beteiligt war, gemeinsam mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von DICE Consult und DIWE-Con. Das sind diese beiden privatwirtschaftlichen Firmen, die den Universit√§tsinstituten dem Namen nach nahestehen. Das ist nat√ľrlich gewollt. Welche die Konsumvorteile einer Liberalisierung des Taximarkts analysieren sollte. Der Vertrag zu dieser Studie wurde von DICE Consult, DIWE-Con und Uber am 19.12., also Dezember 2014 unterzeichnet. Wann immer die Studie Gegenstand einer Ver√∂ffentlichung oder Pr√§sentation war, wurde sie klar und deutlich als Studie im Auftrag von Uber gekennzeichnet. S√§mtliche editorischen √Ąnderungsvorschl√§ge von Uber im Zusammenhang mit der Studie wurden nur ber√ľcksichtigt, wenn sie von allen Studienautoren mitgetragen werden konnten. Also die Menschen, die daf√ľr bezahlt wurden. Den Link gibt es auch zu dem Twitter, gibt es nat√ľrlich auch in den Shownotes, wer es nochmal in Ruhe selber nachlesen will. Und mit den Ergebnissen der Studien Einklang standen. Der FAZ-Artikel vom 6.12.2014, in Klammern die Taxipreise freigeben, berichtet eins zu eins die Inhalte des Hauptgutachtens der Monopolkommission, der ich bis zum Sommer 2014 angeh√∂rte, also bis kurz vor diesem, oder bis im Sommer des gleichen Jahres. Das l√§sst sich zweifelsfrei durch einen direkten Vergleich des FAZ-Artikels mit dem Gutachten nachweisen. Die Monopolkommission hatte sich im Sommer 2014 die Freigabe der Taxipreise und andere Deregulierungsma√ünahmen ausgesprochen. Vertreter von Uber kontaktierten mich erst im Oktober des letzten Jahres und fragten, ob man die Vorteile einer Liberalisierung f√ľr den Verbraucher auch quantifizieren k√∂nnte. Der Vertrag zwischen DICE, Consulty, WECON und Uber vom 19.12. beinhaltete neben der Studie auch das Abfassen eines begleitenden Presseartikels. Abgerechnet wurde im M√§rz 2015 dann ein Newsletterartikel. Wir konnten heute nicht mehr rekonstruieren, was dieser Newsletterbeitrag war. Der FAZ-Beitrag kann es aber nicht gewesen sein und es gibt auch keinen Zusammenhang zwischen dem genannten FAZ-Artikel von 2014 und meiner Mitgliedschaft im Kuratorium von Fazit der Fazitstiftung. Hier stoppen wir mal kurz. Spannend finde ich, dass die Formulierung abgerechnet wurde im Jahr 2015 an einen Newsletterartikel. Er hat nicht gesagt, dass ein Newsletterartikel beauftragt wurde. Es kann genauso sein, dass ich einen Artikel f√ľr die FAZ geschrieben habe. Das ist eine Unterstellung von mir. Aber was er sagt ist, dass auf der Rechnung stand ein Newsletterartikel, den niemand finden kann anscheinend. Und sich niemand daran erinnern kann. Die FAZ hat zu dem Vorkommen noch keine Informationen. Uber findet den Newsletter anscheinend nicht und Herr Haukapp wei√ü auch nicht, was Inhalt dieses Newsletters war. Er sagt nur, dass abgerechnet ein Newsletterartikel war, der auf der Rechnung stand. Was mich eben kurz verdutzt hat, w√§hrend wir gesprochen haben, warum ich abgelenkt war, war, dass NDR Recherche eben gerade ganz frisch getwittert hat. Zu den Recherchen an den Uber-Files hat sich der √Ėkonom Justiz Haukapp zu Wort gemeldet. Er bestreitet im Auftrag von Uber, einen Artikel in der FAZ verfasst zu haben. Wir ver√∂ffentlichen deshalb hier die Timeline, die sich aus den Uber-Files ergibt. Am 13.10.2014. Auch das Sekundarschab pack ich auch gleich mal in die Shownotes. Am 13.10.2014, also Mitte November 2014. Haukapp schickt Uber das Angebot √ľber die Erstellung einer Studie. Weiter hei√üt es in der E-Mail, we also offer to present positive consumer effects in a newspaper article in a timely manner. Das Angebot √ľber die Erstellung einer Studie wei√ü aber schon, dass er positive consumer effects in einem Newsletterartikel, √§h Newspaper, nicht Newsletter, Newspaperartikel in umgehender zeitlicher Abfolge bereitstellen kann. Obwohl die Studie ja noch gemacht werden muss und den wissenschaftlichen Erkenntnissen des gesamten Teams entspricht, scheint er jetzt schon zu wissen, dass es positive consumer effects ist, dass er die zu erwarten h√§tte nach dem Ausgang der Studie. Und bietet an, das in Newspaperartikel umgehend, w√ľrde ich √ľbersetzen, in timely manner, bereitzustellen. When booking the additional option increased the price, das soll wahrscheinlich Preis hei√üen, around 4000 Euros. Ein Tag sp√§ter, eine ranghohe Uber-Mitarbeiterin erkl√§rt dem europ√§ischen Cheflobbyisten, Haukapp habe ihr gegen√ľber pr√§zisiert, Haukapp has indicated that the Frankfurter Allgemeine Zeitung, FAZ, will give him available space for this. Auch das wusste er offenbar im November, wei√ü nicht nur er das, die Cheflobbyist, nee Sekunde, die Uber-Mitarbeiterin, erkl√§rt dem Cheflobbyisten, das m√ľsste wiederum Mark McKenna sein, dass offensichtlich Haukapp sich sicher sei, Raum daf√ľr in der FAZ zu bekommen. Weiter hei√üt es in der E-Mail, the newspaper editorial could be published as early as November. Am 24. November dann, wieder eine ranghohe Uber-Mitarbeiterin erkl√§rt dem europ√§ischen Cheflobbyisten per Mail, just spoke with Haukapp, Haukapp will publish an Op-Ed, also ein Opinion-Artikel, in Frankfurter Allgemeine Zeitung im November.
Und wann war der Artikel jetzt live?
Der Artikel war im Dezember sp√§ter, aber was Haukapp ja gerade gesagt hat, in seiner Richtigstellung ist, dass es sich um Newsletterartikel handelt und so weiter. Dass er zu der Zeit noch nicht im FAZ-Kuratorium sa√ü, auch okay, fair enough. Aber offenbar stand er der FAZ sehr nahe, hat er auch regelm√§√üig ver√∂ffentlicht, auch in vielen anderen Wirtschaftszeitschriften, auch in der Welt, weil er zweifelsohne renommiert ist in dem Gebiet als ehemaliger Vorsitzender der Monopolkommission und Direktor des D√ľsseldorfer Instituts. Er sagt, in den USA gab es auch Wissenschaftler, die der gleichen Meinung waren wie er, und was er halt begr√ľndet ist, Vertreter kontaktierten mich erst im Oktober des gleichen Jahres und fragten, ob man die Vorteile einer Liberalisierung f√ľr den Verbraucher auch quantifizieren k√∂nnte. Der Vertrag zwischen DICE, Consult, ICANU und RUHR wurde am 19.12. unterzeichnet und der Artikel ist halt vorher erschienen. Er versucht den Eindruck zu erwecken, dass es unm√∂glich sein kann, dass der Artikel schon bezahlt war, weil der Vertrag erst sp√§ter zustande kommt. Obwohl diese Einigung, das Angebot und so weiter offenbar schon im Oktober. Das war keine Vertragsunterschrift, aber nach meinem Daf√ľrhalten, jetzt wenn ich die Tagesschau-Informationen da lese, schien man sich da schon sehr einig zu sein. Sowohl √ľber den Ausgang der Studie als auch den Artikel. Zuletzt schreibt Justus Houtkarp in seinem Twitter-Thread hier noch, PS, Alan Kruger und Judd Kramer in den USA sind √§hnlicher Meinung. PPS, ich bin aktuell an der amerikanischen Westk√ľste, plus 9 Stunden und gehe jetzt schlafen. Die amerikanische Westk√ľste scheint ja auch eher seine wettbewerbspolitische Heimat zu sein. Scheint mir deswegen, ist ja da bestimmt ganz richtig. Vielleicht macht er auch gerade wieder eine Tour durchs U-Bahnhof, ich wei√ü es nicht. So weit, so gut oder schlecht. Das war die Stellungnahme. Ich kenne den Namen Justus Houtkarp schon relativ lange. Der ist mir schon mehrmals aufgefallen in der letzten Zeit. Und zwar, weil er auch dadurch aufgefallen ist, dass er meiner Meinung nach regelm√§√üig fragw√ľrdige Artikel zu Google und deren Monopol macht, schreibt.
Moment, aber fragw√ľrdig so, wie du es fragw√ľrdig machst?
Nach meiner ganz pers√∂nlichen Einsch√§tzung. Ich scheine da Wettbewerbspolitisch-Wissenschaftlich eine andere Einsch√§tzung zu haben. Er ist viel qualifizierter sowas zu bewerten. Aber ich kann dir ja mal vorlesen, was er immer mal wieder zu Google geschrieben hat, unter anderem in der LFA-Zeit und woanders. Und du sagst mir dann, ob das deiner Meinung nach gut gealtert ist. Das eine habe ich eben gerade getwittert, das ist von 2012, als er entweder schon gerade nicht mehr oder gerade noch in der Monopolkommission war. Hat er ein Paper geschrieben, also man kann auch einfach Justus Houtkarp und Google googeln, dann findet man nat√ľrlich alles, was er dazu vorzusehen hat.
Wie lange hält Googles Monopol? 2012?
2012. Also 2012 hat er gesagt, wie lange h√§lt Googles Monopol noch? Was die Auffassung von Herrn Houtkarp ist, und das ist ja nicht absurd, aber dass sozusagen der Wettbewerb bei digitalen Unternehmen so gro√ü ist, dass es wahrscheinlich ist, dass auch Google irgendwann vom n√§chsten Google disruptiert wird. Und man deswegen, ich will nicht sagen, dass es ein Aufruf zur Unt√§tigkeit ist, aber es wirkt so auf mich. Er sagt unter anderem in einem Artikel in der FAZ, den ich auch verlinkt habe, aus meiner Sicht gibt es im Augenblick zu viel Google-Bashing 2012. Da haben eigentlich nur ein paar Preisvergleiche sich bei Google und die politische Stimmung ist so ganz langsam gekippt das erste Mal. Aus meiner Sicht gibt es im Augenblick zu viel Google-Bashing. Eine Zerschlagung von Google, aber w√ľrde wenig bringen und vor allem einer Gruppe schaden, den Nutzern von Google. Also das Standardargument der gro√üen Tech-Konzerne, dass am Ende die Nutzer Schaden tragen, wenn man da aufspaltet oder die Services trennt. Google w√§re kein Monopol, sondern nur ein Monop√∂lchen. Ich wei√ü nicht, wie viel mehr als 95% Marktanteil man haben muss, um ein Monop√∂lchen zu sein. In den USA ist es pro Form immer ein bisschen weniger, weil Bing da noch eine kleine Rolle spielt. Aber wenn man in vermittelte E-Commerce Ums√§tze schaut, dann ist Bing auch nicht bei den 30% oder was da mal erz√§hlt wird, sondern deutlich niedriger. Auch in den USA w√ľrde ein E-Commerce-Shop sagen, dass unter den Suchmaschinen wahrscheinlich 85-90% der Ums√§tze von Google kommen, wenn nicht mehr.
Also wird Haucap auch von Google bezahlt dann?
Das wei√ü ich nicht. Im Internet g√§be es jedoch ein st√§ndiges Auf und Ab von Unternehmen, so Haucap. Die neuen Unternehmen haben immer eine Zeit lang eine gewisse Marktmacht, bis wieder neue kommen und sie abl√∂sen. 2012 hat das erst mal eine Frage gestellt. Eine Dekade sp√§ter hat Google den gleichen oder h√∂heren Marktanteil. Was Google auch selber gerne behauptet, ist, dass ein Trick, wenn du einen Monopol hast, ist, du erweiterst den Markt immer so weit, dass du keinen Monopol hast. Amazon sagt zum Beispiel, wir haben nur 1% des weltweiten Retail-Markts. Weil es ja noch Offline-Retail gibt, weil wir in China gar nicht sind, weil wir in Nordkorea gar nichts verkaufen, im Iran gar nichts verkaufen. Deswegen haben wir nur 1% des weltweiten Retail-Markts, obwohl sie wahrscheinlich bald 50% E-Commerce-Anteil in den Einzelnen haben. Haucap sagt dann bei Google zum Beispiel, es gibt ja einen Markt f√ľr Suche au√üerhalb von Google, dass du Hotels zum Beispiel bei HHS suchst, B√ľcher bei Amazon suchst und so weiter. Das m√ľsste man dann abrechnen, dann w√§re der Marktanteil nicht so gro√ü und deswegen ist Google nur ein Monop√∂lchen. Ich glaube, dass jeder, der in einer Gesch√§ftsbeziehung mit Google steht, trotzdem sagen w√ľrde, dass sich Google tendenziell eher monopolistisch verh√§lt. Und die Marktmacht macht definitiv ein Problem, warum die EU-Kommission sich regelm√§√üig damit besch√§ftigen muss, teilweise zu Strafen verdonnert hat und so weiter. Ich fand diese Einlassung immer sehr komisch, ehrlich gesagt. Aber das ist ja nicht der Einzige, der die Meinung hat. Man kann ja falscher oder anderer Meinung sein. Aber wie gesagt, er sollte eigentlich qualifizierter sein, das zu beurteilen. Das andere Mal, wo er mir aufgefallen ist, man kennt ja nat√ľrlich das Gesicht, wenn man sich regelm√§√üig mit diesem Thema besch√§ftigt. Warum musste ich mich damit besch√§ftigen? Weil ich zu dem Zeitpunkt noch heute 4% an Visual Meter, das ist die Firma hinter Ladensteiler und Shopperlike, besitze, die eine der Klagef√ľhrer im Google-Verfahren, Google Shopping Case bei der EU waren. Deswegen mussten wir und auch ich mich damit besch√§ftigen, zu schauen, was gute Argumente daf√ľr und dagegen sind, das zu regulieren oder wie man den Markt wieder ein bisschen funktionierender hinbekommt. Deswegen war ich vertraut mit dem Werk von Professor Haukapp. Dann habe ich mich erinnert, dass ich den mal live gesehen habe. Und zwar bei der CDU-C-Night, das ist die Digitalveranstaltung der CDU 2014. Nun stehe ich nicht im Verdacht, auf CDU-Events abzupimmeln, aber bei dieser C-Night 2014 war es so, dass Oliver Sammer ein Teil eines Podiums sein durfte. Und ich als billiger Rocket-Klackeur habe mich nat√ľrlich sofort ins Konrad-Adenauer-Haus begeben, um Olli zu huldigen und zu schauen, wie er sich an die gute Angel und die gute Angie anschaut. Auf jeden Fall war ich auf dieser CDU-Veranstaltung im Konrad-Adenauer-Haus und um die enormen eigenen Kosten im Konrad-Adenauer-Haus zu tragen, hat die CDU f√ľr so ein Event nat√ľrlich Partner oder Sponsoren. Beim Parteitag spricht man eher von Sponsoren, da waren es Partner. Unter anderem die Partner, auch das im Link, waren Facebook, Google, MSL Germany, was wiederum eine Kommunikationsagentur ist, die unter anderem zu der Zeit nach meinem besten Wissen Google vertreten hat. Vielleicht bis heute tut das, wei√ü ich nicht. Aber auch Samsung, SAP, JTI, das ist die Japanese Tobacco International, die hinter Camel und Winston stehen, glaube ich. Was die jetzt da zu tun hat, wei√ü ich nicht. Die Telekom, Bundesverband Deutsche Wirtschaft, Electronic Arts und so ein Medienhaus waren auch noch dabei. Google und Facebook waren auch da schon Sponsoren und haben geholfen, dieses Event zu stemmen, damit da alle ein St√ľck Kuchen bekommen.
Und es scheint Bier gegeben zu haben, weil die Handwerksbrauerei Lembke Berlin hatte auch ihr Logo drauf.
Das war 2017, da kommen wir gleich noch drauf. Aber 2014 war es noch ein kleiner Sponsorenkreis. Und diese Sponsoren haben dann als Gegenleistung f√ľr ihre, ich nehme an, dass da Geld zur Wendung flie√üt, haben die dann eventuell dort einen kleinen Stand. Und beim Betreten des Geb√§udes fiel mir auf, dass dieser Justus Hauk auch da reinkam, nach meiner besten Erinnerung. Und erstaunlich vertraut mit den Menschen am Google-Kommunikationsstand zu interagieren schien. Nach meinem subjektiven Empfinden, sondern schienen die sich schon zu kennen und haben ein bisschen Smalltalk gehalten. Und ich habe ja jetzt nicht zugelauscht, mehr auch nicht. Aber mir schien so, der h√§tte schon mal mit Google geredet. Es gibt aber keine Studie, von der ich wei√ü, die Google beauftragt hat. Das wei√ü ich nicht. Das will ich auch nicht unterstellen. Das fand ich verwunderlich, dass der die Google-Leute besser kannte als ich im Zweifel. Und 2017, genau, da gab es noch, also dieses C-Night scheint ein wiederkehrendes Format bei der CDU zu sein. Und 2017 war die Partnerliste dann schon ein bisschen gr√∂√üer. Vielleicht, weil mehr Leute da waren und es mehr Bier gab, was man da geh√∂rte zu den Partnern. Amazon, Amazon Web Services und, also ich lese jetzt die, die ich f√ľr relevant halte, vor, Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften, die Deutsche Automatenwirtschaft, das ist sozusagen der Verband der Gl√ľcksspielautomaten nach meinem Verst√§ndnis, DHL, Facebook, Google nat√ľrlich wieder, JTI auch wieder, der Markenverband Microsoft, Pfizer, SAP, Uber unter anderem, Xing, Volkswagen, genau. Und das ist neben der Wissenschaftsfinanzierung eine andere Art von, also nicht nur indirektem Lobbying, sondern eigentlich auch nach meinem Empfinden verdeckter Parteienfinanzierung, weil Parteispenden sind ja relativ transparent. Wenn ich jetzt, sagen wir mal, als Uber oder Microsoft oder Google der CDU 200.000 √ľberweise, dann wird das ja ver√∂ffentlicht. So, und da haben wir in einer anderen Folge mal dr√ľber geredet. Wenn ich jetzt aber sage, sag mal, lieber CDU-Bundesvorstand, w√ľrde so ein kleiner Stand auf der C-Night denn mehr als 40.000 Euro kosten? Dann, also wahrscheinlich kostet es nicht 40.000 Euro, wei√ü man nicht, aber es ist relativ bekannt, dass auf den Bundesparteitagen die St√§nde unter anderem mehr kosten, als auf gro√üen Industriemessen. Also die Autohersteller zahlen dann mehr f√ľr den Messestand, also nicht pro Quadratmeter, mehr f√ľr den Messestand als bei der IAA teilweise. Der Verein Lobby Control versucht sowas sehr gut transparent zu machen, kann man sich sehr gut √ľber sowas belesen. Genau, also es scheint so, als wenn die Parteien nicht nur das Consulting von Story Machine gerne annehmen, sondern auch ausreichend Partner haben, um ihre Digital-Events dann aber in Person zu veranstalten. Genau, wie gesagt, ich wei√ü nicht, wie gut er die Kommunikationsmenschen da wirklich kannte von Google, vielleicht kennen die sich auch nur aus dem Millern-Tor-Stadion in Hamburg oder so, ich wei√ü es nicht. Aber, genau, ansonsten, also wie gesagt, das ist prinzipiell, das ist schon ein sehr liberal eingestellter Wirtschaftswissenschaftler, ist f√ľr ein Unternehmen jetzt nicht verwunderlich, dass der das wohlwollend sieht. Ich will ihm auch gar nicht unterstellen, dass er seine Meinung ge√§ndert hat, aber er hat Geld daf√ľr bekommen, vielleicht eine Meinung, die er auch vorher schon hatte, dann aber nochmal abzu√§ndern, offenbar, im Sinne von Uber. Unter anderem hat er zuletzt auch ein Gutachten geschrieben, dass dem deutschen Staat 4,7 Milliarden Steuern entgehen und 27.000 Arbeitspl√§tze, weil wir Cannabis nicht legalisieren. Das Gutachten hat er mit dem Deutschen Handverband gemacht, nat√ľrlich. Soweit zu Deutschland. Wir k√∂nnen noch eine kleine Weltreise in Frankreich, wie du gesagt hast, da schien man sehr guten Zugang zu Macron zu haben, der damals noch Wirtschaftsminister war, nicht Staatspr√§sident, aber Wirtschaftsminister ist ja auch ein ausreichend hohes Rang. Da schien es, als wenn er 2015 Gesetze unter Andr√© Marseille deutlich entsch√§rft h√§tte. Angeblich gab es vier heimliche, also nicht deklarierte Treffen zwischen Macron und Travis Kellinick, also dem CEO von Uber, pers√∂nlich. In Indien, aber bei Scholz hat er nicht so guten Zugang gehabt, oder?
Ja, im Handelsblatt stand irgendwie, dass man bei Scholz ziemlich abgewiesen worden ist.
Der war damals Finanzminister, oder?
Genau, also auf dem gleichen Level wie Macron.
Genau, apropos Finanzminister, in UK hat man guten Zugang zu George Osborne bekommen, der ist Chancellor, das heißt aber nicht Kanzler, sondern ist eher mit einem Camerer oder Treasurer zu vergleichen. Das ist der dritthöchste Rang, dritthöchste Posten im Kabinett nach dem Vizeprämier.
Wieso ist man immer an die Finanzleute gegangen? Hat man denen gesagt, dass sie Einnahmen machen, also dass sie Geld verdienen dar√ľber in den L√§ndern?
Ich glaube, man hat versucht, die Verkehrs-, Wirtschafts- und Finanzminister zu erreichen. Es gab ja auch immer die Frage, wie muss das besteuert werden? In Indien zum Beispiel konzentriert sich ein Gro√üteil der Recherchen jetzt auf die Umgehung von Steuerregelungen. Dass man das Uber gesagt hat, unsere Steuern sind in den USA f√§llig und wir zahlen hier keine lokalen Steuern. Au√üerdem in Indien hat man herausgefunden, da gab es ja diesen Vergewaltigungsfall in einem Uber, der hohe Wellen geschlagen hat, auch in der Konzernzentrale hat man das herausgefunden, wo sich anscheinend herausgestellt hat, dass der SOS-Button in der App zu einer gewissen Zeit in der Delhi-Region nicht funktioniert hat, wo der dazu da gewesen w√§re. In UK war es so, dass dieser George Osborne, also die Nummer 3 im Kabinett, nach San Francisco geflogen ist zu einem Meeting mit Travis direkt. Uber hat sp√§ter gesagt, dass sie glauben, dass er ein strong advocate of our cause ist, also ein starker Verfechter unserer Anliegen, w√ľrde ich √ľbersetzen. Und die Regierung Cameron damals galt danach als relativ √ľberzeugt anschlie√üend von Uber. Genau, das ist das, was bis heute herausgekommen ist. Das sollte sich jeder selbst damit besch√§ftigen. Ich glaube sowieso ist es wichtig, das zu verstehen. Der Dank gilt auf jeden Fall den vielen Journalisten und Quellen, die daran gearbeitet haben. Ich habe das nur versucht zusammenzuf√ľgen, ein bisschen zu verbinden. Unter anderem eben auch finanziert durch eure GEZ, die S√ľddeutsche. In Deutschland hat sie S√ľddeutsche, WDR und NDR gemacht. Ich habe eine Idee f√ľr den n√§chsten Berliner Stammtisch. Beim letzten konnte ich ja leider nicht sein, unter anderem weil ich krank war und immer noch bin. Aber vielleicht kommst du uns ja auch besuchen, dann machen wir die lobbykritische Stadtf√ľhrung mit Lobbycontrol. Da gibt es ein total cooles, ich wei√ü nicht, ob es das noch gibt, weil ich bin nicht versucht, das irgendwie hinzubekommen. Da gibt es quasi am Wochenende so eine Stadtf√ľhrung, wo man durchs Regierungsviertel, was ja gleichzeitig auch viele sch√∂ne Orte sind in Berlin, gef√ľhrt wird und sich ein bisschen erkl√§ren lassen kann, was Interessenverb√§nde in der unmittelbaren Umgebung der Macht in Berlin so machen. Und danach kann man ja immer noch in den Biergarten im Zollpackhof gehen.
Ich habe mich bei der ganzen Nummer noch zwei Sachen gefragt. Die erste Frage ist, was ist √ľberhaupt mit Airbnb? Die haben ja ein √§hnliches Modell, was eigentlich √ľberall oder vermehrt Grauzone illegal war.
Aber da hat Springer nicht investiert, oder?
Doch, da ist Springer seit 2012 drin. Das war, glaube ich, mit einer der ersten Sachen, in die sie im Valley reingegangen sind.
Na nun?
Wird es da auch irgendwelche Files geben? Der einzige Unterschied ist, sie sind die Netten, sie sind nicht so aggressiv, sie sind vom Management wesentlich netter und man hat wahrscheinlich nicht so eine krasse Blitzscale Attitude. Aber Policy-m√§√üig m√ľssen die doch auch ziemlich gut sein.
Sie erhalten das Image besser aufrecht, w√ľrde ich sagen. Die machen das nat√ľrlich alles viel smoother, aber wenn du als Merkmal sagst, du expandierst mit einem Modell am Rande oder in der Illegalit√§t in M√§rkte, egal ob, trifft das doch Airbnb genauso, oder?
Ja, auf jeden Fall.
War die Gesetzesänderung, dass es reguliert wurde in Deutschland? War es als Default erlaubt oder Default verboten? Es war verboten, glaube ich. Wurde es verboten oder war es verboten?
Wir waren ja beide damals dabei, aber es war immer Krautzone.
Ja, genau.
Und dann, letzte Frage. In Discord hat jemand gepostet, dass am Flughafen auf Sylt, während der Hochzeit unseres Finanzministers, unheimlich viele Privatjets waren. Ist das auch Lobbyarbeit? Gibt es da eine Liste von allen Teilnehmern aus Wirtschaft, Presse usw., die da waren? Oder sieht man das nur auf der einen oder anderen Insta-Story?
Warum sollten da viele Privatjets sein, wenn der Finanzminister heiratet? Komisch. Also, ich sch√§tze mal, dann m√ľssen alle Geschenke unter 35 Euro gewesen sein, damit es da keine Probleme gibt. Da muss doch jemand kontrollieren gehen, ob Frank Thelen da vielleicht nicht doch ein AirUp kostet. Was kostet ein AirUp? Kostet es mehr? Oder ein 6er-Pack Y-Foot hat stehen lassen. Sekunde mal.
Es gab so eine Kiste mit so ganzen Höhle der Löwensachen. Und da war auf jeden fein säuberlich geschrieben, wie viel es kostet und wer es geschenkt hat.
AirUp kostet 9 Euro. Das ist alle Grenze. Bei Amazon kostet AirUps Starter-Set 39,94 Euro. Und ich glaube, so 30 bis 40 Euro gilt als absetzbare Grenze f√ľr Geschenke. Ob das mal nicht Bestechung ist? Ich wei√ü es nicht. Rechtlich schwer. Aber erstaunlich, wie viele Freunde mit einem Privatjet der Herr Lindner hat.
Vielleicht war es auch einfach Urlaubsbeginn.
Friedrich Merz ist sogar in seinem eigenen Flieger gekommen. Hast du das gesehen? Selber geflogen sogar. Nicht schlecht. Respekt. Da fliegt der Chef noch selbst. Auch da schl√§gt die Inflation zu. Hohe Lohnkosten. Da muss der arme Friedrich Merz selber fliegen, um Geld zu sparen. Und kommt im durchgeschwitzten Anzug an. Frank Thelen hat sogar zwei Anz√ľge mitgehabt. Tags√ľber, obwohl es ging √ľber drei Tage angeblich. Oh Gott, ich habe viel zu viel Gossip schon erfahren. Es war ein furchtbarer Tag der Recherche, kann ich nur sagen. Was haben wir denn noch Sch√∂nes?
Google will etwas teilen. Was ist denn da? Google sagt, sie splitten die AdTec-Unit ab? Oder ist das auch nur Fake News?
Google rechnet nat√ľrlich mit erheblichem regulatorischen Gegenwind in den USA, weil sich die Besetzung im Wei√üen Haus bei der FTC ge√§ndert hat. Und man da wahrscheinlich mal vern√ľnftig hinguckt inzwischen. Und als eine erste Konzession √ľberlegen sie jetzt, das Ad-Marketplace-Business abzuspalten. Also da, wo man die Werbung bucht. Aber nicht im Sinne von, wir bringen das an die B√∂rse und machen es unabh√§ngig. Sondern das wird einfach eine neue Firma. Also es ist nicht mehr Google, sondern eben Google Ads oder so. Und die wird aber weiterhin unter der Alphabet Holding. Das hei√üt, es ist so ein bisschen eine Pseudokonzession, w√ľrde ich sagen. Dass das jetzt die Unabh√§ngigkeit der Ad-Unit st√§rkt und andere Marktteilnehmer in der Marktmacht bekr√§ftigt, da bin ich relativ skeptisch, ehrlich gesagt. Aber vielleicht schreibt Herr Haukapp ja noch ein Gutachten, wie das zu mehr Wettbewerb f√ľhrt. Dann w√ľrde ich meine Meinung gegebenenfalls √§ndern. Professor Haukapp, soll ich sagen.
Und dann haben wir eine Frage von einem 19-jährigen Hörer, der in der E-Mail geschrieben hat, dass er uns schon zwei Jahre hört.
Das ist gelogen. Ach doch, wir sind ja zwei Jahre alt. Krass.
Er ist auf der Suche nach einem Praktikumsplatz in M√ľnchen. Ich habe in unsere Discord-Community schon mal kurz reingeschrieben, w√ľrde gerne etwas im Startup-Bereich oder VC-Bereich machen. Ist allerdings, wie gesagt, erst 17, Abi fertig. Besseres Abi als wir beide zusammen. 1-0.
Ich w√ľrde erst mal aus M√ľnchen wegziehen, das ist eine Schei√üstadt.
Also, pilpert schon mal ein Praktikum f√ľr dich in Berlin, nehme ich zusammen. Jetzt ist die Frage, wie w√ľrdest du es anstellen, als 17-J√§hriger, hochmotivierter, bald studierender Ingenieurwissenschaftler, Informatiker, dir ein 4-6 Wochen Praktikum klar zu machen, zwischen August und September.
4-6 Wochen?
4-6 Wochen, das ist nat√ľrlich schwierig. Als Unternehmen m√∂chtest du ja eigentlich mindestens 3 Monate, im besten Fall 6 Monate.
Schwer. Und keiner hat Kontakt und Vorerfahrung.
Mein bester Tipp wäre, wir hauen sein Profil in unsere Shownotes und alle können sich bei ihm melden.
Also mit 17, wie viele Schuljahre hat Bayern normalerweise?
Ich hätte gedacht 12, 13.
Ja, aber eins von beiden.
Wer in M√ľnchen ein 1,0 Abi schafft, dem w√ľrde ich auf jeden Fall sofort ein Praktikum geben.
Also ich hätte auch mit 17 ein Abi, aber nicht 1,0. Aber ich hätte eine 1 vorne. Und eine Auszeichnung.
Ich w√ľrde Will 10 Leute auf LinkedIn schreiben.
Es gibt einen guten Post von Elias, der hat gerade geschrieben, wie er auf Twitter wild networkt ohne Netzwerk. Sekunde, ich muss mal gucken, wie der... Das ist jemand, der bei Passion Fruit gearbeitet hat. Oder immer noch arbeitet, das wei√ü ich gar nicht so genau. Sekunde. Ah, sie hei√üt Paul Elijas. E-L-I-J-A-S. Der hat auf LinkedIn ein Guide geschrieben, wie man wild netzwerken kann, wenn man niemanden kennt. Paul Elijas. Das kann man sich anschauen. Der hat n√§mlich ein ganz √§hnliches Problem gerade. Der ist auch, glaube ich, relativ schlau. Und sucht einen Job und ist dann aber auch so picky, wie es sich geh√∂rt. Also 4 bis 5 Wochen machen f√ľr ein Unternehmen, ist nat√ľrlich prinzipiell keinen Sinn. Aber wenn man damit vielleicht jemanden findet, der dann nach dem Studium oder w√§hrend des Studiums als Werkstudent beim arbeitet, dann ist das nat√ľrlich eine gute Ma√ünahme, um zuk√ľnftigen Kandidaten schon zu begeistern. Die Frage ist, was kann man... Wahrscheinlich werden reifere Unternehmen so etwas eher machen als junge. Aber ich w√ľrde sagen, ich w√ľrde unsere Community einfach nochmal fragen. Oder? Ja, ich denke auch.
Und ich w√ľrde ein paar Bilder auf LinkedIn anschreiben. Vielleicht nicht unbedingt die Gesch√§ftsf√ľhrerin, sondern eher Engineering.
√úberleg dir, was die drei Unternehmen sind, f√ľr die du wirklich gerne arbeiten w√ľrdest. Da wirst du es auch schaffen, in drei Zeilen zu erkl√§ren, warum das cool ist, warum es unbedingt da sein muss. Und dann w√ľrde ich das direkt dem CEO schreiben auf LinkedIn. Und? Twitter ist noch besser als LinkedIn. LinkedIn w√ľrde ich eher filtern als Twitter wahrscheinlich. Mach beides. Ich glaube in Deutschland,
vor allem in M√ľnchen ist wahrscheinlich LinkedIn besser. Und vielleicht kann man auch noch dazu schreiben, wenn das m√∂glich ist, dass man sich auch vorstellen k√∂nnte, dann sp√§ter als Werkstudent oder so noch dazu was zu machen. Also, dass es halt l√§nger ist als vier bis sechs Wochen. Genau.
Irgendwie erkl√§ren, wo auch der Win f√ľr das Unternehmen sein kann. Also, wer einen super Kandidaten haben m√∂chte, der einen super Podcast h√∂rt und ein 1.0 Abi hat,
Link in den Show Notes. Dann haben wir gelernt, dass in England wohl weniger Geld ausgegeben wird. Was ist dort los? Ja, kurz gesagt, Barclays Card ist eine relativ große Bankkreditkartenfirma in UK und zieht ungefähr ein Drittel aller Zahlungsströme offenbar mit dem Consumer-Versuch.
Und das ist eine sehr, sehr gute Firma. Und sie hat eine sehr gute Bank. Und sie hat eine sehr gute Bank. Und sie hat eine sehr gute Bank. Von der Bank-Paketierung offenbar mit dem Consumer-Versuch in der Konsumenten-Sphäre.
Und die sehen,
dass die Ums√§tze mit Subscription-Services im Vergleich zum Vorjahr um rund sechs Prozent zur√ľck gehen.
Und haben in der Studie auch herausgefunden,
dass ich glaube, rund ein Drittel, 34 Prozent der Konsumenten schon mindestens ein Service gecancelt haben in der Zeit. und das unter guten Gr√ľnden sind schiere wirtschaftliche N√∂te. Inflation, hohe Energiekosten, Lebensmittelkosten. Das hei√üt, ein zweites Video-Abo ist vielleicht einfach ein Luxus mit Sparpotenzial inzwischen. Dementsprechend verhalten sich die Haushalte. Und wahrscheinlich kommt jetzt der Streaming-Winter. Und bei Netflix haben sie es ja im letzten Quartal schon gesehen. Netflix rechnet mit minus zwei Millionen Subscribern. Also sie verlieren ein Prozent der Subscriber netto dieses Quartal. Ich glaube, Disney und Paramount werden weiter wachsen, aber nicht so schnell wie vorher. Es wird nicht einfacher f√ľr die Streaming-Services. Nat√ľrlich auch Spotify eventuell. Und wer auch die Rezession sp√ľrt, ist Klana. Da bezahlen Kunden n√§mlich mehr und mehr ganz einfache Sachen wie Benzin oder Lebensmittel offenbar mit Klana. Einfach um einen Monat weiter zu kommen. Wof√ľr es nat√ľrlich das perfekte Produkt ist. Und das ist nat√ľrlich auch ein Vorteil.
Und das ist auch ein Vorteil,
einfach um einen Monat weiter zu kommen. Wof√ľr es nat√ľrlich das perfekte Produkt ist. Aber dann muss man sich auch eingestehen, dass man jetzt offiziell im Payday-Loan-Business ist. Also wo Leute Paycheck to Paycheck leben und sich einen Monat mehr Zeit kaufen, indem sie wirklich fast alles, was sie zum Leben brauchen, auf Pump kaufen.
Und das ist wirklich so? Oder ist das nicht auch Ziel? Weil sie ja durch diese Klana-Karte möchten, dass man die Kreditkarte oder das Banking ablöst.
Der Einsatz der Kreditkarte als Debit-Zahlungsmittel ist bestimmt so oder so okay und auch meinetwegen gut zu hei√üen. Das aber auf Pump zu tun, wei√ü ich nicht, ob das so schlau ist. Du kannst es halt genau einmal machen. Warum nicht? Aber es ver√§ndert nichts an deiner wirtschaftlichen Lage. Und die Frage ist eben, wenn du dadurch in den Verzug ger√§tst und weitere Kosten auf dich zukommen, so eine Mahngeb√ľhr ist halt auch schon ein Mittagessen. Also nicht so einfach. Trotzdem hat Klanas jetzt endlich geschafft, seine Runde zusammenzubacken, zu bekommen. Sie scheinen 800 Millionen geratet zu haben auf einer 6,65 Milliarden Bewertung, jetzt haupts√§chlich aus bestehenden Investoren. Und damit kann es jetzt erstmal weitergehen. Das m√ľsste nach meinen Berechnungen so zwei, drei Quartale mehr Luft geben. Wobei beim Cashflow hatten sie 750 Millionen im Q1 im Minus. Da m√ľssen wir jetzt nochmal drauf gucken im Q2, wie viel Geld sie dadurch bringen. Aber ewig wird auch das Geld nicht reichen, glaube ich. Aber der CEO gibt sich sehr optimistisch auf Twitter und findet das alles eher komisch, dass sein Business nicht mehr so viel wert ist.
Aber was denkst du, wie lange hat er daran drum √ľberlegt, an dem Tweet?
Ich glaube nicht, dass er sich daran sparen kann. Vielleicht ist es f√ľr die Mitarbeiter Motivation, ich wei√ü es nicht. Aber er gibt sich ein bisschen √ľberrascht, dass die Valuation so niedrig ist, obwohl es dem Business ja angeblich besser geht als je zuvor. Aber die Wahrheit ist auch, warum glaubt er, dass Affirm nur noch 5 Milliarden wert sind. Warum glaubt er, er soll mehr wert sein als Affirm bei √§hnlichen Ums√§tzen und langsamerem Wachstum? Affirm w√§chst, glaube ich, √ľber 50 Prozent, Kleiner keine 20 Prozent. In welcher Welt w√§re diese Firma mehr wert? Das verstehe ich nicht. Keine Ahnung, wo er die Berechtigung sieht. Es ist sein gutes Recht, da optimistisch zu sein. Oder seine Verpflichtung auch. Ich glaube das nicht. Und ich glaube, dass bis Mitte August noch weitere Mitarbeiter gehen m√ľssen. Aber da kann nicht falsch liegen. Ich w√ľrde da auch gerne falsch liegen.
Da bin ich bei dir und sein Image wird sich ändern. Das Twitter-Foto, in dem er ein Spagat macht im Smoking, das wird geändert gegen einen sehr seriösen Blick. Und der wird jetzt einfach voll auf Profitability gehen.
Wir sind jetzt alle Wartime-CEOs.
Genau. Es hat alles angefangen, als Tobi von Shopify seine M√ľtze abgelegt hat. Da war Krieg. Jetzt wird es ernst. Wie hei√üt das? Wartime und Peacetime-CEO?
Ein Goldilocks-Wartetime-CEO gibt es noch. Julian Theiker von WeFox hat f√ľr WeFox eine Up-Round von 3 Milliarden auf 4,5 Milliarden hingelegt. Also WeFox hat nochmal 400 Millionen auf 4,5 Milliarden geraced. Das ist wiederum 50% √ľber der letzten Runde.
Dein Take? Kannst du mir erklären, was WeFox macht? Oder machst du das nächste Woche?
Ich glaube, niemand kann einem erkl√§ren, was WeFox macht. Es ist schon ganz cool, in den Zeiten noch mal Geld racen zu k√∂nnen. Wobei es gibt da eine Fremdkapitalkomponente anscheinend. Und es ist Mubadala, der Staatsfonds der Emirate. Ich habe vergessen, welches das ist. Es ist, glaube ich, Abu Dhabi. Und das ist insofern gut, weil es alle anderen, genau, Abu Dhabi, das blockt dann auch die Staatsfonds der anderen Emirate. Wo war das? Genau, also. Das ist jetzt nicht das smartest Money, was er da eingesammelt hat, glaube ich. Sondern es ist nach Crunchbase-Informationen, ist es Sekunde in der Series D. Au√üerdem dabei ist Horizon Ventures. Das ist Li Ka-Shing, ein chinesischst√§mmiger Reichs-Einwohner Hongkongs. Ein Industriemagnat mit 30 Milliarden schwer, der mit seinem Venture da investiert hat. Die alten Investoren ziehen teilweise mit. Und es kommt auch Geld von Omas dazu. Das ist wieder so ein kanadischer Pension Fund, Ontario Municipal Employees Retirement System. Die haben damals auch die Series B-Extension gemacht. Und was auff√§llt ist, dass die letzten Runden, ist mein Eindruck, dass Horizon Ventures, also Li Ka-Shing, Mu Badala und Target Global, die waren alle bei den Runden davor schon dabei. Und scheinen sich so ein bisschen den Ring rumzugeben, wer den Lead macht. Aber dass jetzt wirklich nochmal ein gro√üer neuer Investor als Lead-Investor reinkommt, habe ich da jetzt nicht rausgelesen, ehrlich gesagt. Das hei√üt, man k√∂nnte jetzt b√∂se sagen, die marken da gegenseitig ihr Investment hoch. Und wer der Mutigste ist, das Ding ist ja das Besondere beim Private-Markt ist, an der B√∂rse hast du Supply-Demand, Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Und der Kurs, der sich an der B√∂rse ergibt, ist der Durchschnittskurs sozusagen, der den Demand und Supply ausreichend abbildet. W√§hrend es im Private-Markt ja so ist, es ist so ein bisschen, als g√§be es keine Verk√§ufer. Das hei√üt, der, der das h√∂chste Gebot abzugeben bereit ist, macht den Kurs letztlich. Also fairerweise muss man sagen, da investieren jetzt noch drei, vier Parteien mit oder ein paar mehr. Aber letztlich haben die sich halt darauf geeinigt, dass sie sagen, die Firma ist jetzt viereinhalb Milliarden wert. W√ľrde man jetzt 100 VCs befragen, ist die Firma jetzt viereinhalb Milliarden wert, w√ľrden die vielleicht auch zu einem anderen Ergebnis kommen. Aber die, die jetzt teilweise auch schon vor Invested Interest hatten, haben gesagt, die Firma ist uns jetzt viereinhalb Milliarden wert und darauf legen wir 400 Millionen rein. Von denen wiederum ist aber ein Teil dead. Also man wei√ü jetzt gar nicht, oder ich wei√ü nicht, wie viel jetzt wirklich Equity-Funding da reingegangen ist. Was ich komisch finde, ist, warum so ein Modell 1,3 Milliarden Funding gebraucht, also am Ende verkaufen die Versicherungen, irgendwie digital. 1,3 Milliarden ist schon echt viel. Also in Lemonade sind bis heute 500 Millionen reingeflossen und die waren schon an der B√∂rse. Wie brennt man durch 1,3 Milliarden als Versicherungsbusiness durch? Das kannst du mir beantworten. Was mir noch aufgefallen ist, dass unter den Investoren ist auch die LGT Group, das wiederum ist der Lichtenstein Global Trust, LGT Group und Lightrock. Lightrock ist der Venture-Arm von LGT Group. LGT Group wiederum ist die Bank der Mehrj√§hrigen F√ľrstenfamilie, die auch 2008 in einen Steuerskandal verwickelt war, durch den Datenlinien 2002, wo mehr als 1000 Deutsche anscheinend verd√§chtig waren der Steuerverk√ľrzung oder Hinterziehung. Und gleichzeitig ist Max von Lichtenstein, von und zu Lichtenstein, seine Durchlaucht auch ins Board gegangen, in den Aufsichtsrat oder wie hei√üt das, ich glaube Supervisory Board von Wefox. Und dann, wenn man mal schaut, wo Wefox eigentlich sitzt, also ich gehe mal auf wefox.de, schaue ins Impressum, dann finde ich raus,
die sitzen an einer Berliner Anschrift,
und zwar die Wefox Insurance AG Niederlassung Deutschland sitzt dort. Die Wefox Insurance AG, wiederum sitzt aber in Luxemburg und die zuständige Aufsichtsbehörde ist die Finanzmarktaufsicht in Lichtenstein. Und der Max, seine Durchlaucht, Max von Lichtenstein, ist jetzt im Supervisory Board von Wefox. Nach meinem Verständnis ist Lichtenstein
jetzt auch keine lupenreine Demokratie,
sondern eine Monarchie. Und so ein bisschen ist das, als wenn der Sohn von Olaf Scholz, als wenn Wirecard den Lichtenstein-Mann in der Schweiz verliebt hat, als wenn Wirecard den Sohn von Olaf Scholz ins Board genommen hat, damit die BaFin gn√§dig ist. Ein bisschen zugespitzt gesagt. Man kann das schlecht vergleichen, weil es eben keine √§hnlichen Systeme sind, aber es gibt auch da eine Finanzmarktaufsicht. Nach meinem Verst√§ndnis ist das letztlich alles ultimativ der F√ľrstenfamilie unterstellt.
Ich finde es, es hat ein bisschen geschmeckt,
dass dein Regulator gleichzeitig, oder jemand, der deinem Regulator nahestehen k√∂nnte, gleichzeitig ein bisschen das, dass jemand, der deinem Regulator nahestehen k√∂nnte, gleichzeitig in deinem Board ist und Investor ist. Also wer reguliert da eigentlich noch wen, wenn der Lichtenstein Global Trust selber investiert ist, der wiederum der F√ľrstenfamilie zuzurechnen ist, nach meinem Verst√§ndnis. Finde ich ein bisschen kompliziert. Ich glaube, ich w√ľrde keine 4,5 Milliarden f√ľr WeFox zahlen, ehrlich gesagt. Ich habe auch mal die Trustpilot und Finanzflossreviews angeschaut. Vielleicht einfach selber machen, ich m√∂chte das gar nicht. Ich w√ľrde aber Thomas und seinen Freunden von Finanzfloss nochmal nahe legen, sich mal die 5-Sterne-Reviews, die positiven, zu WeFox durchzulesen. Die kann ich ja mal verlesen, damit sich jemand selber einen Eindruck machen kann.
Nee, Lars, das kann jemand.
Das ist aber lustig.
Aber lass mich raten, auf jede schlechte Bewertung gibt es eine gute Bewertung.
Nee, ich glaube, so ist es. Sekunde. Zum aktuellen Zeitpunkt 25 positiv, 71% negativ steht hier. So, willst du Steffi oder Roswitha? Was soll ich vorlesen? Roswitha. Es war ein zu leichtsinniges Reh. Ich hatte noch nie einen Schaden, so war ich vorsichtshalber auch wegen Hinweise eines Bekannten auf negative Bewertungen auf manche H√ľrde eingestellt. Ich wurde aber auf ganzer Linie so unerwartet positiv √ľberrascht. Hier wurde ich v√∂llig √ľberrascht. Normalerweise h√§tte ich mir die telefonische Beratung gar nicht angeh√∂rt, da ich die angepriesenen Vorteile f√ľr unseri√∂s oder fake halte. Hier wurde allerdings alles so vern√ľnftig erkl√§rt, dass ich Vertrauen fassen konnte. Meine bestehende Hausratsversicherung ist nun trotz Upgrade auf Premium 2 Euro g√ľnstiger und sogar monatlich k√ľndbar, sagt Ralf Ulbricht. Bei Trustpilot im Durchschnitt ergibt sich aber doch ein bisschen ein anderes Blickbild. Mir scheinen die Reviews nicht subjektiv zu wirken, die auf mich nicht 100% authentisch sind. Das ist auch schwierig in so einer Branche, oder? Es ist ja √§hnlich wie mit dem Restaurant,
da bewertest du ja auch nicht, wenn es Essen gibt.
Das dachte ich auch. Weil ich ja nicht total doof bin,
habe ich mir dann die Reviews von Hocobock angeschaut. Die kriegen aber schon 4 von 5.
Das ist ja auch ein bisschen ein bisschen ein Problem. Ich habe mir das dann auch angeschaut, weil ich mir das dann auch nicht so gut finde. Ich habe mir Hocobock angeschaut, die kriegen aber schon 4 von 5 Sternen und vern√ľnftige Reviews. Ich habe ja gar nicht vorgeworfen, dass jemand das ver√§ndert. Aber wenn ich das vorgeworfen h√§tte, dann k√∂nnte ich nicht ausschlie√üen, dass andere das nicht auch machen. Du wolltest noch wissen, was WeWork macht. Nach meinem Verst√§ndnis sind sie Versicherungsmakler und Stellenmakler. Sie stellen sich an, sie haben freie Makler, sie haben exklusive Makler und Affiliated Makler. Ich habe vergessen, wie es hei√üt. Da kaufen sie wohl auch die oder √ľbernehmen auch die Stammbelegschaft, nicht die Belegschaft, die Stammkundschaft und werden dann Makler of Record, nach meinem Verst√§ndnis. Und ich glaube, was man ja theoretisch machen k√∂nnte,
WeFox sagt jetzt nicht viel dazu,
wie sie wachsen, ich konnte das nicht herausfinden und es ist ja auch relativ intransparent und keiner wei√ü so richtig, wie es geht. Aber eine Gefahr, die ich zumindest sehen w√ľrde, ist, dass jemand zum Beispiel einfach nur einen Bestandsmakler aufkauft und sagt, es gibt hier, der Deutschlandchef hat sich irgendwie, Sekunde, ich kann es mal vorlesen,
die Bedeutung der Bestandsveräußerung
am Ende des Berufslebens w√§chst stetig und betrifft mit Blick auf den Altersdurchschnitt der Branche immer mehr Beraterinnen und Berater. Also k√∂nnte es sein, dass ein Versicherungsmakler √ľber 50, dass man den anbietet, wie in anderen Industrien auch, also √ľbernehmen hier deinen Laden, inklusive deiner Stammkundenschaft, damit w√§chst sein Umsatz fein, die kriegen dann nach WeFox Angaben so eine Art Lebensrenter ausgezahlt daf√ľr und das w√ľrde zumindest erkl√§ren, woher der Kapitalbedarf f√ľr das Fremdkapital kommt, weil ich wei√ü nicht, warum man als Versicherung Fremdkapital aufnimmt, dazu verstehe ich die Versicherungsbranche nicht. Was ich verstehe, ist, dass Versicherungen nicht so gut sind, damit du zum Beispiel deine Lebensversicherung sp√§ter mehr Geld dazur√ľckbekommst.
Bei WeFox ist es aber so,
dass sie immer wieder Fremdkapital auch aufnehmen und deswegen könnte es sein, dass man quasi
viele Kundenpools aufkauft
und dar√ľber quasi anorganisch w√§chst. Das w√§re eine M√∂glichkeit, wie man so schnell w√§chst. Das ist ganz wertfrei, kann positiv, kann negativ sein, was auch immer man da sonst sehen will. Ich w√ľrde sagen, ich bin ja hier Chrysalis Short, das war dieser b√∂rsennotierte VC, der in kleiner WeFox Darling Bank drin ist und eine sch√∂ne √ľber 50% Fintech und Insurance Exposure hat. Das l√§uft bisher ganz gut, eigentlich. Auch als Disklaimer, dass ich dagegen wette. Dann w√ľnsche ich euch
einen sch√∂nen Mittwoch. Vielen Dank f√ľr die kleine Runde und f√ľr die kleine Reise durchs Lobby, Dasein, durch die letzten 10 Jahre Internet und wir h√∂ren uns wieder Samstag.
Bis Samstag.
Ciao, ciao. Dann wieder mit Stimme.