Doppelg├Ąnger Folge #180 vom 17. September 2022

­čô║ ProSieben | ­č¬ź Ethereum Merge | ­čÄĘ Adobe + Figma | ­čîÄ Patagonia | Berufseinstieg | AI vs. Fiverr | Mytheresa

Verkauft ProSiebenSat.1 immer noch so viel Werbung wie in den letzten Jahre? Ethereum Kurs rutscht nach erfolgreichem Merge ab. Adobe kauft Figma. Patagonia geh├Ârt jetzt der Erde. Kann man beim Berufseinstieg in ein Start-up die Chancen verbauen? Welche Auswirkungen hat AI auf Marktpl├Ątze wie Fiverr & Upwork? About You korrigiert Ausblick, Mytheresa Earnings, Apple Verlustrate und Google Antitrust.

Philipp Gl├Âckler (https://twitter.com/gloeckler) und Philipp Kl├Âckner (https://twitter.com/pip_net) sprechen heute ├╝ber:

(00:00:55) ProSiebenSat.1

(00:17:00) ETH Merge

(00:19:30) Adobe kauft Figma

(00:33:40) Patagonia geh├Ârt jetzt der Erde

(00:46:30) Berufseinstieg

(00:52:00) AI-Ding

(01:05:40) About You

(01:15:30) MyTheresa Earnings (01:19:00) Antitrust Corner

Shownotes:

What investors first paid for Figma https://twitter.com/rolfewinkler/status/1570458596789587968

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Willkommen im Doppelg├Ąnger Tech Talk Podcast Folge 180 Mitte September. Wir nehmen an einem Freitagmorgen auf die kurze End-Sommerferien Edition von uns. Wir reden ein bisschen ├╝ber ProSieben Sat.1 nach dem OMR Podcast habe ich eine Frage an dich Pip. Dann Thiel Fellows sind auf jeden Fall Thema zweimal Peter Thiel hat ja mal, das muss ungef├Ąhr so 2012 gewesen sein, aufgerufen, dass er Studenten 100.000 Dollar geben w├╝rde, wenn sie das Studium hinwerfen und zwei davon sind heute Thema, eine Person vielleicht ein bisschen k├╝rzer. Und ja ein paar Fragen und ein bisschen Earnings am Ende. Aber erst meine erste Frage in dem OMR Sport Podcast gab es mal wieder jemanden der was mit Business zu tun hat, den Witz musste ich bringen und zwar der CEO von ProSieben Sat.1. Und wir haben ja in den letzten Monaten gelernt, dass gro├če Tech Firmen auf einmal ja ein bisschen auf die Sparbremse dr├╝cken. Also bei Snap wird weniger ausgegeben, das war beim Earnings Call Thema, irgendwie bei Google muss man jetzt auf einmal weniger Business Reisen machen, um ein bisschen Geld zu sparen und ├╝berall war ganz klar, dass dieses Jahr irgendwie weniger Werbedruck, weniger Werbegeld ausgegeben wird. Nur war ProSieben Sat.1 wurde das irgendwie verneint. Daraufhin ja habe ich dir sofort geschrieben und sagte guck doch mal in die Zahlen, sag doch mal ob das wahr ist. Also wird in der deutschen Fernsehlandschaft immer noch weiterhin von Gro├čkonzernen viel Geld im Marketing gesteckt, w├Ąhrend die gro├čen Tech Konzerne weltweit merken, dass es weniger wird?
Du bist ja ein furchtbar argw├Âhnischer Mensch geworden. Das haben zwei eure Podcasts mit dir gemacht. Mich hat das tats├Ąchlich auch ├╝berrascht, aber Spoiler, ProSieben steckt sich tats├Ąchlich ganz gut. Also ich h├Ątte gerne die einfach mal mit, also was ich spannend finde ist, dass sie die, wir machen weiter nur Werbung. Subscription interessiert uns alles nicht, dieses Quatsch, egal wie hoch das an der B├Ârse bewertet ist. Wir machen Werbung, das k├Ânnen wir am besten. Da hatte ich so das Bauchgef├╝hl, das kann nicht die beste Strategie sein. Dachte, total easy, vergleiche ich sie mal mit Paramount, eben als Wirecom, die ja gerade die Transition von Werbefinanzierung, also man muss sagen, das ist nicht 100% das gleiche, weil es ein Cablebusiness ist, das l├Ąuft in den USA ja noch ein bisschen anders. Also da ist es nicht so einfach wie private Broadcaster und Subscription Services wie Netflix, sondern es gibt eben auch dieses Mittelding Cable, aber die haben schon sehr stark Advertising finanziertes Business, was jetzt in die Transition gefahren wird zum Subscription Modell. Und dachte, das wird an der B├Ârse sicherlich besser bewertet, wenn ich mir die mal auf ein Jahr, zwei Jahre, drei Jahre, here to date anschaue. Und tats├Ąchlich entwickeln die sich relativ gleich. Also ProSieben f├Ąhrt mit der Strategie an der B├Ârse gemessen nicht schlechter als ein Wirecom. Ich glaube, Wirecom unterliegt viel mehr den Schwankungen durch Zinsen und so weiter. Aber tats├Ąchlich, also beiden geht es nicht gut, das hei├čt irgendwie minus 60, minus 70% auf ein, zwei Jahre Sicht. Aber du kannst jetzt nicht sagen, dass die B├Ârse die eine Strategie besser oder schlechter findet. Gerade warum das vermutlich Sinn macht, ist, wenn du wirklich beim Streaming mit stinken willst, dann brauchst du ja tats├Ąchlich unheimlich hohe entweder Produktionsbudgets oder Einkaufsbudgets f├╝r Lizenzrechte. Und dass du da das bessere Angebot gegen einen internationalen Player kreieren kannst, ist unheimlich unwahrscheinlich, w├╝rde ich sagen. Also eigentlich Quatsch das zu probieren. Au├čer f├╝r Klick, nat├╝rlich Klick. Klick Digital, wenn du Best of alles machst f├╝r den halben Preis, das muss funktionieren. Aber von daher finde ich ProSieben Strategie, also zwei Sachen finde ich daran schlau. A, sich 100% einzugestehen, wir k├Ânnen mit dem Netflix eh nicht mitstinken. Deswegen machen wir Werbe finanziert und ein sehr lokales Angebot. Und das ist das andere, ich habe erst mal nicht verstanden, was der meint mit lokalem Content. Machen die jetzt hier irgendwie Sat.1 Region News oder so? Aber lokaler Content hei├čt nat├╝rlich in Deutschland produziert.
Ich habe verstanden, das hei├čt haupts├Ąchlich Geld an Joko und Stefan Raab geben.
Das ist ein Teil davon, keine Frage. Aber das funktioniert ja auch unheimlich gut. Von daher halte ich das f├╝r gar nicht so bl├Âd, weil das ist das, was du im Zweifel halt nicht auf einem Netflix bekommst. Also die versuchen schon nat├╝rlich lokale Serien einzukaufen, so wie diese, wie hei├čt das mit den How to sell drugs online und so was und ein paar andere auch. Aber f├╝r Netflix ist es nat├╝rlich hochunprofita, nicht hochunprofitabel, aber es ist nicht so effizient oder opportun, irgendeine lokale Serie zu kaufen, auch wenn das mal die Strategie war. Weil du willst nat├╝rlich was, was du international ausr├Ąumen kannst, weil du dann die, hast du nur die Produktionskosten plus Synchronisationskosten, kannst es dann aber weltweit vermarkten. Das ist f├╝r ein Netflix mit 200 Millionen Subscribern nat├╝rlich viel spannender, als irgendeine Serie zu bauen, die vielleicht nur 20 Millionen Deutsche sich anschauen oder 15 Millionen Deutsche sich anschauen. Und das kann tats├Ąchlich ein Edge sein, dass du sagst, bei uns gibt es halt deutsches Fernsehen, deutsche Unterhaltung, deutsche Serien. Du musst ja irgendwo deinen USP entwickeln oder deine Edge. Von daher finde ich die Strategie durchaus nachvollziehbar.
Also die Content-Strategie vollkommen, aber die Werbestrategie nur auf Werbung zu machen, f├╝hlt sich ja als Konsument irgendwie nicht so gut an. Ich gebe dir ein Beispiel, ich habe letzte Woche mal Fernsehen geguckt, hier Jokos Show, Wer steht mir die Show? Und vorher habe ich das ein bisschen auf YouTube verfolgt und vielleicht mal auf Join. Auf Join ist wesentlich weniger Werbung. Und im Fernsehen hast du halt noch diese Werbeunterbrechungen, die kriegst du ja als Konsument aktuell eigentlich abtrainiert. Also auf YouTube kommt die Werbung so oft und YouTube versucht dich irgendwie gef├╝hlt einmal die Woche oder mehr in das Abo-Modell reinzusetzen. Auf Netflix oder Amazon oder so siehst du die Werbung gar nicht mehr. Wir leben ja vermehrt in einer Welt, in der sich auf jeden Fall ein Teil der Konsumenten es leisten k├Ânnen, daf├╝r zu zahlen, dass sie keine Werbung mehr sehen. Und da m├╝sste ProSiebenSat.1 auch irgendwie eine Strategie haben.
Das betrifft dich nat├╝rlich mehr als andere, dieses Privileg, dass du Werbung nicht anschauen musst, wenn du nicht willst. Und dementsprechend ungewohnt ist es, wenn du sie dann doch mal siehst. Also ich kann es auch nachvollziehen, wenn ich jetzt mal im Privatfernsehen mal schaue, was nicht mal so oft vorkommt, dann denke ich auch so, huh, warum muss ich mir jetzt hier sechs Minuten kleine Filmchen angucken? Das ist im Kino immer ganz lustig, aber vom TV war es kein Spa├č. Andererseits glaube ich auch, dass die, also ein Teil der Audience ist das gew├Âhnt, glaube ich. Das ist sein Vorg├Ąnger, der Ebeling bei ProSiebenSat.1, dem hat er quasi gesagt, unsere Audience sind halt die Couch-Potatoes und die gehen auch nicht weg. Jetzt will man nat├╝rlich sagen, man hat eine j├╝ngere Audience, die wiederum finden es vielleicht auch okay, du hast ja ein Second Screen immer, das hei├čt in den sechs Minuten irgendwas anders zu machen. Das will der Werbetreibende nat├╝rlich nicht h├Âren, aber anscheinend k├Ânnen die Leute ja damit leben. Ich glaube nicht, dass das langfristig das bessere Konzept ist, das ist ja auch vollkommen klar, aber du musst ja irgendwas machen, was du kannst. Und die Frage ist, willst du das richtige Konzept machen und da aber scheitern oder willst du was machen, in dem du extrem gut bist? Und ProSieben ist ja quasi der Marktf├╝hrer, also die haben 25% des Reaches und 38% der Werbeums├Ątze im werbefinanzierten TV-Markt. Das hei├čt ja, sie k├Ânnen das besonders gut, das was sie machen. Und ich glaube, es ist besser, das unterlegene Konzept richtig gut zu machen, vor allen Dingen, weil du eben gegen Netflix, Amazon Prime und so weiter eh nicht stinken kannst. Also die Frage ist, w├╝rdest du 12 Euro im Monat zahlen f├╝r ein bisschen Yoko und Germany's Next Topmodel?
Also f├╝r Topmodel jetzt nicht. F├╝r Yoko, klar. Das Geld geht ja wieder zur├╝ck in die Startup-Szene.
Aber wird da nicht besonders gut eingesetzt, habe ich das Gef├╝hl. Ich glaube schon, wenn du richtig gute lokale Formate entwickeln kannst, dann kannst du vielleicht ein paar, das machen sie ja teilweise, dass du fr├╝her schauen kannst und so. Aber ich glaube, es ist besser, sich auf die St├Ąrken zu konzentrieren. ├ťber 50% wird, glaube ich, auf Deutsch produziert an Inhalten. Also du hast nat├╝rlich auch irgendwelche US-Filme, US-Serien, relativ viel sogar. Gerade bis zum Abend hast du ja unheimlich viele. Also irgendwie Big Bang Theory und diese ganzen aufgew├Ąrmten Serien. Aber was ich spannend fand ist, also ├╝ber die letzten zehn Jahre haben die sich verdoppelt tats├Ąchlich. Das entspricht 7% Kegel berechnen sie. Und der TV-Anteil daran ist relativ stabil. Also nicht prozentual, sondern TV ist letztlich noch so gro├č wie vor zehn Jahren. Das hei├čt, es ist nicht gewachsen, aber auch nicht geschrumpft oder nur ganz minimal geschrumpft, w├Ąhrend ihr ganzes New Business eben f├╝r diese Verdoppelung gesorgt hat. Das fand ich schon besser, als man denkt. Im Q2 sind sie tats├Ąchlich auf Vorjahresniveau bei Umsatz und EBIT. Also sie wachsen dieses Jahr nicht. Das muss man fairerweise sagen. Ich glaube, minus 2% oder so sogar. Aber es ist jetzt auch ein besonders schweres Jahr und es ist nicht so schlecht, wie man vermuten w├╝rde aufgrund des angespannten Werbemarkts. Sie haben massiv Schulden abgebaut. Sie waren ja immer mal wieder in Private Equity Hand. Da baut man zwangsl├Ąufig ein paar Schulden auf. Die bauen sie ab und sie machen tats├Ąchlich einen soliden Cashflow. Ich glaube, 450 Millionen im Jahr haben noch 2 Milliarden oder 1,8 Milliarden Schulden ├╝brig. Zahlen 181 Millionen davon als Dividende aus. Das sind 80 Cent gewesen dieses Jahr. Wei├č man nicht, ob das n├Ąchstes Jahr so stark sein wird. Aber bei 7,50 Euro Kurs ist das halt 11-12% Dividendenrendite. Das ist jetzt nicht so schlecht, wenn du 11% im Jahr bekommst. Wie gesagt, das soll nicht hei├čen, dass das ewig so weitergeht, aber sie werden weiter in gro├čen oder 50% das Free Cashflow auszahlen, haben sie gesagt. Von daher finde ich das gar nicht so unspannend. Ich w├╝rde das selber nie investieren, weil es am Ende doch zu langsam ist und nicht w├Ąchst. Die sind schon sehr, sehr g├╝nstig bewertet. Da sind sehr, sehr viele dunkle Wolken drin. Du siehst in den Werbeausgaben, dass Tourismus zum Beispiel sehr stark wiederkommt. Das war ja gar nicht da eine Zeit lang. Das w├Ąchst jetzt glaube ich dreistellig im Vergleich zum Vorjahr, wo es quasi nicht existiert hat. Die Automobilindustrie wirbt weniger, weil sie es nicht m├╝ssen und auch so auf hohe Margen kommen. Aber der gr├Â├čte Block ist eigentlich bei Pro7 tats├Ąchlich FMCG und Kosmetik, also irgendwelche Joghurtwerbungen und Sachen, die du dir ins Gesicht schmierst oder unter die Arme. Ansonsten, was w├╝rdest du sch├Ątzen, ist die Marge von so einem Business? Operative Marge oder EBIT wie du willst?
10%?
Es ist tats├Ąchlich 20% EBITDA Marge, 15% operative Marge. Es ist ein hochprofitables Business und auch da hat er recht. Netflix hat mit Ausnahme 2020, wo sie nicht produzieren durften, also keine Ausgaben hatten, letztlich nur sehr wenig Ausgaben, noch nicht einmal einen positiven Cashflow gemacht. Ganz abgesehen von einem positiven Net-Income, aber nicht mal so ein Cashflow positiv ist, ist Netflix geworden. Und Pro7 hat halt eine 20% EBITDA Marge. Das ist schon ganz vern├╝nftig. Wenn ich mich festlegen m├╝sste, glaube ich Pro7 Long, Netflix Short. Also Netflix Short bin ich sowieso, ja aktuell, aber w├Ąre glaube ich eine gute Wette.
Na gut, auf den Bewertungen, ja.
Netflix muss erstmal beweisen, dass sie Geld verdienen k├Ânnen und dass die Nutzer schrumpfen jetzt, hallo, die sind ├╝ber den Berg. Also sie verdienen kein Geld und die Nutzer wachsen nicht mehr. So, jetzt sagt man ja, wie jetzt die Zukunft ruhiger wird f├╝r Netflix, zumal die Konkurrenz immer st├Ąrker w├Ąchst. Also vielleicht scheiden jetzt irgendwann mal ein paar kleinere Anbieter aus, aber prinzipiell hast du massiven Druck von Disney noch, die deutlich schneller wachsen. Du hast Amazon, die damit kein Geld verdienen m├╝ssen, wenn sie nicht wollen und es trotzdem tun irgendwie. Also, ja, ich glaube Pro7 Long, weil also, dass das noch weiter sinkt, ist schon unwahrscheinlich auf den jetzigen Zahlen. Plus du hast immer die Gefahr, dass, na gut, sie sind noch ein bisschen zu sehr verschuldet. Wenn, sagen wir mal, wenn die jetzt nochmal, was ist der operativer Cashflow, 1,64 Milliarden von 4,5 Milliarden Umsatz. Wenn sie jetzt aggressiv Schulden abbauen w├╝rden, dann k├Ânnte ruckzuck auch noch, k├Ânnten sie wieder in Private Equity hand geraten. Also du kannst ja wieder von der B├Ârse kaufen, wenn jemand den Deal finanziert. Aber da sie so Cashflow stark sind, g├Ąbe es in dem Fall vielleicht sogar jemand, der das finanzieren w├╝rde, obwohl sie halt noch ein bisschen zu hoch verschuldet sind, nach meinem Gef├╝hl. Aber ich bin jetzt auch gar nicht der Experte daf├╝r. Aber du hast immer die Gefahr, dass jemand die f├╝r nochmal 30 Prozent Pr├Ąmie von der B├Ârse kauft und das gleiche macht, was jetzt schon zweimal passiert ist. Von daher glaube ich, dass, wenn ich mich festlegen w├╝rde, glaube ich, dass ab heute, auf Sicht von zw├Âlf Monaten, ProSieben seit 1, sich besser entwickeln wird als Netflix. Obwohl wir einen sehr schweren Werbemarkt haben.
Kurzfristig mag das nein, langfristig glaube ich das ├╝berhaupt nicht, weil ich finde halt, Rabe, Joko, Klaas und die Gesichter von ProSieben sind wahrscheinlich die letzten TV-Stars, wie wir sie so kennen. Also alle, die in deren Alter, also die haben ja alle angefangen mit 20 ungef├Ąhr oder sogar j├╝nger und die w├╝rden doch jetzt alle All-In, TikTok, YouTube und so machen und f├╝r die spielt Fernsehen ja ├╝berhaupt keine Rolle mehr.
Langfristig sehe ich das, ich glaube es gibt ein strukturelles Problem, n├Ąmlich dass das Fernsehen viele Influencer schafft, aber die Influencer das nicht zur├╝ck ans Fernsehen geben. Also es gibt mal so Ausnahmen, wenn es eine Diana zu L├Âwen zu H├Âlle der L├Âwen gibt, ich glaube da findet ein Austausch von Followern mehr oder weniger statt. Prinzipiell ist es so, dass das Fernsehen Leute schafft, mit einer hohen Reichweite, die sich dann schnell auf soziale Medien ├╝bertr├Ągt. Also jede Fernsehmoderatorin hat ja relativ schnell 100.000 und mehr Follower auf Instagram. Und das wird aber kaum zur├╝ckgegeben an das Medium Fernsehen, glaube ich. Also du blutest das mit den ganzen Personen, die du aufbaust so nach und nach aus. Das ist ein strukturelles Problem, das ich auch sehe. Aber ich habe gesagt, auf Sicht von einem Jahr. Also das wird sich aber so graduell ver├Ąndern, wie der Untergang von Print oder so, glaube ich, was du gerade beschreibst. Das ist vollkommen richtig, aber ich glaube das passiert nicht von heute auf morgen.
Es gibt dann immer, wie bei Knossi, so den Wunsch ins Fernsehen zu kommen, dann es ausprobieren und ein bisschen ern├╝chternd sein, dass es nicht so funktioniert von den Zahlen.
Das scheint nicht zu funktionieren. Ich wei├č nicht wie Studio Schmidt l├Ąuft, aber Knossi, i don't know, B├Âhmermann spielt das ganz gut im Reigen irgendwie mit Podcast, online und...
Genau, der war schon Fernsehstar, also der hat ja den Podcast und Fernsehen parallel aufgezogen. Das w├╝rde ich auch noch als Fernsehstar oder Moderator der alten Schule nehmen. Also ich bin gespannt. Ich w├╝rde auf jeden Fall 5, 10 Euro zahlen, um werbefrei ProSiebenSat.1 gucken zu k├Ânnen, wenn ich's denn gucken m├Âchte.
Okay, aber dann k├Ânnen wir eine Wette machen. Packen wir auf die Prediction-Page. In 12 Monaten ab jetzt, ich sag ProSieben entwickelt sich besser als Netflix. Und Disney am besten von allen. Apropos Wette. Jetzt stehst du wieder nicht in den Minuten.
Doch, doch, doch. Eingeschlagen.
Ja, und du tr├Ągst es ein.
Ich hab Muckel geh├Ârt. Es gibt wohl verschiedene Unternehmen, die uns h├Âren und jetzt zwei Sachen eingef├╝hrt haben. Also 5er Schnellwette wird ab und zu in den Meeting jetzt verwendet. Und dann gibt es wohl hei├če Matches an Tischtennisplatten und Tischkickern und daraufhin werden dann kleine Positionen in irgendwelchen Fonds gekauft.
Das find ich gut. Wir k├Ânnen ja mal ein Tischtennis Turnier machen, das find ich auch lustig.
Oh ja. Und Kicker. Startup Olympiade. Wir machen eine Startup Olympiade. Alle Startup Sportarten unter einem Dach. Was geh├Ârt dazu? Tischkicker?
J├Ągermeister trinken.
Looping Louie?
Looping Louie, genau. Irgendwas im B├Ąllebad verstecken.
Okay, also diese ganzen Partyspiele aus Berlin und dann die seri├Âsen Startup Spiele Tischtennis und Tischfu├čball.
Find ich gut, Startup Olympiade. Und das verkaufen wir dann als TV. Stimmt. Du bist der neue Generation. Du hast erst die alte Generation fertig gemacht, um jetzt die TV Startup Olympiade aufzubauen.
Also wenn das irgendjemand von der Florida TV h├Ârt oder Brainpool, bitte melden. Podcast at Doppelg├Ąnger.io.
Also ich stehe, ich muss schon mal sagen, nach meinen Einlassungen der vergangenen Zeit stehe ich als TV Unterhalter nicht zur Verf├╝gung. Das w├Ąre nicht 100% konsistent im Messaging, habe ich das Gef├╝hl.
Sehr gut. Dann kannst du mir kurz erkl├Ąren, ob ich jetzt Ether Million├Ąr bin? Der Merch ist vollbracht, die Welt ist gerettet, wir haben keine Energieprobleme mehr und alle sind jetzt Multimillion├Ąre?
Genau, der ETH-Merch, also der Wechsel von Proof of Work zu Proof of Stake ist relativ problemlos vollzogen worden. Ether ist 10% g├╝nstiger als vorher, hat super funktioniert. Ist wieder, glaube ich, unter 1500 gerutscht. Kurz, halte ich sie kurz nicht. Guck mal kurz. Also wei├č ich jetzt nicht so richtig, warum das ist. Ob das wieder an den Zinsen liegt oder einfach, weil die Leute doch mehr darauf spekuliert haben, dass Spekulanten jetzt ausgestiegen sind, die sich mehr davon erhofft haben. 1472 sehe ich gerade bei mir. Also es ist unter 1,5, es ist am Freitagmorgen um 9 umrund. Aber ansonsten scheint es gut funktioniert zu haben. Was ich krass fand, ich glaube es hat Vitalik Buterin, also der Leader da, der Kaltleader von Ethereum, tats├Ąchlich selber gesagt, dass damit 0,2%, also ein F├╝nfhundertstel der weltweiten Energieproduktion gespart worden sind. Wie sick ist das denn? Da m├╝sste man jetzt, also man k├Ânnte jetzt ausrechnen, es entspricht wahrscheinlich Bolivien oder einem mittelgro├čen lateinamerikanischen oder gro├čen afrikanischen Land. Ein F├╝nfhundertstel der Energie, wir haben Zeiten, wo Energie so teuer ist wie noch nie. Durch diesen Merch ist einfach mal 0,2% des weltweiten Energieverbrauchs weggegangen. Ja, wahnsinn. Absolut Banane. Wie viel ist Bitcoin dann? 0,5%?
Wahrscheinlich. Also wir hatten ja nicht irgendwann mal ausgerechnet, dass es g├╝nstiger ist mit dem Elektroauto von Berlin nach Hamburg und zur├╝ck zu fahren, als irgendwie einen Bitcoin oder so zu transferieren?
Mit Sicherheit, also w├╝rde mich nicht wundern. Ich finde es schon krass, die tolle neue dezentrale Welt. Ich glaube nicht, dass das Bankensystem ein F├╝nfhundertstel der Energieleistung der Welt braucht, ehrlich gesagt. Naja, auf jeden Fall ist ja jetzt gel├Âst, also lassen wir positiv sehen. Gut, dass man das jetzt nach ein paar Jahren hinbekommen hat. Es scheint das bessere System zu sein, also muss man jetzt ein bisschen abwarten, ob es irgendwelche anderen Probleme gibt, aber es scheint ja nicht so zu sein. Ich wollte dich fragen, wir haben zwei gro├če Deals diese Woche. Das eine ist Adobe kauft Figma und das andere ist die Erde kauft Pagaya. Was ist spannender f├╝r dich, womit wollen wir anfangen?
Lass mal mit Figma anfangen, dann machen wir die zweite Deal-Geschichte durch.
Erkl├Ąr mal, das klingt wie ein ├Âsterreichischer Autobahnpuff, aber erkl├Ąr mal, was Figma tats├Ąchlich macht.
Vor allem, wenn du Figma in einem alten Telefon tippst, dann macht T9 sofort Firma daraus. Also wenn du fragst, wie findest du Figma, dann kommst du, wie findest du Firma. Das hat mein Leben auf jeden Fall erschwert.
Warum sollte man noch T9 nutzen?
Das war ein schlechter Witz, Insider werden das verstehen. Das war die Autokorrektur vom iPhone nat├╝rlich. Also fr├╝her habe ich noch Wireframes auf Papier gezeichnet und dann irgendwann auf Balsamic, das hast du bestimmt auch schon mal gemacht. Das ist auch so ein sch├Ânes Bootstrapped Startup, ich meine aus Australien. Und dann so 2012 wurde Figma gegr├╝ndet. Und das hat eigentlich diesen ganzen Designprozess auf einmal in die Cloud genommen. Fr├╝her hatten die Designer, Designerinnen immer Photoshop auf dem Computer und dann haben sie darauf was gemalt, haben das PDF geschickt und dann hat man da Feedback gegeben oder ausgedruckt an die Wand und so. Und Figma hat das digital gemacht. Also ihr k├Ânnt euch das so vorstellen, wie das Figma das Word von Microsoft auf einmal in die Cloud zu Google Docs gemacht hat. Und das haben sie vor allem so gemacht, dass es halt sehr gut zu kooperieren ist und im Gegensatz zu anderen Produkten haben sie es irgendwie geschafft, dass es nicht so Time Laggy ist und dass es halt sch├Ân flie├čt und alles. Und ja, war ein super Produkt oder ist ein super Produkt. Ich kenne eigentlich keine Firma, die es nicht nutzt aktuell. Oder jedes Mal, wenn ich irgendwelche Designs sehe, sehe ich es damit. Es gibt nat├╝rlich noch ein paar andere Konkurrenten, aber die haben sich schon hart positioniert, dass sie so die Disruptor in dem Markt sind.
Und welchen Markt disrupten sie? Also wer ist ihr Hauptkonkurrent?
Adobe, Photoshop. Creative Cloud. Und da jetzt meine Frage an dich. Das ist nat├╝rlich ein mega krasser Deal. Das ist glaube ich die gr├Â├čte Transaktion f├╝r eine Private Company ever. Also 20 Milliarden. Wenn du es irgendwie runterrechnest auf die Mitarbeiter auf LinkedIn, das sind irgendwie ├╝ber 15 Millionen pro Mitarbeiter. Nat├╝rlich ist es kein Equihire, aber es ist auf jeden Fall eine Menge, Menge Kohle. Aber so kulturell stelle ich mir das irgendwie schwierig vor. Jetzt Post Merger Integration, wenn es durchgeht. Also du kaufst deinen gr├Â├čten Konkurrenten und vor allem so ein junges, hippes Startup, das eigentlich den Nordstar immer gesehen hat in wir zerst├Âren Adobe, wir sind das bessere, coolere Produkt und so. Also wie kriegst du sowas kulturell gut integriert? Oder l├Ąsst du es einfach nebenbei laufen und sagst, macht einfach mal weiter so?
Also ich glaube 20 Milliarden k├Ânnen eine Menge kultureller Differenzen gl├Ątten. Im Sinne von du machst das halt zwei Jahre durch und gehst dann im Zweifel ein bisschen fr├╝her. Also ich glaube die Firma soll weiter vom Gr├╝nder gef├╝hrt werden, relativ eigenst├Ąndig. Und vielleicht wird es so eine Art, also eine der Erfolgsfaktoren von Figma war ja, dass du wieder so eine Single User Free License hast. Also jeder kann das zum Rumspielen oder irgendjemand im Marketing Department sagt, er m├Âchte mal selber ein Werbemittel designen. Dann kannst du damit relativ einfach das sofort anfangen, ohne zu bezahlen. Und erst wenn du es sozusagen company-wide, kollaborationsm├Ą├čig anf├Ąngst zu nutzen, wird es irgendwann zahlungspflichtig. Das hei├čt, es ist so ein sch├Ânes trojanisches Pferd wie zum Beispiel auch Trello oder Asana, was dann so in die Firma eingeschleift wird, ob man es will oder nicht. Es muss nicht durch das Purchasing Department oder durch das Procurement, durch den Einkauf der Firma am Anfang, bis es dann zu sp├Ąt ist und Leute es wirklich m├Âgen und viel Utility oder Nutzwert empfinden. Und eigentlich hatte man immer vermutet, dass Microsoft das kaufen w├╝rde. Es gibt zwei Gr├╝nde warum, also mindestens zwei Gr├╝nde warum Adobe das kaufen m├Âchte. Eins ist, es ist der pr├Ądestinierte Disruptor f├╝r die Creative Cloud, also Photoshop Online. Und zweitens ist, sie wollten Microsoft zuvorkommen, weil es nat├╝rlich unheimlich gef├Ąhrlich ist. Wenn Microsoft das kauft, k├Ânnen sie ihre Business Suite erweitern und von den 12,5 Milliarden von Adobe nach und nach Umsatz abknabbern, was f├╝r Microsoft, glaube ich, ganz schick w├Ąre. Ich glaube, das ist ein Grund, warum die Pr├Ąmie jetzt so hoch geworden ist, weil die haben die letzte AERA Runrate, die bekannt ist, ist oder jetzt im Deal bekannt wurde, sind 400 Millionen Umsatz. Daf├╝r 20 Milliarden zu zahlen, das sind ja 50 mal AERA. Das ist f├╝r die heutige Zeit schon ein saftiger Preis. Die B├Ârse mochte die Akquisition daher auch gar nicht. Es ist ein bisschen schwer zu beurteilen, wie schnell Figma noch gewachsen ist. Man kann auf Zahlen schauen von hier. Der Nathan Letka hat so eine ├ťbersicht. Der sagt oder glaubt zu wissen, dass 2020 sie 35 Millionen hatten, 2021 51 Millionen, 2022 81 Millionen, wobei, also Revenue, AERA w├Ąre dann im Zweifel h├Âher. Es gibt andere Zahlen, die gehen so von 150 aus im letzten Jahr. Die letzte Finanzierungsrunde war auf 10 Milliarden Bewertung letztes Jahr. Die Frage ist, verdoppeln die sich noch? Dann ist der Preis vielleicht noch einigerma├čen akzeptabel, wenn die langsamer wachsen, gerade innerhalb von Adobe. Dann ist das schon sehr, sehr teuer, 50 mal AERA zu bezahlen. Letztlich verlierst du als Adobe-Aktion├Ąr 13 Prozent der Market Cap dadurch. Es wurde teilweise in Aktien, teilweise in Cash bezahlt. Kaufpreis wie gesagt 20 Milliarden. Adobe ist rund 150 Milliarden wert an der B├Ârse. Das ist schon ein dick Schiff, macht 12,5 Milliarden Umsatz. Adobes eigener Umsatzmultipel ist demzufolge ungef├Ąhr 12x und jetzt zahlen sie 50x, f├╝r was das Revenue nur um drei Prozent steigern wird. Deswegen muss man jetzt davon ausgehen, dass diese 400 Millionen Umsatz bei Figma noch sehr schnell wachsen, also nicht Umsatz, sondern AERA. Das w├╝rde man hoffen. So oder so scheint das ein sehr, sehr teurer Deal zu sein. Ich glaube, dass Microsoft da als Mitbieter im Raum ist, spielt eine Rolle. Es gibt einen ganz guten Tweet von Rolf Winkler, den vielleicht verlinken wir ja auch in den Shownotes. Der hat mal ausgerechnet, was, also der hier Akquisitionspreis entspricht ungef├Ąhr 40,20 Dollar pro Share. Und was die Series A und so weiter, also die Seed-Investoren, das waren unter anderem Index Ventures, haben 9 Cent pro Aktie gekauft. Also haben ein 500x schnell im Kopf ├╝berschlagen. 10 Cent zu 400x eher. Dann Greylock, ein sehr guter Subscription SaaS Investor, hat 20 Cent bezahlt, immer noch in 200x. Kleiner Perkins hat 33 Cent gezahlt, noch mehr als verhundertfacht. Sequoia hat 1 Dollar 10 ungef├Ąhr bezahlt in der Series C, macht 38x circa drauf oder 36x. Und in Reason hat in der Series D 4,6 Dollar bezahlt, sollte es immer noch verachtfachen in sehr kurzer Zeit. Und dann hat zuletzt, glaube ich, noch die T. Rowe Price oder wer hat die letzte 10 Milliarden Runde, wei├č ich gar nicht aus dem Kopf. Aber also ein extrem guter Deal. Und sollte nat├╝rlich gut tun, allen die das gleiche probieren, n├Ąmlich aus den gro├čen Suiten von Microsoft und Adobe einzelne Programme rauszu-eisen. Unter anderem Pitch, die ja versuchen PowerPoint nachzubauen. Wobei die diese Woche bekannt gegeben haben, dass sie glaube ich ein Drittel der Belegschaft, 59 Mitarbeiter, entlassen werden, um durch diese schweren Zeiten zu kommen. Das ist erheblich, aber also verbute ich der richtige Schritt, direkt ein Drittel der Leute zu entlassen, statt zu kleine Schritte zu machen. Ansonsten Airtable w├Ąre so ein Kandidat, die sind auch schon mit 11 Milliarden bewertet. Notion, 10 Milliarden letzte Bewertung. Canva, wei├čt du, was die wert sind? Canva ist ein sehr ├Ąhnliches Tool, w├╝rde ich sagen, oder? Also nicht ganz so m├Ąchtig wie Figma, nicht ganz so verbreitet, aber auch so eine Mischung zwischen PowerPoint und Design-Alternative.
Sind die nicht sogar an der B├Ârse?
Ich glaube nicht, es sind 40 Milliarden Private Bewertung zuletzt. Oder sind sie an der B├Ârse? Ich habe auch ├╝berlegt, ich habe geguckt und nicht gefunden.
Vielleicht haben sie es ├╝berlegt oder so. Also, ja, also Kassadier, nur ich will da auch sagen...
Also Canva plant schon seit Ewigkeiten IPO logischerweise bei 40 Milliarden Bewertung, aber sie w├Ąren sogar bei 55 Milliarden gesehen letztes Jahr. Aber sind noch nicht... also es w├Ąre nat├╝rlich dumm, gerade jetzt public zu gehen damit. Du kriegst schon einen besseren Preis nochmal, wenn du ein Jahr wartest. Also dieses Pattern, such dir was, was Microsoft oder Adobe ausreicht, Dash-Rack oder vielleicht auch... Ja, aber die beiden vor allen Dingen, scheinen hoch profitabel zu sein als im Outcome f├╝r die Investoren, insbesondere nat├╝rlich die Early-Investors.
Glaubst du, dass Kunden jetzt reagieren und davon weggehen? Also, dass jetzt zum Beispiel irgendwie Spotify oder Google oder so, die halt Figma nutzen, dass die auf einmal wechseln oder eine Alternative suchen, weil Adobe die jetzt gekauft hat?
Warum sollten sie? Hast du einen Grund daf├╝r?
Konkurrenz, Big Tech, keine Ahnung. Ich habe nur ein Chart gesehen oder so ein Drawing auf Twitter, dass auf einmal ganz viele Leute Sketch runterladen.
Ja, also ich glaube, wo Adobe aufpassen muss, ist, dass sie die Zahlungsmodalit├Ąten und so weiter, den Preis, relativ ├Ąhnlich halten. Wenn du das jetzt einfach in die Creative Cloud mit reinnimmst und sagst, das kostet jetzt genauso viel wie Photoshop, dann schaffst du dir ein sicheres Szenario, wo du alle drei Jahre irgendwie 10 Milliarden mehr ausgeben musst, um den n├Ąchsten Konkurrenten wegzukaufen, glaube ich, wie du gerade das beschrieben hast mit Sketch. Von daher, glaube ich, w├╝rde ich das schon gr├Â├čtenteils so laufen lassen, wie es ist, das Produkt umzuschauen, dass du beide Zielgruppen abdecken kannst. Ja, w├╝rde ich schon sagen. Ansonsten gibt es, glaube ich, keinen Grund jetzt den Plusfall des Adobe, den Anbieter zu wechseln. Vielleicht geht es unter den Adobe Login, aber ansonsten. Adobe wird nat├╝rlich viel mehr versuchen, andere Sachen mit einzubauen. Es gibt ja nat├╝rlich bei der Creative Cloud durchaus Bestandteile, die Figma jetzt noch nicht abdeckt und die kann man vielleicht gegen Aufpreis dann dazu kaufen, dass du irgendwie die Image Library nutzen kannst oder ├Ąhnliche Sachen.
Ich glaube, Figma wird es in f├╝nf Jahren nicht mehr geben als Brand. Ist durch. Es wird jetzt da rein integriert und irgendwas und irgendwann ist alles wieder Adobe.
Let's see. Kann sein. Ich finde es schlau, aber dann m├╝ssen sie irgendwann das n├Ąchste kaufen, weil dann baust du dir den Breeding Ground f├╝r neue Disruptor.
Aber das wird sowieso passieren. Also dieser Markt, ich glaube Figma hat jetzt zum Peak verkauft und so wie du vor zehn Jahren Webseiten gebaut hast, so machst du es ja jetzt nicht mehr.
Zum Peak von was? Also dem Markt ist es ja gerade so schlecht wie noch nie und trotzdem haben sie, das ist ja das Krasse, dass sie trotzdem 20 Milliarden daf├╝r bekommen.
Aber zum Peak wie du Webseiten und diesen Design Flow und alles gemacht hast.
Das n├Ąchste Adobe ist No Code. Wir haben es verstanden.
Ja oder halt AI. Also da kommt ja die n├Ąchste Frage dazu. Also die ganzen Tools mit schreib Text irgendwann und zeig mir dann was daraus kommt. Ich bin gerade bei einem Tool, ich habe den Namen leider gerade nicht parat. Aber da gibst du halt mit Suchcommands, editierst du ein Video. Und in der, also ich glaube, dass da schon viel Innovation jetzt in den n├Ąchsten Jahren kommt, dass es halt nicht mehr dieser Prozess von ich mache also dieses Google Docs Sache, wir kooperieren jetzt mit der ganzen Sache, sondern dass es halt eher so ist mit ich gebe irgendwie einer AI die Begriffe, die ich haben m├Âchte. Und nicht mehr dem Designer der Designerin.
Also an Foto-Editing via Speech glaube ich tats├Ąchlich. Also ich sage stell das Gesicht frei. Genau. Stell das Gesicht frei, aber schneid die Haare ab oder so. Das m├╝sste eigentlich sich gut ├╝bersetzen lassen.
Oder setz den Button ein bisschen nach links, bitte in gr├╝n. Und der Userflow gef├Ąllt mir hier nicht. Also es m├╝sste ja auch super sein, kannst du mir einen Userflow bauen, in dem die Conversion besser ist. M├╝sstest du dir als Text irgendwie eine AI geben k├Ânnen. Ist ja jetzt nicht die absolute Rocket Science.
Ja, ist mittelfristig sicherlich eine Einsatzm├Âglichkeit, dass du sagst, abdiziere hier den Airbnb Signup Prozess oder irgendwie sowas.
Pipp, ich habe jetzt eine Frage an dich. Also mal angenommen wir machen jetzt hier diesen ganzen Wumms noch so 40, 45 Jahre.
Gott.
Vielleicht haben wir die ein oder andere Sache noch gemacht. Also vom Podcast vielleicht noch ein bisschen andere Business Units gebaut. Aber die Marke bleibt immer noch die gleiche. Also ├Ąhnlich wie von irgendwelchen Haken f├╝rs Klettern dann auf einmal Klamotten. Und dann ist unsere Company so drei Milliarden wert. Das ist nat├╝rlich fair geteilt. Jan aus dem Off hat mittlerweile auch 0,01 Prozent der Firma. Nat├╝rlich haben wir so ein bisschen was an unsere Nachfahren abgegeben. Nehmen immer noch auf. Also langsam wird es schwierig das Mikrofon f├╝r eine Stunde zu halten. Aber wir werden mit dem Rollstuhl hingefahren und machen immer noch unsere Witze. H├Ârt wahrscheinlich nicht mehr so viele. Aber wir haben immer noch Spa├č dabei.
Rollst├╝hle gibt es in 40 Jahren nicht mehr. Du hast Exoskelette, die wahrscheinlich von Tesla gebaut werden. Und du hast ein mechanisches Au├čenskelett statt eines Rollstuhls w├╝rde ich vermuten in 40 Jahren.
Hoffentlich nicht von Tesla.
Ich will dir deinen Traum nicht kaputt machen. Du kriegst den Mercedes.
Sollen wir dann einfach die Firma verschenken an die Welt?
Von mir aus an die Welt. An alle um die Welt zu treffen. Ob die Welt das verdient wei├č ich nicht. Also was der Patagonia Gr├╝nder gemacht hat, ist ja sie an eine Stiftung. Also die sch├Âne PR Headline ist die Firma geh├Ârt jetzt der Erde. Ganz so ist es ja doch nicht. Er hat sie an eine Stiftung gegeben, die Konservierungszwecke sozusagen verfolgt. Versucht den Klimawandel aufzuhalten, umzukehren. Und zwar hat er das wie Volk gemacht. Mr. Schuiner. Dass er also 2% der Firma, der in eine Familienstiftung gibt, den Patagonia Purpose Trust, der aber 100% der Stimmrechte verwaltet. Also da landen nur 2% der Profits, aber 100% der Stimmrechte. Das sichert der Familie ewigen Einfluss quasi. Und die anderen 98% kommen zum Holdfast Collective. Das ist eine 100% Charity, also eine gemeinn├╝tzige Stiftung, die 100% dieser Einnahmen, das sind ungef├Ąhr 100 Millionen US-Dollar im Jahr quasi f├╝r die Konservierung der Natur oder der Erde einsetzen. Bloomberg hat ein bisschen kritisiert, damit spart er auch 700 Millionen an Steuern. Wei├č ich nicht, ob das jetzt... Also es gibt ein Konstrukt, mit dem er noch mehr steuern kann. Also er h├Ątte auch alles zur Charity machen k├Ânnen, wenn das das Konstrukt w├Ąre, was er wollte. Und ein bisschen Schenkungssteuer muss er trotzdem zahlen. Ich glaube, dass Steuer jetzt nicht das Hauptmotiv in dem Fall war. Sondern man hat gemerkt, dass das sich als Milliard├Ąr einfach ├╝berhaupt nicht wohlf├╝hrt. Da wird vorher 3 Milliarden ungef├Ąhr in der Forbes-Liste gef├╝hrt, obwohl das Geld nat├╝rlich nie auf dem Konto hat, sondern weil Patagonia ganz gut w├Ąchst und relativ profitabel ist mit den 100 Millionen EBIT im Jahr oder Cashflow im Jahr, w├Ąren die wahrscheinlich 3 Milliarden wert. Ich bin mir sicher, dass jede renommierte Private-Equity-Firma da mehrmals angeklopft hat die letzten Jahre, um entweder mit ihm zusammen das an die B├Ârse zu bringen, also nicht nur Private-Equity, auch Investmentbanks, um das entweder an die B├Ârse zu bringen oder Shareholder zu werden und das noch professioneller voranzutreiben. Das ist sicherlich und wahrscheinlich, haben die alle Tr├Ąnen im Auge jetzt, dass dann sozusagen der Erde geschenkt wird, die Firma. Was ja auch ganz lustig ist, weil Patagonia baut so unheimlich nachhaltige Sachen. Ich glaube, du kriegst lebenslanges Garantie und Repairversprechen. Also wenn der Rei├čverschluss kaputt geht oder irgendwas rei├čt, darfst du es immer wieder reparieren lassen. Ironischerweise ist es dann aber die sogenannte Midtown-Uniform, also was man um die Wall Street rum tr├Ągt, zu der ikonischen Uniform der Investmentbanker Private-Equity-WC-Branche geworden, wo sich der Name Patagucci auch verdient hat in der Finme-Szene. Die haben ja irgendwann aufgeh├Ârt. Also die haben fr├╝her f├╝r Firmen quasi Merchandise gemacht. Du konntest dein Firmenlogo draufdr├╝cken und sie haben gesagt, wir machen das nicht mehr f├╝r Finanzfirmen. Das hei├čt, man muss es dann selber zur Stickerei bringen, wenn man da trotzdem sein, keine Ahnung, was auch immer, welche Bank oder welche Uniform man da draufhaben will. Sie haben schon immer 1% nicht des Gewinns, sondern des Umsatzes gespendet f├╝r Nature Conservation. Und eine Nutzerin hat gefragt, was die n├Ąchsten Firmen sind, die das machen k├Ânnen, ob man das mehr sehen wird. Also ich glaube, oder um auf deine Anfangsfrage zur├╝ckzukommen, ich glaube, vielleicht nicht alle und nicht die H├Ąlfte, aber es gibt eine ausreichende Anzahl von neunstanden Milliard├Ąren, die verstehen, dass Geld ├╝berhaupt nicht gl├╝cklich macht. Und dass sie auch nicht Milliard├Ąrs Kinder erzeugen wollen in der n├Ąchsten Generation, weil die dadurch auch nicht gl├╝cklicher werden in aller Regel. Und dass man dann sagt, man baut eine Stiftung aus, das tats├Ąchlich aus vielerlei Gr├╝nden Steuer optimiert. Und andererseits kann man eben karitative Zwecke verfolgen, ohne die Firma komplett abzugeben oder zu verkaufen. Von daher glaube ich, dass werden zunehmend mehr Menschen machen. Es gibt verschiedene Arten. Du kannst das irgendwie pl├Ątschen, dass du 99% abgibst bis zum Lebensende oder dass du die Firma eben wie eine Stiftung ├╝berf├╝hrst sehr fr├╝h. Der ist jetzt relativ alt schon, also fr├╝h hat er es nicht gemacht. Von daher glaube ich, dass es mehr und mehr gibt. Gerade in dem Segment. Du hast ja so die ├Ąhnlichen Marken. Kennst du Pangaia? Die machen so irgendwie Leder aus Trauben, Schalen, Daunenjacken aus Flowers, also aus Blumen statt Federn. Und aus Naturfasern die ganzen Klamotten. Oder dieses T-Shirt mit dem bunten Kreis, das ich vorne habe. Oder Colorful Standard macht glaube ich was ganz ├Ąhnliches. Die wachsen alle auch sehr stark, scheinen eine gute Margin zu haben. Ich kann mir vorstellen, dass mehr davon diesen Weg gehen, wenn sie wirklich das Ziel verfolgen, die Erde besser zu machen.
Ja, glaube ich auch. Also Patagonia war immer schon Vorreiter und Vorbild f├╝r sehr viele ├ľkomarken und so. Die Kommunikation ist halt immer auch sehr sehr gut, aber der Gr├╝nder ist schon so der Steve Jobs der nachhaltigen Mode. Also er war immer einer der ersten, die das so gemacht haben. Ich glaube, er steht da voll dahinter. Und er hat ja tats├Ąchlich gesagt, er findet es nicht so geil in der Forbes Liste zu stehen.
Und auch radikal. Also der hat gesagt, es gab ja diese legend├Ąre Werbung, don't buy this shirt oder don't buy this vest. Also wenn ihr es nicht braucht, wenn ihr es nur geil findet, dann kauft es halt nicht.
Diese Werbung hat aber auch mega krass funktioniert und da gab es richtig Diskussionen danach. Stell dir vor, du machst eine Werbung, don't buy this jacket und dann verkaufst du mehr Jacken als je zuvor.
Und sie machen keinen Black Friday, glaube ich. Also keine Verkaufsrabatte, keine Verkaufsaktion, die so einen Umsatz f├Ârdernd werden. Das ist nat├╝rlich immer ein sehr schmaler Grad, dass du sagst, irgendwie muss die Firma schon ├╝berleben, damit du auch dem Planeten helfen kannst. Andererseits die Sales maximal zu torpedieren, ist schon schwer zu sagen, wo decke ich da jetzt Bedarf und wo erzeuge ich Bedarf.
Also jeder, der mal eine Purpose Company gr├╝nden m├Âchte oder dem Vision, Mission unheimlich wichtig ist, sollte mal Let my people go surfing lesen. Das war ein Buch, das der Gr├╝nder geschrieben hat, so 2005 ist das glaube ich rausgekommen. Und es ist schon super Company von au├čen. Produkte finde ich manchmal, wie viele modische Sachen, k├Ânnte die Qualit├Ąt ein bisschen besser sein, aber ja du kannst alles reparieren. Ist dann nat├╝rlich die Frage, wie nachhaltig ist es, wenn du deine Jacke von Deutschland nach Portugal schickst, um sie dann um den Rei├čverschluss zu reparieren lassen. Meine Frage jetzt an dich, du zahlen Gott, w├Ąre es nicht sinnvoller gewesen einfachÔÇŽ
Das kannst du doch aufbauen. Ich habe gerade ├╝berlegt, wie das nachhaltig geht. Meine erste Idee war mit Scale, also wenn du so gro├č bist, dass du ├╝berall solche St├╝tzpunkte hast. Aber du k├Ânntest ja so einen Cloud Repair Kitchens bauen quasi. Also n├Ąherein in der Cloud. Es gibt ja noch hier und da N├Ąhereien und du machst quasi ein Netzwerk, wo du Marken daf├╝r bezahlst, bezahlen, eine Subscription-Feed, dass ihre Sachen dort repariert werden k├Ânnen.
Ja, keine schlechte Idee. Da f├Ąngt bestimmt jemand in unserer Community jetzt an, den Businessplan zu schreiben und es zu bauen.
Ja, weil du w├╝rdest es nat├╝rlich trotzdem im Niedriglohnen. Das ist die Frage. Und wenn du alles in einem Container f├Ąhrst, ist es vielleichtÔÇŽ ja, I don't know. Wobei Transport langfristig ja wenigerÔÇŽ gerade wenn du mit dem Lithium E-Dings mit Strom kostest, nichts mehr und Lithium fliegt dasÔÇŽ
Jetzt hast du mich verloren. Jetzt hast du mich verloren. Zur├╝ck zu meiner Frage. W├Ąre es nicht sinnvoller gewesen, er h├Ątte jetzt f├╝r drei Milliarden oder vielleicht noch ein Premium vier Milliarden das Ding an LWM-Arsch verkauft? Und h├Ątte dann f├╝r vier Milliarden minus Steuern die Welt gerettet?
Also da w├Ąren dann tats├Ąchlich nur zweieinhalb Milliarden ├╝brig geblieben oder maximal drei? W├Ąre das besser? Ich glaube, es ist viel schwerer, so einmal Zahlungen auszugeben sinnvoll, als so Endowments oder Trusts zu schaffen, die regelm├Ą├čigÔÇŽ also f├╝rÔÇŽ der will ja glaube ich so Grassroot-Bewegungen und kleine Projekte damit f├Ârdern. Ich glaube, f├╝r die ist es viel besser zu wissen, dass sie jedes Jahr eine Million aus dem Topf bekommen, um langfristig sinnvoll und produktiv zu arbeiten oder effektiv zu arbeiten. Von daher glaube ich, ist es tats├Ąchlich besser, einen Trust zu schaffen, der regelm├Ą├čig mit hoher Nachhaltigkeit und Berechenbarkeit Projekte unterst├╝tzt, als so eine Einmalzahlung irgendwie zu krieren. Und ich meine, das ist auch die eine Sache, wo ich finde, das darf man gerne Steuer verg├╝nstigen, sofern die Zwecke wirklich karitativ sind und Nachhaltigkeit sollte Konsens sein, dass das positiv ist. Wer das nicht versteht, die Zeit nehmen wir uns jetzt nicht.
Wenn das jetzt das Vorzeigemodell ist, ist es doch f├╝r uns als Retail-Investoren eigentlich schlecht. Dann k├Ânnen wir in richtig nachhaltige Businesses ├╝berhaupt nicht mehr investieren, weil die kopieren alle dieses Modell und dann bleiben vielleicht noch die ein oder andere Wasserstoff-Company f├╝r uns, die wir dann nutzen k├Ânnen oder in die wir dann investieren k├Ânnen. Und alle anderen guten nachhaltigen Unternehmen gehen gar nicht mehr.
Ich glaube, es wird immer auch ausreichend Leute geben, die For-Profit-Nachhaltigkeitsunternehmen oder gr├╝ne Unternehmen bauen. Ich habe da ideologisch auch ├╝berhaupt keine Pr├Ąferenz, dass ich sage, man muss das weggeben oder man muss es For-Profit machen. Ich glaube, es funktioniert For-Profit schon gut und es irgendwann zu wandeln, ist glaube ich ein relativ smoother Weg. Ich glaube, einfacher als zu viele Steine am Anfang im Weg zu haben. Das Problem ist, er war 100% Owner nach wie vor. Das w├╝rde bei einem VC oder so gar nicht passieren. Du m├╝sstest so eine Art Management-Buyout machen, um deine Investoren rauszukaufen, wenn du es mit etwas VC-finanziert machen willst. Da hast du immer 20, 30 bis zu 60 oder noch mehr Prozent, die an anderen Shareholdern geh├Âren. Die kannst du eigentlich nur ├╝ber eine sehr lange Zeit wieder rauskaufen. Mit Gewinn ist es unheimlich schwer, glaube ich. Das hei├čt, alles was jetzt mit Wagniskapital gebaut wird, wird diese Option nicht haben, weil der VC nicht auf sein Geld verzichten wird. Du kannst dann sagen, ich bringe die 30% in den Trust ein und den Rest wird weiter nach Shareholder-Kapitalismus gemanagt. Schon nicht so einfach, glaube ich, das zu machen. Sein Privileg war hier, dass ihm 100% der Firma geh├Ârt und von Stimmrechten ist es ja sogar weiter so. Was er am Ende gemacht hat, ist eine Art Gewinnabf├╝hrung. Er hat es anders strukturiert. Er hat einfach gesagt, ich f├╝hre die Gewinne f├╝r den Rest des Firmenleben, 98% der Gewinne ab und kommite die in einen Trust. Das ist es, was er eigentlich gebraucht hat. Das kannst du in den meisten anderen Konstrukten halt gar nicht machen.
Schon cool. Dann haben wir eine Frage von Leo. Der ist jetzt am Anfang seiner Karriere nach dem Studium und hat ein bisschen Angst, dass er sich seine Karriere verbaut, wenn er jetzt bei einem Startup anfangen w├╝rde und nicht einer Unternehmensberatung. Glaubst du, es ist schwierig, nach zwei, drei Jahren Startup, das vielleicht nicht funktioniert hat, den n├Ąchsten gro├čen Job zu machen? Also nach oben fallen ist immer schwierig, einfacher ist es nach unten zu fallen. Und er argumentiert das mit seiner Schwester, die ist Assistenz├Ąrztin und meint, dass man sich halt schon den Berufseinstieg oder die Chancen verbauen w├╝rde, wenn man in der falschen Klinik anf├Ąngt zu arbeiten. Ist das in der Tech-Branche genauso?
Also ich glaube, du hast auf keinen Fall so hohe Fahrtabh├Ąngigkeit wie bei einer medizinischen Karriere, wo du irgendwie bei einer wirklich guten Klinik anfangen musst oder bei einer Uni, die besonders gut forscht oder so. Ich glaube, so krass ist es nicht. Ich glaube, es ist tendenziell etwas schwerer, nach zwei, drei Jahren Praxis in die Unternehmensberatung zu gehen, weil ich glaube, dass du besonders jung bist, schon auch hilft. Andererseits, was es einfach gemacht hat, ist, dass nat├╝rlich diese sehr operativen, also sowas wie, keine Ahnung, BCG Digital Ventures oder so, da kommst du mit Erfahrung deutlich besser rein, sogar als von der Uni, w├╝rde ich behaupten. Dass man sich da irgendwas dauerhaft verbaut, glaube ich ehrlich gesagt nicht. Du lernst ja in der Zeit, wenn du jetzt zwei, drei Jahre in einem Start-up arbeitest, schon auch viel dazu. Die Frage ist, was lernst du in der Unternehmensberatung in der Zeit? Also klar lernst du auch was, aber ist das das, was duÔÇŽ Ich glaube, der Unterschied ist, dass du nach den zwei, drei Jahren Unternehmensberatung in einem Start-up woanders einsteigen w├╝rdest. Also heute kannst du irgendwie eine der ersten f├╝nf Personen sein. Das ist glaube ich viel schwerer, wenn du drei Jahre bei McKinsey warst. Dann wirst du halt eher als COO oder als Country Manager oder irgendwie Chief Strategy oder irgendeinen neuen Gesch├Ąftsbereich oder sowas eingestellt, glaube ich. Ich glaube, die Lernkurve ist tats├Ąchlich h├Âher, wenn man so von der Pika auf als sehr early Employee im Start-up lernt, als einer der ersten 20. Das ist glaube ich der Unterschied. Da muss man so ein bisschen schauen, wo man sich wohler f├╝hlt. Also risikofreier ist definitiv das ├╝ber Unternehmensberatung. Aber ich glaube nicht, dass du damit nochmal aus seinen Gr├╝nden selber einer der ersten 10, 20 Angestellten eines Start-ups wirst. Das w├Ąre der Hauptunterschied, den ich sehe eigentlich. Was siehst du noch?
Man sieht vermehrt, dass Leute, die vor allem noch l├Ąnger in Unternehmensberatung waren, also vielleicht f├╝nf oder zehn Jahre, dass die dann irgendwann auf Gesch├Ąftslevel-Ebene in gr├Â├čeren Start-ups sind oder in gr├Â├čeren Start-up Units. Ich bin ja eigentlich ein Beispiel daf├╝r, unerfolgreiches Start-up und dann Corporate. Und bei mir war es so, dass ich ├╝ber meinen Why Own It Fail damals den Gesch├Ąftsf├╝hrer von Carto Go kennengelernt habe und so in die ganze Daimler Unit dort reingekommen bin. Ich glaube beides ist m├Âglich. Es kommt ein bisschen darauf an, was man so langfristig machen w├╝rde. Was glaube ich immer schwer ist, ist Unternehmensberatung zu machen und dann nachzugr├╝nden. Das sehe ich eher nicht. Also weil du dich dann einfach vor allem in jungen Jahren schon an das gute Gehalt und an die ganzen Perks und so gew├Âhnt hast. Und bei uns ist es glaube ich ein bisschen einfacher als in anderen Branchen dann nochmal weiterzumachen und du kannst halt nochmal irgendwie nebenbei andere Sachen machen und links und rechts gucken, was es f├╝r Opportunities gibt. Das beste, was dir passieren kann ist halt, du triffst eins der gl├╝cklichen Start-ups und baust damit dann dein Netzwerk auf. Also stell dir vor, du bist einer der ersten Mitarbeiter bei About You oder so oder bei Zalando gewesen und alles und dann ist ja das so eigentlich das Netzwerk, was du mit dir tr├Ągst. Das siehst du auch in Agenturen oder so in Hamburg bei vielen irgendwie, die bei Jungformat ganz fr├╝h dabei waren, die dann durch die ganze Werbebranche tingeln und immer wieder zur├╝ckkehren oder halt mit dem Netzwerk arbeiten. Oder in Hamburg bei Otto oder in Berlin bei Rocket oder so. Und das Netzwerk hast du halt nicht oder wahrscheinlich nicht, wenn du in der Unternehmensberatung anf├Ąngst. Also die richtig guten Freundschaften entstehen ja wahrscheinlich in den ersten Jahren im Job, in den jungen Jahren im Job. Da w├╝rde ich noch so ein bisschen reinschauen.
Genau. Also ich glaube, welchen Weg es selten gibt, ist tats├Ąchlich von der Unternehmensberatung in ein Start-up. Also entweder gr├╝ndest du es danach selber oder es ist schon kein Start-up mehr. Das ist eigentlich mein Gef├╝hl. Du kannst nat├╝rlich in eine Wachstumscompany, Grown-up oder ein schnell wachsendes Late-Stage-Start-up kommst du dann oft rein. Aber ich glaube, von der Beratung in ein Start-up ist mein Bauchgef├╝hl eher selten. Aber es ist auch immer so Bubble gefiltert von daher. Also so oder so verbaut man sich da nicht mega viel, glaube ich. Man muss sich so ein bisschen auch fragen, welchen Lebensstil man leben will die n├Ąchsten Jahre.
Magst du die Frage von J├Ârg nehmen?
Genau. Dann fragt J├Ârg Wukunig, ein F├╝hrer seit langer Zeit. Wie sch├Ątzt ihr die mittelfristigen Auswirkungen von neuartigen Services wie Open AI, die sie anbietet? Bekannt durch die Bildergeneratoren, die man seit viel sieht, DALLI, also D-A-L-L-E oder den Textgenerator GPT-3. Also mit DALLI kann man quasi mit ein paar Worten oder einem Satz Bilder malen lassen von der AI. Mit GPT-3 kann man mit einer ├ťberschrift oder einem kleinen Abstract ganze Texte bauen lassen. Wie sch├Ątzt ihr die Auswirkungen auf Marktpl├Ątze wie zum Beispiel Fiverr oder Upwork ein? Also es geht wahrscheinlich darum, ob diese Services Freelancers ersetzen werden. Wird das AI-Ding in diesen Spezialanwendungen, Fotografie, Bilder, Texte eine Spielerei bleiben oder werden dadurch ganze Dienstleistungszweige in f├╝nf bis zehn Jahren wegrationalisiert? Da ich das vorlesen darf, hast du bestimmt schon eine dezidierte Meinung dazu.
Ja, ich glaube das wird alles rasieren. Also ich glaube f├╝r alle Sachen, die so einfach sind, wird es schon wahnsinnig viel ver├Ąndern. Also vor allem diese Text auf Design oder Text auf Ver├Ąnderung. Also hintippen mit, am Ende ist es ja nicht mehr, wenn du mit einer Person auf Fiverr redest, redest du ja in einem Chat, was du haben m├Âchtest. Gibst ein Briefing ab, du sagst du h├Ąttest gerne ein Logo so und so. In dem Lollipop-Logo w├Ąre es witzig, wenn da ein Lolli drin w├Ąre und so und Farben finde ich die und die gut und hier sind Beispiele von Logos, die mir gefallen und was auf jeden Fall nicht drin sein sollte ist das und das. Und das ist ja eigentlich nur die ├ťbersetzung von Text und das in eine AI zu setzen ist glaube ich super super spannend und vielleicht hat irgendjemand ja schon hinter Fiverr sich was gebaut, was es dann automatisiert. Also der Kunde denkt er zahlt jemand, aber eigentlich ist es schon eine AI. Manchmal hatte ich das Gef├╝hl bei ├ťbersetzung, dass das so der Fall ist. Also du gibst einen Text ab, sagst du h├Ąttest den gerne auf Englisch und kriegst ihn zur├╝ck und denkst okay, vielleicht war es einfach nur mit DeepL ├╝bersetzt, ohne dr├╝ber zu lesen. Und da glaube ich, dass da viel ist. Also irgendwann wird es halt dann mehr in Kreativit├Ąt gehen und das wird dann wahrscheinlich nicht so einfach ├╝ber AI gehen. Also du wirst dann schon die Unterschiede sehen, die du ja wahrscheinlich oder auch siehst, ob du jetzt das Logo ├╝ber Fiverr bestellst oder irgendwie eine super Designerin nimmst, die ja schon Logos f├╝r die gro├čen Brands oder so gebaut hat. So da wird es dann irgendwann vielleicht Qualit├Ątsunterschiede geben, aber so f├╝r die ersten Sachen glaube ich voll daran und finde es irgendwie eine der sch├Âneren AI Themen.
Also ich glaube schon, dass das Marktvolumen bei den Marktpl├Ątzen abziehen wird. Ich glaube aber nicht, dass es teilweise zu besseren Ergebnissen f├╝hrt. Also wir k├Ânnen Beispiel f├╝r Beispiel gehen. Also Text, GPT-3, also Text generell. Alles was du da liest derzeit ist absoluter M├╝ll, sobald du das Mensch liest. Also es wird gr├Â├čtenteils f├╝r Suchmaschinen gebaut oder um Nutzer zu t├Ąuschen. Was Google besser und besser eigentlich auswerten kann. Das letzte Update von Google, Helpful Content Update, da geht es ja explizit darum sowas auch zu erkennen und auszumerzen. Also man sieht das immer mal wieder vielleicht bei unserer H├Ârerschaft am ehesten, wenn man auf Finanzseiten nach irgendwelchen Earnings sucht, dann stehen da so irgendwelche Allgemeinpl├Ątze wie diese Aktie hat sich aufgrund der Earnings so und so bewegt, das ist so und so viel im Durchschnitt des Marktes und die Konsensus Earnings waren so oder so und man merkt da genau, das hat kein Mensch geschrieben, sondern es ist irgendwie zusammengeklebt aus ein paar Zahlen. Das ist eher eine Experience, die ├╝berhaupt nicht f├Ârderlich ist. Es erzeugt eigentlich negativen Nutzen. Du hast Zeit verschwendet und nicht gefunden, was du wolltest und ich w├╝rde eine Seite, die das benutzt, zum Beispiel aktiv meiden beim n├Ąchsten Klick. Google wird das antizipieren f├╝r mich gl├╝cklicherweise. Sie merken, ich spring schnell zur├╝ck und suche danach weiter. Google merkt dadurch, ich hatte eine schlechte User-Erfahrung, irgendwie sagen, ich bin auf Whatsite online gelandet, dabei habe ich so einen Text gefunden, das ist jetzt ein ausgedachtes Beispiel, wei├č nicht, ob die das nutzen und habe danach aber CNBC geschaut und dort verweilt und danach hat mein Search Journey geendet. Dann wei├č Google ganz genau, erstes Ergebnis schei├če Erfahrung, zweites Ergebnis bessere Erfahrung, zeigt mir n├Ąchstes Mal direkt CNBC und mein Pr├Ąferenz-Graf wird erweitert. Von daher glaube ich, dass diese Texte lange Zeit nicht gut genug sein werden, um f├╝r mich sinnvollen Content zu bauen. Man muss das aber insofern differenzieren, dass es nat├╝rlich trotzdem Leute gibt, die diesen Schei├č, also es gibt jetzt Leute, die Content von irgendwelchen Hausfrauen in Philippinen, also sehr plakativ, in Philippinen schreiben lassen f├╝r sowas und die werden in Zukunft AI statt Menschen einsetzen. Das glaube ich. In beiden F├Ąllen kommt aber relativ nutzloser Text dabei raus, der keinem Menschen hilft, h├Âchstwahrscheinlich. Deswegen einerseits ja, das wird teilweise abgel├Âst, sagen diese Menschen, sofern das abl├Âsbar ist, andererseits f├╝hrt es aber nicht zu besseren Texten und ich glaube jeder, der es versucht, das zu nutzen daf├╝r, macht einen Riesenfehler, was Texte angeht. Es gibt vielleicht ein paar Ausnahmen, sowas wie Lottozahlen, Fu├čballergebnisse, vielleicht kannst du Lokalsport, den reinen Informationswert der Ergebnisse und irgendwie der zweite Satz verlief so oder in der zweiten H├Ąlfte spielt die Mannschaft so, die schossen die Tore, das waren die Assists, was wei├č ich, das kannst du ein bisschen in Textform packen, aber es bringt halt keinen Nutzwert ├╝ber die Zahlen hinaus. Ich h├Ątte lieber eine Tabelle im Zweifel, die mir das ├╝ber... Es gibt ja so sch├Âne Spielverlaufgrafen, wo du so zum Beispiel siehst, wann die gelben Karten gezogen wurden, wann Tore fielen und so, da ist ein Graph eigentlich die bessere L├Âsung im Vergleich zu einem per AI zusammengefrickelten Text, w├╝rde ich sagen. Den kann die Suchmaschine aber noch nicht so gut erkennen, wobei auch Google da besser sein m├╝sste, dass sie merkt, dass wenn der Graph ein gutes Ergebnis f├╝r mich war, dass der dann h├Âher gerankt wird, obwohl er weniger Content im herk├Âmmlichen Sinne hat und meine ├ťberzeugung ist, dass Google besser daran wird und immer weiter darauf hinzuarbeiten wird. So, dann zweite Beispiel, Bilder, also DALI oder andere Formate, es gibt ja verschiedene Algorithmen inzwischen, da glaube ich, dass ein signifikanter Teil, also da muss sich Getty eigentlich Sorgen machen oder Fotolia oder solche Services, weil sagen wir, ich bin ein Reiseblogger und ich habe jetzt keinen Bock, mir mehr die rechte Situation von 10.000 Bildern, die ich in der Google Image Search Engine finde, zu kl├Ąren. Und ich habe auch keinen Bock, irgendwie 200 Euro f├╝r ein Bild auszugeben. Dann in der AI zu sagen, mach mir ein fotorealistisches Bild des Eiffelturms bei sch├Ânem Wetter, daran glaube ich 100%. Also ich zahle keine 200 Euro Rechte, wenn ich irgendwie 30 Cent an Rechengeb├╝hren zahlen kann, um mir sowas AI generieren zu lassen, woran ich oder die AI dann, also du kannst jetzt noch diskutieren, habe ich die Sch├Âpfungsrechte oder die Urheberrechte daran oder die AI? So oder so sollten sie sehr g├╝nstig sein, weil wenn es die AI baut, dann werden die Grenzkosten irgendwann Zero, also du h├Ąttest so viel Konkurrenz, weil jeder kann so einen Algorithmus bauen, am Ende entscheiden haupts├Ąchlich die Rechenkosten, die h├Ąngen von Energiekosten ab, die gehen langfristig gegen Null. Das hei├čt, wenn jemand sagt, die Urheberrechte kosten 5 Euro pro Bild bei der AI, dann w├╝rde es irgendeinen anderen Player geben, der das in China oder Russland macht und sagt, mit billigem Strom, und sagt, bei uns kosten die Urheberrechte 3 Euro, dann gibt es eins, der f├╝r 1,50 macht, dann hast du Urheberrechte f├╝r 1 Euro, w├╝rde ich denken. Also am Ende ist es kein Unterschied, ob sie dir geh├Âren oder der Plattform. So oder so. Also ich glaube, f├╝r Bildcontent k├Ânnte das sehr interessant sein. Das ist nat├╝rlich super gef├Ąhrlich, du kannst auch sagen, zeig mir ein Bild von Robbie Williams auf der Stars for Peace Gala oder so, ist das super schwer. Das wird ja letztlich aus den echten Bildern generiert und da wird quasi Utility geklaut von Menschen, die tats├Ąchlich da waren Fotos gemacht haben und dann malt eine AI das nach, das ist aber nicht das Originalwerk, sondern es ist eine neue Sch├Âpfungsh├Âhe, es ist angelehnt auf gelernten Daten. Das wird irgendwann, glaube ich, mega kompliziert aus Sicht der Rechteverwertung, also wann ist es eine Eigensch├Âpfung, wann ist es eigentlich, sagen wir mal, wenn die AI aus nur drei Bildern lernen w├╝rde. Also das Robbie Williams Gesicht oder die Kleidung kann sie aus so 100.000 von Bildern lernen, aber den Hintergrund, den roten Teppich und so vielleicht nur von drei echten, die tats├Ąchlich zu dem Event geh├Ârten, dann ist die Frage, wann ist es wirklich AI und neue Sch├Âpfung und wann ist es eigentlich ein Remix aus existierenden Werken. Kompliziert, das werden Richter und Richterinnen kl├Ąren m├╝ssen bis dahin. Aber ich glaube, bei Bildern wird Originalcontent ausge├╝bt und das zeigt noch ein anderes Problem, glaube ich, und warum ich ganz langfristig schon hoffe, dass es nicht 100% abl├Âst, weil AI ist ja immer, ist das konvex oder kongarisch, ich w├╝rde sagen konvex, also es ist konvex, das hei├čt die AI kann nur was malen, was aus bestehenden Sachen gelernt ist. Eine AI kann nicht, nach meinem Verst├Ąndnis, nicht 100% kreativ sein im Sinne, eine AI kann nichts malen, was sie noch nie gelernt hat, zumindest ist das mein derzeitiger Stand. Also sie kann einen Eiffelturm auf den Kopf machen, aber ich kann nicht sagen, baue mir den Doppelg├Ąngerturm, also irgendwie wird sie jetzt versuchen, das zu interpretieren, aber es ist wahrscheinlich nicht das Bauwerk, was ich erwarte. Also das ist ein fast philosophischer Fragler, glaube ich, aber mein Gef├╝hl und mein Verst├Ąndnis ist, dass AI immer konvex arbeitet, in dem Sinne, dass sie 100% des verf├╝gbaren Wissens oder der Trainingsdaten und daraus kann sie so und so viele Dinge abh├Ąngig von meiner Eingabe oder von meinem Wunsch bauen, was sie nicht kann, ist etwas vollkommen Neues erschaffen. Du kannst schon sagen, wie sieht eine Kolonie auf dem Mars aus, obwohl es keine gibt, weil irgendjemand das schon mal gemalt hat, aber es ist nur da, weil es jemand schon mal gemalt hat. Die Frage ist, wie kreativ kann eine AI sein? Da f├Ąllt mir tats├Ąchlich auch ein bisschen die Kenntnis zu, um zu sehen, m├╝ssen wir mal testen, wie gut eine AI darin ist, was zu malen, was es noch nicht gibt. Und wie realistisch ist es dann noch? Aber ich glaube, es ist schon ein Problem, dass sie nur aufgrund der vorhandenen Sachen lernen kann, das hei├čt, ultimative Kreativit├Ąt ist dann schon noch was anderes.
Klar, aber Upwork, Fiverr ist ja schnell Job to be done und da kommt ja AI voll zu greifen.
Genau, Logokreierung finde ich ein gutes Beispiel, aber du wirst nie ein Logo haben, was es noch nicht gab. Es wird ja eine Farbe ausgetauscht von einem, das es gab, oder statt der Lil hier ist eine Rose da oder so, aber du fischt immer wieder aus dem gleichen Teich von Rohdaten.
Aber das ist sowiesoÔÇŽ
Das f├╝r ganz viele Zwecke total okay. Also die meisten Menschen sind ja auch nicht kreativ, also insoweit nicht, aber ich glaube schon, dass ein Problem ist, dass ultimative Kreativit├Ąt schon dann so die Gold-Elite-Form des Contents sein wird. Du kannst eine AI 10.000 Gedichte schreiben lassen, aber davon wird nichts der Osterspaziergang sein. Da werden andere, da werden lustigere bei sein, da werden gute bei sein, da werden romantische bei sein, das kann man alles lernen, glaube ich. Aber wird irgendwas davon die Sch├Âpfungsh├Âhe von den gr├Â├čten Werken, die wir jetzt kennen, haben?
Es geht um ein verdammtes Logo. Wir reden ja jetzt hier ├╝ber minimale Sachen und du hast ja bei Logos oder bei Designsprache hast du ja auch immer Trends, die sich irgendwie weiterziehen. Also wieso soll denn die AI kreativer sein als eine gute Designerin, die irgendwie 10 Design-Blocks followed und sich mit der Materie sehr gut auskommt?
Du gehst jetzt von deinem Lollipop-Logo aus. Jetzt sagt man, du baust eine neue Automarke. Was du dann nicht kriegst, ist irgendwie einen bekifften Junior-Kreativ, der dir 40 PowerPoint-Folien dar├╝ber zeigt, wie er zu dem Logo gekommen ist. Das ist ja die Story. Das Logo ist ja nicht das Logo, das Logo ist die Story dahinter und wie das zu deiner Marke passt und warum das alles verk├Ârpert, was beim Briefing besprochen wurde. Das brauchst du ja schon auch noch. Aber klar, f├╝r eine kleine Plattform, erstes Logo oder f├╝r deinen Blog oder deine Visitenkarte. Alles was auf Abfuhr, du hast schon recht. Ich bin bei Grafik, bei Imagery, da glaube ich geht 80, 90 Prozent des Marktes geht an AI. Und wir haben so viele Trainingsdaten da. Also eigentlich kann man es nur urheberrechtlich, gesetzlich eine Regel vorschieben, was ich nicht empfehlen w├╝rde. Aber bei Texten bin ich viel skeptischer, dass man dort Mehrwert generieren kann. Ansonsten kann man in unserer Community bei Discord, Toppelg├Ąnger Discord-Server, uns gerne Beispiele nennen bei der Feedback-Episode-Kritik, was gute Beispiele sind, wo Texte wirklich sinnvoll mit AI generiert worden sind. Und jetzt noch eine letzte Frage dazu. Ich glaube Legal Texte. Der Anw├Ąltsberuf ist ja so, wie es 85 Prozent Plagiarismus und Dinge, die gesagt wurden, zusammenf├╝gen. Da k├Ânnte ich mir noch vorstellen, dass ein gro├čer Teil davon, die Frage ist ob man darauf vertrauen m├Âchte am Ende, aber dass ein gro├čer Teil davon auch per AI gemacht werden kann irgendwann.
Und mal angenommen, du bleibst... Und mal angenommen, du bist jetzt Designerin, Designer im letzten Jahr deines Studiums. Was w├Ąre deine Empfehlung?
Ist das ein Studienberuf? An der Makro-Media-Hochschule vielleicht, ja.
Also schnell umschulen oder best in class werden? Man k├Ânnte ja jetzt schon sagen, einen Gro├čteil des Jobs gibt es in f├╝nf oder in zehn Jahren so nicht mehr.
Ich w├╝rde mich halt an so ein Nutzen fokussiertes Design, also so etwas wie Sign-up-Prozesse, also eher Produktdesign fokussiert. Also nicht Werbemittel bauen, was ich nicht glaube, dass in zehn Jahren noch ein Produktionsteam irgendwie nach Barcelona f├Ąhrt und BMX-Bikes, die irgendwie durch die Innenstadt fahren, filmt oder so. Das kann, glaube ich, 100% AI in f├╝nf Jahren. Wahrscheinlich kann sie es jetzt. Also sagst, mal mir mal einen BMX-Fahrer, einen Gorilla auf dem BMX, das die Avenguda diagonal in Barcelona runterf├Ąhrt. Glaube ich, easy AI-Tasks. So muss kein TV-Team mehr hinfahren oder Produktions-Team. Da bin ich mir relativ sicher. Aber so Produktdesign und so, ich glaube, das... Aber zum Beispiel, sagen wir Produktdesign. Du sagst, du willst den sch├Ânsten Joghurtbecher der Welt. Das wird ja nur aus bestehenden Sachen wieder zusammen gemerged letztlich oder gelernt von bestehenden Joghurtbechern. Die Frage ist, wie kannst du einer AI beibringen, extrem kon... Was ist das? Konvex ist es, wenn es ausgenannt wird? Also offen zu denken. Ich verwechsle mal Konkar von konvex. Also offen zu denken, dass du was baust, was noch nie da war, statt nur eine Synthese aus den trainierten Daten. Also ich wei├č genau, was rauskommt, wenn ich sage, baue mir den Mercedes der Joghurtbecher. Dann baut die AI irgendwie einen silbernen Joghurtbecher mit einem Stern drauf. Aber das ist halt nicht das, was ich wollte.
Gut, aber das kann ja auch passieren, wenn du die Agentur falsch briefst.
Sondern die sagen, machst nie einen Grill drauf. Oder den Fiber. Ist ein spannendes Thema auf jeden Fall. M├╝sste man eigentlich mal ein Experten sein.
Gut, dann lass uns zu noch spannenderen Sachen gehen. Lass uns zu den Earnings kommen. Erz├Ąhl mal. Ach schei├če, jetzt m├╝ssen wir auch noch Zahlen machen. Wie lange machen wir das hier schon? Oh Gott, schon 1,14?
Es handelt sich hierbei nicht um Anlageberatung. Keine spezifischen Kauf- und Anlageempfehlungen. Keine Anlageberatung, keine Rechtsberatung, keine Steuerberatung und auch keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die Verantwortung f├╝r solche Trades liegt bei euch. Philipp und Philipp haften nicht vor eure Verluste. Philipp und Philipp und Philipp k├Ânnen ihr Risiko... Position der H├ÂrerInnen nicht einsch├Ątzen. Ihr entscheidet selber, was ihr kauft und tragt daf├╝r auch die Verantwortung. Alles k├Ânnt ihr auch nochmal unter doppelg├Ąnger.eu slash disclaimer nachlesen. Extra soll es so schei├če verschieben gleich nochmal. Stattdessen machen wir Mytheresa und AboutYou. Also wir fangen mal mit AboutYou an. Die haben vielleicht wenig verwunderlich, die eine Umsatzwarnung rausgeben, dass sie glauben, sie schaffen nur noch 10 bis 20 Prozent Umsatzwachstum f├╝r das Fiskaljahr 2023. Was glaube ich am 29. Februar 2023 enden m├╝sste. Das erste Quartal von AboutYou hatte glaube ich schon nur noch 19 Prozent. Das hei├čt man geht von einer weiteren Verlangsamung aus, wobei im ersten Quartal auch die Vergleichsverh├Ąltnisse besonders hoch waren, muss man sagen. Auf jeden Fall geht man von einem besonders schlechten Jahr aus. Das spricht nat├╝rlich insbesondere gegen die Einlassung, dass man sagt, wir investieren weiter in Growth und Profitabilit├Ąt ist ein Sekund├Ąrziel. Das w├Ąre nat├╝rlich gut gewesen, sofern man das Ding Growth abliefern kann. Jetzt wieder das EBITDA zu verbessern und dann nur 10 bis 20 Prozent und ich glaube das obere Ende zu treffen, da wird es schon relativ schwer zu wachsen, ist nat├╝rlich ein bisschen t├Ąuschen. Ich glaube trotzdem, dass AboutYou sehr sehr g├╝nstig bewertet ist und ich glaube auch prinzipiell an die langfristigen Aussichten von AboutYou. Du hast weiterhin das hochprofitable TME-Segment, du hast ein wahrscheinlich profitables Deutschlandgesch├Ąft und so weiter. Nicht wahrscheinlich, sondern es ist profitabel nach Adjusted EBITDA-Logik. Du hast sinnvolle Investitionen in neue Wachstumsm├Ąrkte, von daher finde ich es nicht super besorgniserregend und in dem Umfeld, das wir gerade haben, ist es jetzt auch nicht ├╝berraschend. Es ist immer noch schneller als Zalando, die ja beim Umsatz Sekunde schrumpfen oder beim GMW, beim GMW sind sie gleich, beim Umsatz schrumpfen sie. 4 Prozent gingen wir vorher im letzten Quartal, also sie wachsen damit weiterhin noch schneller als der Markt, als ein Asos, Buhu und wer da so alles ist. Von daher, wer hat jetzt geglaubt, nachdem sie im Q1 nur noch 19 Prozent geschafft haben, dass es jetzt zu einer neuen Beschleunigung kommt. Nat├╝rlich wird es nicht h├Âher als 20 Prozent gehen f├╝r das Gesamtjahr jetzt. Von daher finde ich es nicht so ├╝berraschend, die Aktie hat dann glaube ich auch gar nicht mehr so schlimm reagiert. Ich glaube so ein bisschen war das auch eingepreist in den Erwartungen. Ich glaube, da muss man auch einfach schauen, ob sich das Klima jetzt in den n├Ąchsten Jahren oder Monaten verbessert. Mein Gef├╝hl ist, es werden eher Jahre. H├Âchstwahrscheinlich kriegst du jetzt eine Konsumentenkrise. Es reihen sich jetzt glaube ich viele adverse Konditionen zueinander. Du hast einmal die schweren Corona-Vergleichswerte gehabt, dann hast du das Reopening gehabt und als n├Ąchstes kriegst du glaube ich Inflation und Konsumentenkrise und das wird es auch nicht einfacher machen. Von daher, ich wei├č noch, dass ich gesagt habe, Ende dieses Jahres ist die Zeit, in den E-Commerce vielleicht wieder einzusteigen und ich schiebe das seitdem immer ein Quartal raus. Also die Vergleichswerte zu beobachten wird einfacher Ende dieses Jahres, aber ich glaube tats├Ąchlich, dass wir eine Konsumentenkrise bekommen k├Ânnten. Durch die Energiesituation m├╝ssen wir jetzt auch schauen, wie die einzelnen Staaten, das ist auch nat├╝rlich schwer zu prognostizieren, weil jedes Land verschiedene Ma├čnahmen macht, um den Konsumenten zu unterst├╝tzen und die Konsumenten. Von daher ist es gar nicht so einfach, da einen gemeinsamen Forecasts zu treffen. Ich glaube es wird tendenziell schwer und ich glaube, dass mit Verz├Âgerung eben die Klana und die ganzen Konsumschulden durchschlagen werden. Wir haben jetzt ein bisschen Kaufzur├╝ckhaltung, aber die tats├Ąchliche N├Âte, n├Ąmlich dass die Energierechnungen abgehen und die Abschlagszahlungen steigen, das kommt ja alles noch gerade. Da gibt es die Kollegen von Finance, wie hei├čt das, Payment & Banking, haben uns einen Artikel geschickt von der Goldman Card, die Apple rausgegeben hat. Oder die Apple Card, die Goldman rausgegeben hat, ist wahrscheinlich die richtige Logik. Also Apple hat sie vertrieben f├╝r an die zahlungsf├Ąhigen Apple Nutzer. Es ist aber so eine Goldman Sachs Banking Card und die hat ├╝berdurchschnittliche Delinquency Rates, also Ausfallraten von 2,93%, fast 3%. Was? H├Ątte man vielleicht nicht vermutet, aber die neue sch├Âne FinTech Welt, wo man nicht irgendeinem Bankbeamten gegen├╝ber sitzen muss, scheinen es tats├Ąchlich einfach gemacht haben f├╝r Leute, die keine gute Zahlungsf├Ąhigkeit haben, eine Kreditkarte zu bekommen. Und so hat man da ├╝berdurchschnittliche Ausfallraten. Zum Vergleich, bei Klana f├Ąllt ja nur 0,8% des GMVs aus, wobei man sagen muss, Klana hat insgesamt auch nur 2% Marge, Techrate insgesamt. Da ist mir ├╝brigens noch was aufgefallen bei einer Analyse diese Woche. Diese 0,8% Ausfallrate, die so gut ist bei Klana, die wird ja immer im Vergleich zum GMV gemessen. Wobei ich habe sie ja selber ins Vergleich zum Operating Income gesetzt, weil ich es sinnvoller finde. Da ist n├Ąmlich schon 42% des Operating Incomes, was quasi ausf├Ąllt durch Credit Losses. Was man dabei noch bedenken muss, ist, dass nicht alles, was ├╝ber Klana l├Ąuft, auch BNPL ist. Das hei├čt, das Ganze, was nur Sofort├╝berweisung ist und direkt durchgeht, da solltest du ja, also du hast ein Lastschriftrisiko nat├╝rlich, aber da solltest du ja relativ wenig Delinquency oder Ausfallrate haben. Das hei├čt, die BNPL-Ausfallrate von Klana ist wahrscheinlich auch schon viel h├Âher als 1%. Das m├╝sste man nochmal eigentlich besonders betrachten, aber genau die Zahlen kriegen wir leider nicht. Gibt es irgendwo Zahlen, wie viel Prozent BNPL ist von Klana? Das wei├č ich gar nicht. Wer das hat oder einen Bericht gefunden hat, gerne mal schicken. Das f├Ąnde ich total spannend. Dann k├Ânnen wir das nochmal mit in die Analyse aufnehmen.
Sofort├╝berweisung sollte doch nicht so krass gro├č sein, das ist doch maximal nur in Deutschland, oder?
Ich glaube, dass du in ein paar L├Ąndern durchaus auch sofort zahlen kannst, einfach weil es der schnellste Weg ist zu zahlen oft. Aber ja, vielleicht ist es insgesamt unter 20%. W├╝rde ich gerne mal wissen. Ich wei├č es tats├Ąchlich nicht oder habe es noch nicht gefunden, die Information bisher. Und ansonsten, wo ich gerade im Sheet bin, noch eine kleine Richtigstellung. Danke an den User, der mich darauf aufmerksam gemacht hat. Wir hatten letztens mal ├╝ber Brace gesprochen. Ich hatte gesagt, der Umsatz beschleunigt sich. Das lag daran, weil ich nicht die richtigen Vorjahreswerte hatte f├╝r Brace. Die waren bis dahin noch gar nicht drau├čen und ich habe die gesch├Ątzt. Aufgrund der richtigen Vorjahreswerte, die ich jetzt nachgetragen habe, verlangsamt sich tats├Ąchlich das Revenue-Wachstum hier und hier. Bei Brace im Vergleich zum Vorquartal sieht es aber sehr gut aus. Das ist die einzige Information, die falsch war. Das andere war eigentlich richtig, was gesagt wird. Genau, das haben wir richtig gestellt. Und dann wollten wir ├╝ber My3 reden.
Ich habe gerade zu erschrecken festgestellt, dass About You vielleicht bald kein Unicorn mehr ist.
Die sind schon unter eine Milliarde gerutscht, glaube ich.
Bei mir steht hier gerade 1,01 Milliarde Euro.
Sie waren schon mal drunter. Sie waren definitiv schon ein paar Stunden drunter. Aber wie gesagt, da mache ich mir keine Sorgen, dass sie da auch wieder r├╝berkommen. Es w├Ąre komisch, wenn nicht. Wie viel Prozent des Umsatzes ist das noch? Ich glaube, bei 0,6 Mal Umsatz inzwischen. Das w├Ąre absurd. Yahoo sagt 978, das ist Euro. Hat 980 Millionen. Market Cap, lustig. Auf der n├Ąchsten Seite sagen sie 1,15. Das ist auch ein Schei├č. Wir werden oft gefragt, welche Daten wir nutzen. Ich sage immer, ich nutze haupts├Ąchlich die Firmendaten. Weil man den Daten nicht wirklich vertrauen kann. Aber es ist 0,63 Mal Sales. Dann Mytheresa. Wolltest du wissen? Mytheresa ist ein Luxus-Fashion-Retailer, der mehr Marktplatz macht. Hat seine eigenen Erwartungen nicht getroffen, aber w├Ąchst gegen das schwere Klima. Das GMV, Gross Merchandise Volume, was ├╝ber die Plattform geht, w├Ąchst um 18,2% in den letzten drei Monaten. Gesamtjahr 21%. Daran sieht man, wenn man ein bisschen antizipiert, dass sich das verlangsamen muss. Weil es Gesamtjahr 21% war, das letzte Quartal nur noch 18%. Etwas langsamer zum Ende hin. Aber ein gutes GMV-Wachstum. Die Netz-Sales, also der Innenumsatz, w├Ąchst tats├Ąchlich nur noch mit rund 8%. 7,7% auf rund 175 Millionen Euro. Das war im Gesamtjahr auch 13%, also auch hier Verlangsamung. Was aber gut ist, ist, dass der Gross Profit, also die Rohmarge, um 22,4% wachsen. Das entspricht einer Verbesserung der Gross Margin um 650 Basispunkte oder 6,5% Punkte. Tats├Ąchlich mehr als 15% relativ gesehen. Also sehr, sehr gute Verbesserung der Rohmarge in schweren Zeiten. Die haben definitiv nicht zu viel eingekauft, sondern mussten im letzten Quartal eine extrem gute Sell-Through-Rate gehabt haben. Besser als im Gesamtjahr auch. Da war die Marge nur 51,5%. Jetzt ist sie 54%. Eine sehr, sehr gute Marge f├╝r Modehandel oder Luxury Fashion Retail trotzdem. Also gut die Eink├Ąufe geplant, gute Sell-Through, dementsprechend hohe Marge. Adjusted EBITDA ist auch um 22,7%, also rund 23% gestiegen von 11,2 auf rund 14 Millionen EBITDA Marge. Oder Adjusted EBITDA Marge von rund 7 auf rund 8% gestiegen. Das alles in einem sehr schweren Umfeld. Finde ich eigentlich ganz gute Zahlen, aber wie gesagt, es bleibt hinter den eigenen Erwartungen zur├╝ck. Und man kann es ja vergleichen mit einem Farfetch am ehesten. Die sind nur 10% gewachsen beim Revenue. Also sind 3% schneller gewachsen. Als Farfetch verantwortlich nach eigenen Angaben hat Michael Klinger, der CEO, gesagt, dass viele Leute sich auf den Urlaub vorbereitet haben. Nochmal einen neuen Designer-Badeanzug, Badeshorts. Es passieren viele Hochzeiten. Die werden jetzt nachgeholt. Diesen Sommer kauft man sich vielleicht nochmal einen Anzug oder ein Sommerkleidchen. Und f├╝r den Rest der Saison hofft er, dass auch Business jetzt wieder, wenn die Leute zur├╝ck ins Office m├╝ssen, dass man sich eben auch mit einem sch├Ânen Anzug und Kost├╝m wieder ins Office setzt. Und gegen Ende des Jahres dann die ganze Fest-Saison, die christlichen und j├╝dischen Feste passieren, wo man eventuell auch nochmal sich h├╝bsche Sachen verkauft oder verschenkt. Wie gesagt, man muss schon diese Verlangsamung sehen im Wachstum. Also besser wird es nicht. Aber ich finde, dass sie ├╝ber die letzten Jahre durch diese sehr schwere Zeit sehr gut gewachsen sind und auch sehr profitabel sind mit 8% EBITDA-Marge. Das Net Income ist knapp positiv. 1,6 Millionen. Sie sind auch nach strengster, das ist Niederlande, m├╝sste IFRS sein, knapp profitabel nach sehr strenger Betrachtung. Was nicht adjustierte EBITDA ist, auch positiv auf Jahres- und Quartalssicht. Net Income ist nach Zinsen und so was, also wirklich, was ├╝brig bleibt. Der Cashflow ist, glaube ich, noch negativ wegen Steuern, wenn ich mich nicht, sehe ich gerade nicht, aber habe ich vorhin irgendwo gesehen. Von daher ganz ordentlich. Die d├╝rfen nat├╝rlich jetzt beim Wachstum nicht zu sehr nachlassen, wenn sie da deutlich unter 10% rutschen. Ist auch nicht so sch├Ân. Haben sich aber tats├Ąchlich deutlich besser entwickelt als Farfetch. Auf Sicht Year-to-Date oder Jahressicht, also ein Jahr zum Vorjahr, sind relativ outperformed. Zu einem Farfetch, was viel mehr gelitten hat, weil sie nat├╝rlich unprofitabel sind, leiden die unter dem Zinsszenario viel mehr. Fand ich eigentlich ganz gute Zahlen. Nicht so gut wie die Ambitionen, die sie hatten, aber ganz solide fand ich.
Dann zum Schluss habe ich noch eine schnelle Frage an Pip. Und zwar, mal angenommen, du hast einen YouTube-Kanal mit so fast 5 Millionen Subscriber und bist Gesch├Ąftsf├╝hrer einer E-Commerce-Plattform, einem Shop-Betreiber. Und Leute schauen ein Video von dir und sehen vorher die Werbung von einem Konkurrenten, und zwar Shopify. W├╝rdest du den YouTube-Kanal so umstellen, dass man keine Werbung mehr vor deinen Videos sieht? Oder eher nicht, weil du Angst hast, dass du weniger Reichweite hast, wenn YouTube kein Geld mit deinen Videos verdient?
Ich w├╝rde direkte, also da mein Kanal ja extrem hohes Targeting auf meine Audience ist, w├╝rde ich das nat├╝rlich meinen direkten Konkurrenten nicht zur Verf├╝gung stellen. Also ich erm├Âgliche ja ein besseres Targeting f├╝r meine gr├Â├čten Konkurrenten.
Es geht nur on und off, also es geht nur entweder Werbung oder keine Werbung. Du kannst nicht explizit sagen, keine Werbung f├╝r...
Aber ich bin ein kommerzielles Unternehmen, was nicht typischerweise mit Werbung Geld verdient. Dann w├╝rde ich es abschalten, glaube ich, auch wenn es mir weniger Reichweite... Also, dass du ├╝ber den YouTube-Algorithmus Reichweite bekommst, glaube ich, ist f├╝r die meisten Business-Use-Case eh schon relativ schwer. Klar hat YouTube nat├╝rlich einen Incentive, es weniger auszuspielen, wenn sie da nichts bei verdienen. Andererseits, aus einer reinen Produktsicht, haben sie einen Incentive, das auszuspielen, was sich l├Ąnger auf der Plattform... Also ob du die Werbung danach oder sofort h├Ârst, ist ja egal, Hauptsache du bleibst auf der Plattform. Also wenn es ein guter Inhalt ist, sollten sie es so oder so ausspielen. Ob sie das machen, ist eine andere Frage. ├ťbrigens ein weiterer Grund f├╝r TV-Werbung, nicht dass ich ein gro├čer Fan davon w├Ąre, aber A, es gibt einfach... Wenn du was wirklich gro├č machen willst in Deutschland, ist es schon schwer, an TV vorbeizukommen, glaube ich, wenn es ein national verf├╝gbares Produkt ist. Und das andere ist Brand Safety. Also du wei├čt einigerma├čen gut, in welchem Umfeld deine Werbung gespielt wird. Das ist im Internet ja ein Riesenproblem, dass du auf irgendwelchen extremen Seiten oder hinter Verschw├Ârungscontent auf YouTube oder was wei├č ich erscheinst. Das Problem hast du im TV... Also es ist zumindest berechenbar. Ich sage nicht, dass der Content zwangsl├Ąufig besser ist. So kann es nat├╝rlich auch, je nachdem, wo du gezielt gekauft hast oder ob du Restpl├Ątze kaufst, irgendwo kommen. Aber das ist einigerma├čen berechenbar und vorhersehbar, wo du erscheinst. Das kann f├╝r Marken durchaus sinnvoll sein. Und wo wir gerade beim YouTube-Slappen sind... Oder was hast du noch zu sagen? Weil es gab auch noch eine sch├Âne Antitrust-Entscheidung. Und zwar hat Google, wie es ├╝blich ist, gegen die Android-Rekordstrafe Berufung eingelegt. Und auch das Berufungsverfahren in den meisten Punkten verloren. Also die wurde minimal reduziert, die Strafe. Aber die Europ├Ąische Kommission hat letztlich den Sieg davon getragen und die allermeisten Bestandteile dieses Urteils oder der Kommissionsentscheidungen wurden aufrecht erhalten. Und es scheint jetzt mehr und mehr so. Also es ist nat├╝rlich Googles gutes Recht, da immer wieder Berufung gegen einzulegen oder Appeal einzulegen gegen diese verschiedenen Sachen. Aber es wirkt zunehmend so, als wenn sie unheimlich viele Kosten auf beiden Seiten produzieren damit. Also das bindet nat├╝rlich Ressourcen bei der Kommission und bei Google bzw. ihren hochbezahlten Anw├Ąlten. Und es sorgt auf jeden Fall daf├╝r, dass sie Zeit gewinnen, um den Missbrauch fortzusetzen, was die Strategie zu sein scheint. Weil das Android-Untershopping-Verfahren haben jetzt beide eigentlich dazu gef├╝hrt, dass die Ma├čnahmen der Kommission absolut ├╝berwiegend best├Ątigt worden sind. Und ich vermute, Google wird genauso weitermachen. Und so ein Verfahren dauert ja immer vier, f├╝nf Jahre im schlimmsten Fall. Oder das Appeal dauert dann vielleicht noch mal ein, anderthalb Jahre. Aber dadurch, dass die Strafen insgesamt noch so niedrig sind, lohnt es sich immer, die Zeit mitzunehmen und vielleicht noch ein paar Millionen an Anweiskosten da drauf. Um einfach das Maximal zu verz├Âgern und am Ende so ein bisschen einen Geldkrieg zu f├╝hren oder einen Ressourcenkrieg gegen die entsprechenden Regulierungsbeh├Ârden.
Ich bin gespannt, was wir heute noch so verpassen. Es ist jetzt 10.30 Uhr. Wir w├╝nschen euch ein sch├Ânes Wochenende. Mal sehen, ob es noch eine Emergency-Aufnahme gibt am Ende des Tages und die jetzt noch dazu geschaltet wird. Ich hoffe nicht.
Ich verpasse heute gar nichts. Ich schaue einfach nicht mehr aufs Handy und mache jetzt eine sch├Âne Stadttour in Italien.
Enjoy, habt ein sch├Ânes Wochenende. Bis dann.
Bis dann. Ciao, ciao.