Doppelg├Ąnger Folge #217 vom 25. Januar 2023

­č玭čçĚ Visa + PayPal ­čöĹ Social Login ­čĺ░ Fundraising ­čĆľ´ŞĆ Value Arbitrage ­čÄČ Netflix Fragen ÔŤł´ŞĆ Salesforce ­čÄž Spotify

Wer muss f├╝r den Visa + Paypal Fehler zahlen? Sollte man ein Social Login Feature (Google, Apple) einbinden? Wie ist die aktuelle Lage im Fundraising? Wie verdiene ich mit wenig Arbeit Geld? Ein paar schlaue Nachfragen zu Netflix. Was hat Elliott Management mit Salesforce vor? Spotify trennt sich von 6% der Belegschaft und m├Âchte effizienter werden. Wie werden die Tesla Earnings?

Philipp Gl├Âckler (https://www.linkedin.com/in/philippgloeckler/) und Philipp Kl├Âckner (https://twitter.com/pip_net) sprechen heute ├╝ber:

(00:00:00) Visa + PayPal

(00:09:55) Social Login

(00:24:55) Fundraising

(00:38:00) Buchhaltung

(00:45:00) Value Arbitrage

(00:55:30) Netflix Fragen

(01:08:00) Salesforce

(01:22:30) Google

(01:29:30) Spotify Entlassungen

(01:35:50) Tesla

Shownotes:

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Willkommen im Doppelg├Ąnger Tech Talk Podcast Folge 217 Ende Januar. Pip auf Discord habe ich gerade gesehen, es haben sich wohl Leute MacBooks f├╝r 40% weniger gekauft. Wie ist das m├Âglich?
You tell me.
Also es gab wohl eine gewisse M├Âglichkeit mit Visa und PayPal 40% auf alles zu bekommen, was man online kauft, weil Argentinien einen Touristendollar eingef├╝hrt hat, damit Touristen mehr mit Kreditkarte zahlen und weniger Dollar, Euro tauschen, was wohl besser f├╝r ihre W├Ąhrung ist. Und das stand unter anderem auf MyDeals und ein paar Leute sind komplett ausgerastet. Ist das Internet ausverkauft worden?
Wahrscheinlich. Also es ging konkret in der Kombination aus PayPal und einigen Visa Kreditkarten, es ging nicht mit Mastercard. Der Grund ist wie du sagst, der sogenannte Touristendollar, mit dem Argentinien seine W├Ąhrung, ich glaube abwerten will, weil die ist.
Abwerten doch bestimmt nicht, hochwerten.
Sekunde. Ach genau, es ist jetzt 1 zu 200 und es war mal 1 zu 25 vor 4 Jahren. Genau, es gibt quasi einen Touristendollar, der hat einen eingebauten 40% Rabatt und soll daf├╝r sorgen, dass die Touristen da ordentlich Geld ausgeben im Land. Und das konnte man jetzt ├╝bers Internet anscheinend so ausnutzen, dass wenn du deine Kreditkartenw├Ąhrung auf ARS, also argentinische Peso umgestellt hast, warst du in der Lage, weil das komischerweise in dem Zahlungssystem so verankert war, dass der Discount an der Stelle verbucht wurde, hast du eingekauft und es wurde am Ende aber nur 60% der Kaufsumme abgezogen. Ich glaube, dass es relativ gef├Ąhrlich ist, ehrlich gesagt. Also ich denke die Zahlungsdienstleister werden sich das Geld noch holen, h├Âchstwahrscheinlich. Weil die Frage ist, wer zahlt das? Das Mind Learning des Lebens ist, der Staat und die Bank kriegt ihr Geld immer. Das hei├čt, ich sehe nicht, dass Visa und Paypal das bezahlen. Argentinien k├Ânnte, ich wei├č nicht, ob man auf Kosten der argentinischen Steuerzahler seine Macbox kaufen will, das ist eine moralische Frage, die wir jetzt nicht beantworten m├╝ssen. Ich glaube aber, dass die Shops sich das Geld noch holen werden oder die Zahlungsdienstleister, weil das Problem ist, nach meiner Auffassung, ist keine Rechtsberatung hier, wir haben keine Ahnung davon. Aber rein logisch ist der Ablauf ja so, dass du den Originalpreis siehst. Das ist eigentlich der wichtige Fakt. Wenn du kaufen klickst, also die Leute vertrauen alle darauf, dass dieser Glitch funktioniert. Weil was passiert ist, im Paypal Account wird noch die richtige Summe angezeigt, im Shop beim Kauf wird noch die richtige Summe eingezahlt, aber es werden dann nur 60%, also 40% weniger eingezogen. Und deswegen kaufen jetzt Leute Amazon-Gutscheine oder Macbooks oder iPhones oder was auch immer. Meiner Meinung nach, sagen wir mal in meinem leihenjuristischen Verst├Ąndnis, ist die Willenserkl├Ąrung, die du abgibst, dadurch, dass du den Originalpreis siehst, kaufst du zu dem Preis. Und rein buchhalterisch beh├Ąlt der H├Ąndler, meiner Meinung nach, eine Forderung gegen dich. Je nachdem, ob Paypal ihm das 100% auszahlt oder nicht. Also entweder hat Paypal weiterhin eine Forderung gegen dich oder Visa oder der H├Ąndler, meiner Meinung nach. Weil du hast zu dem Originalpreis gekauft und darauf vertraut, was du meinst. Ich meine auch, du besitzt da keinen Rechtsschutz, dass du darauf vertrauen darfst, dass ein anderer Preis abgebucht wird, als du siehst. Das hei├čt, das einzuklagen wird relativ schwer. Das hei├čt, ich glaube, die H├Ąndler oder Zahlungsdienstleister werden sich das Geld zur├╝ckholen.
Also nur Sachen kaufen, die man wirklich auch f├╝r den vollen Preis h├Ątte kaufen wollen.
Man kann nat├╝rlich Gl├╝ck haben, dass es ein kleinerer H├Ąndler ist oder was wei├č ich. Plus der Vorteil ist wahrscheinlich, dass du die anderthalb von zwei Wochen zur├╝cktreten kannst vom Kauf. Ohne Angabe von Gr├╝nden. Nach dem europ├Ąischen Verbraucherrecht, w├╝rde ich glauben. Du kannst ja einfach Dinge, die du gekauft hast, relativ gut zur├╝cktreten. Das sollte man dann h├Âchstwahrscheinlich, also wie gesagt, keine Beratung, vor allem keine Beratung, das irgendwie auszunutzen. Aber das w├Ąre dann vielleicht eine schlaue M├Âglichkeit, wenn man fest damit gerechnet hat und dann doch voll zahlen soll. Ansonsten, wo das nat├╝rlich immer besonders gef├Ąhrlich ist, ist bei gro├čen Marktpl├Ątzen. Dein Lollipop ist doch zum Beispiel ein Marktplatz. Was wir jetzt machen k├Ânnen, ich k├Ânnte ja bei Philipp Kl├Âckner, k├Ânnte bei Lollipop, Werbung im Doppelg├Ąnger-Podcast. Kann ich per PayPal zahlen bei euch?
Per Kreditkarte. Per PayPal geht nicht.
PayPal ist das gr├Â├čte Zahlungsmittel in Deutschland und auf jeden Fall auf der Welt. Aber da kommen wir sp├Ąter noch drauf. Ja, schade. Aber sagen wir so, du h├Ąttest PayPal schon integriert. PayPal?
Gut, also du h├Ąttest f├╝r 10.000 Euro Werbung gekauft. Ich h├Ątte aber nur 6.000 bekommen.
Nee, das ist die Frage, ob du nicht trotzdem deine 10.000 bekommst. Da w├╝rde man das erst mal lernen, wo der Fehler eigentlich liegt. Also klar ist, ich h├Ątte nur 6.000 bezahlt. Die Frage ist, dann h├Ąttest du trotzdem die 10.000 bekommen. Ansonsten w├╝rde der H├Ąndler ja eigentlich noch nicht mal die Ware losschicken. Also wenn ich nur 6.000 bek├Ąme, w├╝rde ich ja die Ware nicht losschicken. Wie bl├Âd muss man sein? Deswegen gehe ich davon aus, dass der Fehler schon noch irgendwo da drin ist.
Aber bei uns im Discord-Server steht, dass die Macbooks schon angekommen sind. Aber es traut sich wohl keiner, die aufzumachen. Also man hat die jetzt und wartet jetzt ab, was passiert, ob noch eine Nachrechnung kommt.
Das ist prinzipiell schlau. Also es gibt, glaube ich, die einfachsten M├Âglichkeiten, das auszunutzen. Wobei ich nicht sagen will, dass man es sollte, sind entweder Waren zu kaufen, die sehr gute Wiederverkaufspreise erzielen. Zum Beispiel verpackte Macbooks oder so. Das andere, was ich aber noch besser finde, sind Marktpl├Ątze, wo man selber beide Seiten belegen kann. Also wie gesagt, ich kann f├╝r 10.000 bei dir buchen. Du bekommst diese 10.000 minus deine Zahlungsgeb├╝hr. Ich zahle daf├╝r aber nur 6.000 und die H├Ąlfte teilen wir uns theoretisch. Das k├Ânnte man versuchen. Und das Gute ist, im Fall, dass es schief geht, haben wir nur die Zahlungsgeb├╝hren. Und selbst die m├╝sste man dann verhandeln, ob die nicht r├╝ckg├Ąngig gemacht werden m├╝ssen. Wenn den Fehler nicht du zu verschulden hast, sondern PayPal oder Visa, wei├č man ja nicht. Das andere ist, da muss man ├╝brigens sehr aufpassen, wenn man einen Marktplatz baut, deine beste Promotion sollte niemals deine Take Rate oder den sogenannten Rake, also deinen Innenumsatz oder Gross Profit ├╝bersteigen. Was meine ich damit? Sagen wir mal, du bist ein Booking.com und du nimmst im Schnitt, jetzt ausgedacht, wei├č nicht, ist glaube ich ein bisschen h├Âher inzwischen, aber du w├╝rdest nur 15% Take Rate nehmen vom Hotel. Also man kann ein 100 Euro Hotel buchen, 15 bekommt, abstrahieren mal von Mehrwertsteuer und so weiter. Booking bek├Ąme 15, der Hotelier bek├Ąme 85. Dann solltest du definitiv keinen 20% Gutschein raushauen. Weil was dann passieren k├Ânnte, ist, dass jemand ein Hotel aufmacht, dass er regelm├Ą├čig selber bucht und die 5% Marge einbeh├Ąlt. Also er zahlt vorne statt der 180 Euro, kriegt 85 davon weitergegeben von den 100.
Das war also deine Hotelidee damals vor Corona. Jetzt check ich das.
Ne, ne, ne, ne, ne. Oder ├╝berleg mal bei den Taxirabatten. Wenn du ├╝berlegst, wie hoch die Rabatte sind bei den Transportunternehmen, wei├č nicht, ob du eins kennst oder famili├Ąr bist, aber wenn du da 30% Rabatt auf Fahrten hast, k├Ânnte ich mich theoretisch als Kunde in mein eigenes Taxi setzen und einmal durch die ganze Stadt fahren lassen. Und wenn die Take Rate dieser Transportunternehmen kleiner w├Ąre als 30%, zum Beispiel, 30% Rabatt gibt es ja schon mal, oder? Aus hier, wie hei├čt das hier, Free Now? Oder Uber? Und wenn der Take Rate weniger als 30% w├Ąre, dann k├Ânnte man sich theoretisch das passive Einkommen, von dem wir alle tr├Ąumen, da haben wir sp├Ąter auch noch eine Frage zu, bekommen. Abgesehen davon hat Paypal auch gerade ein Problem mit dem Bundeskartellamt. Das hat jetzt n├Ąmlich ger├╝gt oder geklagt, dass es nicht okay ist, dass Paypal als einigerma├čen dominanter Zahlungsanbieter in Deutschland ist, das verbreiteteste System. Verbreiteteste?
Wie l├Ąuft dein Kurs?
Und da gibt es, glaube ich, die Klausel in den meisten Vertr├Ągen, dass man ein anderes Zahlungsmittel, zum Beispiel, weil es g├╝nstiger ist, sagen wir mal Kauf auf Rechnung oder Sofort├╝berweisung, dass man da keinen g├╝nstigeren Preis f├╝r anbieten kann. Also du darfst Leute nicht mit Preis inzentivieren, was anderes au├čer Paypal zu nehmen. Und du darfst auch sonst nicht zum Beispiel sagen, wir geben irgendwie eine Tafel Schokolade dazu, wenn ihr nicht mit Paypal zahlt oder wenn ihr mit Klana zahlt oder so. Dagegen versucht das Bundeskartellamt jetzt vorzugehen, weil sie glauben, dass Paypal da seinen Markt macht. Ausnutzen, zumindest habe ich das so verstanden. Ich will auf jeden Fall jetzt nicht anfangen, obwohl ich will auch niemanden davon abhalten, wenn er glaubt, ich m├Âchte auf die Gefahren hinweisen. Ob man das dann macht oder nicht, muss man selber entscheiden. Meine Erfahrung ist, es gibt selten kostenloses Geld und selbst bei Preisfehlern ist das immer mal wieder so, dass die Gesch├Ąfte r├╝ckabgewickelt werden. Wer es trotzdem probieren m├Âchte, go for it. Auf mydeals steht oder stand die Beschreibung. Ich wei├č nicht, was da alles stand ist, aber das ist im Zweifel das Portal, auf dem man solche Fehler am besten nachvollziehen kann. Und die haben es nach meinem Verst├Ąndnis auch entdeckt. Und die meisten Medien haben sich darauf bezogen. Gute PR f├╝r Fabian und Pepper.com.
Ja, top. Ganz fr├╝her haben wir, glaube ich, schon mal gesprochen, gab es irgendwann mal so einen Preisfehler bei Otto. Auch mit Macbooks, meine ich.
Hat er uns auf jeden Fall schon mal erz├Ąhlt, ja.
Dann lass uns weitermachen. Wir bleiben bei Apple und Google und zwar Social Login. Asking for a good friend kam die Frage rein. Und zwar, ob man Social Logins einbauen sollte. Mit der Annahme, dass man 10% mehr Registrierungen bekommt, also jetzt von 100 auf 110 zum Beispiel. Aber davon dann werden jeweils 35 von Apple und Google und 40 eigene Mailadressen. Bei 50% von Social Logins w├Ąren es keine eigenen Mailadressen mehr. Noch mal, um Social Logins zu erkl├Ąren, wenn ihr eine App habt und man sich dort anmelden muss oder kann, kann man das auch mit Sign in with Apple oder mit Google machen. Bei Apple kann ich nur erkl├Ąren, als Apple Nutzer ist es so, dass es super einfach ist. Man braucht kein Passwort mehr. Und man kann die E-Mail und den Namen verstecken. Also man kann jetzt, und als App-Entwickler bekommt man dann nicht die normale E-Mail, sondern man bekommt so eine von Apple kreierte XYZ-E-Mail, die so ein bisschen aussieht wie ein Passwort und ein Adzeichen und so. Und ja, das ist nat├╝rlich die Frage, ob man das ├╝berhaupt will. Weil viele H├Ąndler, viele App-Entwickler wollen ja am liebsten den richtigen Namen und die richtige E-Mail-Adresse. Was w├╝rdest du machen? W├╝rdest du Apple-Google-Login machen oder alles auf E-Mail?
Ich w├╝rde das nicht ideologisch entscheiden, so wie sonst alles im Leben, dass ich normalerweise ideologisch entscheiden w├╝rde. Ich glaube, man muss das testen. Ich habe den Fragesteller noch mal gefragt, was er als die Vorteile, Nachteile w├Ąhnt. Nummer eins Nachteil w├Ąre, wie schon gedacht, dass man Angst hat, man w├╝rde die Nutzer, also wenn man Google- oder Apple-Login benutzt, nicht direkt erreichen kann. Zum Beispiel, weil es in Newsletter-Tab sortiert wird, was bei einer pers├Ânlichen E-Mail vielleicht nicht so w├Ąre. Also pers├Ânliche E-Mail w├Ąre zum Beispiel philippgl├Âckler.web.de, gibt es bestimmt, oder philipp.io. Das w├Ąre eine pers├Ânliche E-Mail. Eine Google-Mail w├Ąre philipp.gmail.com. Und Apple ist eben deine, wie hei├čt das, mi.com, nein, iCloud, also diese Apple-Mail. Und Vorteil ist, richtig, wie du sagst, dass man sich niedrigschwellig, w├╝rde man wahrscheinlich sagen, anmelden kann mit den Logins. Das hei├čt, es ist vermutlich einfacher, h├Âhere Conversion. Das ist die Vermutung. Die Vermutung w├Ąre, wenn ich das zulasse, gar nicht so unterschiedlich von dem Payment via PayPal, kann man sagen, das niedrige Schwellen, ich muss mir kein Passwort ausdenken, vor allen Dingen wird mir nicht dreimal erz├Ąhlt, wie ich das Passwort auszudenken habe und was da f├╝r Sonderzeichen rein m├╝ssen und so weiter. Wahrscheinlich h├Âhere Conversion-Rate, w├╝rde man denken. Dagegen spricht eben, ich erreiche, ich habe ein Intermedi├Ąr mit Google und Apple dazwischen. Also Art 1, die k├Ânnten mich filtern. Oder ich werde in den Newsletter-Tab wegsortiert. 2 w├Ąre sicherlich, dass die Nutzer vielleicht auch gar nicht ihre Social Logins, also diese Postboxen gar nicht benutzen. Also dass sie es wirklich nur als Social Login benutzen. Und viele Android-Benutzer zum Beispiel haben eine Gmail-Adresse, weil die eine Zeit lang mal der einfachste Weg war, Android zu nutzen. Und die schauen aber nicht einmal in das Postfach, weil sie die eigentlich nicht brauchen, weil es eigentlich nur eine Kommunikation mit Google ist und sie sonst niemandem ihre Google-Adresse geben. Das w├Ąre noch ein Grund, dass sie die gar nicht nutzen. Dann sind das ja sogenannte Relay-Adressen, also die ├╝ber die Services umgeleitet werden. Das hei├čt, es k├Ânnte sein, auch dass Google oder Apple irgendwann entscheiden, nochmal einen Schleusenw├Ąrter da einzubauen, einen Gatekeeper, dass sie sagen, wir lassen gewerbliche E-Mails nur durch, wenn die einen Cent zahlen an unser System. Ich pers├Ânlich f├Ąnde es gut, ehrlich gesagt. Es w├Ąre der effektivste Spam-Schutz, E-Mails teurer zu machen. Und auch sonst hielt ich das f├╝r gar nicht so bl├Âd, ehrlich gesagt. Ich m├Âchte nat├╝rlich idealerweise nicht, dass von Google oder Apple verwaltet wird. Aber es w├Ąre jetzt auch ein bisschen undifferenziert. Also ich f├Ąnde es prinzipiell gut, wenn E-Mails Kosten h├Ątten, minimale, einfach nur um Spam zu vermeiden oder den Wert von E-Mails ein bisschen zu erh├Âhen. Wie man das dann gemacht, muss man sich wirklich viele Gedanken machen. Aber es sollte nicht von einem Gaffer kontrolliert werden. Aber das w├Ąre eine der ├ängste, dass man zur Kasse gebeten wird f├╝r das CRM irgendwann. Dann k├Ânnte, wenn jemand sein Google-Konto oder Apple-Konto aufl├Âst, automatisch damit auch sein Konto aufl├Âsen. Das habe ich so ein bisschen erfahren, als ich mein Facebook-Konto aufgel├Âst habe. Ich habe es einigerma├čen gut durchdacht und die wichtigsten Apps vorher, wo ich mit Facebook eingeloggt war, umgeswitcht. Aber es ist gar nicht so einfach, dann eventuell k├╝ndigt man implizit bei anderen Services, weil man den Facebook-Login aufgibt oder den Google-Login. Das ist eine Gefahr. Die Gefahr ist, dass Leute aus Verwirrtheit st├Ąndig neue Google-Accounts er├Âffnen, weil sie gar nicht checken, dass das einfach ist. Oder ihren Google-Account sich gar nicht richtig merken noch. Das ist vielleicht ein unwichtigerer Grund. Und man verliert so ein bisschen die Kontrolle ├╝ber die Kommunikation.
Aber ist der jetzt wichtig oder nicht wichtig?
Ja, und das ist n├Ąmlich eine sehr gute Frage. Ich wollte nur noch diese Gr├╝nde erw├Ąhnen, damit man versteht, warum man ├╝berhaupt... Also die meisten Leute w├╝rden sagen, intuitiv nat├╝rlich brauchst du einen Google-Login. Das ist besser f├╝r die Conversion. Ich wollte nur sagen, es gibt auch Gegengr├╝nde. Die gerade so strategisch denkendere Player eigentlich dann mit in Betracht fassen. Datenschutz k├Ânnte eine ganz andere Thematik sein zum Beispiel auch. Und jetzt die erste Frage, die man sich stellen muss, ist, und ich glaube, da steigen schon die allermeisten aus, ist CRM ├╝berhaupt ein erfolgreicher Kanal f├╝r mich? Also die Leute sagen, die E-Mail ist mir total wichtig. Aber dann siehst du, dass ich glaube, in dem Fall hier wird es vielleicht nicht so sein. Aber es gibt durchaus Businesses, die weniger als ein Prozent ihres Umsatzes mit E-Mail-Aktivierung wirklich hinbekommen. Dann musst du die Frage schon fast nicht mehr stellen, weil dann die Conversion relativ klar ├╝berwiegt. Das hei├čt, ist CRM oder E-Mail-Adressen ├╝berhaupt ein relevanter Bestandteil, wenn es um Retention geht, also Wiederholungsk├Ąufe? Das ist die Frage eins, die man sich stellen muss. Und dann muss man nat├╝rlich eigentlich mal testen, wie viel h├Âher ist die Conversion? Und idealerweise je nach Gesch├Ąftsmodell eher auch nach 30 Tagen erst. Das ist nat├╝rlich ein relativ teurer A-B-Test, weil es nicht so einfach ist, das alles zu implementieren. Aber ich w├╝rde schon mal tats├Ąchlich einen Split-Test machen und dann nach, nicht sofort, sondern nach 30 Tagen gucken, wie sich die neuen Sign-Up-Konkurrenz, also einerseits w├╝rde ich testen, wie die Sign-Ups, die das Feature genutzt haben, sich in der Zukunft entwickeln in den ersten 30, besser sogar 90 Tagen noch. Also kaufen die seltener nach, weil sie zum Beispiel die E-Mails nicht empfangen. Weil du hast jetzt zwei Effekte. Du hast an Tag 1 quasi, wird die initiale Conversion erh├Âht und die Anzahl der Logins. Aber du willst ja idealerweise auch schon wissen, wie schnell kriegst du Wiederk├Ąufe oder sowas hin. Vielleicht sollte man sogar auf einen l├Ąngeren Zeitraum schauen. Und dann musst du validieren, wie hoch der Uplift tats├Ąchlich ist mit dem Social Login. Und das vergleichen mit dem potenziellen Verlust. Du kannst entweder einen sehr langen Test machen, dann hast du die CM-Daten oder Wiederkauf-Daten schon mit drin. Oder du machst einen kurzen Test und testest nur das initiale Sign-Up und musst es dann mit dem Verlust abw├Ągen. Das so w├╝rde ich sehen. Mein Gef├╝hl ist, dass die Vorteile ├╝berwiegen, ehrlich gesagt. Einfach weil ich glaube, die Annahme war hier 10% mehr Sign-Ups. Und ich habe das Gef├╝hl, dass die allermeisten Firmen nicht 10% ihres Umsatzes aus E-Mail-Kampagnen ausholen oder ihre Reaktivierungen so hinbekommen. Wenn das so ist, dann muss man es genauer abw├Ągen.
Ich w├╝rde es auf jeden Fall machen. Ich finde E-Mail-Adressen und Login sammeln ist irgendwie ein bisschen oldschool. 2010 so. Und f├╝r was brauchst du die E-Mails? Au├čer du willst die Firma jetzt an JP Morgan verkaufen. Zwinker, zwinker.
Achso, verstehe. Lustig.
Aber zur Vorbereitung habe ich mir die... Darf ich noch kurz?
Also eine Sache, die noch wichtig ist, dass die AB-Tests, das habe ich ja auf dem Brace-Event schon beschrieben, dass das immer so ein Durchschnittsproblem ist eigentlich. Und das hei├čt, f├╝r manche funktioniert der Test deutlich besser, f├╝r manche deutlich schlechter. Und eine weitere Gefahr, die du nat├╝rlich hast, ist, dass du adverse Selektionen hast. N├Ąmlich, dass du ausgerechnet die Apple, also eventuell die wertvollsten Kunden, also in dem Modell, wo der Fragende arbeitet, m├Âchte man eventuell ausgerechnet die Apple-Kunden nicht ausschlie├čen. Und vor allen Dingen m├Âchte man die, das ist ja auch ein trust-sensibles Business, und vielleicht m├Âchtest du insbesondere auch als... Es gibt glaube ich durchaus Leute, die sich sicherer f├╝hlen, wenn es ein Google- oder Apple-Login gibt. Und dann deswegen w├╝rde ich da vielleicht... Das ist auf jeden Fall auch nochmal ein Effekt.
Ich habe zur Vorbereitung mir nochmal die Seven-App runtergeladen. So eine 7-Minuten-Fitness-App. Fr├╝her fand ich sie recht nervig, weil sie sehr schnell auf Social Engagement gegangen ist. Du hast gesehen, wann deine Freunde Sport machen und wann die ganze Welt uns so Sport macht. Und bei denen wollte ich haupts├Ąchlich nochmal das Login mit Apple checken. Und dann war ich ├╝berrascht, weil die haben das Login nach hinten geschoben. Also bei denen kannst du jetzt ein Abo, ein Jahresabo abschlie├čen mit einer 7-Tage-Free-Trial. Alles ├╝ber Apple Pay, Apple Subscription. So, und das Login ist in einem Tab versteckt. Das bedeutet, ich kann jetzt ein Jahr mit dem Jahresabo Sport machen, ohne dass die ├╝berhaupt irgendwelche Daten haben au├čer mein Payment. Und das sehe ich schon eher so als die Zukunft in jedem Modell, dass die Leute die App nutzen k├Ânnen und dann die beste Kohorte, die, die am interessantesten sind, von denen holt man sich dann alle Daten. Also auch die richtigen Namen, auch die richtige E-Mail. Weil wenn ich jetzt mal angenommen, ich mache ein halbes Jahr hier Sport jeden Tag und habe eine super Interaktion und rede ├╝ber die App mit Freunden oder so, bin ich auch bereit, meinen vollen Namen anzugeben. Und ich als User, ich habe auf jeden Fall schon viele Apps unangemeldet wieder gel├Âscht, weil ich denen nicht meine E-Mail geben wollte.
Finde ich gut. Ich glaube, das ist letztlich auch die, ich glaube, du hast ein Kr├Ąfteungleichgewicht, dass in dem Fall der Konsument wirklich die st├Ąrkere Partei ist. Und du kannst als kleiner oder selbst mittelgro├čer Marktplatz oder H├Ąndler nicht deine Agenda durchdr├╝cken, glaube ich. Und die Gefahr ist eben, dass die wertvollsten Kunden eventuell Apple deutlich mehr vertrauen als dir. Und das ist nat├╝rlich die vorteilhafte Position von Apple, dass sie sich im Zweifel, zumindest den Eindruck erwecken, sich auf die Seite des Kunden zu stellen. Das ist der Grund, warum du Apple mehr vertraust. Und durch einen gl├╝cklichen Umstand passt das auch zu ihrer gr├Â├čeren Gesch├Ąftsstrategie, dass sie die Kunden verteidigen, weil ihre, Apples Konkurrenten, die Kunden tendenziell eher, w├╝rde ich sagen, wie soll man sagen, zumindest datenm├Ą├čig ausbeuten. Insofern ist es quasi eine gute Strategie von Apple, dass sie den wei├čen Ritter spielen k├Ânnen und trotzdem das beste Gesch├Ąftsmodell dadurch noch haben. Deswegen bef├╝rchte ich, es ist schwer, da zu widerstehen. Also theoretisch m├╝sste man sogar noch mal Apple und Google Lock-in getrennt testen. Also eigentlich m├╝sstest du vier Tests machen. Also nur Apple, nur Google, Apple und Google und ohne alle. Es gibt, glaube ich, durchaus einen Szenario, in dem der Apple-Test, nur Apple-Test, der bessere ist. Weil den Google-Kunden ist es vielleicht voll relativ egal. Wobei, ja.
Und letzte Frage dazu, wenn du einen Shop hast, w├╝rdest du Shopping als Gast einschalten oder nicht?
Ja, also ich habe definitiv schon Bestellungen get├Ątigt, weil ich wusste, das bestelle ich nur einmal in meinem Leben. Und ich will jetzt kein Account bei dem Shop haben. Ich glaube, das muss man auch da, ich glaube nicht so an diese Missionierung mit dem Schwert, dass du den Kunden auch oktroyieren kannst, was du f├╝r gutes Marketing h├Ąltst oder f├╝r den richtigen Sign-up-Prozess. Und ich glaube, man muss dem Kunden oder der Kundin so ein bisschen auch die Wahl lassen. Und zwar, es darf nicht zu ├╝berkomplex werden, es muss trotzdem noch einfach, eigentlich herausfordernd ist nicht, welches System von beiden besser ist, sondern wie du es auch gut darstellst, dass es die M├Âglichkeiten ├╝berhaupt gibt, um es trotzdem einfach zu halten. Aber ich glaube, Gast-Login ist eine good practice, w├╝rde ich sagen. Ich hatte ├╝brigens die schlechteste E-Commerce-Erfahrung seit langem wieder. Und zwar habe ich den Fehler gemacht, nach zehn Jahren mal wieder bei Ebay zu bestellen. Nach zehn Jahren erlischt mein Ged├Ąchtnis, was f├╝r ein fucking pain in the ass Ebay n├Ąmlich ist. Und zwar gab es ein wundersch├Ânes On-Modell, also Schuhmodell, was meine Lieblingsfarbe hat und wasserdicht ist, was bei On-Schuhen ja leider nicht der Standard ist, dass die auch nur von unten wasserdicht werden. Damit ich jetzt auch im Regen meine Lieblingsschuhe tragen kann, wollte ich mir ein On-Modell kaufen, was wasserdicht und gelb ist. Das gab es aber in Deutschland nicht, oder das gab es nur noch bei Ebay. Da dachte ich, ok, kauf ich es doch bei Ebay, bei irgendeinem kryptischen Shop-Namen, zwei, drei B├╝ffel Schuhe oder was auch immer. Und als n├Ąchstes habe ich eine Benachrichtigung vom Zoll bekommen, dass zu den 160 Euro jetzt noch 44 Euro Zoll hinzukommen. Plus Handlinggeb├╝hr von DRL. Und jetzt habe ich ein paar Schuhe, die mir tendenziell ein bisschen zu klein sind, weil man sich bei On leider nicht auf die gleiche Gr├Â├če verlassen kann, wie ich auch zum zweiten Mal festgestellt habe. Meine Familie w├╝rde sagen, eine Ratte macht den gleichen Fehler nicht zweimal. So dumm bin ich. Aber auf jeden Fall werde ich jetzt die n├Ąchste Dekade auch wieder nicht bei Ebay bestellen. Ich w├╝nsche mir einfach, dass Ebay untergeht. So dass ich nicht mal mehr auf die Idee k├Ąme. Bevor ich irgendwann mal eine Pornoseite blocke auf meinem Rechner, blocke ich irgendwie Ebay. Dass vorher ein gro├čes Schild kommt, mach das nicht, du hast es jedes Mal bereut.
Sehr sch├Ân. Aber On bleibst du treu, oder?
Das kommt drauf an. Wenn die jedes Mal die Gr├Â├čen ├Ąndern, werden die F├╝├če gr├Â├čer mit dem Alter? Vielleicht bin ich in dem Alter. Es gibt ja K├Ârperteile, die gr├Â├čer werden mit dem Alter. Geh├Âren F├╝├če auch dazu? Welche geh├Âren dann noch dazu?
Ach sch├Ân. Lass uns ein bisschen ├╝ber Fundraising reden. Hier kam eine Frage rein. Falls ihr Fragen habt, schickt uns gerne an podcast.doppelg├Ąnger.io. Wir versuchen viele zu beantworten und manche landen f├╝r immer im Backlog. Aber eine, die es nach vorne geschafft hat, geht um aktuelle Fundraising-Umfeld. Worauf legt man in der aktuellen Lage Wert? Was macht eine SaaS-Firma fundamental? Und in welche Richtung w├╝rdest du eine moderne Buchhandlungssoftware f├╝r SMEs entwickeln?
Ich glaube, es geht nicht um fundamental, sondern um fundable. Und ich glaube, es geht auch nicht um eine Buchhandlung, sondern um eine Buchhaltungssoftware. Aber das kann man ja alles kl├Ąren. Lass lachen, wir sind schon so drin. Nur, damit die Menschen mal wissen, womit ich mich hier rumklagen muss.
Du wirst noch Luft schnappen von dem On-Lacher heute. Aber ja, du hast nat├╝rlich vollkommen recht.
Zieh du mal deinen Pulli aus und ich erz├Ąhle so lange, wie man SaaS fundet. Also ich glaube, grundlegend haben sich die Prinzipien, auf was man schaut, gar nicht so sehr ge├Ąndert. Das hei├čt, ich glaube schon, was weiterhin wichtig ist, ist einerseits die Marktgr├Â├če, also dass die Nische nicht zu klein ist. Buchhaltung ist was, was, ich glaube hier geht es um SMEs, also egal ob es Enterprise, also gro├če Kunden w├Ąre oder SMEs, also kleine und mittlere Unternehmen. Bei beiden ist der Markt relativ gro├č f├╝r Buchhaltung, aber auch schon relativ crowded. Da gibt es nat├╝rlich auch schon einige L├Âsungen, irgendwie Freshbooks, das ist das Produkt, was man als gro├če Kryptob├Ârse zum Beispiel benutzt typischerweise im Enterprise-Segment. Dann sind es tats├Ąchlich, glaube ich, die Zahlen, das kommt nat├╝rlich auch immer auf das Stadium an, wenn man schon ein bisschen gr├Â├čer ist, geht es eben tats├Ąchlich um die Magic Number und die Revenue Expansion, w├╝rde ich sagen. Also was sind die Kosten der Kundenakquise im Vergleich zum Umsatz? Also man w├╝nscht sich idealerweise, dass es weniger als ein Jahresumsatz kostet, einen neuen Kunden reinzuholen. Also wenn ich 5000 Euro mit dem Kunden verdiene im ersten Jahr, dann sollte es idealerweise so 3000 bis 4000 Euro kosten, den Kunden zu akquirieren, desto weniger, desto besser logischerweise, aber das w├Ąre der Wert. Wenn es deutlich ├╝ber anderthalb Jahre geht, dann ist es wahrscheinlich noch kein richtiger Product Market Fit. Das ist die Magic Number oder Sales Effizienz, die wichtig ist. Und dann ist es immer, also ich versuche bei Softwareunternehmen, mal so fr├╝h wie m├Âglich schon zu fragen, was ist das Expansion Modell. Es gibt einfach Produkte, die total n├╝tzlich sind, aber eben genauso n├╝tzlich, dass jeder 99 Euro daf├╝r bezahlen w├╝rde, aber wo es schwer ist, jemanden dazu zu bekommen, ein Vielfaches davon zu bezahlen ├╝ber die Jahre. Sagen wir zum Beispiel so eine SEO-Analyse-Software oder so ein Podcast-Hoster ist ganz gut, da kann man sagen, das ist Volumen basiert. Je mehr Downloads ihr habt, desto mehr Geld wollen wir von euch. Da w├Ąchst man sch├Ân mit den Kunden, das ist so ein Volumen basiertes Expansionsmodell. Es gibt ein Seed basiertes, also je mehr Leute das nutzen, desto mehr Geld wollen wir von dir. Es gibt Feature basierte Expansion, das hei├čt, je mehr Module du freischaltest oder je mehr Features wir einbauen in dein Produkt, desto teurer wird das. Das sind die g├Ąngigsten, was gibt es noch? Das sind die Treiber normalerweise. Bl├Âd ist, wie gesagt, wenn es eine L├Âsung ist, wo ich am Ende Leuten eine Pistole an den Kopf halten muss, damit sie mehr bezahlen f├╝r das gleiche Produkt. Das ist immer kompliziert. Deswegen ist Revenue Expansion sozusagen, da w├╝rde man die zwei Dimensionen Logo Expansion und echte Revenue Expansion unterscheiden. Logo Expansion ist quasi der Gegenwert zur Churn. Wenn ich 5% der Kunden verliere, ist meine Logo Retention in dem Fall 95%. Dollar Retention ist quasi die, die idealerweise ├╝ber 120 oder bei 130 sogar liegt. Das hei├čt zum Beispiel, 5% meiner Kunden k├╝ndigen, aber im Schnitt machen die Verbleibenden 38% mehr Umsatz im Jahr und dann komme ich vielleicht auf eine 132% oder so eine Dollar Based Net Expansion Rate, die BNER. Die Zahlen kennt ihr eigentlich. Achso und dann gibt es noch die Ruder Forti, das hei├čt eben, dass w├╝rde man vielleicht ab einem Umsatz von 10 Millionen oder so, es wird die Aussage kr├Ąftig, glaube ich, oder ERA von 10 Millionen, dass man sagt, die Firma muss so schnell wachsen, dass die Summe aus Umsatzwachstum oder ERA Wachstum und Verlust, also negativer operativer Marge oder negativen Cashflow zusammen noch mehr als 40% ergibt. Also einfach gesagt, wenn mein Umsatz genauso hoch ist wie der Verlust, was durchaus passiert, dann muss mein Wachstum aber 150% sein. Dann habe ich n├Ąmlich trotzdem 150% Umsatzwachstum und nur minus 100% operative Marge und so komme ich dann trotzdem auf eine Ruder Forti von 50 ├╝ber 40 demzufolge. Also das sind die g├Ąngigsten Kennzahlen und damit es mal was Neues gibt, was die Kollegen ihre G├Ąste fragen k├Ânnen, gibt es noch eine gute Daumenregel, die T2D3 hei├čt. Das ist kein neuer Roboter aus einem Star Wars Film, sondern steht f├╝r Triple, Triple, Double, Double, Double. Also der einfachste Weg einen Unicorn zu bauen in der Softwarebranche ist 100 Millionen ERA anzuh├Ąufen. Das wiederum ist ganz einfach, du musst nur mit 2 Millionen anfangen und die zweimal verdreifachen, n├Ąmlich auf 6 und 18 und dann zweimal verdoppeln, n├Ąmlich auf 36, 72 und dann bist du im n├Ąchsten Jahr eigentlich bei 100 Millionen ERA und einer Milliarden Bewertung. Also das wirst du in fast allen richtig gro├čen Softwarefirmen finden, dass sie als sie das erste Mal eine Million Umsatz geknackt haben, dass sie in den n├Ąchsten beiden Jahren sich mindestens verdreifacht haben und in den drei Jahren darauf verdoppelt haben. Also zwei Verdreifachungen in Folge und dann nochmal drei Verdopplungen, dann bist du fast automatisch bei zwischen 50 und 100 Millionen ERA. Das ist ├Ąhnlich wie die Rule of Forty, auch einfach so ein empirisches Pattern, was sich gezeigt hat bei den erfolgreichsten. Also die Rule of Forty ist auch nur so entstanden, dass Leute sich historisch angeschaut haben, was ist eigentlich eine Gemeinsamkeit, die Firmen, die sehr spannend geworden sind von der Wertentwicklung gehabt haben und wo ist so eine Art effiziente Linie, die man definieren kann, was gesundes Wachstum und was gesunde Burnrate ist. Und so hat man die Rule of Forty entdeckt, dass das ein guter Vergleichswert ist und ganz ├Ąhnlich entsteht dieses T2D3 oder Triple, Triple, Double, Double, Double. Das ist einfach ein Pattern, was sich in den erfolgreichen Firmen gezeigt hat und je l├Ąnger man das aufrecht erhalten kann, desto besser. Das hei├čt f├╝nf Jahre dreistellig Wachstumsraten logischerweise. Ansonsten, wie hat sich das Klima jetzt ver├Ąndert beim Funding? Das, was am meisten das beeinflusst, sind nat├╝rlich die Exit-Multiples und Follow-on-Multiples. Dadurch, dass Softwarefirmen am Public Market, also an der B├Ârse, einfach jetzt mit, ich w├╝rde mal sagen, sechs bis acht Mal Umsatz bewertet sind im Schnitt, die normal wachsenden, die schnell wachsenden noch ein bisschen h├Âher und nicht mehr mit 20, 30 Mal wie fr├╝her, ist einfach der maximale Ertrag, wenn du den Home Run schl├Ągst, gibt es einfach weniger Geld. Also du brauchst sowieso einen Home Run, um Unicorn zu werden mit einem Softwareunternehmen, das ist schon relativ ungew├Âhnlich. Aber wenn du einen Home Run schl├Ągst, gibt es einfach nicht mehr das gleiche Geld daf├╝r, wie vor zwei Jahren. Das ist der Unterschied. Wobei man eigentlich sagen m├╝sste, wenn du die Firma liquidierst, ├╝ber einen IPO zum Beispiel oder einen Trade Sale, das ist ja h├Âchstwahrscheinlich in f├╝nf bis zehn Jahren und dann sind wir eventuell schon wieder im n├Ąchsten Bubble Cycle. Das hei├čt, theoretisch k├Ânnte das Exit-Multiple dann schon wieder viel h├Âher sein, aber dazwischen brauchst du ja so Follow-on-Runden und weitere Finanzierungen. Und auch da gibt es jetzt eben nicht mehr irgendwie einen Loco Massa-Sun oder Tiger Global, die dir 60 Mal ARR zahlen, sondern das ver├Ąndert so ein bisschen die Funding-Bereitschaft. Ich glaube, es wird schwerer zu sagen, ich will irgendeine SaaS-Software bauen, hab vier Kunden und will jetzt 30 Millionen Bewertungen haben. Das ist sicherlich schwerer geworden, aber ansonsten ist das SaaS-Modell weiterhin super attraktiv. Ich glaube, wenn man ein gutes Modell hat, die Kennzahlen, die ich vorhin genannt habe, gut erf├╝llt und zeigen kann, dass man sich dar├╝ber Gedanken gemacht hat und die kennt vor allen Dingen auch, dann ist das glaube ich, ich will nicht sagen einfach, es ist fast genauso einfach wie fr├╝her, glaube ich, Funding f├╝r das SaaS-Gesch├Ąftsmodell. Das Einzige, was nicht mehr einfach ist, ist, wenn du alle diese Kennzahlen nicht triffst, dann h├Ąttest du vor zwei Jahren eventuell trotzdem noch Geld bekommen. Es gibt ja auch Public-Firmen, die diese Rule of Four nicht mehr treffen und trotzdem irgendwie noch Geld wert sind, obwohl es so aussieht, als w├╝rden sie sehr, sehr lange brauchen, um auf einen gr├╝nen Zweig zu kommen oder es gar nicht schaffen. F├╝r die Firmen, die diese Rules oder Richtwerte nicht erreichen, f├╝r die ist es nat├╝rlich schwer. Aber ganz ehrlich, die sollten wir auch nicht zwangsl├Ąufig Geld bekommen. Ansonsten, ich finde die Obsession mit SaaS immer noch eigentlich den gr├Â├čten logischen Fehler im Markt. Also, dass man sagt, diese SaaS-Modelle kriegen so ein stark, wobei das Bewertungsmultiple oder das Extra-Multiple, das SaaS-Multiple ein bisschen weggefallen ist, aber am Ende sieht man, dass gute Produkte, bei denen ist das Revenue genauso sticky und du siehst andersrum bei Salesforce, wor├╝ber wir vielleicht sp├Ąter noch reden, geht das Wachstum genauso weg, obwohl es ein SaaS-Modell ist. Also, wenn du am Ende Seed-basiert bist oder Umsatz-basiert, dann kann es halt schon auch runtergehen.
Wie kann es denn sein, dass es keine gro├če Ver├Ąnderung gibt, wenn wir jetzt ├╝berhaupt keine News mehr bekommen von irgendwelchen neuen Seed-Runden oder Angel-Runden? Also, es gibt ja ├╝berhaupt keine News von irgendwelchen Startups aktuell, au├čer Layoffs.
Und du meinst, woher die das Geld gerade nehmen?
Ja, ich w├╝rde sagen, die Seed oder generell alle Investments sind komplett auf Eis, also ist komplett eingefroren, es passiert ├╝berhaupt nichts mehr. Sag mir eine Finanzierungsrunde aus den letzten sechs Monaten, an die du dich erinnern kannst.
Es gab nat├╝rlich nicht so viele wie im Sommer 2021 oder im Herbst 2021, aber wenn du kannst, versuchst du nat├╝rlich gerade nicht zu raisen, weil das Klima denkbar schlecht ist. Es gibt Firmen, und da kenne ich einige, die noch irgendwo zwischen 14 und 24 Monaten Geld auf der Bank haben, die raisen im Moment glaube ich nur, wenn sie entweder unheimlich viel Momentum und Traktion haben, also dass die Zahlen wirklich extrem gut aussehen und man sich noch mehr Trocknispulver holen m├Âchte. Und jeder, der eigentlich nicht perfekte Zahlen hat, aber noch Runway, der w├╝rde glaube ich spekulieren darauf, dass es in einem Jahr besser aussieht. Das ist schon eine Spekulation, das kann auch schief gehen, aber der Grund ist glaube ich, dass es bl├Âd ist, wenn du wirklich nur noch neun Monate oder sechs Monate hattest im November letzten Jahres, und das jetzt alle geht und du schon eine hohe Bewertung vorher hattest. Ich glaube, im Seed Stage ist es gar nicht so das Problem. Ich glaube, es wird auch schon viel geredet, jetzt hast du lieber ├╝ber den Jahreswechsel passiert, doch einfach weniger. Ich glaube, im Februar, M├Ąrz wird es wieder viele Runden geben, ehrlich gesagt, im Seed Stage, im SARS Bereich. Aber was ich eigentlich noch sagen wollte, die Begr├╝ndung f├╝r das SARS Malte Pil, warum die so hoch bewertet werden, ist ja einerseits die hohe Rohmarge und andererseits der hohe Login-Effekt, dass Kunden nicht k├╝ndigen w├╝rden. Und ich glaube, das ist eigentlich ein irrationaler, weil es gibt Firmen, die verhalten sich vom Umsatz her genauso, gro├če erfolgreiche Marktpl├Ątze zum Beispiel, und haben fast eine genauso hohe Revenue-Treue oder Kundenloyalit├Ąt, wenn man so will. Also Google ist zum Beispiel ein gutes Beispiel. Die Leute geben halt trotzdem. Google ist kein Subscription-Modell, trotzdem haben sie eigentlich eine heimliche 80% Rohmarge und einen relativ extrem hohen Login-Effekt, also du k├╝ndigst nicht. Und als Gegenbeispiel hast du Salesforce, die das Subscription-Modell erfunden haben und glaube ich bald nicht mehr wachsen werden, kurzfristig zumindest. Und deswegen ist es, glaube ich, ein irrationaler Aufschlag, den man f├╝r das Modell gibt. Am Ende sollte man die Zahlen bewerten und nicht das Gesch├Ąftsmodell. Weil wenn es nicht verh├Ąlt wie SARS, dann, ja gut, aber das werden wir noch lernen. Mal sehen.
Und Buchhaltungssoftware?
In welche Richtung ich die entwickeln w├╝rde f├╝r SMEs? Also ich glaube es gibt eigentlich nur zwei M├Âglichkeiten. Also entweder sehr spezielle Nischen, also dass ich so Markt f├╝r Markt gehe. Ich baue eine f├╝r Zahn├Ąrzte oder f├╝r Veterin├Ąrmediziner und die ist sehr stark angepasst auf deren Bed├╝rfnisse. Also aus einer Nische heraus wachsen, weil prinzipiell gibt es alle L├Âsungen, glaube ich. Oder du musst es billiger bauen. Aber wenn du es billiger baust, kommst du niemals auf die 80% Rohmarge. Weil dass du es in Deutschland billiger produzieren kannst, ist unwahrscheinlich. Und du musst trotzdem deine 80% Rohmarge und mit so einer Preisf├╝hrerstrategie wird es schwer darauf zu kommen. Ich halte Buchhaltungssoftware f├╝r ein relativ gel├Âstes Problem. Was ich noch gut finde, und ich glaube das machen sie auch richtig, die von denen die Frage kommt. Ich halte es f├╝r schlau ein kostenloses Einstiegsprodukt oder ein sehr g├╝nstiges Einstiegsprodukt. Also du darfst testen, mal einfach drei Rechnungen. Wie fangen viele SMEs oder KMUs an? Du bist Kleinunternehmer, Freelancer oder sogar nebenberuflich, musst du das erste Mal in deinem Leben eine Software bestellen. So willst du jetzt eine kaufen f├╝r 200 Euro im Jahr? Wahrscheinlich nicht. Das hei├čt ich w├╝rde die testen lassen im Quartal, eine Rechnung oder zwei Rechnungen umsonst. Das kostet dich gar nichts, weil deine Cost of Revenue einfach sehr niedrig sind bei Software. Dann kannst du es kostenlos oder werbefinanziert zur Verf├╝gung stellen oder kannst den Lead noch benutzen oder die E-Mail Adresse. Und dann wenn Leute Retention zeigen, also dass sie wirklich quartalsweise ihre zwei Rechnungen voll machen, dann w├╝rde ich ihnen einfach spannende Zusatzleistungen anbieten, um das dann sticky zu machen und die Zahlungsbereitschaft zu erh├Âhen. Also du kannst es Go-to-Market quasi anders machen mit so einer Freemium Strategie, so wie, ich glaube Asana macht das so, Trello vielleicht auch. Du kannst es erst mal umsonst nutzen mit einem kleinen Team oder mit drei Leuten. Aber wenn du es dann in der Firma verbreiten willst oder intensiv nutzen, dann musst du es bezahlen. Ich wei├č nicht, ob es das bei Buchhaltung schon gibt, wenn nicht, hielt es dich das f├╝r einen vern├╝nftigen Ansatz das zu machen.
Da hatte ich ├╝berlegt, ob sich das nicht jetzt vielleicht ver├Ąndert. Also es gibt ja unheimlich viele Software, die du bestimmt auch nutzt, die du alleine oder im kleinen Kreis noch umsonst nutzen kannst. Zum Beispiel unser gutes Trello-Board hier. Also zahlen wir daf├╝r? Ich glaube nicht. Und dann gibt es ja andere noch, irgendwie Slack, Notion, you name it. Es gibt unheimlich viele Produkte, die du eigentlich als kleine Person, Einzelperson, unheimlich lange umsonst nutzen kannst. Jetzt in der aktuellen Lage m├╝ssten die doch alle ihr Preismodell ein bisschen justieren. Also wenn Trello morgen vorbeikommt und sagt, Jungs, wir h├Ątten gerne irgendwie 15 Dollar von beiden von euch, w├╝rden wir das sofort zahlen?
Ja, ich w├╝rde dir erst mal erkl├Ąren, wie ich das gleich in Google Sheets machen kann.
Meinst du?
Kommt drauf an. Mal so, mal so. Es gibt Dienste, f├╝r die ich tats├Ąchlich heute ein Tool gesehen, was ich benutze, wo man nur einmal im Jahr die Rechnung bekommt. Da siehst du sehr gut, wie Revenue Expansion funktioniert. Also es ist tats├Ąchlich ein Rechnungsprogramm, wo ich mal f├╝r 100 Euro angefangen habe. Inzwischen kostet es 270 Euro pro Jahr nach zehn Jahren. Das sind keine 30 Prozent, leider, aber immerhin wird es immer teurer. Und ich werde es nicht ablegen, weil einfach alle meine Rechnungen jetzt da drin sind. Also es ist ein sch├Âner Lock-in im Projekt. Das Problem ist, es ist ja schon, Atlassian ist ein gutes Beispiel, Trello ist ja Atlassian, oder? Ja. Ich glaube, wenn es dein bester Sales-Kanal ist, w├Ąre es bl├Âd, den zu fr├╝h zum Stoppen zu bringen. Also ich denke eigentlich, es w├Ąre schon schlau, das kostenlos anzubieten. Weil Fakt ist, solltest du mit Erfolg gestraft werden und Lollipop wird erfolgreich, wirst du es wahrscheinlich irgendwann in Lollipop benutzen. Und irgendwann wird es kostenpflichtig werden, weil du irgendwie mit drei Teams arbeiten musst und verschiedene Farben haben m├Âchtest. Oder keine Ahnung, was man da mehr kriegt.
Gut, also Trello nutzen wir seit ├╝ber zwei Jahren f├╝r mehr als 200 Folgen, jeden Tag.
Mein Gef├╝hl ist, dass 90 Prozent ich das nutze, vor allem zur Vorbereitung. Und du ja generell nicht so viel Zeit mit Vorbereitung. Also die Kosten, die Atlassian hat, uns das zur Verf├╝gung zu stellen, sind relativ niedrig. Zumindest auf einer Seite dieser Zoom-Konferenz. Eine noch, ich glaube, es ist schwer, du kannst nat├╝rlich die Intensit├Ąt messen. Du kannst schauen, wie oft sind die zwei Dudes da jetzt eingeloggt. Und danach...
Also schreibt Pip eine Rechnung, f├╝r mich bitte weiterhin umsonst lassen.
Die andere Frage ist, wird es nicht ganz viele Softwares geben, die das Gegenkonzept machen? Was kostet als g├╝nstige Einstiegsvariante? Also, ich meine, an Trello ist letztlich nur die Logik wirklich geil. So rudiment├Ąr, wie wir das nutzen, geht es eigentlich nur darum, Karten verschieben zu k├Ânnen. Und verschiebst du schon wieder Fragen in eine andere Folge? Klar, ETF-Fragen gehen alles. Zum Beweisen, dass du noch wei├čt, wie Trello geht, verschiebst du jetzt hier eine Frage. Na gut, und um meine Vorbereitung zu boykottieren, Gl├╝ckler sanktioniert mich gerade, indem er A beweist, dass er Trello benutzen kann. Und jetzt verschiebt er eine Frage, auf die ich mich sehr lange vorbereitet habe, in die n├Ąchste Folge. Um auch noch zu bestrafen, dass ich mich vorbereitet habe. Dass ich noch nie so viel lachen h├Âre. Na gut, h├Ątten wir es jetzt gekl├Ąrt?
Ja, die Folge ist jetzt beendet. Vielen Dank f├╝rs Zuh├Âren. Ich habe alle Fragen weggeschoben, den Rest machen wir am Samstag. Nein, okay, top. Ja, ich habe bei Buchhaltung nicht viele Gedanken. Aber ich finde es schon immer wieder bemerkenswert, wie viel da noch manuell passiert. Aber vielleicht habe ich auch noch nicht das perfekte Setup. Hast du das Gef├╝hl, dass du deine Buchhaltung voll im Griff hast jedes Jahr?
Das kommt drauf an, was ist dein Verst├Ąndnis von im Griff haben?
Ja, dass du keine Rechnung suchst?
Das geht immer besser, hat ein bisschen gedauert. Ich bereue immer noch, dass ich am Anfang mal ein E-Mail... Ich habe einen gro├čen Task, womit ich eigentlich 80% meiner Zeit verbringe. Ich habe einen Domain Provider, der f├╝r jede Domain eine extra Rechnung rausschickt.
Das habe ich mit InternetX gel├Âst, das Problem.
Genau, das w├Ąre die L├Âsung daf├╝r. Das Problem ist, dazu muss ich alle Domains einmal umziehen. Das sind ein paar hundert, die ich einzeln habe. Die meisten sind schon bei InternetX, aber es gibt noch viele, die einzeln sind. Das macht relativ viel Aufwand tats├Ąchlich. Das m├╝sste ich theoretisch nur einmal l├Âsen. Aber das ist das ├╝bliche Problem, dass kurzfristig der Aufwand, das zu l├Âsen, viel h├Âher ist, als kurzfristig diese Rechnung alle mal weiterzuleiten. Langfristig ist es nat├╝rlich viel... Kennst du die Geschichte von meiner zweiten Wohnung? Aus einem ├Ąhnlichen Grund hatte ich mal zwei Jahre lang eine Wohnung, die ich nicht bewohnt habe. Wie auch immer, wir machen mal weiter. Es gibt eine Frage zum Thema ChatsGBT. Ich besch├Ąftige mich neben meiner Vollzeit-T├Ątigkeit zum einen mit einem eigenen Fashion-Startup, zum anderen w├╝rde ich gerne auch passiv und mit wenig zus├Ątzlichen Zeitinvest einen Pertala zum Investieren verdienen.
Da habe ich eine Frage.
Das ber├╝hmte passive Income.
Kennst du irgendjemanden, bei dem das funktioniert? Wenig Zeit, viel Geld.
Ja, ich wei├č nicht, wer das erfunden hat mit dem passiven Income. Aber das ist irgendwie so ein Unternehmer-Track, was jeder haben will.
Die gr├Â├čte L├╝ge des Internets. Danke Tim Ferriss.
Da k├Ânnen wir gleich nochmal drauf kommen. Ach, hat Tim Ferriss das verpackt?
Ist das nicht 4-Hour-Workweek? Ist es nicht das?
I don't know, ich lese so einen Schrott nicht. Aber wenn die 4-Hour-Workweek stimmen w├╝rde, dann w├╝rden die H├Ąlfte der Philippinen inzwischen auch als pers├Ânliche Assistenten arbeiten. Und das scheint nicht der Fall zu sein, oder? Na gut, wie auch immer. Viele Artikel postulieren aktuell die M├Âglichkeit, Value-Abitrage mit Chat-GPT zu betreiben. Ich denke da an YouTube Shorts Automation. Das hei├čt Text-Output von Chat-GPT, dann Text-to-Video mit einem anderen Tool. Professional Services wie Webdesign oder dergleichen. Wie sind aus eurer Sicht die besten Felder f├╝r Value-Abitrage, die ich relativ schnell nebenbei aufbauen kann und die noch verh├Ąltnism├Ą├čig underserved sind?
Ich habe eine.
Auf geht's.
Konzentrier dich auf deinen Fashion-Startup.
Das ist schon mal eine gute Form von Value-Abitrage. Wenn man irgendwas kann, was andere nicht so gut k├Ânnen, dann das erfolgreich in einem gro├čen Unternehmen zu machen, ist ein guter Weg. Das Problem, das kommt ein bisschen darauf zur├╝ck, was ich letztes Mal auch in dem Brace-Live-Ding gesagt habe, ist, wir k├Ânnen uns jetzt, machen wir vielleicht auch gleich mal aus Spa├č, drei Sachen ausdenken, die jeder mit Chat-GPT morgen machen kann, der irgendwie nicht als Kind vor einer Waschmaschine gefallen ist.
Ich habe heute was versucht. Okay. Es hat aber nicht geklappt.
Das Problem ist, jetzt mach den Leuten nicht noch Hoffnung, weil du zeigst, dass du, also meine eigentliche Aussage ist ja, was jeder damit kann, wird komplett wertlos werden ├╝ber Zeit. Du wirst jetzt einen kurzen Zeitrauschen haben, wo du einfach mit Schnelligkeit gewinnst, so wie das bei SEO mal war, wie das bei Display-Advertising, bei Social-Advertising auf Facebook mal war. Du hast so eine kurze Abitrage-Phase. Aber mit ein bisschen Lebenserfahrung w├╝rde ich sagen, die meisten Abitrage-Modelle sind es nicht wert, viel Zeit da zu investieren, weil die Natur der Abitrage ist, dass sie irgendwann aufgel├Âst wird. N├Ąmlich, wenn jeder Depps kapiert hat, wie es geht, und wenn andere es noch schneller, noch g├╝nstiger, noch kreativer k├Ânnen. Und viele Sachen, die du machen k├Ânntest, ist ja zum Beispiel einfach Spam machen. Du kannst unendlich viele Webseiten, Videos, was wei├č ich, erzeugen. Aber ein Grund, warum ich zum Beispiel zu meiner SEO-Zeit so etwas nie gemacht habe, ist, weil es, glaube ich, unheimlich demotivierend ist, wenn du jeden Tag was aufbaust und du wei├čt, Google killt dir das im n├Ąchsten Monat oder im n├Ąchsten Quartal oder im n├Ąchsten Jahr auch erst. Aber du hast einfach nichts Konstruktives. Also das ist das Gegenteil von passivem Income. Eigentlich hustelst du nur f├╝r kurzfristiges Einkommen. Und das geht irgendwann mit 100%iger Wahrscheinlichkeit weg. Es gibt kein Abitrage-Play, was wirklich langfristig funktioniert. Das ist das Gegenteil von passives Einkommen. Ich glaube, passives Einkommen ist zum Beispiel, einen hochqualitativen Podcast oder eine wirklich gute Webseite mit Tipps zu machen, mit evergreen Artikeln, die so wertvoll sind, dass sie kein anderer schlagen kann, weil es irgendwas ist, was nur du kannst. Das kann dir tats├Ąchlich eventuell ├╝ber eine sehr lange Zeit Geld verdienen. Aber jetzt irgendwas durch die Verbindung von zwei AI-Tools dahin zu wichsen, ein bisschen Geld damit zu verdienen, ist nicht meine Definition von nachhaltigem Einkommen. Und es ist halt irgendwann weg. Du wirst ja nicht, sagen wir, wenn du im ersten Monat 1000 Euro damit verdienst, hast du in 10 Monaten keine 100 mehr. Da bin ich mir relativ sicher. Einfach, weil es entweder wegcompetet ist, weil jeder es macht, oder weil Google-Checks das nicht geht, oder weil YouTube AI-basierte Videos einfach filtert von Anfang an, etc. Also du kannst nat├╝rlich, ich glaube, was zum Beispiel spannend w├Ąre, was relativ schnell geht, ist, du brauchst irgendwo original kurzfristige Suchdaten. Also entweder die kurzfristigste oder die j├╝ngste Version von Search-Data, die du bekommen kannst aus der Google-API, oder idealerweise hast du eine eigene Toolbar oder irgendwas. Du erkennst Suchtrends, also sowas wie Paypal, Visa, wird normalerweise zum Beispiel gar nicht so oft, na gut, das ist noch ein Beispiel, ne, sagen wir Argentinien, Paypal, wird normalerweise vielleicht 100 Mal im Monat gesucht. Und es wurde jetzt in den letzten Tagen bestimmt 10.000 Mal gesucht. Jetzt k├Ânntest du nat├╝rlich was bauen, was diesen Suchtrend erkennt kurzfristig, weil du eigene Suchdaten hast, ├╝ber eine Toolbar, ├╝ber einen Browser, keine Ahnung, ISP, wie auch immer du es hinbekommst. Und dann l├Ąsst du automatisch, du spammst jetzt alle Kan├Ąle, die ein sehr schneller Weg in die Google-Suchergebnisse sind oder in eine andere gro├če Plattform. Also du l├Ąsst automatisch Kurzvideos f├╝r TikTok, f├╝r YouTube Shorts produzieren und schmei├čt die in den Kanal. Du hast vielleicht eine Quelle, die in Google News drin ist und nutzt diese Daten und quasi sehr schnell automatisiert Texte zu Themen. Also du hast vor allen Dingen Vorteile, weil es noch nicht genug Content zu diesen Themen gibt in der Regel dann. Zum Beispiel es kommt eine neue Netflix-Serie, jeder googelt erstmal die hei├če Schauspielerin oder den s├╝├čen Typen. Da gibt es eventuell noch nicht genug Content f├╝r, weil er bisher unbekannt war und so weiter und so fort. Ich glaube, das kriegst du wahrscheinlich gut hin, aber dieser Content wird sich halt nicht lange halten. Er wird relativ schnell von Qualit├Ąts-Content verdr├Ąngt werden und es ist nicht mein Verst├Ąndnis von ... Ich glaube, was man bauen k├Ânnte, das ist aber eine Verbindung fast schon wieder von Kreativit├Ąt, wo Chat-JPG nur das Hilfsmittel w├Ąre, dass du sagst, du baust nochmal bessere Twitter-Bots, die dir zum Beispiel zum aktuellen Tag ein Wikipedia-Fakt oder sowas geben. Sowas gibt es nat├╝rlich auch schon, aber das kannst du alles nochmal deutlich besser machen oder ein Horoskop zum Beispiel raushauen oder ein Gesundheitsfakt oder eine neue Sport├╝bung. Ich glaube, das kannst du schon bauen, aber ich w├╝rde davon ausgehen, dass das unheimlich viele Leute unheimlich schnell bauen und das dann sehr schnell kopiert wird. Aber du kannst immer nat├╝rlich irgendwelche spannenden Nischen finden.
Es besch├Ąftigen sich ja viele gerade mit der Transkription wieder von Podcasts und mein Gedanke war, einfach mal ein volles Transkript von uns reinzuhauen und zu sagen, schreib mir eine zweiseitige Zusammenfassung dessen. Aber Text ist leider zu lang. Also wahrscheinlich braucht man einen Premium-Account daf├╝r.
Ja, das ist auch nat├╝rlich ein Thema. Transcription ... Die Frage ist, wie du dann damit Geld verdienst. Au├čer, Werbefinanzierer ist ein bisschen zwischendurch. Aber irgendwann muss das ja auch erst mal rechtlich gekl├Ąrt werden, inwiefern das ... Obwohl, doch das gleiche Prinzip wie Blink ist eigentlich, oder? Ja. Also wahrscheinlich ist es okay. Ist sowieso ein Riesenproblem, dass auf dieser Daten-Almende, die wir alle geschaffen haben, dass zwei Konzerne eventuell richtig viel Profit machen. Aus allen Daten, die die Menschheit gemeinschaftlich zusammengef├╝gt hat bisher. Aber da kommen wir bestimmt noch mal bei einem anderen Thema zu.
Dann haben wir noch zwei ...
Nochmal ganz kurz, Value-Arbitrage gern probieren. Im Zweifel lernt man Skills dabei. Insofern ist auch ... Der einzige Grund, warum man Arbitrage machen kann, ist, weil man dabei in der Regel ein sehr gutes Skillset entwickelt, was man sp├Ąter auch f├╝r solide Gesch├Ąftsmodelle einsetzen kann. Also viele der gro├čen Marketer und Produktleute, die man heute kennt, haben mal irgendwie als Arbitrageure der verschiedensten Pr├Ągungen angefangen. Mir inklusive. Von daher will ich das gar nicht so abkanzeln. Aber ich glaube, es ist nur ein kurzfristiges Ding. Und gerade wenn wir dir jetzt hier sagen, was gute Ideen werden, dann werden die nat├╝rlich eventuell als erstes irgendwie probiert.
Ich glaube, dieses Zeitfenster, in dem man Geld verdienen kann, hat sich ver├Ąndert. Fr├╝her ging das ja noch relativ lange. Und jetzt ist das Zeitfenster einfach wesentlich kleiner, weil viel mehr Leute in dem Markt sind, viel mehr Wissen da ist. Eine Frage h├Ątte ich noch zu deiner Zeit damals. Gibt es ein Modell, was du gerne jetzt so r├╝ckwirkend durchgezogen h├Ąttest? Von den Modellen?
Von den Arbitrage-Modellen? Ich habe mich sehr fr├╝h aktiv dagegen entschieden. Also die ├╝berleben sich. Entweder baust du irgendwann ein Produkt, was einen origin├Ąren Wert hat, oder sie ├╝berleben sich von alleine. Sei es PPC, also Cost-per-Click-Arbitrage, ├╝berlebt sich SEO-Arbitrage, Spam sowieso. Nichts davon ist es wert, langfristig zu machen, w├╝rde ich behaupten. Man kann davon leben, aber das macht so lange Spa├č, solange deine Einnahmen jeden Tag h├Âher gehen und es funktioniert. Dann wird aber Google schlauer von einem Tag auf den anderen oder irgendwas anderes angepasst. Oder es kommt ein gro├čer Player, der es noch mal besser macht. Und dann hast du vor allen Dingen f├╝nf Jahre deines Lebens f├╝r nichts gearbeitet, also umsonst gearbeitet, hast nichts aufgebaut. Das ist, glaube ich, f├╝r die Psyche extrem schlecht, f├╝r den Lebenslauf eventuell auch. Und deswegen w├╝rde ich da keine Zeit drauf verschwenden, sondern wenn mich ein guter Freund fragen w├╝rde. Aber man kann Skills lernen, die man dann m├Âglichst schnell f├╝r etwas Sinnvolles einsetzen sollte. Etwas wirklich Compounding, also wo du Daten sammelst, wo du ein Produkt hast, was zunehmend besser wird, wo die Nutzerzahl freiwillig gr├Â├čer wird und nicht, weil du Leute ├╝ber drei Landingpages schleifst. Da kannst du die Tools, die du gebaut hast, oder die Skills, die du erworben hast, nat├╝rlich gut einsetzen f├╝r sp├Ąter. Irgendwas wollte ich gerade noch was anderes sagen. Man kann ├╝brigens ChatGBT fragen, was sind gute kleine Gesch├Ąftsmodelle, die man mit ChatGBT umsetzen kann. Je kreativer man anfragt, desto eher findet man vielleicht auch noch was, worauf niemand anders gekommen ist.
Das versuche ich gleich mal. In der Zwischenzeit kannst du ja mal beantworten, was wir so f├╝r Netflix-Fragen bekommen haben. Weil nachdem du das Earnings gemacht hast, kamen jetzt ja ein paar H├Ârerfragen rein.
Ja, das ist die Strafe. Die Leute w├╝nschen sich wieder mehr Tiefe und Deep Dives. Dann macht man mal einen und dann kriegt man als Dank Fragen zur├╝ck. Das waren sehr gute Fragen. Und zwar, wir lesen mal die Kurzfassung der ersten Frage durch. Die wird noch ein bisschen besser erkl├Ąrt. Also es geht um Netflix. Wir haben ja die Situation ein bisschen gekl├Ąrt. Letztes Mal meine Behauptung war, dass man eigentlich echt viel Content-Kosten aggregiert, viel Marketingaufwand betreibt. Und die Unit-Economics der Einzelnutzern, glaube ich, gar nicht so gut aussehen. Das Modell eigentlich nur minimale positive Cashflow-Marge hat. Und daf├╝r brutal mit 150 mal Free-Cashflow abz├╝glich der Sharebase-Compensation bewertet ist. Und deswegen ich eigentlich sehr skeptisch bleibe. So, jetzt hat jemand geschrieben, muss Netflix nicht eigentlich seine Produktion deutlich reduzieren und somit nur noch die sehr erfolgreichen Serien und Filme weiterf├╝hren? In seinen weiteren Erl├Ąuterungen sagt er quasi, m├╝sste man sich hier noch mehr darauf fokussieren, nur starke Serien zu f├Ârdern, welche internationalen Anklang finden. Also quasi die 20%, welche 80% der Kunden gefallen, gibt es hier so eine Art Pareto-Prinzip. Ich glaube nat├╝rlich schon, dass Netflix das machen w├╝rde, sofern das geht. Also man versucht nat├╝rlich nur die Hitrate, die Wahrscheinlichkeit, mit der man einen Blockbuster produziert, zu erh├Âhen, indem man datenbasiert arbeitet, indem man Prescreenings macht. Also man kann schauen, was funktioniert typischerweise als Setting, was sind so gewisse wiederkehrende Patterns, die gut funktionieren. Dass irgendwie so ein bisschen Nacktheit funktioniert gut, so ein bisschen ├╝bertriebene Splatter-Szenen teilweise auch. Das versucht man, glaube ich, zu reproduzieren und sich darauf zu verst├Ąrken. Wie gesagt, dann versucht man kurz, die Pilot-Serien werden tendenziell eher k├╝rzer, sodass man Misserfolge auch fr├╝her feststellen kann. Am Ende ist es eben nicht 100% berechenbar, aber ich glaube, sie machen Alter schon. Ich bin mir nicht sicher, ob man es noch besser machen kann, ehrlich gesagt. Weil am Ende, wer h├Ątte gedacht, dass Squid Game zum Beispiel so ein brutaler weltweiter Erfolg wird. Das war eine koreanische Serie, die fast nicht produziert wurde, weil keiner sie haben wollte und ist dann zum weltweiten Erfolg geworden. Von daher muss man, auch das ist eigentlich letztes Mal schon gesagt, man muss ein bisschen explorativ arbeiten, neue Dinge ausprobieren und nat├╝rlich muss man die Top-Sachen weiter produzieren. Ich glaube, das machen sie schon und dann auch deutlich Kosten zu sparen, wird relativ schwer. Au├čerdem befindet man sich im Content-Wettkampf noch. Das begrenzt ein bisschen die M├Âglichkeiten, sich da gesund zu sparen. Macht es nicht gegebenenfalls Sinn, die eigenen Produktionen noch weiter zu verwerten und diese gegebenenfalls auf einem eigenen linearen TV-Sender mit zeitlichem Abstand zu der Ausstrahlung auf Netflix laufen zu lassen, um hier sozusagen weitere Werbeeinnahmen zu generieren? Und macht es Sinn, die einige Netflix-Blockbuster ├Ąhnlich wie Disney erstmal im Kino laufen zu lassen? Und dann, ich glaube TV-Kanal, das ist relativ sinnvoll. Also die Produktionskosten, wenn die 100% des Contents geh├Âren und du einfach nur die Produkte aneinanderrei├čt, ohne gro├če Live-Anchor, Studios, News, was wei├č ich. Kannst du, glaube ich, einen sehr g├╝nstigen Moviesender oder so einen Just-Movies-Sender oder Dokusender auch bauen? Das sollte relativ billig sein. Macht, glaube ich, Sinn, das zu machen. Das Problem ist, glaube ich, dass Netflix ja aber oft nur Rechte hat f├╝r sein Gesch├Ąftsmittel. Also nicht 100% der Netflix-Bibliothek kann man auch im Fernsehen nochmal senden, weil sie daf├╝r die Rechte ja nicht gekauft haben, sondern sie haben die Video-on-Demand-Rechte. F├╝r ihre eigenen Produktionen haben sie vielleicht die TV-Rechte, aber ob sie die selber auf einem Fernsehsender senden oder sie an RTL 2 zum Beispiel weiterverkaufen, um die das machen zu lassen, ist dann wahrscheinlich gar kein so gro├čer Unterschied mehr. Trotzdem k├Ânnte man versuchen, einen eigenen Sender zu machen. Aber es ist nicht so einfach, wie das, mit dem man da die gesamte Bibliothek in Rotation sehen k├Ânnte, sondern auch da eigentlich nur begrenzte Sachen. Das k├Ânnte aber zus├Ątzliche Einnahmen generieren. Das mit dem Kino finde ich ehrlich gesagt nicht so schlau. Ich habe nicht das Gef├╝hl, dass Kino so ein genialer Verwertungskanal ist. Also was kriegt man nach allen Kosten? 2, 3 Euro pro Karte? Oder was sch├Ątzt du, bleibt ├╝brig f├╝r den Filmverleih?
Ja.
Oder den Produzentenverleih?
Ein Euro.
Ein Euro nur? Also was zahlt man? 15 Euro zahlt man f├╝r ein Ticket, oder? Was kostet ein Kino-Ticket? 15 Euro? Minus Mehrwertsteuer sind irgendwie 12, bisschen unter 12. Davon kriegt das Kino bestimmt 4, 5. Verleihproduzent, wenn du neuen Kunden generierst, damit, dass es zuerst auf Netflix kommt, ist das glaube ich wertvoller. Also ich glaube, das vorher schon mal ├╝ber Kino verwerten, vielleicht untersch├Ątzt du das ein bisschen, aber mein Gef├╝hl ist, dass der Zielmarkt f├╝r Kino einfach zu klein ist. Und das w├Ąre, selbst wenn du das schaffst, setzt du halt auf einen schrumpfenden Markt. Also der Kinomarkt insgesamt ist, glaube ich, definitiv schrumpfend. Zumindest Anzahl der Pl├Ątze. Vielleicht kriegt man es ├╝ber Preiserh├Âhungen so ein bisschen aufgefangen. Von daher ist es vielleicht eine Idee, aber ich glaube nicht, dass es... Warum macht Disney das? Ich glaube, sie haben noch sehr alte Beziehungen zu den Filmstudios. Ich bin mir nicht so sicher, ob Disney das auf Dauer so machen wird, ehrlich gesagt. Obwohl...
Mit Kindern ist wahrscheinlich auch immer noch mal was anderes. Ja, ich ├╝berlege gerade.
Ich meine, so gro├če Filme spielen ja schon ein paar hundert Millionen ein. Aber Disney hat nat├╝rlich auch unheimlich starke Intellectual Property. Also die Sequels. Also es ist viel berechenbarer, glaube ich. Verdient man damit so viel mehr, das im Kino zuerst zu schicken? Bin mir gar nicht so sicher, ehrlich gesagt. Aber die Frage ist, wenn das jeder macht, dann funktioniert es eigentlich, glaube ich, auch wieder nicht mehr. Und die Frage ist, welche Netflix-Produktionen sind so gut, dass du daf├╝r ins Kino gehen w├╝rdest? Die Filme nicht? Und f├╝r die Serien? Gehst du zum Serien-Bingen ins Kino? Schwer. Und wirklich einen Netflix-Film, der so krass gut ist... Ah, ich habe Glass auch nicht geguckt. Fand ich so mittel, ehrlich gesagt.
Aber den h├Ątte man auch im Kino gucken k├Ânnen.
H├Ątte man im Kino gucken k├Ânnen. Genau. So, habe ich noch was vergessen? Sekunde. Ich glaube, das waren die Schilderungen. Also die Ideen sind alle nachvollziehbar. Ich bin mir nicht sicher, ob... Also teilweise macht Netflix, glaube ich, einfach schon. Und teilweise ist es auch nicht so einfach. So, dann gab es noch eine zweite Nachfrage. Die Frage ist, woher kann das zuk├╝nftige Wachstum von Netflix eigentlich herkommen? Und jemand fragt, kann die Erkl├Ąrung nicht einfach in der nachwachsenden Generation liegen? Die Generation 60 plus hat gr├Â├čtenteils noch kein Netflix oder iPhones. Die 70 plus ganz sicher nicht. Und die, bin ich mir relativ sicher, wird Netflix auch nie erreichen. Das sind die Generationen, die wird Netflix niemals durchdringen. Das ist verloren quasi.
Hei├čt du nicht, dass die alle die Accounts von den Kindern haben?
Ja, die kriegen das nicht aktiviert mehr. Also sie schaffen es nicht damit umzugehen, glaube ich. Allein das Videothek- oder wie man das nennt, Mediathek-Prinzip ist schon zu schwer f├╝r die Menschen, bef├╝rchte ich. Die wollen auch einen strukturierten Tag mit... Die Tagesschau kommt um 8 und Markt am 3. danach. Also sollte doch das Wachstum durch die neue Generation in den n├Ąchsten 20 Jahren noch gesichert sein? Oder gibt es da einen Denkfehler? Der Research bezieht sich sozusagen auf die j├╝ngste Generation in einem Gymnasium, mit dem er oder sie regelm├Ą├čig Kontakt hat. Ich glaube, das kommt ein bisschen darauf an, aus welcher Richtung man sich das anschaut. Aus unserer Richtung wirkt das sicherlich so, wie die jungen Leute haben 100% Netflix-Penetration, sobald sie sich selber leisten k├Ânnen oder einen Account geshirt bekommen. Und die ├älteren werden es nie bekommen, dem w├╝rde ich zustimmen. Die Frage ist, oder wo wir dann wieder schlecht drin sind, ist zu erkennen, dass die n├Ąchste Generation vielleicht schon wieder was ganz anderes... Vielleicht wird die nur noch im Metaverse rumh├Ąngen oder AR, VR, Golf spielen mit Gl├Â├Âckler oder auf TikTok rumh├Ąngen. Deswegen, ich glaube, es ist nicht gesetzt, dass jeder junge Mensch sein Leben lang ab jetzt ein Netflix-Account haben wird. Im Gegenteil. Ich glaube, dass es eher so ist, dass die Generation, die heute zwischen 20 und 50 ist, dass die vielleicht sehr lange mit Streaming leben, so wie unsere Eltern mit linearem Fernsehen leben, w├Ąhrend die n├Ąchste Generation schon wieder ganz andere Pattern hat. Deswegen w├╝rde ich darauf nicht hinzukommen. Au├čerdem, dass die Population insgesamt schrumpft in Zukunft in den meisten L├Ąndern, teilweise sogar ganz erheblich, was ein riesiges Problem w├Ąre f├╝r alle Subscription-Services, wenn die Leute wegsterben. Wobei das sehr zeitverz├Âgert einschritt, weil die ├Ąlteren Leute eh noch keine Subscription-Services so stark nutzen. Aber ich glaube, der Denkfehler, wenn es hier einen gibt, w├Ąre am ehesten, dass man es f├╝r gesetzt ansieht, dass die junge Generation Netflix nutzen wird. Das ist im Moment, glaube ich, im Gymnasiastenalter durchaus noch so oder im Studentenalter vor allen Dingen. Ich glaube, die n├Ąchste Generation wird schon ganz andere Nutzungsgewohnheiten haben.
Wobei Filme ja weiterhin konsumiert werden. Aber vielleicht wird man irgendwann so trainiert, dass man nur noch kurze Videos gucken kann.
Wenn du zum Beispiel anschaust, die Zeit vom Fernseher, die ist wahrscheinlich ├╝ber die letzten Jahre konstant hochgegangen. Und vorher die Zeit vom Radio und davor die Zeit vom Zeitungskonsum. Und es wird ja irgendwas Neues kommen, zum Beispiel Gaming oder AR, VR, das auch noch mehr Zeit beanspruchen wird. Und die Zeit ist halt endlich, du hast eine Attention-├ľkonomie, du konkurrierst halt mit Gaming, mit AR, VR, mit Real-Life-Events. Ich glaube, es ist nicht so einfach. Aber es gibt schon einen gewissen Generationseffekt, der dazu f├╝hren sollte, dass Netflix w├Ąchst. Aber daf├╝r sieht man es eigentlich ja nicht so stark, glaube ich. Dann muss man ja fragen, warum sieht man das eigentlich in den Zahlen nicht. Selbst wenn die Theorie stimmt, also die Hypothese macht schon Sinn, w├╝rde ich sagen. Aber es scheint sich ja dann doch nicht zu manifestieren in den Zahlen.
Also die 2022 wurde weniger geguckt als in den Vorjahren. Deutlich weniger.
Fernsehen.
So viel wie 2001 das letzte Mal.
Ja, aber bis dahin ging es ja kontinuierlich hoch. Ein bisschen.
Corona hat geholfen. Ja, ich bin unschl├╝ssig. Ich glaube, es wird immer noch viel konsumiert. Ich k├Ânnte mir eher vorstellen, dass es irgendwie ein, also ├Ąhnlich wie es ja schon mal versucht worden ist, ein j├╝ngeres Netflix.
Das ist ja auch der andere Punkt, dass selbst wenn die Viewership steigt, es gibt halt immer mehr Angebote. Also du kannst ja doppelt so viele Leute haben, aber die wollen halt nicht alle Netflix gucken. Sondern manche wollen halt Disney gucken, manche Paramount Plus, manche, keine Ahnung was, Warner Bros. oder was noch alles geben wird.
Ja, und die Produktion bei YouTube wird halt immer besser. Du konkurrierst halt auf einmal gegen einen Mr. Beast, der irgendwie mehr Geld ausgibt als der ein oder andere Netflix-Film.
Genau, oder Knossi.
Wobei da die Qualit├Ąt, also auf jeden Fall die Produktionsqualit├Ąt oder Investments glaube ich nicht ganz so hoch ist. Obwohl, den macht der auch so Turniere und so. Live-Angeln und was auch immer. Ja, ich glaube, es wird nicht einfacher.
Genau genommen war Netflix halt fast ein Monopol, muss man sagen. Es gab ja keine Konkurrenz. So HBO gab es noch in den USA. Aber lange Zeit, w├Ąhrend der Hauptwachstumsphase von Netflix, war es so, wenn du jemanden gefragt hast, streamst du, dann war das die Frage, hast du Netflix? Dann kam irgendwann Amazon Prime, dann kam irgendwann Disney und so weiter. Aber die sind halt in einem Blue Ocean Market gewachsen. Und jetzt gibt es halt Konkurrenz. Deswegen, vielleicht w├Ąchst Streaming als Kategorie oder ganz bestimmt sogar. Aber ich glaube, dass der Markteinteil von Netflix nicht zwangsl├Ąufig gr├Â├čer wird.
Es handelt sich hierbei nicht um Anlageberatung. Keine spezifischen Kauf- und Anlageempfehlungen. Keine Anlageberatung, keine Rechtsberatung, keine Steuerberatung und auch keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Die Verantwortung f├╝r solche Trades liegt bei euch.
Philipp und Philipp haften nicht vor eure Verluste. Philipp und Philipp und Philipp k├Ânnen ihr Risiko dis- Risikodisposition der H├ÂrerInnen nicht einsch├Ątzen. Ihr entscheidet selber, was ihr kauft und tragt daf├╝r auch die Verantwortung. Alles k├Ânnt ihr auch nochmal unter doppelg├Ąnger.eu slash disclaimer nachlesen. Was w├╝rdest du machen, wenn du aktiver Investor in Salesforce w├Ąrst?
Aktivistischer nennt man das sogar. Aber ich glaube, ich w├╝rde kein aktivistischer Investor werden, wenn ich dem Management erz├Ąhlen w├╝rde, was sie machen sollen. Dann w├╝rde ich das den Rest meines Lebens nicht mehr machen. Aber ich kann dir sagen, was f├╝r Salesforce das Richtige ist.
Was m├Âchte Elliot von denen? Die sind ja jetzt eingestiegen.
Das, was im Moment fast alle aktivistischen Investoren wollen. Vorher ist ja schon Starboard Value eingestiegen bei Salesforce. Und die werden Mark Benioff sagen, Sekunde, ich kann ja sagen, was sie on record gesagt haben. Das ist, was man sagt, bevor man das, was er gebaut hat, eventuell ihn feuert, die ganze Firma in Teile rei├čt und ein Viertel der Billigschaft raus schmei├čt, glaube ich. We look forward to working constructively with Salesforce, nicht mit Mark Benioff, with Salesforce, to realize the value befitting a company of its stature. Sagt Mr. Cohn von Elliot Management. Elliot Management ist der legend├Ąre Hedgefund von, oder nicht Hedgefund, sondern Hedgefund von Paul Singer. Aktivistischer Investor hei├čt quasi, es ist jemand, der 5 bis 9 Prozent von einer Firma kauft und sich dann durchaus in das Tagesgesch├Ąft einmischt und versucht, die Geschicke mitzulenken. Die Ausgangslage ist, Salesforce Wachstum ist von ├╝ber 20 auf unter 14 Prozent runter. Im n├Ąchsten Quartal k├Ânnte man im schlimmsten Fall das erste Mal Quartal zu Quartal Stagnation oder sogar einen leichten R├╝ckgang sehen. Haben wir eben gerade dr├╝ber gesprochen. Das ist eben nicht selbstverst├Ąndlich, dass Subscription-Modelle immer wachsen. Sie sind aus der Rule of Forty raus seit dem letzten Quartal. Auch das macht es nicht einfacher. Und sie haben jetzt schon 10 Prozent entlassen. Das hilft sicherlich, aber ich glaube, das ist nicht genug. Ich habe mal eine ganz spannende Statistik gemacht. Ich habe mich gefragt, ist das richtig? Muss man noch mehr entlassen? Ich glaube, das wird die Forderung sein. Die haben sie noch nicht ge├Ąu├čert, weil sie es vielleicht noch hinter geschlossenen T├╝ren verhandeln wollen im Moment. Erst wenn man sich da nicht einig wird, spricht man mehr und mehr ├Âffentlich mit der Presse. So lange versucht man im Board eventuell zu arbeiten. Und ich habe mir versucht, eine Meinung zu bilden. Ist das richtig oder falsch, dass die mehr entlassen m├╝ssen? Was man schon sagen muss, ist, dass der Umsatz nur noch um 14 Prozent w├Ąchst. Die operativen Kosten sind im ersten Quartal des Jahres um 32 Prozent gewachsen. Danach um 23. Und dann hat man jetzt Entlassungen gehabt und die Kostenanstieg auf 6,2 Prozent reduziert. Und ist sogar unter dem Vorquartal. Das hei├čt, da spart man schon. Aber die operative Marge ist immer noch nur 6 Prozent. Die war zwischendurch sogar negativ. Cashflow ist minimal. Operating Cashflow m├╝sste, wenn ich es richtig sehe, in Anf├╝hrungsstrichen nur 6 Milliarden sein. In diesem Quartal ist aber sehr klein. Und Salesforce hat wie viele Leute entlassen? Ich glaube 10.000. Sie haben in den letzten zwei Jahren aber auch 23.000 eingestellt.
Ich schaue gerade auf die Zahlen. Von 2019 bis 2022 haben sie sich mehr als verdoppelt. Von 35.000 auf 73.000.
Wie w├╝rdest du jetzt bewerten, ob das die richtige Entscheidung war, so viele Leute einzustellen? Was w├Ąre ein guter Ma├čstab daf├╝r?
Wie viel ich gewachsen bin. Und wie sich meine Aktie entwickelt.
Das kann man nehmen. Man kann auch ein ganz einfacher Verh├Ąltniskennzahl bauen. Man kann den Umsatz pro Mitarbeiter berechnen. Das, was du sagst, ist auch richtig.
Das meinte ich mit wie viel. Das war ja der erste Punkt.
Ich habe das mal gemacht. Was sch├Ątzt du? Ist der Umsatz pro Mitarbeiter, den Salesforce macht? Halbe Million? Mit ihren 80.000 Mitarbeitern?
Halbe Million?
Ja, ganz gut. 362.000.
2019 war es wahrscheinlich eine halbe Million.
Nein, aber es war 10.000 h├Âher oder tiefer als jetzt? H├Âher. Das hei├čt pro Mitarbeiter macht Salesforce heute weniger Geld. Sie machen 362.000 Dollar Umsatz pro Mitarbeiter. Aber nur 5.000 Dollar Operating Income pro Mitarbeiter. Also 1,5% Marge, wenn du so willst. Du hast einen Mitarbeiter, pro Mitarbeiter erwirtschaftest du 362.000 Euro Umsatz und beh├Ąltst davon 5.000.
Ich habe gedacht, die machen Sales.
Die zwei einzigen Typen, die das geil finden, sind Friedrich Engels und Karl Marx. Das ist ein Gro├čteil der Wertsch├Âpfung an die Mitarbeiter weitergeben. Das ist das Prinzip von Salesforce quasi. Genau, das ist nicht Sales eigentlich vom Modell her. Du kannst sagen, Marketing, ein Gro├čteil, also die Marketingquote ist immer noch brutal hoch. Sekunde, habe ich die hier? Warum habe ich die eigentlich nicht? Doch, habe ich nicht. Na gut, kann ich im Kopf ausrechnen. Also der Umsatz ist 7,8 Milliarden. Und Marketing davon ist 3,3. Das m├╝ssen so 40% sein. Sekunde, 3, 3, 4, 5. 43%. 43% ist eine relativ hohe Marketingquote f├╝r eine so alte Company wahrscheinlich. Dass pro Mitarbeiter quasi nur 5.000 Euro Gewinn pro Kopf erwirtschaftet werden, ist meiner Meinung nach zu wenig. Und vor allen Dingen sollte eine Firma mit Gr├Â├če effizienter werden. Also du willst ja eigentlich Skalenertr├Ąge haben, dass du mit der gleichen Menge Mitarbeiter mehr schaffst und dass der Umsatz zumindest schneller w├Ąchst als die operativen Kosten. Und das hat Salesforce eigentlich zu keinem Zeitpunkt geschafft. Zuletzt wird es nat├╝rlich besonders schwer, weil der Umsatz nicht mehr so schnell w├Ąchst. Aber auch zwischendurch, dieser Wert war immer gleich. Also Mark Benioff wird ja nachgesagt, dass er eine Seele von Mensch ist und eigentlich einer der nettesten Tech-CEOs. Aber ob die Nettigkeit denn so weit gehen soll, immer 98% des Umsatzes in Kosten umzuwandeln automatisch, das wei├č ich nicht, ob das ein gutes Gesch├Ąftsmodell ist.
Moment, fr├╝her war doch Salesforce immer eine sichere Wette von dir, oder nicht? Also wie kommt auf einmal der Sinneswandel?
Ich glaube, dass das ein sehr berechenbares Softwareunternehmen schon ist. Aber du kannst sagen, es ist auf Cashflow-Sicht relativ profitabel. Aber dann wird halt so viel Sharebase-Compensation an die Mitarbeiter rausgehauen, dass sie es wieder nicht mehr sind. Ich glaube schon, dass sie nicht genug Gewinnen pro Kopf machen, ehrlich gesagt. Das verwundert einen bestimmt zu h├Âren von mir, marxistisch veranlagten, linksgr├╝n versifften Podcast-Host. Aber nur 5000 Euro pro Kopf da rauszuholen, sieht ein bisschen nach ABM aus, was Salesforce macht. Von daher kann ich mir vorstellen, dass es da eventuell zu weitermassen kommt. Also man muss zumindest das Kostenwachstum irgendwie dem Umsatz wachstum. Und ich glaube, der Umsatz wird 7,4 Milliarden im Q1, 7,7 im Q2, dann gerade noch so 7,8 im Q3. Kommen die auf 7,9? I don't know. Und selbst wenn, w├Ąre das halt nicht genug eventuell.
Und wer muss zuerst gehen? Mark Benioff oder Slack?
Beides, glaube ich. Also wer zuerst ist eine gute Frage. Also ich glaube, das erledigt au├čerdem vielleicht einzelne Sachen. Also hat das Sinnvoll, dass die Tabelle gekauft haben?
Aber Slack k├Ânnen sie doch nie mehr f├╝r den Preis verkaufen. Also w├╝rden die das jetzt f├╝r 5 Milliarden verkaufen?
Sie sind auch noch ein relativ schlechter Eink├Ąufer, das stimmt. Sie haben zu relativ hohen Bewertungen Tableau und Slack gekauft. Das ist zum Beispiel auch eine Frage, also eine Strategie, die man hinterfragen muss. Also ist Slack und Tableau so essentiell gewesen f├╝r Salesforce Gesch├Ąftsmodell? Und w├╝rden die Produkte, wenn die einzeln vermarktet werden, w├Ąren die nicht erfolgreicher als innerhalb der Salesforce Organisation? Wo sie keine Priorit├Ąt haben, wo keiner Bock hat sich drum zu k├╝mmern. Also ich kann mir gut vorstellen, dass sie Leute entlassen, dass sie Produkte wieder raus eisen aus dem Ganzen. Und ich glaube, dass Salesforce auch nicht die einzige Firma ist, der das drohen w├╝rde. Also ich k├Ânnte mir vorstellen, dass es h├Âchstwahrscheinlich Getrieben von Toma Bravo und Vista Partners sind. Glaube ich, die so zwei Software Private Equity Buden, die da so ein bisschen pr├Ądestiniert f├╝r werden. Also bei ganz vielen Firmen muss ja der Eindruck entstehen, die wachsen jetzt nicht mehr wirklich schnell. Also wollen wir mal nicht an der Kostenseite arbeiten. Und jetzt muss man nicht jede Firma twittern. Also man muss da nicht 75 Prozent der Leute rausschmei├čen. Aber mit 20 Prozent weniger w├╝rden viele Sachen bestimmt schon gehen. Also muss man mal gucken, wird da wirklich nur an sinnvollen Produkten gearbeitet? Werden die genug am Markt getestet? Zahlen Kunden am Ende genug daf├╝r? Oder reicht auch 80 Prozent der Produkt- oder der Feature Expansion, um einen Gro├čteil des Revenues zu retainen? Und kann man diese ganzen Firmen nicht cashflow-positiver machen, wenn man an der Kostenseite arbeitet? Also ich finde insofern, finde ich Salesforce so ein bisschen emblematisch. Weil sie ihren Umsatz pro Mitarbeiter nicht steigern konnten ├╝ber die ganze Zeit. Und das zeigt eigentlich, dass es eine Firma ist, die keine internen Effizienz- oder Skaleneffekte hat. Oder einfach nicht so gematched wurde, dass die zum Tragen kommen. Und ich glaube, das ist eine valide Hypothese zumindest. Ob das dann die bessere Art ist, die Firma zu f├╝hren, ist eine ganz andere Frage. Aber ich glaube, es ist eine valide Hypothese zu sagen, wenn ich entweder als Berater oder Aufsichtsrat auf so eine Firma schauen w├╝rde, w├╝rde ich sagen, wo sind wir besser geworden in den letzten drei Jahren? Dann k├Ânnen Sie sagen, wir haben doch doppelt so viel Umsatz wie vor drei Jahren. Dann w├╝rde ich sagen, ja, aber wir haben auch mehr als doppelt so viel Mitarbeiter. Also wo hat sich die interne Effizienz verbessert? Hat sich unsere Rohmarge verbessert? Hat sich unsere Marketingquote verkleinert? Und ich glaube, die Grossmargin ist jetzt bei 73,4. Also die Rohmarge, wo war die vor drei Jahren? Weniger. 75,5. War gr├Â├čer. Also hat sich verschlechtert. Rohmarge hat sich verschlechtert. Ich rechne jetzt nochmal hier die Marketingquote aus. Ich wette, die hat sich nicht deutlich verbessert. Also normalerweise verbessert sie sich immer ├╝ber die Zeit. Aber Sekunde. Oh Gott, jetzt h├Âren Leute, Steam aus, benutze den Excel. Wie unangenehm. Anf├Ąnger. Ja, weil ich Formula Uni verwechsel ich immer, ob ich nur Format oder nur Formel, das kriege ich noch nicht hin. Was wollte ich machen? Achso, Prozent. Ja, die Marketingquote ist, ich w├╝rde sagen, relativ viel von 45 Prozent auf 43 Prozent runtergegangen ├╝ber drei Jahre. Das ist Fortschritt, aber nicht brutal. Ah ne, genau, das ist nur im letzten Quartal durch die K├╝rzung. Also w├╝rden wir jetzt ein Quartal vorher schauen, hat sie sich um nicht mal ein Prozent bewegt. Also im Q1 2023, also sie haben verschobenes Gesch├Ąft. Also sagen wir Kalender Q1 2022 war es h├Âher als in 20. Also die Firma wird intern einfach nicht effizienter. Es gibt nicht eine KPI, die darauf hindeutet, dass die Firma besser wird. Die Rohmarge sinkt, die Marketingquote bleibt gleich. Jetzt kann man nochmal gucken, wenn wir schon mal dabei sind, ob es wenigsten Skaleneffekte bei General & Admin gibt. Irgendwas muss man ja richtig machen. Also Ende des letzten Jahres war die Quote von General & Admin noch h├Âher als vor zwei Jahren. Inzwischen, jetzt denkt man gerade da, sie ist jetzt von 10 auf 8,5 runtergegangen. Das ist ganz gut, aber vor drei Quartalen war es noch bei 10. Das hei├čt, alle Effizienz ist da erst in den letzten Quartalen gekommen, seit sie merken, dass der Umsatz nicht mehr w├Ąchst. R&D spend hat sich genau verdoppelt wie der Umsatz. Also ich finde, eine Firma muss ├╝ber die Zeit, wenn sie gr├Â├čer wird, effizienter werden. Und das macht den Eindruck, weil Salesforce w├Ąchst sehr linear einfach und realisiert die Gr├Â├čenvorteile nicht. Und von daher, wenn man nicht w├Ąchst, dann muss man einfach woanders arbeiten und mal schauen, ob man mehr mit weniger hinbekommt. Ich halte das f├╝r eine valide Hypothese.
Der Layoff-Druck scheint auf jeden Fall von allen Seiten zu wachsen.
Das wird halt noch schlimmer f├╝r Salesforce. Also die haben ja erst die H├Ąlfte der Layoffs gesehen. Also sie haben jetzt schon wahrscheinlich, ich wei├č nicht, ob sie negative Revenue Expansion haben, wahrscheinlich noch nicht, aber sie haben deutliche Probleme bei der Revenue Expansion schon. Ein paar kleinere Kunden werden bestimmt komplett wegfallen und die gro├čen werden nicht mehr wachsen oder Seeds abbauen. Und jetzt, wir haben ja erst die H├Ąlfte der Layoffs gesehen. Also Salesforce ist jetzt von 26% Wachstum auf 14 runtergegangen. Wenn jetzt nochmal so viele Layoffs kommen, dann ist das Wachstum weg. Und sie haben schon Preiserh├Âhungen durchgeboxt. Na gut, jetzt sind noch W├Ąhrungseffekte dabei, da k├Ânnen sie nichts f├╝r, aber es ist nun mal so. Wir wissen ja nicht, ob die sich revidieren, die W├Ąhrungseffekte. Aber wenn jetzt nochmal so viele Leute gefeuert werden, wie wir schon gesehen haben bisher, wovon ich ausgehe, dann wird Salesforce auf Null Wachstum oder schrumpfen. Gehen, relativ sicher. Es muss sein, die k├Ânnen die Preise noch weiter erh├Âhen, aber daf├╝r sind es auch keine guten Zeiten.
Was macht Google, wenn sie so einen ├Âffentlichen Brief bekommen, dass sie noch mehr Leute entlassen sollten und mehr auf die Kosten achten sollen? Ignorieren die das oder sprechen sie dar├╝ber und haben das erwartet?
Ich glaube bei Google ist die Lage noch ein bisschen anders. Sch├Ątzt du mal den Durchschnittsumsatz pro Mitarbeiter bei Google?
Was war es? 280 bei Salesforce?
360 war es bei Salesforce.
Bei Google w├╝rde ich sagen es ist 500. Ja, es sind 1,5 Millionen. 1,5 Millionen und wie viel bleibt davon h├Ąngen? Pro Mitarbeiter oder Mitarbeiterin?
Ich glaube per Sekunde die operative Marge 25%, also knapp 400.000. Das war mal h├Âher, es waren mal ein Drittel tats├Ąchlich.
Moment, also eine Person und in dem Brief wird ja geschrieben, dass die auch viel zu viel Compensation bekommen w├╝rden. Ja und nein.
Google und Microsoft Mitarbeiter gelten als sehr gut bezahlt, aber das ist ein Unterschied, ob man wie bei Salesforce mit dem gleichen Gehalt 360.000 Dollar erwirtschaftet oder 1,5 Millionen. Da ist es jetzt ein bisschen schwerer zu argumentieren, dass man die Leute nicht gut zahlen sollte, wenn am Ende 500.000 ├╝brig bleiben pro Kopf. Es scheint das noch eine ganz gut gemanagte Firma zu sein. Bei Google zeigt dieser Trend auch nach oben, also ich habe auch da die gleiche Abfrage gemacht. Da waren es 1,38 Millionen Ende 2018 und es geht hoch bis vor einem Quartal oder vor zwei Quartalen auf 1,65 und jetzt geht es ein bisschen runter auf 1,5. Weil der Umsatz nat├╝rlich auch jetzt ein bisschen stagniert bei Google, anf├Ąngt zu stagnieren. Andererseits w├╝rde ich schon behaupten, dass Google ja eigentlich ein heimliches 90% Gross Margin Modell hat und trotzdem aber nur eine Rohmarge von Sekunde, ach die geben sie wieder nicht so, Cost of Revenue, Sekunde sind 31. Also pro Forma haben sie ein, ich glaube 55% Rohmarge, aber das liegt an den Cost of Revenue, w├╝rde man die jetzt rausrechnen, die Traffic Acquisition Cost, w├╝rde man das rausrechnen? Auf ihren eigenen Properties haben sie glaube ich eigentlich 90% Rohmarge und die besch├Ąftigen sicherlich viele Leute, die man nicht unbedingt br├Ąuchte. Von daher ist es glaube ich nicht ganz falsch und trotzdem ist es nicht die gleiche Geschichte wie bei Salesforce. Bei Salesforce ist es, dass es zu einer Charity und Arbeitsbeschaffungsma├čnahme geworden ist, mehr oder weniger. Bei Google ist es glaube ich eher, dass man auch viele Leute besch├Ąftigt, entweder aus antikompetitiven Gr├╝nden oder damit sie nicht noch profitabler werden. Aber da pochen letztlich Investoren auch drauf, dass warum sie nicht immer die gleiche Zielmarge erreichen, also warum sollte die Google Marge so stark schwanken, k├Ânnen sie ihr Hiring nicht auch besser dem Markt anpassen? Das ist wahrscheinlich auch das Mindeste, was man von Google erwarten kann, w├╝rde ich sagen.
Und haben sie die Rechnung auch f├╝r Spotify gemacht, mit den Mitarbeitern?
Also ich kann nochmal sagen, bei Google ist es so, dass der Umsatz nur noch um 6% w├Ąchst und die operativen Kosten um 26%. Also das klingt auch nicht, als h├Ątten sie geh├Ârt, was die Stunde geschlagen hat, beziehungsweise der Headcount w├Ąchst um 25% mit einem Rekordwert. Noch nie hat Google so viel geheiert wie im Q3. Jetzt im Q4 haben sie ja Leute entlassen, aber noch nie haben sie so viel geheiert. Und von daher muss da schon nochmal jemand, also es ist schade, dass das externe Investoren sagen m├╝ssen, aber es hat sich so ein bisschen eingeb├╝rgert. Ich glaube, das ist das Problem, dass man sagt, wir k├Ânnen so viele Leute einstellen, wie wir wachsen. Also man hat sich nicht mehr gefragt, wie viele Leute brauchen wir, um das und das zu tun, sondern man hat gesagt, wir planen 40% Wachstum n├Ąchstes Jahr. Also planen wir, wir d├╝rfen unsere OPEX um 40% wachsen. Und jetzt hat man sich einerseits verplant, dadurch, dass Covid diesen Backlash hat oder diesen Covid-Kater und das Wachstum weg bleibt. Das hei├čt ein Planungsfehler, aber ich glaube auch die Annahme zu sagen, wir k├Ânnen die Kosten immer so weit steigen wie die Profite, ist eine komische Art von Planwirtschaft, die die interne Effizienz des Unternehmens so ein bisschen au├čer Acht l├Ąsst. Und ich habe ja sonst gar nichts dagegen, die Mitarbeiter zu beteiligen, aber das Ding ist ja, dass insbesondere Google Leute nat├╝rlich auch weghiert, die eventuell was Schlaues machen k├Ânnen, woanders als die Klickrate auf Anzeigen zu erh├Âhen. Von daher, ich will ja gerne, dass die Leute alle Jobs haben und auch gerne gut bezahlte, aber das muss ja nicht nur Google sein, sondern man kann die Leute auch freigeben und dann k├Ânnen andere Firmen was Schlaues machen mit dem Personal. Du hattest noch eine schlaue Frage gerade?
Ob du dir das auch bei Spotify angeguckt hast, weil die haben ja jetzt auch announced, dass sie sich von 6% der Belegschaft trennen werden und effizienter sein sollen. Unter anderem wird auch bei Podcasts ein bisschen gespart. Also Chief Content Officer verl├Ąsst das Unternehmen, sie war haupts├Ąchlich f├╝r diese richtig gro├čen amerikanischen Podcastshows zust├Ąndig, hat die Obamas zum Beispiel zu Spotify geholt. Liest sich so ein bisschen, dass jetzt nicht mehr die gro├čen Podcast Exclusives kommen werden oder dass da auf jeden Fall anders verhandelt wird. Wie sieht es bei denen aus? Mitarbeiter, Wachstum?
Sekunde, versuche ich gerade mal rauszufinden. Also das kommt so ein bisschen auf den Umsatz an. Das ist eine sehr gute Frage. Die Frage ist, wie definiert man den Umsatz bei Spotify? Wenn man sagt der Innenumsatz, also wenn man sagt der Au├čenumsatz, dann w├╝rden die tats├Ąchlich auch 1,3 Millionen Umsatz pro Mitarbeiter machen. Aber zwei Drittel der Kosten, oder 70% der Kosten gehen immer sofort weiter in die Content Produzenten. Deswegen m├╝sste man das eigentlich, also Google macht nach Abzug der Traffic Lieferanten noch 1,5 Millionen pro Mitarbeiter. Bei Spotify w├Ąre ich jetzt geneigt zu sagen, man zieht die Content Kosten ab, die 70%. Dann w├Ąren es eben eher 400.000 pro Mitarbeiter, auch 360.000 bis 400.000 glaube ich. Aber was man sagen kann, ist, dass der Umsatz pro Mitarbeiter auch ├╝ber die Jahre schrumpft. Also vor Q1 2020 waren es 1,28 und jetzt sind es 1,24 Millionen.
Legst du die 70% jetzt ├╝ber alles? Also sind dann auch da die eigenen Produktionen und so drauf?
Ich habe jetzt tats├Ąchlich einen Au├čenumsatz genommen. Also ich habe jetzt noch nicht abgezogen vorher. Dann ist es auch so, dass der Umsatz pro Mitarbeiter, also einfach gesagt, der Umsatz ist von 1,85 auf 3 Milliarden gestiegen. Die Mitarbeiter aber auch von 5,8 auf 9,8. Das ist fast die gleiche Wachstumsrate. Mitarbeiter sind sogar schneller gewachsen. Sonst w├╝rde sich der Wert ja nicht verschlechtern, Umsatz pro Mitarbeiter. Das hei├čt letztlich das gleiche Thema. Auch hier geht das Umsatzwachstum gar nicht so stark runter. Spotify hat ja relativ stark abgeliefert mit 21% Wachstum noch. Das ist eigentlich echt gut gewesen. Aber ihre Opex sind um 65% gewachsen und das ist einfach auch nicht zeitgem├Ą├č, glaube ich. Die haben im letzten Quartal nochmal 800 Leute, also sie wollen 600 entlassen, glaube ich, was 6% entspricht. Und sie haben aber nur im letzten Quartal 800 gehirnt und 3000 in den letzten zwei Jahren.
Was ist denn in den Opex drin?
Es tut mir leid, es sind viele Leute, aber ich w├╝rde sagen, dass Spotify eine Chance hat vergeben. Also wenn du 6% feuern willst, dann, das ist jeder 16te, das ist schon jetzt nicht nichts, aber ich glaube, vielleicht h├Ątte man da fast noch ein bisschen tiefer reingehen sollen.
Was ist denn in den Opex alles drin? Ist da Content Production drin? Oder wenn sie Obama das Geld zahlen?
Achso, die Frage ist, ob sie das eventuell auch so aktivieren wie Netflix, habe ich jetzt nicht nachgeschaut. Aber die Opex sind haupts├Ąchlich R&D, also die Softwareleute, die das Produkt bauen, hat sich mehr als verdoppelt in den letzten zwei Jahren. Marketing und Sales hat sich nicht ganz verdoppelt in den letzten zwei Jahren. Und General Admin, das sind so die Overhead-Kosten, die haben sich auch nicht ganz verdoppelt in den letzten zwei Jahren. Aber es gibt schon Missverh├Ąltnisse, also die Kosten wachsen viel schneller als der Umsatz bei Spotify. Nicht so schnell wie The Pioneer gesagt haben. Ich finde bei The Pioneer immer wieder groteske Fehlaussagen, ehrlich gesagt, im Bereich Wirtschaft und B├Ârse. Die haben heute gesagt, der Umsatz wuchs zuletzt mit 21%, w├Ąhrend sich die Ausgaben verdreifacht haben. Das ist ein bisschen ├╝bertrieben, weil die wuchsen um 65%. Richtig ist, dass der operative Verlust sich ziemlich genau verdreifacht hat. Aber das ist ja ein gro├čer Unterschied zwischen operativer Verlust und Ausgaben.
Was ist der Unterschied?
Der Operative Verlust ist Ausgaben minus Einnahmen. Es klang halt so, als wenn sie dreimal zu viel Geld ausgeben. Sie verlieren dreimal zu viel Geld. Das ist richtig, als Z├Ąsur oder als Einmal-Aussage. Aber wie auch immer. Und bei den letzten Google Ergebnissen oder Meta Ergebnissen war auch schon mal was dabei, was nicht richtig klang. Aber wie auch immer. Aber ich glaube, pl├Âtzlich m├╝ssen wir irgendwann ├╝berlegen, wann wir das noch verlesen. Weil das wird jedes Unternehmen treffen. Oder fast jedes Unternehmen.
Ich h├Ątte ├╝berlegt, ob wir so ein Rank Your Layoff oder so machen. Dass wir gucken, was sie gut gemacht haben, was sie schlecht gemacht haben. Von der Verk├╝ndung ist es ganz okay. Ich fand es bei der Spotify Nummer am Ende ein bisschen schwammig. Als dann so geschrieben wird, wir sind die Nummer 1 Destination f├╝r Creator und wir m├╝ssen da bessere Produkte bauen und so.
Das war nicht so empathisch, hatte ich das Gef├╝hl.
Ja, wir sind ja eigentlich die Creator auf Spotify. Und ich w├╝rde jetzt nicht sagen, dass das unsere, also auch wenn da sehr viel geh├Ârt wird, habe ich jetzt nicht das Gef├╝hl, dass wir eine super Verbindung mit Spotify haben als Creator. Da k├Ânnte schon auch mehr passieren. Wir machen den Content, wir hosten den Content irgendwo, wir zahlen f├╝rs Hosting und von Spotify bekommen wir jetzt nicht so wahnsinnig viel Liebe zur├╝ck.
Wir sind nat├╝rlich eine Ausnahme, weil wir ein Independent Act sind, sozusagen. Normalerweise, also ein Gro├čteil ihrer Creator arbeiten ├╝ber die vier gro├čen Major Labels mit ihnen zusammen. Das ist ja sowieso eine komplett wack Beziehung, die irgendwie nicht aufzubrechen ist. Oder es einfach nur sehr langsam geht. Beim Podcast gibt's ja auch Studios. Vielleicht kriegen die die ganze Liebe. Aber wenn du 70% der Einnahmen bekommst, brauchst du vielleicht auch nicht mehr so viel Liebe. Ich wei├č es nicht. Das ist ja, das merkt man bei dieser Spotify Doku so ein bisschen, dass, so ein bisschen ist das alles ja auch ein Lose-Lose-Modell. Also die Rechteverwerter sagen alle, es war noch nie so schlimm, wir brauchen mehr Geld von Spotify. Spotify selber hat das beschissenste Gesch├Ąftsmodell der Welt, weil sie nur 30% ihrer Einnahmen oder noch weniger eigentlich bekommt, weil erstmal Apple und Google zugreifen. Und vom Rest bleiben ihnen nur 30%. Das hei├čt, von dem was der Kunde zahlt, kriegen sie vielleicht 25, 24%. Und ich hab nicht das Gef├╝hl, dass irgendwie die Leute alle mit gro├čen Geldkoffern bei Spotify rauslaufen. Also ein paar Leute sind nat├╝rlich sehr reich geworden schon damit, aber das ist jetzt von der Profitabilit├Ąt nicht so ein geiles Modell wie Google. Also von daher.
Und das Problem sollte ja eher jemand gel├Âst bekommen au├čerhalb von einem riesengro├čen Konzern.
Das ist eine gute Sichtweise. Ich finde die Gegensichtweise aber auch nicht ganz bl├Âd. Also von beiden stimmt glaube ich was. Die Gegensichtweise ist, Spotify Apple ist das einzige Duopol, wo keiner Geld verdient. Also Apple verdient wenigstens ├╝ber die App Store. Also Apple verdient, wenn jemand bei Spotify sign-up macht, ganz gut Geld. Aber ansonsten haben beide Gesch├Ąftsmodelle, daf├╝r dass es eigentlich ein Duopol ist, wo es keine Konkurrenz gibt, haben die echt schlechte Profitmargen beide. Oder Spotify verdient Geld. Apple, wei├č ich nicht, ob die investieren in Musik oder auf jeden Fall ist das nicht der hochmargige Teil ihres Gesch├Ąfts. Von daher ist es schon sehr komisch, dass du nur zwei Player hast und trotzdem keine Geld verdienen so richtig.
Verdient Tesla Geld? Wie werden die Earnings ausfallen heute?
Tesla verdient Geld, aber weniger glaube ich. Sind heute die Earnings?
Also Mittwoch, wenn das geh├Ârt wird.
Ich bin vor allen Dingen gespannt was Elon Musk ├╝ber Nacht noch anstellen wird, um von den Earnings abzulenken. Das ist glaube ich das Spannende. Ich glaube, also ich freue mich ├╝ber jedes Auto was nicht gebaut wird, aber im Zweifel freue ich mich ├╝ber jedes elektrische Auto was gebaut wird, was kein Verbrenner ist. Von daher w├╝nsche ich tendenziell Tesla immer gute Zahlen. Ich glaube aber das ist einfach so ein bisschen ├Ąhnlich wie bei Netflix. Die Konkurrenz wird immer st├Ąrker, der Preisdruck steigt. Es ist total beeindruckend wie viel Kapazit├Ąt Tesla aufgebaut hat. Die jetzt auch auszulassen ist gar nicht so einfach, aber glaube ich.
Aber der Discount muss auch dazu f├╝hren, dass mehr Leute jetzt wieder Autos kaufen.
Ja daf├╝r fallen staatliche Subventionen teilweise weg. Es ist auch zunehmend schwerer zu rechtfertigen warum du Elektroautos st├Ąndig f├Ârdern willst und nicht Elektrofahrr├Ąder zum Beispiel. Also es ist einfach zu rechtfertigen, also wenn du mit dem Verband der deutschen Automobilindustrie sprichst, aber nicht mit einem B├╝rger. Ich bin vollst├Ąndig skeptisch, aber ich w├╝rde Tesla auch immer geben, dass sie gut sind f├╝r eine ├ťberraschung. Aber eigentlich sollte sich sp├Ątestens n├Ąchstes Quartal die Margenverschlechterung aus├╝ben. Man muss wahrscheinlich sehr genau nicht nur auf das Operating Income, sondern auch auf die Ver├Ąnderung der Inventories und den Cashflow achten. Ich k├Ânnte mir vorstellen, dass es beim Cashflow schlechter aussieht. Muss man mal gucken. Gefahr ist bei Tesla glaube ich, dass wenn es zu einem gr├Â├čeren Absturz kommt, schnell zu Ketteneffekten kommt, weil Elon Musk selber verkaufen muss, weil er Margin Calls bekommt und weil eventuell viele der Tesla Investoren in den USA zumindest auch auf Pump gekauft haben. Das w├Ąre die gr├Â├čte Gefahr. Also ich w├╝rde sagen, die f├╝r mich pers├Ânlich, also ich bin ja schon Tesla Short im kleinen Ma├če, nicht mit viel Geld, aber ich halte im Moment die Upside f├╝r kleiner als die Downside tats├Ąchlich. Also dass es nach unten eine Kaskade gibt und der Kurs sehr schnell st├╝rzt, halte ich f├╝r m├Âglich. Nicht f├╝r ├╝berm├Ą├čig wahrscheinlich, aber f├╝r m├Âglich. Dass Tesla sich zum Ende des Jahres verdoppelt, halte ich f├╝r einigerma├čen unwahrscheinlich. Von daher bin ich im Zweifel lieber Short, aber wie gesagt, in der Regel verliere ich Geld, wenn ich Tesla Shorte.
Wir werden es miterleben in der n├Ąchsten Folge. Ich freue mich drauf, auch auf die beiden Fragen, die ich verschoben habe, auf die du dich schon vorbereitet hast. Sch├Ânen Mittwoch, falls euch die Folge gefallen hat, teilt sie mit Freunden und Bekannten und bis Samstag. Peace.